Jimmie Allen – Bettie James – Gold Edition – CD-Review

Vor knapp 1 1/2 Jahren hatte es bereits einen rein digitalen Vorläufer dieses Werkes mit sieben Stücken gegeben. Jetzt legt Jimmie Allen mit weiteren neun Tracks auf seinem Kooperationssprojekt „Bettie James“ nach. Das Ganze zusammen gibt es jetzt als physikalische CD und nennt sich ‚Gold Edition‘. Die sieben Tracks der EP sind am Ende in der gleichen Reihenfolge angehängt, also die Lieder 10-16.

Je nach dem, wie sattelfest man im New Country- und Pop-Geschehen ist, wird unsere Leserschaft natürlich bei den neuen Songs Keith Urban, Little Big Town, Lindsay Ell und vielleicht noch die Acts Lanco und LoCash kennen. Namen wie Breland und pitbull sind meiner Person irgendwie schon mal über den Weg gelaufen, aber beim Rest hört es dann selbst bei mir auf.

Es bedeutet allerdings nicht, dass das durchgehend hohe Niveau der EP nicht weiter gehalten werden könnte, das melodische „Livin‘ Man“ in Kombination mit dem Duo Neon Union zählt zum Beispiel für mich mit zu den Highlights der neuen Lieder.

Die kann man eigentlich in drei Kategorien einordnen:  Die patriotisch und pathetisch umwobenen Opener „Get Country“ (sehr markanter Mitsingrefrain), „Home Sweet Hometown“, das flockige „Boy Gets A Truck“ (ein schöner rhythmischer Heartland-Song mit Keith Urban) sowie besagtes „Livin‘ Man“ stehen für eingängigen New Country der Marke Thomas Rhett, Granger Smith & Co.

„Flavor“, „Somebody“ und „Tequlia Talkin'“ riechen und schmecken förmlich nach Sonne, Strand, Meeresluft, Pool, kühlen Drinks und Tanzen (allesamt auf die Pop-Klientel, bzw. Allgemein-Charts ausgerichtet, zum Teil mit Rap-Passagen) und zwei Piano-dominierte, auf starke Gesänge und Harmonien  fokussierte Tracks wie das gospelige „Pray“ (unter Mitwirkung von Little Big Town) und „Forever“.

Insgesamt ist die Gold Edition also eine konsequente Weiterführung des mit der EP Begonnenen. Gut gefällt mir, dass Jimmie Allen nie den Hauptdarsteller raushängen lässt und seinen jeweiligen Partnern immer genug Raum für deren typische Akzente lässt.

Trotzdem bleibt am Ende in der Zusammenfassung des Gesamtwerks der Kracher mit Brad Paisley „Freedom Is A Highway“ das Maß der Dinge.

Stoney Creek Records / BBR Music Group / BMG (2022)
Stil: New Country (Pop)

Tracklist:
01. Get Country
02. Home Sweet Hometown
03. Flavor
04. Somebody
05. Pray
06. Boy Gets A Truck
07. Livin‘ Man
08. Tequila Talkin‘
09. Forever
10. Good Times Roll
11. Drunk And I Miss You
12. Made For These
13. Freedom Was A Highway
14. Why Things Happen
15. When This Is Over
16. This Is Us

Jimmie Allen
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Eric Krasno – Always – CD-Review

Ich bin ja ein ausgesprochener Fan von Musik, bei der man gemütlich auf der Couch im heimischen Wohnzimmer relaxen kann. Die neue Scheibe „Always“ vom zweifachen Grammy-Gewinner Eric Krasno ist so ein typischer Fall. Der hat sich für seinen vierten Longplayer, wo er neun der insgesamt zehn Tracks selbst oder mithilfe von einigen Co-Writern kreiert hat, mit dem Multiinstrumentalisten Otis McDonald zusammengetan.

Beide haben gemeinsam produziert und auch die meisten Instrumente bedient: Krasno das Mikro und den saitentechnischen Part, McDonald Drums, alles, was Tasten hat und Harmoniegesänge. Bei einzelnen Songs kommt dann immer mal punktuelle Verstärkung dazu (Bläser, weibliche und männliche BGVs).

Der Hörer bekommt einen überwiegend entspannt verlaufenden souligen Blues geboten, wobei Krasnos E-Gitarrenkünste und -Soli die Palette großer Blueskoryphäen wie Peter Green, Eric Clapton & Ben Poole oder Laurence Jones als Vertreter der jüngeren Generation (bei deren souligeren Stücken), aber auch von Leuten wie David Gilmour, Walter Becker oder Artisten, die im southern-souligen Bereich aktiv sind, abdeckt. Letzteres ist vermutlich ein Resultat seiner Zusammenarbeit mit Acts wie der Tedeschi Trucks Band und der Marcus King Band.

