Curse Of Lono – 4am And Counting – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Als Curse Of Lono vor einigen Wochen mehrere Support-Termine absolvierten und mit Samantha Fish im Musiktheater Piano vom Publikum gefeiert wurden, hatte SoS bereits kurz berichtet (25/05/2019). Dieser Konzert-Beitrag hätte aber mit Blick auf das nun vorliegende „Live“-Album einiges vorweggenommen und die Band nur in den Kontext einer anderen musikalischen Richtung (Blues) gestellt.

Dass die neue Scheibe „4am And Counting“ ausschließlich schon veröffentlichtes Material und einen Cover-Song enthält, beweist die kreative Vielseitigkeit der Sound-prägenden Tracks des Longplayers. Alle Stücke wurden neu arrangiert und im Studio live mit Produzent Liam Watson (u.a. White Stripes, The Stranglers) analog eingespielt.

Überhaupt gewinnen die Songs durch den Einsatz von BJ Cole (Pedal-Steel) und Nick Reynold (Harmonica) als Gastmusiker wesentlich an Substanz und Ausdruckskraft und verleihen der Combo einen weiterhin hohen Wiedererkennungseffekt. Der eigene Anspruch an die Schönheit der Melodie und die sprachliche Qualität der Texte werden in ein filigranes Gesamtkunstwerk überführt, das die Ausstrahlung von Curse Of Lono auch beim Konzert im Dortmunder Piano für jeden spürbar erkennen ließ.

Neben Felix Bechtolsheimer (Gesang und Gitarre) agieren Joe Hazell (Lead-Gitarre), Dani Ruez Hernandez (Keyboard), Charis Anderson (Bass) und Neil Findley (Schlagzeug) als beinahe magische Gemeinschaft mit überzeugender musikalischer Eindringlichkeit.

Diese Magie vermittelt bereits das erste Stück des Albums „Tell Me About Your Love“, ein feiner, ruhiger Song, ein warmer Gesangsstil, ein geschliffenes Dobro-Solo, vergleichbar der gehobenen Klasse der kanadischen Cowboy Junkies. „I’d Start A War For You“ erfreut in gleicher, eleganter „Handschrift“, ein gepflegter Mid-Tempo-Track mit relaxter E-Gitarre und unverkennbar passendem Gesangspart, eine Anspielung auf die frühen Dire Straits.

Ein weiteres Highlight folgt unmittelbar in Form von „Welcome Home“, einer bluesigen Nummer, wobei die jederzeit präsente Solo-Gitarre durch den leichten Harmonica-Sound wirkungsvoll abgelöst wird. Der immer wieder beeindruckende Track „Blackout Fever“, im Bass-lastigen Rhythmus und Harmonie-Gesangs-Stil, ist eine schöne und gefühlvolle Variante aus dem Album „As I Fell“, vielleicht eine Hommage an den ewigen Lou Reed und Velvet Underground.

Dass sogar „fremde“ Stücke den typischen Curse Of Lono-Cinematic Rock bereichern können, zeigt „Goin‘ Out West“ von Tom Waits, das sein eigenes Flair entwickelt und sich hinter dem Original nicht verstecken muss. Ebenso wird „The Affair“ manche an die starken Texte und den sanften Gesang eines Leonard Cohen erinnern, der in diesem ganz persönlichen Format würdig von Felix Bechtholsheimer interpretiert wird.

Auch die vorliegende Version von „Valentine“ besticht im neuen Kleid durch makellose Harmonie-Vocals und eine prägende E-Gitarre, schon jetzt ein Klassiker für jedes Konzert. Dies gilt gleichermaßen für das mitreißende „Way To Mars“, eine Art Soundtrack für einen imaginären Film, der im Story-Telling einen Touch von Bob Dylan offenbart. Diese Qualität setzt sich in „London Rain“, im Stil eines britischen Indie-Folk-Stückes fort, das mit leichter Verneigung Einflüsse der Doors freudig aufnimmt.

Als Kontrast bieten Curse Of Lono danach den weichen, mehrstimmigen Country-Song „Pick Up The Pieces“ an, dessen softe Solo-Rock-Gitarre die ohnehin akustische Wirkung verstärkt. Auch der letzte Titel „Don’t Look Down“, ursprünglich von der LP „Severed“ (2017), hinterlässt durch seinen schwebenden Rhythmus und die anhaltende Intensität als Abschlusstrack einen bleibenden Live-Eindruck.

Curse Of Lono sind weiter gereift und haben auf Tourneen mit Chuck Prophet und Steve Earle wesentlich an Erfahrung gewonnen. Das Album „4am And Counting“ ist ein frühes Meisterwerk einer noch jungen Formation; eine Auswahl individueller, kleiner Songperlen mit Gänsehaut-Live-Charakter. Es ist mehr als nur die Neuaufnahme alter Titel, es ist ein Studio-Konzert, das den Hörer immer wieder vor die Wahl stellt, für eines seiner Lieblingsstücke die Repeat-Taste zu drücken.

