Ana Popovic – 09.04.2022, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Nach über einem Jahr konnte endlich das zuvor schon verschobene Konzert mit Ana Popovic und Band im Dortmunder Musiktheater Piano stattfinden. Erfreulich war, dass der Saal sich nach Einlass zunehmend füllte und schließlich mit über 300 Besuchern auch ansehnlich gefüllt war, sodass endlich wieder richtige Konzertstimmung zu spüren war. Gegen 20:30 Uhr betrat zunächst nur die Begleitband die Bühne, um mit einem instrumentalen Intro gewissermaßen den Teppich für Ana Popovic auszurollen.

Unter den Applaus der Fans stieß dann Popovic hinzu und nach einer kurzen Begrüßung folgte ein Konzert, das die meisten Fans so schnell nicht vergessen werden. Schnell wurde klar, dass die Grenzen des altbekannten Blues weit überschritten werden sollten und Popovic mit ihrer Bigband Blues, Jazz, Funk und Soul modern ineinander verschmelzen ließ.

Die stimmlich bestens aufgelegte Popovic begeisterte auch mit vielen Soli, mal slidend, mal fingerpickend, aber auch krachend rockig, wie nicht anders zu erwarten, was aber auch durch die großartige Band ermöglicht wurde. Dabei hatte jeder der Musiker mehrfach die Möglichkeit, in Solopassagen Akzente zu setzen.

Was neu an Popovic war, dass sie statt der lockigen Mähne, ihre Kurzhaarfrisur, wie auch Basser Cory Burns unter einem breitkrempigen Hut versteckte, aber wie gewohnt mit hochhackigen Stiefeln, diesmal im Leopardenoutfit, visuelle Reize zu versprühen.

Besonders tat sich dabei die Italoconnetion hervor. Michele Papadia legte an seinen Tasteninstrumente nicht nur komplexe Klangteppiche zur Untermalung, sondern begeisterte auch mit furiosen Highspeedsoli oder Duellen mir Basser Cory Burns oder Ana Popocic in denen sie sich die Noten regelrecht zuspielten.

Die beiden Bläser Claudio Giovagnoli am Saxophon und Trompeter Davide Ghidoni setzten immer wieder starke, auch funkige und jazzige Akzente in die Songs und spielten sich bei manchen Soli gemeinsam mit Ana Popovic in einen regelrechten Rausch, der von den Besuchern mit Ovationen honoriert wurde.

Was wer aber eine Band ohne eine starke Rhythmussektion, die gewissermaßen das Fundament für die anderen Musiker bildet. Corey Burns sorgte nicht nur für den Rhythmus mit den tiefen Tönen am Bass, sondern streute auch das eine oder andere gekonnte Solo ein und unterstütze zudem, wie auch Drummer Jerry Kelley mit Backgroundvocals und sichtlich guter Laune, zuweilen mit weit geöffneten rollenden Augen, die positive Gesamtstimmung. Drummer Kelley zeigte seine Klasse mit fein akzentuiertem Einsatz an den Drums aber auch mit einigen Kurzsoli

In dem etwa 100-minütigen. abwechslungsreichen Konzert, waren für mich die beiden rockigen Songs „Sexy Tonight“ mit einem Refrain, der mich leicht an „Open Invitation“ von Santana erinnerte und das krachende „Wrong Woman“ als erste Zugabe die absoluten Highlights, wo aber jeder Besucher für sich und das auch zurecht, andere Songs hätte nennen können.

Schön war auch, dass sich Ana Popovic und Bandmitglieder die Zeit nahmen und den Fans CDs mit persönlicher Widmung signierten und auch für das eine oder andere Erinnerungsfoto bereitstanden. Popovic ließ sich auch nicht die gute Laune verderben, als ein etwas unvorsichtiger Fan sein auf dem Merchandisingtisch abgestelltes Bier umkippte, das sich auf ihrer Jacke und den zum Glück eingeschweißten Auslage CDs ergoß.

Ein besonderer Dank geht wieder einmal an das Team des Piano, das nach über zwei Jahren erschwerten Betrieb endlich wieder einmal den Lohn eines sehr gut besuchten Konzertes einfahren durfte, an das sich die meisten Besucher mit Sicherheit gerne erinnern werden.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Jerry Kelley (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)
Claudio Giovagnoli (saxophone)
Davide Ghidoni (trumpet)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Ana Popovic
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Musiktheater Piano, Lütgendortmund

Julian Sas Band, 08.04.2022 – Musiekcentrum De Bosuil, Weert, Konzertbericht

Die letzten 16 Monate waren für die Julian Sas Band mehr als turbulent. Nicht mögliche Konzerte schon weiter im Vorfeld durch die Corona Pandemie, viel gravierender aber war der Tod des Bassisten Fotis und sehr guten Freundes aller Bandmitglieder. Trotz dieses Schicksalsschlags entschloss sich die Band mit „Electracoustic“ ein Album einzuspielen, das erst vor wenigen Wochen veröffentlicht wurde, in dem Barend Courbois den Basspart übernahm.

Nun offenbarte sich endlich die Möglichkeit, das Werk zu promoten. Auch hier gab es zum Album Veränderungen zur Band. Roland Bakker, der sich momentan nicht in der Lage sieht, zu touren, war nicht dabei. Demnach trat die Julian Sas Band in Weert als Trio auf, in dem Edwin van Huik der neue Bassist ist.

