Der Sounds Of South-Rückblick 2018

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Drei Jahre ist nun schon her, seit das eigentlich von mir als persönliches Hobby (so als kleiner Zeitvertreib nebenbei) gestartete Magazin Sounds Of South, den Weg ins World Wide Web angetreten ist. Als reinster Glücksfall dabei erwies sich sicherlich das Treffen mit meinem Abi-Kumpel Gernot Mangold, der sich mit rasender Geschwindigkeit von einem engagierten Privat-Fotografen zu einem der mittlerweile stärksten Musikkonzerte-Knipser entwickelt hat. Ein verdienter Lohn seiner immensen Arbeit war dieses Jahr unter anderem, dass seine Bilder für das Booklet der aktuellen Blues Caravan-CD-DVD mit verwendet wurden. Mit Jörg Schneider fanden wir einen ebenfalls nicht minder talentierten Akteur auf diesem Gebiet mit dem Gespür für den richtigen Auslöse-Moment. Den Löwenanteil des geschriebenen Wortes teilen uns seit jeher Jungspund Stephan Skolarski, der immer stärker auftrumpfende Michael Segets und meine Wenigkeit. Unser Dank gilt natürlich auch den Leuten, die hier ihren sporadischen Beitrag geleistet haben. Wenn man aber bedenkt, was hier quasi mit fünf Leuten nebenberuflich auf die Beine gestellt wurde (alleine schon die 90 Konzertberichte in diesem Jahr, die meist am nächsten Tage online waren!!!), dürfen wir uns schon ohne den Anschein des Eigenlobs imaginär auf die Schulter klopfen. All dies wäre natürlich nicht möglich ohne die nahezu perfekte Zusammenarbeit mit unseren vielen Kooperationspartnern wie Promotionagenturen, Labels, Clubbesitzern, etc. und den stetig wachsenden Zuspruch unserer Leserschaft, deren Vertrauen in dieser Zeit mit qualitativ guter und zuverlässiger und termingetreuer Arbeit gewonnen wurde. Erfreulich war 2018 besonders, dass unser Konzertberichterstattungsniveau mittlerweile den positiven Trend, auch auf ‚höherer Ebene‘ (u. a. mit Joe Bonamassa, Deep Purple) zu berichten, fortgesetzt hat. Selbst wenn die arrivierten Southern Rock-Bands mittlerweile immens schwächeln (vor allem in kreativer Hinsicht), offerierten die letzten 12 Monate merklich, dass unter der neuen Vorherrschaft von Blackberry Smoke, sich doch eine sehr verheißungsvolle New Southern Rock-Generation mit Acts wie der euen Allman-Betts Band i.Gr., The Cadillac Three,  Robert Jon & The Wreck, Hogjaw, Voltage, Red Beard, The Trongone Band, Smokey Fingers, Them Dirty Roses, The Vegabonds & Co. gebildet hat, die das Erbe der einstigen Genre-Größen wie Skynyrd, Hatchet und den Allman Brothers unbeirrt weiterführen. Mit dem Ableben von Ed King, Jimmy Farrar und Tony Joe White gab es natürlich auch wieder einige schmerzliche Hiobsbotschaften zu vermelden, die das Leben aber immer mit sich bringen wird. Viel Wirbel gab es in der ersten Jahreshälfte um die neue Datenschutzverordnung, der sich dann aber am Ende im Prinzip als laues Lüftchen erwies. Nichtsdestotrotz gilt auch 2019 wieder unser Versprechen, uns nach besten Kräften am Puls der Southern Way Of Music zu bewegen und unsere Leserschaft mit den relevanten und aktuellen Informationen zu versorgen.

Hier nochmal eine kleine Auswahl meiner persönlichen Highlights des Jahres 2018:

CD des Jahres:

Wade Bowen – Solid Ground
Eric Church – Desperate Man
Brent Cobb – Providence Canyon

DVD des Jahres:

Various Artists – Nashville In Concert At The Royal Albert Hall

Überraschungs-CD des Jahres:

Jonathon Long – Same

Newcomer-CD des Jahres:

Shea Abshier & The Nighthowlers – Potluck

Interview des Jahres:

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Kris Barras (Supersonic Blues Machine/Kris Barras Band)

Interpret des Jahres:

Brent Cobb

Starke neue CD „Providence Canyon“ und ein Klasse-Konzert im Kölner Studio 672 – ein Musiker mit Zukunft

Song des Jahres:

Day Of The Dead – Wade Bowen

Diese Songs machten beim Reviewen ebenfalls Spaß:

Bury Me – Jonathon Long
Desperate Man – Eric Church
King Of Alabama – Brent Cobb
Run Away From It All – Blackberry Smoke
Ticket To L.A. – Brett Young
Propane – Kris Barras Band
Selfish – Jordan Davis
Holiday – Damon Fowler
Bring Me Back – Shea Abshier & The Nighthowlers
All On Me – Devin Dawson

April-Scherz:

H(e)art And King

Enttäuschung des Jahres:

Absage des Wade Bowen-Konzerts im Kölner Blue Shell

Konzerte:

Konzert des Jahres:

Ryan McGarvey – 14.09.2018, Blues, Rhede

Robert Jon & The Wreck, 25.10.2018, Kulturrampe, Krefeld

Joe Bonamassa – 28.03.2018, Lanxess Arena, Köln

Devon Allman Project – 23.08.2018, Musiktheater Piano, Dortmund

VDELLI – 14.10.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg

Voltage, 29.04.2018, De Bosuil, Weert

Blackberry Smoke – Support: Quaker City Night Hawks – 27.10.2018, Musiekcentrum De Bosuil, Weert

Supersonic Blues Machine, Support: Chris Kramer – 11.07.2018, Casino Zeche Zollverein, Essen

Brent Cobb – Support: Zack Logan, 12.09.2018, Studio 672, Köln

Savoy Brown – 01.04.2018, Musiktheater Piano, Dortmund

Konzertbilder:

Bilder Gernot Mangold:

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Bilder Jörg Schneider:

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Bilder Karl Bongers:

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Bilder Michael Segets:

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Bilder Martina Middeke:

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Bilder Adam Zegarmistrz Glagla:

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Bilder Peter Schepers:

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Bilder Albrecht Schmidt:

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Irgendwann 2017 kam die Idee auf, unser Logo mal als Schild herstellen zu lassen und eine Galerie von Künstlern/Leuten ins Leben zu rufen, die von unserer Arbeit angetan sind und sich, im Sinne einer Identifikation mit unserem Magazin, ablichten ließen. Hier ein kleiner Auszug von 2018 –  die ganze Galerie findet man unter diesem Link.

Bilder Sounds Of South VIP-Galerie:

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To be continued…

Wir wünschen unseren Lesern, allen Musikfreunden, Künstlern und Mediapartnern ein gesundes, erfolgreiches und (Southern) rockiges neues Jahr!

Sounds Of South is gonna do it again!

