Modern Earl – Ameriphonica – CD-Review

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Eine Band, die auf meinem persönlichen Southern Rock-Radar irgendwann, wie aus dem Nichts, aufgetaucht ist, und sich mittlerweile eindeutig in mein Herz gespielt hat, ist zweifelsohne, das ursprünglich Nashville-basierte Quartett von Modern Earl.

Die Männer um ihren Leader Christopher ‚Earl‘ Hudson halten sich aber das En-Gros des Jahres, zwecks Live-Tourens, in unserem Lande auf und spielen sämtliche hiesige Himmelsrichtungen rauf und runter, was peu-a-peu, eine gesunde, immer weiter wachsende Fanbase mit sich zu bringen scheint. Wir erinnern uns zum Beispiel gerne an ihr tolles, gutbesuchtes Open Air-Konzert an der Mülheimer Freilichtbühne.

Zwischenzeitlich hat die Band Freiräume gefunden, um neues Songmaterial zu entwickeln, das jetzt mit dem Titel „Ameriphonica“ unter den Produktions-Fittichen von Larry Chaney (Edwin McCain, Steve Earle, Johnny Van Zant) und Mastering-Spezialist Billy Stull, sicherlich seine zahlreichen Abnehmer finden wird.

Unter dem Motto ‚Qualität statt Quantität‘ liegen jetzt acht brandneue, von Christopher Hudson kreierte Tracks vor. Na ja, eigentlich eher 7 ¼, das gerade mal 44 Sekunden währende instrumentale „Gold Digger Prelude“ dient mehr als Intro für den starken atmosphärischen Southern-Stampfer „The State Of Me (mit schön verschachtelter E-Gitarrenpassage, inklusiv Twin-Spiel).

Das in bester Molly Hatchet-Manier (zu „Flirtin‘ With Disaster“-Zeiten) eröffnende, wüst beslidete „Gone To The Country“ (Hudson singt hier fast wie Danny Joe Brown) wurde von 1,7 Millionen Followern im Classic RockMagazine UK zum ‚Top track of the week‘ votiert. Klasse hier auch das dezent eingestreute Banjo von Ethan Schaffner.

Der in humorvolle Sozialkritik verpackte und deswegen eher launige „Red White And Blues“ wurde mit einem ungewöhnlichen funkigen Zwischen-E-Gitarrenriff ausgestattet. Pathos und Melancholie bestimmen die schöne melodische Southern Soul-Ballade „Caroline“, wieder mit Twin-Parts, Solo und hübschen E-Fills.

Genre-Fans dürften am irgendwo zwischen Blackberry Smoke und frühzeitlichen 38 Special angesiedelten I Wish I Knew“ ihre Freude finden. Die von uns vor kurzem live beleuchtete Texanerin Elizabeth Lee, ist die stimmlich tragende Person bei „Medicate Me“. Hudson stößt hier hauptgesanglich nur kurz dazu und beschränkt sich eher auf die Harmonien. Erwähnenswert sind sicherlich auch Larry Chaneys, wie auch hier, sporadische Orgel-Einlagen, die einzelnen Tracks mehr Tiefe vermitteln.

Als Rausschmeißer wurde richtiger Weise das süffig polternde, tanzbare Mitgröllied „Hooray For The Honky Tonks“ gewählt, das als eines der Stimmungs-Highlight für die kommenden Live-Shows prädestiniert sein dürfte. Eine echte Hymne für passionierte Kneipengänger, ‚Pretty Girls‘ und ‚Cutie Pies‘.

Somit entpuppt sich „Ameriphonica“ (ein achtseitiges Faltblättchen mit allen Texten ist übrigens im DigiPak eingesteckt) als insgesamt kurzweilige Southern Rock-Scheibe klassischster Art, deren Inhalt genug Anreiz bieten sollte, die umtriebig tourenden Herren Hudson, Schaffner, Ben Hunt und Dan Telander wieder mit einem oder mehreren Konzertbesuchen zu belohnen. Deshalb ein lautstarkes ‚Cheers‘ und ‚Hoorey‘ auf Modern Earls neues Album!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Southern Rock

01. Gone To The Country
02. Gold Digger Prelude
03. The State Of Me
04. Red White And Blues
05. Caroline
06. I Wish I Knew Now
07. Medicate Me (feat. Elizabeth Lee)
08. Hooray For The Honkey Tonks

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Theo Lawrence & The Hearts – Homemade Lemonade – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Dass Theo Lawrence als Kind von den White Stripes besessen war, hört man seinem ersten Studioalbum nicht unbedingt an. Harte Gitarrenriffs und wild trommelnde Schlagzeugbeats eines „Seven Nation Army“ sucht man auf „Homemade Lemonade“ vergebens, denn diesen Musikstil vermeidet Lawrence mit seiner vier Mann starken Begleitband „The Hearts“ und lässt lieber seine einnehmende Stimme sprechen.

Der 22-jährige Franzose kanadischer Herkunft singt im akzentfreien Englisch und dirigiert „The Hearts“ mal zu Soul und R&B, wie im Opener „Heaven To Me“ oder Soul-Country, der Roy Orbison und Elvis Presley als Vorbild hat in „Who I Was“. Auf dem Montreal Jazz Festival (Kanada), das international als eines der renommiertesten Musikfestivals angesehen wird, durften Theo Lawrence und die Band, bestehend aus Louis Marin Renaud an der Gitarre, Olivier Viscat am Bass, Keyboarder Nevil Bernard und Schlagzeuger Thibault Lecocq, bereits auftreten.

Der Versuch, das Album musikalisch einzuordnen, stellt eine Herausforderung dar. Die jungen Franzosen lassen sich halt in kein Korsett zwängen. „Never Let It Go“ ist feinster Modern-Pop-Soul-Sound, „A House But Not A Home“ hingegen beginnt mit einem 60er Beat-Riff, das auch von den Hollies stammen könnte und geht dann über in einen schnörkellosen Country-Rhythmus. Zartes Grillengezirpe hört man am Anfang von „Shanghai Lady“ bis dieses durch eine dumpfe Akustik-Gitarre überdeckt wird und in einen herrlichen Country Rock-Song übergeht. Ein gefühlvolles Duett rundet dieses hervorragende Lied ab.