Pünktlich um 21:15 war die Halle ordentlich gefüllt. Unter dem Applaus der Besucher betraten die drei Musiker die Bühne und brachten mit dem fast obligatorischen „Homefeelin`“zum Aufwärmen erst einmal Altbekanntes. Danach stand insbesondere im ersten Set das neue Album „Electracoustic“, das im Laufe des gesamten Konzertes fast vollständig präsentiert wurde.

Insgesamt kam der bestens abgemischte Sound rauher und härter rüber, was mit Sicherheit auch daran lag, dass kein Keyboard dabei war. Ich will dabei gar nicht sagen, ob die Band als Trio oder Quartett besser ist, dass muss jeder für sich entscheiden.

Was aber schon im ersten Set zu erkennen war, das Powertrio kam bei den Fans, auch durch die jederzeit erkennbare Spielfreude, bestens an. Julian, auch stimmlich bestens aufgelegt, begeisterte mit vielen furiosen Soli und konnte sich auf der Grundlage seiner Rhythmussektion um Drummer Lars Erik van Elzakker und Bassisten Edwin van Huik regelrecht austoben.

Emotional wurde es mit der Ansage von „Fallin` From The Edge Of The World“. Julian sprach über die Entstehung des Songs und seinen brüderlichen Freund Fotis. Der balladeske Song, der fast schon eine Homage an Fortis war, war für mich eines der Highlights des ersten Sets. Melancholischer Gesang, weich eingesetztes Schlagzeug und Bass sorgten für eine ganz besondere Stimmung im Publikum.

Zum Ende des Sets ließ es die Band dann mit „Mercy“ und „Blues For tThe Lost And Found“ noch einmal richtig krachen und die Besucher konnten sich in der etwa 30 minütigen Pause mit Erfrischungsgetränken wieder abkühlen.
Im zweiten Set stand dann Altbekanntes im Mittelpunkt, wo die Band sich zum Ende hin in einen regelrechten Rausch spielte. Nach einer wie gewohnt starken Version des Hendrix-Klassikers „Hey Joe/Return“ brachte die Band mit dem harten „Devil Got My Number“, welches mich von der Songstruktur an AC/DC erinnert, den Saal noch einmal zum Kochen, um unter Zugabeforderungen die Bühne zu verlassen.

Die Drei ließen sich nicht lange bitten und legten mit „Bullfrog Blues“ und „Boogie All Around“ noch zwei starke Zugaben nach, um unter dem Applaus der Fans kurz nach Mitternacht den Gig zu beenden. Damit war die Arbeit der Band aber noch nicht getan. Julian Sas und Edwin van Huik begaben sich umgehend zum Merchendising-Stand zu Smalltalk und Signieren von Fanartikeln, während Lars Eric van Elsakker sein Drumset abbauen musste (am Folgetag ging es weiter nach Nijmwegen).

So fand ein gelungener Konzertabend einen schönen Abschluss in dem Julian Sas bewies, dass die Band auch als Powertrio begeistern kann. Ein Dank geht auch an das De Bosuil, das als Location die entsprechenden Rahmenbedingungen gab. Die Mitarbeitern ließen die Besucher jederzeit erkennen, dass sie sich dort als gern gesehene Gäste fühlen können. Auch Musikfans vom linken Niederrhein sollten sich mal das vielfältige Programm anschauen. Auch ein Sprung über die Grenze zu unseren holländischen Freunden lohnt sich Tot Ziens, bis zum nächsten Mal.

Line-up:

Julian Sas – vocals, guitars
Eswin van Huik – bass
Lars Eric van Elsaker – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Julian Sas
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Musiekcentrum De Bosuil Weert

Kaz Hawkins – My Life And I – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Die hierzulande wahrscheinlich noch recht unbekannte, aus Nordirland stammende und in Frankreich lebende Blueserin Kaz Hawkins, die auch eine Show bei BBC Radio Ulster moderiert, hat nun nach vier Vorgängeralben mit ihrem neuesten Werk „My Life And I“ ihr persönliches Best-Of-Album herausgebracht. Die Scheibe mit insgesamt 17 Titeln ist am 8. April in die Läden gekommen.

Der entsprechende Vinyl-Longplayer wird aber erst im Mai verfügbar sein. Kaz Hawkins wurde bereits in ihrer Kindheit in den Bars von Belfast, in die sie ihr Vater häufig mitnahm, von Musik geprägt. Auf diese Art musikalisch sozialisiert, entdeckte sie später ihre Leidenschaft für den Saint-Louis-Blues von Etta James. Kaz Hawkins erinnert sich: „Ich konnte die Traurigkeit hören und mich damit identifizieren. Ich wollte wie sie singen, aber ohne sie zu imitieren“.

Und so wundert es auch nicht, dass sie zwei Songs von Etta James auf ihrem Album gecovert hat („At Last“ und „Something Got A Hold On Me“), aber auch einem Stück ihres Landsmannes Van Morrison („Full Force Gale“) haucht sie neues Leben ein. Die restlichen Songs hat sie bis auf „Feelin’ Good“ (von Anthony Newly / Leslie Bricusse) selbst komponiert und getextet.

Insgesamt überwiegen auf der Scheibe die ruhigen und bedächtigen Töne in Form von eher balladesken Songs („Lipstick and Cocaine“, „The River That Sings“ und das etwas schnellere „Believe With Me“) bzw. die Slowbluesnummern, „Feelin’ Good“, „Surviving“, sowie die drei sich recht ähnlich anhörenden Tracks „Don’t You Know“, „Don’t Slip Away“ und „Better Days“.

