Stolen Rhodes – Bend With The Wind – CD-Review

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Man muss heute nicht unbedingt aus dem Süden der USA stammen, um guten Southern Rock zu spielen. Die Kalifornier Robert Jon & The Wreck z. B. haben das in letzter Zeit eindrucksvoll bewiesen und zählen mittlerweile eindeutig zur Speerspitze des Genres und haben so manchem arrivierten Act der Sparte längst den Rang abgelaufen.

Auch Stolen Rhodes, ein Quartett, ursprünglich gegründet in Monmouth County, New Jersey, samt ihrer Mitglieder um Multi-Instrumentalist und Bandleader Matt Pillion (vocals, guitars, keys, saxophone), sowie Kevin Cunningham (guitars, vocals, dobro), Dan Haas (bass, vocals) und Eric Skye (drums, vocals), scheint sich auf diesem Terrain ebenfalls pudelwohl zu fühlen und bringt mit ihrem neuen Longplayer „Bend With The Wind“ sehr viel frischen Wind in die Szene.

Erfahrungen hat man bei Events wie der ‚Simple Man Cruise‘ oder als Support von Lynyrd Skynyrd, der Marshall Tucker Band oder Blackberry Smoke mittlerweile zu Genüge gesammelt.

Das neue Werk startet direkt mit zwei Krachern („Sunshine Prophet“ – Gute Laune-Uptempo-Nummer, „Good Time Charlie“ – satter Southern Boogie) ordentlich durch. Auch das Tucker-umwehte, atmosphärische „Devil From Above“ (mit typischem MTB-E-Solo, raunzende Orgel) weiß zu überzeugen.

Auf „Preacherman“ (Boogie mit furiosem Sax-Solo) und „So Long“ (gluckerndes E-Piano, Dobro, Harp) lassen sie auch keinen Zweifel an einer gewissen existierenden Country-Affinität. Balladen-Freunde kommen bei den beiden sehr melodiösen „Save Me“ und „Makin‘ Money“ auf ihre Kosten. In Zeilen wie „There’s too much makin‘ money, but not enough makin‘ love“ weißt Pillion schonungslos auf eines der vielen Grundübel unserer Zeit hin.

„Nowhere Fast“ (dezentes Bad Co.-Flair) und „Get On Board“ (Slide-trächtig, ABB-/Skynyrd-Note Richtung „Voodoo Lake“) bedienen die Klientel der klassischen Rockbands vergangener Tage. Am Ende huldigt man dann noch den großen ‚Boss‘ mit einer 7-minütigen, Saxofon-trächtigen Fassung seines „Rosalita (Come Out Tonight)“. Launig, gut gespielt, aber im Gesamtkontext eher fremd wirkend, was den guten Gesamteindruck des Albums aber keines Falls schmälern soll.

Die Produzenten David Ivory (dieser hat laut O-Ton der Musiker großen Einfluss auf die Band, was speziell die Songgestaltung angeht) und sein Assistent Joe Lam haben einen guten Job gemacht und Pillions Gesang (erinnert stark an Chris Thompson) sowie die instrumentellen Leistungen des Vierers sehr schön transparent herausgearbeitet.

„Bend With The Wind“ von den Stolen Rhodes reiht sich nahtlos in den Reigen der vielen starken Southern Rock-Neuveröffentlichungen des Jahres 2016 ein. Ein absolut empfehlenswertes Album. Teenage Head Music hat die Band aus diesem Grunde richtiger Weise auch unter ihre Fittiche genommen und eine Tour für 2017 angekündigt. Da kommt doch schon mal einiges an Vorfreude auf!

Eigenproduktion (2016)
Stil: (Southern) Rock

01. Sunshine Prophet
02. Good Time Charlie
03. Devil From Above
04. Preacherman
05. Save Me
06. Nowhere Fast
07. Get On Board
08. Makin‘ Money
09. So Long
10. Rosalita (Come Out Tonight)

Stolen Rhodes
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Teenage Head Music

Dirt River Radio, 02.09.2016, Blue Notez Club, Dortmund – Konzertbilder

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Die Sounds Of South-Filiale Westfalen, alias Peter Schepers, war bei den Pub Country Rockern Dirt River Radio erneut vor Ort und liefert schöne Bilder des Gigs im Dortmunder Blue Notez Club, der übrigens gerade sein fünf-jähriges Bestehen gefeiert hat. Sounds Of South gratuliert hiermit nochmal herzlichst.

Bilder: Peter Schepers

Dirt River Radio
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Teenage Head Music
Blue Notez Club, Dortmund

Whiskey Myers – Mud – CD-Review

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Whiskey Myers zählen fast schon zum ‚alten Eisen‘ der neuen heranwachsenden jungen Southern Rock-Generation. Die Band aus Palastine, Texas, die zunächst eher dem Red Dirt-Genre zugerechnet wurde, bestehend aus Cody Cannon (lead vocals, acoustic guitar) Cody Tate (guitars, vocals), John Jeffers (guitars, vocals), Gary Brown (bass), Jeff Hogg (drums) sowie den neuen Mitgliedern Jon Knudson (fiddle, keys – teilweise auf einem Piano aus dem Jahre 1904 eingespielt!) und Tony Kent (percussion) hat sich seit ihrem Debüt „Road Of Life“ aus dem Jahr 2008 kontinuierlich gesteigert und nimmt mittlerweile neben Blackberry Smoke so etwas wie eine Führungsposition dieser Bewegung ein.

