Bei “Death Wish Blues” handelt es sich um eine knallharte Mischung aus Blues, Funk, Soul und einem zarten Country-Abschluss, die das Album in ein außergewöhnliches Crossover-Genre katapultiert. Dabei konnten Samantha Fish (z. B. LP “Belle Of The West”) und Jesse Dayton (z. B. LP “On Fire In Nashville”) nicht nur auf ihre musikalischen Erfahrungen im Country-Music Bereich zurückgreifen, um das gemeinsame Full-Length Album einzuspielen.
Schon der prägende Riff des geradeaus blues-rockigen Titelsongs markiert die Richtung des Longplayers, die mit “Down In The Mud” in eine düster-funkige Variante bluesiger Dimensionen abgleitet. Das extravagante Guitar-Playing der beiden Akteure erweitert in einzelnen Titeln die genre typischen Grenzen hin zu experimentell-psychedelischen Soundgefilden (“Trauma”) oder infernoartigen Solo-Parts (“Rippin And Runnin”). Immer außergewöhnlich lebhaft und mitreißend konzipiert von Jon Spencer, dem leidenschaftlichen Produzenten mit visionären Vorstellungen. “He gave the record this kind of live”, so Dayton über Spencer in einem Interview.
Bereits auf ihrer EP “Stardust Sessions” hatten Fish und Dayton 2022 eine Zusammenarbeit erprobt und hierbei den Grundstein für das vorliegende Album gelegt. Die vielversprechende Kooperation reflektiert im weiteren Top-Song “Riders”, im betont groovig-rhythmischen Texas Rock das intensive Tournee-Leben mit täglich wechselnden Venues und im schnellen Rock’n’Roll-Duettgesang den “Lover On The Side”. Zwischendurch wird harter Blues Rock immer wieder Höhepunkt der Scheibe, so z. B. bei “Flooded Love”, deren Intentionen Jesse Dayton damit begründet, dass “…wir alles auf dem Blues basieren lassen, mit einer Menge Inspiration von Leuten, wie Albert King und Magic Slim bei den Leadgitarren-Parts.”
Dass die beiden “Straight up guitars” auch darüber hinaus ihre melodisch souligen Seiten (“No Apology”) dabei hatten oder mit der rasanten Nummer “Supadupabad” zwei Minuten Rock-Vergnügen parodierten, mindert keineswegs den powervollen Longplayer. Zum Abschluss bekommt die Scheibe sogar ein moderates Country-Feeling. “You Know My Heart”, ein Liebeslied mit wechselnden Vocals, erinnert an die musikalische Vergangenheit der beiden Songschreiber.
Das Album “Death Wish Blues” von Samantha Fish und Jesse Dayton serviert superfrischen und überaus lebendigen Gitarren Blues Rock, sowie eine Mixtur hervorragend produzierter, artverwandter Songideen. Die Scheibe ist ein sanfter Weckruf an das zeitgenössische Genre der Blues Rock-Szene und eine experimentierfreudige Zusammenarbeit über diese Stilrichtungsgrenzen hinaus.
Rounder Records (2023) Stil: Blues, Rock, Soul
Tracks: 01. Deathwish 02. Down In The Mud 03. Riders 04. Settle For Less 05. Trauma 06. No Apology 07. Flooded Love 08. Lover On The Side 09. Rippin And Runnin 10. Dangerous People 11. Supadupabad 12. You Know My Heart
Connections heißt die neue CD des Keyboarders Bruce Katz und sie ist, wie sollte es auch anders sein, stark keyboardlastig. Auch bewahrheitet sich mit Blick auf den Titel des Albums der Ausspruch „Nomen est omen“. Und in der Tat bringt die Musik, die Bruce Katz hier mit seiner teilweise neu besetzten Band zu Gehör bringt, Versatzstücke des Blues, R&B, Soul und Jazz zu einem sehr dynamischen Ganzen neu zusammen.
Bruce Katz beherrscht sein Instrument wie kaum ein anderer und mit seinem Können war er u. a. jahrelanges Mitglied der Gregg Allman Band. Da ist es dann schon fast eine logische Konsequenz, dass das Album in den legendären Capricorn Studios in Macon, Georgia aufgenommen wurde. Dem Studio also, von dem aus schon die Allman Brothers uns ihren Sound näherbrachten.
Eine weitere Verbindung zur Allman Brothers Familie ist, dass auch der Bassist Shaun Oakley, Enkel des Allman Brothers Bassisten Berry Oakley, auf dem Album mit von der Partie ist. Neu in der Formation sind hingegen Aaron Liebermann (Gitarre und Gesang) und der Schlagzeuger Liviu Pop.
Mit „Connections“ liefert das Quartett ein feines Album mit insgesamt elf recht langen Tracks ab (unter 4 1/2 Minuten geht da gar nichts), welches sich aber trotz persönlicher Nähe zu den Südstaatenrockern, stark von deren Mucke unterscheidet. Sieben Songs sind reine Instrumentalstücke, oft mit vielschichtig verwobenen Melodien und Tempi, manchmal etwas hektisch (z. B die leicht jazzigen „Where’s My Wallet“ und „All About That“) und dann wieder ruhiger („What I Feel“). Das Instrumental „Morning On Basin Street“ startet leicht verschlafen, geht dann aber in eine beschwingte Nummer mit vordergründigem und abwechslungsreichem Pianospiel über, während der Opener „Right Here Right Now“ gekonnt bekannte Boogie Woogi- Rhythmen variiert.
