Luke Combs – What You See Is What You Get – CD-Review

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Luke Combs hatte 2017 mit seinem Debütwerk „This One’s For You“ sage und schreibe 47 Wochen Platz 1 in den Billboard Country Alben-Charts belegt, ein absoluter Rekord für einen männlichen Interpreten.

Der am gleichen Tag wie ich (nur ein paar Jährchen später) geborene aus Charlotte, North Carolina, Songwriter und Musiker, lässt jetzt mit „What You See Is What You Get“ den Nachfolger vom Stapel und es ist wieder ein echter Geniestreich geworden. 40 Songs hatte er als Vorauswahl kreiert, am Ende sind satte 17 Stücke im Raster hängen geblieben, allesamt von ihm meist in Teams verfasst, mit Leuten wie u. http://www.sounds-of-south.de/wordpress/?s=Josh+Thompsona. Ray Fulcher, Jonathan Singleton, Dan Isbell, Barry Dean, Josh Thompson und einigen anderen.

Vom southern-rockig stampfenden Opener „Beer Never Broke My Heart“ (was für eine wahre Aussage!) bis zum finalen ruhigeren piano-lastigen „Better Together“ bekommt man einen wunderbar abwechslungsreichen New Country-Mix geboten, wie man ihn überwiegend aus den glorreichen 90er Jahren des Genres her kannte, natürlich auf zeitgenössisches Niveau angepasst.

Drei Dinge spielen bei Combs eine wichtige Rolle: Seine unglaublich tolle, rauchige und variable Stimme, die er zu jedem Tempo brillant variieren kann, seine Gabe, Songs zu entwickeln, die nicht nur melodisch sind, sondern auch meist sofort im Ohr hängen bleiben und die drittens von den beteiligten Musikern wie u. a. Jerry Roe, Jimmy Lee Sloas, Omnisassa Ilya Toshnsky, Gary Morse, Carl Miner, Aubrey Haynie, Dave Cohen, etc. mit grandioser Spielfreude umgesetzt wurden.

Bestes Beispiel ist das launige „Lovin‘ On You„, wo die Musiker kurz andeuten, was man in 3 Minuten 20 Sekunden so alles an instrumentellen Finessen in ein Stück hineinpacken kann. Ein toller Live-Feger.

Weiteren Glanz verpassen der Scheibe Gastauftritte von Brooks & Dunn bei „1,2 Many“ und Eric Church bei „Does To Me“, wo Ronnie Dunn und Church mit ihren markanten Stimmen für einen schönen Kontrast sorgen.

Produziert und auch kräftig mitgespielt hat erneut Scott Moffatt. Auf Synthie- und Loop-Spielereien hat er weitestgehend verzichtet. Weniger künstlerisch, aber in diesem Fall eher nebensächlich, ist einzig das in Corel Draw-Manier gestaltete Cover-Artwort, das zumindest aber alle Texte, allerdings ohne Not in Miniatursschrift, im beigefügten Booklet beinhaltet.

Luke Combs hat mit „What You See Is What You Get“ (der groovige selbstironische Titelsong ist übrigens eine herrliche Ode an all die Damen, die wissen, was sie sich mit Männern unseres Kalibers eingehandelt haben…) gegen Ende des Jahres noch mal einen Paukenschlag gesetzt. Aus meiner Sicht kann man eine bis an den Rand voll gepackte New Country-Scheibe musikalisch und gesangstechnisch nicht besser inszenieren. Ein echter Hammer, Mr. Combs!

Sony Music Nashville (2019)
Stil: New Country

01. Beer Never Broke My Heart
02. Refrigerator Door
03. Even Though I’m Leaving
04. Lovin‘ On You
05. Moon Over Mexica
06. 1,2 Many
07. Blue Collar Boys
08. New Every Day
09. Reasons
10. Every Little Bit Helps
11. Dear Today
12. What You See Is What You Get
13. Does To Me
14. Angels Workin‘ Overtime
15. All Over Again
16. Nothing Like You
17. Better Together

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SOUND OF NASHVILLE feat. Scotty McCreery, Tebey & Temecula Road – 24.10.2019, Helios 37, Köln – Konzertbericht

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Wie schon im März, stand im Rahmen der noch recht jungen SOUND OF NASHVILLE-Reihe wieder eine Dreier-Veranstaltung in Köln an, bei der diesmal im mit ca. 250 Zuschauern ausverkauften Helios 37, Ex-American Idol-Gewinner Scotty McCreery den Hauptact darstellte und von den hier musikalisch noch nicht so bekannten Interpreten Tebey und Temecular Road als Support unterstützt wurde.

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Kommen wir direkt zu der positiven Überraschung des Abends, den kanadischen Multigenre-Songwriter Tebey Solomon Ottoh, alias Tebey. Der hatte den uns gut bekannten Danick Dupelle von Emerson Drive und den kauzigen Dobro-/Banjo-Spieler Mitch Jay an seiner Seite und präsentierte die Filetstücke seiner bisherigen Kreationen, die erahnen ließen, warum Künstler wie u. a. Big & Rich, Gordon Bamford oder Justin Moore, gerne auf seine Dienste zurückgriffen.

Mit Songs wie u. a. „Good Jeans“, seinem ersten eigenen Nr. 1-Hit „Who’s Gonna Love You“, „Somebody Else Will“ (Justin Moore-No.1-Hit), „The Good Ones“ (1 Million Streams), „Denim Or Denim“ und „Wake Me Up“ , das er zusammen mit Emerson Drive 2014 eingespielt hatte, offerierte er vor allem Dank Dupelle und Jay (beide mit hervorragenden Leistungen an ihren Instrumenten und schön sitzenden Harmoniegesängen), das wohl Country-ursprünglichste Programm des Gesamt-Gigs. Ein sympathischer Performer, der zurecht viel Applaus erhielt. Ein starker Einstieg!