Viele von Kaz Hawkins’ Liedern werden hauptsächlich von ihrer emotionalen und kräftigen Stimme mit Pianobegleitung getragen, so z. B. das zärtliche „Because You Love Me“ und das leicht gospelige und kraftvoll vorgetragene „Hallelujah Happy People“. Es gibt aber auch vergleichsweise flotte Nummern auf dem Album zu hören. Der leicht energetische Shuffle „Drink With The Devil“ gehört dazu, aber auch der starke Gospel-Opener „Pray“ und das Midtempo-Stück „Don’t Make Mama Cry“.


Ihre Interpretation von Etta James’ Song „At Last“ hingegen kommt etwas schmalzig daher und weckt Erinnerungen an Filmmusik, wie sie aus den 40’er Jahren stammen könnte. Herausragend finde ich allerdings das soulige und von Bläsern begleitete „Full Force Gale“ und die zunächst slow startende, bereits erwähnte Etta James-Nummer „Something‘s Got A Hold On Me“, in die Kaz Hawkins solo singend einsteigt, den Song dann aber in eine sehr flotte Soulnummer verwandelt. Beiden Stücken steht der Rausschmeißer „Shake“ in nichts nach, zu Beginn ebenfalls stimmgewaltig und langsam startend, um dann in einem wilden Boogie zu enden.

„My Life And I“ ist keine typische Bluesscheibe. Dazu wirken die meisten der Songs nach meiner Ansicht zu balladesk, sind aber gerade deshalb für die besinnlichen Stunden des Lebens bestens geeignet. Diesen kann Kaz Hawkins, die, Etta James zu Ehren, deren Nachnamen angenommen hat, mit ihrer kraftvollen Stimme starke, emotionale Akzente verleihen.

Label: Dixiefrog Records
Stil: Blues

Tracks:
01. Pray
02. Because You Love Me
03. Feelin‘ Good
04. Hallelujah Happy People
05. Lipstick And Cocaine
06. Believe With Me
07. Drink With The Devil
08. Full Force Gale
09. Don‘t Make Mama Cry
10. The River That Sings
11. Surviving
12. At Last
13. Something‘s Got A Hold On Me
14. Don‘t You Know
15. Don‘t Slip Away
16. Better Days
17. Shake

Kaz Hawkins
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V2 Records

Ben Granfelt Band – 02.04.2022, to hoop, Rheinberg – Konzertbericht

Nach einem begeisternden Konzert in der Krefelder Kulturrampe im letzten Herbst spielte der umtriebige Finne mit seiner Band noch einmal am Niederrhein. Sami Durak ist es dabei gelungen, den Ausnahmegitarristen nach Rheinberg, ins to hoop zu holen.

Für mich war es der erste Besuch in dieser Location und vor Einlass in den Veranstaltungssaal nutze ich die Gelegenheit, erst einmal die Küche in der Kneipe zu testen, was mit Sicherheit nicht das letzte Mal gewesen sein wird.
Auf eine Verkostung des reichhaltigen Whiskey-Angebots, darunter über 100 Single Malts, verzichtete ich dann doch, weil ich das Konzert noch erleben wollte.

Das Konzert ist schnell beschrieben, Das Setup war ähnlich dem aus der Kulturrampe und Granfelt legte mit seiner Band eine Spielfreude an den Tag, die dafür sorgte, dass direkt der Funke auf die Besucher übersprang. Dies lag mit Sicherheit neben der spielerischen Klasse der gesamten Band, an der sympathischen Art Granfelts, der zwischen den Songs mit einigen Anekdoten aufwartete.

Manch ein Besucher sprach am Ende vom besten Konzert, was bisher im to hoop stattgefunden habe. Sami Durak ergriff nach dem Konzert auch noch einmal das Mikrofon und machte nach dem Erlebten sichtlich geflasht noch eine Ansage zum Konzert, dass dies für ihn ein ganz besonderer Abend war.

Für Musikliebhaber, insbesondere des Blues ist das To Hoop mit Sicherheit eine lohnenswerte Adresse, um Musiker hautnah zu erleben. Aber auch für Kneipengänger oder Freunde von Kneipenquiz könnte der Ort eine lohnende Adresse sein.

Line-up:
Ben Granfelt – guitars, lead vocals
Masa Maijanen – bass
Jari Salminen – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Ben Granfelt
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to hoop

Mickelson – Known To Be Unknown – CD-Review

Review: Michael Segets

Als siebzehnjähriger unterschrieb Mickelson vor vierzig Jahren seinen ersten Plattenvertrag. Seitdem gab es einige Höhen und Tiefen in seiner Karriere. Nun veröffentlicht er sein viertes Solowerk „Known To Be Unknown“ in Eigenregie. Alle Songs sind von ihm geschrieben und auch quasi im Alleingang musikalisch umgesetzt worden. Er spielt sämtliche Instrumente mit Ausnahme des Schlagzeugs (Frank Reina), der Hörner (Luke Kirley und Cayce Carnahan) sowie des Cellos (Sadie Mickelson). Zusätzliche Unterstützung holt er sich noch bei einem neunköpfigen Chor für „UNarmed American“.

