Sons Of Bill – Oh God Ma’am – CD-Review

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Die musikalische Karriere von James Wilson, Sänger und Gitarrist der in Virginia beheimateten Band Sons Of Bill, war im vergangenen Sommer nach einer Handverletzung akut gefährdet. Aber zum Glück konnte er das ‚Handicap‘ gut auskurieren und damit auch die Erfolgsgeschichte der Band fortsetzen. Jetzt führen sie auf ihrem fünften Studioalbum das weiter, was The War On Drugs auf „A Deeper Understanding“ im letzten Jahr begonnen haben: eingängigen, melancholischen 80er Rock!

Aufgenommen in zwei Musikhauptstädten der USA: Seattle, „Quelle“ des Grunge und in der Country-Hochburg Nashville, haben sie sich mit Phil Ek (u.a. Fleet Foxes), Peter Katis (u.a. The National) und Sean Sullivan (u.a. Sturgil Simpson), erfahrene Produzenten an die Seite geholt. Auf dieser Platte entfernen sich die Virginia-Boys deutlich von den früheren Americana-Rock Klängen und flirten mit entspanntem Indie/Alternative Rock bis hin zu sphärischem Dream Pop und Ambient.

Sie selbst beschreiben den neuen Sound als Cinematic-Rock. Vergleichbar sind hier z.B. The Shins oder auch das aktuelle Jonathan Wilson (nicht verwandt mit den Bandmitgliedern!) Album „Rare Birds“.

Mittlerweile sind sie aus ihrer unbekümmerten Jugendphase rausgewachsen und legen ein reifes Werk vor, wie auch James Wilson anmerkt: „Wir hatten alle die Unschuld der Jugend verloren, jeder auf seine Weise, und in vielerlei Hinsicht ist diese Unschuld ein essentieller Teil davon, überhaupt in einer Band zu sein. Zu viel Realität ist der Tod für eine bestimmte Art der Kunst – besonders für Rockmusik.

Sie braucht eine gewisse infantile Grandiosität, den Mut zu ihren Illusionen und Träumen. Deshalb lieben wir sie ja so, und deshalb wird es immer schwieriger lebendige Musik zu schreiben, wenn man älter wird und die fiesen Nichtigkeiten des Alltags dir immer mehr den Blick versperren.“ Diese Lebenserfahrung mit leidenschaftlicher Begeisterung in ihren Songs zu verarbeiten, haben Sons Of Bill durchgehalten.

Der bittersüße Opener „Sweeter, Sadder, Farther Away“, das wunderschöne Duett „Easier“ mit der US-Amerikanischen Sängerin Molly Pardon oder das spärlich ausgestaltete „Old And Gray“, verdeutlichen diesen „Imagewandel“. Mit „Believer/Pretender“ gelingt der Band um die drei Wilson-Brüder, Bassist Seth Green und Drummer Todd Wellons eines der Lieder des Jahres, das durch seinen eindringlichen und anziehend-hypnotischen Rhythmus in jedem Jahrespoll einen Platz verdient hätte. Es sind die sehnsüchtigen Töne, die sie in „Firebird ʹ85“ oder „Where We Stand“ anschlagen und die den Longplayer so zu einem Hörerlebnis machen.

Nach dem starken Americana-Album „Love & Logic“ kommt mit Oh „God Maʹam“ ein gleichwertiger Nachfolger, voller Ideenreichtum. Der Stilwechsel vom unbeschwerten Heartland-Country-/Roots-Rock zu tiefgründigen Songs wurde perfekt gemeistert. So können die Sons Of Bill gerne weitermachen!

Loose Music (2018)
Stil: Alternative Rock

01. Sweeter, Sadder, Farther Away
02. Firebird ʹ85
03. Believer/Pretender
04. Easier (feat. Molly Pardon)
05. Where We Stand
06. Good Mourning (They Canʹt Break You Now)
07. Before The Fall
08. Green To Blue
09. Old and Gray
10. Signal Fade

Sons Of Bill
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Oktober Promotion

Jason Morton And The Chesapeake Sons – Same – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Um den Sprung ins große Musikbusiness zu starten, haben Jason Morton und seine Band sicherlich festgestellt, dass Nashville, Tennessee, der perfekte Ort hierfür ist. Die lange Country-Tradition hat diese Stadt nachhaltig geprägt und ist für viele aufstrebende Musiker, aufgrund zahlreicher Aufnahmestudios und Konzerthallen, seither noch ein Ort mit magischer Anziehungskraft, der ebenso Songwriter und Produzenten der erfolgreichen US-Amerikanischen Musikrichtung zusammenbringt und immer noch neue, kreative Sounds entstehen lässt.

Für Jason Morton, gebürtig aus Annapolis, Maryland, war Nashville dementsprechend die ideale Stadt, um das Southern-Rock Genre gehörig aufzumischen. Das Debütalbum der vierköpfigen Gruppe hat die dortigen Einflüsse, im Schmelztiegel von Country, Folk, Blues und Rock hörbar aufgesaugt und grenzt sich damit weitgehend von Hard- und Blues-Rock dominanten Southern-Groups, wie Black Stone Cherry oder ZZ Top ab und liebäugelt vielmehr mit melodischen Südstaaten-Rock-Harmonien im Stile Lynyrd Skynyrds oder der Allman Brothers Band.