Submarine Cat Records (2019)
Stil: Americana, Alternative Rock, Cinematic Rock

Tracklist:
01. Tell Me About Your Love
02. I’d Start A War For You
03. Welcome Home
04. Blackout Fever
05. Goin‘ Out West
06. The Affair
07. Vakentine
08. Way To Mars
09. London Rain
10. Pick Up The Pieces
11. Don’t Look Down

Curse Of Lono
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Hollis Brown – Ozone Park – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Die Motive des Albumcovers sind schon eindeutige Hinweise dafür, in welche Richtung die musikalische Reise auf diesem Longplayer gehen könnte. Ein wohlklingender und bunter Stilmix aus US-Rocksounds der vielfältigen 60er und 70er erwartet einen hier. Das klingt nach überbordendem Retro-Charakter, ist jedoch ein heißer Anwärter auf eines der besten Alben des Jahres.

Dabei haben sich Hollis Brown auch bei ihrem Bandnamen von einem Song der 1960er Jahre inspirieren lassen; dem unverwüstlichen Folk-Track „The Ballad of Hollis Brown“ von Bob Dylan (1964). Die vier Bandmitglieder aus dem New Yorker Stadtbezirk Queens sind schon seit zehn Jahren in der Musikszene aktiv und verweisen nun mit dem Album „Ozone Park“ auf ihre urbanen Wurzeln und den gleichnamigen Stadtpark in ihrer Gegend.

Die bisherigen fünf Studioalben sind alle einfallsreiche „Kreationen“ – dies gilt auch für das komplexe Coverwerk „Gets Loaded“ von 2014, als sie nach einem Tribut Konzert zu Ehren von Lou Reed und Velvet Underground den LP-Klassiker „Loaded“ neu einspielten.

„Ozone Park“ beginnt abwechslungsreich mit ansteckenden Americana- und Indie-Folk-Passagen, die bei „She Don’t Love Me Now“ ihren Höhepunkt erreichen. Schon nach den ersten Tracks dürften Fans von Kurt Vile oder der schwedischen Aufsteiger-Combo Jetbone voll auf ihre Kosten kommen. Leichter Summer-Esprit im modernen Maroon 5-Gewand wird dann noch durch „Stubborn Man“ weiterverfolgt.

Es gibt viele kleine musikalische Elemente und Puzzlestücke, die das Album ausmachen und die man teilweise erst beim mehrfachen Hören entdeckt. Und obwohl die Heimat der bekennenden 60er und 70er-Jahrzehnte Musikfans die Ostküste der USA ist, so kann man doch auch vielfältige Eagles-California-Sound bzw. West Coast-Einflüsse aufspüren.

„Do Me Right“ erschafft eine erfrischende und zugleich melancholische Atmosphäre wie sie zuletzt z.B. The War On Drugs auf „A Deeper Understanding“ (2017) vollbringen konnten. Aus dem melodischen 80’s-tinged Gitarren-Rock geht es über zum psychedelisch austarierten Klangkunstwerk „After The Fire“, das in seinen knapp 90 Sekunden bestens dafür geeignet ist, um die ersten vier hervorragenden Stücke des Albums gehaltvoll auf sich wirken zu lassen.

„Forever In Me“ ist tiefsinnig gestaltet und „Someday Soon“ windet sich sehnsuchtsvoll in Wilco’scher Gelassenheit. „The Way She Does It“ ist in seiner harmonischen Ausstrahlung einfach grenzenlos ansteckend, wird aber ohrenbetäubend vom Garage-Rock-lastigen „Bad Mistakes“ im Black Keys-Stil abgelöst.

„Ozone Park“ von Hollis Brown“ ist eines der kreativsten und lebendigsten Alben 2019. Eine farbenfrohe Klangpallette aus 60’s-80’s Rock und spielfreudigen Elementen macht diese LP zu einer der großen Überraschungen in diesem Jahr. Und um es mit dem letzten Song der Scheibe auf den Punkt zu bringen: „Go For It“. Nimmt das Album in eure Sommer-Playlist auf!

Provogue (Mascot Label Group) (2019)
Stil: Americana, Roots-Rock, Alternative Rock

01. Blood From A Stone
02. Stubborn Man
03. She Don’t Love Me Now
04. Do Me Right
05. After The Fire
06. Fovever In Me
07. Someday Soon
08. The Way She Does It
09. Bad Mistakes
10. Go For It

Hollis Brown
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The Long Ryders – Psychedelic Country Soul – CD-Review

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Review: Michael Segets

The Long Ryders haben es geschafft, sich innerhalb von fünf Jahren Kultstatus zu erspielen. Mit ihrem progressiven Sound, der zwischen Rock und Country changiert sowie Psychedelic-, Punk- und Garage-Elemente aufnimmt, gelten sie als Vorreiter des Alternativ Country. Wie beispielsweise Green on Red zählen sie zu den Vertretern des kalifornischen Paisley Underground. The Long Ryders orientierten sich aber stärker an den Byrds. Gene Clark wirkte dann auch auf ihrem Debüt „10-5-60“ (1983) mit.