Bei soviel Piano und Keyboardgeklimper ist es dann wohltuend zwischendurch auch mal das eine oder andere Gesangsstück zu hören, zumal die die Stimme von Aaron Liebermann gut mit den Bluestunes harmoniert („Nighttime Stroll“, Sneaking Around“). In dem Rocker „Down Below“ erinnert seine Stimmlage und Intonation gar ein wenig an Steve Winwood. Aber auch in der Rock‘n‘Roll Nummer „Tides Are Turning“ kann Liebermann gesanglich überzeugen.
„Connections“ ist sicherlich kein Album das als leichte Hintergrundmusik funktioniert. Man muss sich schon darauf einlassen, um die vielschichtigen Keyboardrhythmen und Melodien, die in den einzelnen Songs, insbesondere den Instrumentalstücken, miteinander verwoben werden, genießen zu können. Was zugegebener Maßen allerdings auch recht anstrengend sein kann, sollte man sich nicht im passenden Mindsetting befinden. Auf alle Fälle aber ist Bruce Katz ein grandioser Keyboarder.
Label: Dancing Rooster Records Stil: Blues
Tracks: 01. Right Here Right Now 02. Nighttime Stroll 03. Where‘s My Wallet 04. Morning On Basin Street 05. Down Below 06. Sneakin‘ Around 07. The Dream 08. All About That 09. Gary‘s Jam 10. Tides Are Turning 11. What I Feel
Sound Of Nashville-Time in der Kölner Kantine. Sonnyboy Kip Moore hatte sich mit Band zum ersten Mal in seiner Karriere in der Domstadt angesagt und auch noch die Künstlerkollegin Jillian Jacqueline als Support mitgebracht.
Die Kantine war an diesem Sonntag-Abend rappelvoll und, was sofort auffiel, sehr schön mit jüngeren und älteren Menschen durchmischt, die aktuelle New Countrymusik scheint, im Gegensatz zu vielen anderen Musikrichtungen, generationenübergreifende Wirkung zu entfalten.
Pünktlich um 19:00 Uhr betrat dann die von Kenny Rodgers entdeckte Jillian Jacqueline die Bühne, die schon mit vielen klangvollen Namen wie u. a. Billy Dean, Susy Boguss, Vince Gill, Keith Urban oder Richard Marx zusammengearbeitet hat.
Ihr reizender Charme und auch die mittlerweile gesammelte Routine half ihr, die Aufgabe, ganz allein, nur mit der Akustikgitarre behangen, in einer guten halben Stunde, die Leute auf den Protagonisten einzustimmen, problemlos zu bewältigen.
Mit toller Stimme, humorvollen Ansagen (u a. über ihre Ehe) und klarem Gitarrensound, hatte sie mit älteren Stücken wie „Hate Me“, „Sugar And Salt“, „God Bless This Mess“ und „Better With A Broken Heart“, „Bandwagon“ und „Hurt Somebody“ (alle drei vom aktuellen Longplayer „Honestly“) schnell die Audienz auf ihre Seite gezogen und reichhaltigen Applaus für sich eingeheimst.
Eine halbe Stunde später ging es dann mit Kip Moore und seiner Band nach einem stimmungs- und lichtintensiven Einspieler direkt mit dem Titelstück des neuen Albums „Damn Love“ sehr poppig los. Mit „Bittersweet Company“ wurde dann der Bogen aber sofort zu einem bunten Mix aus Heartland Rock (Bruce Springsteen, Bryan Adams & Co. ließen zum Teil grüßen), knackigem und balladeskem New Country als auch zum Southern Rock gespannt.
Kip und seinem spielfreudigen Ensemble merkte man richtig an, dass sie an diesem Abend ordentlich Lust hatten, hier einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. So gab er sich äußerst kommunikativ zwischen den Tracks, sang sich förmlich die Seele aus dem Leib und wusste auch mit wechselndem Gitarrenspiel (elektrisch und akustisch) zu überzeugen.
Dabei ließ er auch seinen Mitspielern immer wieder Raum, um sich mit dem einen oder anderen Solo zu ‚zeigen‘. Gut gefiel mir die sich schön aufbauende Setliste, die erheblich dazu beitrug, dass sich die Stimmung überaus dynamisch auflud.
Songs wie „Plead the Fifth“, „Reckless (Still Growin‘ Up)“, „Beer Money“ und „Red White Blue Jean American Dream“ bildeten eine erste Zwischen-Hochphase., die mit dem mir besonders zuträglichen southern-countryesken „Kinda Bar“ (mit schönem Slide“) weitergeführt wurde.
Spätestens ab „Heart’s Desire“, dem Moore-Paradestück „Somethin‘ ‚Bout A Truck“, dem im Schlussteil ungemein wuchtigen „Come and Get It“ (Hammer-Instrumentalausklang!), sowie der New Country-Hymne „Last Shot“, war es eine einzige Party, bei der es kein Halten mehr gab. „Micky’s Bar“ rahmte das neue Album „Damn Love“ als Abschluss des Hauptteils melancholisch ein.