Euer

Daniel Daus

The Cadillac Three – Interview

Gut zwei Jahre nachdem wir mit den Jungs von The Cadillac Three schon einmal gesprochen hatten, sind wir von Oktober Promotion um ein weiteres Interview gebeten worden, dem wir natürlich gerne nachgekommen sind. Das hatten Jaren Johnston, Kelby Ray und Neil Mason vor ihrem Konzert in einem Büroraum oberhalb des Luxors diesmal preiszugeben:

Sounds Of South: Schön euch wieder zusehen. Ihr seid jetzt schon mehrfach im Luxor in Köln aufgetreten. Was zieht euch immer wieder hierhin, was gefällt euch an diesem Club?
The Cadillac Three: (Jaren) Wir lieben den ‚Duftstoff‘ dieser schwitzigen Rock Clubs. Wir kommen aus den Staaten hierher und spielen vor diesen wirklich Southern Rock-verrückten Deutschen. Das gibt uns ein heimisches Gefühl. So macht es hier dann einfach eben großen Spaß!

Sounds Of South: Im Sommer habt ihr auf einigen Festivals gespielt. Wo ist für euch der Unterschied zu Konzerten in Clubs wie dem Luxor?
The Cadillac Three: (Kelby) Es ist eigentlich nur die Größe, nehmen wir mal als Vergleich das Ramblin‘ Man-Festival. (Jaren) Die Energie bei beiden ist aber meist dieselbe. Es war dort wohl mit die größte Zuschauermenge, vor der wir mit einigen anderen Bands gespielt haben, aber ich persönlich mag  diese Gigs hier mehr, weil sie in einer viel intimeren Atmosphäre stattfinden. Du schwitzt hier gemeinsam mit der Menge. Insgesamt sind  beide Sachen sehr schön, haben aber natürlich auch ihre kleinen Unterschiede.

Sounds Of South: Bei den Konzerten, die wir von euch bisher gesehen haben, habt ihr eure Songs eher hart gespielt. Gibt es einen Unterschied zu euren Performances in Amerika und Europa, speziell in Deutschland?
The Cadillac Three: (Kelby) Nicht wirklich, wir spielen eigentlich immer auf gleiche Art, egal, wo wir gerade sind. Die Musik überträgt sich einfach von alleine auf die verschiedenen Menschen auf diesem Erdball. (Jaren) Es ist schon eine wilde Sache. In den Staaten spielen wir zum Beispiel mit großen Countrystars, auch da machen wir einfach unser Ding.  Eigentlich ist es immer der gleiche verrückte Kram, aber es gefällt überall und das ist das Gute daran. Es hilft uns in unserer Entwicklung und auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Auch wenn wir fast immer die gleiche Setliste spielen, es überträgt sich auf sehr viele Audienzen. Die Country-Kundschaft liebt die harte Seite unserer Musik, die Rock-Gemeinde mag, dass wir hart sind, aber auch einiges bieten, was ihre Bands nicht liefern.

Sounds Of South: Ich gehe davon aus, dass die kreativen Synapsen bei euch nicht still stehen. Wie steht es bei euch mit neuem Songmaterial?
The Cadillac Three: (Kelby) Wir haben neue Lieder! (Jaren) Wir arbeiten  an einer neuen Scheibe. (Neil) Wir spielen zur Zeit schon welche im Set. Wir sind dabei die Sache abzuschließen, sie wird irgendwann nächstes Jahr herauskommen. Wir arbeiten eigentlich immer an neuer Musik, auch wenn wir ein Album gerade abgeschlossen haben. Wir schreiben die ganze Zeit neue Songs, so sind sie dann halt wieder auf dem darauf folgenden Album.

Sounds Of South: Eure Besetzung ist in dieser Form etwas Besonderes. Gab es irgendwann einmal das Bestreben einen Bassspieler einzusetzen?
The Cadillac Three: (Kelby) Nein! Auf gar keinen Fall! (Jaren) Ein Typ in Berlin fragte mich letzte Nacht nach dem Gig das gleiche. (Kelby) Er war wahrscheinlich Bass-Spieler… (Jaren) Wir haben mit Kelby ja quasi einen Bass-Spieler. Er bedient auf seiner Pedal Steel beide Felder, wir sind da untereinander genügsam. Wir hatten zu Beginn mal an einem Punkt darüber nachgedacht, einen anderen Rahmen zu setzen, sind dann aber zum Entschluss gekommen, dass es einfach nicht mehr dasselbe wäre. Du kannst niemand anderen in diesen speziellen Mix hineinbringen. Wir sind schon so lange miteinander verbunden. Kelby macht solch einen fast schon wissenschaftlich coolen und so differenzierten Job, den andere Leute einfach nicht bieten. Es ist ein außerordentliches Element sowohl für die Band als auch für die Besucher. (Kelby) Es ist schon einzigartig.

Sounds Of South: Du hattest ja mit der Produktion von Steven Tylers Album einen echten Clou gelandet. Mit welchen prominenten oder auch nicht bekannten Musikern würdest du nochmal gerne kooperieren?
The Cadillac Three: (Jaren)  Die Steven Tyler-Geschichte war eine spaßige Sache aber auch absolutes Neuland für mich. Für uns alle wäre es toll, mal mit Dave Grohl (Scream, Nirvana, Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Foo Fighters) zu arbeiten. Ich war schon immer ein absoluter Fan von ihm. (Kelby) Wir würden natürlich auch gerne Tom Petty sagen, aber der ist ja leider nicht mehr unter uns, somit ist es wohl am Ende Dave Grohl.

Sounds Of South: Was waren für euch die herausragenden Alben/Bands 2019?
The Cadillac Three: (Jaren) Wir alle lieben die Brent Cobb-Scheibe, er hat einen Super-Job gemacht. Wir finden eine Menge Bands gut, jetzt gerade auch welche aus Großbritannien, mit denen wir Freundschaft geschlossen haben. Da wären zum Beispiel die Rival Sons. Die Jungs sind klasse. Puh, irgendwie fragt mich das jeder… Bevor wir nach Europa gekommen sind, haben wir eigentlich durchgängig ZZ Top gehört und über ihre Musik diskutiert. Wir mögen auch vieles von Kurt Vile, der hat einige großartige Platten gemacht.

Sounds Of South: Wer hat (außer euch) am ehesten das Potential, den Southern Rock populär zu halten, die ehemaligen ‚Alphatiere‘ (Skynyrd, Molly Hatchet) sind ja mittlerweile doch beträchtlich in die Jahre gekommen.
The Cadillac Three: (Kelby) Niemand außer uns! (Jaren) Wir müssen da vorsichtig mit der Antwort sein, das hat uns schon mal Ärger eingebracht. Blackberry Smoke machen einen hervorragenden Job, ich liebe die Jungs. Black Stone Cherry natürlich, die auch  hier waren. Es passieren gerade viel Dinge, ihr habt diese Band aus Kalifornien (Robert Jon & The Wreck) eingangs vor dem Interview erwähnt. Wir haben einige Southern Rock Bands in Großbritannien erlebt. Ich glaube wir sind mit die besten Botschafter der Dinge, die diese Bands einst begonnen haben. Wir machen eine recht spezielle Sache, ähnlich wie ZZ Top, aber natürlich stilistisch ganz anders. So mitten drin in der direkten Nähe zu den Allman Brothers sehe ich Blackberry Smoke. Aber es gibt auch einige coole Bands aus Nashville, wie The Steel Woods zum Beispiel, die auch ihr ganz eigenes Ding durchziehen. Lukas Nelson (Sohn von Willie Nelson) hat auch eine tolle Scheibe herausgebracht.