Nach der Bandauflösung im Jahr 1987 fand sich die Band zwar noch sporadisch zusammen, spielte jedoch kein neues Studioalbum mehr ein. Livekonzerte, Zusammenstellungen mit Demoversionen oder Jubiläumsversionen ihrer früheren Werke wurden veröffentlicht, die substantielle Phase der Band schien allerdings vorbei.

Mehr als dreißig Jahren sind ins Land gegangen, bevor jetzt ein Album mit wirklich neuen Tracks der Band erscheint. Bereits im Titel und in der Cover-Gestaltung, die wie gewohnt die (sichtlich gealterten) Bandmitglieder zeigt, wird deutlich, dass „Psychedelic Country Soul“ im Wesentlichen dort weitermacht, wo The Long Ryders ihre Bandgeschichte unterbrochen hatten. Gitarren und Schlagzeug sind allerdings nicht mehr so scheppernd und der Gesang etwas glatter als früher.

Die Songs versprühen weniger Punk-Attitüde, was dem Reifungsgrad der Bandmitglieder geschuldet sein mag. Sid Griffin, Stephen McCarthy, Tom Stevens und Greg Sowders müssen nichts mehr beweisen. Entsprechend leicht und entspannt wirken sowohl die langsameren als auch die meisten Uptempo-Nummern des Albums.

Mit Harmoniegesang in bester Westcoast-Manier stimmt „Greenville“ als Auftakt des Werks in dessen Grundausrichtung ein. In eine ähnliche Kerbe schlägt das sofort ins Ohr gehende „Walls“. Neben den beiden schnelleren Titeln verleugnet auch die Ballade „Bells Of August“ die Herkunft der Band aus dem Sonnenstaat nicht.

Atmosphärisch etwas dunkler angelegt ist das melodiöse „Molly Somebody“ und der gradlinige Rocker „What The Eagle See“, der durch den eingängigen Refrain und die härteren Gitarrenriffs mitreißt. Unheimliche Energie verströmt „All Aboard”, bei dem Sid Griffins Gesang knarziger als auf den anderen Stücken klingt und durch eine kratzige Gitarre unterstützt wird.

Die Gitarrensprengsel auf „Let It Fly“ geben dem Song eine herrlichen Southern-Flair. Mit Geige und mehrstimmigen Background spiegelt er ebenso wie das locker rockende „The Sound“ sowie die mit Slide unterlegte Ballade „California State Line“ das Spektrum des Alternative Country wider, das die Band abdeckt.

Sid Griffin umschifft bei der sanften Ballade „If You Want To See Me Cry” gekonnt eine übermäßige Rührseligkeit. Der Rhythmus im Refrain des langsamen „Gonna Make It Real” setzt sich direkt in den Gehörgängen fest. Insgesamt halten sich ruhigere und rockige Titel auf dem Longplayer die Waage. Psychedelische Elemente sind zurückgenommen und scheinen nur noch im abschließenden Titelstück auf.

The Long Ryders können es noch. Vielleicht wirken die Songs ihres Spätwerks nicht mehr so zukunftsweisend wie in den 1980ern, aber ihr eigenwilliger Sound hat immer noch einen hohen Wiedererkennungswert. Auch heute ist er frisch und interessant, wenn er auch weniger Ecken und Kanten aufweist als früher. „Psychedelic Country Soul“ vereint Westcoast, Alternativ Country und straight gespielten Rock in abwechslungsreicher Mischung. The Long Ryders revolutionieren den Country-Rock nicht mehr, sie bereichern ihn aber souverän mit ihrer Reunion.

Omnivore Recordings/Cherry Red Records/Rough Trade (2019)
Stil: Alternative Country, Alternative Rock

Tracks:
01. Greenville
02. Let It Fly
03. Molly Somebody
04. All Aboard
05. Gonna Make It Real
06. If You Want To See Me Cry
07. What The Eagle See
08. California State Line
09. The Sound
10. Walls
11. Bells Of August
12. Psychedelic Country Soul

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Omnivore Recordings
Cherry Red Records
Rough Trade

Andrea Bignasca – Murder – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Bislang war mir Andrea Bignasca aus der Schweiz kein Begriff und als mir Kollege Daniel Daus vor einigen Tagen Bignascas neue CD „Murder“ mit den Worten ‚.. die soll wohl auch ganz gut sein …“ überreichte, meinte er wohl die Scheibe während ich an eine Sängerin dachte, zumal die etwas verwischten schwarz-weißen Coverfotos nicht wirklich etwas erkennen ließen. Beim ersten Hören musste ich dann aber feststellen, dass Andrea bei den Eidgenossen wohl ein gebräuchlicher männlicher Vorname ist. Nun gut, man lernt halt nie aus.