60er & 70er Jahre-Soul gibt es auf „Heaven To Me“ zu hören, aber die Ausgestaltung des Tracks weist auch frische Akzente eines Michael Buble auf. Swamp-Rock, der einem CCR-Rhythmus, wie bei „Green River“ folgt, ist auf „Chew Me Up“ auszumachen. Bei „Sucker For Love“ denkt man unweigerlich, dass hier möglicherweise Mark Ronson produktionstechnisch unter die Arme gegriffen haben könnte, so klar klingt Amy Winehouse hervor: ein starkes Stück!

Der letzte Song „Count Me In Tomorrow“ deutet dezent auf Jim Reeves Evergreen „Distant Drums“. Die Vielseitigkeit dieser Produktion knüpft bei Nathaniel Rateliff an, der zu Beginn seiner Karriere noch die Singer/Songwriter-Schiene befahren hat, aber in den letzten Jahren das Rhythm & Blues-Feuer mit Country und Soul Einflüssen neu entfachte. Etwas Vergleichbares kann man nur Theo Lawrence wünschen.

Das Album „Homemade Lemonade„ von Theo Lawrence & The Hearts vermittelt eine außerordentliche Souveränität und lebt von der wandlungsfähigen Stimme des Bandleaders, die mal soulig ist, dann wieder in einen Country-Jargon übergeht und schließlich noch rauchig und kräftig die Songs vorantreibt.

BMG (2018)
Stil: Soul-Rock, Rhythm & Blues, Country

01. Heaven To Me
02. Never Let It Go
03. Chew Me Up
04. Search Your Heart
05. My Sunshine Is Dead
06. A House But Not A Home
07. Sucker For Love
08. Who I Was
09. Shanghai Lady
10. Count Me In Tomorrow

Theo Lawrence & The Hearts
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Oktober Promotion

Various Artists – Nashville In Concert At The Royal Albert Hall – DVD-Review

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Wow! Was für ein beeindruckendes Teil, das Universal Music mir da zugeschickt hat. Es handelt sich um ein Konzert, das im vergangenen Jahr in der Respekt einflößenden Royal Albert Hall in London stattgefunden hat und mit modernsten Aufnahmetechniken, in atemberaubenden Bildern samt tollem Klangerlebnis umgesetzt wurde.

Protagonisten des Events sind die Beteiligten, bzw. Darsteller der beliebten US–Fernsehserie „Nashville“, die ballerinenhafte Clare Bowen, Charles Esten, Chris Carmack, Jonathan Jackson und Sam Palladio, die unter dem Slogan „Nashville In Concert At The Royal Albert Hall“, mit ergänzenden Parademusikern wie Colin Linden (Blackie And The Rodeo Kings), hier sowohl als brillanter Gitarrist mit vielen tollen Soli agierend, wie auch als musikalischer Direktor fungierend, John Dymond (bass), Matthew Rollings (keys), Bowen-Gatte Brandon Robert Young (vocals, guitar), Multiinstrumentalist Fats Kaplin (steel, acoustic guitar, harp, violin) und Gary Craig (Ex-Blackie And The Rodeo Kings-Drummer), eine grandiose Show im restlos ausverkauften Rund ablieferten.

Die beeindruckende Location (wie es den Akteuren während des Gigs als auch bei den Statements im Bonus Feature zum ‚Drumherum‘ anzumerken ist), die euphorisierte, aber trotzdem sehr angenehme Nashie-Audienz, die Unterschiedlichkeit der Performer und die dadurch bedingten, vielen variierenden Konstellationen bei der Abwicklung der 28 Songs (!!!) sowie die filigranen Leistungen der Instrumentalisten, machen dieses Event zu einer kurzweiligen Sache, deren Charme man bereits nach den ersten drei, Southern Rock-umwehten Countryrock-Tracks, angeführt von Charles Esten („Buckle Up“ – grandioser Einstieg) und Chris Carmack („What If I Was Willing“ und „Spinning Revolver“ – auch ein sehr guter Gitarrist der Bursche) hoffnungslos erlegen ist.

Auf Anhieb hängen geblieben sind das groovige „If It’s Love (Palladio/Carmack), der tolle Blues „Texas Flood“ (wieder mit starkem Carmack an der E-Gitarre), das ‚Esten-Trio‘ „True Love Ways“, „I Climb The Walls“ und „He Ain’t Me“ sowie das großartige Finale samt aller involvierten Beteiligten mit u.a. dem ‚nashvillisierten‘ Bowie-Klassiker „Heroes“ und der stimmungsvollen Abschluss-Ballade „A Life That’s Good“ (tolles Lichtermeer, Publikumsgesangspassage).

Eine imposante musik- und bildgewaltige DVD, dieses “Nashville In Concert At The Royal Albert Hall”-Dokument, das ich absolut jedem für einen schönen gemütlichen Abend auf der Couch vor dem Fernseher (sofern angeschlossener DVD-Player vorhanden) empfehlen kann. Ein äußerst stimmiges Gesamtpaket. Ich sehe das Werk so ein bisschen als kleine Belohnung für unsere fundierten Besprechungen der drei CDs zur 5. Staffel der Serie, als auch die bisherige allgemein gute Zusammenarbeit an. Vielen Dank liebes Universal-Team!