Gerade Krasnos Stimme, die aus meiner Sicht irgendwo zwischen Sting und Steve Winwood zu verorten ist, passt hervorragend zu dem dem lässigen Konvolut aus Soul, Pop, Rock und Blues. Beeindruckend ist vor allem die Umsetzung von Bob Dylans „The Man In Me“ von einem 70er-geprägten, sperrigen Folksong zu einer warmen Southern Soul-Nummer. Kaum wiederzuerkennen. Insgesamt ist Eric auf einer ähnlichen musikalischen Schiene unterwegs, wie zur Zeit der ihm vom Typ her ähnelnde Doyle Bramhall II.

Ein wenig aus dem Rahmen fällt das abschließende „Always With You“ mit seinem spirituell-esoterischen Touch, bei dem Victoria Canal ihre Stimme mit einhaucht. Ein guter Song zum Runterkommen, könnte glatt zu einem Hit in den Yoga-Charts avancieren.

Nicht passieren sollte es bei einem namhaften Label wie Provogue Records und einem Künstler von Krasnos Kaliber, dass zwei Songs in der Covergestaltung durchgehend in der falschen Reihenfolge benannt werden: „Where I Belong“ kommt als 6. Lied, „Leave Me Alone“ als siebter Track und nicht umgekehrt. Hier wurde scheinbar beim Korrekturleser gespart.

Apropos Coverartwork: Was die nackte, braungebrannte und scheinbar schwangere Schönheit unter sonniger Palmenkulisse im Zusammenhang mit dem CD-Titel „Always“ symbolisiert, darüber kann nur spekuliert werden. Vielleicht eine Kausalität zwischen einer Wohlfühlatmosphäre und einem andauernden Drang zur Fortpflanzung, oder ‚immer lockt das Weib‘? Echt – keine Ahnung, der Hobbypsychologe macht jetzt erstmal ein Nickerchen auf der dem Sofa…

Label: Provogue Records
Stil: Blues, Soul

Tracks:
01. Silence
02. So Cold
03. Lost Myself
04. The Man In Me
05. Always Together
06. Leave Me Alone
07. Where I Belong
08. Good Thing
09. Hold Tight
10. Always With You (feat. Victoria Canal)

Eric Krasno
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Hollis Brown – In The Aftermath – CD-Review

Review: Michael Segets

Fast 56 Jahre ist es her, dass The Rolling Stones „Aftermath“ veröffentlichten. Auf dem frühen Erfolg der Band befindet sich der Kulthit „Paint It Black“. In einer eintägigen Mammutsession spielte Hollis Brown das komplette Album Track-by-Track ein und gibt den Stücken dabei einen zeitgemäßen Sound. Während das Original noch tief den Hauch der Sixties atmet, erscheint „In The Aftermath“ als straigther Gitarrenrocker.

Unverkrampft wagt sich Hollis Brown zum Auftakt an „Paint It Black“. Kräftige Gitarren vor einem treibenden Schlagzeug, dessen besonders trockener Klang dem Titel nochmal eine Extraportion Energie mitgibt, lassen die Interpretation nicht hinter dem Original zurückstehen. Andrew Zehnal am Schlagzeug überzeugt durchgehend, so auch beim gerade heraus gespielten „Stupid Girl“. Nach dem ruhigeren „Lady Jane“, damals die zweite Single, folgt das nun vorab ausgekoppelte „Under My Thumb“. Hier nutzt Adam Bock an seinen Keys die Gelegenheit zu glänzen. Dieser Song knüpft mit seinen Anleihen am Garage-Sound an die ersten beiden an.

„Doncha Bother Me“ erinnert an den Rock’n Roll der frühen Ära vor allem durch die Gitarren, die etwas von Little Richard haben. Gelungen integriert sich hier eine schrille Mundharmonika, die auch den Schlusspunkt bei dem Titel setzt. Verhältnismäßig entspannt rockend schließt sich „Think“ an. Bei „Flight 505“ bleibt unverkennbar, dass Mick Jagger und Keith Richards die Gewährsmänner sind. Überraschend deutlich treten hingegen die Einflüsse des Country hervor, die auf „High And Dry“ zu hören sind – eine flotte, akustisch gehaltene Nummer mit viel Mundharmonika und lockerem Piano.

Mike Montali, der mit dem Gitarristen Jonathan Bonilla 2009 die Band gründete, singt „It’s Not Easy“ ziemlich cool. Das Stück hebt sich zudem durch den Backgroundgesang seiner Kollegen im Refrain von den anderen ab. Kurz vor dem Ende der Scheibe finden sich mit dem entspannten „I Am Waiting“ eine Verschnaufpause, bevor zum Abschluss das vom Blues infiltrierte „Goin‘ Home“ nochmal mächtig aufdreht. Über sieben Minuten entfacht Hollis Brown ein feuriges Finale, bei dem die Spielfreude des Quintetts aus New York, zu dem ebenfalls der noch nicht erwähnte Bassist Chris Urriola gehört, greifbar wird.