Sounds Of South: Welchen Stellenwert haben Online-Magazine wie unser Sounds Of South für euch?
The Cadillac Three: (Jaren) Ich bekomme jeden Morgen Google-Updates, was online bezüglich meines Namens oder des von The Cadillac Three passiert. (Neil) Wir kennen eigentlich recht viele. (Jaren) Sie sind für unsere Weiterentwicklung sehr hilfreich.

Sounds Of South: Wie sehen eure Planungen für das Jahr 2019 im Groben und Ganzen aus? Werdet ihr wieder in Deutschland präsent sein?
The Cadillac Three: (Kelby) Wir werden wieder ziemlich viel touren, da ja das neue Album ansteht. (Jaren) Wir werden eine große Tour zusammen mit der Charlie Daniels Band und Travis Tritt spielen. (Kelby) Auch einige Gigs zusammen mit Marshall Tucker. (Neil) Wir werden die Country Fuzz Tour als Headliner anführen, im Sommer und Herbst auch wieder hierhin zurückkehren.

Sounds Of South: Wie hat sich dein Leben durch Sohnemann Jude verändert? Habt ihr schon den ersten Song zusammen geschrieben…?:-)
The Cadillac Three: (Jaren lachend) Wir jammen schon ein wenig, er spielt schon ganz gut Drums. Dabei ist er gerade mal zwanzig Monate alt. Wir nehmen ihn in den Staaten schon des öfteren mit zu den Konzerten, wann immer es geht. Hierhin ist es aber noch zu weit. Er ist schon richtig besessen, er erfährt alles ziemlich authentisch. Mein Vater, der Vater meiner Frau als auch meine Frau sind alle Drummer, so hat er es wohl schon im Blut. Klar, dass er auch uns alle ein wenig verändert hat, wir fühlen uns älter und reifer. Für mich persönlich hat der Tag, wo es früher acht Stunden Beschäftigung waren, jetzt 16 Stunden, dieser übliche Schlafloskram, du weißt schon. Aber es ist schon unterhaltsam, ihn von der Bühne mit seinen Kopfhörern beobachten, wie er unsere Shows verfolgt.

Danke für das Interview, wir wünschen euch eine gute Heimreise, frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019.

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: It’s great to see you again. As far as I know you guys have performed a couple of times in the Luxor Cologne. What do you like most about it?
The Cadillac Three: (Jaren) We love the gamone of these sweaty Rock clubs. We came up playin‘ the States and it’s a feeling at home but you’re playing for these crazy Germans that are really in the Southern Rock.  It’s a sweaty Rock’n’roll club, so it’s a lot of fun.

Sounds Of South: In summer you played a few festivals. What is the difference for you to gigs like these in the Luxor?
The Cadillac Three: (Kelby) It’s just the seize, really, for example when we played Ramblin‘ Man. (Jaren) The energy of both is mostly the same, it was probalby the biggest crowd we’d ever played for with a couple of bands, but I like these things more, it’s so intimate, you are sweating on each other with the crowd,  they are both amazing, but they have their kinda differences both.

Sounds Of South: The Cadillac Three concert songs we have seen so far here were really hard played. Are there any differences about your performances between America, Europe and especially in terms of Germany?
The Cadillac Three: (Kelby) Not really, we play the same no matter where we are, the music translates to all the different types of people all over the world. (Jaren) It’s pretty wild, cause we are playing in the States with big country artists and we came out playing the same thing tonight. It’s sweaty, drunken and buffoon, the same stupid shit every night, it works everywhere, but that’s what’s been so good. It helps our band grow every night and cross through the different situations. We do play the same set every night, but it’s catering to a lot of audiences. The Country genre loves our heavier side of that, the rock genre loves us, because we are heavy, but having a lot of different things other bands don’t have in genre.

Sounds Of South: I presume that your creative synapsis do not stand still. What about any new song materials?
The Cadillac Three: (Kelby) We have new songs! (Jaren) We are working on a new record. (Neil) We are playing a few in the live sets. It is done, we are finishing it now, so it will be out some time next year. We are always working on new music, even when we are finishing an album like we did right now, we writing new stuff all the time, so it could be easily to be on the next album.

Sounds Of South: Your line-up is something special. Have you ever thought to involve a bass player?
The Cadillac Three: (Kelby) No! (Jaren) A guy in Berlin asked me that question last night, too.  (Kelby) He probably was a bass player… (Jaren) We do have a bass player! Kelby is covering both grounds, we are frugal with each other. We thought about it some point when we were starting, bringing another frame, but it just wouldn’t be the same. You can’t through someone else in this mix, cause we are so close, the fact that Kelby is doing such a scientific cool different thing that other people aren’t doing. It is a really exciting element for our band and the spectators, too. (Kelby) It’s a unique thing.

Sounds Of South: You used to be indeed very successful with the production of Steven Tyler’s album. With which prominent or less prominent musicians would you love to work with in future?
The Cadillac Three: (Jaren) The Steven thing was a lof fun, but it was a bucket list moment. For all of us it would be a great fun to work with Dave Grohl (Scream, Nirvana, Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Foo Fighters).  I’ve always been a huge Dave Grohl fan. (Kelby) We use to say Tom Petty but he passed away,  so it’s tough – so it would be probably Dave Grohl.

Sounds Of South:What albums /bands were the most outstanding ones in 2018.
The Cadillac Three: (Jaren) We all loved the Brent Cobb record, he did a great job on that.  We like a bunch of bands, especially from the UK we became friends with, for example the Rival Sons. We love those guys. Ooh everyone asks me that shit… We constantly heard ZZ Top before we went to Europe and talked about their music. We love a lot of Kurt Vile. I think he is making some great records.

Sounds Of South: Who (except you guys) will rather have the biggest potential to keep Southern Rock alive/popular? The former alpha animals like Skynyrd or Molly Hatchet e. g. became meanwhile pretty old…
The Cadillac Three: (Kelby) Just us, nobody else! (Jaren) We must be careful probably to answer this, because we got some trouble one time. Blackberry Smoke is doing a great job, I love those guys. Black Stone Cherry obviously, they are still doin‘ really great over here. There’s a lot of cool things happening, you mentioned a band from California earlier (before the interview), we saw some Southern Rock bands over here in the UK. I think we are the best torch carriers. We are doing something very unique, it’s our aproach to what those guys did, it’s close to ZZ Top, but something different. Right on the middle the next the Allman Brothers is Blackberry Smoke, no question, you know. But there are lot of cool bands from Nashville like The Steel Woods, they are doing their own take on what these guys pay. Lukas Nelson made a killer record, too.

Sounds Of South: Which rank has an online magazine like ours in your mind?
The Cadillac Three: (Jaren) I get google updates on my phone concerning my name or The Cadillac Three every morning. (Neil) We know a lot of them. (Jaren) They are very helpful for us kinda building what we are doing.

Sounds Of South:What are the plans in 2019 so far? Are you guys going to take on tour next year again?
The Cadillac Three: (Kelby) A lot of touring you know, like we have new songs recorded and the new album’s coming out at some point. (Jaren) We do a tour with The Charlie Daniels Band and Travis Tritt. (Kelby) Some shows with Marshall Tucker. (Neil) we headline Country Fuzz Tour, we’ll be back here summer and fall.

