Tommy Castro & The Painkillers – 17.02.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Tommy Castro & The Painkillers standen bei mir dieses Jahr ganz oben auf meiner To-Do-Liste, zum einen, weil die Band zu meiner eigenen Schande in Sachen Live-Auftritte bisher absolut an mir vorüber gegangen ist und nicht zuletzt wegen ihres mir einzig bekannten Albums „Stompin‘ Ground“, das mir außerordentlich gut gefiel.

Pünktlich, auftragsgetreu und zielgerichtet wie echte Killer, legten Leader Tommy Castro, Langzeitweggefährte Randy McDonald, mit seinem mintgrünen Bass, Tastenvirtuose Mike Emerson und Schlagzeuger Bowen Brown um 20:00 Uhr mit dem funkigen Instrumental „Shakalak“ den Grundstein für einen vor Spielfreude strotzenden Gig.

Gebracht wurde ein Querschnitt aus Castros seit 1994 währender Karriere, durchzogen mit ein paar Covernummern von schillernden Musikern wie Taj Mahal, Buddy Miles, John Lee Hooker und Elvin Bishop. Protegiert wurde dazu ihr aktuelles Werk „Killin‘ It Live“, eine, wie der Titel es schon andeutet, ebenfalls in dieser Form gestaltete Live-Scheibe, aus der dann gleich sieben Stücke performt wurden.

Castro konzentrierte sich insgesamt mehr auf den klassischen Blues Rock alter Schule, die zum Teil recht radiofreundlichen Tracks von „Stompin‘ Ground“ blieben außen vor, was man an den hier gebrachten Tracks wie „Blues All Around Me“, „Enough Is Enough“ und Them Changes“ dieses Werks erkennen kann.

Was herausstach war die freundliche und sympathische Bühnenpräsenz der Kalifornier, die zudem in eine begeisternde, wie schon oben angedeutete Spielfreude mündete. Tommys unzählige filigrane, quirlige und zum Teil regelrecht furiose E-Gitarren-Soli (z. B. bei John Lee Hookers „Serves Me Right To Suffer“) auf seiner eigens für ihn konzipierten Delaney-Castrocaster (nur einmal beim Trump-kritischen „Enough Is Enough“ wechselte er zur Gibson Les Paul, wo er dann kurz auch seine Slide-Künste andeutete) und Mike Emersons variables Tastenspiel mit viel Honkytonk-Geklimper, Orgelgeschwurbel und E-Piano-Geglucker, standen dabei meist im Rampenlicht.

Die unaufgeregt agierende Rhythmusfraktion mit Randy McDonald und Bowen Brown konnte sich mit zwei kurzen Soli an ihren Instrumenten und Harmoniegesängen profilieren. Nach dem Buddy Miles-Klassiker „Them Changes“ zum Ende des Hauptsets gab es dann fulminant abgehenden Southern Rock mit Elvin Bishops „Party ‘Til The Cows Come Home“ und den Rausschmeißer „Common Ground“ vom 2015er-Album „Method To Madness“ als Zugabendank für die tolle Stimmung im Publikum.

An diesem launigen Abend im Dortmunder Musiktheater Piano ist es Tommy Castro und seinen Painkillern bestens gelungen, den Schmerz, den das heutige Leben nun mal teilweise so mit sich bringt, musikalisch vergessen zu lassen – auf jeden Fall zumindest für gute 105 Minuten! Insgesamt ein toller, mitreißender Killer-Gig des Quartetts aus San Francisco!

Line-up:
Tommy Castro: Lead vocals, electric and slide guitar
Randy McDonald: Bass, vocals
Mike Emerson: Keyboards
Bowen Brown: Drums, vocals

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Tommy Castro & The Painkillers
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Andreas Diehlmann Band – Your Blues Ain’t Mine Tour, Live 2019 – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Gerade erst hat Andreas Diehlmann sein beachtenswertes und starkes Album „Your Blues Ain’t Mine“ veröffentlicht, da schiebt er auch schon ein Live-Album mit gleichnamigen Titel nach. Eingespielt hat er es natürlich in seiner Heimatstadt Kassel im Liveclub „Theaterstübchen“, wieder begleitet von Volker Zeller am Bass und Tom Bonn an der Schießbude. Außerdem liefert Volker Zeller auch wieder gesangliche Unterstützung.

Obwohl der Titel beider Alben gleich ist, ist es der Inhalt nicht. Nur drei Songs haben es vom Studioalbum aufs Livealbum geschafft. Das ist zum Einen natürlich der namensstiftende Titelsong beider Alben „Your Blues Ain’t Mine“, sowie die beiden Stücke „I Don’t Know“ und „Head Down Low“. Alle drei Stücke klingen im Vergleich zu den Studioaufnahmen dank Diehlmanns präsenter abgemischten, rauchigen Stimme mit Assoziationen an whiskeydurchtränkte Nächte, ‚dreckiger‘ und damit noch authentischer und ehrlicher.