Den Schweizern spricht man ja gemeinhin eine gewisse Eigenwilligkeit zu, was in diesem Fall aber auch auf deren Rockmucke zutrifft. Beworben wird „Murder“ damit, dass sich Bignasca mit warmer, charismatischer Stimme versiert zwischen Blues Rock, Singer/Songwriter und Southern Rock bewegt.

Dem Etikett Singer/Songwriter entsprechen am ehesten die etwas ruhigeren Stücke dieses Albums („Graced“, „Mine“ und der Titelsong „Murder“).
„Graced“ vermittelt dabei einen leicht spacigen, mysteriösen Eindruck, während „Murder“ ein sehr fragil vorgetragener Song ist.

Die übrigen Titel sind sehr von Bignascas dominantem Gitarrenspiel geprägt, wobei viele Stücke tolle Riffs und grazile Hooks bieten, die sich aber leider immer wieder zusammen mit seiner in Tenorbereiche abdriftenden Stimme, in einer Wand aus einem brutalen Gitarren-Klangteppich, so mächtig und hoch wie die chinesische Mauer, verlieren. Zudem präsentieren sich die Songs teilweise mit einem gefühlt leicht hohlen Klangbild, während die Stimme des Schweizers mitunter einen etwas verhallten Eindruck hinterlässt.

Einflüsse aus den Bereichen Blues Rock und Southern Rock blitzen auf der CD allenfalls nur sporadisch auf (am ehesten beim knackigen Opener „Mooshining“), Bignascas Stimme würde aus Sicht des Rezensenten auch gar nicht dazu passen.

Der Gesamteindruck ist, musikalisch gesehen, eher zwiespältig. Einerseits gibt es gitarrenmässig gute Ansätze, die Licks gehen aber wie gesagt, leider oftmals im bombastischen Soundteppich unter. Jedenfalls ist diese Art schweizer Rockmusik für meinen Geschmack recht gewöhnungsbedürftig.

Daher mein Rat an alle, die mit diesem Silberling liebäugeln: erst einmal googeln oder auf youtube suchen und dann schauen, ob die Mucke tatsächlich euren Musikgeschmack trifft.

Label: Radicalis GmbH
Vertrieb: The Orchard / Soulfood

Stil: Rock / Alternative Rock

Tracks:
01. Moonshining
02. Little Darling
03. Lyssa’s Lover
04. Monster
05. Graced
06. All Things Dirty
07. Little Faith
08. Mine
09. Messiah
10. Murder

Imperial Crowns – 28.10.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Nach dem Soul Return-Konzert im holländischen Weert vor einigen Monaten, hatte deren Gitarrist JJ Holiday dem Kollegen Jörg Schneider noch einen Gig im Musiktheater Piano von den Imperial Crowns nahegelegt, bei denen er auch als Mitglied beteiligt ist.

Jörg beschäftigte sich fortan mit der Band, war sofort Feuer und Flamme und besprach vor kurzem direkt auch deren Jubileums-Live-Album. Mir sagte die hier wohl auch durch einen Rockpalast-Auftritt bekannte und von Kultstatus umwehte Gruppe garnichts, da mir aber JJs Slide-lastiges E-Gitarrenspiel sehr gefiel, ließ ich mich dann zu einem Besuch im schönen Dortmunder Club überreden, auch wenn hiermit für mich in dieser Woche, das 4. Event innerhalb von sechs Tagen anstand. Und ein Blick über den berühmten Tellerrand kann ja manchmal nicht schaden.

Es war für die Kalifornier an diesem Sonntag-Abend der letzte Auftritt im Rahmen ihrer Europa-Tournee. Ein Film-Team hatte mit gleich fünf Kameras dick aufgefahren. Schade , dass mit nur knapp 100 Zuschauern der äußere Rahmen dadür etwas bescheiden ausfiel.

Auf die Minute um 20:00 Uhr legte das Quartett, bestehend aus dem mir, muss ich zu meiner Schande gestehen, bis dato ebenfalls nicht geläufigen Fronter Jimmie Wood, JJ Holiday, Billy Sullivan und James Carter standesgemäß mit „Preachin‘ The Blues“ mit ihrem treibenden Rhythm & Blues Rock los.

Allein schon das herrlich schrille Erscheinungsbild des mit einem purpur-roten, weit geöffneten Hemd aus Tüll mit Samtapplikationen, schwarzer Streifencordhose mit Schlag und quietschroten Schlangenleder-Stiefeletten bekleideten redseligen Fronters, seine geschminkten Augenpartien, die hauchdünnen Backenkoteletten, die tiefschwarz gefärbten Haare, ließen auf einen unterhaltsamen Abend schließen. Er erinnerte mich irgendwie in seiner Art an eine Mischung aus Iggy Pop, Alice Cooper und dem ebenfalls in LA ansässigen Little Caesar-Chef Ron Young.