Line-up Tebey:
Tebey (lead vocals, acoustic guitar)
Danick Dupelle (acoustic guitar, vocals)
Mitch Jay (dobro, banjo, vocals)

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Den Mittelteil bildeten das Newcomer-Trio Temecula Road, mit den wirklich noch sehr jung wirkenden Schwestern Emma und Maddie Salute sowie ihrem männlichen Mitstreiter Dawson Anderson. Hier standen die wechselnden Leadgesänge (überwiegend allerdings durch Maddie geführt) sowie die perfekt harmonierenden Harmony vocals im Mittelpunkt. Anderson spielte dazu eine klare Akustikgitarre und die bezaubernde Emma (mittlerweile mit dunklen Haaren unterwegs) ließ zwischenzeitlich immer wieder ihre Mandoline rhythmisch klirren.

Die drei Nashville-Neulinge präsentierten aus ihrem noch nicht allzu großen Fundus, Tracks wie u. a. „Take Back“,“Maybe Not“, das sehr gelungene Eagles-Cover „Desperado“, „Fades“ oder „Never Knew I Needed You“. Sie erinnerten manchmal dezent an akustische Fleetwood Mac. Auch dieses Trio wusste, dank seiner freundlichen und kommunikativen Präsenz und den melodischen Liedern, die Anwesenden auf ihre Seite zu ziehen. Man darf von daher auf ihren ersten richtigen Longplayer gespannt sein.

Line-up Temecula Road:
Maddie Salute (lead vocals)
Emma Salute (vocals, mandolin, lead vocals)
Dawson Anderson (vocals, acoustic guitar, lead vocals)

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Als dann der einstige Gewinner der 10. American Idol-Staffel, immer noch sehr jungenhaft wirkende Scotty McCreery, im Quartett gegen 21:30 Uhr die Bühne betrat, um mit dem flockigen „See You Tonight“ einzusteigen, merkte man aber sofort, wegen wem der Großteil der Besucher, den spartanischen Helios Club in der Domstadt aufgesucht hatte.

Da wurde sofort mit gegroovt, gewippt, geklatscht und gesungen. Der aus North Carolina stammende 26-jährige Protagonist hatte mit seinen Liedern, das sehr schön von Jung und Alt durchmischte Publikum, von Anfang an, im Griff. Auch er konnte sich auf eine hervorragende ‚Rückendeckung‘ mit seinen Langzeit-Begleitern Jeff Harper und Joey Sanchez sowie dem überragenden Ukulele-Spieler Dylan Rosson verlassen. Letztgenannter wusste immer wieder mit filigranen Kurz-Soli an seinem Arbeitsgerät zu überzeugen.

Mit „Wherever You Are“ und „Boys From Back Home“ gab es schon früh die ersten Tracks seines aktuellen Albums „Seasons Change“, das am Ende mit „This Is It“, dem starken Titelstück „Seasons Change“ (eines meiner Lieblingsstücke des Abends), „In Between“, „Wrong Again“, dem emotionalen, den Großeltern gewidmeten „5 More Minutes“ und „Home In My Mind“, überaus ordentlich ‚abgearbeitet‘ wurde.

Natürlich wussten auch die Fremdapationen wie „Take It Easy“ (Eagles),“Check Yes Or No“ (George Strait – klasse hier Sottys Bariton-Stimme), „Walk In The Country“ (Keith Urban), ein Traditional-Medley mit Klamotten einstiger Größen der Marke Conway Twitty, Cash & Co., bis zur launigen Josh Turner-Zugabe „Just To Be Your Man“, bestens zu gefallen, wo Scotty unter instrumenteller Bandbegleitung dann noch Fannähe zeigte und bis zum Ausklang des Liedes Autogramme gab und Selfies machte.

Line-up Scotty McCreery:
Scotty McCreery (lead vocals, acoustic guitar)
Jeff Harper (acoustic guitar, vocals)
Dylan Rosson (ukulele, vocals)
Joey Sanchez (drums)

Fazit: Auch diese Folge der Reihe SOUND OF NASHVILLE konnte mit einer schönen Diversität der Protagonisten punkten, wobei der Headliner Scotty McCreery, seinem Status des prominentesten Akteurs und Headliners absolut gerecht wurde.

Die engagiert auftretenden Künstler, eine stimmungsvolle Atmosphäre und ein sehr angenehmes ‚country-festes‘ Publikum, machten den Gesamt-Gig zu einer kurzweiligen Sache, die auch bei uns in good ol‘ Germany – sogar Generationen-übergreifend – anzukommen scheint. Einziger Wermutstropfen, auch hier die suboptimalen Fotografierbedingungen, die einen manchmal im Rahmen einer schönen zusätzlichen Visualisierung des Ganzen und somit weiterer guter Werbung für kommende Shows, schlichtweg verzweifeln lassen. Ansonsten bitte gerne mehr davon!

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Temecula Road
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Semmel Concerts Entertainment
Helios 37 Köln

Toby Keith – Greatest Hits: The Show Dog Years – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Die amerikanische Erfolgsgeschichte vom Oil-Rig-Worker zum Country-Music-Super-Star zu verwirklichen und die Karriere bis heute mehr als 25 Jahren lang bravourös zu meistern, gelingt vergleichsweise nur wenigen Künstlern im hart ‚umkämpften‘ Genre. Die unverändert andauernde Chart-Serie von Country-Sänger Toby Keith, inzwischen 58, kennzeichnet die Entwicklung der US-Country-Szene in dieser Zeit als überwiegend patriotische, staatstragende Säule im Stars und Stripes-Music-Business.

Als Keith 1993 sein gleichnamiges Debüt-Album 2 Millionen Mal verkaufen konnte, war manchen Insidern bereits bewusst, dass diese Form der New-Country-Musik das Potenzial besaß, Gold- und Platin-Platzierungen anzuhäufen; zusätzlich erhielt Keith zwischen 2000 und 2009 zehn Music-Awards in den unterschiedlichsten Kategorien.