Am besten ist das auf der gewaltigen Southern-Rock-Hymne „Southern Sound“ gelungen. Der Sieben-Minuten-Track ist die meistertaugliche Songwriting-Perle dieses Longplayers und knüpft fast nahtlos an altbekannte Southern-Hits an, wie z.B. „Sweet Home Alabama“, „Southern Accents“ oder „Ballad Of A Southern Man“. Aber bereits mit dem frischen und modernen Summer Song „Ride All Night“, nimmt uns die Gruppe auf einen spannenden Road-Trip mit. „Matacumbe“ glänzt hingegen mit einem ausgefallenen Schlussteil aus Karibik-Sound und Bläsersätzen und beweist, dass sich die US-Amerikaner auch problemlos in anderen Musikrichtungen wie zu Hause fühlen.

Das balladenartige „One More Night“ erfreut durch eingängigen Refrain, der auch als Stadion Track stimmungsvoll glänzt und geradezu einlädt, die Feuerzeuge hervorzuholen, um im Takt mitzuschwingen. Auf „Round The Corner“ rockt die Gitarre intensiv und auffallend durch den Song. Der frenetische Schrei von Jason leitet die Rock-Ballade „No Time“ ein und das Stück fasziniert in den nachwirkenden Schlussakkorden durch Chor-Gesang, impulsives Gitarrensolo und deutliche Streichersätze.

Die Southern-Rocker durften bereits als Opening Act für Slash oder den Country-Superstar Eric Church mitwirken und haben in Person von Will Edwards einen kongenialen Produzenten gefunden, der ihre Southern-, Blues-, Gospel- und Folk-Einflüsse exzellent zur Geltung kommen lässt.

Jason Morton And The Chesapeake Sons zeigen auf der, zehn Lieder umfassenden Scheibe eine beeindruckende Leistung und verlieren ihre Wurzeln als Working-Class-Band nicht aus den Augen, wie Frontmann Jason Morton anmerkt: „If you want to go get a thousand new fans, go shake a thousand hands“. Es ist zu hoffen, dass sie einen ähnlichen Weg einschlagen können, wie andere Nashville-Acts (z.B. Kings of Leon, The Cadillac Three oder Florida Georgia Line). Selten hat ein Debütalbum mehr überzeugt und begeistert!

Copperline Music Group (2018)
Stil: Southern Rock

01. Ride All Night
02. The Things Iʹve Done
03. Southern Sound
04. Matacumbe
05. I Knew
06. Before It Gets Better
07. One More Night
08. Mexico
09. Round The Corner
10. No Time

Jason Morton
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Bärchen Records

Soul Return – 22.06.2018, Musiekcentrum De Bosuil, Weert – Konzertbericht

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Arbeitsteilung in Sounds Of South. Während Gernot Mangold den Gig von Captain Ivory in der Krefelder Kulturrampe alleine ’schulterte‘, besuchten  Jörg Schneider (nach gerade fertiggestelltem, neuen Domizil, wieder richtig heiß auf Livemusik) und ich, die noch recht frisch formierte Band Soul Return im niederländischen Musiekzentrum De Bosuil in Weert.

Für mich war es nach dem VoltageAuftritt, der zweite Besuch, für Jörg, der das CD-Debüt des Quartetts vor geraumer Zeit begeistert reviewt hatte, die Premiere. Die Holländer sind in Sachen Livemusik ein Phänomen. Freier Eintritt an einem Freitag Abend (!), die Location, die, wie wir schon damals  sehen konnten, wird variabel den Begebenheiten angepasst.

Diesmal war der hintere Bereich zu einer Art kleinen Kneipe mit Bühne umgestaltet, von den perfekten Lichtverhältnissen samt stetig varierender Bühnenbeleuchtung und dem brillanten Sound ganz zu schweigen. Dazu noch die perfekt funktionierenden Bewirtungsstrukturen mit einem freundlichen Personal, das wirklich ‚auf Zack‘ ist.

Nur die Publikumspräsenz spielte leider nicht mit. Knapp etwas über 30 Zuschauer fanden sich zum Europa-Debüt der Kalifornier ein. Diese wurden aber mit einer grandiosen Show für ihr Kommen belohnt. Kellie Rucker, ihr kongenialer Partner JJ Holiday (bekannt auch durch die Imperial Crowns) und die songdienliche Rhythmusfraktion, bestehend aus Michael Barsimanto und Dal Martino (auch Mitglied der deutschen Band Nighthawks), spielten so furios, als wenn das ganze Musiekcentrum aus allen Nähten geplatzt wäre. Tolle Einstellung!

