Foghat – 23.08.2019 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbilder

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Die britischen Heavy Rock-Urgesteine im Musiktheater Piano zu Dortmund. Unser Knipser Adam Zegarmistrz Glagla hat den Gig bildtechnisch festgehalten.

Line-up:
Charlie Huhn – lead vocals, guitar
Brian Bassett – guitar
Roger Earl – drums
Rodney O’Quinn – bass, vocals

Bilder: Adam Zegarmistrz Glagla

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Musiktheater Piano
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Wucan – Support: Motorowl – 09.02.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Zwei junge deutsche Bands machten Halt im Dortmunder Piano, wo neben Blues und Classic Rock-Acts auch anderen Musiksparten immer wieder die Tore geöffnet werden. Wucan, ein Dresdener Quintett, welches sich unter anderem auch schon im Rahmen des Rockpalasts erste Sporen verdienthat, hatte dabei die Newcomer von Motorowl mit im Schlepptau. In dieser Zusammensetzung gelang es, das Piano mit über 200 Besuchern ganz gut zu füllen.

Gegen 20:15 Uhr eröffneten dann Motorowl den Abend. Unter psychedelischen Klängen betraten die fünf Musiker die zunächst dunkel ausgeleuchtete Bühne, um einen etwa 45 Minuten währenden, laut krachenden progressiven Gig hinzulegen. Nicht umsonst hatte Jenny Dore an der Kasse ein großes Gebinde an Ohrenstöpseln hingestellt. Einige der Besucher nahmen das Angebot im Laufe des Konzertabends dann noch gerne an.

Die Fünf aus Thüringen performten einen Querschnitt aus ihren beiden Platten „Om Generator“ und „Atlas“ und konnten die Zuschauer mit ihrer Dynamik dazu bringen, entsprechend mitzugehen. Die Zusammensetzung des Publikums war dabei schon beachtlich. Die Spanne ging vom Alter her von 18 bis über 60 und vom Kuttenträger über Hippie-ähnliche Typen bis hin zu „Normalos“.

Motorowl warteten für ihr noch junges Alter schon mit einer entsprechend dem Genre, beachtliche Bühnenpräsenz auf. Heavymäßig flogen die Haare und an Posen wurde nicht gespart. Neben stampfendem progressiven Heavy Rock belebten immer wieder psychedelische, oft düstere Elemente die Stücke, wobei das Keyboardspiel ein schöner Gegenpart war gegenüber den treibenden Gitarren, Bass und Schlagzeugspiel darstellte. Mit etwas mehr Erfahrung werden sie in Zukunft eventuell darauf verzichten, den Sound so laut abmischen zu lassen, dass man sich nahe des gesundheitsschädigenden Bereichs befindet.

Gegen 21:15 Uhr ging es mit Wucan weiter. Nach einer kurzen Begrüßung durch Francis Tobolsky, die, wie es sich für eine Fronterin gehört, zwischen den Songs kurze Ansagen machte, legten die vier Musiker fulminant los und brachten Publikum direkt in Stimmung.

Tobolsky, zunächst mit Gitarre bewaffnet, fast im Partnerlook zum Gitarristen Tim George in schwarzer 70er Glitzerhose, legte mit ihren Kumpanen einen Sound hin, derstilistisch vielfach in den 70er oder 80er Jahren seine Grundlage hatte. Vorweg gesagt, es handelte sich dabei um keinen Abklatsch alter Rockhelden, sondern um einen progressiven, meist harten Rockstil, den man selbst eher dem Krautrock zuordnet.

An diesem Abend konnten man die neue Generation dieses Genres erleben, oder an den Heavy Flute Rock, anlehnend an die Querflöte, welche die Fronterin in den meisten Tracks als Stilmittel passend zum Gitarrenspiel einsetzt und in dieser Form eine Art Alleinstellungsmerkmal abgibt.

Alexander Karlisch am Bass, der mit Hut und Kleidung auch in einer Southern-Rockband gut aufgehoben gewesen wäre und Philip Knöfel an den Drums legten in allen Liedern eine klanglich gut differenzierte Rhythmusarbeit für den fetten Sound der Band hin.

Gelungen war auch der erfrischend vorgetragene Coversong „Zwischen Liebe Und Zorn“ der DDR-Hadrockband Renft. In einem Konzert ohne Längen, trotz der meist ausgiebigen Stücke (neun in über 80 Minuten) ragten für mich die Extended Version von „Aging Ten Years In Two Seconds“ mit mehreren Tempivariationen, Wechsel von Gitarre und Querflöte als Leadinstrument samt einer Gesangsbreite von Francis und das hardrockende „Looking in The Past“ hervor.