Ansonsten ist der Longplayer prall (insgesamt 14 Tracks) mit neuem Material gefüllt. Wobei neu relativ zu verstehen ist, denn bei 5 Songs handelt es sich um bärenstarke Coverversionen von Peter Greens „Oh Well“, die durch Hendrix bekannt gewordenen Stücke „All Along The Watchtower“ und „Hey Joe“, sowie die Klassiker „Going Down“ von Don Nix und „Purple Rain“ von Prince.

Die restlichen Songs bewegen sich zwischen rhythmisch stampfenden und southernmässig angehauchten Melodien mit ZZ Top-Einschlag („Come On And Get It“) und einem, wie es sich gehört, zum Abzappeln einladenden, zündenden Rock’ n Roll Shuffle („Rita“). Mit „Gone“ und „Hard Times“ stehen dann zwei weitere typische Bluesnummern auf dem Programm.

Der erstere Titel ist ein schöner Slowblues in Moll und das andere Stück ein klassischer Chicagostyle Blues mit filigranen, teils aber auch schrammelnden Riffs im Mittelteil. Mit „Gonna Raise Hell“ geht‘s dann noch einmal richtig heavy zur Sache: ein pumpender Rocksong, der auch aus der Feder einer Metalband stammen könnte.

Insgesamt also ein starkes, authentisches Album auf dem Andreas Diehlmann und seine Jungs ihre besonderen Livequalitäten offenbaren. Und Diehlmanns Stimme ist, wie gesagt, Blues pur. Jungs, ihr müsst unbedingt auch mal in unseren Gefilden live zu sehen und zu hören sein. Wir warten auf Euch!

Eigenproduktion 2019
Stil: Blues, Blues Rock

Tracks:
01. Oh Well
02. Come On And Get It
03. Gone
04. Your Blues Ain’t Mine
05. All Along The Watchtower
06. I Don’t Know
07. Going Down
08. Rita
09. Hard Times
10. Opposites Attract
11. Head Down Low
12. Gonna Raise Hell
13. Hey Joe
14. Purple Rain

Andreas Diehlmann Band
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The Infamous Her – Black And White – CD-Review

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Nach ihrem launigen Konzert im Kölner Yard Club vor gut zwei Wochen überreichte uns Monique Staffile auch ihr neues Studiowerk „Black And White“ zum Reviewen.

Die CD kommt diesmal Coverart-technisch in einem recht spartanisch gehaltenen, passend zur Thematik, gewählten schwarz-weiß bedruckten Papp-Schuber, wobei sich auf der Rückseite, nebst zweier Gesichtsausschnitte von Monique an den Rändern, alle relevanten Infos zum Album befinden (Titel, Musiker, etc.).

Während ihres Gigs hatte sie bereits Stücke wie „A Plan“, „You Don’t Want Me Anymore“, „Black And White“ und das emotionale, einigen bereits Verstorbenen in Moniques Bekanntenkreis gewidmete „Right Now“ – auf diesem Longplayer der melodischste und emotionalste Track – bereits vorgestellt. Hier im Studio klingt alles natürlich deutlich besser und klarer ausgesteuert als auf der Bühne.

Zu meinem persönlichen Leidwesen, gibt es auch diesmal keinen Schwenk zurück zu ihrer mehr Countryrock-umwehten Her & Kings County-Zeit. Sie und ihr musikalischer Gefährte Caleb ‚KBC‘ Sherman, der wieder vom Songwriting, instrumentellen Wirken bis zur Produktion eingebunden ist, haben sich weiterhin in einen aufmüpfigen New Wave-umwitterten Poprock kalibriert, sei es britischer, aber auch durchaus deutsch anmutender Natur, wobei mir hier Acts wie Nina Hagen oder Ideal in den Sinn kommen.

Aufgrund Moniques gut zu dieser Stilart passenden Rotzgöhren-Stimme kann dies auch durchaus nachvollzogen werden. Auf meinem Notizzettel habe ich neben dem treibenden „You Don’t Want Me Anymore“ und „Right Now“, noch das in Siebziger Rockmanier stampfende „Hide“ (klimpriges Piano), das atmosphärisch schleichende „Oh My God“ sowie das Hagen-mäßig schrille Synthie-trächtige „Make Believe“ als Anspieltipps vermerkt.

Fazit: Die aus Brooklyn stammende und in Nashville lebende Monique Staffile, alias HER, hat ihren Stil gefunden und geht diesen Weg konsequent weiter. Ihre neue CD „Black And White“ bietet klare Kante, kaum Schattierungen dazwischen und somit ganz viel New York und so gut wie gar kein Tennessee mehr.

