Ben Glover – Shorebound – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Der in Glenarm, Nordirland geborene, aber fast seit Beginn seiner musikalischen Karriere in Nashville, TN, lebende Ben Glover hat mit „Shorebound“ sein mittlerweile 8. Soloalbum herausgebracht.

Der Singer/Songwriter, der nun eine CD im besten Americana-Stil hinlegt, hat aber auch schon für andere Künstler des Genres Songs geschrieben oder bei ihnen mitgewirkt. Zu nennen sei die Zusammenarbeit mit Gretchen Peters beim Titeltrack des 2015er Albums „Blackbird“, der auch für die Americana Awards nominiert war.

Nun aber zum aktuellen Werk Glovers. Eine durchweg schöne Scheibe, die ohne Unterbrechung angehört werden kann. Im Vordergrund steht die angenehm klare Stimme Glovers, wobei er sich zu einigen Songs prominente Verstärkung geholt hat, was sich in feinen Duetts widerspiegelt.

Schon der erste Song “What You Love Will Break Your Heart“, stilistisch in bester Tom Petty-Manier, im Midtempobereich präsentiert, klasse arrangiert mit einsetzender, fast singend wirkender Slideguitar und zweiter Stimme von Amy Speace, setzt einen hohen Erwartungshorizont für den Rest des Longplayers.

Das folgende „A Wound That Seeks The Arrow“, im Duett mit der aus Nashville stammenden Sängerin Angel Snow performt, wirkt fast ein wenig träumerisch und countryesk. Neben Glovers wunderbarem transparenten Gesang, wird wieder mit dezent gespielten Instrumenten, diesmal neben Slide- und Akkustikgitarre, auch mit Violin Cello und Glockenspiel operiert . Ein toll produzierter Song, auch für ruhige Stunden.

Das folkige „Northern Star“, mit Unterstützung der Sänger Malojian and Matt McGinn (wieder in Richtung der ruhigerer Petty-Songs einzuordnen), überrascht in der zweiten Hälfte mit einer Passage, die an Lieder der frühen Neil Young-Phase erinnert. Für mich, als absolutem Fan des Kanadiers, natürlich eines der Highlights des Albums.
„Catbird Seat“ mit Mary Gauthier (deren „Rifles & Rosary Beads“ gilt als ein Kandidat für das beste Americana-Album 2018), begleitet im Vordergrund mit akustischer Gitarre, zuerst untermalt mit slidender Gitarre, ist ein Stück in bester Songwriter-Manier, wobei Gauthiers Stimme meist eher unterstützend den zweiten Gesang darstellt. Ein einfaches schönes Lied.

Bei „Dancing With The Beast“ ist o. a. Gretchen Peters am Start. In diesem Song sind beide Vokalisten gleichberechtigt und agieren fast durchweg zweistimmig, nicht wie bei den meisten Duetts, wo sich die Partner abwechseln. Das Lied wirkt von der Stimmung her auch eher etwas düsterer als die meisten anderen Stücke des Albums.  Hier dominiert das Piano in weiten Strecken. Der stimmungsvolle, im mittleren Tempo arrangierte Song, ist trotz seiner Traurigkeit, welche über ihm mitschwingt, einer der Highlights.

Das ruhige „Kindmess“, eines der von Glover allein besungenen Tracks,  ist ein solider American-folkiger Song. Mit dem folgenden „Ride The River“ mit Kim Richery wird wieder etwas Fahrt aufgenommen und es gibt erneut einige Parallelen zur Petty-Ära, als Jeff Lynne mitproduzierte. Ein ganz starkes gefühlvolles Lied. In eine ähnliche Kerbe schlägt  „Song For The Fighting“ mit Neilson Hubbard . Besonders schön in dieser Ballade ist hier die prägnante Violine.

Der Titelsong „Shorebound“, folkig mit Countrytupfern und einem claptonesken E-Gitarren-Intro, kommt eher langsam und ruhig und, wie die meisten Sachen, sehr gefühlvoll.

Das etwas lebhaftere „Wildfire“ unter Assistenz von Ricky Ross, liegt irgendwo zwischen Tom Petty, George Harrison und den Traveling Willburys. Ein Stück mit einer absoluten Fülle, Tempowechseln, ohne chaotisch zu wirken und leicht orchestralen Anklängen.

„My Shipwrecked Friends“ (mit Anthony Timer), wieder mit einer Country-Folk-Note, dazu passender Slide-Gitarre, neben der immer wieder eingesetzten akustischen Gitarre, und das abschließende „Keeper Of My Heart“ (feat. Robert Vincent), bilden einen ruhigen Ausklang.

Fazit: „Shorebound“ kann als durchweg gelungenes Album für Freunde aus dem Metier Folk und Americana gesehen werden. Trotz der durchweg eher im mittleren oder langsamen Tempo gespielten Songs auf diesem, durchweg hörenswerten Werk, gibt es keine unerwünschten Längen.

Die Gastinterpreten mit ihren unterschiedlichen Stimmen sorgen hier für die entsprechende Abwechslung. Interessant wird es sein, wie Glover diese Songs auf der Bühne präsentiert. Er sollte sich zumindest eine Mitsängerin parat halten, da sonst viele Stärken des Albums live verloren gehen könnten.

Proper Records (2018)
Stil: Roots/Singer/Songwriter

01. What You Love Will Break Your Heart
02. A Wound That Seeks the Arrow
03. Northern Stars
04. Catbird Seat
05. Dancing With The Beast
06. Kindness
07. Ride The River
08. Song for the Fighting
09. Shorebound
10. Wildfire
11. My Shipwrecked Friend
12. Keeper Of My Heart

Ben Glover
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Kris Barras (Supersonic Blues Machine / Kris Barras Band) – Interview

