Incredible Pack – 25.03.2022 – Yardclub, Köln – Konzertbericht

Nachdem Incredible Pack während der Coronapandemie mit “Time For Decisions“ ihr zweites Werk eingespielt hatten, bestand nun endlich die Möglichkeit nicht nur das aktuelle, sondern auch das erste Album zu promoten, was corona-bedingt nicht möglich war.

Dabei wurde für die Sicherheit aller Besucher, seitens des Yard Clubs, neben dem obligatorischen 2G+ zusätzlich ein tagesaktueller Coronatestest eingefordert, der am Einlass penibel unter Vorlage eines Lichtbildausweises kontrolliert wurde.

Leider ist es momentan so, dass selbst mit besten Konzepten scheinbar bei vielen Musikfans, gerade in kleinen Clubs Ängste bestehen, Konzerte zu besuchen. So war es an dem Abend auch im Yardclub, der noch Platz für mehr Besucher gehabt hätte.

Was jeder Musikfan wissen sollte, dass jetzt, wo wieder fast uneingeschränkt Konzerte erlaubt sind, keine staatliche Hilfen mehr fließen, um Einnahmeverluste auszugleichen. Jeder Besucher hat einen Anteil, den Clubs zu helfen, wirtschaftlich existieren zu können.

Doch nun zum eigentlich Wichtigen, auch die Band ließ direkt durchblicken, wie sie sich freut, endlich die Songs live präsentieren zu können.

Das Powertrio um die drei deutschen Rockurgesteine Martelle, Manni von Bohr und Ufo Walter hatten Jürgen „Jay“ Scholz dabei, um den vollen Studiosound auch live auf der Bühne präsentieren zu können.

Bestens gelaunt, neben der Gitarre mit einer Tasse Tee in den Händen, betrat Martelle, gefolgt von van Bohr und Ufo Walter, die Bühne. Erst ab dem dritten Song „Dangerous Age“, der zu den dunklen Zeiten in Osteuropa passt, betrat dann auch Jürgen Scholz die Bühne.  Martelle widmete diesen gewissermaßen den Menschen in der Ukraine.

In dem etwa zweistündigen Set wurden fast die gesamten Lieder der beiden Alben präsentiert, die eine explosive Mischung aus hartem texanischen Blues (in einem kurzen Gespräch outete Martelle sich als Billy Gibbons-Fan) und furiosem Rock`n`Roll bildeten.

Gespickt wurde die Setlist mit einigen Coversongs, wie einer harten bluesigen Version von Bowies „Rebel Rebel“ oder „Don`t Think About Her When You`re Trying To Drive“, welcher auch aus der Feder von John Hiatt stammt, wozu Martelle bemerkte, dass es von ihm keine Platte ohne Hiatt-Song geben würde.

Schon nach kurzer Zeit sorgte die Band durch ihre authentische Art dafür, dass der Funke auf die Besucher übersprang und sog diese Stimmung gewissermaßen selbst wieder ein und es entwickelte sich ein Abend, der mit Sicherheit weitaus mehr Besucher verdient gehabt hätte.

Es fällt schwer, aus den durchweg klasse präsentierten Songs einzelne herauszuheben, aber beeindruckend war „I Can`t Cry“, wo nach kurzer Zeit Martelle und Scholz die Bühne verließen und Ufo Walter mit einem Klasse Bass-Solo und Manni van Bohr mit einem mehrminütigen entfesselten Drumsolo, von der Leine gelassen wurden. 

Martelle und Scholz geizten Ihrerseits nicht mit furiosen, teils slidenden Soli auf ihrer vielfältigen Gitarrensammlung. Stark auch der Backgroundgesang von Scholz, der diesen auch auf dem letzten Album beisteuerte.

Martelle zeigte sich auch gesanglich voll auf der Höhe und bewältigte den zuvor angesprochenen Hiatt Song, den er als Herausforderung an seine Stimme ansah, problemlos, was eventuell auch an dem Yogi Tee lag, welchen Leo Komar von On Stage Promotions zum Ölen seines Vokalorgans fertig gemacht hatte.

Analog zum Titelsong des aktuellen Albums „Time For A Decision“, welcher mit texanischer Blueswucht durch den Yardclub zog, kann gesagt werden, dass die Zuschauer, die den Weg in den Kölner Norden gefunden hatten, eine gute Entscheidung getroffen hatten. Augenscheinlich begeistert, wurde nach über zwei Stunden Rock`n`Roll, der Heimweg angetreten.

Martelle – vocals, guitars
Ufo Walter – bass
Manni von Bohr – drums
Jürgen „Jay“ Scholz – Background Vocals, guitars

Text und Bilder: Gernot Mangold

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On Stage Promotion
Kantine Köln

Cruzados – She’s … Automatic! – CD-Review

Review: Michael Segets

Ende der 1980er, als CDs noch auf dem Vormarsch waren, erstand ich den ersten selbstbetitelten Longplayer (1985) der Cruzados auf dem Wühltisch. Die Band war mir völlig unbekannt und ich griff auf gut Glück zu. Am nächsten Tag war ich wieder im Laden und staubte die zweite Scheibe „After Dark“ (1987) zum Sonderpreis ab. Dies war der wesentliche Output der Truppe, die sich auflöste als Frontmann Tito Larriva mit Tito & Tarantula eine neue Band gründete, die Mitte der 1990er nicht zuletzt durch die Mitwirkung an dem Film „From Dust Till Dawn“ größere Bekanntheit erlangte.