Mit „Mud“ legen sie jetzt ihren vierten Silberling, produziert von Grammy Gewinner Dave Cobb (Chris Stapleton, Rival Sons, Shooter Jennings), hin, der auch wieder zu überzeugen weiß. Ein kurzweiliges, zehn Stücke umfassendes Album, das eigentlich alles bietet, was der gediegene Freund von Country- und Southern Rock-inspirierter Musik erwartet.

Zum Auftakt darf Knudson direkt mal seine Fiddle beim atmosphärischen Opener „On The River“ quietschen lassen. Nach recht introvertiertem Beginn, nimmt das Stück Fahrt auf, um im weiteren Verlauf immer wieder im Tempo zu variieren. Klasse auch die zu Cannons kauziger Stimme hinzu kommenden weiblichen Harmoniegesänge und die knarzige E-Gitarre am Ende. Ein toller Auftakt.

Der Titelsong stampft schön zu raunzender Orgel und begleitenden Uuhuuh-Gesängen durch swampig matschige Southern Rock-Gefilde. Sehr schön hier das progressiv anmutende Bridge im Mittelteil. „Lightning Bugs And Rain“ ist ein fröhlicher Bläser-gestützter Schunkler, perfekt genießbar in Bierlaune. „Deep Down In The South“ hatte gut auf Skynyrds damaliges „Twenty“-Album gepasst. Toll wieder die Backgroundgesänge und die heulende E-Gitarre. Eine Klasse-Nummer. Die herzzerreißende Piano-getränkte Ballade „Stone“ (pathetischer Gesang von Cannon, episches E-Solo) beschließt die erste Hälfte des Werkes.

„Trailer We Call Home“ erinnert entfernt an „Curtis Loew“, bleibt in seiner Gesamtheit aber mehr im Veranda-Country-Format. „Some Of your Love“ orientiert sich an den guten Siebzigern, im Refrain blinzeln die guten alten Bad Co. ein wenig durch. Der ‚Froschmann‘ taucht ab in Gewässer irgendwo zwischen Black Crowes (kein Wunder deren Rich Robinson hat als Co-Writer fungiert) und den derzeit angesagten Cadillac Three um deren Mastermind Jaren Johnston.

Dass ein Lied mit dem Titel „Hank“ Country-lastig daherkommt war zu erwarten, Whiskey Myers schwenken aber trotz einer markanten Fiddle-Hook in deutliche Southern Rock-Gefilde über (klasse E-Gitarren und weibliche Background vocals). Am Ende werden ‚die guten alten Tage‘ überwiegend akustisch (Akustikgitarre, Mandoline) mit kollektiven Gesängen abgefeiert. Erinnert zum Teil an Skynyrds einstiges „Made In Shade“. Ein echter Gassenhauer als Finale.

Whiskey Myers liefern mit „Mud“ erneut ein durchgehend starkes und in sich stimmiges Werk ab. Aus meiner Sicht setzen sie, Robert Jon & The Wreck, und nicht zu vergessen Darkwater Redemption mit ihrem brillanten Debüt, den Noch-Branchenführer ihrer Sphären, Blackberry Smoke, schon ganz gehörig unter Druck, um ihre Vorherrschaft weiter behaupten zu können. Diese musikalische Schlammschlacht mit Whiskey Myers lohnt sich für Southern Rock- Kinder gebliebene Leute wie uns in jedem Fall! Klasse übrigens auch das Coverbild mit den tarn-beschmierten Gesichtern.

Spinefarm Records (2016)
Stil: Southern Country Rock

01. On The River
02. Mud
03. Lightning Bugs And Rain
04. Deep Down In The South
05. Stone
06. Trailer We Call Home
07. Some Of Your Love
08. Frogman
09. Hank
10. Good Ole Days

Whiskey Myers
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Oktober Promotion

Tito & Tarantula, 30.08.2016, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Bericht und Bilder: Jörg Schneider

Fast pünktlich betraten die Chicano-Desert-Kult-Rocker aus Austin, Texas im Rahmen ihrer „Bloodsucker Suckers Summer Tour 2016“ die Bühne des mit über 400 Zuschauern völlig ausverkauften Dortmunder Musiktheater Piano. Der aus Mexiko stammende Tito Larriva (Gitarre, Gesang) hatte sogar die anderen beiden Gründungsmitglieder der 1992 ursprünglich als Spaßband gegründeten Formation „Tito and Tarantula“ mitgebracht. So waren also auch Peter Atanasoff an der Gitarre und Johnny „Vatos“ Hernandez am Schlagzeug mit dabei. Weitere Rhythmusunterstützung gab’s von Titos Tochter Lolita Carroll Lynne am Bass und Allysa Grace an den Trommeln. Marcus Paerd bearbeitete das Keyboard und spielte zusätzlich auch Gitarre.

Spätestens seit dem 1996 erschienenen Filmklassiker „From Dusk ‚Til Dawn“, dem u. a. bekanntlich Tito and Tarantulas größter Hit „After Dark“ entstammt, besitzt die Band Kultcharakter. Ihre vom Punk beeinflussten Tex-Mex-Desert-Rock Live-Acts gelten seit je her als laut, schweißtreibend und energiegeladen.
Und so war es dann auch im Laufe dieses Abends. Zwar startete das Konzert nach unspektakulärer Ankündigung der Band aus dem Off mit den beiden etwas ruhigeren Stücken „Everybody Needs“ vom 3. Album „Little Bitch“, gefolgt von „Bleeding Roses“ vom 2. Werk mit einem sehr schönen Geigenintro von Allysa Grace. Überhaupt erwies sich Allsya im Laufe des Konzertes als wahrhafte Multi-Instrumentalistin. Sie bediente nicht nur die Trommeln, sondern griff neben der Geige auch zu Blockflöte und verschiedenen Saiteninstrumenten.