Mit „Hollis Brown Gets Loaded“ (2014) hatte sich die nach einem Song von Bob Dylan benannte Band bereits „Loaded” von The Velvet Underground als Coverprojekt vorgenommen, sodass man fast schon von einer Reihe sprechen kann. Hollis Brown interpretiert nun ein weiteres Werk, das sie musikalisch prägte. Vor diesem Background gelingt es den Männern um Montali und Bonilla eigene, kreative Longplayer auf die Beine zu stellen, wie ihr letztes Werk „Ozone Park“ beweist. Man darf also auf das nächste Lebenszeichen der Band gespannt sein.

Hollis Brown gibt dem Frühwerk der Rolling Stones „Aftermath“ einen erdigen, modernen Anstrich. Die elf Tracks des Originals werden frisch und unverkrampft abgearbeitet, sodass durch die Verjüngungskur der Klassiker zu einem neuen Hörerlebnis wird. Mit „In The Aftermath“ legt Hollis Brown eine eigenständige Rockscheibe vor, die ohne Nostalgie ihr Vorbild würdigt.

Für Stones-Fans sei noch auf die kürzlich erschienene Compilation von Lucinda WilliamsYour Are Cordially Invited … A Tribute To The Rolling Stones” hingewiesen. Über ihre Version von „Paint It Black“ kann im Vergleich mit der von Hollis Brown fachgesimpelt werden. Ansonsten gibt es keine Überschneidungen der Tracks.

Cool Green Recordings/Mascot Label Group (2022)
Stil: Rock

Tracks:
01. Paint It Black
02. Stupid Girl
03. Lady Jane
04. Under My Thumb
05. Doncha Bother Me
06. Think
07. Flight 505
08. High And Dry
09. It’s Not Easy
10. I Am Waiting
11. Goin’ Home

Hollis Bown
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Jochen Volpert – Eight – CD-Review       

Review: Gernot Mangold

Jochen Volpert bringt mit „Eight“ ein Album auf den Markt, dass seine Songs bis ins kleinste Detail, perfekt arrangiert und mit hervorragend aufeinander abgestimmten Instrumente ins Licht setzt. Manche Nuancen werden dem Zuhörer dabei eventuell erst beim zweiten oder dritten Zuhören so richtig bewusst werden.

Bei den Songs verzichtet er vollständig auf Gesang, was vermutlich bei der Komplexität und der Songstruktur auch gut ist, sodass man sich ganz auf die Musik konzentrieren kann und nicht von einer überbordenden Stimme, von der spielerischen Finesse der Musiker abgelenkt ist.

Oft wird versucht, Musik einem bestimmten Genre zuzuordnen, was manchmal schwierig ist und auch auf Volperts Album „Eight“, der spielerischen Vielfalt nicht gerecht werden würde. Im Vordergrund steht bei den meisten Tracks das klare und virtuose Gitarrenspiel, untermalt von Keyboards und Bläsersegmenten.

Grundlage sind (bis auf die eher ruhigen Songs wie „Rollin“, das verträumt bluesig beginnende „Flow“ und das zuweilen meditativ wirkende „Flight“), tanzbare Bass- und Schlagzeugrhythmen. Was mit „I Am Too Funky“, wie es der Titel schon aussagt, groovig funkig beginnt und mit dem Part 2 auch so endet, hat dazwischen, neben den ruhigen Songs, auch solche, die eher dem breiten Begriff der Jazzmusik zuzuordnen sind.

Tricky ist dabei, wie der Anfang von „Your Guitar Is Too Loud“ Erinnerungen an den Beginn von Jimi Hendri’„Crosstown Traffic“ wach werden lässt, ohne dass der Verdacht besteht, hier würde ein alter Hit als Grundlage eines indirekten Covers genutzt, da sich Volpert hier schnell wieder auf eigene Wege begibt.

Schön auch, wie es ihm gelingt, den Zuhörer bei „Desert Rock’n Roll“ gedanklich mit einem leicht orientalischen Hauch, in die Weiten einer Wüste zu entführen.

Fazit: Volpert ist mit „Eight“ ein Album gelungen, das musikalisch und vom Arrangement her stark ist, aber auch vom Konsumenten angenommen werden muss: Der muss sich dabei vom Mainstream verabschieden und konzentriert zuhören, um die kleinen Feinheiten in den Songs auch orten zu können.

Das heißt jedoch nicht, dass man die Scheibe nicht auch als Hintergrundmusik laufen lassen kann. Allerdings würde dem Zuhörer dann der eigentliche Charme der Platte verborgen bleiben.

Eigenproduktion (2022)
Stil: Blues/Jazz

Tracklist:
01. I Am Too Funky
02. Rolling
03. Desert Rock’n Roll
04. New Soul
05. Your Guitar Is Too Loud
06. Flow
07. The Telecaster Is In Town
08. Broken Rumba
09. Riot
10. Flight
11. In Between
12. Mr. King
13. I Am Too Funky – Part 2

Jochen Volpert
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Brent Cobb – And Now, Let’s Turn The Page… – CD-Review

Ich muss zugeben, dass ich als großer Fan von Brent Cobb, zum ersten Mal, von einem seiner Alben „And Now, Let’s Turn To Page…“ , ein Gospelwerk, enttäuscht bin. Allerdings muss man dieses Werk am Ende auch gerechter Weise aus zwei, beziehungsweise sogar aus drei Perspektiven beleuchten.

