Ben Granfelt – My Soul Live To You – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Der finnische Gitarrist und Songwriter Ben Granfelt nutzte die letzte Tour, um eine Live-Scheibe auf den Markt zu bringen. Auf der CD beschreibt Ben sie als eine, die ihm bisher am meisten Spaß von allen gemacht hat. Und er hat ja wahrlich mit Acts wie u. a. den Leningrad Cowboys, den Guitar Slingers oder auch Wishbone Ash schon einiges hinter sich.

Mit dem Werk möchte er seine Hörer nochmals daran teilhaben lassen. Der Spaß war Ben Granfelt und seiner Band, Masa Maijanen am Bass und Santeri Saksala an den Drums, jedenfalls anzusehen, als ich am 18.09.2018 einem der Konzerte im Kölner Yard Club beiwohnte und wir von Sounds of South, ein Review von dem starken Auftritt schrieben. Umso mehr freute mich seine Anfrage nach Bildern für das Albumartwork irgendwann im Winter und die Spannung über das Ergebnis war natürlich dementsprechend groß.

Das Livefeeling des Werks ist direkt dadurch spürbar, dass eine kurze Bandankündigung vor dem ersten Song, dem bluesigen „Hangman`s Dream“, im Stile rockiger Bluesbans wie Ten Years After und ZZ Top, als Intro belassen wurde. Schon hier zeigt sich die Energie des Trios. Der treibende Rhythmus wird durch Bass und Drums sowie Bens Gitarrenspiel vorgegeben, und dann immer wieder von starken Gitarrensoli durchbrochen.

Mit „Wayward Child“ wird es ruhiger, sehr melodisch. Sehr schnell wird deutlich, warum Andy Powell, Ben damals zu Wishbone Ash lotste: tolles Songwriting und fulminantes E-Gitarrenspiel.

Im rockigen „Confession Time“ demonstiert Ben Granfelt neben seinem angenehmen Gesang, mit welcher gitarrentechnischen Variabilität er sein Instrument beherrscht. Höhrenswert auch die Basseinlage von Masa Maijanen und das zwischendrin eingeflochtene „Sex & Drugs & Rock`n`Roll“ .

Ein Freund von mir, der damals mit seiner Band als Support, Ben Granfelt mit den Guitar Slingers begleitete, erzählte, dass Ben im Tourbus, fast jeden Rockklassiker nachspielen konnte.

Das spiegelt sich auch bei dem zeitweise psychedelisch vorgetragenen „A Better Place“ wieder, wo zwischendurch auch Nuancen vom Hendrix-Evergreen „Little Wing“ durchschimmern.

In „Heart On Your Sleeve“, zunächst mit klassischen Bluesriff eingeleitet, spielt Ben die Gitarre dann leicht funkig, um schließlich in seinem ureigenen Stil einen Rocksong hinzulegen, der auch erkennen lässt, dass er von der Musik von Pink Floyd inspiriert wurde.
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„Open Road“ zeigt wieder seine bluesige Seite mit einem sphärischen Mittelteil, bei der die Lautstärke und die Präsenz der Instrumente zum Teil auf ein Minimum begrenzt werden. Als Kontrast zu den vorhergehenden Tracks,  kommt beim folgenden „Open Up From The Neck Up“ die eher härtere Seite des Finnen zum Tragen, wobei das treibende, eher brachiale Spiel in einem Aerosmith-ähnlichen Outro endet.

Das kurze Instrumental „Endless“ fließt als Intro in den Titelsong des aktuellen Studioalbums „My Soul To Yo“ hinein. Ein Klassesong, in dem Ben dem Gitarrenspiel eines Mark Knopfler zu Beginn der guten alten Dire Straits Zeiten in Nichts nachsteht.

Der krachende Bluessong „Allmighty Blues“ läutet dann das furiose Finale des Albums ein, dem mit „Going Home“, einem seiner stärksten Kompositionen mit hohem Wiedererkennungswert, ein auch vom Titel her passender Song zum Ende eines Konzertes folgt.

In der Liveversion setzt er noch einmal einen oben drauf, in dem er das Stück jammend ausklingen lässt und in einem furiosen Solo, Teile von „Layla“, aber auch Riffs von „Hey Joe“ einbaut, ohne seinen eigenen Stil zu verlieren und irgendwie immer wieder beim eigentlichen Song landet. Eine absolute Hammerversion!

Wirklich beendet wird der Ausschnitt seiner ‚My Soul To You‘-Tour mit dem letzten Lied der gleichnamigen Platte „Sunrise“, ein teilweise an Pink Floyd erinnerndes Instrumental.

Ben Granfelt hat mit diesem Livealbum einen groben Querschnitt durch sein musikalisches Schaffen abgeliefert, wobei die beiden letzten Alben „Another Day“ und „My Soul To You“ allerdings im Vordergrund standen.

.Die Songauswahl ist absolut gelungen, auf einige starke Covernummern und solche aus seiner Phase mit Wishbone Ash, die er auf der Tour performte, wurde verzichtet.

So handelt es sich um ein in jeder Hinsicht unverwechselbares Ben Granfelt-Album, das sich demnach auch zu kaufen lohnt, wenn man die Studioalben schon besitzt, da die Tracks live zum Teil ein anderes Gesicht haben.

Wer die Tour selbst erlebte, wird mit der Scheibe ein schönes Erinnerungsstück haben, wer nicht dabei war, wird sich bei den präsentierten Songs ärgern, nicht dabei gewesen zu sein und es mit Sicherheit beim nächsten Mal nachholen.

Musiker:
Ben Granfelt – Gitarren und Gesang
Masa Maijinen – Bass, Backgroundgesang
Santeri Saksala – Drums, Backgroundgesang

Eigenproduktion (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. Hangman’s Tree
02. Wayward Child
03. Confession Time
04. A Better Place
05. Heart On Your Sleeve
06. Open Road
07. Check Up From The Neck Up
08. Endless
09. My Soul To You
10. Almighty Blues
11. Going Home
12. Sunrise

Ben Granfelt
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Kiefer Sutherland – Reckless & Me – CD-Review

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Es gibt, was meinen Musikgeschmack betrifft, eigentlich nur zwei Schauspieler aus dem amerikanischen Show Business, die bei mir nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben. Und das sind bisher Kevin Costner und John Corbett. Mit dem Kanadier Kiefer Sutherland (Sohn von Ehren-Oscar-Preisträger Donald Sutherland), bei uns in erster Linie durch zahlreiche Spielfilme wie u. a. „Young Guns“, „Flatliners“, „The Jury“ oder die Echzeitserie „24“ (als Jack Bauer) bekannt, gesellt sich jetzt ein weiterer hochkarätiger Akteur hinzu.