Kein Soul, wie es der Name vielleicht suggeriert, sondern herrlich knarziger Blues Rock mit viel Seele und Southern-Esprit war angesagt. Im Fokus stand natürlich das komplett durchgespielte, neue Werk. Die kleine zierliche Kellie Rucker erwies sich als umso größere schwergewichtigere Shouterin mit grandiosem Gesang, ähnlich veranlagten Interpretinnen wie Sass Jordan, Eve Selis oder Kim Carnes in Nichts nachstehend, dazu mit toller Harp-Performance (sie hatte ein Riesenarsenal an Plustergeräten in einem Klappkoffer vor sich liegen), die – zumindest mir geht es bei diesem Instrument so – auch trotz ständigen Einsatzes, nie zu nerven begann.

Dazu kam ihre kommunikative, mitnehmende Art, die in eine unterhaltsame Tanzperformance im Publikum, zu der sie sich einen der anwesenden Männer geschnappt hatte, beim launigen „Talk To Me“ mündete. Begeisternd auch die Gitarrenkünste von JJ Holiday, der mit allen Techniken vertraut ist und hier, besonders im Slide-Bereich, Maßstäbe setzte. Einfach klasse!

So vergingen die beiden Sets mit Highlight-Stücken wie dem balladesken „Life Of Crime“, den deltabluesigen „FYI/Walking Blues“ und „Throwin‘ And Fumblin'“, dem Las Vegas-gewidmeten Song „Va Va Voom“ (herrlich fetter Sound am Ende), den atmosphärischen „Kiss Me“ und „Had We Not“, dem unterhaltsamen, bereits erwähnten Talk To Me“ und dem live, als finaler Track, noch besser zur Geltung kommenden „If Walls Could Talk“, wie im Zeitraffer.

Bei der fälligen Zugabe, dem Elmore James-Klassiker „Shake Your Moneymaker“, hatten sich dann die anwesenden Zuschauer komplett vor der Bühne versammelt und rockten zusammen mit den Soul Return-Musikern den Gig stimmungsvoll zu Ende.

Ein – von der Besucherresonanz abgesehen – sehr gelungener Auftakt des spielfreudigen Quartetts, dass leider nicht bei uns, sondern nur in den Niederlanden, Belgien, Frankreich und Luxemburg zu sehen sein wird. Die äußerst sympathischen Kellie und JJ stellten aber eine Visite im nächsten Jahr in Aussicht. Jörg und ich traten schwer beeindruckt und froh über den guten ‚Riecher‘ die Rückreise in die heimischen Gefilde an. Bestnote für Soul Return!

Line-up:
Kellie Rucker (lead vocals, harp, percussion)
JJ Holiday (electric guitar, vocals)
Dal Martino (bass)
Michael Barsimanto (drums, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Soul Return
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Musiekcentrum De Bosuil Weert
Jörg Schneider Webseite

Captain Ivory- 22.06.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Am Tag der Mittsommerwende machten Captain Ivory Stop in der Kulturrampe in Krefeld. Im Gepäck hatten sie ihre neue, bisher nur auf der Tour erhältliche Platte „Hang Fire“, ihr mittlerweile drittes Werk. Um kurz nach Neun sagte Pille Peerlings, wie gewohnt, in der nun doch recht gut gefüllten Rampe, das Quartett aus Nashville an, das dann direkt mit dem Titelsong loslegte.

Die Vier starteten leicht psychedelisch, soulig, dazu mit Blueselementen, wobei das kraftvolle Gitarrenspiel von Jayson Traver und Robbie Bolog zunächst im Vordergrund stand und Bolog mit seinen energiegeladenen Soli begeistern konnte. Traver, der Fronter, war, neben dem Gesang, überwiegend für den Rhythmus zuständig, konnte jedoch aber auch sporadisch in den Soloparts, sein spielerisches Können unter Beweis stellen. Gesangstechnisch zeigte Jayson während des Konzertes alle Facetten: Von ruhig, fast melancholisch, bis hin zu kraftvollem, dem Blues verwandten, kehligen Gesang.

In manchen Passagen war auch eine gewisse Nähe zu den befreundeten Delta Saints zu erkennen, wobei Captain Ivory eine Spur härter rockend daherkommt. Neben den beiden genannten Protagonisten, seien aber auch Brett Smith am Bass und Russ Sternglass, der den eigentlichen Drummer Seth Maschari auf der Europatour ersetzt, zu erwähnen, die eine starke Rhythmusgrundlage bildeten, um so den beiden Gitarrenfreaks, genügend Freiraum für deren Aktionsradius zu geben. Dabei hatten beide auch eingestreute Soloparts, die vom Publikum mit dem verdienten Applaus, mehr als einmal, Anerkennung bekamen.

Traver moderierte schon ab dem ersten Stück, gut gelaunt durch die Stücke, sodass in Kombination mit der Spielfreude des Quartetts, der Funke auf das Krefelder Publikum, schnell übersprang. Es war bei den 15 gespielten Songs (aus allen Alben) keiner dabei, der ins Negative abfiel.

So rockten sich die vier jungen Musiker voller Energie durch Sachen wie u. a. „Curse Or Cure“, „Here You Are“ und „False Remedy“, um schließlich einen richtigen Kracher zu landen.