Zum einen aus meiner persönlichen Sicht als Rezensent mit meinem zu Grund liegendem Geschmack, dann aus der des Künstlers selbst und der seiner potentiellen Klientel.

Im Gegensatz zu den Amis habe ich es nicht mit Gott, Religion und Kirche. Ich bin mit 18 Jahren aus dieser ausgetreten und sie hat mich seit der 5. Klasse dann auch nur einige wenige Male von innen gesehen. Gefürchtet waren immer besondere Anlässe, wie Hochzeiten oder Kommunion und ähnliche Feiern von den Kindern meiner Geschwister.

Ich bin heute nach wie vor der Meinung, dass, wenn Menschen nicht glauben würden, zumindest nicht an religiöse Dinge, würde schon ein Großteil des Leides dieser Erde erspart bleiben. Deshalb kann ich auch mit dieser christlich-umwehten Scheibe, nur in Teilen etwas anfangen. Gut, das ist ein anders Thema und hier geht es ja um Brent Cobb, seine Intention zum Werk und die musikalische Umsetzung.

Die Idee zu einer Gospelsache kam ihm, nachdem er mit seinem Sohn, bei einem Autounfall, fast ums Leben gekommen ist und er die Endlichkeit des Seins rigide vor Augen geführt bekommen hatte. Zudem ist seine gesamte Familie kirchengesangsgeprägt und alle großen Countrykünstler wie Elvis & Co. waren wohl mal in diesen Sphären unterwegs. Warum also nicht auch Brent Cobb.

Der hat acht Klassiker dieses Genres (southern-) countrytechnisch neu interpretiert und einen Song mit seiner Frau dazukreiert.  Die meisten der mit Brian Allen (Bass), Mike Harris (Gitarre) Chris Powell (Drums) und Philip Towns (Keyboards) eingespielten Tracks plätschern dabei mit Piano, sanfter Orgel, Akustikgitarre, etwas Steel, ein wenig E-Slide und Harmoniegesängen, sehr langsam und andächtig vor sich hin. Hier machen die ebenfalls aus Georgia stammenden Anderson East, und Caylee Hammack  einen starken Job. Produziert hat sehr feinfühlig sein berühmter Cousin Dave Cobb.

Richtiges Gefallen finde ich insgesamt nur an den drei Liedern „When It’s My Time“, ein Countryschwofer mit leichten Little Feat-Tendenzen und den beiden southernrockigen „Are You Washed In The Blood“ und  dem Skynyrd-mäßigen „We Shall Rise“, wo Brent seine ganze Klasse aufblitzen lasst.

Aus der Sicht vom gläubigen Brent himself hat er natürlich demnach, ein der Thematik angepasstes, tolles Werk voller familiärer Emotionen und Authentizität abgeliefert, und es dabei musikalisch nahezu perfekt umgesetzt.

Kommen wir zur Klientel. Die Leute, die seine Southern-Country-Rock-Alben mögen und mit Jesus hier und Jesus da, nix anfangen können, so wie ich, werden insgesamt sein künstlerisches Potential würdigen, aber eher unzufrieden sein.

Für Leute, die auf solch andächtige Musik im ruhigen Old School Country-Format stehen und vielleicht auch heute noch religiös verankert sind, ist diese Scheibe natürlich Weihwasser auf ihre Mühlen.

Nach knapp 29 Minuten ist dann die Messe gelesen, bzw. die letzte Seite umgedreht. Bei meinen, von der Anzahl her, spärlichen Besuchen in der Kirche, wäre ich  vermutlich froh gewesen, wenn es, statt scheinheiligem Singsang, solche Musik, wie auf „And Now, Let’s Turn To Page…“ von Brent Cobb, zu hören gegeben hätte. Trotz aller Authentizität der Scheibe hoffe ich, dass er diese demnächst wieder im Dorf lässt und an seine überragenden Alben „No Place Left To Leave“ oder „Providence Canyon“ anknüpft.

Ol‘ Buddy Records (2022)
Stil: Country/Gospel

01. Just A Closer Walk With Thee
02. When It’s My Time
03. In The Garden
04. Are You Washed In The Blood
05. Softly And Tenderly
06. Old Rugged Cross
07. We Shall Rise
08. Old Country Church
09. Blessed Be The Tie That Binds

Brent Cobb
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Eric Gales – Crown – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Mit „Crown“ legt Eric Gales sein neuestes und bislang persönlichstes Album vor. In den 16 Tracks (13 Songs und 3 Instrumentals) verarbeitet er seine inzwischen ausgestandenen Drogenprobleme und die Situation der Schwarzen in der heutigen USA, nicht zuletzt auch befeuert durch den gewaltsamen Tod von George Floyd.

