John Mellencamp – Other People’s Stuff – CD-Review

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Review: Michael Segets

Nach dem hervorragenden Live-Album „Plain Spoken – From The Chicago Theatre” meldet sich John Mellencamp in diesem Jahr mit „Other People’s Stuff” erneut zu Wort – allerdings nicht mit eignen Songs.

Als konzeptionelle Idee steckt hinter dem Album, dass er von ihm gecoverte Songs geschlossen auf einer Scheibe zusammenfasst. Herauskommen soll dabei ein persönliches American Songbook.

Dafür greift Mellencamp bei der Hälfte der Titel auf seine Alben zu. Er geht bis „Human Wheels“ (1993) zurück, auf dem „To The River“ erstmals erschien, und berücksichtigt mit „Mobile Blue” ebenfalls seine letzte Studio-Veröffentlichung „Sad Clowns & Hillbillies“ (2017). Zwei Stücke („Teardrops Will Fall” und „Stones in My Passway”) von seinem 2003er-Album „Trouble No More“ finden ebenso Aufnahme in die aktuelle Zusammenstellung wie „In My Time of Dying“ von „Rough Harvest“ (1997). Auf diesem Werk liefert Mellencamp auch eine sehr gefühlvolle Interpretation von „Farewell Angelina“, die sich zwar musikalisch nahtlos in „Other People’s Stuff“ eingefügt hätte, aber dort nicht erscheint.

Warum nicht mehr seiner Cover-Versionen auf dem neuen Album vertreten sind, erschließt sich mir nicht. Da „Other People’s Stuff“ keine 35 Minuten Spielzeit aufweist, wäre noch Platz für den einen oder anderen Titel gewesen.

Mellencamp drückt den Originalen seinen eigenen Stempel auf, sodass sie durchaus hörenswert sind. Da die bisher genannten Songs allerdings auf regulären Alben zu finden sind, dürften sie den Liebhabern seiner Musik bekannt sein. Interessanter sind daher die anderen fünf Songs.

Dazu zählt vor allem die bisher unveröffentlichte Aufnahme aus dem Jahr 2010 des Klassikers „Eyes on the Prize“. Mellencamp performt den Titel von Pete Seeger mit sehr intensiven Gitarrenspiel. Noch stärker ist „Dark As A Dungeon”. Mit tiefer und rauchiger Stimme, begleitet von Harmoniegesang und Geige, schaukelt Mellencamp den irisch angehauchten Folksong grandios. Der Titel stammt von der Dokumentation „From The Ashes“ des National Geographic Channels.

Daneben finden sich noch drei Stücke, die bereits auf diversen Samplern erschienen sind. Von „The Songs of Jimmie Rodgers – A Tribute” stammt „Gambling Bar Room Blues”. Während bei dem Song eine Blues-Note mitschwingt, hat „Wreck of the Old 97“ von „The Rose and The Briar” einen leichten Country-Einschlag. Schließlich ist noch Stevie Wonders „I Don’t Know Why I Love You” vertreten. Zuerst wurde es auf „An Interpretation of Stevie Wonder’s Songs“ 2003 herausgebracht.

Gegen die Idee, Cover-Stücke zusammenzufassen, lässt sich nichts einwenden. Besonders gelungen wäre die Umsetzung, wenn ausschließlich unveröffentlichte oder verstreut erschienene Werke zusammengefasst worden wären. Als EP hätten mich die fünf zuletzt aufgeführten Titel begeistert. Wenn auf Versionen regulärer Alben zurückgegriffen wird, hätte der Raum der CD auch genutzt werden können, um Vollständigkeit anzustreben. So bleibt ein Album in Erinnerung, das zwar gute Musik bietet, aber doch Stückwerk bleibt.

Republic Records/Universal Music (2018)
Stil: Folk/Folk Rock

Tracks:
01. To The River
02. Gambling Bar Room Blues
03. Teardrops Will Fall
04. In My Time of Dying
05. Mobile Blue
06. Eyes on the Prize
07. Dark As A Dungeon
08. Stones in My Passway
09. Wreck of the Old 97
10. I Don’t Know Why I Love You

John Mellencamp
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Republic Records

The Trongone Band, 08.12.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Eigentlich war es ja erneut ein Wetter, um auf der Couch liegen zu bleiben. Da mit den Jungs von The Trongone Band aber ein äußerst verheißungsvoller New Southern Rock-Act erstmalig in unserer geliebten Kulturrampe in Krefeld vorstellig wurde, schwangen Gernot und ich natürlich unseren Hintern hoch. Da zählt das Engagement von Leuten wie KR-Chef Pille Peerlings und der Support von solch tollen Clubs einfach deutlich mehr, als manchmal die eigenen Befindlichkeiten.

Der durfte sich dann auch bei einem Erstauftritt von einer hier recht unbekannten Band über eine ziemlich gut gefüllte Location freuen (wenn ich mich recht erinnere, haben heutige Rampenfeger wie Hogjaw oder Robert Jon & The Wreck damals bei ihren Debüts vor deutlich weniger Zuschauern begonnen).