Sounds Of South: How has changed your life since the birth of your son Jude? Have you already written a song together…?:-)
The Cadillac Three: (Jaren laughs) We jammed quite a bit, he’s playin‘ drums pretty well. He’s 20 month old, we got to bring him on the road pretty lot in The United States whenever we can, but we haven’t done the journey over here with him yet. He’s obsessed in music, he gets it very honestly, you know. My dad, my wife’s dad and my wife are drummers, he’s easy up with it. It changed all of us a little bit, it make us all feel older and more mature. But the main thing that has changed in me is he gets up early and your day  – where it used to be 8 hours before – is now 16 hours long – the doing without sleeping shit…, you know. But it is very amazing being on stage and seeing him with the head phones on watching our shows.

Sounds Of South: Thanks for the interview, good luck for your trip home, merry Christmas, keep healthy and a successful 2019!

Bilder: Gernot Mangold
Interview/Text: Daniel Daus

The Cadillac Three
The Cadillac Three bei Facebook
Oktober Promotion

Super Vintage – Destiny – CD-Review

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Review: Michael Segets

Griechenland zählt nicht unbedingt zu den Hochburgen des Rock ‘n Roll. Dass dort aber nicht nur Sirtaki gespielt wird, beweisen Super Vintage, die mit „Destiny“ ein Hard Rock-Album produzierten, das sich vor den internationalen Größen nicht zu verstecken braucht.

Mastermind der Band ist Stavros Papadopoulos, der 2012 die Band Hush ‘N Rush gründete. Nach vier Veröffentlichungen in Eigenproduktion unterschrieb die Band drei Jahre später einen Vertrag bei Grooveyard Record und benannte sich in diesem Zuge in Super Vintage um. Neben einer Zusammenstellung aus dem Frühwerk liegen mit „Destiny“ nun drei weitere Alben der Band unter neuem Namen vor.

Songwriter, Sänger und Gitarrist Stavros Papadopuolos wird von Anbeginn der Band vom Gitarristen Panagiotis Zabourlis und vom Schlagzeuger Lazaros Simitsis begleitet. Seit 2016 ist Jim Moralis am Bass mit dabei.

Mit ihrem melodiösem Hard Rock liegen die Jungs von Super Vintage auf der gleichen Wellenlänge wie Little Caesar und auch die rauchige, leicht angekratzte Stimme von Papadopuolos weist Ähnlichkeiten mit der von Ron Young auf.

Bis zum abschließenden „Destiny“ lassen es die Hellenen mächtig rocken. Das akustisch gehaltenen Titelstück ist dabei mehr als die für Hard Rock-Scheiben quasi obligatorische Ballade. Es zeigt Super Vintage von einer filigraneren Seite, von der ich zukünftig gerne mehr hören würde.

Bei den anderen Tracks des Albums geht die Band straight drauflos. Super Vintage versteht es dabei, die Songs zu strukturieren und Melodien erkennbar zu halten. Dabei nutzen Stavros Papadopuolos und Panagiotis Zabourlis stets die Gelegenheit zu längeren Gitarrenintermezzi. Diese sind mir schon etwas zu viel, aber das mögen eingefleischte Genreliebhaber anders sehen.

Das Album wirkt sehr homogen. Das heißt, dass es auf der einen Seite keine Ausfälle gibt, die Songs sind durchweg gelungen. Auf der anderen Seite ist der Wiedererkennungswert der einzelnen Beiträge jedoch nicht besonders ausgeprägt.

„Streets Of This Town“ sticht durch den aggressiv gesungenen Refrain allerdings etwas hervor. Auch finden sich einige schöne Intros, wie auf „Down Home Tradition“, zu dessen Abschluss Lazaros Simitsis gehörig auf die Becken zimmert. Ebenso treibt der Schlagzeuger „The Road“ ordentlich an.

Für den Abschluss von „Southern Train“ hat sich die Band etwas einfallen lassen, ansonsten wirken die Fade Outs mancher Songs eher etwas lieblos. Anspieltipps wären vielleicht die erdigen „Brotherhood Of Blues“ und „Naked Tree“.

Super Vintage liefern gitarrenorientierten und melodiösen Rock der härteren Gangart ab. Dem durchgehend gut hörbaren Longplayer „Destiny“ fehlen die hervorragenden Highlights, die sich sofort einprägen. Dies kann sich bei mehrmaligem Hören noch ändern – eine Chance, die man den Griechen getrost geben kann.

Grooveyard Records (2018)
Stil: Hard Rock

Tracks:
01. Rock N‘ Roll Saviors
02. Brotherhood of Blues
03. Edge of Time
04. Naked Tree
05. Streets of This Town
06. Down Home Tradition
07. Everything You Wanted
08. Southern Train
09. The Road
10. Destiny

Super Vintage
Super Vintage bei Facebook
Grooveyard Records

Shaw Davis & The Black Ties – Tales From The West – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Nach der Debütplatte ist „Tales From The West“ das zweite Werk des 2016 gegründeten Trios um den Fronter Shaw Davis. Hierzulande ist das Powertrio ein noch unbeschriebenes Blatt, 2017 gewannen es die South Florida Blues Challange und das Blues Magazine sprach bei Davis sogar von einem neuen jungen Gitarrenhelden, an dem man noch viel Spaß haben werde. Erste Lorbeeren konnte sich die Band schon im Vorprogramm bekannter Größen, wie Mike ZitoAlbert Castiglia oder Matt Schofield einheimsen.

Nun aber zum aktuellen Album. Wie schon die Vorbilder Jimmy Hendrix und Stevie Ray Vaughan – nur um zwei zu nennen – es erahnen lassen, spielt die Band einen eher rauen, härteren Stil des Blues.

Der Opener offeriert sofort schon, dass Davis & Co. nicht im Mainstream einzuordnen sind. In „Take My Hand“ gelingt es der Band wavige, zum Teil psychedelische Züge einfließen zu lassen, wobei sich rasante Parts mit eher ruhigeren Gesangspassagen abwechseln.

Mutig ist das Zappa-Cover „Willie The Pimp“, welches in einem harten, schleppenden Blues-Stil präsentiert wird. Davis‘ prägnante, aber auch sehr klare Stimme und mehrere E-Gitarrensoli, entweder klar im Vordergrund oder aber im Hintergrund, geben dem Song eine ordentliche Strahlkraft. Bobby van Stone an den Drums und Patrick Stevenson am Bass legen wie in allen Songs eine starke Rhythmusgrundlage für das schnörkellose, oft ins psychedelische abdriftende Gitarrenspiel des Protagonisten.

Im Titelsong „Tales From The West“ fühlt man sich zunächst an die legendären Doors erinnert, wobei das Gewand auch durch Southern Rock-ähnelnde Intermezzi einen modernen erfrischenden Touch erhält.

Das rockig fetzige „Mamma Told Me“ lässt den oft rohen, harten Bluesstil eines Stevie Ray Vaughans wieder aufleben, ohne dass das Gefühl aufkommt, es würde sich um einen Abklatsch handeln. Interessant dabei der Beginn des Gitarrensolos zum Ende des Songs, welches sich aus dem Rhythmus von „Hey Joe“, des damaligen Gitarrengottes Jimmy Hendrix, entwickelt.