-Inti-Haupt

Mit etwa einstündiger Verspätung startete das Interview mit Kris Barras im Backstagebereich der Halle 9 auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen. 15 Minuten vor Beginn des vereinbarten Termins hatte es begonnen, wie aus Kübeln auf Essen runter zu regnen. So wurde das im Biergarten vorgesehene und vorbereitete ‚Meet & Greet‘, kurzfristig in das Restaurant des Casinos verschoben, welches auch von ‚Nichtkonzertbesuchern‘ schon gut frequentiert war. Der ganze Zeitplan war auf den Kopf gestellt. Zudem lief das ‚Meet & Greet‘ auch nicht ganz problemlos ab. Billy Gibbons ärgerte sich darüber, dass manch einer vermutlich nur deswegen erschien, um Gitarren, LPs oder anderes von ihm signieren zu lassen, diese dann zeitnah auf irgendeiner Internetplattform meistbietend zu verkaufen, sodass er Autogrammwünschen dieser Art nicht nachkam.  Die Wartezeit verkürzten wir, indem wir mit dem Eventmanger nach einem kurzen Smalltalk unsere Presseausweise abholten und dieser uns auch bat, nicht nur vom Topact, sondern auch über Chris Kramer, zu berichten. Überhaupt kann gesagt werden, dass alle Mitarbeiter vom Manager bis hin zu den Security-Leuten, aber auch den Beschäftigten der Zeche Zollverein, sehr zuvorkommend und freundlich waren und man sich als Gast fühlte. Auch die oft praktizierte 3 Stücke-Regel beim Fotografieren war kein Thema. „Du kannst mit dem Pass während des ganzen Konzertes fotografieren und dich überall frei bewegen!“ –  so die Antwort des Organisators. Auch Chris, der eigentlich schon wieder zum Hotel musste, blieb locker und zeigte sich dabei humorvoll und bodenständig. So brachte uns das, dem Zeitdruck geschuldete, eher knappe, kurze Gespräch trotzdem viel Freude. Ein Dank auch an Netinfect Promotion, die uns das Interview ermöglichten.

Nun aber zum Interview, das mit Barras etwa 90 Minuten vor Konzertbeginn stattfand.

Sounds Of South: Es ist ein aufregendes Jahr für ich, nicht wahr?

Kris Barras: Ja, es ist bisher toll verlaufen, Mein Album kam im März bei Mascot Records/Provogue heraus, es war fantastisch, ein bisschen wie ein Wirbelsturm.

Sounds Of South: Wie kam es zu deiner Verpflichtung für Supersonic Blues Machine? Auf der aktuellen CD warst du ja nicht präsent.

Kris Barras: Meine Band wurde als Support für eine ihrer Shows in London gebucht. Zu der Zeit wussten wir noch nicht, dass Lance Lopez zugunsten seiner Solo-Karriere aussteigen würde. Die Jungs schauten sich daraufhin noch ein paar Videos von mir an, wir hatten ein paar gute Gespräche, und so hatte ich den Job.

Sounds Of South: Wie sind die ersten Gigs verlaufen?

Kris Barras: Sehr gut, beim ersten Gig im Shepherd’s Bush Empire, waren viele meiner eigenen Fans zugegen, so war es natürlich eine tolle Nacht.

Sounds Of South: Warst du nervös mit solchen musikalischen Schwergewichten zusammenzuspielen oder bist du so eine ‚coole Socke‘ der sich einfach den Aufgaben stellt, so wie sie anfallen?

Kris Barras: Ja, auf jeden Fall. Vor allem als ich sie zum ersten Mal in Los Angeles traf. Ich hatte einen Jetleg, wir mussten sofort zu den Proben, aber sie sind so tolle Typen und Musiker, was es mir letztendlich ziemlich leicht machte.

Sounds Of South: Wie ist die allgemeine ‚Chemie‘ in der Band?

Kris Barras: Alle sind echt gut drauf, wir haben viel Spaß miteinander. Es ist klasse.

Sounds Of South: Kommen wir zu deiner eigenen Band. Mit „The Devine And Dirty“ hast im Frühjahr ein überragendes Album herausgebracht. Dient die SSBM-Geschichte hier in Essen auch ein wenig, um dich für kommende Auftritte in Deutschland in Stellung zu bringen? Ist schon was in Planung?

Kris Barras: Ich hoffe mal. Dieses Jahr haben wir uns hauptsächlich auf Großbritannien konzentriert, aber nächstes Jahr werden wir uns mehr außerhalb bewegen. Dann haben wir schon mal was in Deutschland vorzuweisen. Es wäre toll wieder bei euch zu spielen.

Sounds Of South: Bist du mit der Resonanz zu deiner Scheibe zufrieden? Gibt es schon Ideen für neue Songs?

Kris Barras: Die Resonanz war bis jetzt großartig, viel besser, als ich vermutet hätte. Mittlerweile schreibe ich für das nächste Album und habe schon so ungefähr zehn Stücke zusammen, die in Frage kämen. Wir werden sie im Dezember über Weihnachten aufnehmen, übrigens die einzige Zeit, wo wir nicht touren. Hoffentlich wird sie dann im nächsten Frühjahr herauskommen.

Sounds Of South: Wofür schlägt dein Herz am meisten, dem Blues-, und Southern Rock-Genre oder eher dem Melodic Rock der britischen Spielart? ich meine alle drei Stile auf deiner neuen Platte geortet zu haben.

Kris Barras: Blues- und Southernrock sind die Stile, wo ich mich persönlich einordnen würde. Ich nenne mich selber ein Kind des Blues‘. Ich bin aber auch ein großer Freund der Musik von den Allman Brothers und Lynyrd Skynyrd. Somit diese beiden Sparten im hauptsächlichen.

Sounds Of South: Was macht dir mehr Spaß: Leuten in die Visage zu hauen (Anspielung auf seine Karriere als Martial Arts-Profi), bzw. in selbige gehauen zu bekommen oder Singen und Gitarre spielen? 🙂

Kris Barras (lacht): Kommt drauf an, in welche Visage du reinschlägst… Aber Singen und Gitarre spielen natürlich.

Sounds Of South: Was gibt es über den Privat-Mensch Kris Barras zu erzählen? Bist du z. B.  in sozialen Projekten engagiert?

Kris Barras: Im Moment habe ich aufgehört, in meinem Studio verschiedene Leute und Kinder in Sachen Martial Arts zu trainieren. Wir sind so mit der Band beschäftigt – Touren, Touren, touren – da bleibt einfach keine Zeit für andere Sachen.

Sounds Of South: Wer wird Fußball-Weltmeister?

Kris Barras: Deutschland wohl nicht (lacht in Anspielung, dass Deutschland schon ausgeschieden ist), dann muss ich wohl England sagen!

Sounds Of South: Danke für das Interview!

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: It has been an exciting year for you up to now, hasn’t it?

Kris Barras: Yes, it’s been great. My album came out in March via Mascot Records/Provogue, it has been fantastic, it’s been a bit of a whirlwind.

Sounds Of South: What made you doing that Supersonic Blues Machine arrangement? As far as I know you weren’t involved on the current CD.