Etwa zu dieser Zeit drehten sich auch die beiden Cruzados-Alben das letzte Mal in meinem Player. Erst als ich durch die Konzertankündigung der Kulturrampe darauf aufmerksam wurde, dass die Band tourt, griff ich wieder ins Regal holte die alten CDs hervor und besorgte mir das neue Album.

Treibende Kraft hinter der Reanimation der Cruzados ist Songwriter und Bassist Tony Marsico, der bereits mit Bob Dylan, Neil Young, Roger Daltrey, Marianne Faithfull und Willie Nelson zusammenarbeitete. Als einziges Mitglied des ursprünglichen Quartetts suchte er Mitstreiter, mit denen er den Geist der Cruzados wieder aufleben lassen konnte. Fündig wurde er als neuen Sänger bei Ron Young von Little Caesar, der seine Gitarristen Loren Molinare und Mark Tremalgia sowie den Schlagzeuger Rob Klonel mitbrachte.

Marsico empfand das frühzeitige Ende der Cruzdados immer schon als unbefriedigend und möchte das neue Album als Reminiszenz an die beiden verstorbenen Ur-Cruzados Marshall Rohner und Chalo Quintana verstanden wissen. Das Projekt unterstützten auch andere Musiker aus der LA-Szene. So sind als Gäste unter anderem David Hidalgo und Steve Berlin von Los Lobos oder auch Dave Alvin dabei.

“She’s … Automatic!” ist eine Scheibe geworden, die von vorne bis hinten rockt, einzig unterbrochen durch die mittig platzierte Ballade „Sad Sadie“. Straight forward gehen neben dem Titeltrack auch der Opener „On The Tilt A Whirl“ und „Wing And A Prayer“. Klasse gitarrengetriebenen Rock bieten „54 Knockouts“ sowie das staubige „Nine Million Tears“. Daneben finden sich der Boogie „Let Me Down“ und das Southern-Flair versprühende „Across This Ghost Town“. In Richtung Bluesrock gehen „Son Of The Blues“, „Long Black Car“ ebenfalls wie das abschließende „Rock That Boat“.

Tony Marsico als einziges Bandmitglied der Urbesetzung lässt die Cruzados wieder auferstehen. Mit Ron Young als neuem Frontmann liefert die Band eine Scheibe ab, die ein hohes Tempo geht. Ehrlicher, handgemachter Rock, der ohne Schnörkel die Songs auf den Punkt bringt, stehen auf dem Programm. Die aktuellen Auftritte, mit denen „She’s … Automatic!” promotet wird, versprechen Highlights in der nun wieder anlaufenden Konzertsaison zu werden.

Deko Entertainment/Cargo (2022)
Stil: Rock

Tracks:
01. On The tilt A Whirl
02. Across This Ghost Town
03. Nine Million Tears
04. She’s Automatic
05. Son Of The Blues
06. Sad Sadie
07. Long Black Car
08. Let Me Down
09. Wing And A Prayer
10. 54 Knockouts
11. Rock That Boat

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Cowboy Junkies – Songs Of The Recollection – CD-Review

Review: Gernot Mangold

Der Titel des Albums sagt einiges über die Intention aus. In den neun Songs zollen die vier Kanadier Interpreten ihren Tribut, deren Musik sie schon vor der eigenen erfolgreichen Karriere begeisterte. Dabei gelingt es der Band, die Songs nicht einfach abzukupfern, sondern diese in ihrem eigenen Spirit zu präsentieren.

Country- und Folkelemente verschieben sich in zuweilen psychedelische Independent-Sphären, dass es sich fast schon um neue Stücke handelt. Dabei sticht Margo Timmins klare Stimme heraus, die von ihrer Vitalität in der etwa 37-jährigen Bandgeschichte nichts eingebüßt hat.

Das beweist Sie schon beim Opener „Five Years“ von David Bowie, bei dem Jeff Bird als Gastmusiker mit der Mandoline dem Song eine Spur von Countryflair einhaucht. Michael Timmins zeigt seine spielerische Vielfalt an der Gitarre, wo er mal melodisch virtuos im Countrystil die Zuhörer wie z. B. im von Bob Dylan geschriebenen „I’ve Made Up My Mind To Give Myself To You“ oder beim Stones-Cover „No Expectations“, gemeinsam mit dem Gesang seiner Schwester einen zum Träumen bringt.

Stark ist die Version von „Don’t Let It Bring You Down“, in der er die Gitarre in bester Neil Young-Manier psychedelisch und verzerrt aufjaulen lässt und eindrucksvoll offeriert, warum die Cowboy Junkies eine der ersten Bands waren, die Country und Folk Richtung Independent verschoben haben.