Das folgenden „Fire Inside“ ist stilistisch eine logische Folge des Vorgängers, mit Reminiszenzen an sein  „Crosstown Traffic“ , allerdings hier moderner und härter gespielt.

„Know Where You Been“ mit klassischer Bluesuntermalung und starken Soli, lässt erahnen, warum von einem neuen jungen Gitarrenhelden gesprochen wird.

Im, wie der Name es schon verlauten lässt, groovenden „Atomic Groove“, geht es insbesondere im Mittelpart wieder leicht psychedelisch zu, wobei der Blues aber, wie in allen Tracks das Grundgerüst bildet.

Das Junior Kimbrough-Cover „I Gotta Try You Girl“ behält trotz vieler Tempowechsel innerhalb eines Songs seine Homogenität.

Das abschließende „My Friend“, ein zunächst sehr ruhiges Lied, holt den Zuhörer wieder auf den Boden zurück, um diesen dann aber mit fulminanten Soli jäh aus allen Träumen zu reißen.

Liebhaber von Blues-Musik mit rauer E-Gitarrenkunst werden an diesem Album mit Sicherheit Gefallen finden. Positiv zu vermerken ist auch das Stimmvolumen des Fronters, da es oft genug starke Gitarristen gibt, bei denen die Vocals nicht mit ihrer Instrumentenfertigkeit Schritt halten können.

Wenn Shaw Davis & The Black Ties mal den Sprung über den Teich wagen sollten, ist davon auszugehen, dass die Besucher sich auf furiose Blues Rock-Unterhaltung mit viel Spielraum für Improvisationen einstellen können.

Shaw Davis – Gitarre, Vocals
Bobby van Stone – Drums/Percussion
Patrick Stevenson – Bass, Vocals

Grooveyard Records (2018)
Stil: Hard Rock

Tracks:
01. Take My Hand
02. Willie The Pimp
03. Tales From The West
04. Mamma Told Me
05. Fire Inside
06. Know Where You Been
07. Atomic Groove
08. I Gotta Try You Girl
09. My Friend

Shaw Davies & The Black Ties
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Marc Broussard – Magnolias & Mistletoe – CD-Review

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Review: Michael Segets

Nach seinem Auftritt im ARD-Morgenmagazin schaffte es das aktuelle Album „Easy To Love“ von Marc Broussard hierzulande in die Charts. Die sprunghaft angestiegene Popularität des Amerikaners – zu der bestimmt auch die Berichte auf Sounds Of South gehörig beigetragen haben (überaus scharfsinnig erkannt Herr Segets! – der Red.) – führte dazu, das ursprünglich 2015 erschienene „Magnolias & Mistletoe“ in Deutschland herauszubringen.

Auf dem Weihnachtsalbum interpretiert Marc Broussard acht anglo-amerikanische Klassiker und zwei von ihm mitgeschriebene Songs. Bei den Versionen steht Broussards angenehme Stimme im Vordergrund, die Weihnachtsstimmung mühelos transportiert. Bei der Begleitung dominiert das Klavier. Ansonsten sind die Cover dezent akustisch instrumentalisiert, wobei Broussards Familie als Hintergrundchor gelegentlich Harmonien beisteuert.

Lediglich die beiden Eigenproduktionen „When Christmas Comes Along“ und „Almost Christmas“ sind mit deutlichem Schlagzeug und stärkerem Einsatz der Band etwas poppiger ausgelegt.

Aus unzähligen Hollywood-Streifen dürfte „Auld Lang Syne“ („Nehmt Abschied, Brüder“) einem breiten Publikum bekannt sein. Unbekannt waren mir „The First Noel“, „The Christmas Song“ und „Hark The Herald Angels Sing“. Die Stücke passen sich aber sehr schön in die Traditionals ein.

Die deutsche Fassung „Hört der Engel helle Lieder“ von „Angels We Have Heard On High“ wird schon mal im Gottesdienst gesungen. Zum Standardrepertoire von Gospel-Chören gehören „O Come, O Come Emmanuel“, „O Come All Ye Faithful” und „O Holy Night”. Die beiden letztgenannten Titel habe ich beispielsweise zuletzt auf dem diesjährigen Benefizkonzert der Family Of Hope in der Krefelder Lutherkirche gehört.

Mit der Auswahl der Lieder verlässt Marc Broussard ausgetretene Pfade. Zudem umschifft er auf seinem Werk ein Problem manch überladener Weihnachtsscheiben, die dazu tendieren, mit Bombast Festtagsgefühle erzeugen zu wollen. Stattdessen vertraut er ganz auf seinen Gesang. „Magnolias & Mistletoe“ ist daher eine echte Alternative zu dem üblichen musikalischen Weihnachtseinerlei.

Big Lake Music (2015/2018)
Stil: Soul/Weihnachtslieder

Tracks:
01. The First Noel
02. Auld Lang Syne
03. O Come All Ye Faithful
04. O Holy Night
05. The Christmas Song
06. Angels We Have Heard On High
07. O Come, O Come Emmanuel
08. Hark The Herald Angels Sing
09. When Christmas Comes Along
10. Almost Christmas

Marc Broussard
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Music Matters

Red Beard, 20.12.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

RB-haupt

Das Musikjahr 2018 neigt sich dem Ende entgegen und was kann es Schöneres geben, als die Konzertsaison nochmals mit einem verheißungsvollen Teenage Head Music-Southern Rock-‚Jung-Act‘ in unserer geliebten Kulturrampe abzuschließen.

Zunächst möchte ich kurz ein paar salbende Worte über diese beiden langjährigen Kooperationspartner verlieren. Das Label Teenage Head Music um ihren Mastermind Manny Montana hat auch 2018 wieder einen unermesslichen Beitrag geleistet, den Southern Rock in Europa präsent zu halten. Besonders lobenswert aus meiner Sicht, dass man sich nicht auf den Lorbeeren funktionierender arrivierter Bands ausruht, sondern immer bestrebt ist, neuen jungen, nicht minder talentierten Combos, eine Plattform zu bieten.

Gar nicht oft genug kann man den Einsatz von Markus ‚Pille‘ Peerlings hervorheben, dem es auch dieses Jahr wieder mit unermesslichem Einsatz, trotz der begrenzten Möglichkeiten seiner Krefelder Kult-Location, gelungen ist, ein Wahnsinnsprogramm auf die Beine zu stellen, und der auch für 2019 schon wieder die Weichen für tolle Musik gestellt hat. Danke lieber Pille, wo wäre bodenständige Rockmusik heute ohne Typen wie dich und solche Clubs?

Kommen wir aber nun zu Red Beard, eine mir bis dato nur namentlich bekannte Band von den Kanaren (mit denen ich in meinem bisherigen Leben nur urlaubstechnisch in Berührung gekommen bin). Die hatten mit ihrem, vom geschätzten Kollegen Michael Segets reviewten Album „Dakota„, einen aktuellen Longplayer am Start.

