Brett Young – Weekends Look A Little Different These Days – CD-Review

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Wir haben Brett Young seit seinem erfolgreichen Major-Label-Debüt 2017 begleitet. Dieses, wie auch der Nachfolger „Ticket To L.A.“ (beide mit Platin ausgezeichnet) offerierten eine gewisse musikalische Konstanz, die von einer Kompatibilität sowohl für die Country- als auch die allgemeinen Pop-Charts bestimmt wurde. Über 5 Milliarden Streams seiner Songs hinterlassen hier ebenfalls eine deutliche Sprache.

Im privaten Leben des aus Anaheim, Kalifornien, stammenden Musikers scheint es nach Hochzeit, erstem Kind und baldiger Erwartung des nächsten, momentan etwas unsteter zuzugehen. Der etwas gestresst wirkende Blick auf dem Coverbild spricht Bände.

Eine Art  Turning-Point im Leben, den die meisten von uns als Beendigung der Sturm- und Drangzeit nur allzu gut kennen. Diese damit verbundenen Eindrücke reflektiert der smarte Sänger jetzt auf seinem neuesten Werk mit dem aussagekräftigen Titel „Weekends Look A Little Different These Days“.

Und so heißt es als Beweis auch im den Reigen eröffnenden, wieder sehr melodischen und eingängigen Titelstück so schön: “I used to stay up late and sleep in all day long // Now it’s bed by nine and wake up with the dawn // I used to need the world to spin around me // Used to think that I had everything // Now I thank // God that everything has changed // My weekends look a little different these days”.

Kurz wie der gefühlte Verlauf eines Wochenendes ist mit knapp 26 Minuten und insgesamt acht Liedern auch die Spielzeit des Silberlings gehalten. Stilsicher, kurzweilig (im wahrsten Sinne des Wortes) und chartträchtig hat wie auch zuvor wieder Dann Huff, das ganze, von Brett mit namhaften Co-Songwritern wie u. a. Jon Nite, Ross Copperman, Ashley Gorley und Zach Crowell verfasste Songkonvolut, in Szene gesetzt.

Schöne Melodien, gut merkbare Refrains, verarbeitet mit klaren Akustik- und E-Gitarren, modernen Drums, sanften Keyboardklängen, hier und da ein Steeltupferchen oder ein gekonntes Mini-E-Solo. Alles wie gehabt, Erfolg im Prinzip vorprogrammiert!

Nach gefälligem, aber auch etwas beliebig erscheinenden Beginn, überzeugt die CD dann vor allem in der zweiten Hälfte, wo mit dem, garnicht wie es der Titel vermuten lassen würde, sehr fröhlichen, strandtauglichen „Leave Me Alone“ (dezenter Reggae-Touch), dem tollen Heartland-Powerstück „Not Yet“ (Slide-Gitarren, klares Piano, Tempo- und Stimmungswechsel, kräftiger Refrain), dem launigen, mit Bläsern und quäkiger Harp (klasse Solo) durchzogenen Stomper „You Got Away With It“ und dem herrlichen slowbluesigen Schwofer „You Didn’t“, etwas mehr auf Diversität statt Komfortzone gesetzt wird.

Leute, die Musik von Interpreten wie z. B. Jordan Davis, Old Dominion, Tebey & Co. gerne hören, sind auch bei Brett Young immer bestens aufgehoben. Selbst wenn dessen Wochenenden sich ein wenig verändert haben, ändert das nichts an der Tatsache, dass die musikalische Erfolgsstory auch mit „Weekends Look A Little Different These Days“ in gewohnter Weise fortgesetzt wird. Also, es gibt deutlich Schlimmeres im Leben, lieber Brett!

BMLG (2021)
Stil: New Country

01. Weekends Look A Little Different These Days
01. Lady
03. This
04. Dear Me
05. Leave Me Alone
06. Not Yet
07. You Got Away With It
08. You Didn’t

Brett Young
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Universal Music

Tommy Z – Plug In And Play – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Seit seinem letzten Werk „Blizzard Of Blues“ hat sich Tommy Z glatte fünf Jahre Zeit gelassen, um ein neues Album zu präsentieren. „Plug In And Play“ liefert mit elf Songs eine knappe Stunde lang elektrischen Blues vom Feinsten. Selbst Tinsley Ellis prophezeit laut Flyer des Plattenlabels, dass Tommys neueste Scheibe eine der besten des Blues Rock-Genres in 2021 sein wird.

So neugierig geworden, hab ich die CD sofort in den Player gelegt und mit wachsender Begeisterung den elf Tracks des Silberlings gelauscht. Es beginnt und endet mit jeweils einem Instrumental. Der Titel des Openers „Pumpin‘ (Let‘s Have Fun!)“ ist sicherlich charakteristisch für das gesamt Album, versprüht er doch Spielfreude ohne Ende. Es geht mit einem soliden Gitarrengewitter und Freudenschreien los, um sodann in eine flotte Blues Rock-Nummer im Chicago-Stil mit treibenden Keyboardeinlagen überzugehen, eine Nummer so richtig zum Abzappeln, während der Rausschmeißer „Sticky Lips“ als acht Minuten langer, leicht jazzig angehauchter Blues daher kommt, wiederum mit einem furiosen Keyboard-Klangteppich im Mittelteil.