Ja, The Trongone Band. Ich glaube, dass es auch ein wenig mit mein Verdienst ist, dass diese Burschen in Europa zu sehen sind. Nach einem Geheim-Tipp meines Bekannten Harald Birkner hatte ich ihr Management um die Überlieferung ihres Erstlings „Keys To The House“ gebeten. Ich sehe mich heute noch bei der Verfassung meines überschwänglichen Reviews in unserem holländischen Urlaubsort Kamperland auf der Terrasse sitzen. Somit war ich vermutlich der erste, der etwas über das Virginia-Quartett in Deutschland publiziert hatte.

Nach der Fertigstellung folgte auf dem Fuße die Anfrage, ob ich Kontakte für Auftritte in Europa wüsste oder herstellen könnte. Da war es natürlich keine Sache, unsere Freunde und Experten auf diesem Gebiet, Teenage Head Music, ins Spiel zu bringen. Und siehe da, heute stehen sie unter der THM-Fahne auf den einschlägigen, dieser Musik gegenüber offenen Bühnen unseres Kontinents.

Da der Vierer um die beiden Trongone-Brüder Andrew und Johnny, sowie ihre Mitstreiter Ben ‚Wolfe‘ White und Chip Hale bis jetzt nur besagten Silberling und eine mit recht identischen Liedern bestückte Live-Scheibe im Portfolio zu bieten haben, war bereits mit dem Opener „Nothing To Lose“ klar, dass hier auch der Fokus liegen würde.

Gitarrist und Fronter Andrew Trongone und Keyboarder Ben ‚Wolfe‘ White hatten die Lead Vocals inne, die im ersten Abschnitt bei mir direkt vor der Bühne, wie auch der Gesamt-Sound (ziemlich Schlagzeug-lastig), teilweise etwas dumpf rüber kamen. Das besserte sich dann im  weiteren Verlauf aber zusehends.  Beide überzeugten vor allem bei ihren vielen Solo-Einlagen an ihren Instrumenten Telecaster, beziehungsweise Hammond-Orgel und E-Piano.

Chip Hale ließ seinen Tieftöner sehr filigran pumpen und hatte einen tollen einfühlsamen Groove, während sein Rhythmus-Partner Johnny Trongone viel Power erzeugte.

Als sich bei Andrew Trongone eine Gitarren-Saite in der Endphase bei „Straight To Hell“ in die Hölle verabschiedet hatte, trotzte dieser relativ beherrscht und abgeklärt der für ihn unangenehmen Situation und drehte dann mit Fünfen erst so richtig auf. Respekt dafür.

Erwähnenswert sind sicherlich auch die toll gespielten Cover-Versionen, wovon das grandios performte Dire Straits-Stück „Money For Nothing“ herausragte, aber auch der Little Feat-/Lowell George-Schwofer „Willin'“ und der fulminant gejammte „New Speedway Boogie“ (Grateful Dead) im Zugabenteil begeisterten.

Gefreut habe ich mich übrigens über die Anwesenheit meiner zur Zeit arg gebeutelten und wie so oft trinkfreudigen Rot-Weiß Essen-Freunde Happo & Co., die mit sachkundigen Kommentaren wie „Zugabe“ (schon nach dem vierten Lied „Anne Marie“), „ach, das spielen die auch?“ (nach undefinierbaren Anfangs-Akkorden eines Stückes) oder „ich muss Montag arbeiten“ (angesichts des sich immer weiter verlängernden Endabschnittes des Gigs),  ihrer ungezügelten Ruhrpottschnauze mal wieder freien Lauf ließen.

Im Anschluss an den Gig entpuppten sich die Trongone Band-Burschen vorne im Bluebird-Cafe als sehr nette, aufgeschlossene als auch sympathische Typen und kehrten für unser VIP-Logo-Bild nochmals auf die Bühne der Rampe zurück. Nach ihren nächsten Auftritten in den Niederlanden, Frankreich und Spanien können sie Weihnachten mit stolzer Brust von ihrer ersten Europa-Tournee in die Staaten zurückkehren. Wiedersehen ganz  klar erwünscht!

Line-up:
Andrew Trongone (lead vocals, electric guitar)
Ben White (keys, lead vocals)
Chip Hale (bass, vocals)
Johnny Trongone (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

The Trongone Band
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Modern Earl – 07.12.2018, The Ranch House, Kerken – Konzertbericht

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Wenn es einen Preis für die stärkste Southern Rock-Live-Präsenz in Deutschland geben würde, nicht nur, was die Quantität betrifft, sondern auch die Qualität und Spielfreude angeht, wäre Modern Earl sicherlich der unangefochtene Anwärter auf Platz 1. Das amerikanische Quartett um ihren charismatischen Leader Christopher ‚Earl‘ Hudson reist seit einigen Jahren unsere Republik rauf und runter und lässt sich auch durch unkonventionelle Locations nicht von ihrem munteren Treiben abhalten.

Bedingt durch die geografische Nähe zu unserem Wohnsitz in Rheinberg hatten wir uns dieses Jahr für ihren Gig im Ranch House am idyllischen Eyller See, irgendwo zwischen Kerken, Wachtendonk und Kempen im niederrheinischen Niemandsland gelegen, entschieden.

Bei so richtigem Regensauwetter kamen wir dann pünktlich zum Einlass an. Der recht gut gefüllte Parkplatz, ließ schon auf einen annehmlichen Besuch schließen, wie auch das ordentlich ausgelastete Restaurant dann eindrucksvoll offerierte.