Kris Barras: My band  was put forward to support them for a London show, we didn’t know at the time that Lance Lopez decided to leave the band, so he left constraint on his own solo career, and the guys saw some videos from me, they liked it and we had a few fun conversations so I got for the job.

Sounds Of South: How did the first gigs run?

Kris Barras: Really good, the first one was in London at Sheperds Bush Empire, there were a lot of fans of mine, it was a great night.

Sounds Of South: Were you a bit nervous to play with such great musicians or were you a ‚cool guy‘ who accepted the challenges as they come?

Kris Barras: Yes defenitely a little bit nervous particually when I first met them in L.A., I was jetlegged, we had to jump straight into rehearsel, but they are great guys, great musicians, great people. so it made it nice and easy.

Sounds Of South: How is the ‚chemistry‘ inside the band?

Kris Barras: Everyone gets really well, we have a lot of fun. It’s great.

Sounds Of South: Let’s get to your own band. With „The Devine And Dirty“ you have published an outstanding album in spring. Does the Supersoncic Blues Machine thing in Essen provide to prepare you for your upcoming solo gigs in Germany, are there any plans?

Kris Barras: I hope so. This year was mainly about concentrating on the UK, but next year we’ll be more out there. Then we played in Germany before. It would be great to come back.

Sounds Of South: Are you satisfied with the response concerning „The Divine And Dirty“ so far? Are there already any ideas for new songs?

Kris Barras:  Yes, the response has been amazing so far, much better than I ever expected, moreover I’m writing in the next album, I’ve got ten songs at the moment, we gonna record the next one in December over Christmas, that’s the only time we got off touring, yeah hopefully it’s  be out toward the start of next year.

Sounds Of South: For what kind of music beats your heart the most: Blues- and Southern Rock-or rather for the British-influenced Melodic Rock? I think I was able to recognize all three styles on your record.

Kris Barras: For me it’s the blues and Southern Rock, a kind of crossover, that’s my main thing. I call myself a blues guy,  I got a lot of influences by the blues I like Southern Rock, especially The Alman Brothers and Lynyrd Skynyrd. I love that stuff, too. So let put these two things together.

Sounds Of South: What makes more fun: To hit someone’s face either to be hit in the face or to sing and play guitar? 🙂

Kris Barras (laughs): It depends on who’s face you’re hitting. But lets say ’sing and play guitar‘.

Sounds Of South: What could you actually tell us about the private person Kris Barras? For example, have you been committed in social projects?

Kris Barras: At the moment I stopped working in the gym to teach and train different people and children in martial arts, we’re so busy with the band, touring, touring, touring. So, I’ve got no time for anything else.

Sounds Of South: Who’s gonna win the football world championship?

Kris Barras: It’s not Germany, isn’t it (laughs)? So I have to say it is England, of course.

Sounds Of South: Thanks for the interview!

Bilder und Textintro: Gernot Mangold
Interview: Daniel Daus

Supersonic Blues Machine
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Netinfect Promotion
Casino Zeche Zollverein Essen

Zealand – Liberated – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Ein Aufbruch zu neuen Ufern ist das Album „Liberated“ für Phil Joe. Der ehemalige Bassist und Songschreiber der australischen Worship-Rockband Newsboys hat sich mit 45 Jahren den Status einer Rock-Ikone in der christlichen Musikszene erarbeitet und beginnt nun den ersten Schritt mit seiner neuen Band Zealand.

Bandleader Phil Joe, ursprünglich aus Auckland, Neuseeland, aber jetzt in Franklin, Tennessee wirkend, bleibt mit Zealand der Worship Musik treu, die er bereits während seiner Zeit bei den Newsboys zelebriert hat und so präsentieren sich auch Zealand im eingängigen Pop-Rock Gewand.

Diese christliche Sparte der Rockmusik kann trotz ihres Nischendaseins in Europa, vor allem eine breite Fanbasis in den USA hinter sich versammeln und 71 Millionen Aufrufe des Newsboys-Videos „God’s Not Dead“ auf YouTube zeigen, wie viele Menschen diese Worship-Musik erreicht.

Der radiotaugliche Song „Spirit Sing“ – treffender, einprägsamer Refrain, erinnert stark an den Pop-Rock Kracher „Kings And Queens“ von Thirty Seconds To Mars und „Center Of It All“, als Ed Sheeran-ähnliche Nummer mit Akustik-Gitarren-Intro und Keyboard-Pop, bestimmen die klangliche Tendenz des Albums.

Durchaus anspruchsvolle Stücke wie „Beloved“, „Still“ oder „Land Of The Living“ können hierbei als Beispiele einer modernen kirchenmusikalischen Richtung angesehen werden, die Fortführung traditioneller, christlicher Gospel- und Folkgesänge. Phil Joe war als Songwriter an sämtlichen Tracks auf „Liberated“ beteiligt und hat dabei mit vier verschiedenen Produzenten zusammengearbeitet.

Zealand sind hier konsequent im Pop-Rock Bereich unterwegs. Ein bisschen was von Coldplay, A-ha, mehrstimmiger Backstreet Boys-Gesang oder Simple Minds Passagen, greifen passend ineinander. Immer wieder werden die religiösen Motive in den Songs herausgestellt („My heart and lungs cry out to You, the living God/You make my spirit sing“) und eine wärmende, einladende und hoffnungsvolle Atmosphäre wird inszeniert.

Soweit diese fortwährende, christliche Mission und Absicht die Zuhörer nicht stören, wird passable, abwechslungsreiche und zeitgenössische Kunst geboten. Um „Liberated“ auf sich wirken zu lassen, braucht es daher nicht viel, nur ein wenig Gelassenheit und innerhalb dieser kurzweiligen vierzig Minuten, kann man getrost und unbeschwert eintauchen und dem Trubel der Zeit entkommen.

Word Entertainment (2018)
Stil: Pop-Rock, Christian Rock, Worship Music

01. Spirit Sing
02. Liberated
03. Center Of It All
04. Deeper Water
05. Beloved
06. Still
07. Land Of The Living
08. End Of The World
09. Sanctuary
10. Garden’s On Fire

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Hackensaw Boys – Support: Susto – 09.07.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Pünktlich um 20:30 betrat Susto (Justin Osborne), Leader der gleichnamigen Band die Bühne der leider nur knapp zur Hälfte gefüllten Kulturrampe. Das, was Susto in dem knapp 40-minütigen Soloauftritt bot, war alles, nur nicht angsteinflößend, so wie es der Name Susto im medizinischen Sinne als ‚kulturgebundene Angststörung‘ suggeriert.