Die im Folgenden gespielten Songs, (ausnahmslos alle aus den bisherigen Alben der Band), immer begleitet von den beiden tiefenentspannten Peter Atanasoff und Carrol Lynne und dem durchgehend Kaugummi kauenden Tito mit leicht krächzender, heiserer Stimme, wechselten sich diverse Male im Tempo ab. Über das härtere „Clumsy Beautiful World“ und das leicht mystische „Sweet Dream“ steuerte das Konzert dann nach dem melodischen „Mexico“ dem eigentlichen Höhepunkt des Abends zu: die über 10-minütige psychodelisch angehauchte Performance von „After Dark“, zu der Tito dann zahlreiche Mädels und Jungs aus dem Publikum auf die Bühne bat, um gemeinsam mit Ihnen das Stück tanzend und singend abzufeiern.

Selbst seine Gitarre überließ Tito für ein paar Minuten einem jungen Kerl aus dem Publikum. Spaßig wurde es dann, als einer der Zuschauer auf der Bühne das Mikrophon ergriff und sehr zum Gefallen von Tito anfing, zum Rhythmus von „After Dark“ zu rappen. Spätestens jetzt gab’s kein Halten mehr für’s Publikum und es wurde frenetisch applaudiert. Nach dem kraftvollen „Angry Cockroaches“ und „Strange Piece of Love“, beide vom „Tarantism“-Album neigte sich das Konzert nach 1 ½ Stunden dem Ende entgegen. Zum Abschluss gab’s dann noch ein gemeinsam mit dem Publikum intoniertes „Happy Birthday“ zu Ehren ihres Tourguides, der an diesem Tag Geburtstag hatte.

Natürlich wollte das Publikum Tito und seine Truppe nicht ohne Zugabe ziehen lassen und so kam es, dass „Tito and Tarantula“ sich nicht lange bitten ließen und nach einer kurzen Pause wieder auf der Bühne versammelt waren. Gut gelaunt und voller Spielfreude und Energie lieferten sie noch das fetzige „La Bamba“ und ein weiteres Stück als Zugabe ab.

Als das Konzert dann nach 1 3/4 Stunden zu Ende ging, konnten die Fans völlig zufrieden und durchgeschwitzt nach Hause gehen. Es war ein großartiger Abend und jedem, der „Tito and Tarantula“ hier verpasst hat oder die Truppe überhaupt einmal sehen und hören möchte, sei einer der noch stattfindenden Konzerttermine wärmstens empfohlen. Bis zum 26.09.2016 ist die Truppe noch mit ihrer „Bloodsucker Suckers Summer Tour“ u. a. hier bei uns in Deutschland unterwegs. Ein Konzertbesuch lohnt alle Male, nicht nur für After-Dark-Aficionados.

Tito & Tarantula
Tito & Tarantula bei Facebook
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment
Goldrush Productions
Jörg Schneider Webseite

Dirt River Radio – 26.08.2016, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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So ein wenig ähnlich wie ‚Kulturrampenmacher‘ Markus Peerlings, ist es sowohl Jörg Schneider, der als Fotograf sein Debüt für Sounds Of South feierte, als auch mir gegangen. ‚Pille‘ hatte in seiner Startansage zum Auftakt der von Teenage Head Music präsentierten „Postcards From The Road“-Europa-Tournee der Aussie-Pub-Countryrocker Dirt River Radio betont, wie ihm in der Sommerpause doch die Leute und die tolle Live-Atmosphäre in ’seinem‘ Club gefehlt haben und er an diesem Abend richtig heiß auf geile Mucke war.

Heiß war auch die Temperatur an diesem Abend, dass selbst die Hitze-erprobten DRR-Burschen aus St. Kilda, Melbourne, ordentlich ins Schwitzen gerieten, was natürlich zum Teil auch der energiegeladenen Performance beim Spielen ihrer Stücke geschuldet war. Die beiden Bandleader Alex Raunjak und Heath Brady, jeweils mit einer korpulenten weißen wie schwarzen Gretsch-E-Gitarre ‚bewaffnet‘ und ihre Rhythmus-Sektion, bestehend aus Anthony Casey (Bass) und Matt Bray (Drums) rockten von der ersten Minute an mit dem herrlich schrammligen Opener „Chase The Sun“ (mit schönen Harp-Einlagen) forsch und unbekümmert los.

Natürlich standen bei ihrem eindreiviertel-stündigen Auftritt (inklusiv vier Zugaben) Stücke aus ihrem neuen, in den Starlöchern stehenden Album „Sun City White“, als auch den beiden Vorgängern „Come Back Romance, All Is Forgiven“ sowie „Rock’n’Roll Is My Girlfriend“ im Fokus. Das rhythmisch country-rockige „The Ballad Of Jackie Favour“ (schön heulendes E-Solo) steigerte direkt die Vorfreude auf ihr neues Werk, das mit den beiden Tracks „Cocksucking Blues“ und „Postcards From The Road“ in Form einer Kurz-EP ja bereits im Vorfeld auch bei uns beworben worden war. Beide Stücke wurden später natürlich auch gespielt, wobei der „Cocksucking Blues“ mit seinem starken E-Gitarren-Intro einen der Höhepunkte des Abends darstellte.