Hier bewährt sich auch die starke Grundlage des Sounds, den die Rhythmussektion um den dritten Geschwisterteil Peter Timmins an den Drums und Alan Anton am Bass beisteuert. Klasse gemacht ist, was die Band aus dem Cure-Track „Seventeen Seconds“ kreiert hat.

Der schmachtende Gesang von Margo Timmins löst sich jeweils mit Gitarrenpassagen ihres Bruders ab, die auch von Neil Young hätten stammen können und verleihen dem sehr langsam gespielten Song einen ganz eigenen psychedelischen Stil, der zum Ende hin gänzlich an Tempo verliert und scheinbar im Nichts endend, die Platte abschließt.

Den Cowboy Junkies ist mit „Songs Of The Recollection“ ein kurzweiliges und spannendes Album gelungen, in dem Klassiker von Musikgrößen nicht stumpf gecovert werden, sondern regelrecht in einem neue Stil wiederbelebt werden.

Band:
Margo Timmins – Vocals
Michael Timmins – Guitars, Ukulele
Peter Timmins – Drums
Alan Anton – Bass, Keyboards

Zusätzliche Musiker:
Jeff Bird (electric mandolin on „Don’t Let It Bring You Down“, „Five Years“ and „Love In Mind“); Aaron Goldstein (pedal steel and dobro on „No Expectations“); Jesse O’Brien (piano on „No Expectations“); Andy Maize (vocal on „Marathon“)

Proper Music (Bertus) (2022)
Stil: Independent/Folk/Country

Tracklist:
01. Five Years
02. Ooh Las Vegas
03. No Expectations
04. Don’t Let It Bring You Down
05. Love In Mind
06. The Way I Feel
07. I’ve Made Up My Mind To Give Myself To You
08. Marathon
09. Seventeen Seconds

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V2 Records

Larry McCray – Blues Without You – CD-Review

Bild

Review: Jörg Schneider

Der aus Magniola, Arkansas, stammende Blues-Sänger und Gitarrist Larry McCray, der seit den 90er Jahren zu einer festen Größe im Business gehört, veröffentlicht nach fast sieben Jahren Pause sein neuestes Werk „Blues Without You“. Das Material dazu hat er nach eigenem Bekunden in der durch die Coronapandemie verursachten Zwangspause zusammengestellt.

Produziert haben das Album keine geringeren als Joe Bonamassa und Josh Smith, weshalb es auch am 25. März auf Bonamassas Label „Keeping The Blues Alive Records“ erscheinen wird. Zusätzlich haben sich auf der Scheibe auch McCrays Lebensgefährtin Peggy Smith, sein Bruder Steve McCray, Warren Haynes, Joanna Connor und Reese Wynans und natürlich Joe Bonamassa himself sowie viele andere als Gastmusiker verewigt.

Insgesamt haben es zwölf Songs geschafft, auf der Platte eingespielt zu werden, darunter auch der Albert King- Klassiker „Roadhouse Blues“, wobei Larry McCray nicht nur als Blues-Musiker glänzt, sondern auch seine Leidenschaft für andere Musikrichtungen auslebt.

So sind einige der Tracks durchaus vom Rockjazz beeinflusst, wie ihn „Blood, Sweat & Tears“ gespielt haben. Deutlich wird dies z. B. in dem flotten Opener „Arkansas“, der McCrays Erinnerungen an seine ländliche Kindheit thematisiert oder auch in „Mr. Easy“ mit starken Bassintro und Joe Bonamassa als ‚Gastgitarrist‘, aber auch in „Good Die Young“ mit tollen Backgroundvocals.

Andere Songs sind eher dem klassischen Boogie-Woogie-Sound mit seinen typischen Pianorhythmen verhaftet („Without Love It Doesn‘t Matter“ und „Drinkin‘ Liquor And Chasin‘ Women“ mit der Blueserin Joanna Connor). Leichte Americana-Anleihen hingegen finden sich u. a. in dem melodiösen Akustik-Blues „Down To The Bottom“ mit Warren Haynes an der Gitarre und das soulig-funkige „Breaking News“ vermittelt ein dezentes 80‘er Jahre Feeling.

Ansonsten gibt es viel Blues, mal slow („Now More Crying“) oder mal fröhlich im Chicagostil mit Backgroundchor („Don‘t Put Your Dreams To Bed“). Das beste Stück des Album ist für mich allerdings der Rausschmeißer „I Play The Blues“, ein wunderschöner Song, nur McCrays emotionale Stimme und seine Akustikgitarre. Mehr braucht es nicht für einen Gänsehautblues.