Aber auch „Father Storm“ und „Wandfermann“ vom „Sow In The Wind“-Album sowie „Dobetrotter“ vom aktuelllen Longplayer „Vicarma“ konnten die Fans überzeugen. Neben den angesprochenen Instrumenten, die in dieser Zusammensetzung nicht alltäglich sind, setzte Fronterin Francis Tobolsky auch am Theremin nicht oft zu hörende Akzente. Dieses Theremin ist manch einem unter diesem Begriff vielleicht nicht geläufig, aber vielen durch „Whole Lotta Love“ von Led Zep bekannt.

Es ist durchaus als Vorgänger der Synthesizer zu sehen, die einst ein gewisser Herr Moog dann weiterentwickelte. Beim LZ-Evergreen war dieses Instrument für die infernalischen Klangteppiche in der Mitte des Songs verantwortlich. Mit dieser Mischung alter und in der Musikwelt aktueller Instrumente, gelang es Wucan an diesem Abend sowohl das jüngere Publikum, wie auch die älteren, die mit den Rockdinos aufgewachsen sind, zufrieden zu stellen.

Es ist schön zu realisieren, dass es immer wieder Acts gibt, die den alten Spirit der Rockmusik in moderner Form weiter- oder wieder aufleben lassen. In diesen Geist passte auch die Zugabe, zu der auch die Vorband Motorowl auf die Bühne zurückkehrte. Kurz davor, während die Band weiterspielte, rezitierte Francis Tobolsky aus dem Buch „Sri Isopanisad“, in dem es über zeitlose Weisheiten für den inneren Frieden geht, und einem der Gott Krsna näher gebracht werden soll. Schnell wurde, während die Gitarristen schon jammten, das zweite Schlagzeug aufgebaut und alle Musiker läuteten gemeinsam das Ende eines gelungenen Konzertabends ein.

Der war wie immer aber erst nach dem Besuch am Merchandisestand vorbei, wo sich die Musiker ausgiebig Zeit für Fragen und Signaturwünsche nahmen.

Ein Dank wie immer an Jenny Dore für die Akkreditierung, das wie immer freundliche Team des Piano und die Geschwindigkeit einer E-Mailanfrage an die Band Wucan bezüglich des Konzertes, die noch am selben Vormittag beantwortet wurde.

Line-up Motorowl:
Max Hemmann – Guitar/Vocals:
Vinzenz Steiniger – Guitar:
Martin Scheibe – Drums
Tim Camin – Bass
Daniel Dettlev – Keys

Line Up Wucan:
Francis Tobolsky – Vocals, Flute, Guitar, Theremin,
Tim George Guitars
Alexander Kurlisch – Drums
Philip Knöfel – Bass

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Neil Merryweather & Janne Stark – Carved In Rock – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Mit Neil Merryweather und Janne Stark, haben sich zwei Musiker zusammen getan, die schon seit mehreren Jahrzehnten Mitglieder verschiedener, meist dem Hard und Heavy Rock zuzuordnener Bands waren.

Erste gemeinsame Kontakte wurden bei der Produktion des Mountain of Power-Albums „Volume Three“ geknüpft. Neil als Produzent und Gastmusiker und Janne als Sänger und Gitarrist der Band, die auch zwei alte Songs von Merryweather coverte.

Aus dieser Zusammenarbeit fruchtete die Idee, gemeinsam den Hardrock der 70er und 80er Jahre wieder aufleben zu lassen. Wenn man auf das Alter der Protagonisten schaut – das „Küken“ Janne Stark, 1963 geboren und Neil Meryweather, Jahrgang 1945 – kommt zunächst der Gedanke, ob alte Rockmusiker noch mal Retro-Musik machen wollen.

Doch schon bei den ersten Klängen wird der Zuhörer eines Besseren belehrt. Das Intro von „Irma La Douce“ zeigt direkt, dass gradliniger Hard-Rock auf einen zukommt. Beide stimmlich auf der Höhe, was nicht unbedingt von allen Rockmusikern, insbesondere derer im Alter Merryweathers zu sagen ist, legen mit einer Hardrocknummer los, welche entweder als frontales Element oder im Hintergrund, mehrere melodiöse Soli beinhaltet.