Der Billy Cobham-Covertrack „Stratus“, ein jazziger Fusion-Song, bei dem alle Musiker mit zum Teil ausladenden Soli das Publikum begeisterten, endete in einem infernalischen Ende, bei dem sich Traver und Bolog an den Gitarren, scheinbar von einem Solo zum nächsten jagten. Die Rampe bebte sprichwörtlich.

Nach dieser wilden Gitarrenschlacht, gab es mit „Six Minutes To Midnight“ von ihrem Debüt, ein, im Vergleich, eher ruhiges Lied, das aus mehrerlei Hinsicht, eines der Highlights des Abends war. Robbie Bolog hatte seine E-Gitarre gegen eine Slideguitar getauscht und es folgte ein Song mit leichtem Countryeinschlag, der vom Stil her, am ehesten dem klassischen ‚Nashville-Sound‘ verbunden war. Er begab sich währenddessen schließlich mitten in das begeisterte Publikum, um von dort weiter zuspielen.

Danach wurde noch einmal richtig Fahrt aufgenommen und nach etwa 100 Minuten schweißtreibenden Rocks, beendete Captain Ivory nach „Feelin‘ Allright“, (einem Titel, der nach dem Gig eindeutig mit ‚Ja‘ beantwortet werden konnte) und „Skinning The Hand“, den Hauptteil unter dem starken Applaus der Fans. Mit „Paper Town“ kam noch eine Zugabe, die sich das begeisterungsfähige Krefelder Publikum auch redlich verdient hatte.

Wie in der Rampe gewohnt, nahmen sich die Musiker nach dem Konzert wieder genügend Zeit zum Smalltalk mit den Fans, die eine großen Abend feiner Livemusik miterlebt hatten. Auch ein großer Dank an Pille und sein Team, für die freundliche Bewirtung und den wieder einmal tollen Sound in der Rampe.

An dieser Stelle sei auch ein Gespräch mit einem Kollegen erwähnt, der auf dem Guns ’n‘ Roses-Event letzte Woche war, das nach seiner Aussage wirklich gelungen war. Wenn man aber gut ausgesteuerte Musik haben will, ist das, was Malte Menzer in der Rampe zaubert, ‚gefühlt‘ eine Kategorie besser, als der Sound in einer Stahl-Beton-Arena mit geschlossenen Dach.

Auch die Nähe zur Band ist ein erheblicher Faktor, welcher immer wieder ein Highlight der ‚kleinen‘ Clubkonzerte ist. Es ist doch etwas anderes, einem Musiker quasi direkt auf die Hände zu schauen, als dies über Videoleinwände zu tun, wobei man die Akteure auf der Bühne von den meisten Plätzen mit bloßem Auge kaum erkennen kann.

Deshalb, wie immer, der Aufruf, die lokalen Liveclubs zu unterstützen, ohne die es viele der jetzt ‚großen‘ Bands niemals gegeben hätte.

Line-up:
Jayson Traver (lead vocals, electric guitar)
Robbie Bolog (electric guitar)
Brett Smith (bass)
Russ Sternglass (drums)

Bilder und Text: Gernot Mangold

Captain Ivory
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

J.P. Soars – Southbound I-95 – CD-Review

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Wie schon öfter attestiert, freue ich mich immer, wenn ich mit der Nase auf neue Musik gestoßen werde. So geschehen bei dem in Kalifornien geborenen, in Arkansas aufgewachsenen und seit 1985 in Florida lebenden J.P. Soars, der jetzt mit „Southbound I-95“ sein bereits 4. Studio-Album veröffentlicht.

In seiner Vita wird ein ‚wildes‘ Konglomerat an Einflüssen benannt, die laut seiner eigenen Aussage von T-Bone Walker, Pete Fountain, Louis Armstrong, Guitar Slim, Muddy Waters, Howlin‘ Wolf bis zu Willie Nelson, George Jones, Tito Puente, Black Sabbath, Van Halen und Metallica reichen.

Das merkt man dann naturgemäß auch an dem mit 15 Tracks reichhaltig bestückten neuen Longplayer, wobei allerdings die der Heavy-Faktor der letztgenannten Bands allerdings keine Rolle spielt. Wir bewegen uns im Southern-soulig umwobenen Blues Rock-Bereich (mit vielen Bläser-Einlagen) der traditionellen Schule, der einem in etwa von Leuten wie Paul Thorn, JJ Grey, Josh Hoyer & Co. geläufig ist.

So ausgiebig wie die Trackliste ist auch die Anzahl der beteiligten Musiker, wobei sich neben dem Protagonisten J.P. Soars (lead vocals, guitars, bass), Chris Peet (drums, bass), Travis Colby (keys) und die starke Backgroundsängerin Teresa James, für die Hauptakzente verantwortlich zeigen.