Aus Massachusetts stammend führte Mickelsons Weg über New York in die Bay Area bei San Francisco, wo er heute als Produzent und Musiker tätig ist. In den 1980ern brachte er zwei Singles heraus, bevor der Plattenvertrag aufgelöst wurde. In den 90ern gewann er mit seiner Band Fat Opie einen MTV-Wettbewerb. Die damit verbundenen Zusagen, eine Tour von Neil Young zu begleiten sowie eine MTV-Sendung aufzunehmen, wurden allerdings nicht eingelöst. Dies war vorerst das Ende von Fat Opie, die 2010 nochmal kurzzeitig reanimiert wurde.

Nach einer Phase, in der Mickelson sich der Kunst und Illustration zuwandte, entdeckte er seine Leidenschaft für die Musik wieder. Sein Solodebüt „Flickering“ (2015) brachte ihm eine Ehrung im Rahmen der Grammy-Verleihung. Ein großer Hit ist ihm allerdings bislang nicht gelungen. Meine Prognose ist, dass sich daran auch mit „Know To Be Unknown“ nichts ändert, denn zu wenig eingängig und teilweise sperrig erweisen sich die Tracks. Bis zur Mitte des Albums steigern sich die Songs jedoch kontinuierlich.

Gewöhnungsbedürftig ist der Opener „UNarmed American“. Rhythmisch läuft der Track aus dem Ruder und wirkt mit seinen eingestreuten Klangelementen überfrachtet. Auch „Go To Bed Hungry“ lässt keine klare Linie erkennen, indem er zwischen Folk und Bombast fluktuiert. Ab „A Murder Of Crows“ nimmt Mickelson die experimentelleren Ideen zurück und gibt „Ithaca“ eine rockige Note. „Only Ugly When You Cry“ punktet mit seinem eingängigen Refrain. Der Track stellt zusammen mit „Die Trying“ den besten Beitrag auf der CD dar.

Daneben finden sich noch zwei Instrumentalstücke: das durch die Bläser getragene „Chicago Transit Authority“ sowie das kurze „Blur In The Memory“. Zum Abschluss des Werkes gibt es noch eine akustische Version von „UNarmed American“. Die Folkversion des Songs ist erheblich gelungener als das Arrangement des Auftakts und lässt die Lyrics deutlicher in den Vordergrund treten. Die Texte sind der CD beigefügt, was mittlerweile ja nicht mehr selbstverständlich ist.

„Known To Be Unknown“ ist kein leichtes Werk. Die Texte sind insgesamt stärker als die musikalische Umsetzung, die nicht Mainstream-tauglich erscheint. So wird sich Mickelsons Bekanntheitsgrad wohl weiterhin auf Insider beschränken.

Mickelson Music (2022)
Stil: Rock

Tracks:
01. UNarmed American
02. Got To Bed Hungry
03. A Murder Of Crows
04. Ithaca
05. Only Ugly When You Cry
06. Chicago Transit Authority
07. Die Trying
08. Blur In The Memory
09. UNarmed American (acoustic)

Mickelson
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Cruzados, 01.04.2022, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

Nach zwei Alben war für die Cruzados Ende der 1980er erst einmal Schluss, nachdem Frontmann Tito Larriva mit Tito & Tarantula durchstartete. Nach 35 Jahren lässt Bassist und Songwriter Tony Marsico den damaligen Geist der Band wieder aufleben. Neue Mitstreiter fand er bei den Jungs von Little Caesar, die nicht nur das aktuelle Album „She’s … Automatic“ mit einspielten, sondern nun auch die Scheibe live in Europa vorstellen.

Markus Peerlings von der Kulturrampe freute sich sichtlich, den neuen Act aus dem Programm von Teenage Head Music ankündigen zu dürfen. Dies tat er mit Blick auf den Song „54 Knockouts“ im Stil eines Michael Buffer und eröffnete so die kurzweilige Show der Cruzados.

Mit Ausnahme von „Rock That Boat“ präsentierte das Quintett sämtliche Stücke des Longplayers, die die Hälfte des Konzerts füllten. Daneben gab es einzelne Songs der beiden Cruzados-Alben aus den 1980ern. „Rising Sun“ – der allererste Track der Band – und „Motorcycle Girl“, das den Abschluss des Hauptsets bildete, zählen zu den besten Tracks der frühen Cruzados. Von dem Debüt stammte noch das staubige „Hanging Out In California“ sowie als einziger Titel von der zweiten CD „Bed Of Lies“. „Endless Sun“, einen noch unveröffentlichten Song von Marsico, performte die Band erst zum zweiten Mal vor Publikum.

Den temporeichen Einstieg in den Abend bildete der Titeltrack der aktuellen Veröffentlichung, dem „Nine Million Tears“ und „On A Tilt A Whirl“ nahtlos folgten. Danach richtete Sänger Ron Young einige Worte an das Publikum. Mit Little Caesar gehört er ja quasi zu den Stammgästen in der Kulturrampe, wobei Young betonte, dass er von der Location – und natürlich von dem Krefelder Publikum – begeistert ist.

Dieser Ansage ließ er Taten folgen, denn Young gab wieder richtig Dampf auf der Bühne und die Zuhörer dankten es ihm mit gehörigem Applaus. Die Stimmung im gut gefüllten Saal war ausgelassen. Im Vergleich zu den Zeiten vor Corona stand das Publikum etwas lockerer, sodass sich genügend Raum bot, um die Tanzbeine kräftig zu schwingen. Diese wirbelten besonders vor der Bühne zusammen mit Haaren und sonstigen Gliedmaßen.