Dazwischen bietet die Scheibe viel Abwechslung in Form funkiger, bluesiger und rockiger Stücke. Funkige Anleihen weist z. B. der äußerst rhythmische Titel „Tommy Guns“ auf und „My Alarm Clock“ hat eine eindeutige Affinität zum Rock’n’Roll. Tommy Z kann aber auch anders: Der Slowblues „Please Come Back To Me“ verströmt mit jeder Note tiefe Verzweiflung und Trauer. Mit „Plug In And Play“ gibt‘s dann wieder eine ehrliche und fetzige Rocknummer auf die Ohren, bevor Tommy Z und seine Jungs mit „DYD“ wieder zu einem flotten und gut tanzbaren Chicago Blues wechseln.

Der beschaulich melodiöse Start von „X-Ray Girl“ lässt zunächst ein ruhiges Stück vermuten, allerdings entwickelt sich der Song im weiteren Verlauf dann noch zu einer schönen Blues Rock-Track. Und im Folgenden gibt es sogar noch Hard Rock- Zutaten. Der Titel „Scowler“ beginnt mit einem gewaltigen Bassintro, wie es Geezer Butler von Black Sabbath damals nicht besser hingekriegt hätte. Gemächlich und basslastig walzt der Song dahin und überrascht im letzten Drittel noch mit sphärisch-psychedelischen Gitarrenklängen.

Der nächste Track mit dem etwas eigenartig anmutenden Titel „Fur Elitist“ (ins Deutsche wahrscheinlich am besten als „abgehobene Erscheinung“ oder „elitärer Typ“ zu übersetzen) handelt vom Ende einer Beziehung, musikalisch mit quäkenden Gitarren und reichlich Keyboardsound umgesetzt. Im Gegensatz dazu ist „Aint’t Gonna Wait“ ein einfühlsamer Slow Blues, in dem sich immer wieder klare Gitarrenpassagen mit flirrenden Klangteppichen bestehend aus Leadgitarre und Keyboard abwechseln.

Eine gelungene, abwechslungsreiche Blues Rock-Scheibe also, versetzt mit leichten Einflüssen aus Jazz, Funk und Rock’n’Roll, immer beherrscht von Tommy Zs meisterhaftem Gitarrenspiel und teils wabernden, furiosen Keyboardklängen. Eine klare Kaufempfehlung für Liebhaber des Elektro Blues Rocks!

Label: South Blossom Records 2021
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Pumpin‘ (Let‘s Have Fun!)
02. Tommy Guns
03. My Alarm Clock
04. Please Come Back To Me
05. Plug In And Play
06. DYD
07. X-Ray Girl
08. Scowler
09. Fur Elitist
10. Ain‘t Gonna Wait
11. Sticky Lips

Tommy Z
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Mike Cooley, Patterson Hood & Jason Isbell – Live At The Shoals Theatre – CD-Review

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Review: Michael Segets

Jason Isbell war von 2001 bis 2007 Mitglied bei Drive-By Truckers, der Band aus Georgia, die von Mike Cooley und Patterson Hood gegründet wurde. Sieben Jahre nach der Trennung fanden sich die drei Musiker zu einem Akustikkonzert im Shoals Theatre in Florence, Alabama, zusammen. Die Aufnahme vom 15. Juni 2014 wird nun auch hierzulande als Doppel-CD und vierfach LP veröffentlicht.

Der von Dennis Crosby aufgenommene, von Gena Johnson gemischte und von Pete Lyman gemasterte Mitschnitt fängt die Live-Atmosphäre des Abends ein, den Cooley, Hood und Isbell allein mit ihren akustischen Gitarren sowie ihrem, teilweise in mehrstimmigen Passagen verschmelzenden, Gesang bestritten. In diesen reduzierten Versionen entfalten die Songs eine andere Wirkung als mit kompletter Band im Studio und sind stärker auf sich selbst zurückgeworfen. Die Kraft gewinnen sie aus den leisen Tönen und feinen Nuancen, wobei die drei Musiker so harmonieren, dass nicht zu bemerken ist, dass sie bereits seit Jahren nicht mehr zusammen aufgetreten waren.

Die Setlist konzentriert sich auf die Phase als Isbell noch Teil der Band war. Dabei liegt der Fokus auf den beiden Platten „Decoration Day“ (2003) und „The Dirty South“ (2004), die mit fünf beziehungsweise sechs Titeln nahezu die Hälfte der Tracks ausmachen. Sie füllen vor allem die erste CD. Noch bevor Isbell als vollwertiges Mitglied, das sich auch am Songwriting beteiligte, bei Drive-By Truckers einstieg, unterstützte er die Band bei der Tour zu „Southern Rock Opera“ (2001). „Women Without Whiskey”, „Zip City” und „Let There Be Rock” stammen von diesem Longplayer.