Das Konzert fand allerdings in einem angeschlossenen beheizten Partyzelt statt, das nochmals um die 100 Leute fasste und am Ende mit ca. 80 Besuchern auch sehr gut und angenehm frequentiert war, sodass auch Klaustrophobiker nicht in Nöte gekommen wären.

Unser letzter Besuch von Modern Earl an der Freilichtbühne in Mülheim an der Ruhr lag jetzt schon knappe 1 1/2 Jahre zurück und wir waren nicht nur auf die Fortentwicklung der Band gespannt, sondern auch wie die Songs ihrer zwischenzeitlich neu erschienen CD „Ameriphonica“ im Live-Gewand rüberkommen würden.

Und so brachten Fronter Christopher ‚Earl‘ Hudson,  der variable und quirlige Gitarrist Ethan Schaffner sowie ihre Rhythmusfraktion, bestehend aus Bassist Ben Hunt und ihrem Drummer Daniel Telander (jede Musiker hatte eine kleine Parzelle auf der improvisierten Bühne für sich), mit dem launigen Rausschmeißer dieses Werkes „Hoorey For The Honkytonks“, von Anfang an, mächtig Stimmung in die Bude, ähm, das Freiluftzelt.

Der Stampfer „Whiskey On The Table“, „Catfish And Titties“, das Banjo-lastige Osborne Brothers-Cover „Rocky Top“, der schunklige Country-Ohrwurm „Blame The Bottle“ (wieder mal mein Favorit), „Angel From Montgomery“, „I Know You Rider“, das einigen trink- und tanzfreudigen Mädels gewidmete „Young Blood“ (mit schöner Twin-Passage), „Backwoods Betty“ (mit Publikums-Mitsing-Interaktion) sowie das psychedelische „Devil’s Playhouse“ als Warnung, sich nicht mit den falschen Menschen zu umgeben, ließen in Set 1 keine Wünsche offen.

Nach ca. 30 Minuten Pause, stand dann im zweiten, mit „Hot Damn“ eröffnetem Abschnitt, der neue Silberling etwas mehr im Fokus. Das swampige „The State Of Me“, der Southern Rock-Kracher „Gone To The Country“ als auch das laut Hudson am Frühstücksstisch kreierte „Red White And Blues“ standen als Blaupause für die Live-Kompatibilität ihrer neuen Stücke. Explizit zu erwähnen waren auch die tollen sitzenden Harmoniegesänge aller im Bandgefüge beteiligter Mitglieder, die mit ein Trademark des Vierers abgeben.

Die stark und eigenwillig interpretierten Fassungen von Southern-Klassikern wie „Long-Haired Country Boy“ und „T For Texas“ in der Schlussphase, ließen lautstarke Zugabeforderungen der begeisterten Anwesenden (übrigens viele mit Cowboyhüten und Western-typischem Outfit zugegen) auf dem Fuße folgen. Hudson & Co. legten danach mit „That Girl Can Drink“ und dem furios gespielten Medley aus „Sweet Home Alabama“ (sollten Skynyrd sich mal anhören…) und Lou Reeds „Take A Walk On The Wild Side“ ein wildes Finish hin, das noch mal alle Kräfte der Anwesenden mobilisierte.

Am Ende gab es nach dem Gig ein kurzes Handshaking mit den Jungs (Christopher bedankte sich für die vielen Reviews von uns) und das obligatorische Bild mit dem Logo (siehe unsere VIP-Galerie). Ein toller Southern Country Rock-Abend mit engagiert auftretenden Modern Earl an einem ungewöhlichen Ort, der seinerseits durch seine Gastfreundlichkeit überzeugen konnte.

Line-up:
Christopher ‚Earl‘ Hudson (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Ethan Schaffner (electric guitar, banjo, lap steel, vocals)
Ben Hunt (bass, vocals)
Dan Telander (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Modern Earl
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The Ranch House, Kerken

Ryan Peters – Songs For Old Souls – CD-Review

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Review: Michael Segets

Ryan Peters stammt aus dem Norden Michigans und lebt dort derzeit auch. Viel mehr Informationen konnte ich über den Mann, der mit „Songs For Old Souls“ sein Debüt veröffentlicht, im Netz nicht finden. Auf seiner facebook-Seite nennt er einige Hausnummern als musikalische Orientierung: Hank Williams, Johnny Cash, Waylon Jennings, Willie Nelson aus der Country-Sparte, Lynyrd Skynrd, The Band und jüngere Musiker wie Jason Isbell und Chris Stapleton. Deren Einflüsse klingen an der einen oder anderen Stelle des Albums auch an, ohne dass ich direkte Parallelen ziehen würde.

Wie das mit den Vergleichen auch sei: „Songs For Old Souls“ klingt angenehm vertraut und hält einige Highlights parat. Mein Favorit ist der Opener „Gotta Go“. Der kraftvolle Roots Rock mit einprägsamen Refrain überzeugt auf der ganzen Linie. Stark ist auch der Country-Rocker „Let Me Down Easy”. Unter den langsameren Titeln sticht „Nobody’s Dime“ mit einem tollen Southern-Flavour hervor, aber auch „Lighthouse“ weis mit seinem trocken stampfenden Rhythmus und gelungenem Gitarrensolo zu gefallen.