Im Gegenteil, Susto verbreitete mit seinen launigen Songs, auf denen er sich nur mit der akustischen Gitarre begleitete, eher Frohsinn im Publikum. Die in bester Singer/Songwriter-Manier gespielten Songs, eine Auswahl aus seinen zwei bisher erschienenen Alben, führten die Zuhörer eher vom Alltagsstress in eine ausgeglichene und relaxte Stimmung.

Einige Songs erinnerten im Gitarrenspiel an Neil Young in seiner folkigen Frühphase. Mit geschlossenen Augen zugehört, hätte jederzeit auch die prägnante Mundharmonika einsetzen können. Das Publikum zollte ihm zwischen den Songs den verdienten Applaus, wobei sich Susto mehrfach gerührt bei der Audienz bedankte.

Der Funke war schnell in beide Richtungen übergesprungen, was meist das schöne an den kleinen Clubkonzerten ist, sodass der Opening Act als gelungener Einstieg in den Abend gesehen werden kann.

Nach dem Konzert beschrieb Osborne noch einmal seine positiven Eindrücke vom Abend und besprach mit Pille Peerlings, dass ein Auftritt mit kompletter Band erstrebenswert wäre. Reizvoll wäre hier, dass der sympathische Künstler, aus der ganze Bandbreite seiner Songs schöpfen könnte und sich nicht nur auf den Teil beschränken muss, der solokompatibel und eher ruhig ist.

Nach einer kurzen Umbaupause legten dann die fünf Mannen von den Hackensaw Boys, wie schon von Susto vor dem letzten Stück angekündigt, direkt energiegeladen und schwungvoll los. Die aus Charlottesville, Virginia, stammende Band um David Sickman spielte eine Mischung aus Folk, Country, American Roots, mit einem gehörigen Einschlag vom Punk der legendären The Clash.

Bestens gelaunt, brachten das Quintett innerhalb kürzester Zeit, die Rampe zum Kochen. Mit Fiddle, Banjo, Kontrabass, Gitarre und einem, zu großen Teilen aus verschiedensten Dosen hergestellten Schlagzeug, welche der Drummer sich umgeschnallt hatte (er absolvierte das ganze Konzert im Stehen), wurde schnell für eine brodelnde Stimmung gesorgt.

Bei der Bandvorstellung wies Sickman darauf hin, dass sein Drummer gestern Geburtstag gehabt habe und dass dies beim Basser heute der Fall wäre, was im späteren Verlauf das Publikum dazu animierte, ein stimmgewaltiges Ständchen hinzulegen. Dieser zückte sofort sein Handy, um diesen emotionalen Moment festzuhalten.

Die Vocals steuerte bei den meisten Songs Sickman mit seiner leicht kratzigen, aber sehr angenehmen Whiskystimme bei. Dabei moderierte er humorvoll mit viel Selbstironie durch die Show. Auch eine gerissene Seite im Verlauf des Konzertes brachte ihn nicht aus der Ruhe, sondern er nutzte das Aufziehen fast schon als Showelement.

Bei mehreren Tracks konnte auch sein Fiddlespieler beweisen, dass er gesangstechnisch überzeugen kann, wobei er fast die ganze Zeit leicht tänzelnd sein Instrument bearbeitete. Auch der Akteur am Banjo durfte einen tragenden Gesangspart übernehmen. Mit einem Wolfsjaulen bei – nomen est omen – „Wolfs Howling“, leitete er seinen Part ein. Die Rhythmussektion samt Bass und dem Schlagzeuger, wenn man dem selbstgebauten umgehängten Instrument damit gerecht wird, sorgten für die nötige Fülle der Songs.

Nach etwa 90 rasanten Minuten wurde das letzte Lied angekündigt. Dabei verließen die Jungs die Rampe und boten an diesem lauen Sommerabend vor der Location inmitten der Besucher noch zwei Open Air-Songs dar.

Mit dabei, wie schon bei den letzten Stücken, auch wieder Susto. In bester Stimmung verabschiedeten sich dann die Musiker nach etwa 100 Minuten Gute-Laune-Musik zum Teil mit Handschlag von den Fans, um noch bis weit nach Mitternacht in der Kneipe der Rampe den Besuchern für den einen oder anderen Smalltalk zur Verfügung zu stehen.

Ein absolut gelungener Abend zu Beginn der Woche, der auch eine volle Rampe verdient gehabt hätte. Wer Spaß an handgemachter American Roots-Musik mit einer Prise Punk hat, dem sei ein Besuch der Hackensaw Boys zu empfehlen.

Text und Bilder: Gernot Mangold

Hackensaw Boys
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Susto
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

The Band Of Heathens, 10.07.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Wenn die Band Of Heathens in unserer Gegend präsent ist, ist das für uns natürlich ein Pflichtbesuch, besonders in einer Location wie im Yard Club in Köln, zu dem wir ja dank ihres ‚Chefs‘ Marcus Neu ein besonders herzliches Verhältnis pflegen.

Der Termin zu Anfang der Woche, dazu mit dem Fußballweltmeisterschafts-Halbfinalspiel Frankreich-Belgien ein weiterer Störfaktor, ließ in Sachen Zuschauerresonanz nichts Gutes erahnen. Dennoch fanden sich um die 50 musik-begeisterte Leute ein, sodass der Club kein tristes Erscheinungsbild abgab.

Ich persönlich war erfreut, mal wieder Jürgen Thomä von Bärchen Records zu treffen, dem ich ja zumindest auch einen Teil meines musikalischen Wissenshorizontes zu verdanken habe und natürlich auch meine Fan-Freunde von Rot Weiss Essen (u. a. RWE Uralt-Ultras-Präsident Happo), die BOH seit Beginn ihres Treibens, ihre Treue halten und sie immer wieder besuchen, sofern sich die Gelegenheit ergibt.

20.15 Uhr stieg das mit Jesse Wilson um einen neuen Bassspieler modifizierte Quintett mit „Should Have Known“ in den Gig ein. Mit „Sugar Queen“ gab es das erste Stück aus ihrer aktuellen EP „Live Via Satellite“, dem im späteren Verlauf noch das wunderbare semi-akustische „Ruby (Ed Jurdi und Gordy Quist auf der Akustikgitarre, alle mit Eagles-mäßigen Satzgesängen), das poppige „All I’m Asking“ und das herrlich umgesetzte Neil Young-Cover „Alabama“ (der fleißig fotografierende Kollege Gernot als großer NY-Fan war absolut verzückt) folgen sollten.