„Die schön melancholisch vorgetragene Ballade „Broken English Baby“, das Tex-Mex-umwehte „Black-Eyed Mondays“ und das ruhige „American Beer“ veranlassten den gehörig ins Schwitzen geratenen Alex Raunjak, sich seines Teenage Head T-Shirts zu entledigen und, zur Freude der anwesenden Ladies, fortan mit freiem Oberkörper zu performen.

Das bluesige „New York City“ (wieder mit Harp) und das humorvolle „Lady Motherfucker“ (Song über eine verflossene Dame von Alex mit integriertem Acapella Bridge) brachte der Band weitere Sympathien des Publikums ein. Beim keltisch-umwehten „The Boys In The Public Bar“ und dem folgenden, in Stones-Manier gebrachten „Hard Road“ bewies dann auch der kauzige Zweitgitarrist Heath Brady sein vokales Können. So hatte Fronter Alex Raunjak ein wenig Zeit, sich auf seine emotionale, im Alleingang gebrachte Hommage an seinen Vater („Sun City White“) innerlich vorzubereiten.

Das rhythm’n’bluesige „I’ll Be The One“ (wieder Gesang Brady), das schön balladeske „All My Friends“ und das den Hauptteil abschließende „Fuck You – I Miss You“ (mit kurzem Drum-Solo von Bray) bildeten die letzten Stationen. Die stürmisch geforderten Zugaben ließen nicht lange auf sich warten, wobei die beiden atmosphärischen „Song For You“ und „The River“ nochmal klangvolle Akzente setzten.

Dirt River Radio spielten sich mit einem launigen, aber auch sehr sympathisch, emotional und intensiv vollzogenen Debüt-Gig in Europa in die Herzen der anwesenden Kulturrampen-Besucher. Eine gelungene Einstimmung in die zweite Konzerthälfte des Jahres! Die Jungs ziehen jetzt weiter zu einem Festival in Belgien und haben mit weiteren Auftritten hierzulande, in Holland, Frankreich, der Schweiz und Spanien noch ein ordentliches Programm zu absolvieren. Möge ihnen viel Zuschauer beschert sein, ein Besuch dieser Aussie-Boys lohnt sich garantiert!

Großer Dank an Pille, Manny von Teenage Head Music und Jörg Schneider für die starken und lebhaften Bildeindrücke!

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Dirt River Radio
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld
Jörg Schneider Webseite

Justin Moore – Kinda Don’t Care (Deluxe Edition) – CD-Review

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Justin Moore kann dem weiteren Leben eigentlich gelassen entgegen sehen. Alles, was er seit seinem Debütalbum 2009 in musikalischer Hinsicht angepackt hat, scheint blendend zu funktionieren. Während dieses sich noch ’nur‘ mit Rang 3 in den Billboard Country Album-Charts begnügen musste, haben alle Nachfolger die Nr. 1 problemlos gemeistert, parallel auch noch in den allgemeinen US Charts immer die Top-10-Ränge erreicht.

Dies gilt auch für sein neustes und viertes Werk „Kinda Don’t Care. Da schert es den Protagonisten vermutlich einen feuchten Kehricht, was so mancher Kritiker über ihn los lassen wird. Fakt ist, dass Moore, auch auf seinem neuen Silberling, wie schon beim starken Vorgänger „Off The Beaten Path„, mit satten 16 Stücken in der Deluxe-Version, wieder richtig reinklotzt und seine Muskeln, gegenüber der nicht schlafenden Konkurrenz, ordentlich spielen lässt.

Produziert haben in großen Teilen Scott Borchetta und Jeremy Stover und bei zwei Tracks wurde zusätzlich Julian Raymond involviert. Selbstredend, dass bei einem solchen Werk das große Besteck (und dies in mehrfacher Hinsicht) an Nashville-Musikern  und Songwritern (Moore hat zwei Lieder mitkomponiert) aufgefahren wurde.

Fest steht, dass sich Nashville seit dem Auftauchen von Interpreten wie Georgia Floriada Line, Sam Hunt & Co. verändert hat, und das nicht unbedingt zum Positiven. Trotzdem hat der immense Erfolg dieser Künstler natürlich einen gewissen Druck auf die bisherigen Platzhirsche des Genres ausgeübt. Acts wie Luke Bryan, Keith Urban, Thomas Rhett, Little Big Town lassen sich mittlerweile zu Sachen hinreißen, wo man zum Teil wirklich den Kopf schüttelt.

Auch an Justin Moore ist diese Entwicklung natürlich nicht spurlos vorbei gegangen. Selbst bei ihm sind mittlerweile Loops, ein paar Synthies, soulige Grooves und diese heroischen ‚Ooohoh-Gesänge‘  in seine Stücke (z. B. „Goodbye Back“,  das dezent epische „Between You And Me“, „Spendin‘ The Night“), eingezogen (er hatte das ja bis zu einem gewissen Zeitpunkt, immer kategorisch abgelehnt), haben aber nicht störend Überhand genommen. Akustik- und E-Gitarren haben hier weiter das Sagen und er hat den großen Vorteil, dass  seine großartige Stimme einfach Country ist. Ich glaube, er könnte auch einen Punksong singen und trotzdem wäre das noch irgendwie Genre-kompatibel.

Der Rest hat mit tollen Tracks wie u. a. dem satten Opener „Robbin‘ Trains“ (Country Rocker mit viel Wums), dem starken Titelsong (wunderbar lässig gespielt und gesungen), der ersten Single, dem stonesken „You Look Like I Need A Drink“, dem Aldean-mäßigen „Somebody Else Will“, den Southern-Power-Balladen „Rebel Kids“ und „Life In The Livin'“, dem Redneck-umwehten, launigen, Mittelfinger zeigenden Duett mit Spezi Brantley Gilbert „More Middle Fingers“, dem pfiffigen „Middle Class Money (die Pfeif-/Mundhamonika-Kombi-Hookline verleitet unweigerlich zum Mitpfeifen – dazu herrlich heulende Steel), dem Heartland-Rocker „Pick-Up Lines“ (fettes E-Solo) und dem melancholischen, voller Pathos getränkten Country-Schwofer „When I Got Home“ zum Abschluss, einiges an starker Musik zu bieten.

