Brett Young – Ticket To L.A. – CD-Review

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Zweites Album von Brett Young. Nachdem das Debüt mit Platz 2 ja schon an der Pole-Position der Billboard Country Charts gekratzt hatte, gab es eigentlich beim Nachfolger keinen Grund, irgendetwas am funktionierenden Erfolgsrezept zu ändern.

Dass Brett schöne Lieder komponieren kann, hatte der Erstling bereits eindrucksvoll gezeigt. Auch hier war er wieder kompositorisch in zehn von insgesamt dreizehn Tracks involviert. Zur Seite standen dazu noch prominente Co-Songwriter wie Ross Copperman, Ashley Gorley, John Nite, Shane McAnally, Hillary Lindsay und selbst Musiker wie Charles Kelly von Lady Antebellum, Gavin DeGraw (auch mit Keyboard-Beteiligung und Vocals beim großartigen „Chapter“ präsent) oder Sean McConnell ließen es sich nicht nehmen, Ideen mit einzubringen.

Selbst in Sachen Produktion und Mix mit Dann Huff und Justin Niebank wurde alles richtig gemacht. Ich denke, gerade Erstgenanntem ist es zu verdanken, dass die vielen schönen Gitarrenparts (Huff, Ilya Toshinsky, Derek Wells) in Form von Slide und kurzer präziser Soli und auch der Steel-Einsatz von Könner Paul Franklin, ein Abdriften in allzu poppigere Gefilde wie bei so manchen Kollegen maßgeblich verhindern.

Trotzdem gehen die allesamt höchst-eingängigen Stücke, samt der wunderbaren Wohlfühlstimme des Protagonisten, natürlich runter wie gut gekühlter, süffiger Weißwein. Eine Scheibe bei der man sowohl herrlich abschalten kann, als auch jede Sommerparty geschmackvoll im Hintergrund beschallen kann.

Mir persönlich gefallen neben dem Slide-unterlegten Titelsong besonders  Sachen wie „Let It Be Mine,  das „New Kid In Town“-umwehte „Where You Want Me“ oder „The Ship And The Bottle“, die allesamt ein gediegenes Eagles-Flair verbreiten.

Auch der schnippige, dezent retro-mäßig umgarnte Schwofer „Reason To Stay“ mit seinem sich hyper-melodisch ins Ohr bohrenden Refrain und den klar gespielten Akustik- und E-Gitarren ist einfach zum Dahinfließen. Bei der Auswahl der richtigen Single möchte man hier wirklich kein Entscheidungsträger sein.

Fazit: Mit „Ticket To L.A.“ hat Brett Young endgültig den Fahrschein in Richtung Nashville-Top-Interpret gelöst. Die spannende Frage hier lautet letztendlich nur, ob es diesmal für Platz 1 reichen wird. Sounds Of South drückt die Daumen. Ein absolutes Juwel des Mainstream New Country!

Big Machine Label Group (2018)
Stil: New Country

01. Ticket To L.A.
02. Here Tonight
03. Catch
04. 1,2,3 Mississippi
05. Let It Be Mine
06. Where You Want Me
07. Used To Missin‘ You
08. Change Your Name
09. Chapters (feat. Gavin McGraw)
10. The Ship And The Bottle
11. Reason To Stay
12. Runnin‘ Away From Home
13. Don’t Wanna Write This Song

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Brett Young – Same – CD-Review

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Mit dem 35-jährigen, ursprünglich aus Anaheim, Orange County, stammenden Brett Young feiert ein weiterer talentierter Künstler Album-Premiere in Nashville. Dabei sah es eigentlich zunächst so aus, als ob ihm ein vielversprechende Baseball-Karriere bevor stünde. Eine Verletzung am Ellbogen beendete allerdings seine Träume in dieser Hinsicht und ließ den Burschen sich zurückbesinnen, dass er schon mal auf der High School für einen verhinderten Sänger  bei einer Band eingesprungen war.

Er begann Songs zu schreiben. Nach dem er längere Zeit in Los Angeles gelebt hatte, beschloss er letztendlich, sein Glück in Nashville zu versuchen. Der Mut wurde schließlich belohnt, Young ergatterte beim potenten Big Machine Records Label einen Vertrag und durfte jetzt unter der Regie von keinem geringeren als Star-Producer Dan Huff sein Album-Debüt veröffentlichen.

Brett ist in elf der insgesamt  zwölf Tracks kompositorisch involviert. Nicht nur von seiner Vita her sind Parallelen zu David Nail evident (der kam ja ebenfalls durch den Abbruch seiner Sportlerlaufbahn zum New Country). Auch Youngs Stücke werden mit einem wunderbarem Schmelz in der Stimme vorgetragen, die in erster Linie Frauenherzen zum Dahinfließen bringen wird. Er bildet hier einen deutlichen Kontrast zu den jungen Wilden a la Jason Aldean, Brantley Gilbert & Co.

Die melodische, sehr flockige Single und zugleich der Opener dieses Werkes, „Sleep Without You“, hat es direkt in die Top-3 der Country-Charts geschafft. Auch der toll instrumentierte melancholische Nachfolger „In Case You Didn’t Know“ befindet sich bereits auf dem Weg in höchste Regionen. Fast schon Hochzeitslied-tauglich!

Der Rest der Lieder ist ähnlich wie die angeführten strukturiert, wir bewegen uns im ausnahmslos hittauglichen Mainstream-Segment, die countrytypischen Akzente (z. B. Steel-, Slide-Gitarren – toll das Solo bei „Left Side Of Leavin'“) werden meist punktuell, aber durchaus effektiv gesetzt. Es wird sich nicht wie bei so manchen Kollegen in letzter Zeit  so aufdringlich dem Pop angebiedert, um möglichst zweigleisig fahren zu können. Der Star ist aber hier eindeutig die Stimme, eine, fast schon mit sowas, wie einem Alleinstellungsmerkmal.

Mit Brett Young hat ein weiterer hochtalentierter Typ die Bühne in Music City betreten. Die Szene darf dazu einen neuen Frauenschwarm in seinen Reihen begrüßen. Sehr angenehme Musik, bei der eine markante Stimme und schöne Melodien im Vordergrund stehen.

Leute, die auf Interpreten wie der bereits erwähnte David Nail, Kristian Bush, Charles Kelley oder auch Bands wie Rascal Flatts und die Eli Young Band stehen, werden ihre helle Freude haben. Brett Young hat zum Karrierestart ein echtes ‚Brett‘ in der Mainstream-Sparte hingelegt! Ideal für Männer, die ab und zu mal mit weicher Schale über ihrem harten Kern bei Frauen punkten möchten…

Big Machine Records (2017)
Stil: New Country

01. Sleep Without You
02. Close Enough
03. Like I Loved You
04. In Case You Didn’t Know
05. Olivia Mae
06. Left Side Of Leavin‘
07. You Ain’t Here To Kiss Me
08. Back On The Wagon
09. Makin‘ Me Say
10. Memory Won’t Let Me
11. Beautiful Believer
12. Mercy

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