Bei der ersten Zugabe „Silver & Gold“ ging es noch mal flott ab, die episch anmutende Southern Rock-Ballade „The Guitar Slinger“ (mein Lieblingsstück des Gigs) bildete dann den krönenden Abschluss. eines insgesamt begeisternden Konzerts, bei dem vielleicht nur der zu viel laute Drumsound (erschlug teilweise die Transparenz der E-Gitarren) etwas besser eingestellt hätte werden können.
Ansonsten hinterließ Kip Moore mit seiner Truppe eine glänzende Visitenkarte, bei dem die Ankündigung, auf jeden Fall wieder nach Köln zurückzukehren, mit viel Wohlwollen aufgenommen wurde. Es dürfte dann von der Location her in größere Gefilde gehen. Insgesamt ein toller Sonntag-Abend!
Vor knapp einem Jahr musste sich die Allen-Forrester Band bei ihrem Debütauftritt in der Krefelder Kulturrampe noch vor tristen 40 Zuschauern abkämpfen. Die Corona-Pandemie schien zwar zu dieser Zeit bereits weitestgehend unter Kontrolle, es war aber an einem Abend mitten in der Woche und das Quartett hatte bis dato noch eher einen Insider-Status. Die Truppe um Josh Allen und Ben Forrester spielte sich aber mit einer engagierten und ausgiebigen Vorstellung sofort in die Herzen der Anwesenden.
So etwas spricht sich im Umfeld der Rampe schnell rum (sicherlich tat auch unsere positive Berichterstattung ihr Übriges) und so durfte sich die Formation diesmal über einen würdigeren Rahmen freuen: Die Krefelder Kult-Location war ausverkauft!
Zudem gibt es mittlerweile auch die erste Studio-CD mit Eigenkreationen vorzuweisen, die an diesem gelungenen Abend vollständig präsentiert wurde. Und so begannen Allen, Forrester & Co. konsequenter Weise mit dem gleichen Trio („Knocked Me Down“, „Stand Up“ und „Hey Carolina“), das auch den Longlayer einleitet.
Nach dem in flotter Molly Hatchet-Manier abgehenden „Find Somebody New“ und dem Led Zep-umwehten „Boss Man“ kam für mich mit „This Evening“ der Höhepunkt des Gigs. Das balladeske Stück mit ein wenig „Lonesome Guitar“-Flair bestach vor allem mit einem herrlichen „Leise“-Les Paul-Intermezzo von Forrester und einem Allen-Endsolo in Skynyrd-Tradition.
Nach einer Cover-Phase mit gut-interpretierten Blackberry Smoke-, Skynyrd- und Allman Brothers-Adaptionen („Shake Your Magnolia“, „The Needle And The Spoon“, „Southbound“) wurde mit „Phases Of The Moon“ die jahrelange Fernbeziehung der Forresters (mittlerweile ein Ehepaar) zum Ende von Set 1 musikalisch aufgearbeitet.
Nach der Pause ging es dann mit vier Tracks vom aktuellen Album weiter, hier vermisste ich bei „Burning Daylight“ die rassigen Backgroundvocals von Jade MacRae, die sich, einmal gehört, irgendwie ins Gehirn eingebrannt zu haben scheinen.
Der HT-Schunkler „Arkansas“, der mir auch beim letzten Mal schon gut gefallen hatte und das progressiv-jammige „Wiser Time“ (längstes Stück des Konzerts)“ bildeten die Center-Tracks von Set 2, das dann mit „Say Your Name“ (erinnerte mich an die alte Rheinberger SR-Band Street Survivors“ – mit klasse Allen-Strat-Solo in klirrendem Hughie Thomasson-Stil), „GoodSituation Gone Bad“ (mit klasse Drum-Solo von Matze Böhm) und „Running For Your Life“ abgerundet wurde.
Die erste Zugabe, das delta-bluesige „She Knows What I’m All About“ performten Ben und Josh im Duo, zur knallharten Version von „Workin‘ For MCA“ als Finale waren dann alle vier Protagonisten der Allen-Forrester Band wieder mit am Werk.
Die Entwicklung der Gruppe weist, meiner Ansicht nach, vom Potential her, einige Parallelen mit Robert Jon & The Wreck auf, wenn es mit solch starken Leistungen kontinuierlich weitergehen sollte, dürfte Auftritten auf größeren Bühnen in Zukunft nichts im Wege stehen. Am Ende stand die Allen Forrester Band natürlich dann auch noch für unser traditionelles VIP-Bild zur Verfügung.
Line-up: Josh Allen – lead vocals, electric guitar Ben Forrester – electric guitar Hendrik Herder – bass, bgv Matze Böhm – drums
In diesem Jahr ist der -on Thomas Ruf ins Leben gerufene Blues Caravan volljährig geworden. Was liegt da näher, als zum Jubiläum eine Live CD/DVD aufzunehmen. Als Location wurde das Dortmunder Musiktheater Piano ausgewählt, in dem die drei jungen Bluesmusiker die Möglichkeit haben, sich gemeinsam den Blues Rock- Fans zu präsentieren und dabei auch Werbung in eigener Sache zu machen.
Um 20:00 Uhr ist es soweit. Thomas Ruf begrüßt Ashley Sherlock, Will Jacobs, Ally Venable sowie die Rhythmusfraktion Arne Imig am Bass und Isaac Pulido an den Drums auf der Bühne. Gemeinsam spielt das Trio den Beatles-Klassiker „With A Little Help From My Friends“, wobei sie abwechselnd den Leadgesang übernehmen. Schon hier zeigt sich, dass die drei jungen Musiker nicht nur exzellente Gitarristen sind, sondern auch stimmlich starke Akzente setzen und schnell für Begeisterung im Piano sorgen.