Die leicht angeraute Stimme von Ryan Peters ist vielleicht nicht unverwechselbar markant, aber sie passt prima zu den Songs der CD, die eine gelungene Mischung aus Balladen und schnelleren Midtempo-Stücken bietet. Das Pendel schlägt meist in Richtung Roots- oder Country-Rock aus, wobei Peters die Titel durchaus unterschiedlich arrangiert.

Nicht zuletzt durch den ausgiebigen Einsatz der Mundharmonika erhält „Railroad Village Blues”, bei dem Peters das Kleinstadtleben besingt, einen Country-Einschlag. Dieser kommt vor allem bei „Damned If I Don’t“ vollends zur Geltung. Dieser Song wird ebenso wie die insgesamt akustisch gehaltene Ballade „If He Got To Heaven” mit gehörig Slide untermalt.

„Living Too Fast” hat schöne Klavierpassagen und entwickelt wie auch „Before It Was Gone“ viel Drive, an dem der Gesang von Peters einen großen Anteil hat. In der zweiten Hälfte des Albums finden sich mit „Stab In The Dark“, „The Best Of Me“ und „Take Me Back“ noch drei solide, rockigere Titel, die sich mal durch melodiöse Gitarrenläufe, mal durch härtere Riffs auszeichnen.

Mit „Songs For Old Souls“ legt Ryan Peters ein vielversprechendes Debüt vor, das bodenständig und ehrlich klingt. Nach einem fulminanten ersten Teil finden sich im zweiten etwas schwächere Stücke, die aber immer noch gut hörbar sind. Einzelne Titel – wie „Gotta Go“ – begeistern vollständig, sodass man gespannt sein darf, was man zukünftig von dem Mann aus dem Great Lakes State hört.

Homestead Productions (2018)
Stil: Roots Rock / Country Rock

Tracks:
01. Gotta Go
02. Lighthouse
03. Railroad Village Blues
04. Let Me Down Easy
05. Nobody’s Dime
06. Living Too Fast
07. Before It Was Gone
08. Damned If I Don’t
09. Stab In The Dark
10. If He Got To Heaven
11. The Best Of Me
12. Take Me Back

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Brett Young – Ticket To L.A. – CD-Review

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Zweites Album von Brett Young. Nachdem das Debüt mit Platz 2 ja schon an der Pole-Position der Billboard Country Charts gekratzt hatte, gab es eigentlich beim Nachfolger keinen Grund, irgendetwas am funktionierenden Erfolgsrezept zu ändern.

Dass Brett schöne Lieder komponieren kann, hatte der Erstling bereits eindrucksvoll gezeigt. Auch hier war er wieder kompositorisch in zehn von insgesamt dreizehn Tracks involviert. Zur Seite standen dazu noch prominente Co-Songwriter wie Ross Copperman, Ashley Gorley, John Nite, Shane McAnally, Hillary Lindsay und selbst Musiker wie Charles Kelly von Lady Antebellum, Gavin DeGraw (auch mit Keyboard-Beteiligung und Vocals beim großartigen „Chapter“ präsent) oder Sean McConnell ließen es sich nicht nehmen, Ideen mit einzubringen.

Selbst in Sachen Produktion und Mix mit Dann Huff und Justin Niebank wurde alles richtig gemacht. Ich denke, gerade Erstgenanntem ist es zu verdanken, dass die vielen schönen Gitarrenparts (Huff, Ilya Toshinsky, Derek Wells) in Form von Slide und kurzer präziser Soli und auch der Steel-Einsatz von Könner Paul Franklin, ein Abdriften in allzu poppigere Gefilde wie bei so manchen Kollegen maßgeblich verhindern.

Trotzdem gehen die allesamt höchst-eingängigen Stücke, samt der wunderbaren Wohlfühlstimme des Protagonisten, natürlich runter wie gut gekühlter, süffiger Weißwein. Eine Scheibe bei der man sowohl herrlich abschalten kann, als auch jede Sommerparty geschmackvoll im Hintergrund beschallen kann.

Mir persönlich gefallen neben dem Slide-unterlegten Titelsong besonders  Sachen wie „Let It Be Mine,  das „New Kid In Town“-umwehte „Where You Want Me“ oder „The Ship And The Bottle“, die allesamt ein gediegenes Eagles-Flair verbreiten.

Auch der schnippige, dezent retro-mäßig umgarnte Schwofer „Reason To Stay“ mit seinem sich hyper-melodisch ins Ohr bohrenden Refrain und den klar gespielten Akustik- und E-Gitarren ist einfach zum Dahinfließen. Bei der Auswahl der richtigen Single möchte man hier wirklich kein Entscheidungsträger sein.

Fazit: Mit „Ticket To L.A.“ hat Brett Young endgültig den Fahrschein in Richtung Nashville-Top-Interpret gelöst. Die spannende Frage hier lautet letztendlich nur, ob es diesmal für Platz 1 reichen wird. Sounds Of South drückt die Daumen. Ein absolutes Juwel des Mainstream New Country!