Justin Moore erntet mit seinem neuen Werk erneut die Früchte, seiner, von Fleiß und Qualität, gezeichneten Arbeit. Verdienter Lohn: Auch „Kinda Don’t Care“ hat sofort die Spitze der Billboard Country-Album Charts belegt. Er ist neben Leuten wie Blake Shelton, Jason Aldean, Luke Bryan, Dierks Bentley, Gary Allan & Co. im Kreise der ganz Großen mittlerweile fest etabliert.

Auch wenn so manche Kritiker, ihm vermutlich Verrat an den wirklichen Fans der ersten Stunde vorwerfen werden, sollte man hier doch schön fair sein und die Kirche im Dorf lassen. Der Spagat zwischen heutigen Trends und gutem neo-traditionalistischem New Country ist ihm erneut hervorragend gelungen.  Ich persönlich finde seine neue Scheibe abermals richtig toll! Dicke Kaufempfehlung!

Valory Records/Universal (2016)
Stil: New Country

01. Robbin‘ Trains
02. Put Me In A Box
03. Kinda Don’t Care
04. Hell On A Highway
05. Goodbye Back
06. You Look Like I Need A Drink
07. Somebody Else Will
08. Between You And Me
09. Got It Good
10. Rebel Kids
11. More Middle Fingers (feat. Brantley Gilbert)
12. Life In The Livin‘
13. Middle Class Money
14. Pick-Up Lines
15. Spendin‘ The Night
16. When I Get Home

Justin Moore
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Universal Music Group

Drake White – Spark – CD-Review

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Wieder ein äußerst vielversprechendes Debüt im Nashville-Circus: Drake White, ursprünglich aus Hokes Bluff, Alabama, stammend, seit 2013 auf musikalischen Pfaden in Music City unterwegs. Big Machine-Chef Scott Borchetta zeichnete ihn letztendlich für das wieder ins Leben gerufene Unterlabel Dot Records, das auch Aerosmith-Chef Steven Tyler unter Vertrag hat. Zur Zeit ist White als Support von Zac Brown (der singt hier im Background auf „Back To Free“), auf dessen ‚Black Out The Sun‘-Tour unterwegs.

Produziert haben bis auf eine Ausnahme (Andrew Petroff/Adam Schwind bei „Waitin‘ On The Whiskey To Work“), die für ihre kommerziell erfolgreichen Veröffentlichungen bekannten Russ Copperman und Jeremy Stover, die hier natürlich auch alle notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen haben (mit einem Heer an arrivierten Nashville-Schreibern und Klasse-Musikern an Drakes Seite ), sich aber, was technischen Schnickschnack (Loops, Synthies) angeht, sehr angenehm zurückhalten.

Sie setzen bei Drake White eher auf eine recht hohe stilistische Bandbreite, was sich bei dessen toller, charismatischer Stimme auch anbietet. So pendelt das eröffnende, im Erzählstil gesungene „Heartbeat“ irgendwo zwischen Eric Church und Kip Moore (dezente Heartland-Elemente, Powerrefrain), das dem amerikanischen Durchschnittsbürger gewidmete „Story“ in herrlich traditionellen Countrygefilden (klasse Banjoeinlagen) und die starke Ballade „Makin‘ Me Look Good Again“ (großartiges Backsinging von Carolyn Dawn Johnson, herrliches E-Gitarrensolo) im bluesigen Southern Soul-Bereich. Direkt drei völlig unterschiedliche,  Tracks. Allesamt gelungen!

Fulminant auch Whites und Dawn Johnsons gesangliches Zusammenwirken auf dem von knarziger Mandoline, Ukulele, Slide und quäkender Mundhamonika begleiteten „It Feels Good“ (dezentes Little Big Town-Flair). Einer der vielen Höhepunkte des Albums. Der zur Zeit omnipräsente Cadillac Three-Chef Jaren Johnston setzt kompositorische und gesangliche Akzente beim fluffigen „Livin‘ The Dream“.

Ein Hauch von Southern Rock-infizierten New Country bietet „I Need Real“ (Marshall Tucker-mäßige Gitarren-Fills und Solo), „Back To Free“ und das folkige „Live Some“ wandeln auf Chris Stapeltons/Eric Churchs Spuren, das humorvolle angejazzte „Equator“ (was für ein Titel für eine Countryscheibe – tolle Piano- und Bläser-Einlagen) macht unglaublich Laune. Der musikalische Appel an das Durchhaltevermögen im Leben, „Elvis“ (…Rome wasn’t built in no day and Elvis wasn’t born the king…), rockt ordentlich und das finale poltrige „Take Me As I Am“ groovt nochmal richtig schön lässig und bluesig-soulig,  (wieder fantastischer Gesang von Drake, klasse E-Solo) hat aufgrund des Stadion-tauglichen Mitsing-Refrains (mit Crowd-Harmonies) aber auch hymnischen Charakter. Ein Song mit weiterem Hit-Potential am Schluss.