Während der etwas müde wirkende JJ Holiday (wieder mit gewohnt viel Slide und quirligen Riffs im Picking-Stil), der elegant gekleidete James Carter und Billy Sullivan, routiniert und gekonnt, ihre instrumentellen Parts (mit dezenten Harmoniegesangsbeteiligungen) im Reich der Imperial Crowns verichteten, hatte natürlich der charismatische Wood mit seinen gepredigten Anekdoten, seinem energiegeladenen Gesang (immer wieder auch mit Voice-Effekten) und wüstem Harpspiel sowie seinem unbändigen Bewegungsdrang auf der Bühne, natürlich die Krone oben auf.

Die Band präsentierte, wie nicht anders zu erwarten, mit u. a. “Lil Death“, „The Calling“, „Soul Deep Freak“, “Love Blues”, dem grandios wirbelnden “Altar Of Love”,„Papa Lawd“, „Miss Aphrodite“, „Star Of The West“ und dem zum Schluss furios abgehenden ”Ramblin’ Woman Blues” viele Tracks aus dem oben angesprochenen Album.

Mein Lieblingsstück eines ansonsten rastlosen Abends, war der etwas ruhigere Schwofer „Liberate“ mit schönem JJ-Slide-Solo. Und ganz entsprechend dem Wesen des Fronters, wurde mit dem delta-bluesigen „Restless Soul“, die einzige Zugabe zum Besten gegeben.

Wood charakterisierte sich dabei selbst sehr treffend in der abschließenden Ansage als „I’m a man who’s just singin‘ and preachin‘ the Blues“. Passt Jimmie, wir werden dir auch weiterhin gerne gebannt zuhören…!

Line-up:
Jimmie Wood (lead vocals, harp, percussion)
JJ Holiday (electric guitar, slide guitar, percussion, vocals)
Billy Sullivan (drums)
James Carter (bass, vocals, percussion)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Imperial Crowns – 25 LIVE – CD Review

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Review: Jörg Schneider

Die hierzulande mit Kultstatus bedachten Imperial Crowns aus Los Angeles sind schon seit 25 Jahren im Geschäft und haben nun ihr Jubiläum dazu genutzt, ein ‚Best Of‘ aus all diesen Jahren zusammenzustellen. Man muss sich nur mal ihre Videoclips auf youtube ansehen, um zu sehen, mit welcher Energie und Spielfreude, sie das Publikum rocken. So ist es denn auch kein Wunder, dass auf der Jubiläums-Doppel-CD ausnahmslos Live-Mitschnitte enthalten sind, insgesamt 25 bärenstarke Songs aus den letzten 25 Jahren.

Die Kernbesetzung der Imperial Crowns sind der charismatische Frontmann, Sänger und Harpspieler Jimmie Wood, der Slide-Gitarrist JJ Holiday (dessen Talent an der Slidegitarre ich bereits bei einem Gig der kalifornischen Band Soul Return in Weert (NL) kennenlernen durfte) und Billy Sullivan an den drums. Das Trio kommt also, wie andere legendäre Bands auch (z. B. The Doors) ohne Bassisten klar. Bei ihren Live-Auftritten holen sie sich allerdings oft Gesangs- und Rhythmusverstärkung durch befreundete Musiker auf die Bühne.

Musikalisch passt die Band nicht wirklich in eine Schublade. Gekonnt werden Elemente des Blues und des Soul („Comin’ Fu Ya“) mit swampigem Rock & Roll („Big Love Generator“) vermischt, das Ganze teilweise psychedelisch angereichert, z. B. der im Stil von Captain Beefheart experimentell anmutende 12-Minuten-Klopper „Ramblin’ Woman Blues“.

Die erste CD jedenfalls startet mit dem wilden, southern-mässigen Stampfer „Altar Of Love“, der dem geneigten Hörer sofort klar macht, mit welchem Tempo es die nächsten zwei Stunden überwiegend weitergeht.

Unkonventionelle Gitarrenlicks gibt’s dann auf „Big Chief“ zu hören. Ganz anders das 1998’er-Stück „Blues Au Go Go“. Hier bestimmen flirrende Gitarrenriffs, Jimmie Woods punkiger Gesang und eine treibende Basslinie das Geschehen. Mitreißend auch die fetzige R&B-Nummer „Drop Down Mama“ mit einem minutenlangem furiosen Harp-Solo von Jimmie Wood.

Erst am Ende der ersten CD wird dem Zuhörer schließlich mit „Liberate“, einem schönen Slow Blues, eine kurze Verschnaufpause gegönnt, bevor es dann mit dem Opener der zweiten Scheibe „Lil’ Death“ wieder rockig-punkig weitergeht.