„Jackson Station“ und der „L.A. County Blues“, die ja schon zu den Klassikern der Texaner zählen, der stark gespielte „Judas Iscariot Blues“, das soulig-melodische, von Ed gesungene „DC 9“ und das famos performte „Hurricane“ zum Abschluss des Hauptteils, wo übrigens zwei Mädels, die hinter mir standen, so textsicher und klasse mitsangen, dass man sie als Verstärkung auf die Bühne hätte holen können, zählten zu meinen Favoriten des Abends.

Der wechselseitige Gesang und das vorzügliche E-Gitarrenspiel der beiden ‚Anführer‘ Gordy Quist und Ed Jurdi ist immer noch eine Reise wert. Trevor Nealon ließ immer wieder seine Klimperqualitäten aufblitzen und Drummer Richard Millsap verlieh vielen Stücken besonders in den Schlussphasen Kraft und Dynamik.

Zum Finale gab es mit „Baby, You’re A Rich Man“ als einzige Zugabe noch ein Beatles-Stück, das die zum Teil etwas poppigere Ausrichtung des Fünfers seit dem Ausstieg von Colin Brooks nochmals unterstrich. Nach 90 kompakten Minuten war dann Feierabend. Am Ende konnten wir Ed und Gordy noch für das obligatorische Bild mit dem SoS-Logo für die VIP-Galerie gewinnen. Unterm Strich ein ordentlicher Band Of Heathens-Gig, bei dem man aber den einen oder anderen Track (z. B. „Look At Miss Ohio“) vermisst hat.

Line-up:
Ed Jurdi (lead vocals, electric, slide and acoustic guitars, vocals)
Gordy Quist (lead vocals, electric, slide and acoustic guitars, vocals)
Jesse Wilson (bass, vocals)
Richard Millsap (drums, vocals)
Trevor Nealon (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

The Band Of Heathens
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Yard Club Köln

Supersonic Blues Machine, Support: Chris Kramer – 11.07.2018, Casino Zeche Zollverein, Essen – Konzertbericht

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Das war mal ein Abend, gestern im Essener CASINO Zollverein, wo sich Supersonic Blues Machine mit ihrem schillernden Gast Billy F. Gibbons, zum einzigen Konzert in Deutschland angesagt hatten. Dazu hatten wir im Vorfeld auch noch ein Interview mit deren Neu-Sänger Kris Barras im Vorfeld vor der Brust.

Obwohl ich schon fast 30 Jahre in Essen berufstätig bin, habe ich mit diesem historischen Areal, bisher kaum Berührungspunkte gehabt und bin in dieser Gegend auch so gut wie nie unterwegs. Vor langer Zeit hatte ich in der Zeche Zollverein mal Dan Baird erlebt. Umso beeindruckender war es von daher, diese Location Halle 9, mit der liebevoll integrierten und drum herum gestalteten Gastronomie, vorher ganz bewusst auf sich wirken lassen zu können.

Nach einem ellenlangem Meet-And-Greet-Geplänkel im Vorfeld und dem dadurch recht schnell ‚abgefrühstückten‘ Inti mit dem Briten, heizte zunächst Chris Kramer mit seinem Beatbox ’n‘ Blues-Projekt, die geschätzten 400 Zuschauer, mit für mich und vermutlich vielen anderen auch, eigenwilliger Bluesmusik ein.

Der charismatische, wuchtige Fronter, der Gesang, sein Paradeinstrument, die Mundharmonika, und auch die E-Gitarre vereinigte, sowie sein toller E-Gitarrist Sean Athens, mit wirklich furiosem Spiel, wurden rhythmisch durch mündlich erzeugte Töne am Mikro unterstützt, was sich wohl in geneigten Kreisen als Beatboxing etabliert hat und mittlerweile wettbewerbsmäßig sogar im Rahmen von  Weltmeisterschaften durchgeführt wird. Der etatmäßige Beatboxer Kevin O’Neal wurde adäquat durch Lino Beatbox vertreten.

Kramer mixte seinen Harpblues mit klassischen, Western-, Tex-Mex- und auch dezenten Southern Rock-Anleihen. Durch die Beatbox-Geschichte bekam die Sache einen eigenwilligen und etwas juvenileren Charakter. Es passte. So musste das Trio noch für eine Zugabe ran. Hier wurde dann das einzige deutsch gesungene Lied „Lass Uns Tanzen Gehen“ als Finale zum Besten gegeben. Insgesamt ein sympathischer, kurzweiliger und gelungener Support.

Die Protagonisten der Supersonic Blues Maachine konzentrierten sich in der ersten Hälfte ihrer Performance (ohne Gibbons) naturgemäß auf Songs der beiden bisherigen Alben „West Of Floating, South Of Frisco“ und dem aktuellen „Californisoul“. Neu-Sänger Kris Barras, der den bisherigen Fronter Chris Lopez ersetzte, machte dabei seine Sache, sowohl als Sänger, wie auch als Lead-Gitarrist, vorzüglich.

Gitarrentechnisch bekam er erstklassige Unterstützung von Serge Simic (erinnerte rein äußerlich an Jon Bon Jovi), der sporadisch (z. B. beim herrlichen „Remedy“) auch mal die Lead vocals übernahm. Die Fäden in der Hand hatte Fabrizio Grossi, der einen Hammer-Groove in die Stücke brachte (klasse Bass-Solo bei „Bad Boys“). Nicht zu vergessen Weltklasse-Drummer Kenny Aronoff, der wie ein Tier trommelte und eine Snare Drum sogar ‚krankenhausreif‘ prügelte, dass sie ausgetauscht werden musste.

Alex Alessandroni Jr. Lieferte solide als auch variable Keyboard-Arbeit ab und die beiden Backgroundsängerinnen sorgten für die optische Note im überwiegend von Männern dominierten Auditorium.

Nachdem Barras nochmals beim megastarken „Hard Times“ – das Stück, das mir am gesamten Verlauf des Abends am besten gefiel – seine gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellen konnte, ging der Stimmungspegel mit Grossis Ankündigung von Billy F. Gibbons dann richtig in die Höhe.