Universal (2018)
Stil: New Country

01. Buckle Up (feat. Charles Esten)
02. What If I Was Willing (feat. Chris Carmack)
03. Spinning Revolver (feat. Chris Carmack)
04. Keep Asking Why (feat. Jonathan Jackson)
05. Love Rescue Me (feat. Jonathan Jackson)
06. I Will Fall (feat. Sam Palladio)
07. Headed For The Fire (feat. Sam Palladio)
08. Borrow My Heart (feat. Sam Palladio, Clare Bowen, Jonathan Jackson)
09. Longer (feat. Clare Bowen, Brandon Robert Young)
10. Little By Little (feat. Clare Bowen)
11. Hand To Hold (feat. Clare Bowen, Charles Estenadio)
12. Simple As That (feat. Charles Esten)
13. Stand Up (feat. Chris Carmack, Clare Bowen, Brandon Robert Young, Sam Palladio)
14. If It’s Love (feat. Sam Palladio, Chris Carmack )
15. Texas Flood (feat. Chris Carmack)
16. The Killing Moon (feat. Jonathan Jackson)
17. Unchained Melody (feat. Jonathan Jackson)
18. Hello Heartbreak Blues (feat. Sam Palladio)
19. Wake Me Up In Nashville (feat. Sam Palladioadio)
20. Fade Into You (feat. Clare Bowen, Sam Palladio)
21. Letting It Rain (feat. Clare Bowen)
22. Black Roses (feat. Clare Bowen)
23. True Love Ways (feat. Charles Esten)
24. I Climb The Walls (feat. Charles Esten)
25. He Ain’t Me (feat. Charles Esten)
26. Heroes (feat. Charles Esten, Sam Palladio, Clare Bowen)
27. And Then We’re Gone (feat. Charles Esten, Chris Carmack, Clare Bowen, Jonathan Jackson, Sam Palladio)
28. A Life That’s Good (feat. Charles Esten, Chris Carmack, Clare Bowen, Jonathan Jackson, Sam Palladio)

Bonus Feature:
Nashville in London

CMT
Big Machine Records
Universal Music

Sari Schorr & The Engine Room, 22.04.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Schade, obwohl Sari Schorr und ihre Begleitband The Engine Room vor gut einem Jahr an gleicher Stelle hier im Musiktheater Piano zu Dortmund einen tollen Gig hingelegt hatten, war auch diesmal das Zuschauerinteresse deutlich steigerungsfähig. An der geänderten Besetzung ihrer Mitstreiter wird es wohl kaum gelegen haben.

Auch wenn Gitarrenhexer Ines Sibun samt der anderen Kollegen komplett nicht mehr vertreten war, hatte sich das New Yorker ‚Cowgirl‘, wie sie sich vor „Oklahoma“ selbst betitulierte, mit Bassist Mat Beable (Stevie Nimmo, Ben Poole), Drummer Roy Martin (Snowy White, Robert Palmer, Jimmy Barnes, Patricia Kaas), Singer/Songwriter/Gitarrist Ash Wilson und Ex-King King-Keyboarder Bob Fridzema, ebenbürtige Manpower als Ersatz in den ‚Maschinenraum‘ geholt.

Aber zunächst sah es so aus, als wenn Piano-Chefin Jenny Dore einen großen Coup gelandet hätte, als zwei Musiker schon um 19:15 Uhr, sich auf den beiden bereitgestellten Stühlen niedergelassen hatten. Waren Justin Timberlake (schien maskenbildnerisch, um vermutlich nicht gleich erkannt zu werden, alterstechnisch etwas modifiziert) und Chris Stapleton extra nach Dortmund gereist, um ihren aktuellen Megahit „Say Something“ im Piano zu performen?

Na ja, ganz so war es dann doch nicht, Spaß beiseite, es handelte sich um die beiden Bremer Blues-Musikanten Frank Rihm (Gesang und Harp) und den rauschebärtigen Michael Dühnfort (E-Gitarre), die in der Tradition des einstigen US-Harmonika-Spezialisten Little Walter, für knapp 20 Minuten, Stücke wie u. a. „Just Your Fool“ zum Besten gaben und somit die Wartedauer zwischen Einlasszeit und Beginn des Schorr-Gigs kurzweilig verminderten.

Pünktlich um 20:00 Uhr (vorbildlich, die Zuschauer brauchten erst garnicht, wie bei so manchen anderen Acts, mit den Hufen zu ’schorren’…) fand sich der Hauptact, zunächst ohne Sari, auf der Bühne ein, die dann aber schon kurz danach in schwarzer Rocker-Kluft (ihr darunter liegendes T-Shirt zierten die Worte ‚Lipstick & Diamonds & Champagne & Rock’n’Roll‘), beim starken Opener zur „Revolution“ bat. Ash Wilson führte sich direkt mit einem schönen Southern Rock-mäßigen Solo auf seiner schneeweißen Duesenberg-E-Gitarre ansprechend ein.

Mit dem atmosphärischen „Damn Your Reason“ und dem Blues-Stampfer „Demolition Man“ rückte neben Saris Röhre auch Fridzemas gurgelndes Orgelspiel mehr in den Fokus. Toll die Version des eher durch Bad Company bekannt gewordenen Klassikers „Ready For Love“, bei der die Schorr natürlich ihre vokale Stärke wie einst Paul Rodgers perfekt ausspielen konnte.

Nach bereits angeführtem, groovig-souligen „Oklahoma“ (mit toller Instrumentalpassage und Tanzeinlage von Sari) und dem rockigen Aufguss vom Willie Dixon-Blues-Schinken „I Just Wanna Make Love To You“, konnte Ash Wilson bei „Peace And Love“, neben seinen vielen quirligen und knarzigen Gitarrenkünsten, auch am Front-Mikro überzeugen.

Nicht fehlen im Programm darf natürlich die entschleunigte Version des Ram Jam-One Hit Wonder „Black Betty“. Das kräftige „Kiss Me“, die emotional besungene Barroom-Ballade „Ordinary Life“ und das oft gecoverte „Rock’n’Roll“ von Led Zeppelin (Fridzema mit HT-Piano) hielten den Unterhaltungswert weiter auf hohem Niveau.

Mit dem krawalligen „Maybe I’m Foolin‘“ gab es einen ersten Ausblick auf neues Schorr-Material, ebenso wie bei „I Thank You“ (erinnerte an Sachen von Robin Beck), das als erste Zugabe spontan eingestreut wurde. Zuvor hatte das famose „Ain’t Got No Money“ (samt Vorstellung der Band) den Hauptteil beendet. „Aunt Hazel“ eines der naturgewaltigen Highlights ihres momentan immer noch aktuellen Werkes „A Force Of Nature“ bildete dann das endgültige Finale.

Als sich das Piano zu lichten begann, hatten wir noch kurz die Gelegenheit, mit Bob Fridzema über die Beweggründe seines Ausstiegs bei King King zu sprechen (er möchte in Zukunft zeitlich und musikalisch flexibler agieren können), als auch ihn, Sari, das Bremer Duo und Jenny Dore mit unserem Logo abzulichten. Somit ein runder, musikalisch intensiver und überzeugender Abend mit Sari Schorr & The Engine Room, der wieder jede Menge Spaß gemacht hat. Also, liebe Leute, beim nächsten Mal gibt es absolut keine Ausreden mehr – Hingehen!!!