Mit Show Dog Nashville gründete der Musiker 2005 sein eigenes Record-Label und bringt nun mit den „Greatest Hits (The Show Dog Years)“ eine Compilation-CD heraus, die um 4 neue Songs, teilweise als Remix- und Live-Aufnahmen, erweitert wurde. Aus den Show Dog-Produktionen wurden hier im SoS bereits die wegweisenden Studioalben „Clancy’s Tavern“ (2011) und „35 Mph Town“ (2015) besprochen.

Die insgesamt 16 Stücke des neuen Longplayers spiegeln den Zeitraum der musikalischen Unabhängigkeit des Sängers beim eigenen Label, bis zur aktuellen Single „That‘s Country Bro“, einem schnell rockenden Track, in dem Keith die Namen berühmter Country- und Cowboy-Legenden gesanglich aufzählt. Seine unverkennbar textlichen Anspielungen mit Blick auf das konservative Herz der Vereinigten Staaten („American Ride“ und „Made In America“) sind ebenso vertreten und machen Toby Keith zum nicht gänzlich unumstrittenen „Sonny-Boy“ der Country-Music liebenden US-Bevölkerung.

Seine im makellosen Sound mit renommierten Begleitmusikern eingespielten Songs, pflegen durchweg intensiv das traditionelle Country-/Cowboy-Image und entsprechen damit in weiten Teilen einer gesellschaftlichen Forderung, die sich z. T. durch eine vordergründige Identifizierung mit althergebrachten Vorstellungen und Vorbildern selbst unkritisch feiert („America first!“). Laut „Rolling Stone“ hat Toby Keith einige der „wichtigsten patriotischen Songs und Country-Titel unserer Zeit geschrieben!“.

Die aus der bisherigen „Show Dog Years“-Zeit auf der „Greatest Hits“-Ausgabe vereinten Tracks bilden einen wesentlichen Querschnitt dieser erfolgreichen Schaffensperiode. Toby Keith gehört damit auf dem Markt der US-Amerikanischen Country-Music-Heroes auch als gefragter Tournee-Künstler zu den wichtigsten und einflussreichsten Solo-Musikern des New-Country.

Show Dog/Universal Music (2019)
Stil:  New Country

Tracklist:
01. Love Me If You Can
02. She Never Cried In Front Of Me
03. God Love Her
04. American Ride
05. Made In America
06. High Maintenance Woman
07. Lost You Anyway
08. Cryin For Me (Wayman s Song)
09. Beers Ago
10. Red Solo Cup
11. Trailerhood
12. Hope On The Rocks
13. Don t Let The Old Man In
14. That s Country Bro
15. Back In The 405
16. American Ride (Official Remix)

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Oktober Promotion

Old Dominion – Same – CD-Review

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Drittes, nach sich selbst benanntes Album der beliebten Nashville-Band, das in unseren Landen nur auf digitalem Weg erhältlich sein wird. Ihr Major-Label scheute demnach auch keine Kosten und Mühen, uns mit Streaming-Dateien zu bemustern…

Man kann da nur ‚schade‘ sagen, denn das Quintett um Matthew Ramsey (lead vocals), Trevor Rosen (guitar, keyboards), Whit Sellers (drums), Geoff Sprung (bass guitar) und Brad Tursi (guitar), hat ihren starken Konzerten (wir berichteten aus Köln) neulich bei uns, sicherlich eine Menge Fans dazugewonnen.

Nach zwei megaerfolgreichen Vorgängern (Platz 3 und 1 in den Billboard Countrycharts), war die Erwartungshaltung natürlich groß und oft ist das dritte Album ja meist das schwierigste. Die fünf Burschen wären allerdings keine guten Songwriter, wenn sie nicht mit diesem Druck umgehen könnten.

Nach dem Motto ‚Never change a winning team‘ ist wieder Shane McAnally dabei, der sowohl beim Songwriting assistierte und auch bei der Produktion involviert war. Bei der ersten vorausgekoppelten Single „Make You Sweet“ und zugleich Eröffnungstrack bewies das Team bereits gutes Gespür, sie avancierte zum 7. Nr. 1-Titel des Kollektivs.

Was mir persönlich sehr gefällt ist, das man den poppigen Charakter der beiden Erstlinge etwas zugunsten der Countrynote (vornehmlich der Akustik- und E-Gitarren) zurückgefahren hat, ohne natürlich, die melodiösen Strukturen aus dem Auge zu verlieren.

Klasse direkt das rootsige „Smooth Sailing“, das auch bei einem Will Hoge durchaus ins Repertoire passen würde. Das mit Josh Osborne verfasste, mit einer doppeldeutigen Metapher versehene „One Man Band“ (laut Band ihr erster richtiger Love-Song), wurde als nächste Single ins Rennen geschickt und konnte ebenfalls die Top-10 Ränge erklimmen.

„Never Be Sorry“, groovig und tanzbar, verlässt dann erstmals die Countrypfade und hat wirklich eher was in Dance Clubs zu suchen. Mit „My Heart Is A Bar“ und dem southern-souligen Ohrwurm „Midnight Mess Around“ findet man den Weg in die Spur zurück, letztgenanntes Stück, wie schon bei Ihrem Konzert in der Domstadt, ist auch hier für mich der überragende Song des Longplayers.

Eagles-Stoff der Marke „Tequila Sunrise“ bietet das tolle eingängige „Hear You Now“, während „I’ll Roll“ fast schon in Outlaw-Manier rüberkommt (Respekt!). Patriotismus kommt in den Staaten ja gewöhnlich immer hervorragend an, deshalb ist die Idee des launigen „American Style“ sicher vielversprechend.