Das straight rockende Set wurde nur vereinzelt durch langsamere Stücke unterbrochen, so durch das als Country-Ballade angekündigte „Sad Sadie“ und das von Tito & Tarantula für den Soundtrack zu „From Dust Till Dawn“ geschriebene „After Dark“. Hier wurden die Gäste in das hitzeflimmernde Mexiko entführt. Dabei ist es sicherlich besser, die Musik in der Rampe unter Freunden und Bekannten zu hören als in der Titty Twister Bar unter Vampiren.

In LA, der Herkunftsstadt der Band, kommt man am Filmbusiness anscheinend nicht vorbei. Die Cruzados hatten für „Road House“ mit Patrick Swayze „Don’t Throw Stones“ eingespielt. Marsico leitete den Song mit launigen Bemerkungen über die Qualität des Streifens ein. Der Track kann sich jedoch hören lassen.

Rob Klonel am Schlagzeug sorgte für den richtigen Druck bei den Songs, unterstützt von dem souverän aufspielenden Tony Marsico am Bass. Loren Molinare stellt mit seinen eigenwilligen Bewegungen und ebensolcher Mimik einen Aktivposten neben Sänger Ron Young dar. Für die filigraneren Gitarrenparts und -soli zeichnete Mark Tremalgia verantwortlich.

Highlights des Hauptsets waren für mich „Across This Ghost Town“, das etwas langsamer als auf dem Longplayer gespielt wurde, sowie die zweite Singleauskopplung „54 Knockouts“. Hervorstach auch „Son Of The Blues“, bei dem Young seine Stimme technisch verzerrte. Vor „Long Black Car“ gab er eine kurze Katzen-Anekdote zum Besten, die ähnlich wie die Fotos der Vierbeiner immer zieht.

Nach siebzig Minuten war die Setlist zügig durchgerockt. Als Zugabe folgten „Back To The House Of Love“, das ebenfalls von Tito & Tarantula stammt, sowie der Klassiker „Have Love Will Travel“. Mit der Rock ’n Roll-Nummer „Johnny Pay To Play“ verabschiedeten sich die Cruzados von der Bühne, um am Merchandise-Stand für Unterschriften, Fotos oder Small Talk zur Verfügung zu stehen. Die Gespräche können im September fortgesetzt werden, wenn Little Caesar auf ihrer Tour erneut in der Kulturrampe Station macht. Lediglich Marsico wird dann nicht mit von der Partie sein.

Bis dahin bleibt der Auftritt der Cruzados mit dem charismatischen Tony Marsico sicherlich im Gedächtnis. Geprägt war der Abend von gradlinigem, gitarrengetriebenen Rock, der das Publikum mitgenommen hat. Zudem ließen die eingestreuten musikalischen Ausflüge in das amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet den Schneeregen draußen vergessen.

Line-up:
Ron Young (lead vocals)
Loren Molinare (guitar, bgv)
Mark Tremalgia (guitar, bgv)
Tony Marsico (bass, bgv)
Rob Klonel (drums)

Text: Michael Segets
Bilder: Gernot Mangold

Cruzados
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Paul Cauthen – Country Coming Down – CD-Review

Review: Michael Segets

Paul Cauthen führt mit „Country Coming Down“ den Weg fort, den er auf „Room 41“ einschlug. Country, Disco, R&B und etwas Rap treffen sich in einer eigenwilligen Kombination. Das funktioniert mal besser, mal weniger gut. Cauthen verbindet Provokation mit einer Portion Selbstironie, wenn man beispielsweise das „Video zur Single „Country As Fuck“ anschaut. Der Song sollte laut gespielt werden und zählt sicherlich zu den eher gelungen Experimenten auf der CD.

Cauthen nutzt elektrische Spielereien oftmals so ausgiebig, dass Songs wie „Country Clubbin‘“, „Campagne And A Limo 2“ oder „Cut A Rug“ letztlich mit Country nicht mehr viel zu tun haben und auch sonst weder Fisch noch Fleisch sind. Der Bariton von Cauthen, der für den Country gemacht scheint, baut einen künstlichen, gewollt wirkenden Kontrast zur instrumentellen Gestaltung der Titel auf. Das Schlagzeug hört sich bei einigen Tracks sehr nach Plastik an. „High Heels“ könnte mit dem eingängigen Refrain eine gute Nummer sein, wenn das Arrangement erdiger wäre.

Seine Stimmgewaltigkeit stellt Cauthen bei „Caught Me At A Good Time“ in den Vordergrund. Auf „Till The Day I Die“ erzeugt sein Gesang eine gewisse Dramatik, die nicht von der eher poppigen Untermalung unterstützt wird. Deutlich stimmiger ist da „Roll On Over“, bei dem Cauthen auf effektheischende Einsprengsel verzichtet und sich auf seine Stimme konzentriert sowie auf eine solide Bandbegleitung setzt.

Höhepunkt des Albums stellt „Fuck You Money“ dar. Cauthen rockt hier unterstützt von kräftigen Riffs und Solo der E-Gitarre. Im Gegensatz dazu und zu den anderen Stücken zeigt sich Cauthen beim Titeltrack von einer akustischen Seite. Zum Abschluss des Longplayers kommt somit ein ruhiger, runder Countrysong zu Gehör.