Line-up:
Sari Schorr (lead vocals)
Mat Beable (bass)
Roy Martin (drums)
Ash Wilson (electric guitar, vocals)
Bob Fridzema (keys)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Sari Schorr
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Jetbone – 20.04.2018, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

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Als Jetbone um 20:30 Uhr die Bühne im Blue Notez betreten, fühlt man sich nicht nur modisch in die 1960/70er Jahre versetzt. Weite Schlaghosen, Hüte, lange Haare und aufgeknöpfte Hemden sind das Markenzeichen ihres originellen Hippie-Styles. Frontmann Gustav Sjödin begrüßt das Publikum in Dortmund mit einem fröhlichen „Welcome to this magical evening“ und mit dieser anspruchsvollen Ankündigung sollte er in den nächsten 80 Minuten voll und ganz Recht behalten. Das Konzert ist zugleich eine inoffizielle Release-Party zu ihrem dritten Studioalbum „Come Out And Play“ (VÖ. 20.04.). Dass sie jetzt beim skandinavischen Ableger des Major-Labels BMG unter Vertrag sind, sieht man schon am selbstgestalteten Tourbus, mit dem die jungen Schweden aus Sundsvall angereist sind und auf dem in großen Lettern der Bandname hervorsticht.

Das Stones-rockige ʹ60s Triple aus „Chickadee“, „Don’t Hold Me Back“ und „Are You Ready?“, alles Songs vom neuen Album, lässt die kühlen Temperaturen im Konzertkeller schnell ansteigen. Gitarrist Sebastian Engberg hat sogar schon ein paar lässige Keith Richards-Moves verinnerlicht. Der angekündigte Road-Song „It’s So Hard“ verbreitet sofort ein relaxtes Eagles-California Feeling, im leider etwas spärlich besuchten Blue Notez Club. Die Southern-Rock-Hymne „Woman“, vom Vorgängeralbum „Magical Ride“ (2015), ist deutlich an Lynyrd Skynyrd angelehnt und legt einen ähnlich explosiven und fulminanten Schlussspurt hin, wie „Free Bird“. Das folgende „Let’s Get It On“ erweitert Jetbones musikalische Bandbreite um einen Blues-Rock Song, der nicht nur textlich an T.Rexʹ „Get It On“ anknüpft.

Einen Genrewechsel vollziehen sie mit dem auf über zehn starken Minuten ausgedehnten Medley Lovelight/Mixed, der sich zuerst zu einem rockigen Jam-Track, mit Bass-, Gitarren- und Keyboard-Solo aufbaut und dann in eine wilde Soul-Nummer, mit Tanzeinlage des Bassisten und Leadsängers, im Stile der Blues Brothers, abdriftet. Hard-Rock, der selbst Robert Plant zu exzentrischen Jubelschreien bringen würde, wird auf „Lady“ („a song about an evil woman“) zelebriert.

Nach dieser wilden Konzertstunde gab es zunächst einmal entschleunigende, Klassik angehauchte, Keyboard Klänge, die alleine von Rasmus Fors vorgetragen wurden. Aber dieses Solo war nur das Intro zur großartigen Rock-Ballade „Road In The Sky“, zu der die Band dann wieder vollzählig auf der Bühne performte. „Fifth Time Loser“, ebenfalls von Magical Ride und der Titelsong vom neuen Album „Come Out And Play“ spiegeln erneut Stones Klassiker (u.a. „Rocks Off“) wieder und besonders COAT ist Stadion-Stones-Sound at its best!

Nach dieser hitzigen Show waren lautstarke Ovationen natürlich vorprogrammiert und ohne Zugaben wären die Jungs auch nicht mehr aus dem Club gelassen worden. Das nachfolgende, selbstgeschriebene Rhythm & Blues Stück „Everybody Needs Somebody To Love“, zeigte noch einmal das gesamte, künstlerisch-qualitative Repertoire der Band und mit „Shine On“ ging ein kurzer, aber dafür begeisternder Konzertabend zu Ende. Die Songs des neuen Albums verbreiten eine ansteckende Live-Atmosphäre und könnten ihre Wirkung auch in größeren Locations entfalten. Hier war jede Menge Spiellaune der Band mit dabei und eine grandiose Bühnenperformance.

Wer auf junge, zielstrebige, authentische und professionelle mit Leidenschaft verkörperte Rockmusik steht, sollte Jetbone auf keinen Fall verpassen. Noch hat man die Gelegenheit, sie auf den „kleinen“ Konzertbühnen zu erleben. Auf „Are You Ready?“ singen sie „Talkinʹ bout a revolution“. Reden sollte man ÜBER Jetbone!!! Als Rock-Revolution vielleicht noch nicht, aber mindestens als Live-Rock-Sensation des Konzertjahres 2018. Alter Schwede! Das war ein Konzert der Extraklasse.

Line-up:
Gustav “Gurten” Sjödin (lead vocals, bass)
Alin Riabouchkin (guitar, vocals)
Sebastian Engberg (guitar, vocals)
Rasmus Fors (keys)
Albin Linder (drums)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Stephan Skolarski

Jetbone
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Blue Notez Dortmund

Elizabeth Lee’s Cozmic Mojo – 19.04.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Ein warmer, hochsommerlicher Donnerstag Abend in Krefeld und Bob Dylan spielt im Königspalast. Dennoch findet sich, trotz dieser legendären Konkurrenz, in der Kulturrampe ein Publikum, welches diese zu etwa einem Drittel füllt. Der Auftritt der Texanerin Elizabeth Lee, die durch ihren aus Braunschweig kommenden Mann, einen Bezug zu Deutschland aufweist, und ihrer, aus der Gegend von Brescia am Gardasee stammenden Cozmic Mojo-Begleitband, hätte selbst bei diesen drückenden Temperaturen, eine deutlich größere Resonanz verdient.  Dies wird vermutlich erst der Fall sein, wenn sich nach diesem starken Debüt, die Qualität der Band beim Konzert-verwöhnten Publikum herumgesprochen hat.