Während sich von jedem Drive-By Truckers-Album zwischen 2006 und 2014 ein bis zwei Stücke auf der Setlist finden, ist lediglich das Debüt „Gangstabilly“ (1998) mit „The Living Bubba“ aus der Prä-Isbell-Ära vertreten. Auf der zweiten CD spielt das Trio zwei Tracks von Isbells Solokarriere. Sowohl „Cover Me Up“ als auch „Alabama Pines“ gehören mittlerweile zu den Klassikern in Isbells Repertoire. Ebenso wie Patterson, der drei Studioalben veröffentlichte, wandelt auch Cooley, der eine akustische Live-Scheibe herausbrachte, gelegentlich auf Solopfaden. Die beiden konzentrieren sich aber weiterhin auf ihr Bandprojekt.

Cooley, Hood und Isbell bewiesen bei dem Auftritt Ausdauer: Fast 140 Minuten boten sie ihre Songs dar, was nicht nur für ein akustisches Konzert schon eine ordentliche Spielzeit ist. Den Abschluss bildet dabei eine dreizehnminütige Performance von „Let There Be Rock”, die die achte Seite der vierfach LP alleine füllt. Ansonsten sind auf der LP-Ausgabe drei bis vier Tracks pro Seite gepresst. Denjenigen, die nicht zum inneren Kreis der Fangemeinde der Drive-By Truckers beziehungsweise von Jason Isbell zählen, mag der portionsweise Genuss des Konzerts entgegenkommen, denn – obwohl die Qualität der einzelnen Songs überzeugt – bleibt das Konzert insgesamt ohne große Spannungsbögen.

Den besonderen Reiz des Abends macht die Reunion der beiden Köpfe hinter Drive-By Truckers – Mike Cooley und Patterson Hood – mit dem zum Solo-Star aufgestiegenen Jason Isbell aus. Die akustischen Interpretationen lassen die Songs der drei Musiker nochmal in einem anderen Licht erscheinen, wobei das Konzert aus einem Guss wirkt, bei dem die lange Pause des gemeinsamen Musizierens nicht zu spüren oder zu hören ist.

Southeastern Records/Thirty Tigers (2021)
Stil: Americana

Tracks:
CD1
01. Intro
2. Tornadoes
3. Carl Perkins‘ Cadillac
4. Decoration Day
5. Heathens
6. Eyes Like Glue
7. TVA
8. Puttin‘ People on the Moon
9. Marry Me
10. Goddamn Lonely Love
11. My Sweet Annette
12. Women Without Whiskey
13. Outfit
14. Daddy Needs A Drink

CD2
01. Self Destructive Zones
02. Cover Me Up
03. The Living Bubba
04. Space City
05. Danko/Manuel
06. Grand Canyon
07. Cartoon Gold
08. Alabama Pines
09. Zip City
10. Never Gonna Change
11. Let There Be Rock

Mike Cooley
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Quinn Sullivan – Wide Awake – CD-Review

cover Quinn Sullivan - Wide Awake

Review: Jörg Schneider

Am 4. Juni bringt der hierzulande noch relativ unbekannte Quinn Sullivan sein inzwischen viertes Album heraus und das mit jugendlichen 22 Jahren. Dabei kann der junge Kerl auf einen durchaus beachtlichen musikalischen Werdegang zurückblicken. Immerhin wurde er bereits im Alter von 8 Jahren von der Blueslegende Buddy Guy entdeckt und gefördert.

In der Folge spielte er u. a. mit so großartigen Gitarristen und Bluesern wie Joe Bonamassa, Eric Gales, B.B. King und Carlos Santana, um nur ein paar zu nennen. Und in 2013 durfte er gar zusammen mit Buddy Guy und Robert Randolph auf Eric Claptons Crossroads Guitar Festival auftreten. Welch Ehre für den damaligen Teenager!

Obwohl seine musikalischen Wurzeln tief im Blues verankert sind, geht Sullivans neuer Longplayer „Wide Awake“ mehr in Richtung softem Blues Rock bis fast hin zu Singer/Songwriter-Pop-Gefilden. Umso mehr aber lassen die genretypisch eingängig arrangierten Songs seine herausragenden Fähigkeiten als Gitarrist und Texter hervortreten.

Die zwölf Songs des Albums erstrecken sich über melodische Pop-Songs („Baby Please“, „Real Thing“, „Jessica“) bis hin zu Rock- und Pop-Balladen („All Around The World“, „She’s Gone…“, „You’re The One“, „Wide Awake“ und dem im Refrain beatlesken „Strawberry Rain“), wobei aber auch funkige („She Is So Irresistible“), soulige (“How Many Tears“) und Latin- („In A World Withou You“) Versatzstücke auftauchen. Schließlich endet das Werk mit dem schönen Slow Blues „Keep Up“.

Musikalisch gesehen ist „Wide Awake“ also ein mit frischen Arrangements und ungetrübter Spiellaune überzeugendes Pop-Blues Rock-Album. Leider hat sich Quinn Sullivan dadurch von seinen klassischen Blueswurzeln entfernt und sieht dies als einen Schritt seiner musikalischen Weiterentwicklung an: „Die Künstler, die mich inspirieren, sind immer hungrig nach dem Neuen und sie wiederholen sich nie. Sie wachsen und werden immer einzigartiger – und das ist es, was ich für mich als Künstler ebenfalls anstrebe.“

Schade, dass Sullivan aus Sicht des Rezensenten seine überragenden Fähigkeiten als Gitarrist nun in den Dienst des eher gewinnbringenden Mainstreams stellt. Damit ist das vorliegende Album, sicherlich keine schlechte, aber dennoch nur eine rockige Version der Musik á la Ed Sheeran, James Blunt & Co. Ob die Scheibe nun so gefällt oder nicht, ist letztendlich eine Frage der musikalischen Vorlieben eines Jeden. Von daher wird die Scheibe aber mit Sicherheit seine Anhänger finden.