War sein Debütalbum „Down In A Hole“ schon nicht von schlechten Eltern (man erinnere sich nur an das grandiose „Going Home“), legt er jetzt mit „Reckless & Me“ ein absolutes Country Rock-Meisterwerk nach. Produziert (als auch kompositorisch und instrumentell involviert) hat es erneut sein Freund Jude Cole (früher Mal in Moon Martins Backgroundband tätig, heute auch Producer u. a. von Lifehouse). Auch das Engros der Musiker (Brian MacLeod, Jim Cox, Greg Leisz und die Backgroundsänger/innen Chaz Mason, Samantha Nelson und Carmel Echols) hat zum großartigen Ergebnis dieses Werks wieder beigetragen.

Wer Sutherland bis dato durch die Synchron-Stimme von Tobias Meister im Kopf hat, wird zunächst durch das wunderbar rauchige Vokalorgan des 52-jährigen Medien-Omnisassas beeindruckt, das für das wunderbare Konglomerat aus Country-, Southern Rock und Americana-Zutaten, natürlich prädestiniert ist. Warum ist „Reckless & Me“ noch ein wenig stärker als der Vorgänger?

Das Songmaterial ist einfach einen Tick besser, melodischer, es greift effektiver ineinander, es packt einen irgendwie viel intensiver. Der bekannteste Track dürfte der Opener „Open Road“ sein, den hat Kiefer vor einiger Zeit – ich trau es mich kaum zu schreiben – in der Helene Fischer Show im Duett mit ihr performt hat (wenn man ehrlich ist, mit respektablem Ergebnis, besonders die Blondine überrascht mit Carrie Underwood in Nichts nachstehenden, countryesken Vocals). Hier auf dem Silberling kommt er natürlich in weniger effekthascherischer Weise im Midtempobereich, etwas downgestrippt und mit nur dezenten Harmoniegesängen.

Das mit herrlichen Pianoklimpereien durchzogene, temperamentvolle und treibende „Something You Love“ geht durch Mark und Bein. Bruce Springsteen und Bob Seger lassen grüßen, ein Killertrack für’s Live-Repertoire. Die Southern Soul-Ballade „Faded Pair Of Blue Jeans“ mit seinen, wie durch einen lauen Wind smooth wehenden Twin-Gitarren, erzeugt Gänsehaut, der Titeltrack besticht dagegen durch seine schwermütige bluesige Note (klasse Bariton-E-Gitarre, grandiose Slide-Soli).

Das in Kid Rock-Manier lässig dahin schunkelnde „Blame It On Your Heart“ (HT-Piano, launige ‚Oh yeah‘-Harmonie-Gesänge, Steel-Geleier) beschließt die erste Hälfte. Mit dem Bakersfield-Countryfeger „This How It’s Done“, dem Tex-Mex-umwehten „Agave“ („La Grange“-reminiszierende E-Hook“, Salsa-Note) und dem
dem saucoolen Southern-Schwofer „Run To Him“ (klasse weibliche Harmonies, tolles HT-Piano-Solo, Organ, Slide-Solo) folgt ein fantastisches und facettenreiches Trio. Einfach toll, wobei auch immer wieder Kiefers anpassungsfähiger raspeliger Gesang erwähnt werden muss!

Die beiden Endstücke gehen dann mit autobiografischem Charakter einher. In der etwas Pathos-getränkten, wunderbar melodischen Ballade „Saskatchewan“ kochen ein wenig die Kindheits- und Heimatgefühle des Protagonisten hoch, während das grassige „Song For A Daughter“ seiner mittlerweile ins Frauenalter entrückten Tochter Sarah, die es ja ebenfalls bereits zu gehobenen Schauspielehren gebracht hat, gewidmet sein dürfte.

Hier sieht man vorm geistigen Auge Kiefer auf der Veranda seiner Villa nach ein paar Gläschen Whiskey im Kreise seiner Mitmusiker sitzen, die seine melancholischen Schwelgereien bezüglich des mittlerweile groß gewordenen Mädels, mit den typischen Instrumenten wie Akustikgitarre, Mandoline, Akkordeon & Co. begleiten. Ein emotionaler Abschluss mit relativ niedrig gehaltenem Kitsch-Faktor.

Kiefer Sutherland hat mit „Reckless & Me“ einen Longplayer hingelegt, der ohne Zweifel zu den ganz großen Jahres-Highlights zählen wird. Wer Musiker wie Bruce Springsteen, Bob Seger, John Mellencamp, Tom Petty, John Corbett, Will Hoge, John Hiatt und Konsorten mag, kann bedenkenlos zugreifen und wird, so behaupte ich es mal, begeistert sein. Was meine persönlichen Überraschungen betrifft, hat mich kein Album seit Kid Rocks „Born Free“ so schnell wieder in positiver Hinsicht vereinnahmt. Dicke Kaufempfehlung!

BMG Rights Management
Stil: Country Rock

Tracks:
01. Open Road
02. Something You Love
03. Faded Pair Of Blue Jeans
04. Reckless & Me
05. Blame It On Your Heart
06. This How It’s Done
07. Agave
08. Run To Him
09. Saskatchewan
10. Song For A Daughter

Kiefer Sutherland
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Networking Media

Laurence Jones – Support: The Tightropes, 19.04.2019, Luxor Live, Arnheim – Konzertbericht

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Endlich mal wieder im schönen Luxor Live in Arnheim! Nach knapp über einem Jahr, nachdem wir zuletzt King King in dieser außergewöhnlich schönen Location reviewt hatten, bot sich mit dem mir nur durch seine zur Zeit noch aktuelle CD „The Truth“ bekannte Brite Laurence Jones als nächster Kandidat unserer musikalischen Begierde an.