Paul Cauthen bereichert als Produzent (Leah Blevins) und mit seinen eigenen Veröffentlichungen die Country-Sparte und überschreitet deren Grenzen. Der Einbezug elektrischer Elemente und die Verbindung zu populären Musikstilen war auf „Room 41“ noch innovativ, auf Dauer bleibt aber fraglich, ob dieses Konzept tragfähig ist. Vielleicht bin ich aber auch schon zu alt, um mich länger auf diesen Sound einzulassen.

„Country Coming Down“ kann als Fortführung seines vorangegangenen Albums angesehen werden. Die synthetischen Elemente der Musik im Zusammenspiel mit seiner Stimme bilden ein Spannungsfeld, das nicht durchgängig zündet. Der innovative Einfall dieser Verbindung scheint ausgeschöpft zu sein. Vollständig überzeugt letztlich nur das rockige „Fuck You Money“. Hoffentlich kündigt sich mit ihm eine neue Richtung an, in der Paul Cauthen seiner Kreativität und seinem bissigen Humor freien Lauf lässt.

Velvet Rose – Thirty Tigers/Membran (2022)
Stil: Country and more

Tracks:
01. Country As Fuck
02. Caught Me At A Good Time
03. High Heels
04. Country Clubbin’
05. Campagne And A Limo 2
06. Fuck You Money
07. Cut A Rug
08. Till The Day I Die
09. Roll On Over
10. Country Coming Down

Paul Cauthen
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

The WildRoots – WildRoots Sessions Volume 2 – CD-Review

Review: Michael Segets

Der zweite Streich von The WildRoots ist wieder ein Großprojekt geworden. Fast dreißig Musiker waren den aktuellen Sessions beteiligt. Den Kern der WildRoots bilden Stephen und Patricia Ann Dees sowie Victor Wainwright. Die fünfzehn Songs stammen allesamt von Stephen Dees, die er zum Teil zusammen mit einem anderen WildRoots oder mit Bryan Bassett geschrieben hat. Er hat das Album auch produziert und arrangiert, wobei ihm seine Frau Paricia Ann zur Seite stand.

Das Ehepaar singt „Put Your Hand In The Fire“ zusammen. Ansonsten überlässt das Mastermind der WildRoots das Mikro gerne anderen Sängern und Sängerinnen. Die beiden anderen WildRoots haben mehr Gesangsanteile, Patricia Ann Dees beispielsweise bei „Sweet Louise“ und Victor Wainwright bei „I Feel Fine“. Sehr gelungen ist der Opener „I.O.U.“ auf dem sie im Duett auftreten.

Die wechselnden Lead Vocals sind ein Markenzeichen der Band. The WildRoots bieten Blues und Bluesrock der alten Schule, oftmals mit Mundharmonika und gelegentlich mit Saxophon präsentiert. Gerade bei den langsameren, bluesigen Nummern wie „The Threads Of Time“ oder „Pile Of Blues“ übernehmen Gastsänger – hier Mark Hodgson und Robert Thomas – das Mikro. Stimmlich am auffälligsten ist Anthony Thompsons Beitrag auf „Lazy Little Daisy“. Die WildRoots zählen auf bewährte Kollegen, die bereits bei den „Sessions Volume 1“ mit von der Partie waren.

Unter den Titeln stechen diejenigen hervor, die einen Gospel-Einfluss nicht verleugnen können. „Long Way To Go“, „Good Word“ oder „Ready When The Day Is Done“ gehören zu meinen Favoriten des Longplayers. Einen schönen Retro-Charme entwickelt „That Man Of Mine“, das Patricia Ann Dees gemeinsam mit Beth McKee und Reba Russell singt. Victor Wainwright steuert hier die dominierende Begleitung durch das Klavier bei. Dass er flinkt auf den Tasten unterwegs ist, beweist er auf dem instrumentellen „WildRoot Boogie“. Seine Orgel treibt auch das von Billy Livesay gesungene „Working On My Car Blues“ an. Ebenfalls ein hohes Tempo geht „The Bad Seed“ mit Dyer Davis.

Die fünfzehn Tracks auf „WildRoots Sessions Volume 2“ fügen sich auf einem Longplayer zusammen, auf dem Blues und Bluesrock in traditioneller, aber abwechslungsreicher Weise vertreten ist. Durch die wechselnden Lead Vocals und die Vielzahl der Gastsängerinnen und Sänger wirkt die Scheibe eher als Compilation, statt als geschlossen konzipiertes Bandalbum. Die CD kann allerdings so durchlaufen, da kaum ein Stück abfällt. Höhepunkte stellen für mich die Titel dar, die am Gospel angelehnt sind.

WildRoots Records (2022)
Stil: Blues, Bluesrock

Tracks:
01. I.O.U.
02. Lazy Little Daisy
03. Long Way To Go
04. The Bad Seed
05. I Feel Fine
06. That Man Of Mine
07. The Threads Of Time
08. Sweet Louise
09. Working For My Car Blues
10. WildRoot Boogie
11. Put Your Hand In The Fire
12. Pile Of Blues
13. Good Word
14. I Say Amen
15. Ready When The Day Is Done

The WildRoots
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The Noble Five – The Blue Bird Sessions – CD-Review und Gewinnspiel – Gewinnspiel beendet!