Für kleine vereinzelte Farbtupfer sorgen Musiker wie Paul DesLauries mit schönem Slide-Solo beim Opener „Ain’t No Dania Beach“, der uns auch bestens bekannte Albert Castiglia mit Gast-Gesang und -E-Gitarrenspiel auf „Deep Down In Florida“, Lee Oskar mit tollem Harp-Solo bei „Across The Desert“ und Scott Ankrom mit jazziger Klarinetten-Einlage während „Go With The Flow“.

Mir gefällt es natürlich am meisten, wenn Soars Southern Rock-Ingredienzien, wie bei „Ain’t No Dania Beach“, der schönen Ballade „Shining Through The Dark“ oder dem, wie eine Mischung aus „Can’t You See“ und „Sweet Home Alabama“ daherkommenden „Troubled Waters“ (mit typischem Piano-Geklimper), miteinfließen lässt. Einzig allein über die Gesamtdauer etwas anstrengend ist sein etwas hölzerner, nörgelnder Gesang im Stile von Leuten wie John Hiatt oder Paul Thorn.

Trotzdem bewegt sich J.P. Soars mit „Southbound I-95“ eindeutig auf dem richtigen Highway. Sein neues Werk ist ein Beweis für mit viel Herzblut zelebrierte musikalische Leidenschaft. Wer einen hier eher unbekannten Musiker mal entdecken möchte, dürfte mit J.P. Soars eine gute Entscheidung treffen.

Soars High Productions (2018)
Stil: (Southern Soul) Blues Rock

01. Ain’t No Dania Beach
02. Sure As Hell Ain’t Foolin‘ Me
03. Southbound I-95
04. Shining Though The Dark
05. The Grass Ain’t Always Greener
06. Arkansas Porch Party
07. Satisfy My Soul
08. Born In California
09. When You Walk Out That Door
10. Deep Down In Florida
11. Across The Desert
12. Dog Catcher
13. Troubled Waters
14. Go With The Flow
15. Sure As Hell Ain’t Foolin‘ Me (Radio Edit)

J.P. Soars
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Joe Bonamassa – DVD-Gewinnspiel

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Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß ‚Smokin‘ Joe‘!

Über eine tolle DVD von Joe Bonamassa darf sich

Detlef Kiefer aus Lauterbach

freuen, dem der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

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Netinfect Promotion hat uns dankenswerter Weise die aktuelle DVD „British Blues Explosion Live“ des Gitarrenmeisters für ein Gewinnspiel zur Verfügung gestellt.

Folgende explosive Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie lautet der Spitzname von Joe Bonamassa?

a) Jokin‘ Joe
b) Smokin‘ Joe
c) Bluesin‘ Joe

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 23.06.2018 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der DVD beliefert wird.

Joe Bonamassa
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Netinfect Promotion

El Colosso – 15.06.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Premiere für El Colosso in der Kulturrampe. Der Vierer aus Melbourne präsentierte dabei seine erste LP. Ja, man kann wirklich von einer Langspielplatte sprechen, da die Besucher nach dem Konzert die Möglichkeit hatten, eine limitierte Auflage in rotem Vinyl zu erwerben. Trotz der für einen Erstauftritt eher erschwerenden Faktoren wie die Fußball-WM und Biergartenwetter, fanden sich genügend Rockbegeisterte, um die Rampe relativ gut zu füllen.

Relativ pünktlich gegen 20:15 Uhr, nach der obligatorischen Ansage vom Rampenmacher Pille Peerlings, begann ein furioser Ritt von El Colosso, der die Anwesenden durchweg begeisterte, was sich besonders an den Ovationen zwischen den Songs erkennbar war.

Die Jungs aus Down Under, welche vielfach dem Stoner Rock zugeordnet werden, eröffneten mit den Gig mit „Leather Head“, vom bisher einzigen Album „Pathways“. Schon hier traten die Einflüsse der Band zu Tage, von denen an dieser Stelle nur Led Zeppelin, Black Sabbath, Monster Magnet, Thin Lizzy oder Queens of the Stoneage genannt seien.

Im Vordergrund, nicht nur räumlich, standen Sänger Matt Cooper, der teils schreiend aber auch harmonisch singend, oft auf gesangliche Stilelemente des Heavy Metals zurückgriff und Gitarrist Benny James, ein Hüne von Mann, dessen Mikrofonständer so hoch war, dass Pille für seine Ansage eine leere Bierkiste als Hilfsmittel benötigte, um überhaupt ans Mikro zu gelangen.

James konnte in jedem Song mit mindestens einem zum Teil ausladenden Solo sein Können als Hard Rock-Gitarrist beweisen und lieferte dem Publikum auch die visuell dazugehörigen Posen. Craig Fryers am Bass, der sich meist im Hintergrund aufhielt, lieferte sich mit Peter Hayden, einem ‚Tier‘ an den Drums, der sichtbar bestens gelaunt, meist mit einem verschmitzten Lächeln energievoll sein Arbeitsgerät ‚beackerte‘, die rhythmische Basis für die Songs.

Besonders hevorzuheben waren das mit schweren Bässen tragend daherkommende „Limbo“, das stilistisch in die Ära der alten Black Sabbath-Klassiker mit einer Prise Monster Magnet einzuordnen ist, eine ausladende Version von „Moving Mountains, mit psychedelischen Gitarrensoli und die erste Zugabe „Doom Boogie“, ein krachender Heavy-Song.