Auch die zweite Halbzeit der Konzertmitschnitte steht den ersten 13 Songs in nichts nach, weder in Drive und Abwechslung, noch in Spielfreude der Band und der Begleitmusiker. Seien es das stampfende „Love Blues“, das rockig straighte „Miss Aphrodite“ oder das Bass-getriebene Stück „The River“ – es wird rotzig-frech gerockt, was das Zeug hält, bis letztendlich der furiose Ritt durch die 25-jährige Bandgeschichte mit dem Southern-Blues „93 Blues“ zu Ende geht.

„25 LIVE“ ist eine tolle Doppel-CD einer hier bei uns leider noch viel zu unbekannten Band, was eigentlich wundert, zumal alle drei Protagonisten schon mit vielen Größen auch dem Rock-Biz wie z. B. Bruce Springsteen, den Blues Brothers, Etta James, Keith Richards und Mick Taylor aufgetreten sind.

Wer die „Imperial Crowns“ mal live erleben möchte, hat jetzt noch Gelegenheit dazu, im Oktober gibt es noch einige Termine in Deutschland (u. a. im Musiktheater Piano – wir werden berichten). Ein Besuch ist dringend angeraten!

H’ART Musikvertrieb GmbH (2018)
Stil: Blues/Rock/Rhythm & Blues/Alternative Rock

Tracks CD 1:
01. Altar Of Love
02. Big Boy
03. Big Chief
04. Big Love Generator
05. Blues Au Go Go
06. Blues Look Whatcha Done
07. Comin’ Fu Ya
08. Diamond Cane
09. Drop Down Mama
10. Hunt You Down
11. Gotta Right
12. Mr. Jinx
13. Liberate

Tracks CD 2:
01. Lil’ Death
02. Love Blues
03. Love T.K.O.
04. Miss Aphrodite
05. Papa Lawd
06. Ramblin’ Woman Blues
07. Restless Soul
08. Soul Deep Freak
09. Star Of The West
10. The Calling
11. The River
12. 93 Blues

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Curse Of Lono – As I Fell – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Eine musikalische Stilrichtung zu etablieren und diese selbstbewusst als eine Art Markenzeichen zu installieren, das versuchte die nach dem Kultbuch von Hunter S. Thompson benannte Band „Curse Of Lono“ bereits mit ihrem Debütalbum „Severed“ aus dem vergangenen Jahr. Den als „Cinematic Alternative Gothic Rock“ bezeichneten Musikstil in Form eines Alleinstellungsmerkmals zu entwickeln, haben die fünf Musiker aus Großbritannien nun großartig weiterverfolgt.

Mit ihrem zweiten Werk „As I Fell“ legen sie jetzt erneut einen starken Longplayer nach, der melodischen Rock mit bisweilen Country-Folk angehauchten Elementen verbindet und psychedelisch beeinflusste Passagen in ein melancholisches Sound-Kunstwerk aufgehen lässt.

Schon das erste Stück „Valentine“, mit starkem Vocal-Part und Gitarreneinlage verfolgt diesen eingeschlagenen Weg, der mit „Way To Mars“ nahezu fünf Minuten lang im Mid-Tempo-Rhythmus und klarer Gesangsstimme fortgesetzt wird. Singer-Songwriter Felix Bechtolsheimer ist als Frontmann von Curse Of Lono dabei für sämtliche Songs verantwortlich und vermittelt die erforderliche Glaubwürdigkeit seiner Texte in klarer Sprache, überzeugend und intensiv.

Die Ballade „Kathleen“ hätte dabei ebenso Leonard Cohen oder Nick Cave alle Ehre gemacht und windet sich sechs Minuten lang nachhaltig in den Gehörgang. Überhaupt sind persönliche Geschichten und sich wiederholender, mehrstimmiger Refrain-Gesang stilprägend für die Songs, die bei „Tell Me About Your Love“ und „As I Fell“ weiche und feinfühlige Folk-Country-Beziehungen nicht verheimlichen können. Das Titelstück der CD sucht sogar die Verknüpfung zu dunklen Country Blues-Melodien, wie z. B. beim Klassiker „Ghost Riders In The Sky“ aus den 1940er Jahren.

Der etwas härtere Sound von „Blackout Fever“ und „The Affair“ erinnert hingegen eher an den Velvet Underground Mitbegründer Lou Reed, der einen vergleichbar innovativen musikalischen Erfindungsreichtum vorweisen konnte. Über das dichte Gitarrengewitter auf „Leuven“ geht das Album schließlich eindrucksvoll zu Ende, mit dem verblüffenden Outro aus dem Heimatfilm „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“.