Im Jahr 1964 während ihrer Zeit auf der Highschool in Jacksonville (Florida) nannten  Ronnie Van Zant, Allen Collins, Gary Rossington, Bob Burns und Larry Junstrom ihre Band The Noble Five.

Sie verbrachten damals viel Zeit in einer Musikkneipe namens The Blue Bird, dessen Besitzer, Alfred Solvay, Nachkomme deutscher Einwanderer (die, wie wir dann von dessen Sohn Michael erfuhren, um Mitte des 19. Jahrhunderts aus Rheinberg in die Staaten ausgewandert waren, sein belgischer Ur-Onkel Ernest gründete übrigens 1907 die hiesigen Solvay-Werke), die Jungs sympathisch fand und sie an Wochenenden regelmäßig auftreten ließ, um sich ein paar Dollar zu verdienen.

Solvay war zudem begeisterter Hobby-Ornithologe, und verbrachte den Großteil seiner Freizeit in der Flora und Fauna rund um Jacksonville, um das Verhalten und die Laute von Vögeln zu studieren beziehungsweise aufzunehmen.

Eigens dafür hatte er sich ein professionell anmutendes Tonstudio im Keller des Blue Birds eingerichtet, wo er unzählige Vogelgeräusche bearbeitete und das ganze Gezwitscher dann auf Bändern archivierte. Das Studio diente gleichzeitig auch als Proberaum für die fünf Musiker, Solvay hatte ihnen sogar irgendwann vertrauensvoll die Schlüssel vom Blue Bird gegeben.

So verbrachten Van Zant und seine Kumpanen dort viele Nachmittage und Abende und feilten, was niemand wusste, heimlich schon an erstem eigenen Songmaterial, bis dato hatten sie nur mit live gespielten Coverliedern, britischer Rockband-Prägung, von sich Reden gemacht.

Gleichzeitig war das Blue Bird auch Stammtreffpunkt der JOA (Jacksonville Ornithologic Association), ein gemeinnütziger Vogelschutzverein, bei dem Alfred Solvay natürlich im Vorstand war.

Solvays Sohn Michael erinnert sich. „Es waren damals schon skurril anmutende Momente, als sich langhaarige Hippies und passionierte Vogelkundler in unserer Kneipe regelmäßig die Klinke in die Hand gaben und auch viel gemeinsame Zeit dort verbrachten“.

Doch irgendwann im Oktober 1964 zu Michaels 5. Geburtstag kam es dann zur Katastrophe. Van Zant hatte, besonders, wenn er schon einiges getrunken und geraucht hatte, gegen die Vogelfreunde gewettert und an einem späten Nachmittag wieder mal einen bösen Kommentar in Richtung des JOA-Vorsitzenden Don Meisenheimer abgegeben.

Der stürzte sich mit den erzürnten Worten „These birds are free“ auf Ronnie und schon flogen die Fäuste. Es artete in eine Massenschlägerei aus, bei der ein erheblicher Teil des Blue Bird-Inventars zu Bruch ging. The Noble Five erhielten daraufhin von Solvay ein sofortiges Auftritts- und Lokalverbot, auf eine Schadensersatzklage verzichtete er aber.

Was niemand erahnte, war, dass The Noble Five zuvor heimlich ein Demoband mit zwölf Stücken aufgenommen hatten (darunter auch schon Tracks wie u. a. „Trust“ oder „I Need You“, die es später auf Lynyrd Skynyrd-Alben schafften), und dieses zwischen Solvays Vogeldokumentationen versteckt hatten. Um wegen des Sachschadens im Blue Bird ‚keine schlafenden Hunde zu wecken‘, hielt man dann wohl ‚die Füße still‘ und so geriet das Teil scheinbar bis vor kurzem in Vergessenheit.

Van Zant, Rossington & Co. machten danach zunächst als The One Percent weiter, bis es dann zum Mieten des berühmten Hell House bei Green Cove Springs kam, die weitere Geschichte zu einer der größten Rockbands der Musikgeschichte ist dann hinlänglich bekannt.

Michael Solvay fand nun vor einigen Monaten dieses Band, als er den Haushalt des mittlerweile hochbetagten Vaters auflösen musste, weil dieser aufgrund einer schweren Demenzerkrankung, jetzt in einem Altersheim betreut werden muss.

In Amerika gibt es ein Gesetz, dass Dokumente (Schrift-, Ton-, etc.), welcher Art auch immer, nach 45 Jahren, ohne Beachtung von Urheberrechten veröffentlicht werden können, sofern eine Stückzahl von 1.000 Exemplaren nicht übertroffen wird. Aufgrund seiner Rheinberger Familiengeschichte nahm Michael vor geraumer Zeit mit mir Kontakt auf und outete sich als großer Fan und Leser unseres Magazins.

Als er mir bei einem Besuch in Rheinberg von dem ominösen Band mit den Noble Five-Songs erzählte, schlug ich ihm aufgrund der amerikanischen Gesetzmäßigkeiten, spontan vor, die Scheibe in Kooperation doch mit dem SoS zu veröffentlichen.

Die Musik klingt übrigens, wie nicht anderes zu erwarten, noch sehr rau und britisch, aber man kann das spätere Skynyrd-Potential schon zu jeder Zeit erkennen. Die Tonqualität und Transparenz der Instrumente ist aufgrund Alfred Solvays schon damaliger Technikaffinität  und dem modernen Equipment richtig gut.