Neben allen Tracks des aktuellen Albums bekamen die Besucher auch „Strung Out“ und „Cannon Ball“ von der ersten EP geboten. „Cannon Ball“, das letzte Lied des Abends, bildete mit harten Bassläufen, kraftvollen Drums, Hard/Heavy- Gitarensoli und einem sich voll verausgabenden Sänger Matt Cooper, noch einen Höhepunkt, der zeigte, dass El Colosso ein wirklich guter Liveact in der Szene ist.

Angenehm war nach dem Konzert der Umgang mit den Fans, wo sich alle vier Musiker direkt in der Kneipe der Rampe einfanden und Platten signierten, wobei sie sich die Mühe machten, die Namen der Fans herauszubekommen um so eine persönliche Widmung zu hinterlassen. Auch für einen längeren oder kürzeren Smalltalk nahmen sich die Vier aus Down Under genügend Zeit.

Als Fazit kann gesagt werden, dass es sich um einen gelungenen Abend für Fans der härteren Musik gehandelt hat und dass es Teenage Head Music mal wieder gelungen ist, eine starke, hier eher noch unbekannte Band nach Europa zu bringen. Ein Dank auch an Pille und sein Team, für die wie gewohnt gute Arbeit, die für einen tollen Konzertabend wie diesen unabdingbar ist.

Hervorzuheben ist auch, dass kleine Clubs, wie die Rampe, immer wieder das Risiko eingehen, hier noch nicht bekannten Musikern die Chance zu ermöglichen, sich hier zu präsentieren. Ohne solche Locations würde es viele heute berühmte Bands nicht geben. Deshalb an dieser Stelle noch einmal der Appell, insbesondere Clubs dieser Art zu besuchen, die für handgemachte Livemusik stehen!

Line-up:
Matt Cooper (lead vocals)
Benny James (electric guitar, vocals)
Craig Fryers (bass, vocals)
Peter Hayden (drums, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

El Colosso
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Various Artists – The Music Of Nashville – Season 6, Volume 1 – CD-Review

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So wie es aussieht, möchte Universal mich noch zum Serienfan erziehen, zumindest was die US-Reihe „Nashville“ angeht. Nachdem neulich ja die tolle Live-DVD zur Besprechung anstand, wo einige Stars wie Charles Esten, Clare Bowen, Sam Palladino Jonathan Jackson und Chris Carmack ihre Künste in der beeindruckenden Royal Albert Hall in London zum Besten gaben, ist jetzt der erste CD-Sampler zur finalen 6. Staffel bei mir eingetroffen.

Im Prinzip erhält man den gewohnt qualitativen Stoff. Die Fäden im Hintergrund hat wieder Tim Lauer Lauer (Produktion/musikalische Mitwirkung) gezogen, für die Einspielung ist das gewohnte Heer an Koryphäen der Studiomusikerszene (u. a. Ilya Toshinsky, Mark Hill. Chris McHugh, Bryan Sutton, Tom Bukovac, Kris Donegan) zur Unterstützung der jeweils involvierten SängerInnen zugegen.

Auffällig ist diesmal die recht hohe weibliche Dominanz am Mikrofon, als auch die recht ruhige und melancholische Ausrichtung des Gesamtwerkes. Lediglich beim krawalligen beatlesken – nomen est omen – „Love Is Loud“ geht es mal etwas zünftiger zur Sache. Bei diesem Stück als auch „Hold On (Not Leaving You Behind)“ erscheint mit Rainee Blake eine neue Künstlerin, die ich bisher noch nicht wahrgenommen habe, die aber ihren Job gut erledigt.

Die markantesten Tracks sind vielleicht der von Hayden Panettiere performte Hilfeschrei „Is There Anybody Out There“ im Gesangsstil einer Stevie Nicks und das durch Rhiannon Giddens, die für die mehr rootsige Note auf den Zusammenstellungen steht, besungene „Wandering Roads“ mit herrlichem Mandolinen-Solo von Ilya Toshinsky.

Fazit: Der erste Sampler der sechsten Nashville-Staffel ist für Fans der Serie natürlich ein Muss, eignet sich für den allgemeinen Hörer von countrifizierter Musik mehr zum Entspannen und Lauschen der vielen kleinen instrumentellen Feinheiten. Die variierenden Stimmen der Protagonisten, wenn auch diesmal, wie bereits erwähnt, ziemlich feminin gehalten (lediglich Charles Esten, Jonathan Jackson und Sam Palladino bieten etwas Paroli) sorgen für die gewohnte Abwechslung und Kurzweiligkeit.