Nachdem Bandchef Jaime Jiménez Fleitas und der quirlige Lead-Gitarrist Fabio La Perna ihre Arbeitsgeräte bei einem kurzen Intro im Twin-Modus ‚vorgeglüht‘ hatten, wurde mit „Something Real“ durch ein ein kurzweiliges Gemisch aus Southern- und Country Rock-Ingredienzien losgestampft.

Soweit ich meine handschriftlichen Notizen überschauen kann, wurde in dem gut 20 Stücke umfassenden Programm (inklusiv der beiden launigen Zugaben „I’m Trying To Do My Best“ und „Hold On“) bis auf zwei Cover-Nummern („Can’t You See“ und „Midnight Rider“), auf den Fundus ihrer bestens anhörbaren Eigenkreationen gesetzt.

Auffälig war, das bei vielen Stücken eingestreute Stones-Gitarrenriff-Fundament als Rhythmus-Untermalung, das dann mit den typischen Zutaten à la Skynyrd, Marshall Tucker, Georgia Satellites oder auch Blackberry Smoke (bei Country-lastigeren Sachen wie zum Beispiel „I Can’t Slow Down“) kombiniert wurde.

Das neue Album „Dakota“ wurde dabei lobenswerter Weise komplett vorgestellt. Klasse hier u. a. der Opener des Werkes „A Place To Settle Down“ mit seinen „Sweet Home Alabama“-Reminiszenzen oder der schunklige Footstomper „Begging For More“. Wenn es dem regelrecht bescheiden wirkenden Fronter Jaime Jiménez Fleitas vielleicht gelingt, noch etwas kommunikativer (vielleicht mal mit ein paar Ansagen oder Anekdoten vor den Songs) und mitreißender auf das Publikum zuzugehen, kann hier in Zukunft ein äußerst verheißungsvoller Southern Rock-Live-Act gedeihen.

Insgesamt aber ein musikalisch überzeugendes Debüt von Red Beard in der Krefelder Kulturrampe, das von etwa 50 Zuschauern zurecht mit viel Applaus und teilweise fast ekstatischem ‚Updancen‘ anerkannt wurde. Die Spanier reihen sich damit würdig in Liste von Bands der jungen New Southern Rock-Generation wie Robert Jon & The Wreck, Voltage, The Trongone Band, Them Dirty Roses, The Vegabonds & Co. ein, deren Entwicklung mit Spannung weiterverfolgt werden darf. Ein sehr gelungenes Jahresfinale in der Rampe!

Line-up:
Jaime Jiménez Fleitas (lead vocals, electric guitar)
Fabio La Perna (electric guitar, vocals)
Francisco Marrero Fajardo (bass)
Josiño Perez (drums)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Red Beard
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld
Jörg Schneider Webseite

Adam Toms – Where Were You? – CD-Review

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Review: Michael Segets

Adam Toms’ „Where Were You?” schoss in seinem Heimatland Australien auf Platz 9 der itunes-Country-Charts. Dass Toms der Country-Ecke zugeordnet wird, verdankt er wohl hauptsächlich dem Vorgänger „Rich Man“ (2013). Musikalisch ist die überwiegende Anzahl der Songs seines aktuellen Werks stärker am Rock orientiert. Dennoch führt der sozial engagierte Singer/Songwriter als Grenzgänger zwischen Country und Rock einen Weg fort, der bereits auf seinem 2010er Debüt „Holding My Breath“ angelegt ist.

Die beiden Singles „Too Young To Know Better“ und „Josephine“ sowie „Weak Is This Man“ sind stadiontaugliche Rockhymnen, bei denen sich Toms mit seiner Band kräftig ins Zeug legt. Vielleicht ist Adam Toms, als er während der Halbzeit eines Rugby-Spiels vor 10.000 Menschen auftrat, auf den Geschmack gekommen. Bon Jovi lässt jedenfalls auch bei den Rock-Balladen „Where Were You When“ – ebenfalls als Single ausgekoppelt –, „Signs” und „Never Not Ever“ grüßen.

Toms beweist bei seiner Entscheidung, welche Songs er als Single herausbringt ein sicheres Händchen. Als dritte von bislang vieren wählte er das gefühlvolle „Say You Love Me“. Hier legt er am Anfang zerbrechliche Vibes in seine Stimme, die stellenweise an Willie Nile erinnern. Der Song baut, unterstützt von weiblichen Harmoniegesängen, einen schönen Spannungsbogen auf.

Am deutlichsten werden die Country-Einflüsse bei „Too Busy“ und „Something Borrowed“, das ein Backgroundchor deutlich aufwertet. Beide sind in einem gleichförmigen Midtempo gehalten. Ebenfalls in Richtung Country weist „This Old Mandolin“. Sanft und entsprechend des Titels instrumentalisiert entwickelt es einen leicht schwermütigen Zauber, dem man sich kaum entziehen kann. Es steht in einem gelungen Kontrast zu dem locker flockigen „Coffee“. Der Anschlag der Gitarre und der Grundrhythmus, wenn auch etwas langsamer gespielt, ähneln „Count On Me“ von Bruno Mars.

Quasi als Bonus gibt es den live aufgenommenen Blues „Walkin Over Me“ zum Abschluss der CD. Die stärkere Akzentuierung der Rock-Anteile in seinen Songs zahlt sich aus. Adam Toms gelingen eingängige und mitreißende Titel. „Where Were You?”, für das er sich fünf Jahre Zeit gelassen hat, stellt meines Erachtens sein bislang bestes Album dar. Es begeistert wohl eher die Rock- als die Country-Fans, aber die letztgenannten kommen auch nicht zu kurz. Auf der abwechslungsreichen Scheibe dürfte jeder fündig werden und sich die Rosinen nach seinem Geschmack rauspicken. Von denen gibt es einige.

William Osland Consulting (2018)
Stil: Rock, Country Rock

Tracks:
01. Too Young To Know Better
02. Where Were You When
03. Josephine
04. Say You Love Me
05. Too Busy
06. Signs
07. Coffee
08. This Old Mandolin
09. Weak Is This Man
10. Never Not Ever
11. Something Borrowed
12. Walkin Over Me (Live)

Adam Toms
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Bruce Springsteen – Springsteen On Broadway – CD-Review

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Review: Michael Segets

Aus meiner Begeisterung für Bruce Springsteens Musik habe ich nie einen Hehl gemacht. Sie begleitet mich seit meiner Jugend und hat meinen musikalischen Geschmack entscheidend geprägt. Mit Spannung erwarte ich daher jede neue Veröffentlichung von ihm.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft bringt der Boss mit „Springsteen On Broadway“ ein Doppelalbum heraus. Statt seine Autobiographie „Born To Run“, die – wie ich zu meiner Schande gestehen muss – noch eingeschweißt im Regal steht, allein in reinen Lesungen zu verbreiten, betrat Springsteen Neuland und konzipierte eine Vortragsform, die das gesprochene und gesungene Wort miteinander verbindet.

Von Oktober 2017 bis zum Abschluss der mehrfach verlängerten Veranstaltungsreihe am 15. Dezember 2018 gab Springsteen an 236 ausverkauften Abenden Einblicke in Stationen seines Lebens. Als Ort wählte er das Walter Kerr Theater in New York. Die undatierten Aufnahmen stammen vermutlich von unterschiedlichen Bühnenshows.