Fazit: Mit Drake White erleben wir einen sehr vielversprechenden  und überaus variablen Newcomer im Bereich (New) Country, Countryrock. Natürlich eine Gewinn-orientierte Nashville-Produktion, die aber ungemein viel Spirit und Seele aufweist. Der Kerl ist ein toller Songwriter (hat fast alle Stücke mitgeschrieben) und charismatischer Performer mit einer fantastischen, angerauten Stimme. Viel Southern-, Soul- und gar ein wenig bluesige Momente, und eine tolle Gratwanderung zwischen traditionellen Country-Elementen und kernigen, erdigen, satten Rockeinflüssen. Sein vielschichtiges Debüt „Spark“ erinnert zuweilen ein wenig an Eric Church, aber eben mit rauerer Stimme und nicht ganz so experimentell, zumindest, wenn man dessen „Outsider“-Werk betrachtet. Super Einstand von Drake White!

Dot Records (2016)
Stil: New Country

01. Heartbeat
02. Story
03. Makin‘ Me Look Good Again
04. It Feels Good
05. Livin‘ The Dream
06. I Need Real
07. Back To Free
08. Equator
09. Live Some
10. Waitin‘ On The Whiskey To Work
11. Elvis
12. Take Me As I Am

Drake White
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Bärchen Records

Casey Donahew – All Night Party – CD-Review

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6. Studioalbum von Casey Donahew, sein erstes Nashville-Rendevouz! Herrlich, wie diese Songs ins Ohr gehen und losrocken. Das ist satter, knackiger Countryrock ala Cross Canadian Ragweed, Reckless Kelly, Will Hoge oder der frühen Eli Young Band, offeriert dabei aber auch eine gewisse Nashville New Country(rock)-Kompatibilität, das an dieser Stelle als ausschließlich positiv verstanden werden soll, denn auf die momentan in Music City angesagten, hippen Mainstream-Spielereien, wird gänzlich verzichtet. Hier wird schnörkellos geradeaus und mit absolut traumhaft schönen Melodien ‚Country-gerockt‘ – und der unwiderstehliche, rootsige, staubige, texanische Red Dirt-Spirit ist dabei allgegenwertig. Die angesprochene Nashville-Kompatibilität ist eine logische Folge des Aufnahmeprozesses, denn „All Night Party“, eingespielt ohne Caseys übliche Casey Donahew Band, wurde in Nashville mit dortigen Genre-Größen aufgenommen.

Nachdem die beiden Vorgänger „Double-Wide Dream“ und „StandOff“ unter den Top-10 der Country Billboard Charts gelandet waren, geht der beliebte, aus der Nähe von Fort Worth stammende Künstler jetzt konsequenter Weise den Weg, den zuvor auch andere Interpreten wie Randy Rogers, Wade Bowen oder die Eli Young Band aus seinem Red Dirt-Zirkel beschritten haben. Er begab sich für die Aufnahme seines neuen Werkes „All Night Party“ direkt in die ‚Höhle des Löwen‘.

Im Gegensatz zu seinen o. a. Kollegen, hat er sich aber nicht von einem Major-Label vereinnahmen lassen, sondern mit dem solventen und großzügigen Thirty Tigers Vertriebslabel im Rücken, das Donahew schon lange begleitet, die Variante einer Eigenproduktion gewählt, um jederzeit die Oberhand über seine Musik zu behalten und seine kontinuierlich, in gesundem Maße, gewachsene, mittlerweile aber doch immense Fan-Basis (vor allem in Texas) nicht vor den Kopf zu stoßen.

Dieser Spagat, ist ihm, um es vorwegzunehmen, prächtig gelungen. Er hat mit Josh Leo einen exzellent zu ihm passenden Produzenten engagiert und mit der Creme de la Creme der Nashville-Studiomusiker (Nir Z, Steve Mackay, Tony Harrell, Bob Terry, Kenny Greenberg, Rob McNelley und Aubrey Haynie) ein Star-Ensemble gefunden, das sich wunderbar auf seine Art zu Musizieren einließ, gleichzeitig mit seinem ungemeinem handwerklichen Können, ganz neue Ebenen eröffnete. Leo und sein Team haben an Donahews Sound nur marginal und ganz unmerklich gefeilt und ihm einfach nur deutlich mehr Drive und Klasse beschert.

Der fluffige und eingängige Opener „Kiss Me“ stellt für Donahew, mit seiner ersten, national veröffentlichten Single, ebenfalls ein Novum dar. Ein sehr melodischer und von einer markanten Banjo-Linie untermalter Red Dirt-Song, der auch in den Radiostationen Nashvilles auf offene Ohren stoßen sollte (lustig: seine texanische Live-Begleitband musste sich, laut einem Interview, extra ein Banjo für diesen Song neu zulegen). Auch das vom Hitschreiber-Duo Jon Nichols und Craig Wiseman kreierte  sommerlich launige „That Go The Girl“ (grooviges  Piano und Orgel) dürfte große Chart-Ambitionen haben.

Ansonsten belässt es der Protagonist bei seinen Eigenkompostionen, in seiner traditionellen Art zu performen:  Mit „Cowboy Song“ und „What Cowboys Do“ zwei knackige Red Dirt-Tracks mit Western-Appeal, „Feels This Right“  und  die Fortsetzung seiner White Trash-Lieder, „White Trash Bay“, zwei Nummern, die auch ins Entertainment-Repertoire von Garth Brooks perfekt passen würden, mit „College Years“ eine euphorische Rückbesinnung an alte Zeiten und einem herrlichen, nach Strandbar, Corona, Tequila und dunkelhaarigen Schönheiten Sehnsüchte weckenden Tex-Mex-Schunkler „Josie Escalido“ (tolle Gestaltung mit Mariachi-Trompeten, Akkordeon, Mandoline, spanischer Akustikgitarre).