Klar, dass mit dem kauzigen ZZ Top-Fronter, dann Klassiker wie „La Grange“, „Dust My Broom“ und, last but not least, „Sharp Dressed Man“ abgefeiert wurden. Billy hatte enormen Spaß und lobte die Stadt Essen der schönen Location wegen, nicht zuletzt natürlich auch, weil die Karriere des texanischen Trios in Deutschland, mit dem Rockpalast damals hier eingeläutet wurde.

Mit den Zugaben „Got My Mojo Working“ und dem furiosen „Going Down“ verabschiedeten sich die Starmusiker nach einem Klasse-Gig von den begeisterten Zuschauern in die Nacht, wobei man sich beim Verlassen nochmals am tollen, atmosphärisch beleuchteten Zechen-Ambiente, optisch erfreuen konnte.

Vielen Dank an Mark Dehler von Netinfect Promotion und Michael Schmitz (Mascot Records) für die Akkreditierung.

Line-up Supersonic Blues Machine:
Billy Gibbons (lead vocals, electric guitar, vocals)
Kris Barras (lead vocals, electric guitar, vocals)
Fabrizio Grossi (bass, vocals)
Kenny Aronoff (drums)
Alex Alessandroni Jr. (keys)
Serge Simic (electric guitar, vocals)
Andrea Grossi (background vocals)
Francis Benitez Grossi (background vocals)

Line-up Chris Kramer:
Chris Kramer (lead vocals, electric guitar, harp)
Sean Athens (electric guitar, vocals)
Lino Beatbox (beatbox)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

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Deep Purple & Friends – 08.07.2018, Sparkassenpark, Mönchengladbach – Konzertbericht

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Im letzten Jahr veröffentlichten die inzwischen doch ergrauten „alten Herren“ in der aktuellen Mark VIII-Besetzung das mittlerweile 20. Album „Infinte“, um anschließend, ab Mai, ihre weltweite „Long Goodbye Tour“ zu starten, die noch bis zum 22.10.2018 andauern wird und die Band nun auch mit einem einzigen Konzert in NRW in den Sparkassenpark nach Mönchengladbach führte.

Nachdem die Support-Acts Navarone aus den Niederlanden und Axel Rudi Pell im zu Beginn noch nicht einmal halb gefüllten Sparkassenpark dem Publikum bei schönstem Sommerwetter mit mäßigem Erfolg einzuheizen versuchten, betraten die Altrocker um Frontmann Ian Gillan (lead vocals), Roger Glover (bass), Ian Paice (drums), Don Airey (keyboards) und Steve Morse (guitars) pünktlich um 20 Uhr die Bühne und eröffneten das Konzertspektakel mit dem Klassiker „Highway Star“.

Der unverwechselbare Snaredrum-Groove von Ian Paice zündete sofort und riss das Publikum vom ersten Takt an mit. Ohne Atempause ging’s dann mit einem Medley, bestehend aus „Pictures From Home“, „Hard Lovin‘ Man“ und „Strange Kind Of Woman“, weiter, welches die Zuhörer anschließend mit lautstarkem Applaus belohnten.

Einige der dargebotenen älteren Stücke („Sometimes I Feel Like Screaming“, „Uncommon Man“ und „Lazy“) hatte die Band sogar mit neuen Variationen arrangiert, sodass diese Klassiker wesentlich frischer und moderner rüber kamen.

Zwischendurch durften dann natürlich auch einige Sachen aus dem letzten Album „Infinite“ nicht fehlen. Besonders hervorzuheben sind hier das etwas düstere „Bedlam“ und „Birds Of Prey“ mit einem überwältigendem E-Gitarrenspiel von Steve Morse.

Nach „The Surprising“ verabschiedeten sich Gillan & Co.  für eine kurze Pause vom begeisterten Publikum und ließen Don Airey allein auf der Bühne zurück und das Auditorium wurde Zeuge eines überragenden Keyboard-Solos, welches letztendlich, nun wieder mit der kompletten Truppe, nahtlos in „Perfect Stranges“ überging.

Zum Abschluss des Gigs gab es dann vom „Machine Head“ Album, das sicherlich mit zu den besten Werken der Band überhaupt gehört, mit „Space Trucking“ und dem Partyknaller „Smoke On The Water“ noch einmal zwei Hammersongs auf die Ohren.

Natürlich durfte Deep Purple nicht so einfach ohne lautstark eingeforderte Zugaben die Bühne verlassen. Nach einer wirklich kurzen Pause wurde dann von den fünf Altrockern mit einer neuen Version von „Hush“ das grandiose Ende des Abends eingeleitet. Neu und einfach nur klasse, folgte dann ein von Roger Glover gespieltes und Ian Paice unterstützes Bass Solo, welches das in den finalen Track „Black Night“ mündete.

Nach einer ziemlich genau 1 3/4 Stunden andauernden, furiosen Reise durch die 50-jährige musikalische Bandgeschichte ging schließlich ein Wahnsinnskonzert, gekennzeichnet durch die unbändige Spielfreude und Bühnen-Action der Band, zu Ende. Deep Purple versteht es immer noch bestens, mit dem Publikum zu spielen und große Menschenansammlungen zum Kochen zu bringen. Dazu trägt sicherlich auch Ian Gillans Stimme bei, die immer noch vor Ausdrucksstärke strotzt, wenngleich sie in den hohen Tonlagen nicht mehr ganz so stark ist wie früher. Aber er ist ja nun mittlerweile auch schon 73 Jahre alt, da darf schon mal ein bisschen was fehlen.

Auch die Rhythmussektion mit Roger Glover und Ian Paice war fit wie eh und je. Seinen kleinen Schlaganfall aus 2016 hat Ian Paice offenbar ohne weitere Folgen gut weggesteckt und Steve Morse und Don Airey bewiesen einmal mehr, dass sie würdige Nachfolger für Ritchie Blackmore und den viel zu früh verstorbenen Jon Lord sind.

Insgesamt hat sich Deep Purple mal wieder übertroffen und ein grandioses knapp 2-stündiges Konzert gerockt. Die alten Haudegen (bis auf Steve Morse sind alle bereits 70 oder älter!) haben es noch immer richtig drauf, wirklich schade, dass ihr aufhören wollt! Aber man soll ja niemals nie sagen …. -:)

Zum Abschluß gilt noch unser Dank Frau Jardena Kifle vom Sparkassenpark-Marketing für die freundliche und reibungslose Akkreditierung.