Pünktlich gegen 20:30 begann die Band , um ohne die Protagonistin, mit einem rein instrumentalen Intro den Gig einzuläuten. Elizabeth, die dem Treiben aus dem hinteren Bereich der Rampe folgte, betrat zunächst unter bedächtigen Applaus die Bühne, welche in Anlehnung zum aktuellen Album “Songs From The Basement“ mit einer Sechziger-Jahre-Stehlampe und einem Mikrofonständer, umschlungen mit einer Lichterkette und Blumen, dekoriert war.

Spätestens beim vierten Song, „She’s So Lonely“, von diesem o. a. Werk war die letzte Distanz des Publikums verschwunden und die Besucher gingen entsprechend mit. Man war fasziniert von diesem Soul-umwehten, Americana- und Southern-getränkten Bluesrock, mit zum Teil psychedelischen Einflüssen, insbesondere bei den Intros der Songs, welche auch in ein Led Zeppelin– oder Pink Floyd-Programm gepasst hätten.

Die Low Tempo-Version von „Rich Woman“, einem Song aus den 50er Jahren, der schon von Canned Heat und später auch von Robert Plant mit Alison Krauss gecovert wurde, zeigte die ganze Bandbreite der Stimme Elizabeth Lees. Sie kann es sowohl ruhig und bedächtig, aber je nach Bedarf auch als Bluesröhre a la Janis Joplin oder als rockendes „Southern Girl“. Aber auch die Band zeigte ihre Qualitäten und bekam bei zwei Tracks im ersten Set die Möglichkeit, ohne die Frontfrau ihr Können unter Beweis zu stellen.

Lucca Gallini bearbeitete seine Gitarren mal slidend, mal rockend, spielte einige furiose Soli, aber manchmal auch nur gefühlvoll, leichte Hintergrundakzente setzend. Matteo Mantovani am Bass und der Drummer Mattia Bertolassi sorgten für eine souveräne Rhythmusbasis, auch als Spielraum für Gallinis Soli. Bertolassi übernahm einige Gesangspassagen und gab mit seiner Stimme einen angenehmen Kontrast zu Lee.

Mit „Key Don’t Fit“, einem Buddy Guy-Cover, das sie eindrucksvoll darbot, bewies die Dame aus dem Lonestar-State, dass sie auch den Blues der damaligen „Größen“ beherrscht. Zum Ende des ersten Sets wurde es melancholisch und Elizabeth erzählte eine Geschichte von einem verstorbenen Tom, einem einfachen Menschen, welcher in einem alten Fischerhaus mit Traumfängern lebte und vor dessen Anwesen sie am Strand von Malibu gestanden hatte.

Dieser Tom, den sie mal bei einem Konzert getroffen hatte und der sich ohne jede Allüren mit ihr unterhielt, erwies sich als einer der größten Songwriter der neueren Musikgeschichte, Tom Petty. Ihm zu Ehren spielte sie eine wunderschöne Version von „Sawing Grace“.  Die Besucher hörten, ohne störende Nebengeräusche, einfach nur zu, welche heutzutage bei Konzerten ja leider oft Gang und Gebe sind. Das Krefelder Publikum zeigte hier einmal mehr seine Klasse und zollte Respekt für die Band, aber auch für den leider zu früh verstorbenen Petty.

In der Pause, aber auch nach dem Konzert, ergab sich noch die Möglichkeit, mit Elizabeth Lee über Musik, deren Größen aber auch Abgründe (hier sei nur der Neil Young Song „Girl Without A Song“ genannt, wo die Musikindustrie irgendwelche hübschen Mädels, die noch nie einen Song geschrieben haben, einsetzt), und anderes Triviales zu plaudern. Hier offenbarte sich auch ihre Beziehung zu den meist in Berlin lebenden Southern Rockern von Modern Earl, auf deren aktuellem Album „Ameriphonica“ (Review kommt in Kürze) sie bei einem Lied auch Gesangspassagen beisteuerte.

Nach der Pause wurde der zweite Set weitaus rockiger, mit einigen starken Southern-Akzenten. Die Vollgas-Show wurde eigentlich nur von dem Etta Jones-Klassiker „I’d Rather Go Blind“ (Elizabeth brauchte sich mit ihrer Coverversion wahrlich nicht hinter den vielen Größen, die den Song bereits coverten, verstecken) und einem Duo mit Matteo Mantovani, der den Bass gegen eine der E-Gitarren ausgetauscht hatte, unterbrochen.

Bei den im zweiten Set flott rockenden Songs, waren insbesondere das psychedelische „Everything’s Alright“ und das southern-umwobene „Queen Of The Water“, das einen würdigen Abschluß für das Konzert setzte und die Zugaben einläutete, besonders  hervorzuheben.

Elizabeth Lee & Cozmic Mojo dürften mit dem etwa zweistündigen Auftritt ihren Fankreis erweitert haben und werden vermutlich, sollten sie noch einmal in der Rampe auftreten, diese mit Sicherheit viel besser füllen. Wer auch auf Musik im Stile einer Beth Hart steht, kann getrost ein Konzert der Band besuchen. Mann/Frau, ich will politisch korrekt sein, wird mit Sicherheit nicht enttäuscht werden.

Line-up:
Elizabeth Lee (lead vocals, percussion)
Luca Gallina (guitars, vocals)
Matteo Mantovani (bass, vocals)
Mattia Bertolassi (drums, percussion, vocals)

Bilder und Bericht: Gernot Mangold

Elizabeth Lee’s Cozmic Mojo
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Kulturrampe Krefeld

Black Stone Cherry – Family Tree – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Black Stone Cherry sind ohne Zweifel einer der aktuell dominierenden Acts im wieder heiß umkämpften Southern-Rock-Revier. Im Vergleich zu aufstrebenden Southern Groups, wie den Whiskey Myers oder Blackberry Smoke, die beide auch die Nähe zum Country-Rock nicht scheuen, verlassen sich die vier Musiker aus Edmonton, Kentucky auf alte Hard-Rock Tugenden und bisweilen sogar Heavy-Metal-Riffs oder raue Bass-Linien, wie z.B. auf dem Opener „Bad Habit“, der sogar Motörhead-Fans begeistern dürfte.