Mit „Blues Without You“ ist Larry McCray, der auch schon zusammen mit BB King, Buddy Guy, Albert King, John Mayall, Johnny Winter, Keb‘ Mo‘ und den Allman Brothers, um nur einige zu nennen, auf der Bühne gestanden hat, eine sehr abwechslungsreiche Scheibe gelungen. Mit den von unterschiedlichen Musikstilen beeinflussten Songs des Albums stellt McCray eindrucksvoll unter Beweis mehr als „nur“ ein Bluesmusiker zu sein. Nicht umsonst bezeichnet ihn Joe Bonamassa als eine lebende Legende, die es nach der fast sieben jährigen Abstinenz vom Musikbusiness wieder zu entdecken gilt.

Label: Independent (2022)
Stil: Blues

Tracks:
01. Arkansas
02. Without Love It Doesn‘t Matter
03. Good Die Young
04. Down To The Bottom feat. Warren Haynes
05. Breaking News
06. Roadhouse Blues
07. Drinkin‘ Liquor And Chasin‘ Women feat. Joanna Connor
08. Blues Without You (for Paul)
09. Mr. Easy feat. Joe Bonamassa
10. No More Crying
11. Don‘t Put Your Dreams To Bed
12. I Play The Blues

Larry McCray
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Michael Allman – Blues Travels Fast – CD-Review

Dass Michael Sean Allman nicht vom Briefträger abstammt und auch nicht von Michael Green, wie es ihm seine Mutter Mary Lynn Sutton, eine ehemalige Go-Go-Tänzerin, fast sechs Jahre lang als Kind weismachen wollte (wenn man den Gazetten Glauben schenken darf), dürfte zumindest heute wohl selbst jeder Blinde beim Blick auf das Cover-Bild seiner neuen Scheibe „Blues Travels Fast“ bestätigen.

Ja, der gute wirkliche Papa Gregg, dem dieses Werk auch mit gewidmet ist, hat es zu damaliger Zeit, begleitet von seiner Drogensucht, ziemlich wild hergehen lassen, man erinnert sich u. a. an seine spektakuläre Hochzeit mit Cher, die mal angeblich über ihn gesagt haben soll: „Für Gregg Allman waren die Frauen nur für zwei Dinge gut, die Betten zu machen, und um sich anschließend wieder hineinzulegen…“

Aber wie dem auch sei, das ist alles Geschichte und hier geht es um die aktuelle Musik des Erstgeborenen des berühmten und ja mittlerweile leider schon seit einiger Zeit verstorbenen Bandleaders der Allman Brothers Band.

Die Europa-Version der Scheibe „Blues Travels Fast“ wird wieder von unseren Freunden von Juke Joint 500 herausgegeben, wie gewohnt in CD-Form und auf farbigem Vinyl in handnummerierter 500er Auflage, was die Werke nicht nur für Southern Rock-Freaks, sondern natürlich auch für echte Sammler, besonders interessant macht.

Und, um es vorweg zunehmen, der von Floyd (Tom) Skinner und Michael Stern produzierte Longplayer ist ein Klasse- Werk geworden. Southern Rock-Freunde bekommen alles geboten, was ihr Herz begehrt, viele starke E-Gitarren- und-Soli, Piano, Orgel und oft integrierte weibliche Backingvocals.

Dass es ordentlich südstaatlich bluest kann man ja schon an der ersten Hälfte der Tracks ablesen, gleich vier Titel haben das Wort ‚Blues‘ im Titel und auch weitere Sachen wie „Black Cat Moan“, „Mule Named Whiskey“ (ein herrlicher Barroomblues-Schunkler mit überragenden raubkatzenartigen BGVs von Diane Durett)  und der finale deltamäßige Jailhouse-Song „Sun Don’t Shine“ machen dem Genre ebenfalls alle Ehre.

Beim Titelstück reihen sich Albert Lee mit klasse E-Gitarrenparts und die uns bekannte Michelle Malone (BGVs) in die Reihe der vielen vorzüglichen Musiker, die in dieses vorzügliche Werk involviert sind, nahtlos ein.  Das von herrlichem Klimper-Piano begleitete „Brown Liquor Blues“, das kammermusikartig performte „Rosehill“ (mit schwermütigem Cello) und die a la „Baker Street“, mit markanten Saxophon-Einlagen bestückte Ballade „Feeling So Bad“ bilden weitere unterhaltsame Abwechslung.

Michael Allman, der immerhin die Hälfte der Stücke mitgeschrieben hat, bietet, auch wenn er vielleicht stimmlich nicht ganz an seinen berühmten Vater heranreichen kann, den eindeutigen Beweis, dass die Gesetze der Genetik auch im musikalischen Bereich ihre unbestrittene Gültigkeit besitzen. Wo Allman draufsteht, ist demnach auch viel Allman Brothers Band drin. Und diese wären für das Werk mit Sicherheit grenzenlos bejubelt worden. Papa Gregg darf im Rock And Roll Heaven stolz auf den Sohnemann sein!

