The Shires – Good Years – CD-Review

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Drittes Album des britischen Erfolgduos The Shires, alias Chrissie Rhodes und Ben Earle. Die beiden Protagonisten haben seit ihrem Bestehen die Country-UK-Charts fest im Griff und werden auch mit „Good Years“ wieder obenauf sein.

Es läuft einfach gut für die beiden, auch in den Staaten sind sie längst angekommen, dort erhielten sie vor geraumer Zeit sogar als erster britischer Act den „Jeff Walker Global Artist Award“ von der Country Music Association (CMA) verliehen.

Selbstredend, dass auch der neue Silberling in Nashville, jetzt unter BMG-Major-Flagge, eingespielt und aufgenommen wurde. Rhodes und Earle haben zwölf neue Songs kreiert, die ihre Hooks, Melodien und flockigen Refrains auf poppigem Keyboard- und rhythmischen Drum (Loop)-Fundament ausrichten. Um die Countrykompatibilität zu wahren, gibt es zwischendurch immer wieder geschickt eingestreute Akustik-, E- Gitarren, Steel- oder Mandolinenklänge.

Die beiden wechseln sich in ihren Leadvocals-Parts kontinuierlich ab und finden genau so oft in den Harmoniegesängen wieder zusammen.
Die zwölf Tracks gehen sehr eingängig in einem Rutsch runter, einziger Vorwurf ist, dass hier sehr vorhersehbar und glatt , mit dem Blick auf den Charterfolg produziert wurde. Jedes Stück ist quasi singletauglich.

Mir gefällt es persönlich am Besten, wenn sie wie bei Sachen wie „People Likes Us“ oder „Better Place“ mal etwas die Dynamik und und Power aus den Liedern herausnehmen und zurückgenommener agieren. Bei den Singles “Lightning Strikes”, “New Year“ (können frisch Verliebte mal schön zu Sylvester auflegen), und „Independence Day“ (schön pathetisch für die Amis…) kann man sich einen guten Einblick verschaffen, was letztendlich auch im Gesamten geboten wird.

Fazit: The Shires liefern auf ihrem aktuellen Silberling „Good Years“ schnörkellosen, modernen und hochmelodischen Countrypop ab und bilden auf Augenhöhe mittlerweile das britische Pendant zu arrivierten vergleichbaren Nashville-Acts wie Lady Antebellum, Little Big Town & Co. Gute Jahre für das Duo!

BMG Rights Management (UK) (2020)
Stil: New Country

01. Lightning Strikes
02. On The Day I Die
03. Good Years
04. No Secrets
05. About Last Night
06. New Year
07. Only Always
08. Independance Day
09. Thank You Whiskey
10. People Like Us
11. Better Days
12. Crazy Love

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The Shires – Accidentally On Purpose – CD-Review

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Während sich bei uns in Deutschland ein relativ überschaubares Grüppchen an Leuten bemüht, das Pflänzchen New Countrymusik eher behutsam aufzuziehen, scheint sich in Großbritannien eine echte Euphorie für diese Sparte zu entwickeln.

Zum einen durch die pompösen medienwirksamen Country2Country-Festivals, wo sich seit Jahren das Who-Is-Who der Nashville Szene die Klinke in die Hand drückt, als auch in aktiver Hinsicht. In letzter Zeit kommen mir, gefühlt, auch immer mehr Veröffentlichungen von Künstlern dieses Landes zur Begutachtung unter die Fittiche.

Die zur Zeit wohl unangefochtenen Shooting-Stars der britischen Szene geben im Moment Ben Earle und Chrissie Rhodes, alias The Shires, ab, die jetzt mit „Accidentally On Purpose“ ihr bereits drittes Album unter Major-Fahne auf den Markt werfen.

Beide hatten zunächst in eigener Sache mit ihren alleinigen Gehversuchen (Rhodes sang auf Hochzeiten und in Clubs Dolly Parton-Songs, Earle brachte es bis zum Support von KT Tunstall, beide scheiterten jeweils bei X-Faktor) wenig Erfolg. Erst, als sie sich nach einem Suchaufruf Earles via Facebook zusammengetan hatten, sollte sich alles rapide zum Besseren wenden.

Von da an ging es Schlag auf Schlag: Teilnahme am C2C-Festival, Major-Verträge (UK und US), grandioser Einstieg mit dem 2015er-Debütalbum (Nr. 1 UK Country Charts), diverse britische Awards, Support bei der Comeback-Tour der Corrs, eigene Headlinig-Tour, 2. Album (Platz 1 UK Country-Charts, Platz 3 allgemeine UK-Charts), Gewinner Global Artist bei den US-CMA-Awards, etc.

Eine rasante Entwicklung. Jetzt also mit „Accidentally On Purpose“ der nächste Streich. Aufgenommen in Nashville unter der Regie vom angesagten Produzenten Lindsay Rimes (u. a. Parmalee, The Cadillac Three, Thomas Rhett, Lauren Alaina), der hier mit Star-Musikern wie Ilya Toshinsky, Mike Johnson und Jimmy Robbins auch das instrumentelle Heft in der Hand hatte. Lediglich für Track 10, „Strangers“, wurde mit Chris DeStefano eine weitere Nashville-Koryphäe bemüht.

Die Musik besticht – wen wundert es bei diesem Erfolg – in erster Linie durch ihre Eingängigkeit. Man orientiert sich mit gutem Gespür an Acts des Genres wie American Young, Sugarland, Little Big Town, Lady Antebellum & Co., wo weibliche und männliche Wechsel- und Harmoniegesänge den Ton angeben sowie poppige, wie countryeske Elemente, harmonisch in Einklang gebracht werden. Mir gefällt an dem Duo vor allem die Mandolinen-lastige Ausrichtung der Songs (repäsentiert durch den Könner auf diesem Gebiet, Ilya Toshinsky).

Earle ist bei allen Tracks kompositorisch beteiligt, Rhodes auch erbeblich, für die einzige Ausnahme „Stay The Night“ hat man vermutlich, um das Aufmerksamkeitspotential weiter zu erhöhen, dann noch auf ein Lied von Pop-Superstar Ed Sheeran zurückgegriffen.

Fazit: Die Zeichen für The Shires stehen auf (Erfolgs-) Sturm. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass die ‚Grafschafter‘, Ben Earle und Chrissie Rhodes mit „Accidentally On Purpose“ ihr drittes Nr.1-Album in den UK-Country-Charts abliefern werden und ab Mai auf ihrer kommenden UK-Tour frenetisch gefeiert werden. Auch für den US-Markt sind sehr vielversprechende Akzente gesetzt worden.

Decca Records – Universal (2018)
Stil: New Country

01. The Hard Way
02. Echo
03. Guilty
04. Sleepwalk
05. Accidentally On Purpose
06. Stay The Night
07. Ahead Of The Storm
08. Speechless
09. River Of Love
10. Strangers
11. World Without You
12. Loving You Too Long

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