Produziert wurde die Scheibe von Joe Bonamassa, mit dem Gales übrigens seit seinen Jugendtagen befreundet ist, und Josh Smith, die beide nebenbei auch am Songwriting beteiligt waren, ebenso wie LaDonna Gales und Keb‘ Mo‘.

Es ist ein spannendes Album, auf dem Eric Gales Elemente des Funk, Soul und Blues miteinander verschmelzen lässt, virtuose Gitarrensoli, druckvolle Bläsersätze und harmonische Backgroundgesänge inklusive, immer gepaart mit einer tollen Gesangsperformance von Eric.

Gleich zu Beginn stellt sich Gales sehr selbstbewusst in „Death Of Me“ mit dem Satz „My Name is Eric Gales, any questions?“ vor, bevor es düster mit flirrender und quäkender Gitarre, aber auch harmonischen Background Vocals, in die Vollen geht. „The Storm“ beginnt a-capella und entwickelt sich zu einer beschaulichen Soulnummer mit ruhiger Bläser- und Keyboarduntermalung, in der er Antworten auf die Frage sucht, warum man ihn als Musiker mag, aber aufgrund seiner Hautfarbe nicht als Mensch, der er ist.

Der kurze Texas-Shuffle „Had To Dip“ leitet sodann zu dem funkigen „I Want My Crown“ über, in dem sich Gales und Bonamassa, begleitet von treibenden Bläsersätzen, einen fulminanten Gitarrenzweikampf liefern. Mit Gales’ einfühlsamem Gesang und dem harmonischen Hintergrundchor setzt der Slowblues „Stand Up“ einen ruhigen Kontrastpunkt, bevor Gales mit „Survivor“ wieder einen für ihn typischen Sound, schwer und basslastig, abliefert.

Das klare und offenbar von autobiografischen Elementen geprägte „You Don‘t Know The Blues“ erzählt davon, was man alles durchgemacht haben muss, um den Blues wirklich zu fühlen. Zur Halbzeit gibt es dann wieder ein einminütiges Instrumentalstück („Rattlin‘ Change“) mit Hendrix-ähnlichen Gitarrenriffs.

Auch „Too Close To The Fire“, ein epischer Slowblues, spielt mit Hendrix typischen, teilweise kristallklaren und leicht sphärisch anmutenden, Klängen und der Rhythmus-Kracher „Put That Back“ entführt den Hörer wieder in eine soulig-funkige Welt mit Bläsern und Bachgroundvocals in den Refrains.

Eine Sonderstellung nimmt der Track „Take Me Just As I Am“ ein. Hier steuert Gales Ehefrau LaDonna mit ihrem stimmgewaltigen Gesang einen entscheidenden Part zum Gelingen der Funkkomposition bei. Recht funky ist auch das dritte Instrumentalstück dieser Scheibe. Leider dauert auch „Cupcakin‘“ wieder nur ca. eine Minute und ist daher auch mehr als Überleitung zu „Let Me Start With This“ zu sehen, ein weiteres von Funk-geprägtes, etwas härteres Stück.

Mit seinem, durch die Akkordeonklänge leicht französisch anmutenden Stil, hebt sich „I Found Her“ von den übrigen Songs des Albums ab, endet aber, typisch Gales, mit einem virtuosen Gitarrenpart. In „My Own Best Friend“ verbinden sich Blues und Soul-Jazz mit leicht gospeligen Elementen zu einer Ballade über Selbstreflektion und Selbstliebe. Schließlich verabschiedet sich Gales in „I Gotta Go“mit einer flotten, schweißtreibenden Swing-Nummer mit druckvollen Bläsersätzen.

Gales führt auf seiner neuesten Scheibe selbstbewusst unterschiedlichste Musikrichtungen wie Rock, Blues, Soul und Funk zu einem schlüssigen Gesamtwerk zusammen, ohne dabei aber sein charakteristisches Gitarrenspiel abzulegen. „Crown“ beschreibt er als eine Erforschung aller Bluesarten: „Auf diesem Album gehen wir durch einen Themenpark des Blues und erforschen alle Arten des Blues. Wir besuchen das Karussell, die Autoscooter, die Wasserbahnen, die Imbissbuden, und wir kommen alle mit einem Lächeln heraus.“

Und das trifft die Sache recht gut, wie ich finde. Nicht immer ganz leicht, aber im Endeffekt eine sehr gut gelungene Scheibe.

Label: Provogue Records
Stil: Blues, Funk

Tracks:
01. Death Of Me
02. The Storm
03. Had To Dip
04. I Want My Crown (feat. Joe Bonamassa)
05. Stand Up
06. Survivor
07. You Don’t Know The Blues
08. Rattlin’ Change
09. Too Close To The Fire
10. Put That Back
11. Take Me Just As I Am (feat. LaDonna Gales)
12. Cupcakin’
13. Let Me Start With This
14. I Found Her
15. My Own Best Friend
16. I Gotta Go

Eric Gales
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Lucinda Williams – You Are Cordially Invited … A Tribute To The Rolling Stones – CD-Review

Review: Michael Segets

Mit der sechsten Ausgabe ihres Coverprojekts Lu’s Jukebox beendet Lucinda Williams diese Serie mit einem Tribute für The Rolling Stones. „You Are Cordially Invited …” stellt dabei neben dem Auftakt zu Ehren von Tom Petty den Höhepunkt der Reihe dar. Die sechzehn Tracks umfassende Scheibe konzentriert sich dabei auf Songs, die die Überväter des Rock zwischen 1965 und 1974 aufnahmen.