Entsprechend der Grundidee folgt auf eine erzählende Passage ein musikalischer Beitrag, wobei es auf der zweiten Scheibe zwei Ausnahmen („The Rising“ und „Land of Hope and Dreams“) gibt, bei denen Springsteen auf die begleitenden Worte verzichtet. Auf den CDs sind die Lieder von den Geschichten gesplittet, sodass sie einzeln angewählt werden können.

Insgesamt macht der gesprochene Anteil der Intros circa 65 Minuten aus, die Musik liegt bei etwa 75 Minuten. Die Rechnung stimmt nur annäherungsweise, da Springsteen vor allem bei „Growin‘ Up“ oder „Tenth Avenue Freeze-Out“ längere Gesprächsanteile in die Songs einflechtet.

Eine Besonderheit bei Konzerten von Springsteen lag vor allem in der früheren Phase seiner Karriere darin, dass seine Erzählungen im Hintergrund musikalisch untermalt wurden. Dadurch erzeugte er eine besondere Stimmung, die dann in den folgenden Song transportiert wurde. Gerade am Übergang von gesprochener Einführung und Einsatz der Band wurden so großartige Momente erzeugt. Ich denke da beispielsweise an das explosive „War“ oder die klagende Mundharmonika bei „The River“ des Live-Boxsets von 1986. Solch intensive Augenblicke höre ich auf „Springsteen On Broadway“ nicht.

Dennoch erzählt Springsteen oftmals berührend – mal amüsant, mal nachdenklich – von seinem Aufwachsen in New Jersey, von Begegnungen mit Menschen, die ihn und seine Musik geprägt haben, und von den Schattenseiten des American Dreams, um dann einen musikalischen Kommentar aus seinem Repertoire zu spielen.

Da die Auftritte am Broadway als persönliche Rückschau angelegt sind, verwundert es nicht, dass Springsteen keine neuen Titel anstimmt. Bei der Songauswahl liegt der Schwerpunkt auf Stücken der siebziger und achtziger Jahre, wobei die Longplayer „Born To Run“ („Thunder Road“, „Born To Run“ und „Tenth Avenue Freeze-Out“) und „Born In The USA“ („My Hometown“, „Born In The USA“, „Dancing In The Dark“) jeweils mit dreien vertreten sind. Unterrepräsentiert erscheinen die 1990er Jahre.

Lediglich „The Ghost of Tom Joad“ stammt aus diesem Jahrzehnt, sieht man von „The Wish“ ab, das zwar auf „Tracks“ (1998) erstmals veröffentlicht wurde, aber im Jahr 1987 entstand. Von seinen Alben seit der Jahrtausendwende finden sich „Long Time Comin‘“, „The Rising“ und „Land of Hope and Dreams” auf „Springsteen On Broadway”.

Mit Gitarre, Klavier und Mundharmonika stemmt Springsteen die Show. Bei „Tougher Than the Rest” und „Brilliant Disguise” vom Album „Tunnel Of Love“ unterstützt ihn seine Frau Patti Scialfa. Akustische Versionen einzelner Songs performte Springsteen öfter, aber bislang ist kein Solo-Konzert, beispielsweise von seiner „The Ghost of Tom Joad“-Tour oder von der „Devils & Dust“-Tour, regulär erschienen. Daher bietet „Springsteen On Broadway“ auch musikalisch durchaus etwas Neues.

Vor allem „Dancing In the Dark” weiß im aktuellen Gewand zu gefallen. Auf den vorherigen offiziellen Live-CDs finden sich „The Wish“, „My Father’s House“ und „Brilliant Disguise“ nicht – soweit ich richtig recherchiert habe. Die Live-Mitschnitte seiner Konzerte, die Springsteen über seine Homepage anbietet, habe ich allerdings nicht alle gesichtet.

Das Doppelalbum richtet sich in erster Linie an Fans, denen Springsteen sein originelles Konzept als Mix von biographischen Erinnerungen und entsprechend ausgewählter Songs zugänglich macht. Die Beurteilung, wie die alternativen Interpretationen im Vergleich zu den bekannten abschneiden, sei dem Hörer überlassen. Angemessener ist es wahrscheinlich, die Retroperspektive als Gesamtkunstwerk zu betrachten.

Der Rockgigant präsentiert sich jedenfalls als Mensch, der seine Hoffnungen sowie die Bitternisse des Lebens musikalisch imposant verarbeitet. Mich ermahnen die Anekdoten auf „Springteen On Broadway“ dazu, mir endlich seine Autobiographie vorzunehmen und auch die älteren Werke nochmal geschlossen durchzuarbeiten.

Auf Netflix ist der Film „Springsteen On Broadway“ zu streamen. Den Soundtrack in der Standard-Edition, die im Digipack mit einem halb transparenten Schuber schön aufgemacht ist, gönnt sich wahrscheinlich jeder eingeschworene Fan sowieso zu Weihnachten. Klüger wäre es vermutlich trotzdem abzuwarten, welche weiteren Versionen, möglicherweise in Kombination von Bild- und Tonträgern, noch herauskommen.

Smi Col/Sony Music (2018)
Stil: Folk/Americana

Tracks:
CD 1
01. Growin‘ Up (Introduction)
02. Growin‘ Up
03. My Hometown (Introduction)
04. My Hometown
05. My Father’s House (Introduction)
06. My Father’s House
07. The Wish (Introduction)
08. The Wish
09. Thunder Road (Introduction)
10. Thunder Road
11. The Promised Land (Introduction)
12. The Promised Land

CD 2
01. Born In the U.S.A. (Introduction)
02. Born In the U.S.A.
03. Tenth Avenue Freeze-Out (Introduction)
04. Tenth Avenue Freeze-Out
05. Tougher Than the Rest (Introduction)
06. Tougher Than the Rest
07. Brilliant Disguise (Introduction)
08. Brilliant Disguise
09. Long Time Comin‘ (Introduction)
10. Long Time Comin‘
11. The Ghost of Tom Joad (Introduction)
12. The Ghost of Tom Joad
13. The Rising
14. Dancing In the Dark (Introduction)
15. Dancing In the Dark
16. Land of Hope and Dreams
17. Born to Run (Introduction)
18. Born to Run

Bruce Springsteen
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Sony Music

Molly Hatchet – 12.12.2018, Turock, Essen – Konzertbericht

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Ich habe lange überlegt, ob ich noch mal ein Molly Hatchet-Konzert aufsuchen soll, der desaströse Auftritt im Sieburger Kubana vor zwei Jahren steckte mir immer noch irgendwie in den Knochen. Da ja mittlerweile aber doch einiges an Wasser den Rhein herunter gelaufen ist und sich jetzt die Gelegenheit, knapp fünf Minuten von meinem Arbeitsplatz entfernt, im Essener Turock wieder ergab, einem Club, mit dem ich bisher immer gute Erinnerungen verbunden habe (zum Beispiel Quireboys, John Waite), habe ich mich dann doch von Gernot ‚weichkochen‘ lassen.