Label: Mascot Label Group (2021)
Stil: Pop Blues Rock

Tracks:
01. All Around The World
02. She Is So Irresitible
03. How many Tears
04. In A World Without You
05. She’s Gone (& She Ain’t Coming Back)
06. Baby Please
07. Real Thing
08. You’re The One
09. Wide Awake
10. Strawberry Rain
11. Jessica
12. Keep Up

Quinn Sullivan
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Mascot Records
Another Dimension

Dede Priest & Johnny Clark’s Outlaws – When Birds Were Snakes – CD-Review

Album Cover - WHEN BIRDS WERE SNAKES_300

Dede Priest und Johnny Clark’s Outlaws zählen zu dem Typus von Musikern, die man schon nach wenigen Momenten des persönlichen Kennenlernens ins Herz geschlossen hat, auch wenn die Fronterin uns die Abbildung mit unserem Logo-Schild für die VIP-Galerie, wegen der ursprünglich enthaltenen Südstaaten-Flagge verwehrt hatte (ich gehe aber stark davon aus, dass dies mit dem neuen Logo bei Gelegenheit nachgeholt wird).

Unkompliziert, nett, aufgeschlossen, direkt, respektvoll und natürlich musikalisch absolut versiert. Ach, war das das letztes Jahr schön, als wir an einem sommerlichen Abend bereits während des Pandemiegeschehens, ihrem stimmungsvollen Konzert im Krefelder Schlachtgarten beiwohnen konnten.

Es war einer meiner letzten Livebesuche/-berichte bis zum heutigen Tage. Da hatte das Quartett noch seine EP „Crocuses From The Ashes“ am Start. Der darin enthaltene wuchtige „Texas Hurricane“ scheint mittlerweile verzogen, auf ihrer neuen CD „When Birds Were Snakes“ setzt man, quasi wie die Ruhe nach dem Sturm, auf etwas bedächtigere, in sich gekehrtere Töne.

Während sich die beiden Rhythmusgeber Ray Oostenrijk am Bass und Leon Toonen Drums wie gewohnt auf ihre solide Hintergrundarbeit konzentrieren, stehen natürlich auch diesmal wieder die beiden Namensgeber des Kollektivs, die bis auf eine Ausnahme alle Tracks kreiert haben, im Fokus des Geschehens.

Die charismatische Fronterin setzt dabei ihr ganzes Könnensspektrum ein, das von stimmlicher Variabilität (angriffslustig, gefühlvoll bis elfenhaft), versiertem E-Gitarrenspiel (viele quirlige Soli inklusiv Wah-Wah-Einlagen) bis zu durch Mark und Bein gehenden Violinentönen, eine enorme Breite aufweist.

Hans Klerken alias Johnny Clark sorgt an seiner Stratocaster für die Kontraste und darf sich auch am Mikro bei „Mudslide“  (da spricht er am Ende dreimal den Titel), beim CCR-angehauchten „Make That Double A Double“ (Leadgesang), und beim Duett mit Dede (beim Merle Travis Country-Folk-Klassiker von 1947), „16 Tons“, sporadisch einbringen.

Neben den beiden mich ein wenig an Crystal Shawanda erinnernden „When Birds Were Snakes“ (gypsy-mäßiger Opener) und „Hyssop Blossoms (I Could Lie But I Won’t)“ (tolle Ballade) überraschen vor allem das folkige „Whisper & Whistle“ (hier kommt mal eine Akustikgitarre zum Einsatz, Dede singt fast im Stile einer Kate Bush) und das spielfreudige Instrumental „Rum & Sugarcane“ (eine Art E-Gitarren-Violinen-Allianz), das am Ende überraschend dann noch in einen Reggae-Groove umschwenkt.

Dede Priest & Johnny Clark’s Outlaws verfolgen ihren Weg, sich weiter internationales Renommee zu verschaffen, mit „When Birds Were Snakes“ konsequent weiter. Es wird sicherlich wieder sehr viel Spaß machen, der texanisch-niederländischen Formation bei der Live-Umsetzung ihrer Songs beizuwohnen, sofern es das sich zur Zeit ja einigermaßen positiv entwickelnde Pandemie-Geschehen wieder zulässt.  Hoffen wir mal das Beste…

Creeping Fig Records (2021)
Stil: Blues Rock & More

01. When Birds Were Snakes
02. Mudslide
03. Dirty Water In My Glass
04. Make That Double A Double
05. Mojo-ito
06. Hyssop Blossoms (I Could Lie But I Won’t)
07. Drinking Again
08. Come On Down
09. 16 Tons
10. It’s Getting Late
11. Whisper & Whistle
12. Rum & Sugarcane

Dede Priest
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Jason Ringenberg – Rhinestoned – CD-Review

Ringenberg 300

Review: Michael Segets

Hat sich Jason Ringenberg nach langer Abstinenz 2019 mit „Stand Tall“ eindrucksvoll zurückgemeldet, legt er nun mit „Rhinestoned“ nach. Zum Teil stammen die Songs noch aus der Phase seines vorangegangenen Albums – so „Nashville Without Rhinestones“, auf dem Ringenberg seinem Überdruss an den Entwicklungen im Musikbusiness Ausdruck verleiht. Dass sich Ringenberg entschlossen hat, dennoch weiterhin Alben zu veröffentlichen, ist ein Glücksfall, denn die Musik des Cowpunk-Rockers macht einfach Spaß.