Den Schwerpunkt bilden die drei Alben „Out Of Our Heads“ (1965), „Beggars Banquet“ (1968) sowie „Sticky Fingers“ (1971) mit jeweils drei beziehungsweise vier daraus entnommenen Tracks. Anders als bei ihrer Auswahl auf „Bob’s Back Pages: A Night With Bob Dylan Songs“ setzt Williams nun auf viele bekannte Songs. Mit „Street Fighting Man“ steigt sie erdig, fast dreckig rockend in das Album ein. Die nächsten drei Songs gehen in dem Stil weiter. „Get Off My Cloud“ hatte ich nicht auf dem Schirm. Ein richtig guter Song, der im Original von „December’s Children“ (1965) stammt. Nach dem Klassiker „Paint It Black“ fährt Williams das Tempo runter. Er findet sich auf dem Album „Aftermath“ (1966), das von Hollis Brown demnächst Track-By-Track adaptiert wird.

Mit „Play With Fire“ beginnt der Mittelteil der CD, in dem sich Williams langsameren Stücken zuwendet. Dabei gehen die Cover meist in Richtung Americana („No Expectations“, „Dead Flowers“, „Moonlight Mile“), aber auch der Blues ist vertreten („You Gotta Move“). Dunkle, intensive Atmosphäre durchzieht die Songs. Neben „Play With Fire“ stellt „Salt Of The Earth” eine besonders gelungene Interpretation dar. Williams singt dabei unkonventionell, trifft aber die richtigen Vibes.

Ab „Time Waits For No One” nimmt das Album wieder Fahrt auf. Über „Sway“ und „Doo Doo Doo Doo Doo (Heartbreaker)” steuert es auf die Superhits „(I Can’t Get No) Satisfaction” und „Sympathy For The Devil” zu. Das Ende markiert „ You Can’t Always Get What You Want”, bei dem Williams Version das Tempo gegenüber der Ursprungsfassung etwas reduziert.

„You Are Cordially Invited … A Tribute To The Rolling Stones” von Lucinda Williams lässt sich leicht auf einen Punkt bringen: tolle Songs, tolle Sängerin. Erneut drückt William den Originalen ihren Stempel auf. Mit ihren rootsrockigen Versionen, die die Kraft der Songs mit ausdrucksstarkem Gesang zur Geltung bringen, setzt Williams ein Ausrufezeichen zum Abschluss ihrer Coverreihe Lu’s Jukebox. Charlie Watts hätte bestimmt seine Freude an der Compilation gehabt.

Highway 20 – Thirty Tigers/Membran (2021)
Stil: Rock, Americana

Tracks:
01. Street Fighting Man
02. The Last Time
03. Get Off My Cloud
04. Paint It Black
05. Play With Fire
06. No Expectations
07. Dead Flowers
08. Salt Of The Earth
09. You Gotta Move
10. Moonlight Mile
11. Time Waits For No One
12. Sway
13. Doo Doo Doo Doo Doo (Heartbreaker)
14. (I Can’t Get No) Satisfaction
15. Sympathy For The Devil
16. You Can’t Always Get What You Want

Lucinda Williams
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Thirty Tigers
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The Richie Scholl Band – Same – CD-Review

Der aus Rockford, Queensland, Australien, stammende, seit 2007 in Nashville lebende Musiker Richie Scholl, hatte bereits auf seinem letzten Album „Southern“ keinen Hehl daraus gemacht, für welche Musik er eine große Vorliebe besitzt.

Seitdem ist allerdings schon eine geraume Zeit vergangen. Mittlerweile hat er mit Drummer Derek Smith (zum Teil hier auf dieser Scheibe mit wüsten Poltereinlagen) und dem umtriebigen Nashville-Bassisten Brian Powell (u. a.  Clint Black, Ashley McBryde, Zakk Wylde, Joe Diffie, Lee Brice) ein festes Trio gebildet und firmiert nun unter The Richie Scholl Band.

Richie hat alle Songs des neuen Debütwerks geschrieben und es zusammen mit Blake Padilla satt und klar produziert, letztgenannter steuerte auch ein paar dezente Keys und Backgroundvocals bei.

Scholl, der seine Wurzeln in AC/DC und den Black Crowes verankert sieht, überrascht mit einem überwiegend treibend zu Sache gehenden Rockalbum, wobei seine gewohnt starke Les Paul-E-Gitarrenarbeit, inklusiv diverser quirliger Soli, vielen Tracks eine spürbare südstaatliche Note verpasst.