Das neue Album heißt nicht zufällig „Family Tree“, sondern zielt bewusst auf musikalische Einflüsse ab, die sie auf ihrer mittlerweile fast 18 Jahre andauernden Karriere begleiten. Als eine Huldigung an Cream, Led Zeppelin, Muddy Waters oder The Faces ist das 6. Studioalbum zu verstehen. Einer der befreundeten Musiker und Vorbilder, welchen sie auf „Dancin‘ In the Rain“ mit ins Boot geholt haben, ist Warren Haynes, der bei der Allman Brothers Band-Reunion dabei war und als Gründungsmitglied von Govʹt Mule einen wesentlichen Anteil am wiederaufkeimenden Southern-Rock Hype hat.

Die Gruppe um Chris Robertson (Gesang, Gitarre), Ben Wells (Gesang, Gitarre), John Lawhon (Bass, Gesang) und John Fred Young (Schlagzeug) macht diesmal auch vor untypischen Instrumentalisierungen nicht Halt, wie Bongo-Trommeln auf „Carry Me On Down The Road“ oder Soul-Gesang bei „James Brown“. Die Songs „Burninʹ“ oder „New Kinda Feelinʹ“ hingegen werden auch ZZ Top-Jüngern gefallen.

Melodischer klingt es auf „My Last Breath“, das von Bläsern und Gospelgesang begleitet wird, oder dem Soft Rock-Refrain von „I Need A Woman“. „Southern Fried Friday Night“ ist originalgetreuer Southern-American-Hard-Rock, hartes Gitarren-Riff inklusive, den Black Stone Cherry seit dem ersten Album konsequent vorspielen.

Nach dem Longplayer „Folklore und Superstition“ (2008), der teilweise fast schon von melodischem Hard Rock im Stile Nickelbacks überstrapaziert war („Peace Is Free, „Blind Man“), beschreitet die Band auf dem neuen Silberling einen gelungenen Blues Rock-Weg („Get Me Over You“, „Ain’t Nobody“), den sie mit der EP „Back To Blues“ 2017 begonnen hatte.

Nachhaltig einschlagende Songs vermisst man zwar ein wenig, aber die Beteuerung von Sänger Chris Robertson „Wir vier sind eine Familie“, stimmt positiv für die Zukunft. Charakteristische Southern Rock-Lyrik, wie Drogen oder Bibel-Verweise werden auf knapp 53 Minuten dann auch noch eingefügt: „All this smoke and whiskey Iʹve been drowning in“ oder „Give me a soul to preach to“, als elementare Bestätigung der eigenen Herkunft (Bible Belt).

Wie auf jedem der bisherigen Studioalben enthält auch „Family Tree“ wieder 13 Tracks, als Symbol ihrer Glückszahl. Das Album fügt sich nahtlos ins bisherige, erfolgreiche Schaffenswerk der Band ein und beweist: Southern Rock erlebt ein aufblühendes Revival und steht den durchschlagenden Erfolgen von Lynyrd Skynyrd, ZZ Top oder der Allman Brothers Band, in den 1970er Jahren, in nichts nach.

Mascot Records (2018)
Stil: (Southern) Hard Rock

01. Bad Habit
02. Burnin‘
03. New Kinda Feelin‘
04. Carry Me On Down The Road
05. My Last Breath
06. Southern Fried Friday Night
07. Dancin‘ In The Rain feat Warren Haynes
08. Ain’t Nobody
09. James Brown
10. You Got The Blues
11. I Need A Woman
12. Get Me Over You
13. Family Tree

Black Stone Cherry
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Netinfect Promotion

Jetbone – Come Out And Play – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Was man nicht für tolle Schätze in den Plattenkisten, die im Keller stehen, entdecken kann! Das werden sich die jungen Schweden von Jetbone wohl gedacht haben, als sie legendäre Rock-Alben wie „Exile On Main Street“, „Led Zeppelin IV“ oder „Pronounced leh-nerd skin-nerd“ gehört haben. Und es wird ihnen so vorgekommen sein, als wären sie dort auf eine Goldader gestoßen, so unermüdlich schürfen sie aus den Songs dieser Scheiben.

„Come Out And Play“ ist das Major Label-Debüt für die 5 Jungs aus Sundsvall. Der lautstarke Opener und Titelsong ihres 3. Albums weckt unverkennbar Erinnerungen an die Stones-Single „Doom And Gloom“. Das zweite Stück „Are You Ready“ ist fast schon eine unverschämte Frage, natürlich ist man nach so einem Auftakt bereit für weitere Power-Tracks.

Auf dem space-rockigen „It’s So Hard“ hört man die Eagles mit sonnigem California-Sound und „Take It Easy“ heraus. „Chickadee“ macht auf einmal wieder Lust auf ihre schwedischen Rock-Vorreiter „The Hellacopters“. Die ausgelassene Spielart erinnert teilweise an ihre Landsmänner von Royal Republic, die mit „Tommy Gun“ auch hierzulande bereits einen Charterfolg vorzuweisen hatten.

Das balladenartige, keyboardlastige „Road In The Sky“ kurvt ab zum Intro von „Stairway To Heaven“ und das folgende „Lady“ besticht durch klassische Hard-Rock Riffs, wie man sie auf Led Zeppelin oder The Answer Songs liebt. Die ersten Klänge von „Not A Fool To Cry“ lassen sofort Southern-Rock-Hymnen wie „Free Bird“ oder „Simple Man“ von Lynyrd Skynyrd wiederaufleben.

Auf „Don’t Hold Me Back“ geht es dann erneut Richtung Stones und „You Got Me Rockin'“. Zum Abschluss kommt eine Art Show-Hymne, die sich zwischen Mika und den Scissor Sisters bewegt und mit umfangreichen Bläsersätzen aufwartet, die an pompöse, amerikanische Unterhaltungs-Showmusik anknüpfen.

