Melanie Dekker – Distant Star – CD-Review

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Melanie Dekker zählt zu den Künstlerinnen, die bei unserem Magazin einen ganz dicken Stein im Brett haben. Ihre sympathische, lebensfrohe und unkomplizierte Art ist nahezu ansteckend. Sie ist jemand, der, eigentlich ganz musikeruntypisch, verinnerlicht hat, dass Nehmen und Geben immer in einem ausgewogenen Verhältnis stehen sollten. Ich erinnere mich immer wieder gerne an die netten Begegnungen mit ihr nach Konzerten oder natürlich an das unvergessene Weihnachtsvideo, das sie spontan, ohne mit der Wimper zu zucken, mit viel Liebe zum Detail für uns (als ich noch für RockTimes tätig war) gedreht hatte.

Auch wenn ihr die große Anerkennung bisher nur von einem relativ überschaubaren Insiderpublikum zuteil wurde, lässt die junge Dame aus dem kanadischen Vancouver mit holländischen Wurzeln nicht locker und tourt fleißig fast jedes Jahr durch Europa, wobei unseren Gefilde natürlich immer eine wichtige Bedeutung zugemessen wird (siehe unsere Tourtermine). Und in diesem Jahr hat sie mit „Distant Star“ auch wieder eine brandaktuelle CD mit im Gepäck, die dann auf Ihren (hoffentlich immer zahlreicher besuchten) Gigs reißenden Absatz finden sollte.

Wer wie ich, was Plattenveröffentlichungen betrifft, ihren Werdegang in den letzten Jahren konstant verfolgt hat, erkennt schnell, dass Melanie ihrem bisherigen Stil weiter treu bleibt. Sie offeriert uns auch diesmal eine hübsch kreierte Melange aus angenehmen melodischen Liedern, die irgendwo zwischen Country, Roots und Folk mit ganz dezentem poppigen/rockigen Einschlag liegen.

Melissa Etheridge im weitesten Sinne fällt mir da immer als sofortiger Vergleich ein, ohne allerdings an deren Popularitätswerte, geschweige ihrer Radiopräsenz hierzulande jemals auch nur annähernd heranzureichen. Die Welt ist halt meistens ziemlich ungerecht…

Melanie hat bei diesem Werk diesmal mit Allan Rodger zusammengearbeitet, der hier als Produzent, Co-Writer, Mitmusiker (diverse Instrumente) und -sänger (Harmonies) seine zentrale Position unterstreicht. Natürlich bestimmen Mels variabler Gesang (von elfenhaft bis rauchig) und ihr gutes Akustikgitarrenspiel in aller erster Linie wie gewohnt das Geschehen, aber in fast jedem Lied bekommt immer ein weiteres Instrument seinen speziellen Platz eingeräumt.

So bilden beispielsweise bei „Worry Gets You Nowhere“ das Banjo, bei „Black Swan“ eine Klarinette (?, im Booklet als ‚Woodwinds‘ aufgeführt), bei „Boomerang“ die E-Gitarre (schönes kurzes Solo), bei „Like Roses“ die Violine, bei „At The Junkyard“ das Piano und beim abschließenden „Silver Moon“ die Flöte die kleinen Zusatzfarbtupfer des jeweiligen Liedes. Vermutlich haben die beiden da schön zusammen getüftelt, was am besten wozu passt. Sehr gelungen letzten Endes.

Melanie Dekker setzt mit „Distant Star“ konsequent ihren musikalisch eingeschlagen Weg fort. Es gilt weiterhin. Wo Melanie Dekker darauf steht, ist auch Melanie Dekker drin. Sie weiß erneut mit ihrer ehrlichen Haut, viel Authentizität (auch in ihren Texten nachempfindbar) und angenehmer, sehr geschmackvoll gestalteter Musik zu punkten. Der kommerzielle Erfolg wird aber auch mit diesem Werk vermutlich leider wieder so weit entfernt bleiben wie die Sterne…

Eigenproduktion (2013)
Stil:  Singer / Songwriter

01. Distant Star
02. Worry Gets You Nowhere
03. Powerful
04. Give My Heart A Home
05. Nothing But Time
06. Black Swan
07. Boomerang
08. Like Roses
09. At The Junkyard
10. The Price You Pay
11. Silver Moon

Melanie Dekker
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