Big Machine Label Group (2018)
Stil: New Country

01. Ticket To L.A.
02. Here Tonight
03. Catch
04. 1,2,3 Mississippi
05. Let It Be Mine
06. Where You Want Me
07. Used To Missin‘ You
08. Change Your Name
09. Chapters (feat. Gavin McGraw)
10. The Ship And The Bottle
11. Reason To Stay
12. Runnin‘ Away From Home
13. Don’t Wanna Write This Song

Brett Young
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Universal Music

The Cadillac Three – 02.12.2018, Luxor, Köln – Konzertbericht

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Nachdem ich bei meinem obligatorischen sonntäglichen Nachmittagslauf mit den diversesten niederrheinischen Regenarten durchnässt worden war, ging es nach der heißen Dusche schon kurze Zeit später mit Kollege Gernot in musikalischer Mission wieder in Richtung Köln.

Die Jungs von The Cadillac Three hatten sich zum dritten Mal hintereinander im Luxor angesagt. Einem Interviewwunsch seitens unseres Kooperationspartners Oktober Promotion in Verbindung mit dem gewohnten Konzertbericht, sind wir natürlich gerne nachgekommen. Das Gespräch mit den drei Musikern wird zu einem etwas späteren Zeitpunkt dann zu lesen sein.

Bedingt durch das Interview mit Johnston & Co. hatten wir nur noch eineinhalb Stücke der Kölner Support-Combo Giirl mitbekommen. Mit dem Kommentar „White Stripes on Acid“ eines in der ersten Reihe stehenden Pärchens, dass wir schon mal bei Country-/Southern Rock-Gigs in der Domstadt sporadisch antreffen, als Kategorisierung des Gehörten, lasse ich unsere Leserschaft dann mal sich ihren Teil dazu denken.

Um 21:00 Uhr legten dann Neil Mason, Kelby Ray und Fronter Jaren Johnston (wieder mit vielen Gitarrenwechseln) mit ihrem obligatorischen Programm und den allseits bekannten, dezent patriotisch untermalten Tracks wie u. a. „Peace Love & Dixie“, „Bury Me In My Boots“, Tennessee Mojo“, „Back It Up“, „American Slang“ oder „I’m Southern“ ihrer drei bisher erschienenen CDs los.

Überwiegend knallhart stampfender Riff-Southern Rock, gepaart mit diesen eingängigen Refrains und durchzogen mit einigen wenigen, etwas ruhiger anmutenderen Songs wie “Drunk Like You“, „Hank & Jesus“ oder „Take Me To The Bottom“, ließ ihre, mit vielen jüngeren Leuten durchwachsene, klatsch- und mitsingfreudige Klientel im satt gefüllten Luxor gewohnt frohlocken.

Mit dem brandneuen Lied „Whiskey & Smoke“ in typischer TCT-Manier, gab es einen ersten Ausblick auf das für 2019 geplante neue Album. Das den Kollegen von Blackberry Smoke, Whiskey Myers und Black Stone Cherry gewidmete und furios gespielte „Whiskey Soaked Redemption“ (inklusiv einer Solopassage von Kelby Ray an seinem Pedal Steel-Gerät), der Ohrwurm „White Lightning“ und das nochmals ihre Herkunft huldigende Abschlussstück als Rausschmeißer „The South“, ließen im Prinzip erneut keine Wünsche offen.

Das Nashville/Tennessee-Trio bewies an diesem Abend wieder, dass Southern Rock nicht nur was für alte Säcke ist, sondern gepaart mit junger und draufgängerischer Art, durchaus auch heute mit Erfolg in nachfolgende Generationen transportiert  werden kann. Somit darf man sich schon jetzt auf eine Rückkehr von The Cadillac Three in 2019 mit neuem Werk im Gepäck freuen. New Southern Rock is alive! Und die drei Burschen haben ohne Zweifel ihren hohen Anteil daran.

Line-up:
Jaren Johnston (lead vocals, guitars)
Neil Mason (drums, vocals)
Kelby Ray (lap steel, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

The Cadillac Three
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Oktober Promotion
Luxor Köln

Red Beard – Dakota – CD-Review

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Review: Michael Segets

Jaime Jiménez Fleitas, alias Red Beard, überrascht auf „Dakota” mit satten Southern Rock-Klängen. Waren die Vorgänger „Nobody’s Gonna Bring Me Down Vol. 1 & 2“ und „All Or‘ Nothing“ vom Country geprägt, schlägt Red Beard nun deutlich rockigere Töne an.

Der Auftakt „A Place to Settle Down“ erinnert stark an Lynyrd Skynrd und gibt die musikalische Marschroute der CD vor. Bei „Hit ‚Em Low, Hit ‚Em Harder“ legt Red Beard tempomäßig eine Schippe drauf. Keys sorgen für einen vollen Sound und unterlegen die hohen Gitarrenläufe. Mit „Don’t Need to Knock on Wood“ und dem druckvollen „Hold On“ folgen weitere zwei erdige Rocksongs, wobei vor allem der letztgenannte Assoziationen zu Sweetkiss Momma hervorruft.

In alle Stücken streut Red Beard kurze Gitarrensoli ein, die unterschiedlich gestaltet sind und sich hervorragend in die jeweiligen Titel einfügen. Er trifft mit den straight gespielten Soli für meinen Geschmack genau das richtige Maß, zumal ich kein Freund von ausufernden Instrumentalpassagen bin.