In der detailreichen YouTube-Doku „Somewhere In Their Heads“, über die Studioarbeit an der Platte, kann im Übrigen die vollständige Entstehung des Albums mitverfolgt werden. Die Spannweite dieser englisch-amerikanischen Produktion zeigen Artverwandte, wie die Alternative Rock Pioniere von Wilco, die US-Combos War On Drugs und Sons Of Bill, die Country-Folker Cowboy Junkies, aber auch der englische Gitarrist Chris Isaak.

Auf „As I Fell“ erwartet man in jedem Song eine neue metaphorisch verpackte und zum Teil philosophische Lebensweisheit von Mastermind Felix Bechtolsheimer, der dem Album durch sein durchdachtes und persönliches Songwriting eine dylanhafte Wirkung verleiht. Damit dürfte die Platte in diesem Jahr zurecht ein heißer Anwärter auf Auszeichnungen in der Americana- oder Alternative Rock Sparte sein.

Submarine Cat Records (2018)
Stil: Americana, Alternative Rock, Cinematic Rock

Tracklist:
01. Valentine
02. Way To Mars
03. And It Shows
04. I’d Start a War For You
05. Kathleen
06. Blackout Fever
07. Tell Me About Your Love
08. As I Fell
09. The Affair
10. No Trouble
11. Leuven

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Sons Of Bill – Oh God Ma’am – CD-Review

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Die musikalische Karriere von James Wilson, Sänger und Gitarrist der in Virginia beheimateten Band Sons Of Bill, war im vergangenen Sommer nach einer Handverletzung akut gefährdet. Aber zum Glück konnte er das ‚Handicap‘ gut auskurieren und damit auch die Erfolgsgeschichte der Band fortsetzen. Jetzt führen sie auf ihrem fünften Studioalbum das weiter, was The War On Drugs auf „A Deeper Understanding“ im letzten Jahr begonnen haben: eingängigen, melancholischen 80er Rock!

Aufgenommen in zwei Musikhauptstädten der USA: Seattle, „Quelle“ des Grunge und in der Country-Hochburg Nashville, haben sie sich mit Phil Ek (u.a. Fleet Foxes), Peter Katis (u.a. The National) und Sean Sullivan (u.a. Sturgil Simpson), erfahrene Produzenten an die Seite geholt. Auf dieser Platte entfernen sich die Virginia-Boys deutlich von den früheren Americana-Rock Klängen und flirten mit entspanntem Indie/Alternative Rock bis hin zu sphärischem Dream Pop und Ambient.

Sie selbst beschreiben den neuen Sound als Cinematic-Rock. Vergleichbar sind hier z.B. The Shins oder auch das aktuelle Jonathan Wilson (nicht verwandt mit den Bandmitgliedern!) Album „Rare Birds“.

Mittlerweile sind sie aus ihrer unbekümmerten Jugendphase rausgewachsen und legen ein reifes Werk vor, wie auch James Wilson anmerkt: „Wir hatten alle die Unschuld der Jugend verloren, jeder auf seine Weise, und in vielerlei Hinsicht ist diese Unschuld ein essentieller Teil davon, überhaupt in einer Band zu sein. Zu viel Realität ist der Tod für eine bestimmte Art der Kunst – besonders für Rockmusik.

Sie braucht eine gewisse infantile Grandiosität, den Mut zu ihren Illusionen und Träumen. Deshalb lieben wir sie ja so, und deshalb wird es immer schwieriger lebendige Musik zu schreiben, wenn man älter wird und die fiesen Nichtigkeiten des Alltags dir immer mehr den Blick versperren.“ Diese Lebenserfahrung mit leidenschaftlicher Begeisterung in ihren Songs zu verarbeiten, haben Sons Of Bill durchgehalten.

Der bittersüße Opener „Sweeter, Sadder, Farther Away“, das wunderschöne Duett „Easier“ mit der US-Amerikanischen Sängerin Molly Pardon oder das spärlich ausgestaltete „Old And Gray“, verdeutlichen diesen „Imagewandel“. Mit „Believer/Pretender“ gelingt der Band um die drei Wilson-Brüder, Bassist Seth Green und Drummer Todd Wellons eines der Lieder des Jahres, das durch seinen eindringlichen und anziehend-hypnotischen Rhythmus in jedem Jahrespoll einen Platz verdient hätte. Es sind die sehnsüchtigen Töne, die sie in „Firebird ʹ85“ oder „Where We Stand“ anschlagen und die den Longplayer so zu einem Hörerlebnis machen.

Nach dem starken Americana-Album „Love & Logic“ kommt mit Oh „God Maʹam“ ein gleichwertiger Nachfolger, voller Ideenreichtum. Der Stilwechsel vom unbeschwerten Heartland-Country-/Roots-Rock zu tiefgründigen Songs wurde perfekt gemeistert. So können die Sons Of Bill gerne weitermachen!