Zunächst schepperte uns das niederländische Trio The Tightropes um ihren Leader Marco Boers eine halbe Stunde ihren Fusion-, Funk- Psychedelic Blues Rock in der Tradition von Hendrix, Cream, Led Zeppelin & Co. um die Ohren. Für Passionisten dieser Genrearten war die spielfreudig auftretende Band (Boers mit vielen quirligen Soli, Tieftöner-Bediener Dennis Hemstra und Schlagzeuger Alan Luring mit kräftigem Groove), sicherlich fein destilliertes Wasser auf ihre Mühlen.

Für mich als eher melodie-fokussiertem Hörer doch eher anstrengend, zumal der Wiedererkennungswert der Eigenkreationen gen Null verlief. So war auch das nicht gerade zu meinem Lieblingstracks zählende Cover „Voodoo Chile“, die einzige Nummer, die vom Gig in einigermaßen Erinnerung blieb. Dennoch Respekt vor der anspruchsvollen instrumentellen Darbietung.

Das änderte sich natürlich abrupt, als Laurence Jones, das volle Auditorium zu ja bereits fortgeschrittener Stunde um 20:45 Uhr mit dem „Good Morning Blues“ begrüßte (na ja Musiker eben…).

Zu meiner Freude hatte der 27-jährige, aus der Nähe von Liverpool stammende Protagonist, mit Christina Chen Matovu und Tyrena Agy zwei, in diesem Genre, nicht so oft anzutreffende Backgroundsängerinnen mit an Board, die seinen Stücken phasenweise eine schöne soulige und gospelige Würze verliehen.

Seine eingespielten Mitmusiker Phil Wilson, der hippiesk gekleidete Greg Smith und Bennett Holland boten Jones das routinierte, aber höchst-engagierte Fundament für seine mitreißende Show. Da ein neues Werk noch auf sich warten lässt und voraussichtlich erst im nächsten Jahr live beworben wird, standen natürlich noch Tracks von „The Truth“ wie „Gone Away“, das herrliche „Never Good Enough“ (mein Lieblingsstück des Abends), „What Would You Do?“ oder „Take Me“ (mit Publikumsgesang) im Mittelpunkt.

Der Bereich der Covernummern wurde mit Sachen wie „Before You Accuse Me“ (Bo Diddley/Eric Clapton), „Feelin Alright“ (Traffic/Joe Cocker – mit Ben Holland als Leader), einer furiosen Version vom CCR-Klassiker „Fortunate Son“ (als launiges Finale des Hauptteils) und dem spontan dazwischen genommenen „Driftin‘ Blues“ (Charles Brown), als es technische Probleme (Laurence teilweise ohne Mikro singend) vor Jones‘ Paradestück „Thunder In The Sky“ (mit schöner Pink Floyd-Aura) gab, abgedeckt.

Jones brillierte mit zahlreichen wirbeligen Soli, teilweise in epischen Dimensionen („Thunder In The Sky“), vornehmlich auf einer Stratocaster und partiell einer Gibson SG, denen die Rhythmusfraktion, Holland mit einigen Orgelschwurbeleien und HT-Geklimper, sowie die Backgoundsängerinnen mit diversen ‚Uuuhs‘ und ‚Aaahs‘ Paroli boten.

Die frenetisch geforderte Zugabe ließ nicht lange auf sich warten. Laurence Jones und seine Truppe bedankten sich mit einer fulminanten Version von „Live It Up“, wo nochmals die Audienz mitsingend zum Zuge kam und der junge Brite im langen E-Gitarren-Soloteil, das Bad in der Menge genoss. Kaum war der Song beendet, hüpfte er von der Bühne und eilte direkt zum Merchandising-Stand, um die angebotenen Fan-Utensilien zu signieren. Vorbildlich!

Eine starke Vorstellung von Laurence Jones und Mannschaft im Luxor Live, die seinen Status als einer der Spitzenvertreter der jungen wilden British Blues Rock-Generation Marke Ben Poole, Aynsley Lister, Kris Barras & Co., weiter gefestigt haben sollte.

Arnheim war wieder eine Reise wert und wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Termin bei Sass Jordan am 09.05.2019. Danke an Marijn de Valk und das freundliche Luxor Live-Team für die gewohnt nette Zusammenarbeit!

Line-up The Tightropes:
Marco Boers (lead vocals, electric guitar)
Dennis Hemstra (bass)
Alan Luring (drums)

Line-up Laurence Jones:
Laurence Jones (lead vocals, electric guitar)
Greg Smith (bass)
Phil Wilson (drums, backing vocals)
Bennett Holland (keys, backing vocals, lead vocals)
Tyrena Agy (backing vocals)
Christina Chen Matovu (backing vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Laurence Jones
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The Tightropes
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Luxor Live, Arnheim

The Kentucky Headhunters – Live At The Ramblin‘ Man Fair – CD-Review

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Manches Gute erreicht einen erst auf Umwege oder nach langer Zeit. Wenn man an Southern- oder Blues Rock denkt, fallen einem zunächst die alten Verdächtigen wie Lynyrd Skynyrd, Molly Hatchet, Outlaws, Blackberry Smoke, Black Stone Cherry oder auch ZZ Top ein.

Die Kentucky Headhunters sind hierzulande aber eher Insidern vorbehalten. Dabei handelt es sich wahrlich nicht um Newcomer, sondern um eine Band, die, nach einigen Wechseln der Mitglieder, seit 1968, fast in ihrer Ursprungsbesetzung, nach einer temporären Auflösung im Jahr 1982, wieder aktiv ist (allerdings eher weniger in Europa). In der ersten Bandphase agierten sie unter dem Namen Itchy Brothers, um sich dann nach der Reunion in The Kentucky Headhunters umzubenennen.

In dieser zweiten Phase der Truppe entstanden bis heute immerhin 11 Studioalben und in diesem Jahr das Livealbum „Live At The Ramblin‘ Man Fair“. Neben den vier Ur-Bandmitgliedern Greg Martin, Richard Young, Fred Young wirkten Dough Phelps, und bei drei Songs Johnnie Johnson mit, der auch bei zwei Studiowerken involviert war.