Dann hat der junge Brite Ashley Sherlock für sich die Bühne und beginnt mit einer rockigen Version des Neil Young– Evergreens „Ohio“ seinen Soloauftritt. Mit „Think She Knows“, „Dear Elizabeth“ und „Trouble“ von seinem aktuellen Album „Just A Name“ beweist er, dass er über ein Songwriting mit Wiedererkennungswert verfügt. Seine klare und prägnante Stimme sorgt für einigen Szenenapplaus, wie auch seine in die Songs eingestreuten Soli. Ein absolut überzeugender Auftritt, bei dem er von Arne Imig am Bass und Isaac Pulido an den Drums die notwendige kraftvolle rhythmische Unterstützung erhält und so manchen neuen Fans gewonnen hat.
Ohne Pause geht es dann mit dem aus Chicago stammenden, aber seit einigen Jahren in Berlin lebenden Will Jacobs weiter, der schon recht lange durch Europa tourt. Schnell bringt er mit seinem Stil, den Blues mit funkigen Akzenten zu würzen, viele der Fans zum rhythmischen Mitgehen. Er offeriert zwischen den Tracks auch, dass er ein guter Entertainer ist. Insbesondere mit dem Titelsong des aktuellen Werks „Goldfish Blues“ und „I Wish“ macht er beste Werbung für sein neues Album. Ein gesanglich starker Auftritt, bei dem er auch mit dem Publikum spielt und neben seinem funkigen Stil die Stücke auch mit krachenden Gitarrensoli würzt.
Nach einer kurzen Pause kommt dann der heimliche Star des Abends, Ally Venable, auf die Bühne, im Gepäck hat sie dabei einige Songs des neuen Albums „Real Gone„, das sie mit Unterstützung einiger Bluesgrößen einspielte und damit auch Platz 1 in den Charts erreichte. Texas Honey Ally Venable zeigt mit „Real Gone“ und „Don’t Lose Me“, dass sie die im Studio eingespielten Songs live großartig, auch als Powertrio mit Pulido und Imig umsetzen kann. Höhepunkt ihres beeindruckenden Auftritts ist „Tribute to SRV“, das sie ihrem großen Vorbild widmet und die Blues Fans mit gekonnten Soli im Stile von SRV verzückt. Zuweilen hat man dabei den Eindruck, sie schaut beim Spielen in den Himmel Richtung ihres großen Idols, dem sie mit ihrem Auftritt mit Sicherheit ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.
Nach Venables Auftritt kommen dann Ashley Sherlock und Will Jacobs mit auf die Bühne und gemeinsam rocken die drei dann noch mit einigen gekonnt gespielten Covern das Piano. Besonders hervorzuheben sind dabei „I’ll Play the Blues for You“ von Albert King und „Gimme All Your Lovin'“ von ZZ Top mit starken duellierenden Soli und abwechselnden Leadgesängen. Als letzte Zugabe beenden die Drei das Konzert mit dem Song, der auch zu Beginn gespielt wurde und machen mit „With ALittle Help From My Friends“ gewissermaßen den Abend rund.
Bei den gezeigten Leistungen der drei jungen Musiker braucht man sich um die Zukunft des Blues Rock keine Sorgen zu machen.
Wenn man als musikalisch talentiertes Kind bereits das Wort ‚Rock‘ im Familiennamen integriert hat, müsste der Lebensweg, besonders in den Staaten, eigentlich schon so etwas wie vorbestimmt sein. Nalani Rothrock kam schon mit 8 Jahren mit der Musik in Berührung, war bereits mit 12 schon Bestandteil der Band ihres Vaters, der dann auch ihr Songwriting und Bühnenpräsenz maßgeblich beeinflusste.
Die innige Bekanntschaft mit dem Gitarristen und Songwriter Joshua Lamkin 2011 war dann der endgültige Beweggrund nach Nashville zu ziehen, um in Music City Fuß zu fassen. Als großes Glück, vor allem wenn man ihr aktuelles Werk „The Rock House Sessions (Extended Cut)“ durchgehört hat, dürfte auch das dortige Kennenlernen des mehrfach Grammy-dekorierten Kevin McKendree, zu bezeichnen sein, der für seine Zusammenarbeit mit vielen namehaften Größen wie u. a. Little Richard, John Hiatt, Delbert McClinton, Buddy Guy oder Lee Roy Parnell bekannt ist.
Der hat nämlich diese Scheibe nicht nur in seinem eigenen Studio The Rock House in Franklin, Tennessee, produziert, sondern auch seine filigranen Fertigkeiten als Keyboarder mit eingebracht. Dazu hat er den smooth-relaxten Opener „Everytime I Close My Eyes“ zusammen mit Nalani und Joshua mit komponiert.
Ok, mit einer Rockmusikscheibe, hat das Ganze natürlich nur ganz marginal was zu tun (vielleicht am ehesten noch bei „Just Before I Go“) , aufgrund ihrer Stimme, die wie ein Mix aus Bonnie Raitt, Susan Tedeschi und Norah Jones klingt, liegt es natürlich nahe, sich in den Sphären des Southern Soul und des Blues (dazu mit ganz dezenten unterschwelligen Jazz- und Countrynoten bei „Fool For You“ mit quäkender Trompete von Andrew Carney, beziehungsweise beim country-bluesigen, in bester Bonnie Raitt-Manier performten „Try“) zu bewegen, was dann hier auch vorzüglich umgesetzt wird.