In der Mitte des Albums schaltet Red Beard einen Gang runter. Die balladesken, mit kräftigem Rhythmus versehenen „Crank It Up“ und „I’m Your Man“ umweht ein angenehmer Southern-Wind.

Trotz der rockigeren Ausrichtung von „Dakota“ stellt das neue Werk keinen Bruch zu den bisherigen Veröffentlichungen von Red Beard dar. Die Orientierung am Country scheint bei „Begging for More“ und noch stärker bei „Nowhere Road“ durch.

Eine etwas dunklere Atmosphäre erzeugt das trotzige „Nobody’s Gonna Bring Me Down“. Zu ihr trägt auch die streckenweise technisch verzerrte Stimme von Jaime Jiménez Fleitas bei. Mit dem starken Titel, ebenso wie mit dem locker rockenden, durch weiblichen Backgroundgesang und Bar-Piano unterstützen „The Devil Showed Up With A Better Deal“, setzt Red Beard am Ende des kurzweiligen Tonträgers nochmal ein Ausrufezeichen.

Die kanarischen Inseln, von denen Jaime Jiménez stammt, fehlten bislang auf meiner Southern Rock-Landkarte. Mit „Dakota“ hat sich das geändert. Red Beard erfindet den Southern Rock vielleicht nicht neu, aber er bereichert ihn durch sein ausgewogenes und durchweg gelungenes Album. Gerade der unverkrampfte Blick auf das Genre und die Tendenz, einen Schwerpunkt auf Rockelemente zu legen, machen die CD besonders hörenswert.

Red Beard startete seine Europatour in Spanien und kommt über Frankreich nach Deutschland. Dort sind im Dezember elf Konzerte geplant. Teenage Head Music promotet die Tour (An dieser Stelle sei Manny gedankt, der die Besprechung ermöglichte.) und daher kommt er auch an einen unserer beliebtesten Veranstaltungsorte. Am 20.12. steht Red Beard in der Krefelder Kulturrampe auf der Bühne.

THW Records/Peermusic (2018)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. A Place to Settle Down
02. Hit ‚Em Low, Hit ‚Em Harder
03. Don’t Need to Knock on Wood
04. Hold On
05. Crank It Up
06. I’m Your Man
07. Begging for More
08. Nowhere Road
09. Nobody’s Gonna Bring Me Down
10. The Devil Showed Up With A Better Deal

Red Beard
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Teenage Head Music
Kulturrampe

Robben Ford – Purple House – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Für sein neues Album „Purple House“ hat sich der US-amerikanische Fusiongitarrist und Sänger Robben Ford drei Jahre Zeit gelassen. Sein letztes Album „Into The Sun“ erreichte einen beachtenswerten Platz 2 in den Billboard Blues Charts. Immerhin hatte er sich ja auch u. a. so prominente Gastmusiker wie Warren Haynes, Keb’ Mo‘ und Sonny Landreth für das Album um sich geschart.

Umso gespannter war ich jetzt natürlich auf sein neuestes Werk. Robben Ford spielt hier ganz souverän mit Einflüssen aus Soul, Jazz und Blues und arrangiert diese zu teilweise recht funkigen Stücken. Seine musikalische Herkunft als Fusiongitarrist tritt in all seinen Songs unverkennbar zu Tage. Miles Davis, Chick Corea und B. B. King, mit denen er schon für mehrere Projekte zusammengespielt hat, haben in seiner Musik eben ihre Spuren hinterlassen, was absolut positiv zu verstehen ist.

Vielmehr greift er deren Stilelemente auf, variiert sie geschickt und gibt so seinen Songs, zusammen mit seiner stets präsenten Stimme, einen eigenen unverwechselbaren Charakter. Insgesamt besticht Robben Ford auf seiner neuen CD als ein Gitarrist, der es immer wieder schaff,t seinem Instrument einen bemerkenswert klaren Sound zu entlocken.

Gleich der erste Track seines Albums „Tangle With Ya“ beginnt mit einer kraftvollen Schlagzeugperformance während im Folgenden soulige Gebläsesätze und funkige Backgroundvocals den treibenden Rhythmus aufrecht erhalten. Die musikalische Ausrichtung des Longplayers ist damit vorgegeben und setzt sich mit „Bound For Glory“, „Cotton Candy“ (schöne, pfundige Basslinie) und „Somebody’s Fool“ fort, wobei der letzt genannte Track eine durchaus etwas härtere Gangart anschlägt.

Wahre Ohrwurmqualitäten besitzt das relaxte „What I Haven’t Done“, getragen von Robben Fords einprägsamen, balladenhaften Gesang, angereichert mit fein arrangierten Bläser-Akzenten. Fürs Chillen nach einem anstrengenden Tag bieten sich „Empty Handed“ (ein verträumter Slowblues mit leicht verhallten und sphärischen Klangbildern), das sehr melodiöse und leicht jazzig-soulige „Wild Honey“ sowie „Break In The Chain“ mit countryartigem Intro im Singer/Songwriter-Stil an, wobei Bluessängerin Shemekia Copeland, ganz in der Tradition von Koko Taylor und Etta James, eine äußerst harmonische gesangliche Verstärkung bietet.