Sehr deutlich wird das bereits bei den Openern „Taking Flight“ und „No Man’s Land“, die fast in Great White-Manier straight drauf los rocken und stampfen, aber durch Scholls Mittel- und Endsoli ein (Neu-) skynyrdsches Zusatzflair erhalten. 

Die kommerziellsten Avancen dürfte „Can’t Go Back“ besitzen, ein Song irgendwo zwischen Bon Jovi und 38 Special zu ihren mainstreamigeren Phasen.

Die „Psycho Sadie“ überrascht mit einer Molly Hatchet typischen-E-Hook und ein wenig Zak Daniels & The One Eyed Snake-Charakter.

An 38 Special und ZZ Top (Scholl mit einigen knarzigen Soli-Reminiszenzen an deren „Eliminator“-Werk) erinnern Tracks wie das shuffelnde „Monkey Show“, das texas-bluesige „Mama“ (Scholl hier mit quäkiger Harp als Soloergänzug zur E-Gitarre und Padilla mit schönen Orgelschwurbeleien) und der satte Boogie „The One I Want“ (könnte auf einer der ersten beiden Alben von 38 sein).

Hinter „G.G.C.G.“ verbergen sich die Lieblingspielzeuge des Mannes, nähmlich Guns, Girls, Cars und (old) Guitars, ein zünftiger Redneck-Rocker vom Kaliber „Kick It In The Sticks“ von Brantley Gilbert.

Für Liebhaber des southern-angehauchten Psychedelic Rocks hat Richie dann noch mit „Lockdown“ einen Led Zep-inspirierten Stomper mit starker E-Hook und erneut quirligem Solo in petto.

Folgerichtig für ein starkes Southern Rock-Werk kommt dann mit „Angel On My Shoulder“ das absolute Highlight des Werks am Schluss. Ein hymnisches E-Gitarrenintro (in Dann Huff-Manier), melancholischer Gesang, ein emotionaler Refrain zum Mitsingen, hallende Orgel, geile E-Soli – Southern Rock-Herz, was willst du mehr?

Die Richie Scholl Band überzeugt mit ihrem Debütwerk auf ganzer Linie. Wie Richie mir per Mail mitteilte, tourt das Trio zur Zeit in den Regionen der Staaten, die Pandemie-bedingt, kulturell nicht sanktioniert werden. Ich bin mir sicher, dass diese Band mit gestandenen Nashville-Musikern, sowohl in den CD-Playern der Southern Rock-Freunde bei uns, helle Freude auslösen wird, als auch live in den hiesigen Clubs (samt europäischem Umfeld) abräumen würde.

Mein lieber Scholli, verdammt gute Musik!

Line-up:

Richie Scholl: Lead Vocals, guitars, harmonica
Derek Smith : Drums
Brian Powell: Bass, Background vocals
Blake Padilla: Keys, Background vocals

Eigenproduktion (2022)
Stil: Rock / Southern Rock

01. Taking Flight
02. No Man’s Land
03. Can’t Go Back
04. Psycho Sadie
05. Monkey Show
06. Mama
07. The One I Want
08. G.G.C.G.
09. Lockdown
10. Angel On My Shoulder

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Katie Henry – On My Way – CD-Review

Review: Jörg Schneider

2018 veröffentlichte die Newcomerin aus New Jersey ihr erstes Album „High Road“ und nun kommt am 28. Januar das Nachfolgealbum „On My Way“ in die Läden. 2022 partizipiert sie am Rufschen Blues Caravan, was ihrer internationalen Anerkennung einen enormen Schub geben dürfte.

Während Katie Henry in ihrer Anfangszeit viele Anhänger durch ihr intensives Gitarrenspiel und ihre natürliche Ausstrahlung gewinnen konnte und Blues, R&B, Pop, Soul und Country in ihrer Musik vereinte, schimmern in ihrem neuen Werk eher ihre Qualitäten als Singer/ Songwriter durch, insbesondere durch ihre warme Altstimme, die teils kräftig und dann wieder liebreizend und schon fast gehaucht daherkommt.

Was nicht bedeutet, dass die Songs alle beschaulich klingen. Ein paar sind es natürlich, aber andere sind auch durchaus rockig. Eine gute Mischung halt. Insgesamt besteht das, während der Pandemie live im Studio aufgenommene Album aus zehn Originalstücken, an deren Songwriting auch Katie Henrys Bassist und Slide-Gitarrenmeister Antar Goodwin beteiligt war. Und Katie Henry singt nicht nur, als Multiinstrumentalistin ist sie auf ihrer Scheibe auch als Gitarristin und Pianistin zu hören.