Das neue Album ist eine Ansammlung von einprägsamen Songs mit vielen Ähnlichkeiten zu altbekannten Rock-Genre-Bands (Rolling Stones, Led Zeppelin, The Hellacopters). Das Schöpfen aus diesen meisterhaften Sounds ist unverkennbar, aber die Identifizierung mit den Liedern gelingt den Schweden vorbildlich. Ihr selbstbezeichneter „Funky Rock ’n‘ Roll“ wird immer wieder vom mehrstimmigen Gesang markant getragen.

Dass die Bandmitglieder vor 2 Jahren ihre Heimat und Familien zurückgelassen haben, um 2017 fast 200 Konzerte zu spielen, zeigt die Intensität, mit der sie ihrer Leidenschaft nachgehen.

Das „Come Out And Play“ lebt von seiner musikalischen Bandbreite und unüberhörbaren Verweisen auf über 50 Jahre Rock Geschichte. Mit knapp 38 Minuten ist der Longplayer ein kurzweiliges Hörerlebnis, das dafür aber umso länger nachhallt. Wer sich von Jetbone und ihren Live-Qualitäten überzeugen möchte, hat dafür in nächster Zeit noch ausgiebig Gelegenheit (siehe Konzerttermine der Band).

BMG Scandinavia(2018)
Stil: Rock’n’Roll, Southern Rock

01. Come Out And Play
02. Are You Ready?
03. It‘ So hard
04. Chickadee
05. Road In The Sky
06. Lady
07. Twisted Company
08. Not A Fool To Cry
09. Don’t Hold Me Back
10. Make This Song Together

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Black Pike Favorites

Shred Kelly – 14.04.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

Shred_Haupt

Es ist bekannt, dass Yard Club-Chef Marcus Neu, ein gutes Gespür für aufkommende Acts hat. Wenn er von etwas überzeugt ist, dann zieht er eine Sache kompromisslos durch, selbst, wenn er dafür einen ‚langen Atem‘ braucht.

Bestes Beispiel sind The Dead South, die zunächst vor 15 Zuschauern, ihre Musik im Club Preis geben mussten, zweieinhalb Jahre später bei ‚der großen Schwester‘, der Kantine, schon 800 Leute unterhielten und mittlerweile viele angesagte Locations überall auf der Welt füllen.

Ein gleiches Schicksal ereilte bereits zum wiederholten Male die kanadischen Folk Rock-Kollegen Shred Kelly mit ihrem Support Megan Nash, die – es verstehe, in einer hiesigen Metropole und Studenten-Stadt wie Köln, wer will – auch nur eine sehr übersichtliche Anzahl an Zuschauern mobilisieren konnten.

Dabei ist das doch Musik, die durchaus in geistig etwas beschlageneren Kreisen, gern gehört wird. Mittagsschlaf um 21:00 Uhr noch nicht beendet oder was auch immer, für mich persönlich bleibt es, vor allem aufgrund der allseits bekannten, mitreißenden Leistungen und sowie der positiven Ausstrahlung der Band, ein absolutes Rätsel.

Aber von vorne. Noch bitterer war es natürlich für die, aus der kanadischen Walachei (Sasketchawan) stammende Megan Nash, die solo, nur mit Akustikgitarre umhangen, mit ihrem dezent Country-umwehten Singer/Songwriter-Stoff, gegen eine größtenteils rumbrabbelnde, sich selbst wichtiger nehmende Audienz, ankämpfen musste.

Die stellte schwerpunktmäßig Stücke aus ihrem aktuellen Album „Seeker“ vor, wobei sie bei mir, mit ihrem variablen und ausdrucksstarken Gesang, der wirklich alle Tonlagen von hell, zart bis emotional, rotzig und tief, umfasste, punkten konnte.

Direkt hinterher betraten dann Sage McBride, Tim Newton, Ty West, Jordan Vlasschaert und ihr Tour-Drummer, Eddie Annett, die Bühne, um dann auch ihr, von uns reviewtes Neuwerk „Archipelago“ in den Fokus zu rücken.

Die drückten dann auch direkt mit den launigen Openern dieses Albums, aber in umgekehrter Reihenfolge, „Don’t Ever Look Back“ und „Archipelago“, aufs Folk Rock-Gaspedal, sodass Tim Newton schon frühzeitig eine neue Saite für sein, während des Konzertes stark in Anspruch genommenes Banjo, bemühen musste.

Auch im weiteren Verlauf präsentierten die, sich immer wieder im Lead und Backing Gesang abwechselnden und sich ergänzenden Sage McBride und Tim Newton, samt ihrer Kollegen, mit dynamischen Tracks wie u. a. „Stereo“, „Jupiter (Any Other Way“, „Nova“, „Rowed Away“, „Sing To The Night“, „Cabin Fever“, „My Vessel, My Grave“ und „Didn’t Know“, furios abgehende und rhythmisch aufbrausende, keltisch- wie Heartland-umwehte Eigenkompositionen, an der Schnittstelle krawalliger The Pogues und melodischer, sowohl radio- als auch stadiontauglicher U2.

Etwas Einhalt, aber eher mehr punktuell, gewährten die Kanadier aus British Columbia, bei atmosphärischen und poppigen Sachen wie „Way Down“ und  „Going Sideways“. Zum Ende des Hauptteils fegten sie mit dem wüst rockenden „Tornado Alley“ eine regelrechte Folk Rock-Sturm-Schneise durch den Yard Club.

Zum Zugabenteil ließ sich zunächst nur Drummer Annett für ein Solo sehen, danach kam der Rest wieder für die beiden Rausschmeißer „Die Trying“ und „New Black“, bei denen die Anwesenden erneut ordentlich abtanzten, auf die Bühne.