Mit dabei auch der uns bestens bekannte Weltklasse-Bassist Steve Mackay, der uns ja bestens von Joe Bonamassa– und Peter Frampton-Konzerten bekannt ist. Dazu gesellen sich dann noch Leute wie Kenneth Blevins und Lynn Williams (beide Drums), Bryan Brock (Percussion) sowie die Backgroundsängerinnen Nicole Boggs, Jonell Mosser und Jackie Wilson. Das gesamte Konglomerat in seiner überwiegend ‚laid-back‘ gespielten Art eignet sich bestens als Lounge- oder Barroom-Hintergrund, aber auch auf der Veranda oder der Terrasse zum gemütlichen Relaxen und Runterkommen.
Nach zwei grandiosen Killerballaden in der zweiten Hälfte („Midnight“ und „Goodbye“), weiß auch das abschließende „Hey Little Bird“ (aus der Feder von Lamkin) von Vogelgezwitscher ummantelte, mit Pinseldrums, leichten Bariton-Slide-Streicheleinheiten (Joshua, wie auch über das ganze Werk hinweg, mit akzentuiertem, sehr effektvollen Spiel, jedoch immer im Dienste der Protagonistin) und Kendrees sanftem Orgelhall, besonders auch in leicht ins Ohr gehender, lyrischer Hinsicht zu gefallen („Hey little bird way up in the tree, c’mon, spend a little time with me…“).
Am Ende erhält man mit „The Rock House Sessions (Extended Cut)“ von Nalani Rotrock ein jetzt mit neun Stücken umfassendes, sehr kurzweiliges Album, das in allen Belangen überzeugt. Nashville darf sich über eine weitere großartige Singer/Songwriterin, ein echtes ‚Rot(h)kelchen‘ des Southern Soul Blues, in seine Reihen erfreuen. Wunderbar!
Jolani Music Group (2022) Stil: (Southern) Soul / Blues
01. Everytime I Close My Eyes 02. Fool For You 03. Just Before I Go 04. Hold On 05. How Long 06. Midnight 07. Goodbye 08. Try 09. Hey Little Bird
Gerade mal 18 Lenze zählt Logan Halstead und legt ein Singer/Songwriter-Album vor, das jedem Routinier zur Ehre gereichen würde. Im Wesentlichen auf akustische Gitarre, Geige und Gesang konzentriert ist „Dark Black Coal“ ein minimalistisches Album geworden, das bei jedem Durchlauf weiter wächst.
Vor drei Jahren veröffentlichte Halstead den Titelsong, der mehrere Millionen Klicks im Internet verbucht. Durch Arlo McKinley wurde er endgültig in die Riege der aufstrebenden Songwriter aufgenommen, indem sie zusammen „Back Home“ performen. Als Inspirationsquellen führt Halstead Sturgill Simpson und Cole Chaney, dessen „The Flood“ auf dem Longplayer seinen Platz gefunden hat, an. Von Richard Thompson interpretiert Halstead „1952 Vincent Black Lightning“. Ansonsten stammen die Stücke aus seiner eigenen Feder. Lawrence Rothman (Amanda Shires, Margo Price, Courtney Love) übernahm die Produktion des Debütalbums.
Steve Earle setzte mit „Ghost Of West Virginia“ (2020) dem Leben in der amerikanischen Bergbauregion ein Denkmal. Halstead verbrachte seine Kindheit eben dort in Comfort, einem Ort mit wenigen hundert Einwohnern. Er kennt also das Leben mit dem Kohlestaub, fernab vom Glanz der Großstätte, aus eigener Erfahrung. In dieser eher trist erscheinenden Umgebung bleiben wohl nicht viele Freizeitaktivitäten für Heranwachsende. Ein Glück für die Musikwelt, dass Halstead zur Gitarre griff. Er erzählt biographisch geprägte Geschichten, die stellvertretend für viele Menschen stehen, die sich mit harter Arbeit durchschlagen und von einer besseren Zukunft träumen.
Der Einstieg in das Album ist phänomenal: „Good Ol‘ Boys With Bad Names“. Am Ende findet sich ein Edit des Tracks. Ich höre keine großen Unterschiede, aber es macht überhaupt nichts, den kurzen Song zweimal in einem Durchlauf zu hören. Weitere Highlights sind die bereits vorab veröffentlichten „Man’s Gotta Eat“ sowie das intensive „Coal River“. Zum Kreis meiner Favoriten zählt auch der an klassische Folksinger wie Woody Guthrie erinnernde Track „Far From Here“. Einzelne Titel aus dem Gesamtwerk herauszuheben, wird ihm eigentlich nicht gerecht. So stellt auch die erste Single „Kentucky Sky“ ebenso einen sehr gelungenen Song dar.
Der Longplayer erscheint homogen. Dennoch gibt es einige Nuancen zu entdecken. So mischt sich beispielsweise bei „Uneven Ground“ mal eine Mandoline ein, bei „Bluefoot“ eine Mundharmonika. Einen verhältnismäßig leichten Rhythmus schlägt Halstead bei „Mountain Queen“ an. So stellen sich keine Abnutzungserscheinungen ein, wie sie bei akustischen Folkalben gelegentlich auftreten.