Juke Joint 500 (2022)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Blues Travels Fast
02. Goin‘ Back To Daytona
03. New Minglewood Blues
04. Midnight Blues
05. Brown Liquor Blues
06. Rosehill
07. Black Cat Moan
08. Feeling So Bad
09. Mule Named Whiskey
10. Sun Don’t Shine

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Juke Joint 500

Popa Chubby – Emotional Gangster – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Der New Yorker Theodore Joseph Horowitz, der Bluesgemeinde sicherlich besser bekannt als Popa Chubby, gönnt sich zu seinem 62‘sten Geburtstag am 31. März ein neues Album mit dem Titel „Emotional Gangster“, welches am 25. März  in die Läden kommt. Und es ist nach „It’s A Mighty Hard Road“ (2020) und „Tinfoil Hat“ (2021) sein drittes Album innerhalb von knapp drei Jahren.

Natürlich sind auch die elf Electric-Blues-Tracks auf dem neuen Album für Popa Chubby typisch durch Hard Rock-Elemente á la Led Zeppelin und Black Sabbath beeinflusst. Der Meister spielt auf seinem Album zahlreiche Instrumente selbst und hat sic hauch nicht davor gescheut, die Songs eigenhändig aufzunehmen und abzumischen.

Herausgekommen sind lauter handwerklich perfekte und emotionale Electric-Bluesnummern. Zusätzlich erweist Popa Chubby den Altvorderen Bluesern wie Willie Dixon und Robert Johnson mit seinen modernen Interpretationen von Dixons „Hoochie Coochie Man“ und Johnsons „Dust My Broom“ seine Ehre.

Zum Einstieg in die kommenden rund 45 Minuten bietet „Tonight I‘m Gonna Be The Man“ einen fetzigen Rhythmus mit viel Gitarrengejaule und einem so hohem Spaßfaktor, dass es mächtig in den Beinen juckt, während sich der Folgesong „New Way Of Walking“ zwar weniger wild anhört, dafür aber bombastischer, stampfender und härter auftritt.

„Equal Opportunity“ ist eine unbeschwerte Einladung zum Mitsingen mit pianobedingter Boogie- Attitude und der gemütlich rollende, swingende Shuffle „Save The Best For Last“ bietet Ohrwurm-Qualitäten mit reichlich Mundharmonikapusten. Echte Highlights sind auch die englischen bzw. französischen Versionen von „Why You Wonna Make War“ sowie das mit einem spacigen Gitarrenintro startende und in eine melancholisch-nachdenkliche Bluesnummer übergehende „Fly Away“.

Headbangern hingegen dürfte wohl das hart pulsierende „I‘m The Dog“ gefallen und bei „Doing OK“ fällt der stakkatohafte Sprechgesang von Popa Chubby auf. Schließlich endet die Scheibe mit dem siebenminütigen Instrumental „Master Ip“, ein Track, der sich nach Improvisationen über quäkend-jaulende Gitarren mit Wah-Wah Effekten anhört.

Gitarrenafficinados des Electric-Blues dürften bei Anhören von Popa Chubbys neuer Scheibe sicherlich vor lauter Glück in Ohnmacht fallen, für sie ist die Platte ganz bestimmt ein „Must Have“. Eine glasklare 5 Sterne-Kaufempfehlung also! Und wer noch unentschlossen ist, hat zwischen dem 5. und 15. Mai Gelegenheit Popa Chubby in mehreren Orten auf Deutschlandtournee live zu erleben. Also, nichts wie hin Leute!

Label: Dixiefrog Records
Stil: Blues

Tracks:
01. Tonight I‘m Gonna Be The Man
02. New Way Of Walking
03. Equal Opportunity
04. Hoochie Coochie Man
05. Save The Best For Last
06. Why You Wonna Make War (English Version)
07. Dust My Broom
08. I‘m The Dog
09. Doing OK
10. Fly Away
11. Why You Wonna Make War (French Version)
12. Master Ip (Instrumental, Bonus Track)

Popa Chubby
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Ian Noe – River Fools & Mountain Saints – CD-Review

Review: Michael Segets

„Letter To Madeline“ von Ian Noes Debütalbum „Between The Country“ (2019) tönt regelmäßig durch meine Lautsprecher. Nun präsentiert der Songwriter ein Duzend neuer Stücke, die über die letzten zwei Jahre verstreut entstanden und aufgenommen wurden. „River Fools & Mountain Saints“ festigt seinen Ruf als aufstrebender Songwriter.

Mit der lyrischen Qualität seiner Texte nimmt Noe einen Spitzenplatz unter den Storytellern seiner Generation ein. Wie der Titel schon nahelegt, spielt er mit Dualismen und entwirft damit stimmige und stimmungsvolle Charakterzeichnungen seiner Protagonisten. Narren und Heilige und alle dazwischen vom Kriegsveteranen bis zur Dealerin bevölkern seine Texte.

Inspiration holt er sich dabei von den Menschen des ländlichen Kentucky sowie von der bergigen Landschaft seiner Heimat. Naturgewalten, Isolation und Einsamkeit – nicht zuletzt wegen der Pandemie – zählen daher zu seinen Themen. Noe selbst bezeichnet sein Albums als romantisch, da es bei ihm um Befreiung geht. Allerdings muss man schon sehr genau auf die Lyrics achten, um optimistische Zwischentöne wahrzunehmen. Die meisten Songs wirken eher getragen. Stilistisch changieren sie zwischen Folk und Outlaw-Country, also irgendwo zwischen Bob Dylan und Steve Earle.