„Purple House“ ist also keine reinrassige Bluesscheibe, da Robben Fords Musikstil sehr stark von Soul-, Funk- und Jazz-Einflüssen geprägt ist. Sie bietet aber schön arrangierte Stücke, die man/frau sich immer wieder gern anhören wird.

earMUSIC (2018)
Stil: Blues, Fusion

Tracks:
01. Tangle With Ya
02. What I Haven’t Done
03. Empty Handed
04. Bound For Glory
05. Break In The Chain
06. Wild Honey
07. Cotton Candy
08. Somebody’s Fool
09. Willing To Wait

Robben Ford
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Networking Media

Eamonn McCormack – 25.11.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Im Rahmen seiner Herbst- Tour machte Eamonn McCormack Halt in Köln. Leider scheint der sympathische Ire dem Kölner Publikum kein Begriff zu sein, da der Besuch ausbaufähig ist. Schön ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass der Manager des Yard Clubs, Marcus Neu, wegen der Fähigkeiten des mittlerweile 56 jährigen McCormack, auch in Zukunft Konzerte mit plant, da er den Grundsatz lebt, dass Qualität sich letztendlich durchsetzt. Eben diese war an diesem Abend zur Genüge vorhanden.

Pünktlich um 20:15 Uhr betrat McCormack mit seiner Band die Bühne in klassischer Blues-Besetzung mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, um mit „From Town To Town“ die Anwesenden auf eine Reise durch den irisch-keltischen Blues zu nehmen, wie er seinen Stil in einem Gespräch nach dem Konzert definierte. Schon beim Opener war seine Affinität zu seinem Vorbild, dem legendären Rory Gallagher, zu erkennen. Gradliniger, zuweilen ungezügelter Blues Rock ohne irgendwelche Effekthascherei, vorgetragen von einem McCormack in Höchstform, mit einer unvergleichlichen Spielfreude, die letztendlich in ein fast zweieinhalbstündiges Konzert mündete, das die leider zu wenig Anwesenden sprichwörtlich von den Hockern der aufgestellten Stehtische riss.

Einen großem Anteil daran hatten auch seine beiden Begleitmusiker, Eddy Karg am Bass und Max Jung Poppe an den Drums, die mit ihrer starken Rhythmusarbeit, die Grundlage für viele Uptempo- bis Highspeed-Soli McCormacks lieferten.

Nach einigen Songs gelang McCormack vom Aufbau des Konzertes her ein kleiner Geniestreich. Direkt nach „Missing You“ folgte mit „Calling Card“ einer der großen Gallagher-Klassiker. Spätestens jetzt hatte er alle Anwesenden in seinen Bann gezogen, die teils mittanzend oder nur still genießend, den stark arrangierten Liedern folgten.

Danach kamen mit „Funky Town“ und „Rock Me Baby“ zwei Stücke von „Kindred Spirits“, einem zu empfehlenden Album, mit in den 90er Jahren aufgenommenen Liedern, in welchen er von schillernden Größen wie Rory Gallagher, Jan Akkerman, Hermann Brood und Keith Donald unterstützt wurde.

An das klassische Blues-Stück „Nite In The Life Of An Old Blues Singer“ wurde ein Medley aus alten Rock’n’Roll-Highlights angeschlossenf, bei dem die Band bewies, dass Blues und Rock schön miteinander verknüpft werden können.

Nach  „When You Cross The Line“ und „Heal My Faith“, in guter alter Gallagher-Manier vorgetragen, kam es zu einem kurzen Bruch im sonst vor Dynamik strotzenden Konzert. Poppe und Karg verließen die Bühne und Eamonn performte mit der Akkustikgittarre und Harp zwei sehr gefühlvolle Tracks. Einer fast rührenden Version des Hendrix Klassikers „Angel“ folgte mit „No Airs And Graces“ eine Hommage an sein Vorbild Gallagher. Bis auf zwei Besucher, die sich munter unterhielten, hörten alle verträumt zu, was eine der  Anwesenden dazu veranlasste, sie sprichwörtlich zusammenzustauchen.

Danach war bis auf das schöne Gitarrenspiel, den harmonischen Gesang und eingestreute Harpklänge nichts mehr zu hören. Manches regelt sich auch oft, wenn mal ein Machtwort gesprochen wird…

Mit „That’s Rock’N’Roll“ nahm das Konzert wieder Fahrt auf, um mit dem Instrumental „Mystica“ stilistisch kurz vom Blues der Marke Gallagher abzuweichen. Augen zu und man hätte meinen können, Gary Moore hätte mit auf der Bühne gestanden!

“Internet Star”, “Lousy Day” und “Down And Out” wurden in bewährter Manier vorgetragen, wobei sich McCormack bei einem Lied durchs Publikum bewegte, und scheinbar für jeden Einzelnen ein paar Noten spielte, um mit einer Bierflasche als Bottlenack den Song zu beenden. Mehr Publikumsnähe bei einem Konzert geht nicht.

„Mit My Saving Angel“ wurde es noch einmal ruhiger. McCormack  setzte sich auf eine Box und trug den Song ohne elektronische Verstärkung seiner Stimme leise begleitet von seiner E-Gitarre, den ehrfurchtsvoll lauschenden Zuschauern im Storytelling-Stil vor.

