Old Dominion – Support: Jordan Davis – 07.10.2019, Live Music Hall, Köln – Konzertbericht

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Country-Pop-Time in Köln! Im Rahmen der SOUND OF NASHVILLE-Reihe präsentierte Semmel Concerts Entertainment mit der ACM Group Of The Year, Old Dominion und dem Support Jordan Davis, eine auf diesem Gebiet außergewöhnlich starke Konstellation.

Gut 600 begeisterte Fans hatten den Weg in die Live Music Hall angetreten und sollten ihre Entscheidung nicht bereuen. Schon der aus Shreveport, Louisiana, stammende Opener Jordan Davis sorgte in seiner halben Stunde Spielzeit für eine ausgelassene Stimmung und konnte mit seinen beiden Mitstreitern voll überzeugen.

Er präsentierte Stücke aus seinem Debüt-Album “Home State“ wie u. a. Tough To Tie Down“, „Take It From Me“, „Slow Dance in A Parking Lot“ , Leaving New Orleans” und natürlich seine Erfolgssingle “Singles You Up” (zum Abschluss), plauderte und sang aus seinem Privatleben („I Met My Wife In A Bar“), gab Ausblick auf neue Sachen („Need Tonight“) und mimte so gar den Southern Rocker beim Black Crowes-Klassiker „Hard To Handle“.

Was mir persönlich sehr gut gefiel war, dass der rauschebärtige Protagonist, entgegen zu seinem recht ‚glatt gebügelten‘ Album, viel ‚organischer‘, ja man kann schon sagen, in guter Singer/Songwriter-Manier rüberkam. Nicht zuletzt auch ein Verdienst des feinfühlig unterstützenden E-Gitarristen Dylan Williams und seines Drummers Bryce Rodgers. Das Trio um Jordan Davis wurde verdienter Maßen mit viel Applaus in die Katakomben der Halle verabschiedet.

Line-up Jordan Davis:
Jordan Davis (vocals, acoustic guitar)
Bryce Rodgers (drums)
Dylan Williams (electric guitar, vocals)

Nach gut halbstündiger Umbaupause ließen die ‚Backstreet Boys‘ des New Country, Old Dominion, dann ein Feuerwerk an eingängigen und stark performten Pop-(Rock)-Songs ab, wobei sich der Countryanteil, wenn man ehrlich ist, eher im sehr marginalen Bereich bewegte.

Die blendend aussehenden Burschen (für jeden Mädel-Geschmack war etwas dabei) zogen demnach natürlich einen immensen weiblichen Anhang in die Halle, als wir bei unseren etatmäßig besuchten Southern Rock- und Blues Rock-Gigs gewohnt sind (da trifft man in der Regel überwiegend ältere Männer….).

Bereits schon mit dem melodisch griffigen Eröffnungstrio, bestehend aus „Snapback“ (mit integrierten Ohohoh-Gesängen), „Hotel Key“ und „Be With Me“ hatten sie die Audienz auf ihre Seite gezogen. Ihre sympathische Präsenz, aber auch das spielerische Können (viele Wechsel an den Instrumenten), als auch die sicher sitzenden Harmoniegesänge der Beteiligten, trugen ihr Übriges zum Gelingen der Show bei (übrigens auch ein ganz ausgezeichneter Sound).

Über Tracks wie u. a. „Said Nobody“, One Man Band“, „Nowhere Fast“ (dezenter Tracy Chapman-Touch), “Break Up With Him” und meinem Lieblingslied des Abends, das grandiose “Midnight Mess Around“ (herrliche Soli von Tursi) ging es in eine Semi-Akustik-Session, in der die drei ‚Anführer‘ Matthew Ramsey, Trevor Rosen und Brad Tursi (erinnerte mich ein wenig an Jason Isbell) über ihren persönlichen musikalischen Werdegang in Nashville referierten (nachdem sich  alle getrennt von einender auf den Weg dorthin gemacht hatten).

Der führte zunächst über das Songwriting für uns allseits bekannte Interpreten wie Craig Morgan, The Band Perry, Tyler Farr, Dierks Bentley, Blake Shelton oder Michael Ray, bis man, jeder für sich,  mit letztendlichen No. 1-Hits wie „Wake Up Loving You“, Better Dig Two“, „A Guy Walks Into A Bar“, „Say You Do“, „Sangria“, „Make You Miss Me“, „Light It Up“, „One That Got Away“,  die ersten Früchte eingefahren hatte. Diese Stücke wurden dann jeweils kurz angespielt.

Danach öffneten sich peu-a-peu die Türen und auch der gemeinsame Erfolg als Old Dominion stellte sich, daraus resultierend zwei tolle Alben (das dritte kommt Ende Oktober heraus), bekannter Weise, schnell ein.

Nach diesem Intermezzo ging es nahtlos mit all den bekannten Songs wie „No Such Thing As A Broken Heart“, „Beer Can In A Truck Bed“, „Some People Do“ „Written In The Sand“, das launige „New York At Night“, “Can’t Get You” (mit Hendrix-mäßigem Intro-Infernale des überragenden Lead-Gitarristen Brad Tursi, der auch in jeder Rockband locker agieren könnte) , “Save It For A Rainy Day” bis zum finalen Track des Hauptteils „My Heart Is A Bar” (schönes Slidespiel von Tursi , wechselnde Leadgesänge) weiter, bei denen das textsichere Publikum auch reichhaltig Mitsinggelegenheit geboten bekam.

Am Ende ließ sich das Quintett nicht lange bitten und legte nochmal zwei Zugaben (u. a. mit dem in Springsteen-Manier gebrachten flockigen „Make It Sweet“) nach. Am Ende hatte wohl auch der letzte Besucher in der Live Music Hall in Köln begriffen, warum in Nashvilles Country-Pop-Sparte jetzt und in Zukunft kein Weg an Old Dominion vorbei führen wird. Die Jungs haben den Songwriting-Bogen raus, ihr musikalisches Können und Präsenz sind (zurecht) massenkompatibel (ich prophezeie beim nächsten Besuch in der Domstadt deutlich mehr Zuschauer).

Vielen Dank an Semmel Concerts Entertainment für die perfekte Unterstützung und Betreuung an diesem gelungenen Abend.

Line-up Old Dominion:
Matthew Ramsey (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Trevor Rosen (guitar, keyboards, acoustic guitar, vocals)
Whit Sellers (drums)
Geoff Sprung (bass, keyboards, vocals)
Brad Tursi (electric guitar, vocals, lead vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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