Ben Reel – Land Of Escape – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Die verschiedenen Regionen der irischen Insel haben in vielerlei Hinsicht ihre oft traditionellen, musikalischen Einflüsse häufig in die moderne Pop-Musik eingebracht und integriert. Auch der über Jahrzehnte abgetrennte und umkämpfte, nordirische Teil des englischen Königreichs, hat neben z.B. Van Morrison und Gary Moore, zahlreich gute Interpreten hervorgebracht, die ihre Heimat und ihre musikalischen Wurzeln produktiv vertreten. In diese Reihe der regelmäßigen aktiven Songpoeten gehört seit Ende der neunziger Jahre auch der Musiker Ben Reel.

Der aus Nordirland stammende Singer/Songwriter und Multiinstrumentalist, hat mit „Land of Escape“ nunmehr sein 8. Studioalbum vorgelegt, eine Rundum- Eigenproduktion, von der Aufnahme der Titel bis zum Mastering. Reel wird von talentierten Musikern begleitet, die seine besonderen Qualitäten und Arrangements tragen. Bereits der erste Track „Landscapes“, erinnert sofort an das in nebeligem grün gehaltene Album-Cover einer düsteren Landschaft, die durch den weichen Sound einer Querflöte psychedelisch angehaucht wird.

Auch das nächste Stück „Fields of Dreams“, das vom schnörkellosen Rhythmus geprägt wird, hält das Interesse am folkigen Stil aufrecht. Die Single-Auskoppelung „Soldier of Love“ ist hingegen eher poplastig, kommerziell arrangiert und ausgekleidet. Der Song „Fish Out of Water“ wirkt balladenartig, wie bei Meisterwerken von Neil Young und ähnelt nicht nur in der Tonlage durchaus dem kanadischen Mastermind.

„Healing Hands“ ist ebenfalls in dieser Stimmung, mit langsam aufbauendem Rhythmus, durchaus ansprechend, dem nordamerikanischen Vorbild nachempfunden. Beim Track „Some Mercy“ muss man unwillkürlich an die Leichtigkeit und die Ausprägung eines Bruce Springsteen Songs denken, der in frischen und lebendigen Folk-Country mit harmonischen Geigenparts abdriftet.

Textlich rufen viele Lieder („Landscapes“ oder „Fields of Dreams“) überwiegend sinnlich-natürliche Landschafts- und Naturbilder hervor. Der Übergang vom 7. Stück „I See Paradise“ zum 11. „Paradise Found“, durch das jazzige Duett „Misty Morning Rain“, das innige „Suffer In Silence“ und das an „The War On Drugs“ angelehnte „Drifting“, ist eine ambitionierte Konzeptbrücke innerhalb des Albums.

Der vorletzte Song „Paradise Found“ greift im Aufbau und Gitarrenriff dann wieder auf die bewährten und bekannten Young-Elemente zurück, die im letzten Song („Smoldering Simmering“) mit Mundharmonika und Country-Harmonien gekonnt ausklingen. Das Album „Land of Escape“ hat Reel im eigenen Studio im South Armagh produziert und liefert damit 12 handwerklich ausgereifte und anspruchsvolle Tracks ab, die erneut die vielschichtigen Ebenen seines Könnens eindringlich wiederspiegeln.

Eigenproduktion (2018)
Stil: Folk Rock

01. Landscapes
02. Fields of Dreams
03. Soldier Of Love
04. Fish Out Of Water
05. Healing Hands
06. Some Mercy
07. I See Paradise
08. Misty Morning Rain
09. Suffer in Silence
10. Drifting
11. Paradise Found
12. Smoldering Simmeringove

Ben Reel
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