Das Ende mit „Paint The Grass Green“ und der emotional besungenen Piano-/Cello-Ballade „Some People Do“ (neuste Single, ich hätte mich für „American Style“ entschieden) liegt dann unspektakulär im grünen Bereich.

Fazit: Old Dominion erledigen erneut einen bärenstarken Job, wobei die countryeskere Note (andere Interpreten neigen in diesen Konstellationen ja gerne dazu, sich mehr in Pop-Gefilden anzubiedern) besonders zu Gefallen weiß. Starker Gesang wie gewohnt von Matthew Ramsey, tolle Gitarren, wunderbare Melodien, die Nashville Boys haben den Songwriting-Bogen raus. Für mich ihr bisher stärkstes Album!

RCA Records Nashville/Sony Music(2019)
Stil: New Country

01. Make It Sweet
02. Smooth Sailing
03. One Man Band
04. Never Be Sorry
05. My Heart Is A Bar
06. Midnight Mess Around
07. Do It With
08. Hear You Now
09. I’ll Roll
10. American Style
11. Paint The Grass Green
12. Some People Do

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Sony Music

Florida Georgia Line – The Acoustic Sessions – CD-Review

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Nachdem ich den letzten 20 Jahren tausende CDs aus dem New Country-Bereich gehört und auch nicht unerheblich wenige davon rezensiert habe, frage ich mich manchmal immer noch, was bei einigen Interpreten in der riesigen Masse, den großen Erfolg ausmacht und bei anderen nicht, obwohl die Parameter in der Regel oft zu großen Teilen identisch sind.

Singen muss man im Genre können, sonst braucht man die Reise nach Nashville eigentlich erst gar nicht anzutreten. Idealerweise sieht man dazu einigermaßen gut aus, beherrscht eventuell kompatible Instrumente und hat als I-Tüpfelchen auch kreatives Songwriting-Potential zu bieten. Ansonsten wird ja oft auf den gleichen Pool an Musikern, Songschreibern und Produzenten zugegriffen. Bei vielen ist es letztendlich meist eine Mischung aus allem.

Aber wie kommt es dann zu so einem Erfolg wie bei Georgia Florida Line, alias Brian Kelley und Tyler Hubbard? Da wird einem regelrecht schwindelig, wenn man liest, was die beiden mittlerweile Grammy-nominierten, Diamant-dekorierten Burschen, an Auszeichnungen und Preisen eingeheimst haben, seit sie das Parkett in Music City betreten haben: u. a. 11x Platin für „Cruise“, die meistverkaufte digitale Country-Single aller Zeiten, 8x Platin für „Meant To Be“, 9,3 Milliarden Streams,33,6 Millionen Downloads, 4,6 Millionen Albumverkäufe, 4 Nr. 1-Alben, zig Nr. 1-Singles, wichtige Awards-Auszeichnungen im zweistelligen Bereich, etc.

Für mich lautet die einzige Erklärung, dass hier ein absolutes Top-Management in Verbindung mit dem passenden Label am Werk sein muss, das seit Jahren die absolut richtigen Dinge, zur absolut richtigen Zeit, entscheidet.

Jetzt hat man den Moment für gut erachtet, all die beliebten Songs und Hits des Duos mal in ein akustisches Gewand zu bringen. Die Idee hatten zwar auch schon viele andere zuvor, aber bei einer solchen Auswahl an geeignetem Material, eine durchaus sinnvolle Variante.

Und auch hier bleibt natürlich nichts dem Zufall überlassen. Es wurde die Elite an Saitenzupfern wie Ilya Toshinsky (auch Co-Produzent), David Garcia, Danny Rader, Bryan Sutton und Robert Ickes, was kompatible Instrumente wie Akustikgitarren, Dobros, Mandolinen, Bouzoukis, Banjos und Ganjos angeht, ins Studio geholt, dazu mit Rodney Clawson, Wes Hightower und Joey Moi (auch Produzent), weitere Harmoniegesangs-Koryphäen ergänzt und dann noch ein paar Top-Stars wie Luke Bryan, Tim McGraw, die Backstreet Boys und Bebe Rexha, als Beweis ihres Standings, als Gäste verpflichtet.

Satte 17 Tracks wurden hier in herrlich klarem Klang mit oben besagten Instrumenten ineinander gemischt (superb, was die Musiker hier leisten), dazu gibt es saustarke Lead vocals der beiden Protagonisten, immer wieder von Weltklasse-Harmonie- und Wechselgesängen (auf Niveau der Eagles) begleitet oder durchbrochen, dass es eine wahre Freude ist. Wenn eine Platte für eine Cabriofahrt gemacht wurde, dann ist es ohne Zweifel diese.

Und so cruist man mit den Beteiligten von ihrem Megahit „Cruise“, in dem sogar unsere gute alte Marshall Tucker Band textlich erwähnt wird („… she was sippin‘ on southern and singin‘ Marshall Tucker…“) bis zum finalen „Meant To Be“ durch kurzweilige Stücke in allen Tempi und Stimmungen und zieht am Ende überwältigt den Hut. Eine tolle Scheibe, bei der man wirklich gute Laune bekommt. Und so bleibt am Ende nicht anderes übrig, als ein dickes Kompliment an Florida Georgia Line und deren Management auszusprechen. Hier weiß man, wie qualitativ hochwertiges und erfolgreiches Musikbusiness funktioniert.

Big Machine Label Group (2019)
Stil: New Country

01. Cruise
02. Round Here
03. Stay
04. Get Your Shine On
05. This Is How We Roll (feat. Luke Bryan)
06. Sippin‘ On Fire
07. Sun Daze
08. Dirt
09. Anything Goes
10. Confession
11. Smooth
12. H.O.L.Y.
13. May We All (feat. Tim McGraw)
14. God, Your Mama, And Me (feat. Backstreet Boys)
15. Simple
16. Talk You Out Of It
17. Meant To Be (feat. Bebe Rexha)

Florida Georgia Line
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Universal Music

Old Dominion – Support: Jordan Davis – 07.10.2019, Live Music Hall, Köln – Konzertbericht

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Country-Pop-Time in Köln! Im Rahmen der SOUND OF NASHVILLE-Reihe präsentierte Semmel Concerts Entertainment mit der ACM Group Of The Year, Old Dominion und dem Support Jordan Davis, eine auf diesem Gebiet außergewöhnlich starke Konstellation.