Das Album steigt mit der ersten Single „Pine Grove (Madhouse)“ ein. Der eingängige Track zählt zu den opulenter instrumentalisierten Stücken des Longplayers. Die zweite Auskopplung „River Fool“ ist typischer für den Teil seiner Songs, der einen Country-Einschlag aufweist. Wie bei „Strip Job Blues 1984“ ist eine Geige präsent, bei „Lonesome As It Gets“ eine Pedal Steel. Dies sind allesamt gute Nummern, die aber im Verlauf der CD noch getoppt werden.

Ein Song, der mich direkt überzeugt, ist „Tom Barrett“. Obwohl er unaufgeregt und gleichmäßig erscheint, entwickelt er eine dichte Atmosphäre. Dies schafft er durch die Orgel im Hintergrund und das gedämpfte Schlagzeug. „Ballard Of A Retired Man“ ist noch eine Spur ruhiger. Mit seinen starken sprachlichen Bildern lässt er einen in einer wehmütigen Stimmung zurück. „Appalachia Haze“ und „One More Night“ legt Noe ebenfalls akustisch und fast minimalistisch an. Beim letztgenannten Song überrascht der Einsatz eines Waldhorns. Noe gelingt mit ihm erneut eine wunderbar gefühlvolle Ballade.

Die elektrische Gitarre wird dann bei „POW Blues“ und dem besonders starken „Burning Down The Prairie“ ausgepackt, die zwischen Country Rock und Outlaw Country liegen. Mit den beiden Songs zeigt sich Noe nochmal von einer neuen Seite, die dem Gesamtwerk zugutekommt. Abwechslung in die Begleitung bringt zudem das Klavier bei „Mountain Saint“. Derry DeBorja (Jason Isbell And The 400 Unit ) konnte Noe für die Keyboards gewinnen. Bemerkenswert sind zudem die unterschiedlichen Klangfarben, die das Schlagzeug im Verlauf des Longplayers erzeugt.

Den Abschluss der CD bildet das Medley „Road May Flood/It’s A Heartache“. Der Hit von Bonnie Tyler hat nichts mehr von seinem Bombast, allerdings unterlegt Noe den Song passagenweise mit orchestralen Streichern. Diese bleiben aber unaufdringlich, was zeigt, dass Noe die Kunst beherrscht, seine Songs zwar instrumental auszubauen, aber nicht zu überladen.

Mit „River Fools & Mountain Saints” etabliert sich Ian Noe als hervorragender Songwriter. Das Hinhören auf die Texte und die musikalischen Nuancen lohnt sich. Die ruhigen Songs entwickeln eine atmosphärische Tiefe, in die man sich gerne hineinziehen lässt. Die rockigen und countryfizierten Titel bieten dazu einen gelungenen Ausgleich, damit Depressionen nicht aufkommen.

Lock 13 Records/Thirty Tigers – Membran (2022)
Stil: Folk, Country

Tracks:
01. Pine Grove (Madhouse)
02. River Fool
03. Lonesome As It Gets
04. Strip Job Blues 1984
05. Tom Barrett
06. Ballard Of A Retired Man
07. Mountain Saint
08. One More Night
09. POW Blues
10. Burning Down The Prairie
11. Appalachia Haze
12. Road May Flood/It’s A Heartache

Ian Noe
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Hurricane Ruth – Live At 3rd And Lindsley – CD-Review & Gewinnspiel

Eigentlich bin ich kein Freund von Live-CDs. Irgendwie fangen sie in den seltensten Fällen die wahre Stimmung eines Konzerts ein, das visuelle Erlebnis fehlt dann doch in der Regel, vor allem, wenn man wie meine Person halt schon unzähligen Konzerten beigewohnt hat. Im heimischen Wohnzimmer  präferiere ich dann doch eher Studiowerke oder in heuten Zeiten zumindest das DVD-, bzw. BluRay-Erlebnis.

Im Fall von Hurricane Ruth, die im bürgerlichen Leben Ruth LaMaster heißt, verhält sich dies bei der Aufnahme ihres Gigs im 3rd and Lindsay in Nashville, Tennesse, jedoch etwas anders. Sie hat mit Leuten wie den beiden Top-Gitarristen Scott Holt und Nick Nguyen, Bassist Galvin Johnson, Keyboarder Lewis Stephens und last but not least Nashville- Omnisassa Tom Hambridge, der am Schlagzeug saß, diverse Tracks mitgeschrieben hatte und sich auch noch für die Produktion verantwortlich zeigt, so exzellente Leute an ihrer Seite, die auch live mit der Präzision eines Studiosessionmusikers zu Werke gingen.