Die neue CD weist einen stärkeren Country-Einschlag auf als der Vorgänger. Dies ist auch ein Grund dafür, dass „Stoned On Rhinestones“ erst auf dem aktuellen Longplayer seinen Platz fand. In dem flotten Track, den Ringenberg mit seiner typischen sarkastischen Attitüde vorträgt, nimmt er Bezug zu Hank Williams beflügelnder Musik. Da wundert es nicht, dass mit „You Win Again“ ein Song der Country-Ikone auf dem Album vertreten ist.

Ringenberg wollte verschiedene Phasen der Country-Musik aufgreifen. Er covert dazu das locker und gradlinig rockende „Time Warp“ von den Ozark Mountain Daredevils sowie „The Storms Are On The Ocean“ von der Carter Family. Kristi Rose übernimmt beim letztgenannten Stück die Rolle seiner Duett-Partnerin. Fats Kaplin (Hayes Carll, Tom Russell) steuert Geige und Akkordeon bei. Auf anderen Tracks ist er mit der Steel Pedal zugange. Schließlich widmet sich Ringenberg einem alten Kirchenlied und verpasst ihm eine punkige Erfrischungskur. Auf „Christ The Lord Is Risen Today“ wurde er durch seine Töchter Addie und Camille aufmerksam, die im Harmoniegesang zu hören sind.

Die stärksten Songs des Albums stellen allerdings die neueren Eigenkompositionen dar. Ringenberg musste sich diese nach eigener Aussage während der Pandemie förmlich abringen. Lediglich „The Freedom Rides Weren’t Free“ und „I Rode With Crazy Horse“ entstanden in einem Rutsch quasi über Nacht. Das eine ist eine starke Rocknummer in typischer Manier Ringenbergs, das andere ist ein ebenso typischer Midtempo-Song, der – wie bei ihm üblich – einen deutlichen Schritt neben dem Mainstream liegt. Beide sind klasse. „The Freedom Rides Weren’t Free“ setzt sich inhaltlich mit den Protesten gegen die Rassentrennung in den 1960 auseinander. Ringenberg schrieb das Stück kurz vor den Unruhen in den USA und der Black-Lives-Matters-Bewegung. Ringenberg war seiner Zeit mal wieder voraus.

Zu den weiteren Highlights zählt der Opener „Before Love And War“ mit Harmonien von Kristi Rose und schön staubigem Gitarrensound. George Bradfute spielt mehrere Gitarren und lässt diese auf „Keep That Promise“ kräftig scheppern. Ringenberg arbeitete mit Bradfute bereits zu Zeiten der Jason And The Scorchers zusammen und vertraute ihm auch diesmal die Produktion an.

Neben diesen beiden starken Country Rockern schlagen das selbstreferenzielle „My Highway Songs“ sowie das abschließende „Windows Town“ in die gleiche Bresche, sind aber etwas zahmer angelegt. Die eingängigen Refrains gehen ins Ohr und der unverwechselbare Gesang von Ringenberg sorgt dafür, dass sie dort bleiben.

Mit seinen angeschrägten Coverversionen von klassischen Country-Songs setzt Ringenberg sie nochmal in ein innovatives Licht. Allerdings läuft er vor allem bei seinen rockigen Eigenkompositionen erneut zur Hochform auf. „Rhinestoned“ ist kein polierter Strass, sondern ein ungeschliffenes Juwel – so wie Country Rock sein sollte.

Courageous Chicken Entertainment (2021)
Stil: Country Rock

Tracks:
01. Before Love And War
02. The Freedom Rides Weren’t Free
03. Nashville Without Rhinestones
04. The Storms Are On The Ocean
05. Christ The Lord Is Risen Today
06. I Rode With Crazy Horse
07. My Highway Songs
08. Time Wrap
09. You Win Again
10. Stoned On Rhinestones
11. Keep That Promise
12. Window Town

Jason Ringenberg
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Rozedale – Same – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Mit dem dritten Album ist Rozedale, ohne die beiden Vorgänger klein reden zu wollen, ein echter Knaller gelungen. Wie gewohnt prägen das vielseitige Gitarrenspiel von Charlie Fabert und die kraftvolle Stimme von Amandyn Roses die Musik der Franzosen. Im Gegensatz zu den vorherigen Werken ist das neue weitaus rockiger, verliert dabei aber den Blues als Basis nicht aus den Augen.

Vielleicht ist dies auch der Grund, warum sich das ’s‘ im Bandnamen in ein ‚z‘ verwandelt hat, um so auch visuell ein Zeichen zu setzen, dass eine neue Ära der Band begonnen hat.