Big Machine Records (2018)
Stil: New Country & More

01. Is There Anybody Out There [feat. Hayden Panettiere]
02. Never Come Back Again [feat. Sam Palladio]
03. What It’s Made For [feat. Lennon Stella]
04. Ain’t No Normal [feat. Clare Bowen]
05. Come And Find Me [feat. Maisy Stella]
06. I Always Will [feat. Hayden Panettiere]
07. Wandering Roads [feat. Rhiannon Giddens & Charles Esten]
08. Hold On (Not Leaving You Behind) [feat. Chris Carmack & Jonathan Jackson & Sam Palladio & Rainee Blake]
09. Looking For The Light [feat. Charles Esten]
10. Love Is Loud [feat. Chris Carmack & Jonathan Jackson & Sam Palladio & Rainee Blake]
11. Unravel [feat. Maisy Stella]
12. Face The Sun [feat. Charles Esten]

CMT
Big Machine Records
Universal Music

American Aquarium – Things Change – CD-Review

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Review: Michael Segets

Auf einem Konzert von American Aquarium im März 2017 sprach ich Daniel an, dass ich gerne gelegentlich Beiträge für Sounds Of South verfassen würde. Vor ziemlich genau einem Jahr erschien dann auch meine erste CD-Besprechung. Heute feiere ich ein kleines Jubiläum und ich freue mich, dass sich mein 50. Artikel um die neue Scheibe von American Aquarium „Things Change“ dreht.

American Aquarium bewegt sich musikalisch hauptsächlich auf den Genregrenzen zwischen Folk, Rock und Country. Die Spezialität von Bandleader, Sänger und Songschreiber BJ Barham sind ausgefeilte Texte, die er zumeist in Balladen verpackt.

Stilistisch bleibt sich American Aquarium mit „Things Change“ treu. Allerdings hat sich die Band um BJ Barham vollständig neu formiert. Zwar wechselten die Mitglieder der Band seit ihrer Gründung 2006 sowieso schon häufig, von der Besetzung des vorangegangenen Studioalbums „Wolves“ (2015) oder der des letztjährigen Konzerts ist aber kein Musiker mehr auf dem aktuellen Longplayer vertreten.

Als neue Mitstreiter für sein Projekt konnte Barham Shane Boeker für die Lead Guitar, Adam Kurtz für die Pedal Steel und Electric Guitar, Ben Hussey für den Bass und Joey Bybee für die Drums gewinnen. Seinen ehemaligen Bandkollegen widmet Barham „When We Were Younger Men“. Die Ballade fängt stark an, nimmt zwischenzeitlich einen Country-Rhythmus auf und bekommt dann durch die wimmernde Pedal Steel eine ziemlich wehmütige Anmutung. Beinahe trotzig wirkt hingegen das kurz und wuchtig gespielte Titelstück „Things Change“ mit der Feststellung, dass es im Leben nicht immer fair zugeht.

Wie der Titel der CD bereits nahelegt, sind Veränderungen das durchgängige Thema des Albums. Barham verarbeitet in seinen Texten persönliche Erlebnisse, die anschlussfähig an Erfahrungen der Hörer sind. Die transportierten Gefühlslagen bleiben daher sehr gut nachvollziehbar und berühren.

In „The World Is On Fire“ äußert Barham – als frisch verheirateter Mann und werdender Vater – seine Besorgnis angesichts der Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sowie den damit einhergehenden politischen Entwicklungen. Die Rockballade weist einen langen Refrain auf, der hervorragend ausgearbeitet ist.

Im privaten Bereich passierte in den letzten Jahren einiges bei Barham. Beispielsweise lebt er nach Schwierigkeiten mit seinem Alkoholkonsum nun abstinent. Diesen Wechsel in seiner Lebensführung verarbeitet er in „I Gave Up The Drinking (Before She Gave Up On Me)“ mit einem eingängigen Country-Song. Der Mainstream-Country schlägt auch bei „Work Conquers All“ durch. Thematisch greift Barham das harte Leben als Farmer auf. Der Landbevölkerung zollt er ebenfalls mit dem treibenden Rock-Song „Tough Folks“ Respekt.
Barham stammt aus Reidsville, North Carolina, der er bereits auf seinem Solo-CD „Rockingham“ (2016) ein musikalisches Denkmal setzte. Religiöser Intoleranz als Kehrseite der ländlichen Gemeinschaften kritisiert Barham mit dem zweiten schnellen Rocker „Crooked + Straight“.

Ganz in der Singer-Songwriter-Tradition stehen die von akustischer Gitarre getragenen Folk-Songs „One Day In Time“ und „Shadows Of You“. Das letztgenannte Stück hat einen sehr eingängigen Refrain, der den Schmerz eines verlassenen Liebhabers nachfühlen lässt. Das zweite Liebeslied auf dem Longplayer ist „‘Til The Final Curtain Falls“. Der Titel erscheint von der Grundanlage ebenfalls gelungen, der übermäßige Einsatz der Pedal Steel und das experimentelle Ende treffen jedoch nicht meinen Geschmack.