Warum die gute Ruth als Hurrikan bezichtigt wird, weiß man von Beginn an – sie macht Dampf, gibt sich stimmlich voll aus, interagiert und bringt demnach ordentlich Zug in die Bude. Kolleginnen wie Janis Joplin, Tina Turner, Dale Krantz oder Kim Carnes der älteren Generation, Sass Jordan oder Beth Hart in der Gilde der neueren Vertreterinnen, lassen als Vokalbeispiele grüßen.

Die Musik bewegt sich im eher klassischen Bereich des Blues (Rocks) mit all seinen Spielarten, Tempi und Stimmungen, wartet aber allein schon wegen der brillanten Gitarristen auch mit sehr viel südstaatlichem Flair auf. Die Highlight-Viertelstunde bricht an, als Jimmy Hall bei „All The Years Go Passing By“ und „Make Love To Me“ mit Gastgesang und seinen unverwüstlichen Harpeinlagen, seine gefeierte Gastpräsenz erweist.

Und wenn Ruth und ihre Klasseleute am Ende zu Ehren ihrer Mutter bei „Dance Dance Norma Jean“ einen schwungvollen Texas-Boogie der Marke „La Grange“ intonieren, weiß man, dass man bei diesem starken Konzert gerne vor Ort dabei gewesen wäre. Tolle Liveplatte!

Sounds Of South verlost ein Exemplar dieser tollen Live-CD an eine(n) unserer treuen Leser/innen.

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden: Wie lautet der bürgerliche Name von Hurricane Ruth?

a) Ruth McFaster
b) Ruth DiSaster
c) Ruth LaMaster

Schicke wie immer eine E-Mail mit der richtigen Lösung an dan@sounds-of-south.de. Einsendeschluss ist der 20. März 2022.

Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß ‚Ruth LaMaster‘!

Über eine tolle CD von Hurricane Ruth darf sich

Lina Sternberg aus Mühlenbeck

freuen, der der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

Eigenproduktion (2022)
Stil: Blues (Rock)

Tracklist:
01. Roll Little Sister
02. Hard Rockin‘ Woman
03. What You Never Had
04. Dirty Blues
05. Faith In Me
06. Slow Burn
07. Cry Like A Rainy Day
08. Barrelhouse Joe’s
09. All The Years Go Passing By
10. Make Love To Me
11. I’ve Got To Use My Imagination
12. Like Wildfire
13. Far From The Cradle
14. Dance Dance Norma Jean

Hurricane Ruth
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Josh Hyde – Parish Blues – CD-Review

Mal eine Frage an die Interessenten unseres Magazins, beziehungsweise den Leser dieses Artikels: Kennst du Josh Hyde? Ehrlich gesagt, ich würde hier, bei der Beantwortung der Frage, mich eigeschlossen, auf eine nahezu 99-prozentige Verneinungsquote tippen.

Dieser Josh Hyde ist wieder mal ein Paradebeispiel dafür, aus was für einem Fundus an hochbegabten musikalischen Talenten die Amerikaner schöpfen können, da muss man fast schon ketzerisch sticheln, dass es schön wäre, wenn von dort aus auch in anderen Lebensbereichen, mal so viel Gutes kommen würde…

Josh Hyde stammt aus Baton Rouge, Louisiana und hat seine Jugendzeit sowohl dort als auch in New Orleans verbracht und schon mit elf Jahren mit dem Songwriting begonnen. Blues, Jazz und Zydeco zählten während dieser Zeit zu seinen überwiegenden musikalischen Einflüssen.

Seit 2013 stehen drei eigene Alben zu Buche, mit „Parish Blues“ geht jetzt sein viertes Werk an den Start. Hyde ist so ein typischer Interpret, den man schon nach dem starken, sehr atmosphärischen Opener „Where To Start“ (mit klasse E-Gitarren sowie hallender und gurgelnder Orgel) und besonders dem folgenden „Since You Left„, sofort in sein Herz geschlossen hat und wo man direkt weiß, dass einen hier im weiteren Verlauf eine klasse CD erwarten wird.

Dabei klingen die Songs allesamt recht unaufgeregt und sind nur mit fünf Mann eingespielt, der 6. im Bunde namens Rockin Jake plustert nur beim herrlich shuffelnden „Might Be A Tear“ plötzlich wie aus dem Nichts in der Schlussminute mit seiner Mundharmonika ein wenig dazwischen.

Die beiden auffälligsten Akteure sind der Protagonist selbst mit seinem variablen E-Gitarrenspiel und seiner sanft-angerauten Stimme, so eine Art ‚Gregg Allman light‘, und der Keyboarder Jimmy Wallace, der immer sehr ruhig und bedacht seine Orgel im Hintergrund auf diverse Arten hallen lässt, lediglich beim bereits erwähnten grandiosen „Might Be A Tear“ mal im HT-Klimperstil und beim E-Piano in die Tasten greift.