Mit „Live In The Ramblin‘ Man Fair“ legen die Headhunters einen Longplayer hin, der Lieder aus nahezu allen Schaffensepochen beinhaltet. Dass sie in England auf einem Festival aufgenommen wurden, erstaunt, da die Kentucky-‚Kopfgeldjäger‘ naturgemäß vornehmlich in den Staaten unterwegs sind.

Eventuell hat ihnen die Stimmung und das Flair des Festivals so gut gefallen, dass jetzt auch Europa als attraktiver Markt angesehen wird. Schade eigentlich, da man ja schon seit 50 Jahren aktiv ist und sich eher im Endspurt der Karriere befindet.

Alter hin oder her, mit „Big Boss Man“ legen sie direkt mit Vollgas los und legen einen Southern Rock-Feger der Marke Blackfoot hin. Mit „Ragtop“ nehmen sie etwas Gas aus der Sache, der Song ist etwas schleppender, aber unverkennbar stilistisch dem Genre zuzuschreiben.

„Stumbiln´“, ein Track mit hohen Wiedererkennungswert, ist eher rockig, mit Zügen des damaligen Rock`n`Rolls. Wie der Titel „Shufflin‘ Back To Menphis“ schon erahnen lässt, legt das Quartett eine starke Bluesnummer nach, dem das „ewige Cover“ „Have You Ever Loved A Woman“ folgt. Typisch für das Quartett ist das eher raue aber dennoch gefühlvolle Performen.

Mit „Wishin` Well“ wird dann wieder Fahrt aufgenommen. Ein Southern-Song mit Countryeinschlag und fetzenden Gitarren, dem beim anschließenden „Walking With The Wolf“ noch eine Prise Boogie beigemischt wird. Starke krachende Rockmusik! Bei „My Daddy Was A Milkman“ hat Fred Young mit dem obligatorischen Drumsolo seinen großen Auftritt.

Beendet wird der Liveanteil der Scheibe mit dem Beatles-Cover „Don`t Let Me Down“, bei der die Kentucky Headhunters Headhunters ganz gemäß ihre Vorliebe, temperamentvoll abrocken.

Denn als Zugabe gibt es auf diesem Werk noch drei Studiosongs, mit der Rock`n`Roll-Legende Johnnie Johnson am Piano eingespielt wurden.

Die Kentucky Headhunters haben mit ihrer Musik mit Sicherheit nicht den Rock`n`Roll, Southern- oder Blues Rock neu geschrieben, was bei der Masse an Formationen und der daraus resultierenden Bandbreite an Musik auch wohl kaum möglich ist. Sicher ist aber, dass sie einen launigen Silberling mit viel authentischer Stimmung auf den Markt geschmissen haben, der Lust macht, diese Combo einmal live zu erleben.

Line Up:
Richard Young – Rhythm Guitar and vocals
Doug Phelps – Bass Guitar and vocals
Greg Martin – lead, slide guitar and vocals
Fred Young – drums, percussion and vocals

Alligator Records (2019)
Stil: Southern Blues Rock

Tracklist:
01. Introduction
02. Big Boss Man
03. Ragtop
04. Stumblin‘
05. Shufflin‘ Back To Memphis
06. Have You Ever Loved A Woman?
07. Wishin‘ Well
08. Walking With The Wolf
09. My Daddy Was A Milkman
10. Don’t Let Me Down
11. Rock Me Baby – with Johnnie Johnson
12. Rock ’n‘ Roller – with Johnnie Johnson
13. Hi-Heel Sneakers – with Johnnie Johnson

The Kentucky Headhunters
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Josh Ritter – Fever Breaks – CD-Review

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Review: Michael Segets

Seit zwanzig Jahren veröffentlicht der aus Idaho stammende Josh Ritter seine Musik. Hierzulande ist er weitgehend unbekannt, anders als in Irland, wo er Anfang der 2000er mit The Frames tourte und dort Chart-Platzierungen vorweisen konnte. Für sein zehntes Album holte er sich mit Jason Isbell prominente Unterstützung. Isbell brachte seine Band The 400 Unit mit, die Ritter auf „Fever Breaks“ begleitet.

Mit kräftigen Akkorden steigt Ritter bei „Ground Don’t Want Me“ ein. Das bärenstarke Stück vereint einen dynamischen Rhythmus mit einem harmonischen Refrain. „Old Black Magic” setzt direkt anschließend das nächste Ausrufezeichen. Die hervorragende Rhythmusarbeit von Chad Gamble und Jimbo Hart gepaart mit der energischen E-Gitarre von Sadler Vaden grooven und treiben den Song gehörig an.

Nach dem beeindruckenden Anfang schaltet Ritter erst einmal einen Gang runter. Erst bei dem scheppernden „Losing Battles” zeigt er sich erneut von seiner rockigen Seite. In der Mitte der CD findet sich „The Torch Committee“, das mit Sprechgesang und dem expressiven Geigenspiel von Amanda Shires eine dunkle Atmosphäre verströmt. Obwohl ich sonst kein Fan von durchgängigem Sprechgesang bin, fesselt der Song.

Die anderen Stücke sind von harmonischen Melodien geprägt, bei denen Ritters angenehme Stimme voll zur Geltung kommt. Dies gelingt ihm im mittleren Tempo mit dem von akustischer Gitarre getragenen „On The Water” und dem „All Some Kind Of Dream“. Hier verpackt Ritter einen hervorragenden Text mit sozialkritische Tönen in einen eingängigen, leicht countryfizierten Rhythmus.

„A New Man” erinnert an Jackson Browne, wobei dieser Eindruck möglicherweise durch das Klavierspiel von Derry Deborja hervorgerufen wird. Auffällig an diesem Song ist erneut die Geige von Amanda Shires. Die Lebensgefährtin von Jason Isbell untermalt mit ihrem Instrument ebenfalls das sanfte „Silverblade“. Auch die anderen Balladen „I Still Love You (Now And Then)” und „Blazing Highway Home” gehen ins Ohr.

Dabei sind sie durchaus unterschiedlich. Die eine hebt sich durch Akkordeon und mehrstimmigen Refrain ab, die andere beginnt als akustischer Folk und gewinnt durch die einsetzende Begleitung sowie dezenten Slide einen eigenen Charakter.