Loose Music (2018)
Stil: Alternative Rock

01. Sweeter, Sadder, Farther Away
02. Firebird ʹ85
03. Believer/Pretender
04. Easier (feat. Molly Pardon)
05. Where We Stand
06. Good Mourning (They Canʹt Break You Now)
07. Before The Fall
08. Green To Blue
09. Old and Gray
10. Signal Fade

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The Drugstore Gypsies – Same – CD-Review

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Klasse Debüt einer jungen Band aus Texas namens The Drugstore Gypsies. Das Quintett, bestehend aus Duke Ryan (lead vocals), Dillan Dostal (guitars, vocals), John Wilson (Hammond organ, guitar, vocals) sowie der Rhythmusfraktion Korey Davis (bass, vocals) und Rey Chapa (drums, percussion, vocals), hat sich dabei geradlinigem kraftvollen Rock verschrieben, der auf klassischen Strukturen basiert und mit den beliebten Ingredienzien ihrer Heimat wie Southern Rock, Country, Blues oder auch Americana-Tupfern verifiziert wird.

Der Sound ist schön vollmundig und druckvoll, und wird vornehmlich dominiert von kernigen Gitarren sowie bei dem ein oder anderen Song zusätzlich „erhitzt“ durch eine punktgenau eingesetzte, aber nie zu dominant wirkende Horn-Section. Sehr stark wirkt der prächtig aufspielende Lead Gitarrist Dillan Dostal, der immer wieder mit rauen, dreckigen Soli, auch Slide, daherkommt. Das Songmaterial ist durchweg exzellent und besticht mit einer vorzüglichen Melodik.

Die Jungs, die in letzter Zeit über 200 Gigs zusammen absolviert haben, beginnen ihr zehn Stücke umfassendes Erst-Werk mit dem Titelsong „The Drugstore Gypsy“, einem krachenden Rocker über das teilweise chaotische Flair in ihrem Tourleben, im Stile der Georgia Satellites/Black Crowes (herrlich raunzendes Slide-Intro), der dazu von der zünftig plusternden Bläsersection (Travis Cielieski – trumpet, Tyler Summer- saxophone) Unterstützung erhält. Gleiches gilt für die beiden weiteren Tracks wie das  launige „Breakin‘ The Law“ (erinnert ein wenig an „The Long Run“ von den Eagles) und den shuffligen Midtempo-Rocker „Live The Life“ (hallende Orgel, quirliges E-Solo in Skynyrd-Manier).

Beste Beispiele für ihr euphorisches Auftreten und ihre unbändig erscheinende Energie sind Lieder wie ihre knackige Hommage an eine berühmte Whisky-Sorte aus dem Staate Tennessee mit „Black Label Boogie“(knarzige E-Gitarre, gurgelnde Hammond, deftig polternde Drums), das sich schon fast in Motörhead-Sphären befindliche, aggressiv dahingeschmetterte „Show Up Show Down“ (fast wie Lemmy auf einem Südstaaten-Trip) oder das von einem, an AC/DC reminszierenden E-Gitarren-Lick getragene „Bayou Got The Best Of Me“ (tolles Slide-Solo vom stark auftrumpfenden Dillan Dostal).

Die für ihr noch junges Bestehen (seit 2014) bereits sehr variabel und abgeklärt wirkende Texas-Combo, komplettiert ihre Vielseitigkeit mit dem bluesig-progressiven, wie auf Samtpfoten daherschleichenden „Kitty Strut Blues“ (man assoziiert unweigerlich Songs wie Pink Floyds „Shine On You Crazy Diamond“ oder Blackberry Smokes „The Whippoorwill“) und Americana-umwehten Kleinoden der Marke „Runnin‘ To“ (heulende Orgel, Tom Petty-Touch), dem melodischen Ohrwurm „Keep You Rollin‘ On“ oder dem zurückgenommene, in musikalisch warmen Pastelltönen gezeichneten Finale „Indian Summer“, das besonders Duke Ryans wandlungsreichen Gesang in den Fokus rückt.

Fazit: Ein tolles, vor Energie nur so strotzendes Debüt einer jungen und äußerst hungrig wirkenden texanischen Band, die sicherlich noch einiges vor hat. Anzumerken ist dabei ihr spielerisches als auch schon kompositorisches Talent (alles Eigenkreationen). Wie heißt es in einem amerikanischen Review so treffend: „…they sing about rolling your windows down and letting the good times roll. The Drugstore Gypsies is the ideal album to do just that.“ Wir meinen schlichtweg: Genauso ist es! Ein absolut tolles, mächtig Laune machendes Debüt der Drugstore Gypsies!

Edgewater Music Group (2017)
Stil: Red Dirt / Country Rock

01. Drugstore Gypsy
02. Runnin‘ To
03. Black Label Boogie
04. Breakin‘ The Law
05. Kitty Strut Blues
06. Show Up Show Down
07. Live The Live
08. Bayou Got The Best Of Me
09. Keep You Rollin‘ On
10. Indian Summer

The Drugstore Gypsies
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Bärchen Records