Auf „Things Change“ zeigt sich BJ Barham literarisch in Hochform. Die selbstkritischen Texte stimmen nachdenklich, sind aber eher kämpferisch als verzweifelt. Die Kompositionen unterstützen die Atmosphäre der Texte gelungen. Musikalisch überwiegen die langsamen Beiträge, das Album bietet mit seinen Uptempo- und Country-Nummern aber eine abwechslungsreiche Mischung. Vielleicht hätten die Pedal Steel und die Slide-Elemente bei einzelnen Tracks etwas reduziert werden können, insgesamt erfüllt „Things Change“ jedoch die hohen Erwartungen, die an Veröffentlichungen von American Aquarium gestellt werden.

New West Records (2018)
Stil: Country/Folk/Roots Rock

01. The World Is On Fire
02. Crooked + Straight
03. Tough Folks
04. When We Were Younger Men
05. One Day At A Time
06. Things Change
07. Work Conquers All
08. I Gave Up The Drinking (Before She Gave Up On Me)
09. Shadows Of You
10. ‘Til The Final Curtain Falls

American Aquarium
American Aquarium bei Facebook

Dana Fuchs – 10.06.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Mit einer guten Viertelstunde Verspätung betrat das Line-up der wild-gelockten Dana Fuchs  gestern Abend zum Wochenausklang die Bühne des Musiktheaters Piano, um schwerpunktmäßig in einem überzeugendem Konzert, ihr gerade erschienenes Album „Love Lives On“ der versammelten Blues Rock-Gemeinde zu präsentieren.

Nach Orgel-Intro von Nicola Venturine und einem ersten E-Gitarren-Solo ihres kauzigen Mitspielers Jon Diamond, kam dann auch die Protagonistin die Stufen heraufgeschwungen, um mit „Ready To Rise“ einen furios rockenden Opener abzuliefern. Zum folgenden, mit ein wenig Janis Joplin-Flair umwobenen „Callin‘ Angels“ stieg dann auch ihre klasse plusternde Bläserfraktion mit ein.

Mit „Nobodys Fault But Mine“, dem einzigen Coverstück des Gigs, inklusiv langem Saxofon-Solo, verbeugte sich der temperamtvolle weibliche Irrwisch ehrfurchtsvoll vor Otis Redding. Klasse auch der soulige Schunkler „Sittin‘ On“ mit starker Orgel-Passage von Venturine. Vor „Faithful Sinner“ berichtete die aus einer kinderreichen Familie stammende New Yorkerin von ihrem schwierigen Verhältnis zu ihrem Vater, der dann eine entsprechend emotionale Gesangsperformance mit ihrer rauen Röhre folgte.

Das Memphis-soulig rockende „Sad Solution“ stand danach im Zeichen des starken Gitarristen Jon Diamond, der zwei starke Soli auf seiner Telecaster abfeuerte. Ein Beweis für die vielseitige Show war dann auch „Sedative“ mit seinem Tex-Mex-Flair. Herrlich hier Diamonds Bariton-Spiel und Mariachi-artigen Bläser-Fils.

„My Way Back“ erledigten Jon (an der Akustikgitarre) und Dana im Duo, wobei auch ihr Engagement für eine Organisation namens The JED Foundation zur Sprache kam, die sich um selbstmordgefährdete Menschen kümmert. Nicht ohne Grund, sie selbst hatte zwei Fälle in ihrer Familie zu beklagen. Zum zunächst reduziert beginnenden „Battle Lines“ schnappte sich Dana dann die Akustikklampfe, eine schöne 70ies-Ballade im Joplin-/The Band-Stil, die im Verlauf vom gesamten Line-up zu Ende gespielt wurde.

Ganz stark danach kam „Nothin‘ On My Mind“, bei dem Nicola Venturine seine Honkytonk-Klimperqualitäten am Piano offerierte. Das southern rockige „Backstreet Baby“ mit wüst slidendem Diamond war natürlich besonders nach unserem Gusto. Hätten Skynyrd nicht besser bringen können.

Mit „Long Long Game“ setzte das Septett zum Ende des Hauptteils allerdings noch einen oben drauf. Hier konnte die Rhythmusfraktion glänzen. Walter Latupereissa spielte sein grandioses Bass-Solo, als wenn er eine E-Gitarre in der Hand hätte und auch Piero Perellis Drum-Künste waren nicht von schlechten Eltern. Das Stück endete dann schließlich mit einem furiosen Diamond-Solo, samt voluminöser Bandsoundunterlegung (Bläser), als die Fuchs schon die Bühne verlassen hatte.

Als erste Zugabe gab es das melodische Titelstück des neuen Werkes „Love Lives On“, um zum endgültigen Finale eines schweißtreibenden Sonntag-Abends mit „Same Sunlight“ nochmals, fast wie bei „Long Long Game“, bei ausgelassener Stimmung des Publikums, das ganz große Soul Blues Rock-Besteck rauszuholen. Insgesamt eine famose Vorstellung mit einer alles gebenden Fronterin Dana Fuchs und ihrem tollen Begleit-Ensemble im Musiktheater Piano!

Line-up u. a.:
Dana Fuchs (lead vocals, percussion, acoustic guitar)
Jon Diamond (electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Nicola Venturine (keys)
Walter Latupereissa (bass, vocals)
Piero Perelli (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Dana Fuchs
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