Josh Ritters „Fever Breaks“ ist ein abwechslungsreiches Album ohne Durchhänger geworden. Die Songs – sowohl in rockigeren Gefilden als auch im Americana-Bereich – überzeugen und erhalten durch Jason Isbell And The 400 Unit die letzten I-Tüpfelchen. Neben „American Love Song“ von Ryan Bingham gehört „Fever Breaks“ zu den Genre-Highlights des ersten Jahresdrittels und Josh Ritter schon jetzt zu den Entdeckungen des Jahres.

Phytheas Recordings/Rural Songs/Thirty Tigers(2019)
Stil: Roots Rock, Americana

Tracks:
01. Ground Don’t Want Me
02. Old Black Magic
03. On The Water
04. I Still Love You (Now And Then)
05. The Torch Committee
06. Silverblade
07. All Some Kind Of Dream
08. Losing Battles
09. A New Man
10. Blazing Highway Home

Josh Ritter
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Aaron Haynes (Quaker City Night Hawks) – Interview

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Nachdem wir die Texaner im Vorprogramm von Blackberry Smoke im niederländischen Weert beleuchtet hatten, bat uns Oktober Promotion im Rahmen ihrer bevorstehenden Rückkehr nach Deutschland im Herbst als Headliner, und anlässlich ihres aktuellen Albums, um ein Interview. Stephan Skolarski stellte Quaker City Night Hawks-Drummer Aaron Haynes die Fragen.

Sounds Of South: Hallo Aaron, Glückwunsch zu eurem starken neuen Album! Wie würdet ihr das neue Werk jemandem beschreiben, der es noch nicht gehört hat?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Als Heavy Texas Rock ’n Roll!

Sounds Of South: Seid ihr mit der Resonanz auf das Album zufrieden?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Ja, die Leute scheinen es zu mögen, wir brauchen einfach nur noch mehr Leute, die es auch zu hören bekommen.

100A6091-Bearbeitet-1024x683Sounds Of South: Auf eurem Album verbindet ihr sehr viele unterschiedliche Musikstile. Von Southern-Rock zu psychedelischen Elementen in „Grackle King“ oder Blues-Rock auf „Fox in the Henhouse“. Welche Musik von anderen Künstlern hatte einen Einfluss auf diese Platte?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Einige Größen die tiefe Wirkung hier hinterlassen haben, sind ZZ Top, Black Sabbath und Heart.

Sounds Of South: „Colorado“ ist ein sehr persönliches Lied. Ist es für euch wichtig in euren Songs persönliche Erfahrungen einzubringen?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Absolut! Wir wären nichts ohne unsere Erfahrungen. Die Stücke sind nicht immer autobiografisch, aber manchmal schreibst du über Dinge, die du kennst.

Sounds Of South: Was hat es für euch bedeutet mit Austin Jenkins zusammenzuarbeiten? Hatte er einen großen Einfluss auf eure musikalischen Vorstellungen?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Wir respektieren Austin Jenkins und Josh Block, ja, wir vertrauen ihnen, was das Wichtigste ist. Wir hatten schon eine gute Vorstellung, was wir erreichen wollten, als wir ins Studio gingen, aber sie waren sehr hilfreich, als wir uns festfuhren. Sie machten, was große Produzenten dann tun: Sie halfen uns sehr kreativ, der Scheibe Leben einzuhauchen.

Sounds Of South: Das Niles City Studio ist für seinen Lo-Fi Sound bekannt. Was bevorzugt ihr: Streaming oder Analog?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks:  Beides. Wir schrecken nicht vor Technik zurück, aber wir bevorzugen den Sound und die Wärme der analogen Gangart… und wir sind eine lebendige Band, die gerne zusammenspielt.

Sounds Of South: Ihr seid inzwischen sehr erfolgreich. Hat sich dadurch etwas für euch verändert?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Nicht viel. Wir arbeiten kontinuierlich und pushen uns, besser zu werden. Jetzt sind wir auf den Geschmack gekommen und wollen natürlich mehr.

100A6162-Bearbeitet-1024x683Sounds Of South:  Quaker City Night Hawks ist ein eher untypischer Bandname. Was hat es mit dem Band-Namen auf sich?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Der Name rührt von einem Mark Twain-Buch „Die Arglosen im Ausland“. Seine Kumpels, mit denen er spielte und feierte, nannten sich Night Hawks und das Schiff, auf dem sie sich in der Geschichte befanden, wurde Quaker City genannt. Somit erklärt es sich von selbst.

Sounds Of South: Mit wem würdet ihr gerne mal zusammen auf der Bühne stehen oder auf Tour gehen?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: 
Wir würden die Bühne gerne mit Nathaniel Rateliff and the Night Sweats, The Record Company oder irgendeinem der Projekte von Jack Whites teilen… auch Post Malone wäre verdammt klasse.

Sounds Of South: Worauf freut ihr euch bei der anstehenden Tour am meisten?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Zu den tollen europäischen Fans zurückzukehren. Die hören sich tatsächlich Musik an. Es ist erfrischend vor Publikum zu spielen, das Achtung vor Musik hat und jedes Detail mitbekommen möchte.

Danke für die Beantwortung unserer Fragen. Wir freuen uns euch auf eurer kommenden Tour in Deutschland wieder zu sehen.

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: How would you describe the new record to someone,who hasn’t heard it yet?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Heavy Texas Rock ’n Roll!

Sounds Of South: Are you happy with the feedback on this record?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Yes, People seem to like it now we just need more people to hear it.

100A6067-Bearbeitet-1024x683Sounds Of South: Your record combines many different kinds of music. From southern rock, to psychedelic elements in „GrackleKing“ or blues rock in „Fox in the Henhouse“. Whichmusic from other artists had an influence on this record?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Some Of the big ones that influenced this album are ZZ Top, Black Sabbath and Heart.

Sounds Of South: „Colorado“ is a very personal Song. Is it important foryou to write about personal experiences?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Absolutely, we are nothing without our experiences. The songs are not always autobiographical but sometimes you go with what you know.