Pur und unverstellt präsentiert der junge Logan Halstead sein Debüt „Dark Black Coal“, das musikalisch und textlich von einer außerordentlichen Reife zeugt. Ein vergleichbar starkes Erstlingswerk in reiner Folkmanier hat es in den letzten Jahren – vielleicht Jahrzehnten – nicht gegeben. Wenn es da keine Auszeichnungen und Preise regnet, …
Logan Halstead Records/Thirty Tigers – Membran (2023)
Stil: Folk
Tracks:
01. Good Ol’ Boys With Bad Names
02. The Flood
03. Man’s Gotta Eat
04. Dark Black Coal
05. Mountain Queen
06. Kentucky Sky
07. Coal River
08. Far From Here
09. 1952 Vincent Black Lightning
10. Uneven Ground
11. Bluefoot
12. Good Ol’ Boys With Bad Names (Edit)
Im letzten Jahr hatte Kenny Wayne Shepherd noch einmal sein legendäres „Trouble Is„-Album zum 25. Jubileum zelebriert und im Studio neu eingespielt. Gestern Abend in der mit ca. 600 Zuschauern gut besuchten Zeche in Bochum, durften dann seine Fans und Blues Rock-Liebhaber live daran teilhaben. Auch hier stand es im absoluten Mittelpunkt und wurde vollständig dargeboten, allerdings nicht in der Original-Reihenfolge.
Im Gegensatz zu seinen hier bereits erlebten Konzerten, wartete er neben seinem Stammpersonal mit Noah Hunt und Joe Krown mit neuformierter Rhythmusfraktion auf. Mützenträger Kevin McCormick am Bass und der wuchtige Sam ‚The Freight Train“ Bryant machten dabei einen tollen Job.
Schon beim Einstieg mit dem Instrumental-Titelstück ließ Kenny direkt die Saiten glühen. Noah Hunt offerierte mit seiner Gesangsperformance und seinem sympathischen Erscheinungsbild dann ab „Somehow,Somewhere, Someway“ sofort, warum Shepherd gut beraten ist, ihm den Löwenanteil am Front-Mikro zu überlassen. Hunt griff zwischenzeitlich mal zur E- und Akustikgitarre und schüttelte ab und zu das Tambourine.
Bis zum ersten Durchatmer, dem ruhigeren „I Found Love (When I Found You)“ ging erstmal, in bester texanischer Blues Rock-Manier à la Stevie Ray Vaughan, ordentlich die Post ab. „Nothing To Do With Love“, King’s Highway“, „True Lies“ und „(Long) Gone“ hießen die nächsten Stationen voller filigraner, krachender-Shepherd-Soli, bis dann auch sein offensichtliches Faible für Jimi Hendrix mit dem eher unbekannteren „I Don’t Live Today“ bedient wurde, wo er immer wieder in sich gekehrt den rechten Arm gen Himmel streckte.
Das Stück war vermutlich der Grund, warum auf seine übliche Paradeversion von „Voodoo Child“ verzichtet wurde. Klar, dass danach sein Hit „Blue On Black“ die ohnehin gute Stimmung in der schön beleuchteten Zeche, noch mehr in die Höhe trieb. Mit „Slow Ride“ war, nach pünktlichem Beginn, um 21:05 Uhr das ein Viertel Jahrhundert alte Album nach heutigem Maßstab durchgespielt.
Als die Band vom Publikum lautstark auf die Bühne zurück zitiert gewesen war, folgte dann, nachdem Kenny die Band vorgestellt hatte, eine vier Tracks umfassende, furiose Abschlussphase, beginnend mit dem treibenden „Woman Like You“ mit starkem Gesang von Hunt.
Beim stampfenden „I Want You“ (inklusiv Krownschem Orgelsolo) übernahm Kenny zum ersten Mal die Leadvocals wie auch beim sensationell dargebotenen „Diamonds & Gold“, wo es nur so an Soli hagelte. Bassist Kevin McCormick gab den Groove im Stile eines Leadgitarristen, Shepherd ließ es zweimal scheppern und auch Krown schob sich auch dazwischen. Für mich das Highlight des Abends.
Im klassischen Bluesstil wurde dann mit dem B.B. King-Schinken “ You Done Lost Your Good Thing Now“ am Ende einer weiteren Größe des Musikbusiness, mit einer erneut emotionalen Version, die Ehre erwiesen. Klar, dass Kenny auch hier nach Krown-Pianosolo nochmals seine Stratocaster aufheulen ließ. Danach war um 21:40 Uhr Schicht in der Zeche. Die rundum zufriedenen Besucher hatten einen Weltklasse E-Gitarristen erlebt, und durften sich in bluestypisch nostalgischer Manier nochmal an einem der Highlightalben des Genres erfreuen. Ein lohnenswerter Besuch!
Line-up: Kenny Wayne Shepherd (electric guitar, vocals, lead vocals) Noah Hunt (lead vocals, electric and acoustic guitar, percussion) Joe Krown (keys) Kevin McCormick (bass) Sam ‚The Freight Train“ Bryant (drums)
„Long Way To Go“ ist Diehlmanns inzwischen achtes Album (seine letztjährige Best-Of-Compilation mal nicht mitgezählt). Und es ist aus meiner Sicht sein bisher stärkstes Werk.