Den absoluten Kracher gibt es dann mit „Going Down Tonight“ als Rausschmeißer am Ende. Ein wüster, dreckiger und angriffslustiger Southern Rocker, bei dem der auch ansonsten alles überragende E-Gitarrist Kenny Greenberg (was für großartige und auf den Punkt gebrachte Einlagen und Soli) und seine Mitstreiter nochmal alles aus sich herausholen. Grandios hier auch die an Bekka Bramlett erinnernden sexy und frech gesungenen Uuh und Aah-Backs (die ausführende Dame ist in den Credits leider nicht genannt), was für eine Rakete. Donahews vielleicht bester Song seiner Karriere!

Casey Donahews Trip nach Nashville ist absolut gelungen. Mit „All Night Party“ könnte diesmal der ganz große nationale Wurf gelingen. Ein wunderbarer Kompromiss aus knackigem ehrlichen New Country und traditionellem Donahew-typischen Texas Red Dirt. Das sicherlich beste Album des Texaners bisher. Große und lange Donahew-Feier-Nächte dürften damit vorprogrammiert sein! So let’s party all night long (with Casey Donahew)!

Thirty Tigers (2016)
Stil: Red Dirt

01. Kiss Me
02. Country Song
03. College Years
04. What Cowboys Do
05. Feel This Right
06. That’s Why We Ride
07. That Got The Girl
08. Josie Escalido
09. White Trash Bay
10. Going Down Tonight

Casey Donahew
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Bärchen Records

Andy Frasco And The U.N. – Happy Bastards – CD-Review

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Schon beim Blick auf das farbenfrohe Cover-Artwork von „Happy Bastards“, dem neuen Album von Andy Frasco And The U.N. kriegt man schon irgendwie gute Laune. Auch die Bilder innen, ein wenig in Warholscher Manier, zeigen u. a. einen, nicht nur der wilden Haare wegen, elektrisiert wirkenden Bandleader. Das neue Werk erscheint zum ersten Male unter der Flagge des Blues (Rock)-spezialisierten Ruf-Labels.

Frasco bekennt sich laut eigener Aussage zwar auch zum Blues, möchte diesen allerdings in eine völlig konträre Richtung interpretieren. Seine Musik soll Leute in positive Stimmung bringen, erst wenn er Leute mit lachenden und zufriedenen Gesichtern seine Konzerte verlassen sieht, hat er einen guten Job gemacht, so der aus LA stammende Kalifornier.

Bunt ist ebenfalls die Zusammenstellung seiner Band. Seine Mitstreiter Ernie Chang (saxophone), Shawn Eckels (guitars, vocals), Andee Avila (drums, vocals), Supaman (bass) und einige Gastmusiker kommen aus den Niederlanden, Deutschland, Missouri, Tennessee und Texas. Kein Wunder also, dass sich das auch auf die stilistische Songvielfalt auswirken musste.

Und die ist auch beeindruckend hoch. Hier gibt es von Blues/Rhythm’n‘ Blues („You’re The Kind Of Crazy I Like“, „Blame It On The Pussy“ – mit Blues Brothers/James Brown-Flair), über Discopop („Doin‘ It“ – Richtung Bee Gees), Reggae- („Here’s To Letting You Down“)/Calypso- („Let’s Get Down To Business“) Klänge, Rock, Rock’n’Roll, Gospel („My Recovery“ mit „When The Saints Go Marching In“-Anleihen), Funk und Southern Soul, fast alles geboten, was einen in beste Feier-Laune versetzen kann.

Meine persönlichen Favoriten sind die Stücke, die in Richtung Southern Soul schwenken. Da wären die drei schön atmosphärisch ruhigeren Sachen wie „Tie You Up“, das großartige „Make it Work“ (Saxophon-lastig, tolles Southern Rock-mäßiges E-Gitarren-Fills-Spiel,  würde auch zu JJ Grey toll passen) und „Good Ride“ (klasse Sax, starkes E-Solo, hallendes Organ)  oder auch das, an die Dirty Guv’nahs erinnernde, rotzig freche „Mature As Fuck“.

Bandleader Andy Frasco beeindruckt mit einer, wie es nicht anders zu erwarten war, vokalen Bandbreite, die von bluesig-melancholisch  bis rotzig-euphorisch alles bietet. Ich mag es, wenn sich Sänger auch im Studio, sich so richtig spürbar, voller Emotionen reinhängen. Frasco ist ohne Zweifel, so einer.

Fazit: Diese, mit vermutlich etwas Ironie im Hintergedanken, selbst ernannten Bastarde um Andy Frasco und seine U.N.s  machen wirklich einen zufriedenen und glücklichen Eindruck. Ihre Scheibe „Happy Bastards“ ist eine musikalische Bereicherung für jede gute Party. Ach ja, lieber Andy, und nicht zu vergessen, auch ich als eigentlicher Southern Rock-Fan habe dieses Review mit einem Lächeln im Gesicht beendet! Guter Job, Jungs!