Gut 600 begeisterte Fans hatten den Weg in die Live Music Hall angetreten und sollten ihre Entscheidung nicht bereuen. Schon der aus Shreveport, Louisiana, stammende Opener Jordan Davis sorgte in seiner halben Stunde Spielzeit für eine ausgelassene Stimmung und konnte mit seinen beiden Mitstreitern voll überzeugen.

Er präsentierte Stücke aus seinem Debüt-Album “Home State“ wie u. a. Tough To Tie Down“, „Take It From Me“, „Slow Dance in A Parking Lot“ , Leaving New Orleans” und natürlich seine Erfolgssingle “Singles You Up” (zum Abschluss), plauderte und sang aus seinem Privatleben („I Met My Wife In A Bar“), gab Ausblick auf neue Sachen („Need Tonight“) und mimte so gar den Southern Rocker beim Black Crowes-Klassiker „Hard To Handle“.

Was mir persönlich sehr gut gefiel war, dass der rauschebärtige Protagonist, entgegen zu seinem recht ‚glatt gebügelten‘ Album, viel ‚organischer‘, ja man kann schon sagen, in guter Singer/Songwriter-Manier rüberkam. Nicht zuletzt auch ein Verdienst des feinfühlig unterstützenden E-Gitarristen Dylan Williams und seines Drummers Bryce Rodgers. Das Trio um Jordan Davis wurde verdienter Maßen mit viel Applaus in die Katakomben der Halle verabschiedet.

Line-up Jordan Davis:
Jordan Davis (vocals, acoustic guitar)
Bryce Rodgers (drums)
Dylan Williams (electric guitar, vocals)

Nach gut halbstündiger Umbaupause ließen die ‚Backstreet Boys‘ des New Country, Old Dominion, dann ein Feuerwerk an eingängigen und stark performten Pop-(Rock)-Songs ab, wobei sich der Countryanteil, wenn man ehrlich ist, eher im sehr marginalen Bereich bewegte.

Die blendend aussehenden Burschen (für jeden Mädel-Geschmack war etwas dabei) zogen demnach natürlich einen immensen weiblichen Anhang in die Halle, als wir bei unseren etatmäßig besuchten Southern Rock- und Blues Rock-Gigs gewohnt sind (da trifft man in der Regel überwiegend ältere Männer….).

Bereits schon mit dem melodisch griffigen Eröffnungstrio, bestehend aus „Snapback“ (mit integrierten Ohohoh-Gesängen), „Hotel Key“ und „Be With Me“ hatten sie die Audienz auf ihre Seite gezogen. Ihre sympathische Präsenz, aber auch das spielerische Können (viele Wechsel an den Instrumenten), als auch die sicher sitzenden Harmoniegesänge der Beteiligten, trugen ihr Übriges zum Gelingen der Show bei (übrigens auch ein ganz ausgezeichneter Sound).

Über Tracks wie u. a. „Said Nobody“, One Man Band“, „Nowhere Fast“ (dezenter Tracy Chapman-Touch), “Break Up With Him” und meinem Lieblingslied des Abends, das grandiose “Midnight Mess Around“ (herrliche Soli von Tursi) ging es in eine Semi-Akustik-Session, in der die drei ‚Anführer‘ Matthew Ramsey, Trevor Rosen und Brad Tursi (erinnerte mich ein wenig an Jason Isbell) über ihren persönlichen musikalischen Werdegang in Nashville referierten (nachdem sich  alle getrennt von einender auf den Weg dorthin gemacht hatten).

Der führte zunächst über das Songwriting für uns allseits bekannte Interpreten wie Craig Morgan, The Band Perry, Tyler Farr, Dierks Bentley, Blake Shelton oder Michael Ray, bis man, jeder für sich,  mit letztendlichen No. 1-Hits wie „Wake Up Loving You“, Better Dig Two“, „A Guy Walks Into A Bar“, „Say You Do“, „Sangria“, „Make You Miss Me“, „Light It Up“, „One That Got Away“,  die ersten Früchte eingefahren hatte. Diese Stücke wurden dann jeweils kurz angespielt.

Danach öffneten sich peu-a-peu die Türen und auch der gemeinsame Erfolg als Old Dominion stellte sich, daraus resultierend zwei tolle Alben (das dritte kommt Ende Oktober heraus), bekannter Weise, schnell ein.

Nach diesem Intermezzo ging es nahtlos mit all den bekannten Songs wie „No Such Thing As A Broken Heart“, „Beer Can In A Truck Bed“, „Some People Do“ „Written In The Sand“, das launige „New York At Night“, “Can’t Get You” (mit Hendrix-mäßigem Intro-Infernale des überragenden Lead-Gitarristen Brad Tursi, der auch in jeder Rockband locker agieren könnte) , “Save It For A Rainy Day” bis zum finalen Track des Hauptteils „My Heart Is A Bar” (schönes Slidespiel von Tursi , wechselnde Leadgesänge) weiter, bei denen das textsichere Publikum auch reichhaltig Mitsinggelegenheit geboten bekam.

Am Ende ließ sich das Quintett nicht lange bitten und legte nochmal zwei Zugaben (u. a. mit dem in Springsteen-Manier gebrachten flockigen „Make It Sweet“) nach. Am Ende hatte wohl auch der letzte Besucher in der Live Music Hall in Köln begriffen, warum in Nashvilles Country-Pop-Sparte jetzt und in Zukunft kein Weg an Old Dominion vorbei führen wird. Die Jungs haben den Songwriting-Bogen raus, ihr musikalisches Können und Präsenz sind (zurecht) massenkompatibel (ich prophezeie beim nächsten Besuch in der Domstadt deutlich mehr Zuschauer).