Vom Songwriting her sind die neuen Stücke gradliniger und kraftvoller und können so den Weg bereiten, ein breiteres Publikum als nur die Bluesfans anzusprechen. Es war mit Sicherheit eine gute Entscheidung, das Album von Chris Sheldon, der u. a. auch Radiohead oder die Foo Fighters abmischte, in den IPC Studios in Brüssel produzieren zu lassen.

So ist ein Sound entstanden, der stilistisch in die Richtung des modernen rockigen Blues geht, die vorhandenen Stärken der Musiker perfekt in Szene setzt und so auch den kommerziellen Status der Band anhebt. Kommerziell ist in dem Zusammenhang nicht negativ zu sehen, da sich die Musik der Band nicht des Erfolg willens untergeordnet hat, sondern das Songwriting sich weiterentwickelt hat.

Neben rockigen Bluessongs in denen Charlie Fabert die Gitarrensaiten glühen lässt, scheint er die Gitarre in anderen Stücken fast wie eine zweite Stimme als Unterstützung von Amandyn Roses singen zu lassen. Diese setzt den Songs einen natürlich ganz eigenen Stempel auf. Von dynamisch rockend, über klagend bluesig bis hin zu melancholisch verträumt, bildet sie einen harmonischen Einklang zu ihrem Partner Charlie.

Die Grundlage für den vollen Sound bildet die Rhythmussektion um Icheme „Zou“ Zougart, der für perfekte zuweilen groovende tiefe Töne sorgt und Herve Koster an den Drums, der immer den richtigen Beat findet. Ein weiteres belebendes Element ist, wie schon in der Vergangenheit, das von Michael Lecoq gespielte Keyboard, der die Stücke meist schön, zuweilen leicht psychedelisch untermalt, und bei der Ballade „Burning“ die musikalische Begleitung Amandyns ist.

In einem durchweg starken Silberling, der das Zeug hat, nicht nur in den Bluescharts weit nach oben zu schießen, fällt kein Song ab und jeder hat seine Berechtigung. Mit dem gleichnamigen Album ist Rozedale das bisherige Meisterstück gelungen, in dem die Band, ihren eigenen Stil weiterentwickelt hat, ohne sich in eine kommerzielle Sparte zu begeben, in der die eigene Identität aufgegeben wird.

Spannend wird es sein, wie die Band die neuen Tracks, die genug Möglichkeiten fürs Improvisieren geben, auf der nächsten Tour im Spätsommer auf die Bühne bringt.

Neben einer Kaufempfehlung für das Album, kann jedem Bluesrockfan angeraten werden, eines der Konzerte zu besuchen, um sich von der Stimme Amandyn Roses und dem virtuosen Gitarrenspiel Charlie Faberts einfangen und verzaubern zu lassen.

Geplante Album Release Tour 2021:

16.09.2021 B-Verviers, Spirit of 66
17.09.2021 D-Dortmund, Musiktheater Piano
18.09.2021 D-Hamburg, Downtown Openair
23.09.2021 D-Köln, Kantine Freideck
24.09.2021 D-Freudenburg, Ducsaal
25.09.2021 D-Baden-Baden, Blues-Club

Baladins Tours Productions
Stil: Rock

Songs:
01. Ghost For You
02. Brand New State
03. Shine
04. Burning
05. Where Love Goes
06. Ce Soir Je T’àime
07. Can’t Get Enough
08. Before I Go
09. At The End Of The Day
10. Somewhere In The Mess

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Alligator Jackson – Southern Barbeque – The Best Of… – CD-Review

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Seit seiner Gründung hat sich das Label Juke Joint 500 mit tollen limitierten Veröffentlichungen, die die Sammlerherzen besonders unserer Southern Rock-Klientel höher schlagen lassen, seine verdiente Aufmerksamkeit in unserem Magazin erarbeitet.

Diesmal hat sich Geschäftsführer Reinhard Holstein mit einer recht mysteriösen Band befasst, die selbst bis heute noch als ‚Southern Rock’s best kept secret‘ gehandelt wird. Gemeint ist eine Truppe namens Alligator Jackson, die zwischen 2005 und 2009 immerhin fünf Alben kreiert hatte, aber nie als wirkliche Band zusammengespielt hat, beziehungsweise live aufgetreten ist.

Aus diesen fünf Werken hat sich Holstein die vermeintlich besten Tracks herausgepickt und uns daraus ein köstliches „Southern Barbeque“ angerichtet. Für die Vinyl-Fans gilt wieder die farbige, handnummerierte Auflage von 500 Exemplaren, die CD-Liebhaber bekommen mit „Southern Soil“ unter Mitwirkung von dem uns gut bekannten Gary Jeffries noch ein Bonus-Häppchen oben drauf gepackt.

Der Hauptakteur hinter Alligator Jackson ist ein gewisser David Williams, der neben seinem musikalischen Können übrigens auch literarische Qualitäten, mittels einiger selbst verfasster Bücher aufweisen kann.