Als Vorgruppe gab sich King Savage redlich Mühe, die doch ziemlich zahlreich erschienenen Hatchet-Fans mit ihrem Hard-/Heavy Rock auf Betriebstemperatur zu bringen. Ihr Sänger hatte nicht umsonst ein Motörhead-T-Shirt an. Der Stil des Fünfers ging in eine ähnliche Richtung, nur doch eben einige Nummern kleiner. Der Unterschied war hier dann aus meiner Sicht einfach der nicht allzu große Wiedererkennungswert ihrer Stücke wie u. a. „Full Speed Ahead“, „Lonesome Road“, „Wild Life“ oder „Down The Drain“. An ihrem Engagement war allerdings nichts auszusetzen.

21:15 Uhr betraten dann mit Bobby Ingram, Phil McCormack, John Galvin, Shawn Beamer und Tim Lindsay die gewohnten MH-Protagonisten die Bühne des Turocks und wurden von einer von Anfang an begeistert mitgehenden Audienz empfangen. Nachdem der Sound vorne direkt an der Bühne bei den Openern „Whiskey Man“, „Bounty Hunter“ und „Gator Country“ wieder völlig Bass- und Schlagzeuglastig rüberkam, Phils Stimme schwer dagegen anzukämpfen hatte und Bobbys E-Gitarre nur fisselig zu hören war (insgesamt maximal Bootleg-Niveau), habe ich mich dann recht schnell, weit nach hinten begeben.

Dort war es dann wesentlich besser (siehe da, selbst Galvins Piano war plötzlich zu hören) und vor allem die großartige Stimmung unter den Leuten trug erheblich dazu bei, dass Ingram & Co. sich schwer ins Zeug legten. Auch Fronter Phil McCormack zeigte sich an diesem Abend wieder etwas besser in der Spur. Bobby Ingram wechselte unter drei verschiedenen Gitarrenmodellen und bewies, dass er nach wie vor ein toller Gitarrist ist, auch wenn es allein, trotz aller Mühe, natürlich nie richtig gelingt (wie auch?), den Spirit und die Power des einstigen 3er Line-ups einzufangen.

„It’s All Over Now“, „Devil’s Canyon“, „Beatin The Odds“ (mit vorgelagertem Drum-Solo des wieder mit wehenden Haaren trommelnden Shawn Beamer), “One Man’s Pleasure” hießen die üblichen Standardtracks bis zum ersten großen Highlight “Fall Of The Peacemakers”. “Jukin’ City” mit “Layla”-Instrumental-Intermezzo (mit schöner Galvin-Piano-Präsenz) als Übergang zu „Dreams“ (inklusive Vorstelllung der Band) waren dann die Vorboten zu einem furiosen Finish, das mit dem lang hier nicht mehr gespielten „The Journey“, das Bobby dem kürzlich verstorbenen Labelbesitzer, Produzent und Konzertveranstalter Rainer Hänsel widmete, eine echte Überraschung bot.

Skynyrds „Free Bird“ mit starker Ingram-Slide- und Solo-Performance, sowie „Flirtin‘ With Disaster“ als Rausschmeißer ließen das Turock mit den jubelnden und mitsingenden Fans ordentlich beben. Die Musiker schienen von der guten Stimmung regelrecht geflasht zu sein.

Auch wenn der große Glanz der ganz frühen Hatchet-Tage und auch die unter der Ingram-Führung in der Anfangsphase (wir erinnern uns an ihren absolut grandiosen Auftritt auf der Lorelei) aus meiner Sicht sicherlich längst verflogen ist, war dieser Abend im Turock zumindest wieder ein kleiner Schwenk in eine bessere Richtung. Dem überwiegenden Teil der Zuschauer hat es jedenfalls offenkundig gefallen und darauf kommt es letztendlich an.

Danke an Peter Siewert vom Turock für die Akkreditierung.

Line-up:
Bobby Ingram (electric guitar, vocals)
Phil McCormack (lead vocals, harp)
John Galvin (keys, vocals)
Shawn Beamer (drums)
Tim Lindsey (bass, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Molly Hatchet
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Turock, Essen

Katie Henry – High Road – CD-Review

Henry_300

Review: Stephan Skolarski

Die nächste junge Blues-Front-Frau veröffentlicht ihre Debüt-LP und liefert damit eine bemerkenswerte Eigenproduktion ab. Nachdem in Sounds of South bereits regelmäßig Blues-Women präsentiert wurden – u.a. Jessy Martens, Sari Schorr, Dana Fuchs, Beth Hart oder Rachelle Coba – kommt nun die US-Amerikanerin Katie Henry erstmals dazu.

Als Produzent für die Debüt-Scheibe war der erfahrene Studiomusiker John Ginty beteiligt. Dieser durfte bereits auf Alben von Santana, Warren Haynes oder den Punkern von Bad Religion mitwirken und in der Robert Randolph Family Band eigene spielerische Akzente am Keyboard setzen. Aufgenommen wurde „High Road“ im American Showplace Studio von Ben Elliott (Eric Clapton, Keith Richards). Namhafte Gastmusiker sind ebenfalls vertreten, mit Marcus Randolph, Anthony Krizan (Spin Doctors) und Billy Harvey.

Das Grundgerüst für ein sehr gutes Album ist also schon einmal vorhanden und Katie Henry geht sogleich sehr zielstrebig zur Sache. Der erst ein wenig bizarr klingende Orgel Sound auf „Nowhere Fast“ ergänzt sich perfekt mit Katies Gitarrenspiel und ergibt einen beat-getriebenen, schnörkellosen Blues-Song. Auf dem gospeligen „Chapels“ wird sie einprägsam von Marcus Randolph (Family Band) an der Pedal Steel Gitarre begleitet.

Das Titelstück „High Road“ lässt Katies ausdrucksstarke Blues- und Soul-Stimme noch stärker in den Vordergrund treten, als bei den anderen Tracks. Die Musik ist dafür minimalistischer mit einem eher moderaten Rhythmus ausgestaltet und Bill Harvey (Patti Griffin Band) unterstützt an einigen Stellen den Gesangspart. Waren die bisherigen Tracks weitestgehend geradlinig produziert, so ist der Slow Blues „Carry You“ mit seinen knapp 7 Minuten ein Song, der als Glanzstück des Albums herausragt. Das soulige „Gypsy Sister“ könnte auch eine Maroon 5 Nummer sein, aber das harte Gitarrensolo zum Ende hin, zeigt, dass Katie Henry auch den Blues-Rock beherrscht.

Auch auf „Roll Away“ spielt die US-Blues-Frau leidenschaftlich mit dem Refrain und lässt das ebenso starke „Takes a Lot“ als Abschlusstrack nochmals funkig in einem powervollen Gitarrenjam aufleben. Hervorzuheben ist die vielseitig versierte Band, die Katies Songs, in denen sie viele persönliche Erfahrungen schildert („Nothing To Lose“, „Someday“), sehr wirkungsvoll spielt.

„High Road“ ist ein modernes, zeitgemäßes Blues-Album, das den traditionellen Blues-Stil bewahrt und gleichzeitig frische, lebendige Sounds einfließen lässt. Mit „High Road“ befindet sich Katie Henry auch musikalisch voll auf der Überholspur!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Blues Rock

Tracklist:
01. Nowhere Fast
02. Nothing to Lose
03. Chapels
04. High Road
05. Carry You
06. Gypsy Sister
07. Dead Man’s Hands
08. Someday
09. Roll Away
10. Takes a Lot

Katie Henry
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