Alle Songs stammen bis auf den Elmore James-Klassiker „The Sky Is Crying“ aus seiner Feder. Eingespielt hat er das gesamte Material natürlich wieder mit seinen Stammmusikern Tom Bonn (Drums) und Jörg Sebald am Bass. Zusätzlich wird die Band diesmal aber noch von dem Organisten Tom Bornemann musikalisch unterstützt. Herausgekommen sind neun feine, kraftvolle Blues Rock-Stücke, wie man sie so, wenn man die Andreas Diehlmann Band nicht kennt, von einheimischen Musikern nicht vermuten würde.
Gleich der Opener und Titelsong des Albums „Long Way To Go“ macht klar, wohin die Reise auf dem Longplayer gehen wird. Ein eingängiges Intro mit Slideklängen eröffnet den Song, der sich im Folgenden zu einer ausgewachsenen, mitreißenden Blues Rock-Nummer mit Southern-Feeling entwickelt. Apropos „Southern-Feeling“: Auch der schnörkellose Blues Rocker „Way To Hell“, in dem Diehlmann seine Stimme nicht gerade schont und das ziemlich straight rockende „Wedding Dress“ gehören in diese Kategorie. Ganz anders, aber mindestens genauso gut, kommt „Pretty Baby“ daher. Der Track startet eher relaxed, zündet dann aber als traditionell arrangierter und fetziger Boogie, der durchweg gute Laune verbreitet.
Etwas Ruhe spenden die Nummern „Broken“ und „Baby It’s Gonna Rain Tonight“. Beides sind längere klassische Slowblues-Balladen, die erste mit einem gefühlvoll leidenden Gitarrensolo von Diehlmann und der gemächlich dahin mäandernde Klammerblues „Baby It’s Gonna Rain Tonight“ wartet mit einem tollen Keyboardsolo von Tom Bornemann auf, der beide Stücke auch mit einem melodiösen Klangteppich unterstreicht. Eingängige Gitarrenhooks gibt es in „Burning Slow“ und „Bad Luck“ liefert wiederum saftigen Blues Rock mit durchaus southernmässigen Gitarrenriffs. Der groovig stampfende Elmore James Klassiker „The Sky Is Crying“ beendet schließlich dieses wuchtige Album.
Mit „Long Way To Go“ ist der Andreas Diehlmann Band ein wirklich großer Wurf gelungen. Hier wird straight und kraftvoll abgerockt, aber auch einfühlsame und ruhige Momente kommen nicht zu kurz. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass es das beste Blues- bzw. Blues Rockalbum ist, das ich in der letzten Zeit gehört und besprochen habe.
Und dazu kommt es noch aus deutschen Landen. Das will schon was heißen! Allerdings frage ich mich nur, wieviel Zigaretten und Whiskeyflaschen Diehlmann geraucht bzw. geleert haben muss, um zu einer so überzeugend rauen Bluesstimme gekommen zu sein, wie sie hier zu hören ist. Wahnsinn! Da wundert es nicht, dass Andreas Diehlmann im letzten Jahr mit dem ‚German Blues Award‘ ausgezeichnet wurde.
Mountain Meadow Studio (2023) Stil: Blues
Tracks: 01. Long Way To Go 02. Pretty Baby 03. Way To Hell 04. Broken (Into Little Bits) 05. Burning Slow 06. Bad Luck 07. Wedding Dress 08. Baby It‘s Gonna Rain All Night 09. The Sky Is Crying
Impuls Promotion und der Rock und Blues Shop veranstalten gemeinsam das Blues Rock Meeting Nr. 1 im Zentrum Altenberg und beabsichtigen so, in Zukunft gemeinsam, ein Festival für Freunde des Blues und Rock im Ruhrgebiet zu implementieren. Zur Premiere sind diesmal die Hamburger Pockets Full Of Change, die Lokalmatadoren Captain Twang, die Andreas Diehlmann Band und als Top Act Julian Sas mit dabei.
Gegen 16:30 Uhr begrüßt Wolfgang Stolt von Impuls Promotion die Besucher und eröffnet den Konzerttag, der am Ende bis kurz vor 22 Uhr dauert, was denen, die am Montag arbeiten müssen, sehr entgegen kommt. Zunächst richtet er nachdenklich stimmende Worte an die Blues-Fans, mit denen er die Situation, insbesondere lokaler Veranstalter beschreibt, die vielerorts mit nicht unerheblichen Besucher-Rückgängen bei moderaten Preisen zu kämpfen haben, während bei den Topacts in Stadien und Arenen das Publikum zu Mondpreisen die Bude einrennt und so gewissermaßen der Live-Markt regelrecht auspresst wird.
Für das Fundament, bei dem quasi alle Topacts angefangen haben, bleibt so nur noch wenig übrig, um Bands entsprechend zu fördern. Um so mehr bedankt er sich bei den Gästen, die sich entschieden haben, Musiker aus einer Nähe zu erleben, die man nicht in Stadien haben wird, mit der Ausnahme man ist bereit, für den so genannten Golden Circle einige hundert Euro auf den Tisch zu legen.
Als Rahmenprogramm gibt es ein kleines Gewinnspiel und fürs kulinarische sorgt ein Foodtruck, direkt vor der Konzerthalle.