Hydes Songwriting-Art und auch sein Gesang ganz entfernt, erinnern mich an die von Monty Byrom mit seinen Big House, nur in einer mehr bluesigeren Variante. Die Southern Rock-Note bei vielen kurzweiligen E-Gitarren-Soli dürfte nicht nur vielen Anhängern aus dem Allman-Lager gefallen. Auch Sonny Landreth, der auf dem Vorgängerwerk mitgewirkt hatte, ist voll des Lobes und charakterisiert Hydes Musik als „funky, atmospheric and soulful“.

Am Ende dieser tollen, neun Songs umfassenden Scheibe ist man lediglich ein wenig traurig, dass nicht noch zwei, drei Lieder mehr drauf sind, aber ich weiß zumindest schon jetzt, dass ich eine der ganz großen (Überraschungs-) Perlen dieses Jahres bewundern durfte. Schön dich endlich kennengelernt zu haben, lieber Josh Hyde!

Eigenproduktion (2022)
Stil: Blues & More

Tracklist:
01. Where To Start
02. Since You Left
03. I Can’t Leave The Night
04. Might Be A Tear
05. Holding On To Dreams
06. Stuck In A Rut
07. So Long
08. All Alone Again
09. So Sweet

Josh Hyde
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The Shires – Ten Year Plan – CD-Review

The Shires bilden mit ihren britischen Kollegen Ward Thomas so etwas wie die Europa-Vertretung des New Country. Sonst fallen mir bald echt schon keine Acts oder Interpreten ein, die tatsächlich irgendwelche nennenswerte Erfolge über unseren Kontinent hinaus, geschweige denn gar im Mekka dieser Musik vorzuweisen hätten.

Für Crissie Rhodes und Ben Earle alias The Shires gilt dies in jedem Fall. Was mit bescheidenen Ansprüchen begann, hat sich längst zu beachtlichen Dimensionen entwickelt: Seit 2014 generierten sie drei aufeinanderfolgende Top-3-Alben in den allgemeinen britischen Charts, vier Nummer-Eins-Country-Alben, mehr als 100 Millionen Streams, zwei Goldene Schallplatten und zahllose ausverkaufte Headliner-Shows — darunter sogar  in der altehrwürdigen Royal Albert Hall. Zwei CMA-Awards on top sprechen da insgesamt eine eindeutige Sprache.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort würde ich so etwas nennen, die beiden haben die zu uns nach Europa herüberschwappende New Country-Welle perfekt mitgenommen und konnten sich seither fast konkurrenzlos weiterentwickeln. Ihr nun bereits fünftes Album hält allerdings am bewährten Erfolgsrezept fest. Eingängiger New Countrypop mit schönen Melodien und kräftigen Refrains mit meist dezent keltisch angehauchtem Heartland-Flair.

Für die Countrynote sorgen nett verpackte Banjo-, Steel- und Dobroklänge, die eine geschickte Liason mit Keys-, Drum-, und Gitarrenklängen bilden und natürlich wunderbar mit den Lead-Wechsel- und Harmoniegesängen der beiden Protagonisten einher gehen.

Für meinen Geschmack treten aus dem 13 Songs umfassenden Songkonvolut der flockige Opener „Cut Me Loose“, der der roostige Titeltrack „Ten Year Plan“, das ein wenig an Lindsay Ell erinnernde „Baby We’re Rich“ und das schön bluesig shuffelnde „Forever Tonight“ etwas heraus, der überwiegende Teil verläuft sich bei mir dann doch etwas zu sehr in kalkulierter Beliebigkeit.

Insgesamt bieten The Shires mit „Ten Year Plan“ ein durchaus angenehmes Album, das auf ihre bewährten Stärken setzt und das man schön im Hintergrund laufen lassen kann. Um den amerikanischen Marktführern in diesem Bereich wie Lady A und Little Big Town richtig die Stirn bieten zu können, wird es wohl noch etwas Zeit brauchen. Aber es müssen ja nicht unbedingt gleich zehn Jahre sein….

BMG Rights Management (UK) (2022)
Stil: New Country

01. Cut Me Loose
02. Sparks Fly
03. Side By Side
04. Plot Twist
05. Ten Year Plan
06. I See Stars
07. Bar Without You
08. Baby We’re Rich
09. Skydive
10. Wild Hearts
11. Forever Tonight
12. Peggy I’m Sorry (Demo)
13. When It Hurts

The Shires
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Oktober Promotion

 

BMG Rights Management (UK) (2022)
Stil: New Country

01. Cut Me Loose
02. Sparks Fly
03. Side By Side
04. Plot Twist
05. Ten Year Plan
06. I See Stars
07. Bar Without You
08. Baby We’re Rich
09. Skydive
10. Wild Hearts
11. Forever Tonight
12. Peggy I’m Sorry (Demo)
13. When It Hurts

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BMG Rights Management (UK) (2022)
Stil: New Country

01. Cut Me Loose
02. Sparks Fly
03. Side By Side
04. Plot Twist
05. Ten Year Plan
06. I See Stars
07. Bar Without You
08. Baby We’re Rich
09. Skydive
10. Wild Hearts
11. Forever Tonight
12. Peggy I’m Sorry (Demo)
13. When It Hurts

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