Vielen Dank an Semmel Concerts Entertainment für die perfekte Unterstützung und Betreuung an diesem gelungenen Abend.

Line-up Old Dominion:
Matthew Ramsey (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Trevor Rosen (guitar, keyboards, acoustic guitar, vocals)
Whit Sellers (drums)
Geoff Sprung (bass, keyboards, vocals)
Brad Tursi (electric guitar, vocals, lead vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Semmel Concerts Entertainment GmbH
Live Music Hall Köln

Brantley Gilbert – Fire & Brimstone – CD-Review

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Knapp drei Jahre ist es her, dass Brantley Gilbert, neben Jason Aldean wohl einer der beiden Platzhirsche in Nashville im im eher Rock-getriebenen Country, sein letztes Album „The Devil Don’t Sleep“ veröffentlicht hat.

Allerdings hat der aus Jefferson, Georgia stammende Musiker, das Recht der Zeit auf seiner Seite, denn er bedient sich nicht Fremdkreationen, sondern ist auch diesmal wieder in alle 15 Tracks als alleiniger Kompositeur oder Mitschreiber (natürlich mit prominenten Co-Autoren wie u. a. Justin Weaver, Rhett Akins, Rodney Clawson, Andrew DeRoberts) involviert.

Produziert haben das Werk Brandon Day, Mike Elizondo (Eminem, Pink, Nelly Furtado) und Star-Producer Dann Huff (Liebhaber seines unverwechselbaren Gitarrenspiels werden hier ihre helle Freude haben).

Gilbert legt direkt mit zwei swampigen Southern Rockern los („Fire’t Up“, „Not Like Us“), klasse mit seiner Reibeisen-Stimme in Szene gesetzt. Zum Piepen das mit Spezi Colt Ford (herrlich sein Husten zu Beginn des Liedes, selbstredend wieder mit Sprecheinlage), Lukas und Willie Nelson dargebotene „Welcome To Hazeville“, wo der eigentlich total untergehende Willie in den letzten Sekunden mit der gesprochenen Titelzeile, dem Song noch mal eine markante Note verpasst.

Mit dem Einsetzen von dem auch uns gut bekannten Countrypop-Sternchen Lindsay Ell beim Schmachtfetzen „What Happens In A Small Town“ driftet die CD mit Drum-Loops und punktuellen Synthies (wenn auch nicht ungekonnt) und das Songmaterial allerdings überwiegend in eine Art hochkarätigen Mainstream Rock, die auch Fans der Marke Nickelback, Hinder & Co. zusagen müsste (z. B. „Tough Town“, „Never Gonna Be Alone“).

Andrew DeRoberts mit Mandoline und Ilya Toshinsky mit Banjo sind zwar im Hintergrund sporadisch bemüht, auch die Countryklientel bei Laune zu halten, aber insgesamt dominieren doch die melodischen Rocklänge.

Eines der Highlights ist in jedem Fall auch das balladeske Titelstück, das genau in der Mitte der Scheibe angesiedelt wurde. Es lebt von der tollen Melodie, den Stimmungswechseln (atmosphärischer Strophengesang, Powerrefrain) und den wunderbar prägnant dazu gemischten Stimmen von Alison Krauss und Jamey Johnson sowie einem epischen Huff-E-Solo.

Das fluffige „New Money“ könnte auch aus dem Fundus von Kip Moore stammen, zum Schluss wird es mit dem von Vaterfreude getragenen „Man That Hung The Moon“ noch emotional (Babygeräusche zum Ausklang). Hier zeigt Huff mit einem filigranen Solo, dass er es auch an der Akustikgitarre drauf hat.

Die Covergestaltung zeigt den Tattoo-verzierten Protagonisten überwiegend in einem düsteren Raum eines verlassen wirkenden Industriegebäudes. Texte und alle relevanten Infos zum Werk enthält das Booklet.

Wer gerne rauchige Stimmen hört, nicht ausnahmslos auf Country fokussiert ist, und dabei auch melodisch mainstreamigen Rock (dezent Southern) nicht verteufelt, kann  bei Brantley Gilberts „Fire & Brimstone“ unbedenklich zugreifen. Mir persönlich gefällt die Scheibe!

Valory Music (2019)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Fire’t Up
02. Not Like Us
03. Welcome To Hazeville (feat. Colt Ford & Lukas Nelson & Willie Nelson)
04. What Happens In A Small Town (feat. Lindsay Ell)
05. She Ain’t Home
06. Lost Soul’s Prayer
07. Tough Town
08. Fire & Brimstone
09. Laid Back Ride
10. Bad Boy
11. New Money
12. Breaks Down
13. Man Of Steel
14. Never Gonna Be Alone
15. Man That Hung The Moon

Brantley Gilbert
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Universal Music Group

Jon Pardi – Heartache Medication – CD-Review

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Ein Künstler, der mich vor einigen Jahren mal absolut positiv überrascht hatte, ist Jon Pardi. Seine beiden von mir reviewten Longplayer „Write You A Song“ und „California Sunrise“ schlugen ein wie Bombe, letztgenannter erklomm die Pole-Position in den Country-Charts und hielt sich dort über zwei Jahre in den Top 25!!!

Jetzt holt der aus Dixon, Kalifornien, abstammende Musiker mit „Heartache Medication“ zum dritten Schlag aus und auch der ist wieder absolut gelungen. 14 sehr abwechslungsreiche, frische und flockige, aber immer auf recht traditioneller Basis gehaltene Stücke, ohne, wie manchmal bei anderen Major-Erfolgs-Künstlern-Künstlern (Taylor Swift, Luke Bryan, Brett Eldredge, Thomas Rhett) zu beobachten, in Pop-Attitüden abzudriften.