Der treibende Bass von Merryweather wird vom Rythmusmonster Peter „TrumPeter“ Svensson sicher unterstützt und bildet das Grundgerüst solider starker Genre-Kost. Belebend ist auch der Zwiegesang der beiden Hauptprotagonisten und stilistische Elemente aus anderen Musiksparten, welche in fast allen Songs zu finden sind. Erkläbar vielleicht durch Merryweathers Zusammenarbeit mit unterschiedlichen veranlagten Künstlern wie Steve Miller, Billy Joel, Randy California oder Lita Ford.

Mit „It Ain’t Pretty geht die Zeitreise in die Hardrockphase der 80er Jahre im Stile der Musik von Guns n‘ Roses, wobei ich persönlich die tieferen Stimmen von Merryweather und Stark als sehr angenehm zum Sound empfinde. Mit „We Got To Own This Thing“ geht es nahtlos weiter, um bei „Babylon Sin City“ zu landen.

In diesen Song sind Elemente vieler damaligen Hardrockgrößen zu finden. Bombastisch wie Kiss, Esprit alter Aerosmiths, Soloeinlagen Richtung Southern Rock und mit leicht funkigen Einlagen. Schön, wie es aber gelingt, nicht wie ein Abklatsch daherzukommen, sondern in einem eigenen Stil mündet, und Altbekanntes, in ein neues Gewand zu wickeln, um zu zeigen, dass es auch heute noch handgemachten Hardrock gibt!

„Give Èm Hell Boy“ könnte in mehreren Passagen auch auf einer der alten Nazareth-Scheiben in deren starker Hardrock-Ära wiederzufinden sein. Ohne viel Firlefanz, gradlinig, einfach rockend. Mit „Rockers Lament“ wird noch mehr aufs Gaspedal getreten. Es geht Richtung Judas Priest, mit leichtem Grundrhythmus von „Breaking the Law“.

“Lay Your Body Down“ beginnt etwas ruhiger, doch im Verlauf des Songs besinnt sich die Band darauf, mit einem klassischen Hardrock-Gitarrensolo, wieder Fahrt aufzunehmen.

„Love And War“, klassischer 80er Jahre Hardrock mit Highspeedsolo und schönem zweistimmigen Gesang, erinnert zum Teil an damalige Rockhymnen, ohne den damaligen oft schmalzigen Charakter zu entwickeln. Mit „Freedom Of Love“ geht es eher ‚getragenen‘ auf die Zielgerade. Die abwechslungsvollen Gesangspassagen, unterbrochen von stilistisch vielfältigen Gitarrensoli lassen Reminiszenzen zu Black Sabbaths Dio-Zeiten aufkommen. Ähnlich geht es mit „What’s It Gonna Be“ weiter.

Der letzte Titel, „I Believe“, kann im Prinzip das Fazit einleiten. Ich glaube, Merryweather und Stark ist zusammen mit Svensson ein ganz starkes Hard-Rock Album gelungen, das absolut erfrischend daherkommt und einfach Spaß beim Anhören bereitet. Angenehm zu wissen, dass es auch in der heutigen Zeit noch Bands gibt, die ohne die unsäglichen elektronisch erzeugten Rhythmuslinien auskommen.

Wie sagte der kanadische Landsmann von Merryweather, Neil Young in den 70er Jahren: „Hey Hey My My, Rock N‘ Roll will never die“. Hard Rock, wie gehört, scheinbar auch nicht! Aber wer weiß, ob es dieses Album gegeben hätte, wenn Merryweather das Angebot von Stills in den frühen 70er Jahren angenommen hätte, bei Crosby, Stills, Nash and Young, den Bass zu bearbeiten?

Absolute Kaufempfehlung für Freunde ursprünglicher Hardrockbands der 70er und 80er Jahre, sowie der Anfangszeit des Heavy Metal!  Live könnte die Fans ein Gewitter erwarten, wobei es fraglich ist, ob der mittlerweile fast Mittsiebziger Merryweather sich eine ausgedehnte Tour noch einmal antun würde.

Line-Up:
Neil Merryweather – Gesang, Bassläufe
Janne Stark – Gitarre, Bassläufe
Peter „Trumpeter“ Svensson – Drums

GMR Music Group (2018)
Stil: Heavy Rock

01. Irma La Douce
02. It Ain’t Pretty
03. We Got To Own This Thing
04. Babylon – Sin City
05. Give ‚Em Hell
06. Rockers Lament
07. Lay Your Body Down
08. Love And War
09. Freedom To Love
10. What’s It Gonna Be?
11. I Believe

GMR Music Group
Brooke Lynn Promotion