Den Tag eröffnen dann die Hamburger Pockets Full of Change, die mit ihrer folkigen Americana-Musik auch bei den Blues-Anhängern gut ankommt. Dem Duo gelingt es, die Besucher musikalisch auf den Abend einzustimmen, auch wenn sie sich noch nicht einmal einen Bluesrock angezogen haben, wie Sänger Jonas Puschke mit einem Augenzwinkern schon zu Beginn des Konzertes sagte. Dafür können er mit einer markanten und sehr klaren Stimme und sein Mitstreiter Christopher Timm, der ihn zuweilen filigran an der akustischen Gitarre begleitet, mit ihrer Qualität überzeugen und zaubern das Flair der Weiten der amerikanischen Prärie ins Zentrum Altenberg.
Line-up Pockets Full Of Change: Jonas Puschke – Gesang Christopher Timm – Gitarre
Die Umbaupause nach der Show der sympathischen Norddeutschen reicht soeben, um sich am Foodtruck zu stärken und ein Erfrischungsgetränk zu nehmen und schon stand Andreas Diehlmann mit seiner Band auf der Bühne und präsentiert eine Mischung aus Blues Rock und Boogie, die Stimmung in die Bude bringt und zeigt, warum er zu einen der deutschen Top Acts in der Blues-Szene zählt. Neben meist eigenen Songs, wie dem Titeltrack des aktuellen Albums „Long Way To Go“, bringt Diehlmann auch einige Coversongs gekonnt auf die Bühne. Stark das von Warren Haynes für die Allman Brothers Band geschriebene „Soulshine“ und „Just Got Paid“ von ZZ Top, das als letzte Zugabe gespielt wird. Diehlmann überzeugt stimmlich und mit seinem variablen Gitarrenspiel und wird dabei von einer grundsoliden Rhythmusfraktion mit Basser Jörg Sebald und Drummer Tom Bonn unterstützt, die auf den Punkt die Grundlage für die Songs legt, auf der Diehlmann sich musikalisch ausleben kann.
Line-up Andreas Diehlmann Band: Andreas Diehlmann– Gitarre, Gesang Jörg Sebald – Bass Tom Bonn – Schlagzeug
Die folgende wieder angenehm kurze Umbaupause vor Captain Twaing wird direkt dazu genutzt, den Großteil des Hauptactequipmentes aufzubauen, da für das Ruhrpott-Duo mit Bass und Gitarre wenig Umbau nötig ist. Was danach folgt ist schon tricky, kommt aber sehr gut an. Die meisten Songs sind alte Hits aus verschiedensten Genren, welche die beiden ‚verbluest‘ haben, wobei Eddie Wagner seine Gitarre meist slidend spielt (worin er ein Meister ist) und Jim Demant am Bass den Takt vorgibt. Ein sehr humorvoller Auftritt, der zwischen den Songs mit der einen oder anderen Anekdote zum Andenken anregt. Klasse ist ihr eigenes Stück vom Emscherstrand, in dem die Emscher idyllisch fast der Südsee gleichgesetzt wird. Immerhin hat die Emscher sich in manchen Regionen bis zur Mündung bei Dinslaken durch Renaturierung von einer Kloake wieder in eine natürliche Flusslandschaft zurückentwickelt.
Line-up Captain Twang: Eddie Wagner – Gitarre, Gesang Jim Demant – Bass, Gesang
Gegen 20:00 Uhr ist es dann soweit und der Top Act Julian Sas betritt mit Drummer Lars-Erik van Elzakker und Bassist Edwin van Huik unter dem Applaus der Fans die Bühne. Zu dritt, als Powertrio legen die Niederländer direkt los wie die Feuerwehr. Ohne Keyboards sind die Songs meist eine Spur härter gespielt als in den Jahren zuvor. Die Setlist, vorwiegend mit eigenen Stücken, spickt er mit starken Coversongs einiger musikalischer Vorbilder.
Besonders hervorzuheben aus einem starken etwa 90-minütigen Auftritt sind das hart rockende „The Devil Got My Number“ und das melancholisch-bluesige „Fallin`From The Edge Of The World“, das bei so manchem der Sas Fans für eine Träne im Auge sorgt, da Sas diesen Song seinem langjährigen Freund und Bassisten Fotis Anagnostou gewidmet hat, der leider vor etwa zwei Jahren viel zu früh gestorben, so im Gedanken aber weiter dabei ist (RIP Fotis, ich erinnere mich an ein Gespräch mit dir über die griechische Mythologie). Bei den Coverstücken seiner musikalischen Vorbilder, u. a. einer extendet Version von Jimmy Hendrix „Hey Joe“, die dieser, ehrlich gesagt, selbst gecovert hat und Rory Gallaghers „Bullfrog Blues“ beweist Julian Sas, dass er musikalisch auf deren Pfaden wandelt und deren Feeling auch in die eigenen Stücke transportiert hat.
Line-up Julian Sas Band: Julian Sas – Gitarre, Gesang Lars-Erik van Elzakker – Schlagzeug Edwin van Huik – Bass
So geht gegen kurz vor 22:00 Uhr ein musikalisch gelungenes Bluesmeeting Nr. 1 zuende, bei dem alle Musiker sich für Smalltalk, Autogrammwünsche oder das eine oder andere Erinnerungsfoto unter die Fans mischten. Es bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter die Energie und den Atem dazu aufbringen, das Bluesmeeting als konstante Veranstaltung in den musikalischen Terminkalender fest einzubringen.
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