Sounds Of South: What did it mean to you, working with Austin Jenkins? Did he have a big influence on your musical ideas?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: We really respect Austin Jenkins and Josh Block and we trust them which is the most important. We had a good idea of what we wanted going into the studio but they were very helpful when we would get stuck. They did what great producers should do. Sonically and creatively they helped this record come to life.

Sounds Of South: The Niles City Studio is very famous for its lo-fiproduction. What do you prefer more: streaming oranalog?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: We used both. We aren’t afraid of technology but we prefer the sound and warmth of analog gear…. and we are a real band that plays together.

Sounds Of South: You have become very successful. What has changedin your life?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Not much. We are constantly working and pushing to be better. We have a taste now we want more.

100A6059-Bearbeitet-1024x683Sounds Of South: Quaker City Night Hawks is an very unusal name of a band. What’s the„story“ behind it?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: It comes from a Mark Twain book called “The Innocents Abroad”. The group of fellas he would gamble and drink with called themselves the Night Hawks and the ship they were on during the story was called the Quaker City. It writes itself.

Sounds Of South: If you had the choice, which artist would you like tosupport on stage or tour?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: We would love to hit the road with Nathaniel Rateliff and the Night Sweats or The Record Company or any of Jack Whites projects… hell even Post Malone would be great.

Sounds Of South: What are you looking forward to the most about your upcoming tour?
Aaron Haynes/Quaker City Night Hawks: Getting back to the European fans. They actually listen to music. It’s refreshing to have audiences that care about music and want to hear every detail.

Thank you for answering our questions. We’re looking forward to see you on your upcoming tour in Germany.

Bilder: Gernot Mangold

Quaker City Night Hawks
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Oktober Promotion

Tedeschi Trucks Band – 14.04.2019, RuhrCongress, Bochum – Konzertbericht

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Die Tedeschi Trucks Band wieder zurück in unseren Sphären, diesmal im Bochumer RuhrCongress. Ungefähr 1.100 Zuschauer, überwiegend aus der Generation 50+, hatten sich in der bestuhlten Location eingefunden, um das eindrucksvolle Ensemble um die beiden Leader Susan Tedeschi (in einem rot-schwarzen luftigen Sommerkleid) und Derek Trucks, in ihrem musikalischen Treiben bewundern zu können.

Das erste, ca. 50-minütige Set plätscherte nach dem Opener „Loving You Is Sweeter Than Ever“ relativ relaxt und sehr melodisch vor sich hin. Da sich die Bandmitglieder vornehmlich auf ihre eigenen Parts konzentrierten (Trucks natürlich mit einigen reißenden Slides und quirligen Fingerfertigkeiten) und Susan Tedeschi weder Ansagen machte, noch Gelegenheit zur Interaktion aufkommen ließ, lag das Stimmungsbarometer im eher verhaltenen bis niedrigen Bereich.

Erst gegen Ende, als bei „Part Of Me“, die Backgroundsänger/in beim Leadgesang einbezogen wurden, die herrliche Ballade „Don’t Drift Away“ Gänsehautmomente erzeugte, und mit dem rockigen „Get What You Deserved“ mal die Post abging, begann sich die bis dato etwas unterkühlt wirkende, distanzierte Atmosphäre, ein wenig aufzulockern. Trotzdem muss konstatiert werden, dass auch hier die musikalische Leistung und der wunderbar transparente Sound (über den gesamten Gig hinweg), schon ein Genuss für die Sinne waren.

Nach einer guten halben Stunde Pause, uferte der zweite Teil dann allerdings in eine absolute Weltklasse-Leistung. Was die Musiker hier an instrumentellem Feuerwerk bei Stücken wie u. a. „Key To The Highway“ (starker Gesang von Mike Mattison), dem grandios groovenden „Signs, High Times“, „Statesboro Blues“, „Midnight In Harlem“ oder dem Santana-Cover „Soul Sacrifice“ ablieferten, war schon atemberaubend.

Der Spirit der Allman Brothers-Glanzzeiten schwebte zum Greifen nah durch die imposante Kongress-Halle, nicht zuletzt, dank Trucks Mörder-Saiten-Einlagen, zum Teil in Duane Allman-Manier und der wuchtigen Drum-Doppelbesetzung, mit den formidabel trommelnden J.J. Johnson und Tyler Greenwell.

Aber auch Susan Tedeschi verpasste dem Blind Willie McTell-Ursprungs-Klassiker mit weiblichen Lead vocals, eine neue Farbe. Ihre E-Gitarren-Soli (einmal herrlich im Twin-Modus mit Derek) waren ebenfalls nicht von schlechten Eltern. Der phasenweise furios klimpernde Gabe Dixon trägt auch eine gehörige Portion Gregg Allman-Tastenblut in sich.

Am Ende des Hauptteils hatte die 12-köpfige Combo das Publikum, unter stehenden Ovationen, auf ihre Seite gezogen. Das war schon ganz großes musikalisches Kino. Und mit der launigen, viel-gecoverten Zugabe „Let’s Go Get Stoned“ (im Little Feat-Stil), bei dem sich dann alle Beteiligten nochmals gebührlich einbringen konnten (Vokalisten und Bläser), war das Eis dann endgültig gebrochen.

Insgesamt ein grandioser Abend, der eine spielfreudige, exzellent agierende Band auf allerhöchstem Weltklasse-Niveau zurückließ, aber auch einige kleine Schwächen im Rahmen der Eigen-, beziehungsweise Öffentlichkeitswerbung offerierte. Eine nicht mal zu zwei Drittel gefüllte Halle sollte auch in dieser Liga, vielleicht ein wenig zu denken geben. Nichtsdestotrotz ein höchst beeindruckendes Erlebnis!

Danke an Jenny Dore von 3-Dog-Entertainment für die gewohnt angenehme und zuverlässige Zusammenarbeit bei der Akkreditierung.