Für sein Musikprojekt hat Williams Dave Scarboro als Sänger und Mitgitarrist verpflichtet, der die Songs auch gemischt und produziert hat. Den Rest des Quartetts bilden  RJ Gibson am Bass und TJ Dawg am Schlagzeug.

Ich habe dann in Sachen Alligator Jackson auch mal meine Sammlung durchforstet und konnte tatsächlich die schon ellenlang nicht mehr gehörte Scheibe „The Gator’s Back“ von 2006 ausfindig machen.

Aus diesem Werk hat Holstein mit den wirklich starken „Liquid Courage“ (Skynyrd-trächtiger Opener, hier auch mit weiblichem Backgroundgesang), „Repo Man“ und „All Hell’s Breaking Loose“ (erinnert ein wenig an die Regulators) einen guten Griff getan (wobei auch alle anderen Tracks nicht von schlechten Eltern sind).

Wenn man sich an Scarboros nicht ganz so spektakuläre, aber durchaus angenehme Stimme gewöhnt hat, entdeckt man partiell gewisse Ähnlichkeiten zu Doug Gray (Marshall Tucker Band) oder auch zum guten Charlie Daniels.

Die Würze im Alligator Jackson-Grundmenü bilden neben der mannschaftsdienlich operierenden Rhythmussektion natürlich die tollen E-Gitarren, die in allen Varianten (Fills, Soli, Slide, Twins) omnipräsent erscheinen (sehr oft  in fiepend-knarziger Gary Rossington-Manier).

Auch in Sachen Melodik und Eingängigkeit lassen die klassisch gehaltenen Kompositionen (mit Einflüssen von Skynyrd, Molly Hatchet, Marshall Tucker Band, Atlanta Rhythm Section, 38 Special, Charlie Daniels, Doc Holliday, Outlaws) von Williams nichts zu wünschen übrig.

Man kann sich bequem in den heimischen Sessel zurücklehnen und wird automatisch beim Hören dazu animiert, sich an all das, was man in den guten alten Southern Rock-Zeiten Tolles und Angenehmes erlebt hat, zurückzubesinnen. Beim sommerlichen Grillen mit dem kühlen Bierchen in der Hand passt die Musik sicherlich noch besser.

Und wie heißt es so schön und richtig im Beipackzettel: Hätte Skynyrd dieses Werk zwischen „Nuthin‘ Fancy“ und „Gimme Back My Bullets“ veröffentlicht – keiner hätte es gemerkt…

Zugreifen, liebe Southern Rock-Freunde und -Sammler, unbedingt zugreifen!

Juke Joint 500 (2021)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Liquid Courage
02. Swamp Justice
03. Southern Barbeque
04. Enjoy The Ride
05. Repo Man
06. Pull No Punches
07. Blood On The Wall
08. Hanging Judge
09. Mr. Bouncer
10. All Hell’s Breaking Loose
11. Alligator Jackson
12. Spirit Of The Wild
13. Southern Soil – feat. Gary Jeffries (Bonustrack)

Alligator Jackson
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Juke Joint 500

Blackberry Smoke – You Hear Georgia – CD-Review

cover Blackberry Smoke - You Hear Georgia 300

Siebtes Album der beliebten Southern Rock-Band. Auf „You Hear Georgia“ ist das Quintett um Leader Charlie Starr bemüht, den ramponierten Ruf der Südstaaten und der dort lebenden Menschen wieder in ein differenzierteres Licht zu setzen.

Der Mastermind zum Titeltrack: „Textlich geht es in dem Song darum, dass der Süden missverstanden wird. Es ist offensichtlich eine raue und unruhige Welt und es gibt eine Menge schlechter Menschen. Aber es gibt auch eine Menge guter Menschen. Es begann mit der Idee, dass die Leute eine vorgefasste Meinung über dich haben könnten, weil du einen dicken Südstaaten-Akzent hast, und weitete sich dann auf die Realität aus, dass manche Leute es einfach so schwer haben, miteinander auszukommen, dank politischer oder religiöser Ansichten, oder einfach nur, weil Du aus einem bestimmten Teil des Landes kommst.“

Aber auch musikalisch weiß das neue Werk unter der Produktionsregie von Dave Cobb wieder absolut zu überzeugen. Besonders auffällig sind diesmal die starke Einbindung von E-Slide-Elementen in fast jedem Song und auch die schönen akzentuierten weiblichen Background Vocals, diesmal eingesungen von The Black Bettys.

Auch Keyboarder Brandon Still liefert wieder eine tolle Palette an wohl dosierten Tastenspielereien (HT-Piano, Orgel, E-Piano), die sich ganz in den Dienst der Songs stellen.

Bei den neuen zehn Stücken bleiben sich Blackberry Smoke ihrem gewohnten Stilspektrum, das wieder von knackigen Southern Rockern („Live It Down“, „You Hear Georgia“, „All Over The Road“), country-angehauchten Liedern („Ain’t The Same“ – Ohrwurm!, „Old Enough To Know“ – herrliche gesangliche Verbreitung von Lebensweisheiten), soulig-gospeligen („Hey Delilah“ – Marke Little Feat) und auch progressiven Stoff („Morningside“ – grandios hier das an Derek & The Dominos erinnernde E-Gitarrensolo) zu bieten hat.