Set-List:
01. „Highway Star“ (from „Machine Head“)
02. „Pictures of Home“ (from „Machine Head“)
03. „Hard Lovin‘ Man“ (from „Deep Purple In Rock“)
04. „Strange Kind Of Woman“ (from „Fireball“)
05. „Sometimes I Feel Like Screaming“ (from „Purpendicular“)
06. „Uncommon Man“ (from „Now What?!“)
07. „Lazy“ (from „Machine Head“)
08. „Time For Bedlam“ (from „Infinite“)
09. „Birds Of Prey“ (from „Infinite“)
10. „The Surprising“ (from „Infinite“)
11. Don Airey Keyboard-Solo
12. „Perfect Strangers“ (from „Perfect Strangers“)
13. „Space Truckin'“ (from „Machine Head“)
14. „Smoke On The Water“ (from „Machine Head“)

Zugaben:
15. „Hush“ (from „Shades Of Deep Purple“)
16. Roger Glover Bass-Solo
17. „Black Night“ (from „Deep Purple In Rock“)

Line-up Deep Purple:
Ian Gillan (lead vocals)
Steve Morse (guitars)
Don Airey (Keyboards)
Roger Glover (bass)
Ian Paice (drums)

Text: Rolf Kulm
Bilder: Jörg Schneider

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Vaudeville Etiquette – Divisions – EP-Review

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Review: Stephan Skolarski

Erfolgreiche Singer/Songwriter Duos gab es in der Musikgeschichte viele: Lennon/McCartney, Jagger/Richards, Forster/McLennan, um nur einige zu nennen. Von daher dürfte es auch kein Zufall sein, dass die kreativen Köpfe von Vaudeville Etiquette, Tayler Lynn und Bradley Laina, über die gemeinsame Begeisterung für „Exile On Main Street“ und damit durch eines dieser Duos zueinander gefunden haben.

Das US-Amerikanische Quintett hat nach zwei überzeugenden Studioalben den beschwerlichen Schritt ins Musikbusiness geschafft und bereits den Weg über den großen Teich auf die Konzertbühnen in Europa gefunden. Jetzt sind sie mit einer neuen EP am Start und bewegen sich auf den vier Tracks gekonnt durch unterschiedlichste Musikgenres.

Beispielhaft hierfür das Midtempo-Neo-Folk-Synthie Stück „Divisions“, ergänzt durch fein abgestimmten, harmonischen Gesang, ist als erstes Lied ein wenig zurückhaltend, aber das voluminöse „Ontario“, mit eindringlichem Synthie-Intro und Florence + The Machine-Instrumentalisierung, kommt sofort aus den Startlöchern.

Was den ersten beiden Songs noch an Durchschlagskraft gefehlt hat, bügelt das Stoner-getränkte „White Horse“ aus. Wuchtige Drums, die man zuletzt so perfekt noch zu „White Stripes“-Zeiten gehört hat und ein markantes Gitarren-Riff sollten den Song auf jede Blues Rock-Playlist pushen. Im dem vierten Song „Swamp Witch“ ist Tayler Lynn dann im Patti Smith-Modus und ein feuriges E-Gitarrensolo bringt den letzten Schwung für ein tolles Uptempo-Finale.

Auf dieser EP gleicht kein Stück dem nächsten. Diese abwechslungsreiche Zusammenstellung spricht die unterschiedlichsten Musikgeschmäcker an und man darf daher mit großer Zuversicht und Vorfreude auf ein neues Album der jungen Band um das Singer/Songwriter Duo Lynn/Laina aus Seattle gespannt sein.

Sunvata Records (2018)
Stil: Classic Rock

01. Divisions
02. Ontario
03. White Horse
04. Swamp Witch

Vaudeville Etiquette
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Black Pike Favorites

The Bennett Brothers – Not Made For Hire – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Die hierzulande noch recht unbekannten Jimmy und Peter Bennett sind in den Staaten allerdings kein unbeschriebenes Blatt, sind sie doch in der Vergangenheit bereits zusammen mit B.B. King, Bo Diddley und anderen Blues-Größen aufgetreten. Nun haben sie ihr erstes eigenes Album „Not Made For Hire“ vorgelegt.

Die Scheibe wird von der Plattenfirma vollmundig damit beworben, ins Auto zu springen, die CD einzulegen und dann bei laut aufgedrehter Musik den Ausflug zu genießen, dabei aber kein Knöllchen wegen Geschwindigkeitsübertretung zu riskieren. Das hat mich natürlich neugierig gemacht und entsprechende Erwartungen auf zündende Beats geweckt.

Also bei der nächsten längeren Autofahrt rein mit der Scheibe in den CD-Player und die Lautstärke hochgedreht. Beim ersten Hören ist dann bei mir der Funke allerdings noch nicht wirklich übergesprungen, vielleicht lag’s am nieseligen Wetter oder an der Tatsache, dass mich die Reise nach Norden und nicht gen Süden führte. Bei wiederholtem Hören hat mir der Silberling dann jedenfalls doch noch ganz gut gefallen. Nur muss man wirklich nicht befürchten vor lauter Begeisterung einen Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens zu riskieren. Die Songs laden eher zum entspannten cruisen als zu temporeicher Fahrt ein.

Insbesondere gefallen der Opener „Junkyard Dog“, ein flotter Shuffle mit genretypischer quietschender Gitarre im Mittelteil, das relaxte southernartige „Hold On Tight“ mit absoluten Ohrwurmqualitäten und „Rocking Chair“, ein zum Tanzen einladender Gute-Laune-Boogie-Woogie.

Die übrigen Stücke kommen größtenteils als solide Blues Songs wie z. B. „I Just Don’t Want The Blues Today“ (mit schönen Sopran-Gesangseinlagen von Linda Pino) oder „How Long“ und R ’n B-Stampfern („Not Made For Hire“) daher.

Obwohl alle Songs des Album gut arrangiert und handwerklich ohne Fehl und Tadel sind, lässt die Scheibe dann aber nach einem starken Start für meinen Geschmack im weiteren Verlauf leider etwas nach. Bitte nicht falsch verstehen, insgesamt ist das Album nicht schlecht, andererseits aber auch kein Must-Have.

