Blackberry Smoke – You Hear Georgia – CD-Review

cover Blackberry Smoke - You Hear Georgia 300

Siebtes Album der beliebten Southern Rock-Band. Auf „You Hear Georgia“ ist das Quintett um Leader Charlie Starr bemüht, den ramponierten Ruf der Südstaaten und der dort lebenden Menschen wieder in ein differenzierteres Licht zu setzen.

Der Mastermind zum Titeltrack: „Textlich geht es in dem Song darum, dass der Süden missverstanden wird. Es ist offensichtlich eine raue und unruhige Welt und es gibt eine Menge schlechter Menschen. Aber es gibt auch eine Menge guter Menschen. Es begann mit der Idee, dass die Leute eine vorgefasste Meinung über dich haben könnten, weil du einen dicken Südstaaten-Akzent hast, und weitete sich dann auf die Realität aus, dass manche Leute es einfach so schwer haben, miteinander auszukommen, dank politischer oder religiöser Ansichten, oder einfach nur, weil Du aus einem bestimmten Teil des Landes kommst.“

Aber auch musikalisch weiß das neue Werk unter der Produktionsregie von Dave Cobb wieder absolut zu überzeugen. Besonders auffällig sind diesmal die starke Einbindung von E-Slide-Elementen in fast jedem Song und auch die schönen akzentuierten weiblichen Background Vocals, diesmal eingesungen von The Black Bettys.

Auch Keyboarder Brandon Still liefert wieder eine tolle Palette an wohl dosierten Tastenspielereien (HT-Piano, Orgel, E-Piano), die sich ganz in den Dienst der Songs stellen.

Bei den neuen zehn Stücken bleiben sich Blackberry Smoke ihrem gewohnten Stilspektrum, das wieder von knackigen Southern Rockern („Live It Down“, „You Hear Georgia“, „All Over The Road“), country-angehauchten Liedern („Ain’t The Same“ – Ohrwurm!, „Old Enough To Know“ – herrliche gesangliche Verbreitung von Lebensweisheiten), soulig-gospeligen („Hey Delilah“ – Marke Little Feat) und auch progressiven Stoff („Morningside“ – grandios hier das an Derek & The Dominos erinnernde E-Gitarrensolo) zu bieten hat.

Als sehr gelungen sind auch die beiden Gastpräsenzen zu bewerten. Wunderbar wie Starr und Jamey Johnson beim Steel-getränkten Countryheuler „Lonesome For A Livin’“ sich einen Bieterkampf in Sachen pathos-trächtigem Gesang abliefern und auch die Vorstellung von Warren Haynes, der sich hier angriffslustig und aggressiv wie zu Zeiten seines Debüts mit Gesang und E-Gitarre einbringt, gibt dem starken „All Rise Again“ ordentlich Feuer.

Und das aus meiner Sicht immer am meisten Eindruck hinterlassende Schlussstück, das melodische „Old Scarecrow“ mit seinen Tempi- und Stimmungswechseln (toll auch der Gesang von Starr) stellt einen maßgeblichen Höhepunkt des Werkes dar. Klasse, mein Favorit!

Blackberry Smoke präsentieren sich auf „You Hear Georgia“ ein weiteres Mal in blendender Verfassung und lassen herrlichen Georgia-Sound aus den Boxen rauschen. Sie festigen ihren Ruf in kreativer Hinsicht als beste zeitgenössische Southern Rock-Band. Großes Kompliment hierfür, aber auch ihr Engagement für wohltätige Zwecke, wo sie  bereits fast 500.000 Dollar für die Kinderkrebsforschung gesammelt haben! Es gibt also auch viel Gutes aus dem südstaatlichen Georgia zu hören!

Earache Records (2021)
Stil: Southern Rock

01. Live It Down
02. You Hear Georgia
03. Hey Delilah
04. Ain’t The Same
05. Lonesome For A Livin’ (feat. Jamey Johnson)
06. All Rise Again (feat. Warren Haynes)
07. Old Enough To Know
08. Morningside
09. All Over The Road
10. Old Scarecrow

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