Ruf Records (2016)
Stil: Party Blues & More

01. Tie You Up
02. You’re The Kind Of Crazy I Like
03. Doin‘ It
04. Make It Work
05. Mature As Fuck
06. Here’s To Letting You Down
07. When You’re Lonely (Fill You Up)
08. (Oh My My) Can’t Get You Off My Mind
09. Let’s Get Down To Business
10. Blame It On The Pussy
11. Good Ride
12. My Recovery

Andy Frasco And The U.N.
Andy Frasco And The U.N. bei Facebook
Ruf Records

The Georgia Shine Band – Same – CD-Review

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‚Smokin‘ hot original Southern Rock‘! Eine absolut treffende Umschreibung der seit 2013, aus Atlanta, Georgia, bestehenden, recht neuen Southern Rock- Formation Georgia Shine Band, die  mit ihrem gleichnamigem Debüt (alles Eigenkompositionen) sofort famos auftrumpft. Hier sind allerdings keine Jungspunde zu Werke geschritten, sondern gestandene und erfahrene Musiker aus der Atlanta-Musik-Szene, die schon für und mit arrivierten Bands des Genres zusammengespielt haben.

Bei einem klangvollen Namen wie dem von Doug Southern, dem Leader, Sänger, Songwriter/Texter und Gitarrist der Truppe, war der einzuschlagene Musikpfad ja quasi schon determiniert. Er bildet mit den weiteren Gitarristen Kevin Taylor und Dustin McElroy (beide haben früher mit dem einstigen, mittlerweile ja leider verstorbenen Skynyrd-Drummer Bob Burns in einer Band gespielt, Taylor auch sporadisch mal für Molly Hatchet) das klassische 3-Gitarren-Line-Up.

Drummer Mark Smith (früher Southbound Band und Three Leg Dog) und Bassist Brian Watson bilden die routinierte Rhythmus-Fraktion. Als zusätzliche Gast-Musiker hat der Georgia-Fünfer noch Southerns Tochter Layla Rae (die ist schon bei den berühmten ‚Simple Man Cruises‘ aufgetreten) im Background, David Smith (bass), Dave Lamar James (klasse Keys) und Rick Willaford (percussion) mit an Bord genommen, Letztgenannter hat das Werk sehr schön rau, ungeschliffen und erdig, ja fast im Live-Ambiente mit Doug in Assistenz produziert.

Vierzehn durchgehend großartige, packende, sich an der großen Southern Rock-Zeit der Siebziger Jahre orientierende Stücke mit einer Spielzeit von fast genau einer Stunde, sind der treffliche Beweis, dass diese Musikrichtung sich einfach nicht tot kriegen lässt und immer wieder für neue Überraschungen gut ist.

Die Opener „Redneck“ und „Ink Under My Skin“ lassen es sofort standesgemäß in einstmaliger Skynyrd-/Molly Hatchet-Tradition voller typischer E-Gitarreneinlagen krachen und knarzen. Southern, dessen kauzige und durchaus charismatische Stimme insgesamt entfernt an die von John Hiatt erinnert (dazu kommen leichte Tendenzen in Richtung Ronnie Keel, Gary Jeffries, Jimmy Van Zant), hat hier dieses schön ‚grimmige‘ Flair eines damaligen Danny Joe Browns.

Mit den herrlichen Balladen „Shame“ (klingt wie eine Modifikation von „Lonesme Guitar“) und „Love Is Alive“ (Piano-bestückter Schwofer), dem Tucker-mäßigen „I’m Gone“,  dem Bandnamen getreuen „Georgia Shine“ (hier blinzelt ein wenig Daniels „Long-Haired Country Boy“ durch) und dem starken „Johnny Rebb“ (erinnert vom Aufbau an Doc Hollidays „Southern Man“, zwei starke verschachtelte mehrstimmige E-Gitarren-Kurz-Passagen in der Mitte und am Ende) hat die Band gleich fünf Hymnen-taugliche Tracks am Start (!), an die man spielend, ein typisches langezogenes Gitarrenfinish hätte anbauen können.

Zur Anhebung des biergelaunten Stimmungsbarometers eignen sich vortrefflich Songs wie das furiose „Junkie Dumb“, bei dem die höllisch gespielten Lead Gitarren regelrecht Funken sprühen lassen (Wahnsinn!), die rhythmisch-shuffligen Boogie-Nummern wie „Hot Mess“ (klingt wie eine Reinkarnation von Skynyrds „What’s Your Name“) und der inkludierte zünftige Hidden-Track „You Know What I Mean“ (folgt dem abschließenden überwiegend akustisch gehaltenen „64“).

Die Georgia Shine Band bedient mit einem starken Debüt, in erster Linie, die Fraktion der Southern Rock-Nostalgiker, die es wehmütig nach Musik aus der Hochzeit von Bands wie Skynyrd, Molly Hatchet, Doc Holliday, Allman Brothers (einige Duane Allman-mäßige Slides sind hier auch vertreten), MTB oder der CDB dürstet. Dies in Verbindung mit viel kreativer musikalischer Neuenergie, ähnlich wie es zeitgenössische Interpreten der Marke Rebel Pride, Rambler, Blackberry Smoke, Gary Jeffries, Holman Autry Band & Co. auch immer wieder praktizieren und umzusetzen versuchen.

Ein echter neuer Stern am Southern Rock-Firmament dieses Quintett aus Atlanta, Georgia, und eine weitere bärenstarke Veröffentlichung in einem Reigen von recht vielen guten Neuveröffentlichungen der letzten Zeit! So darf es gerne weitergehen. ‚Shine On‘ Georgia Shine Band!

Dog South Records (2015)
Stil: Southern Rock

01. Redneck
02. Ink Under My Skin
03. Shame
04. Born To Do
05. I’m Gone
06. Junkie Dumb
07. Georgia Shine
08. Love Is Alive
09. Hot Mess
10. Crazy Daisy
11. Johnny Rebb
12. Under Cover
13. 64 (inkl. Hidden Track)

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Bärchen Records