Line-up:
Susan Tedeschi (lead vocals, electric guitar, vocals)
Derek Trucks (electric guitar, slide guitar)
Mike Mattison (lead vocals, acoustic guitar, vocals)
Gabe Dixon (keys)
Brandon Boone (bass)
J.J. Johnson (drums)
Tyler Greenwell (drums)
Elisabeth Lea (trombone)
Ephraim Owens (trumpet)
Kebbie Williams (saxophone)
Alecia Chakour (vocals, percussion)
Mark Rivers (vocals, percussion)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Tedeschi Trucks Band
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Shooter Promotions
3Dog Entertainment
RuhrCongress Bochum

Kai Strauss & The Electric Blues All Stars – Live In Concert – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Kai Strauss zählt zum kleinen Kreis europäischer Bluesmusiker, denen auch amerikanische Kollegen und Kritiker einen authentischen Stil attestieren. Seit 2010 tritt Kai Strauss unter eigenem Namen auf, zuvor tourte er mit seiner Band „The Bluescasters“ und Memo Gonzales, einem texanischen Sänger und Bluesharp-Spieler quer durch Europa. In 2014 gründete er die Band „Kai Strauss & The Electric Blues All Stars“ mit der er bisher u. a. vier CDs veröffentlichte.

Inzwischen wird Kai als einer der großen europäischen Blueser gehandelt, immerhin heimste er seit 2014 schon vier deutsche Blues Awards ein. Zusätzlich spielt Strauss auch auf zahlreichen Veröffentlichungen bekannter Musiker wie z. B. Tommy Schneller oder Bid Daddy Wilson als Gastmusiker mit.

Auf dem neuen Livealbum, bestehend aus zwei Silberlingen in einem ansprechend gestalteten Cover, liefert der Protagonist mit seiner Truppe insgesamt 14 starke Tracks im typischen Chicagoblues-Stil der späten 60er Jahre mit insgesamt rund 1 1/2 Stunden Spieldauer ab. Schade ist allerdings, dass die Live-Athmosphäre dabei teilweise nicht so gut rüberkommt, was aber der musikalischen Brillanz des Albums keinen Abbruch tut.

Kai Strauss beherrscht einen sehr klaren und sauber differenzierbaren Gitarrenstil. Alle Stücke wurden fein abgemischt, vielfach mit toll arrangierten Bläsersätzen („Did You Wrong“). Und wohltuender Weise kommen sämtliche Songs auch ohne wildes Gitarrengeschrammel aus, so dass man sich gut den Feinheiten des Sounds von Kai Strauss und seinen Mitstreitern hingeben kann.

Das Album enthält flottere und tanzbare Nummern, wie z. B. den Opener „Gotta Let You Go“, „Let Me Love You Baby“, oder den Stampfer „Ain’t Gonna Rumble No More“. Aber auch reine Slowblues-Stücke („Highway Blues“, „Hard Life“, „Put That Bottle Down“) werden dem Hörer geboten. Das ganze Set reichert Strauss dann zusätzlich noch mit Boogie-Woogie-beseelten Krachern an: „Judgement Day“ oder das sehr temporeiche „Get The Ball Rolling“ mit den typischen, hackenden Pianopassagen.

Sehr gefällig ist auch der eher gemächlich fließende Boogie „I Ain’t Buying It“. Seinen krönenden Abschluss findet der Doppelplayer schließlich in dem elegisch breit angelegten, neun minütigen „Shades Of Earl“ mit längeren, fast jazzig anmutenden, Gitarren- und Keyboardeinlagen im Mittelteil.

Mit dem vorliegenden Live-Album ist Kai Strauss und seinen Mannen ein authentisches Blues-Konglomerat ganz im Stil der alten Meister des Chicagoblues gelungen. Für Enthusiasten dieses Genres, die Wert auf sauberes Gitarrenspiel und feine Arrangements legen, eine klare Kaufempfehlung.

Continental Blue Heaven (2019)
Stil: Blues

Tracks CD 1:
01. Gotta Let You Go
02. Highway Blues
03. Aint’t Gonna Rumble No More
04. Judgement Day
05. Did You Wrong
06. Hard Life
07. Get The Ball Rolling

Tracks CD 2:
01. The Blues Is Handmade
02. The Game Ain’t Worth Playing No More
03. Let Me Love You Baby
04. Put That Bottle Down)
05. Got To Be Some Changes Made
06. I Ain’t Buying It
07. Shades Of Earl

Kai Strauss & The Electric Blues Allstars
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H’Art

The Milestones – Beautiful Light – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die beiden Freunde Alex Wandres und Chris Metz aus Baltimore gründeten 2015 The Milestones. Mit dem Schlagzeuger John Love und dem Bassisten Jason Alford spielten sie nun „Beautiful Light“ in den Blackbird Studios, Nashville, ein. Auf ihrem Debütalbum, dem zwei EPs vorangegangen sind, orientiert sich die Band an einer härteren Gangart des Rocks.

Vor allem E-Gitarren, Schlagzeug und Gesangsstil bewegen sich auf „Beautiful Light“ in Richtung Hardrock. „Lonesome Train“, „Drivin‘ Back Home“ und „Sure I Want You“ erzeugen dem entsprechenden Druck. „Because Of You“ rockt kompromisslos und reicht an die Klasse von Little Caesar heran.

Highlight der CD ist nach meiner Einschätzung „Lay My Grave On The Mountain High“, bei dem etwas Soul und ein Southern-Akzent mitschwingt.
Mit vollem Sound performen The Milestones die gefällige Midtempo-Nummer „The Way To The Great Unknown“.

Einen auffälligen Rhythmus hat „True Love“, das damit einen höheren Wiedererkennungswert erhält. Auch auf diesem Stück lässt die Band die Gitarren kräftig kreischen.

Die quasi obligatorischen Balladen dürfen auf einem Rockalbum natürlich nicht fehlen. Durch die Aufnahme von „Madness & Delight“ sowie „Beautiful Light“ auf den Longplayer entsprechen The Milestones dem Klischee.

Interessanter ist „Signs Of Life“. Es beginnt mit akustischer Gitarre und entwickelt einige Spannungsbögen.

Der Klang des Songs ist etwas erdiger und hebt sich damit von dem der anderen ab. Dass The Milestones Potenzial haben, lässt der knapp einminütige Abschluss „Message From The Road“ erahnen. Auf Gesang und Mundharmonika reduziert, entsteht ein intensiver Moment, mit dem die Hörer entlassen werden.

So bleibt das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. „Beautiful Light“ bietet gut hörbaren Rock, die Einzeltitel setzen sich aber – mit wenigen Ausnahmen – kaum in den Gehörgängen fest. Dort, wo The Milestones etwas auf die üblichen Hardrock-Zutaten verzichten, gewinnen die Stücke an Kontur.