Der Ausklang mit den Highlights „Falsely Accused“ und „Shadow Play“, mit einem ausladenden Solo zum Ende, stand wieder ganz im Zeichen Gallaghers.

Als Zugaben legte die Band noch „Moving On“ und „Johnny Be Good“ nach, wobei Eamonn in einem Refrain dem Johnny noch ein Winter folgen ließ.
Nach positiv turbulenten knapp zweieinhalb Stunden verabschiedete sich McCormack vom Publikum, um den gebührenden Applaus zu empfangen. Im Anschluss stand der Ire für Smalltalks und Fotos am Merchandising-Stand bereit und erwies sich trotz des leider geringen Zuschauerzuspruchs bestens gelaunt und erfreut über ein ansonsten tolles Blues Rock-Konzert in Yard Club. Er gab sich dabei als charmanter Mensch mit dem viel über Vergangenes in seiner Karriere aber auch über die Gegenwart geklönt werden konnte.

Es ist zu hoffen, dass in der Zukunft, nach diesem fulminanten Auftritt viele Blues Rock-Fans die Chance nutzen, einem solchen Abend beizuwohnen. Mein Dank gilt zudem Marcus Neu, der es wieder möglich gemacht hat, dass handgemachte Musik im Yard Club geboten wird. Sowohl der Sound- und Licht-Techniker als auch der Mann an der Theke, der während der Show bei der Band anfragte, ob sie noch etwas zu trinken haben wollen, machten einen hervorragenden Job.

Line-up:
Eamonn McCormack (lead vocals, electric guitars)
Eddy Karg (bass)
Max Jung Poppe (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Eamonn McCormack
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Yard Club, Köln

Jason Kane & The Jive – Hellacious Boogie – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Als sich Jason Kane und Nick Jive 2014 begegnet sind, war Jason bereits ein Jahr lang als Akustik-Musiker unterwegs. Sie formierten die Band Jason Kane & The Jive und konnten 2015 mit ihrer Debüt-EP auf Anhieb die Aufmerksamkeit der Musikszene in ihrer Heimatstadt San Antonio, TX, auf sich ziehen.

Der Anspruch an diese gemeinsame erste Platte war auch daran abzulesen, dass die Band ohne eigenes Album schon als Live-Support für Konzert-Größen wie Uriah Heep, Graham Bonnet oder L.A. Guns spielen durfte. Nach personellen Veränderungen hat sich Drummer Thomas Chapoy seit 2017 neben Jason Kane an der Gitarre und Bassist Nick Jive als dritte Konstante eingespielt.

Mit „Hellacious Boogie“ legen sie jetzt ihre zweite LP vor. Das Plattencover erinnert auf den ersten Blick ein wenig an die typisch bunten, farbenfroh verschlungenen Motive im Psychedelic-Genre. Diese bildliche Einordnung entspricht aber keineswegs dem, was man auf der CD zu hören bekommt.

Das Album beginnt standesgemäß mit einem powervollen Auftakt („Gypsy Kiss“) im Mix von funkiger Gitarre und rockigen Riffs. Auf „Pussyfootin'“ sticht dieser Crossover-Style aus Funk und Rock ’n‘ Roll, der sich durchs ganze Album zieht, noch deutlicher hervor. „Get Up“ ist funkiger Heavy-Rock, der an die frühen Red Hot Chili Peppers Alben erinnert.

Auf dem einzigen ruhigen Song des Longplayers „In Time“ versucht sich das Trio an einer soften Rock-Ballade. Jasons Stimme überzeugt jedoch eher beim Band-eigenen Crossover Sound. Das 7-Minuten Stück „Let It Ride“ ist größtenteils instrumental angelegt, mit intensiven Schlagzeug Beats und vielen Power-Rock-Riffs.

Als musikalische Einflüsse für die zweite CD nennt die Band u.a. die Hard-Rock Pioniere von Mountain, die Funk-Rock Vorreiter Grand Funk Railroad und die 1990er Grunge Ikonen Soundgarden. Jason Kane setzt diese Mischung aus alten und neuen Erfahrungsfeldern in Hochspannung um.

„Outta Sight“ fügt der Scheibe noch eine ordentliche Portion Blues-Rock mit Classic Rock Vibe hinzu und „Titty Boi Rabbit“ ist dann wiederum ein schneller und wilder Rock’n’Roll-Trip.

Sollten Jason Kane & The Jive ihren Sound beibehalten, werden sie sicherlich auch mit Bands, wie Greta Van Fleet, die ein Classic Rock Revival angestoßen haben und auch dem deutschen Blues-Rock Trio Kadavar verglichen werden.

„Hellacious Boogie“ ist ein lebendiges Potpourri aus Rock’n’Roll, Blues, Classic Rock und Funk. Jason Kane & The Jive“ dürfen zurecht als neue Rock-Sensation angekündigt werden. Einfach krass!

Jive Ass Productions (2018)
Stil: RockʹnʹRoll, Blues, Funk

Tracks:
01. Gypsy Kiss
02. Pussyfootin‘
03. Nomad
04. Get Up
05. In Time
06. Bossman
07. Let It Ride
08. In My Windowl
09. Nothin‘ To Lose
10. Titty Boi Rabbit
11. Outta Sight

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