So gaben wir das Werk schließlich in einer Auflage von 999 Stück (handnummeriert in einem einfachen Pappschuber) als Non-Profit-Aktion in Auftrag. Mit Teilen des Erlöses werden nur die Selbstkosten gedeckt, der Rest fließt, damit sich der Kreis wieder schließt, an gemeinnützige Hilfsorganisationen und, zu Ehren des Vaters, an die heute immer noch existierende Jacksonville Ornithologic Association.

Die CD kann bei uns für 9,99 Euro bestellt werden, drei Exemplare (Nr. 333, 666 und 999) davon verlosen wir an unsere treuen Leserinnen und Leser.

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

In welcher, ebenfalls bekannten Southern Rock Band spielte der The Noble Five-Bassist Larry Junstrom später?

a) 38. Special
b) Molly Hatchet
c) Doc Holliday

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 01.04.2022 (vor 24:00 Uhr) an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern drei Gewinner/innen aus, die dann umgehend benachrichtigt und mit der CD beliefert werden.

Blue Bird Production / Sounds Of South (1964/2022)
Stil: Southern Rock

01. Michelle
02. Trust
03. I Need You
04. Blue Bird Blues
05. You Really Got Me (Kinks-Cover)
06. O For Oklahoma
07. Need All My Friends
08. Things Goin‘ Down
09. Dirty, Dirty Feeling (Elvis-Cover)
10. When You Got Good Friends
11. Am I Winnin‘
12. Preacher’s Son

High South – Peace, Love & Harmony Revisited – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Zwei Jahre nach ihrem letzten Studio-Album ist die US-Band High South aus Nashville, TN, mit einer Limited-Doppel-CD Edition erneut am Start. „Peace, Love & Harmony Revisited“ ist die gelungene Fortsetzung des bisherigen Westcoast Sounds, der u.a. an die stilprägende Epoche von Crosby, Stills and Nash, The Eagles und The Byrds grandios erinnert.

Mit 11 feinen Studio-Tracks, zum Teil Alternativ-Versionen eigener Kompositionen, aber auch ansprechenden Cover-Songs, wie „Ventura Highway“ (America), „The Weight“ (The Band), „Suite Judy Blue Eyes“ (CSN) und nicht zu vergessen „If You Want Get To Heaven“ (Ozark Mountain Daredevils) liefern High South eine ganze Reihe musikalischer Glanzstücke ab, die auf dem zweiten Silberling durch einen Konzert-Mitschnitt „Live in Woodstock“ und 13 Tracks ergänzt werden.

Als Produzent ist Josh Leo (u.a. Glenn Frey, Nitty Gritty Dirt Band) wieder mit von der Partie, der für die Studio-Sessions erfahrene Gastmusiker eingeladen hatte. Neben Devon Pangle (John Fogerty Band), Jack Pearson (The Allman Bothers), Steve Mackey (The Wallflowers) waren auch Tony Harrell (u. a. Toby Keith) und NIR Z (u. a. John Mayer) Special-Guests.

Diese Unterstützung ist bei den neuen Eigenkompositionen wie zum Beispiel „Every Road Feels Like Home“ und „420 on 62“ zu spüren, die durch starke Gitarren- und Harmonica-Parts neben den durchweg erstklassigen Gesangsharmonien besonders auffallen.

Eine mitreißende Konzertstimmung bietet auch die live in Woodstock-CD mit den beiden Erstveröffentlichungen („Dig It“ und „Candy Apple Jane“). Die Aufnahmen lassen die Ausstrahlung der Band und den begeisternden Sound des allgegenwärtigen Westcoast-Spirits zwischen Americana und Country in eigener Faszination freien Lauf.

Die drei High South-Mitglieder Kevin Campos (Vocals, Acoustic-Guitar), Jamey Garner (Vocals, Acoustic-Guitar, Harmonica) und Phoenix Mendoza (Vocals, Acoustic & Electric Guitar, Horns) haben mit der „Revisited“ – Ausgabe eine bemerkenswerte Ergänzung zum „Peace, Love & Harmony“ Album (2020) nachgelegt.

Der neue Longplayer kommt rechtzeitig zur bevorstehenden Tournee 2022, die ab dem 01.04. in über 25 Locations in Deutschland, Österreich und der Schweiz terminiert ist. Auch für Fans von Tom Petty, den Doobie Brothers, CSN, und den Eagles ist „Peace, Love & Harmony Revisited“ von High South ein gut produziertes musikalisches Sammlerstück, das den besonderen Spaß an den legendären Sounds der Westcoast-“Gründerjahre“ aufrechterhält.

Eigenproduktion (2022)
Stil: Folk Rock, Westcoast, Country

Tracks:
CD 1
01. Peace, Love And Harmony (Alternate Version)
02. If You Wanna Get To Heaven
03. Every Road Feels Like Home
04. 420 ON 62
05. All Over But The Cryin
06. Slow Burn
07. All I Want Is You
08. Ventura Highway
09. Suite: Judy Blue Eyes
10. The Weight
11. Joshua Tree (Acoustic Version)

CD 2 (Live in Woodstock)
01. If You Wanna Get To Heaven
02. Dig It
03. 420 On 62
04. Ghost Town
05. Joshua Tree
06. Leaving California
07. Roll That Stone Away
08. Make It Better
09. Everybody’s Getting High On Something
10. Let’s Get High
11. Candy Apple Mary
12. Peace, Love And Harmony
13. Love Ain’t Gonna Let You Down

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