Pardi bleibt sich weiter treu und baut die Song-Fundamente der Neukreationen, bei denen er auch wieder stark involviert ist (mit vielen namhaften Co-Writern), auf Akustik- und E-Gitarren, sowie Steel und Fiddle auf. Es ist eine wahre Freude hier den Musikern wie Jenee Fleenor, Danny Radar, Rob McNelley, Andy Ellison, und Mike Johnson bei ihrem filigranen Können beiwohnen zu dürfen.

Auch das kraftvolle Drumming von Miles McPherson trägt sein Übriges zum Gelingen der Tracks bei. Bestes Beispiel der furiose, psychedelische Instrumentalausklang beim humorvollen „Me And Jack“.

Begeisternd auch das wunderbare Duett mit Countrysternchen Lauren Alaina bei „Don’t Blame It On Whiskey“ erinnernd an die AbbottMusgraves-Kooperationen.

Bei den restlichen Tracks (wunderbar allein schon der Twin-Gitarreneinstieg beim Opener „Old Hat“) achtete das Produzententrio Pardi, Bart Butler und Ryan Gore auf schön wechselnde Stimmungs- und Tempovariationen mit dem einen oder anderen Gute-Laune-Schmankerl darunter wie „Tequila Little Time“ oder „Buy That Man A Beer“.

Erfreulich ist aus meiner Sicht auch zu bemerken, dass manche Stücke wie z. B „Buy That Man A Beer“ oder das abschließende „Starlight“ mit einem gewissen Southern-Charme countrifizierter Blackberry Smoke daher kommen.

Wie bei hochwertigen Major-Produktionen üblich, gibt es zu „Heartache Medication“ natürlich ein umfangreiches Booklet mit allen Songtexten und Infos zum Album.

Man braucht keine hellseherischen Fähigkeiten zu besitzen, dass Jon Pardi mit diesem Werk wieder absolut den Nerv der New Country-Gemeinde treffen wird. Wer nach dem Hören dieses herzerfrischenden Werkes allerdings immer noch Kummer verspüren sollte, dem sei der Gang zu einem Seelenklempner  dringendst angeraten!

Capitol Records Nashville (2019)
Stil: New Country

01. Old Hat
02. Heartache Medication
03. Nobody Leaves A Girl Like That
04. Ain’t Always The Cowboy
05. Me And Jack
06. Don’t Blame It On Whiskey [feat. Lauren Alaina]
07. Tied One On
08. Oughta Know That
09. Tequila Little Time
10. Buy That Man A Beer
11. Call Me Country
12. Love Her Like She’s Leaving
13. Starlight

Jon Pardi
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Universal Music

Midland – Let It Roll – CD-Review

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Wer so einen Hammereinstieg (Album „On The Rocks“ auf Platz 2, ACM Award als beste neue Vokalband des Jahres, dazu der Superhit „Drinkin‘ Problem“) in die Countryszene feiert wie das Trio Midland, für den hängen die Trauben, was die Erwartungshaltung bezüglich des Nachfolgewerks betrifft, naturgemäß schon in erheblicher Höhe.

Wir hatten uns nach ihrem Debüt bereits auf weitere Kostproben gefreut. Und das texanische Trio mit Mark Wystrach, Jess Carson und Cameron Duddy liefert jetzt. Um es vorwegzunehmen, in erneut beeindruckender Form! „Let It Roll“ – da braucht man kein Prophet sein – wird wieder ordentlich abräumen, hier wird nur die spannende Frage sein, ob es diesmal zur absoluten Pole-Position in den US Country Billboard-Alben-Charts reichen wird.

Satte 14 Tracks, wieder produziert vom bewährten Trio Dann Huff, Shane McAnally und Josh Osborne, rollen auf „Let It Roll“ konsequent im ‚Flow‘ des Vorgängers weiter. Mir persönlich gefallen diesmal vor allem die etwas southern-rockigeren Ingredienzien. Die spiegeln sich in den, das Werk umrahmenden Tracks „Let It Roll“ (herrliches Slide) und „Roll Away“ (allmaneske Note, Songs wie „Jessica“ und „Melissa“ schimmern im tollen Instrumentalausklang durch), sowie dem, die zweite Hälfte einläutenden „21st Century Honky Tonk American Band“ (begeisternder Stampfrocker mit furiosen E-Gitarren) wider, und hinterlassen nachhaltige Wirkung.

Ansonsten lassen die Eagles, Bellemy Brothers und countryumwehte Bands, die ihren Fokus auf markanten Gesang und starke Vokalharmonien zu wunderbar eingängigen Melodien legen, an allen Stellen des Longplayers grüßen. Der perfekte Begleiter für die sommerliche Cabriofahrt oder auch zum träumerischen Entspannen auf der heimatlichen Couch.

Eine wahre Freude ist es auch den involvierten Studiomusikern – ich gehe davon aus, dass da überwiegend auch wieder die des Debüts mitwirkten – zuzuhören. Bei ihnen spürt man förmlich, die Motivation, der großen anstehenden Aufgabe, im Anspruch gerecht zu werden. Freunde  filigraner E-Gitarrenkunst (in allen Versionen, vor allem wieder klasse Bariton-Spiel), klarer Akustikgitarren und herrlichem Steelgeleier, toller Tastenarbeit (u. a. grandios Piano und Akkordeon bei „Cheatin‘ The Rules“) sowie routinierter Rhythmusarbeit, können sich hier satt hören.

Die erste Single mit dem Bakersfield-umwehten Heuler „Mr. Lonley“ (Dennis Quaid spielt ihn im lustig gemachten Video) überrascht etwas, ich hätte da eher auf die im Fahrwasser von „Drinkin‘ Problem“ schwimmenden Liedern wie „Cheatin‘ Songs“, „Fast Hearts And Slow Towns“ oder „Cheatin‘ By The Rules“ getippt.