Fazit: Trotz enttäuschender Kulisse, ließen sich Shred Kelly (auch sehr nette und offene Menschen, wie wir vor dem Konzert im Backstage-Berich feststellen durften) nicht frustrieren, und spulten einen furiosen Gig professionell herunter, als wenn der Yard Club aus allen Nähten geplatzt wäre. Ach ja, und heute spielen sie wohl wieder vor ausverkauftem Haus im Londoner Kultclub The Garage, in dem schon Größen wie u. a. die Red Hot Chili Peppers oder Oasis vorstellig waren. Übrigens als Support einer der vielen Neuschen Entdeckungen namens The Dead South…

Line-up:
Sage McBride (lead and backing vocals, keys, percussion)
Tim Newton (lead and backing vocals, banjo, ukulele)
Ty West (electric guitar)
Jordan Vlasschaert (bass, ukulele, percussion, vocals)
Eddie Annett (drums)

Support: Megan Nash (leadvocals, acoustic guitar)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Shred Kelly
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Yard Club Köln

Elles Bailey – 13.04.2018, topos, Leverkusen – Konzertbericht

Bailey_haupt

Das sind so die Abende, bei denen einem die langjährige Musikerfahrung, schon im Vorfeld intuitiv suggeriert, mit einem schönen Erlebnis belohnt zu werden. Die aktuelle Debüt-CD „Wildfire“ von ‚Blues Princess‘ Elles Bailey ist zwar vom Kollegen Michael Segets reviewt worden, aber seiner Zeit natürlich auch bei mir, in erster Linie mittels USB-Stick im Auto, rauf und runter gelaufen.

Musik, wie ich sie einfach sehr gerne mag. Melodisch variabler Blues Rock mit dezentem Southern-Teint, von toller, ausdrucksstarker Stimme und guten Instrumentalisten vorgetragen.  Die junge Britin, die aus meiner Sicht schon jetzt keine Vergleiche mit einer Beth Hart zu scheuen braucht, überzeugte demnach mit ihren Mitstreitern Joe Wilkins, Zak Ranyard und Matthew Jones auf ganzer Linie, dass selbst dem anwesenden ‚Grandseigneur‘ der Rockmusikhistorie hierzulande, Peter Rüchel, der Spaß am Geschehen, augenscheinlich anzumerken war.

Elles und ihre Burschen stiegen mit „Let Me Hear You Scream“ in den zweigeteilten Gig ein, ein idealer Song, um die größtenteils bereits durch Biergenuss eingeölten Stimmen der vertretenden Audienz sofort unterhaltsam mit einzubinden, wie auch auf Betriebstemperatur zu bringen.

Der Southern-umwehte Stampfer „Same Flame“ (schönes Telecaster-Solo), der Bariton-Gitarre-dominierte Schwofer „Barrell Of Your Gun“, die tolle Ballade „What If I“ (Elles mittlerweile am Piano) und der Barroom-Schwofer „Believed In You“, leiteten stimmungsvoll  in den Akustik-Part zum Ende des ersten Abschnitts über.

Der bestand aus dem Heartbreak-Song „Time’s A Healer“ (allmaneskes Spiel von Wilkins), dem 70ies-trächtigen „Waiting Game“, dem, einer weiblichen Bekanntschaft in Nashville geschuldeten „Leapers Fork“  sowie dem John Prine-Klassiker „Angel From Montgomery“ (mit herrlichem Akustik-Slide). Das begeisterte Publikum im immer wieder urigen und engen topos applaudierte lautstark in die Pause.

Auch Part Zwei büßte nichts in Sachen Intensität und Klasse ein, ganz im Gegenteil, die Stimmung steigerte sich mehr und mehr. Nicht zuletzt auch ein Verdienst der Protagonistin, die mit ihrer kommunikativen sympathischen Art, erheblich zu einem lockeren Ambiente beitrug.

Mit dem swampigen „Medicine Man“ (wieder schön Slide bestückt), dem atmosphärisch groovenden „Devil Comes Knocking“, „What’s The Matter With You?“ (Barroom Blues – siehe hierzu beigefügten Videoclip) und dem, mit einem Plädoyer für Gleichberechtigung und Toleranz vorausgeschickten „Perfect Storm“ (siehe Videoclip), gelang direkt ein nahtloser Übergang.

Nach dem, als  Blues-Schleicher beginnenden, aber als furiose Uptemponummer endenden „Big Idea“, ließ Elles das im topos versammelte Wolfsrudel zu „Howlin‘ Wolf“ mitheulen, u. a. ein launiges  Stimmungshighlight des Abends, um mit dem Stones-mäßigen „Shackles Of Love“ die teilweise, unter den beengten Verhältnissen beanspruchten und leidenden Körperteile der größtenteils anwesenden Ü-50 Generation aufzulockern und durchzuschütteln.

Mit dem Janis Joplin gewidmeten, southern-souligen „“Girl Who Owned The Blues“ ließ die junge Protagonistin ein weiteres Mal, ihre beeindruckenden vokalen Qualitäten (in allen Tempi und Stimmungen) zum Abschluss des Hauptteils aufblitzen. Grandios auch das famos, im Stile der Allman Brothers/Marshall Tucker Band gespielte, energiegeladene E-Gitarrensolo von Joe am Ende des Liedes. Klasse!

Dass das Quartett Überstunden schieben musste, war damit natürlich vorprogrammiert. Die euphorisierten Leute bekamen dann auch mit dem traurigen, sehr emotional, solo am Piano performten „Light In The Distance“ (für einen verstorbenen Freund, Elles bei der Ansage den Tränen nah), dem southern-psychedelischen Titelstück der CD, „Wildfire“ (Wilkins wieder mit furiosem Slide-Solo auf einer Fender Jaguar) und dem erneut southern-souligen Willie & The Bandits-Cover „Still Go Marching In“ (wieder mit integrierter Publikums-Mitsing-Interaktion), nochmals einen ausgiebigen Dreier-Pack geboten. An diesem Abend stimmte einfach so gut wie alles.

Nach dem Gig wurde Elles natürlich in Sachen Tonträger-Verkäufe und Autogramme belagert. Sie und ihre Mitstreiter hatten dann auch noch die Zeit, sich mit unserem Logo für unsere VIP-Galerie ablichten zu lassen. Insgesamt ein wunderbarer Abend mit einer hochtalentierten, alles gebenden Elles Bailey samt Kollegen, die eigentlich in Zukunft  für Höheres berufen zu sein scheinen. Liebe Major-Labels, bitte Aufwachen…!

Herzlichen Dank an Klemens Kübber für die vorbildliche Organisation im Vorfeld!

Line-up:
Elles Bailey – lead vocals, piano
Joe Wilkins – electric guitar, acoustic guitar, vocals
Zak Ranyard – bass
Matthew Jones – drums, percussion, vocals

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus
Videos: Klemens Kübber

Elles Bailey
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topos Leverkusen