Die Bennett Brothers servieren mit ihrem Debütalbum solide Hausmannskost mit genretypischen Zutaten (wilde Gitarreneinlagen, untermalende Teppiche aus der Hammondorgel und satte Bassrhythmen), abgeschmeckt und verfeinert und angerichtet nach Southern Art. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Line up:
Jimmy Bennett – guitars, vocals
Peter Bennett – bass, vocals
Lee Falco – drums, vocals
John Ginty – hammond, pianos
Linda Pino – vocals on „I Just Don’t Want The Blues Today“
Mike Mclaughlin – backing vocals on „What’d I Do“

Showplace Music (2018)
Stil: Southern Blues

01. Junkyard Dog
02. Hold On Tight
03. I Just Don’t Want The Blues Today
04. Blues #9
05. What’d I Do
06. Rocking Chair
07. How Long
08. The Only Way To Be
09. Walk With The Devil
10. Not Made For Hire
11. I Got A Woman

The Bennett Brothers
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The Big Pine Band – SelfRich – CD-Review

BPB

Herrje, das war so eine richtig schwere Geburt. Zunächst spielte  ‚Kommissar Zufall‘ eine Rolle. Ich hatte beim Surfen durchs Netz auf einem US-Festival-Plakat, den Namen der mir bis dato unbekannten Big Pine Band entdeckt und bin einfach mal so auf ihre Homepage ‚gewandert‘.

Die offerierte ihr vor geraumer Zeit erschienenes Debütalbum, das man sich auch in kompletter Länger dort anhören konnte. Ich beschloss die Truppe aus dem Süden Floridas zu kontaktieren und um ein Rezensionsexemplar zu bitten. Der Einfachheit halber, bot ich auch die Möglichkeit an, die Daten via Dropbox zu übermitteln.

Dann sollte ein Hin- und Her seines Gleichen erfolgen (vorab bemerkt, ohne Schuld der Band). Zunächst kam die legitime Frage, warum ich denn nicht die Scheibe anhand des Materials auf der Webseite besprechen würde. Die beantwortete ich damit, dass ich Musik vom PC wie Streamings und Dergleichen nicht rezensieren würde, sondern erst, ganz ‚old school‘, nach intensivem Anhören auf einer Anlage, beurteilen würde.

Das wurde akzeptiert und man wollte mir die CD auf dem Postweg zuschicken, wobei ich vorschlug, noch ein signiertes Exemplar, für eine Leser-Aktion beizufügen. Dies wurde dann auch recht fix in die Tat umgesetzt. Allerdings hatten wir die Rechnung ohne unsere Beamten vom deutschen Zoll gemacht. Es vergingen Wochen, ohne ein Ankommen der Lieferung, Nachfrage bei der Band, die mailte sofort den Liefernachweis.

Die schriftliche Recherche beim Zoll ergab die automatisierte Antwort: Sache in Bearbeitung. Wieder Warten, nichts passierte. Anruf beim Zoll. Nach einer endlosen Anzahl von gescheiterten Versuchen, mal dort einen Menschen an die Strippe zu bekommen, fand sich doch noch eine Dame, die Hilfe anbot.

Dann nach weiteren Wochen des Wartens eine Meldung ohne Angabe von Gründen, dass die Sendung in die Staaten zurückgegangen sei. Erneuter Kontakt zur Band, die dann bejahte, dass das Päckchen zurückkam. Irgendwann haben wir uns dann auf die Dropbox-Variante geeinigt, sodass mir jetzt die Daten in einer vernünftigen Qualität vorliegen. Was für ein Bohai…

Das Warten hat sich letztendlich natürlich dennoch gelohnt. Dass die Musik klasse ist, war ja im Prinzip schon von Anfang an klar. Zehn tolle, glasklar produzierte und eingespielte Tracks, die Liebhaber des klassischen Southern Rocks der großen Anfangsjahre in Verzückung versetzen sollten.

Die Initialzündung für die Entstehung des Süd-Florida-Fünfers war 2015 ein LA-Film, für den die beiden Gitarristen Kevin McLoughlin und George Schoeppner Musik komponieren sollten. Dabei realisierten sie schnell, nachdem sie mit Smokey Gage einen starken Sänger ins Visier genommen hatten, dass es Zeit wäre, eine Band zu gründen. Die Big Pine Band wurde schließlich dann mit der begabten Rhythmusfraktion Randy Finn am Bass und Zeke Merkel am Schlagzeug vervollständigt.

Der herrliche Opener „Day By Day“ erscheint dann auch schon als eine Art Blaupause für den Rest des Longplayers: Akustikgitarrenintro, zu dem sich dann markante E-Gitarrenhooks gesellen, die irgendwann in quirlige Wechsel-Soli münden, und sich schließlich oft in surrenden Twins  vereinigen. Nicht zu vergessen, der engagierte, Charisma versprühende Gesang von Gage, der auch sporadisch immer wieder von Harmoniegesängen begleitet wird.

Erstaunlich ist es immer wieder, wie es manche Acts schaffen, das „Can’t You See“-Thema der Marshall Tucker Band aufzunehmen und gekonnt mit eigenen Ideen zu modifizieren. Hier geschehen, beim hevorragenden Titellied „Self Rich“ als auch bei „Nothing At All“.

Freunde von Instrumentalstücken nach Allman-/Gov’t Mulescher-Prägung können sich an Titeln wie „Long Way From Home“ (herrlich hallt hier die E-Gitarre durch den Pinienwald) und dem „Jamestown Jam“ laben (allerdings, von der Länge her, weniger ausufernd). Meine Favoriten sind neben den bereits erwähnten „Day By Day“ und „SelfRich“, noch das in Molly Hatchet-/Jackson Stone Band-Manier, deftig polternde „Bullseye“, das bluesige, in Gregg Allman-Tradition performte „The Minky Stinky Man“ und das verspielt E-Gitarrenlastig rockende „Set Up“ als Rausschmeißer.

Ich bin mir sicher, dass diese Scheibe ein durchweg positives, ja, sogar begeistertes Echo in der hiesigen Southern Rock-Szene hervorrufen wird. Deshalb sei in jedem Fall der Besuch der Big Pine Band-Homepage angeraten, wo man „SelfRich“ in Gänze, wenn auch nur am PC, antesten, beziehungsweise genießen kann. Die Erlangung des physikalischen Tonträgers unterliegt dann vermutlich allerdings, wie beschrieben, nur Gott und dem deutschen Zoll…

Eigenproduktion (2018)
Stil: Southern Rock

01. Day By Day
02. That’s The Way She Moves
03. SelRich
04. Suffered Too Long
05. Bullseye
06. Long Way From Home
07. Nothing At All
08. The Minky Stinky Man
09. Jamestown Jam
10. Set Up

The Big Pine Band
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