Midlands These „Every song’s a drinkin‘ song when you are drinking“ beim kauzigen 7. Track (mit knarziger Dobro) scheint unwiderlegbar und wenn die drei Jungs bei „Mr. Lonely“ zum Ausklang „Long live the Blues!“ intonieren, bleibt mir am Ende des Reviews angesichts dieser erneut famosen Scheibe, nichts anderes übrig, als mit ehrfürchtiger Verbeugung zu konstatieren: „Long live Midland“! Dicke Kaufempfehlung!

Big Machine Records (2019)
Stil: New Country

01. Let It Roll
02. Fourteen Gears
03. Mr. Lonely
04. Cheatin‘ Songs
05. Put The Hurt On Me
06. I Love You, Goodbye
07. Every Song’s A Drinkin‘ Song
08. 21st Century Honky Tonk American Band
09. Fast Hearts And Slow Towns
10. Cheatin‘ By The Rules
11. Playboys
12. Lost In The Night
13. Gettin‘ The Feel
14. Roll Away

Midland
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Universal Music

Lukas Nelson & Promise Of The Real  – Turn Off The News (Build A Garden) – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die alten Country-Legenden geben allmählich den Staffelstab weiter an die nächste Generation. Zu denken wäre da an Waylon und Shooter Jennings, Steve und Justin Townes Earle oder Willie und Lukas Nelson. Die Söhne führen zwar einerseits die Traditionslinien ihrer Väter fort, schlagen aber andererseits ihre eigenen musikalischen Wege ein, sind mittlerweile selbst schon im Musikgeschäft etabliert und haben sich bereits einige Reputation erarbeitet.

Lukas Nelson konnte durch seine Mitwirkung an dem Film „A Star Is Born“ sowie dem dazugehörigen Soundtrack zuletzt einen großen Erfolg verbuchen. Nach der Zusammenarbeit mit Lady Gaga und Bradley Cooper bringt Lukas Nelson mit seiner Band Promise Of The Real nun ein neues Studioalbum „Turn Off The News (Build A Garden)” an den Start, auf dem einige bekannte Gäste mitwirken, so Shooter Jennings, Sheryl Crow, Kesha, Lucius und Neil Young.

Vor allem mit Neil Young arbeiten Lukas Nelson & Promise Of The Real eng zusammen. Sie begleiten das kanadische Rockurgestein auf seinen Touren und spielten mit ihm neben einem Live-Album auch zwei Longplayer im Studio ein. Die enge Verbundenheit zu Young äußert sich zudem im Namen der Band, der einer Textzeile aus dessen Song „Walk On“ entliehen ist.

Lukas Nelson wählt mit der Single „Bad Case” einen rockigen Einstieg in die CD, an den das Titelstück anschließt. „Turn Off The News (Build A Garden)” hat – wie viele seiner Songs – einen einprägsamen Refrain. In manchen Passagen ist es etwas opulent, sodass mir die alternative akustische Version, die sich als Bonus auf dem Silberling findet, noch mehr zusagt. Bei ihr wird umso deutlicher, dass Lukas Nelson ein talentierter Songschreiber ist.

Im Mittelteil des Longplayers finden sich mit „Civilized Hell“, dem ruhigen „Simple Life“ und dem sommerlichen „Lotta Fun“ einige gelungene, sorgfältig arrangierte Titel. Wenn Nelson „Save A Little Heartache” trällert oder den Gesang bei „Mystery“ in die Länge zieht, geht der Gestaltungsdrang allerdings mit ihm durch. Dabei sind auch in diesen Songs gute Ansätze vorhanden, beispielsweise die Gitarrenlicks seines Vaters Willie. Bei „Where Does Love Go” ist zu hören, dass sich Lukas Nelson an der Musik von Roy Orbison orientiert. Er fängt deren leicht schwülstige Atmosphäre treffend ein.

Beim Durchhören des Albums treten bei den im Midtempo gehaltenen Tracks leichte Ermüdungserscheinungen ein. Die Tendenz hier und da einige musikalische Schlenker einzubauen, die zwar technisch gekonnt, letztlich aber austauschbar sind, spülen die Titel manchmal etwas weich. Bestes Beispiel dafür ist „Stars Made Of You”, das – wäre es auf Deutsch gesungen – einen Platz in der Schlagerparade haben könnte.

Gegen Ende der CD landet Nelson allerdings noch einige Treffer. Vor allem der Rocker im Southern-Style „Something Real“ ragt hervor. Aber auch das sich zu einem furiose Finale steigernde „Out In LA“ sowie der Bonus-Track „Consider It Heaven“ wissen zu überzeugen.

Lukas Nelson hätte bei der Produktion von „Turn Off The News (Build A Garden)“ mehr auf die Kraft seines Songwritings vertrauen können. Das Arrangement einiger Stücke nimmt ihnen etwas von der Wirkung, die möglich gewesen wäre. Manche Titel sind in ein ziemlich gefälliges Gewand gekleidet und ragen damit nicht aus dem Mainstream heraus. Die reduzierten Balladen erscheinen weniger glatt und deuten das Potential der Band an, die dort größeres Profil zeigt. Im oberen Tempobereich, wenn Lukas Nelson & Promise Of The Real die Zügel loslassen, liefert die Band feinen Rock ab.

Fantasy Records/Universal Music (2019)
Stil: New Country/Rock

Tracks:
01. Bad Case
02. Turn Off The News (Build A Garden)
03. Where Does Love Go
04. Save A Little Heartache
05. Lotta Fun
06. Civilized Hell
07. Mystery
08. Simple Life
09. Out In LA
10. Something Real
11. Stars Made Of You
12. Turn Off The News (Build A Garden) (Accoustic) (Bonus Track)
13. Consider It Heaven (Bonus Track)

Lukas Nelson
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