„On My Way“ startet mit dem leicht düster stampfenden gleichnamigen Titelsong, in dem rockige Riffs und Katies ruhige, aber kräftige Stimme zusammenfinden. Ganz anders dann „Empty Cup“, ein melodiöser, leichtfüßiger Popsong mit Pianountermalung. Fröhlich-flott ist auch „Without A Fight“ mit dezenter Slidegitarre im Hintergrund und einem damit einhergehenden leichten Country-Einfluss. Das schwer wummernde Gitarrenintro von „Bury You“ zieht sich durch den gesamten Song, wodurch Katie Henrys Stimme in diesem Stück eher zerbrechlich wirkt, ein starker Kontrast.

Sehr schön ist auch das verträumte „Setting Sun“ mit Akustikgitarre und Pianobegleitung, sowie das pianogetragene „Blessings“. Beide Tracks rahmen sehr schön das rhythmische „Got Me Good“ ein. Ein echtes Bluesfeeling stellt sich aber erst mit „Too Long“ ein. Hier vereinen sich eine starke Basslinie mit einer immer wieder auftauchenden Harp und Katies kräftigem Gesang zu einem bedächtig dahinrollenden Blues. Im dem anschließenden balladesken „Running Round“ spielt dann wieder das Piano eine bestimmende Rolle. Mit dem selbstbewussten Midtempostück „Catch Me If You Can“ endet das Album schließlich.

Mit „On My Way“ ist Katie Henry ein abwechslungsreiches Werk gelungen, auf dem sie ihre Musikalität und stimmlichen Quantitäten eindrucksvoll unter Beweis stellt. Sie hat sich auf den Weg gemacht und wir warten gespannt auf weitere Alben und alles, was hoffentlich noch kommen wird.

Label: Ruf Records
Stil: Blues & More

Tracks:
01. On My Way
02. Empty Cup
03. Without A Fight
04. Bury You
05. Setting Sun
06. Got Me Good
07. Blessings
08. Too Long (feat. Giles Robson)
09. Running Round
10. Catch Me If You Can

Katie Henry
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Keb‘ Mo‘ – Good To Be… – CD-Review

Keb‘ Mo‘ oder Kevin Moore, wie er bürgerlich eigentlich heißt, hatte mit seinem starken Vorgängerwerk „Oklahoma“ direkt mein Herz gewonnen. Da ich ja primär nicht in den Blues-Regionen unterwegs bin, hatte ich dabei fast schon ein schlechtes Gewissen, den heute 70-jährigen Musiker, dessen großes Vorbild Robert Johnson ist,  angesichts seiner erbrachten Leistungen und Honorierungen, bis dato nicht auf dem Schirm gehabt zu haben.

Mit seinem neuen Werk „Good To Be…“ versucht er seine nun 11 Jahre währende Lebenszeit in Nashville mit seinen Erlebnissen aus seiner 2.000 Meilen entfernten Heimatstadt Compton in Oklahoma zu verknüpfen (Anlass war der Kauf und die Renovierung des Hauses seiner kürzlich verstorbenen Mutter) und quasi somit eine musikalische Retrospektive zu erstellen, die in den Siebziger Jahren dort begann und in Music City  erfolgreich weiter geführt wurde.

Für die Produktion hat er diesmal Vince Gill (drei Tracks) und Tom Hambridge gewinnen können. Moore lässt dabei Blues, Soul und Country harmonisch mit sympathischen und humorvollen Texten verschmelzen. Kritik am gescheiterten letzten Präsidenten („The President lost, but he don’t want to go“) gibt es im, mit herrlich quäkender Mundharmonika durchzogenen „Medicine Man“.

Starke vokale Gastpräsenzen gibt es von Darius Rucker (bei „Good Strong Woman“) und Kristin Chenoweth, überwiegend ist der countryeske Einfluss von Gill, aber auch der von Eric Clapton bei den bluesigeren Sachen (z. B. bei der Adaption des Bill Withers-Klassikers „Lean On Me“ von 1972) zu spüren. Überragend für mich der Slowblues „Dressed Up In Blue“, der so ein wenig Erinnerungen an  „Still Got The Blues“ von einem anderen Moore, namens Gary, aufkommen lässt, aber auch so freudige Countryschunkler wie „Good Strong Woman“ oder „’62 Chevy“. 

Wer seine Wurzeln mit einer derart spielerischen und musikalischen Leichtigkeit sowie positiver Energie verarbeitet wie Keb‘ Mo‘, der muss mit seinem Leben einfach im Reinen sein. Es macht Spaß, sich beim Zuhören von „Good To Be…“, gemeinsam mit ihm darüber zu erfreuen. Zudem scheinen Heimatgefühle im Bauch das Kreieren von guten Songs zu beflügeln. Und da wird von Moore auch in den nächsten Jahren sicherlich noch so einiges kommen.

Rounder Records-Concord/Universal Music (2022)
Stil: Blues & More

Tracks:
01. Good To Be (Home Again)
02. So Easy
03. Sunny And Warm
04. Good Strong Woman
05. Medicine Man
06. Marvelous To Me
07. Lean On Me
08. Like Love
09. Dressed Up In Blue
10. ’62 Chevy
11. Louder
12. So Good To Me
13. Quiet Moments

Keb‘ Mo‘
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