Das Songwriting ist durchaus vielversprechend. The Milestones könnten ihren Songs mit einem rootsigeren Sound ein deutlicheres Profil geben. Wie sich Alex Wandres und Chris Metz zukünftig zwischen Hard- und Rootsrock positionieren, bleibt abzuwarten. Man darf also gespannt sein, welchen Weg die junge Band zukünftig einschlägt.

Turenki Records (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. Lonesome Train
02. Drivin‘ Back Home
03. The Way To The Great Unknown
04. True Love
05. Madness & Delight
06. Because Of You
07. Lay My Grave On The Mountain High
08. Beautiful Light
09. Sure I Want You
10. Signs Of Life
11. Message From The Road

The Milestones
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Jawbone – Same – CD-Review

Jawbone

Review: Gernot Mangold

Die aus London kommende Formation Jawbone bringt mit dem gleichnamigen Album ihren Erstling auf den Markt. Bei dieser Band handelt es sich allerdings nicht um einen Newcomer im klassischen Sinne, sondern um Musiker, die über die Jahre hinweg, mit verschiedensten Größen der Musikszene wie Jack Bruce, Ten Years After, Robert Plant, Dave Gilmour und Paul Manzanera, um nur einige zu nennen, zusammengespielt haben.

Die größte Wertschätzung, für die Qualität der Musiker dürfte Anfang 2018 gewesen sein, als sie ausgesucht wurden, als Support für Eric Clapton, Van Morrison und Tom Jones, auf dem legendären Wohltätigkeitskonzert in Guildford aufzutreten.

Jawbone, benannt nach einem Song der legendären The Band, sehen sich nicht nur durch deren Musik, sondern auch von Acts wie Little Feat , Rolling Stones und Crosby, Stills, Nash & Young beeinflusst.

Schon im Opener „Leave No Traces“, der im mittleren Tempo, rockig, mit folkigen und countryesken Einschlägen daherkommt, sind Ähnlichkeiten zu The Band oder CSN&Y unverkennbar. Schön dabei ist der harmonische Gesang von Paddy Millner und Marcus Bonfanti samt ihres Gitarren- und Keyboardspiels , das gut aufeinander abgestimmt ist und mit dem gefühlvollen Spiel der Rhytmusfraktion, Rex Horan am Bass und Evan Jenkins an den Drums, einen kompakten satten Sound ergibt.

Ähnlich geht es mit dem fast beschwingenden „Get What You Deserve“ weiter, wo sich Millner und Bonfanti zum Teil regelrechte Zwiegesänge liefern.

Im leicht bluesigen, country-umwobenen „When Your Gun Is Loaded“ werden besondere Akzente von Millner an den Tasten gesetzt und ein Song in der Kategorie eines Bob Seger zu seinen Glanzzeiten hingelegt. Beim „Family Man“ beweist das Quartett, dass sie in ihren Stil durchaus auch psychedelische Elemente, insbesondere durch die Keyboards, einbringen können.

Das getragen bluesige „Bet On Yesterday“ mit fast orchestralen Sequenzen, hat im Gegensatz zu den vorherigen Songs, die meist einen erfrischend fröhlichen Charakter hatten, eine eher melancholische Grundstimmung, aus der der Zuhörer mit dem quicklebendigen rockigen „Rolling On The Underground“ mit leichten Southern-Einschlägen, aber schnell herausgerissen wird. „Big Old Smoke“, mit prägnantem Gitarren- und Keyboardsspiel, wird im leichten Rock’n’Roll-Stil angeschlossen.

Das balladesk verträumte „Sit Round The Table“ offeriert, dass Jawbone auch gefühlvolle Lieder hinlegen können. Ein Lied voller Harmonie, zum Träumen einladend.

Bei „Two Billion Heartbeats“ steht der harmonische Duettgesang von Millner und Bonfanti meist im Vordergrund, ehe zum Ende hin, die Instrumente, die zunächst ganz dezent im Hintergrund stehen, an Lautstärke gewinnen und so dem Sound ein großes Volumen verleihen.  Mit „The Years Used To Mean So Much“ ist es wie in so manchen guten Kneipen. Den Rausschmeißer gibt ein Schmusesong.

Jawbone ist es mit ihrer ersten Platte schon gelungen, ein sehr hohes Level im Stile der Bands zu erreichen, die sie musikalisch beeinflusst haben. Ein Album auf dem man die Spielfreude der Band regelrecht spüren kann, und das die Country-, Southern und Bluesrock regelrecht miteinander verschmelzen lässt. Es ist bestens produziert, sodass alle Instrumente gut akzentuiert abgebildet werden.

Ein Highlight sind auch die gesanglichen Fähigkeiten der beiden Vokalisten, sowie das abwechslungsreiche Songwriting. Von Jawbone wird man nach diesem Erstling noch einiges erwarten können und nach dem Gehörten ist es nicht verwunderlich, dass sie als Begleitband beim Anfangs erwähnten Konzert wirken durften. Somit absolute Kaufempfehlung für eine Platte, bei der es einfach Spaß macht, zuzuhören.

Wen es interessiert, die Songs live zu hören, dem sei geraten Jawbone auf einem der Konzerte im April zu besuchen. Der Slogan auf der Webseite „Join Us On The Road! – We promise to send stuff we think you’ll like!“ verspricht auf jedem Fall einiges!

Musiker:
Paddy Millner – Keyboards, vocals
Marcus Bonfanti – Guitar, vocals
Rex Horan – Bass
Evan Jenkins – Drums

Tour Dates:
14.04.19 München, Feierwerk/Kranhalle
15.04.19 Frankfurt/Main, Nachtleben
16.04.19 Köln, Luxor
17.04.19 Hamburg, Headcrash
18.04.19 Berlin, Musik & Frieden

Tlc Music (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. Leave No Traces
02. Get What You Deserve
03. When Your Gun Is Loaded
04. Family Man
05. Bet On Yesterday
06. Rolling On The Underground
07. Big Old Smoke
08. Sit Round The Table
09. Two Billion Heartbeats
10. The Years Used To Mean So Much

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