Als sehr gelungen sind auch die beiden Gastpräsenzen zu bewerten. Wunderbar wie Starr und Jamey Johnson beim Steel-getränkten Countryheuler „Lonesome For A Livin’“ sich einen Bieterkampf in Sachen pathos-trächtigem Gesang abliefern und auch die Vorstellung von Warren Haynes, der sich hier angriffslustig und aggressiv wie zu Zeiten seines Debüts mit Gesang und E-Gitarre einbringt, gibt dem starken „All Rise Again“ ordentlich Feuer.

Und das aus meiner Sicht immer am meisten Eindruck hinterlassende Schlussstück, das melodische „Old Scarecrow“ mit seinen Tempi- und Stimmungswechseln (toll auch der Gesang von Starr) stellt einen maßgeblichen Höhepunkt des Werkes dar. Klasse, mein Favorit!

Blackberry Smoke präsentieren sich auf „You Hear Georgia“ ein weiteres Mal in blendender Verfassung und lassen herrlichen Georgia-Sound aus den Boxen rauschen. Sie festigen ihren Ruf in kreativer Hinsicht als beste zeitgenössische Southern Rock-Band. Großes Kompliment hierfür, aber auch ihr Engagement für wohltätige Zwecke, wo sie  bereits fast 500.000 Dollar für die Kinderkrebsforschung gesammelt haben! Es gibt also auch viel Gutes aus dem südstaatlichen Georgia zu hören!

Earache Records (2021)
Stil: Southern Rock

01. Live It Down
02. You Hear Georgia
03. Hey Delilah
04. Ain’t The Same
05. Lonesome For A Livin’ (feat. Jamey Johnson)
06. All Rise Again (feat. Warren Haynes)
07. Old Enough To Know
08. Morningside
09. All Over The Road
10. Old Scarecrow

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Ivy Gold – Six Dusty Winds – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Mit „Six Dusty Winds“ bringt Ivy Gold die erste Platte auf den Markt. Die Band um die Fronterin Manou und den Gitarristen Sebastian Eder, die als Ursprung der Band gesehen werden können, haben nach und nach, eine illustre Truppe um sich gesammelt, deren Mitglieder mit Rock- und Bluesgrößen von Joe Bonamassa über Glenn Hughes bis zu B.B. King gearbeitet haben, um nur einige zu nennen. Dies spricht schon für die musikalische Klasse der Band, in der alle Musiker dem Sound ihren Stempel aufdrücken.

Im Vordergrund steht oft Manous energiegeladene Stimme, welche regelrecht mit den Songstrukturen verschmilzt. Dabei ist es schwer, die Musik einem Genre zuzuschreiben, was oft gerne gemacht wird. Dies ist vielleicht auch der Grund, warum man das Album unter dem eigenen Label produziert hat, um die absolute Selbstbestimmung über die eigene Musik zu behalten.

Tal Bergmann an den Drums und der Bassist Kevin Moore legen eine druckvolle, groovende und dynamische Grundlage, auf der sich die drei anderen Musiker austoben können. Sebastian Eder harmoniert mit zuweilen hardrockenden Gitarrenriffs mit Manous Gesang und glänzt mit Soli, die jeder Bluesband gut zu Gesichte stehen würden.

Ein prägendes Element ist auch das Keyboard von Anders Olinder, welches den Songs zuweilen einen bombastischen, schon fast progressiven Rahmen vermittelt. Da ist es nicht verwunderlich, dass dieser auch schon mit Glenn Hughes und Peter Gabriel zusammenarbeitete.

„Six Dusty Winds“ ist ein emotionales, vielseitiges Album, dessen Musik die Band selbst als zeitgenössischen Blues bezeichnet, was ich in dem Falle eher für untertrieben halte, da viele Facetten vom Classic Rock, über Hard Rock und progressiven Rock bis hin zum Blues ineinander fließen.

Das dabei kein Flickwerk entsteht, sondern die Stücke trotz vieler Rhythmus- und Stilwechsel absolut homogen bleiben, spricht für das gekonnte Songwriting, bei dem Sebastian Eder oft die musikalische Grundidee gelegt hat und Manou die Texte und die Gesangsstruktur eingeflochten hat.

Die besondere Prise steuert dann Anders Olinder bei, der die Musik zuweilen mit sphärischen Klangteppichen untermalt. Als Fazit kann gesagt werden, dass Ivy Gold mit „Six Dusty Winds“ ein Debütalbum gelungen ist, welches das Zeug hat, eine große Bandgeschichte anzustoßen.

Schön ist dabei, dass durch die vielen musikalischen Einflüsse ein Werk entstanden ist, welches nicht nur in einer bestimmten Sparte Beachtung finden wird, sondern gekonnt einen weiten Bogen über alle Facetten der Rockmusik spannt.

Manou: Vocals
Sebastian Eder: Guitars
Andrers Olinder: Keyboards
Kevin Moore: Bass
Tal Bergmann: Drums

A1 Records (2021)
Stil: (Blues) Rock & More

Tracks:
01. Face Of Deceit
02. This Is My Time
03. Retribution
04. Believe
05. Six Dusty Winds
06. Suspicion
07. Shine On
08. We Are One
09. Without You
10. Born Again

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