Eher weniger meine Welt, vor allem nicht im heimischen Wohnzimmer, aber was bleibt, ist natürlich weiterhin der große Sympathiebonus, denn Monique trägt das Herz am rechten Fleck.

Eigenproduktion (2019)
Stil: New Wave / Rock / Pop

01. Break Me
02. A Plan
03. You Don’t Want Me Anymore
04. Black And White
05. Hide
06. Oh My God
07. Strike A Fire
08. Right Now
09. Make Believe
10. Love Story

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Hayes Carll – What It Is – CD-Review

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Review: Michael Segets

2017 heimste Hayes Carll sieben Austin Music Awards ein, im Jahr davor erhielt sein Song „Chances Are” in der Interpretation von Lee Ann Womack eine Grammy-Nominierung als bester Country-Song. Nun möchte der Texaner aus Houston mit seinem sechsten Album „What It Is“ an seine Erfolge anknüpfen.

In seinen aktuellen Texten entwirft Carll allerdings keine großen Zukunftspläne und arbeitet auch die Vergangenheit nicht auf, wie es Singer/Songwriter des Öfteren tun. Stattdessen propagiert er das Leben im Moment. „Es ist, wie es ist“ lautet eine frei übersetzte Zeile aus dem Titelstück. Das ständige Hinterfragen verhindert den Genuss des Augenblicks. Manchmal ist es für ihn hilfreicher, etwas auf sich beruhen zu lassen. Diese Grundaussage lässt sich aus den beiden starken Songs „None’ya“ und „Things You Don’t Wanna Know“ heraushören.

Carll, der für seine klaren, oft mit einer Portion Sarkasmus gewürzten Worte bekannt ist, hält sich auf „What It Is“ mit politischen Äußerungen weitgehend zurück, auch wenn diese in manchen Zwischentönen wie bei dem rockigen und mit schönen Twang versehenen „Times Like These“ anklingen. So fällt „American Dream“ anders als vielleicht erwartet, nicht als bittere Abrechnung mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit in den Staaten aus. Die fast sanfte Melodie lädt sogar eher zum Träumen ein.

Die Songs erwecken den Eindruck, dass sie Carll mühelos von der Hand gehen. Manchmal erscheinen die Stücke aber etwas zu eingängig und gewollt arrangiert. Die Streicher auf „Be There“ oder auf „Fragile Men“, bei dem ihre Passagen beinahe orchestrale Ausmaße annehmen, sind mir etwas zu viel, obwohl auch die Songs durchaus ihre Qualitäten haben. Geige und etwas Slide untermalen das vorab ausgekoppelte „Jesus And Elvis“ hingegen sehr stimmungsvoll.

Die für Americana- und Country-Musik typischen Instrumente setzt Carll abwechslungsreich ein. Beim Titelsong „What It Is“ sind Banjo sowie Mandoline zu hören, bei „Beautiful Thing“ ein Klavier und beim bluesigen „Wild Pointy Finger“ eine Mundharmonika.

Die Titel der Scheibe sind überwiegend im unteren Tempobereich angesiedelt, wobei sie nie langweilig werden. Es finden sich ebenfalls einige schnellere Country-Nummern. Zu diesen zählt „If I May Be So Bold“. Der Song hätte auch auf „No Free Lunch“ von Green On Red gepasst. Die Klangfarbe von Hayes Carlls Stimme ist allerdings eine gänzlich andere als die von Dan Stuart. Carll variiert seine angenehme Stimme bei den verschiedenen Songs und lässt sie mal weicher, mal kratziger klingen.

Insgesamt zeigt sich der Singer/Songwriter auf „What It Is” musikalisch und textlich entspannt. Ob es Hayes Carll gelingt, den Erfolg der Vorgänger „KMAG YOYO“ (2011) und „Lovers And Leavers“ (2016) fortzusetzen, bleibt abzuwarten. Zu wünschen wäre es ihm.

Dualtone Records (2019)
Stil: Americana/Country

Tracks:
01. None’ya
02. Times Like These
03. Things You Don’t Wanna Know
04. If I May Be So Bold
05. Jesus And Elvis
06. American Dream
07. Be There
08. Beautiful Thing
09. What It Is
10. Fragile Men
11. Wild Pointy Finger
12. I Will Stay

Hayes Carll
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Oktober Promotion
Dualtone Records

Jess Klein – Back To My Green – CD-Review

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Review: Michael Segets

2015 gab Jess Klein in der Solinger Cobra ein Akustikkonzert vor kleinem Publikum – aber mit großartiger Atmosphäre. Gerade aus Paris angereist, wo sie vom Musikerkollegen Mike June einen Heiratsantrag bekommen hatte, spielte sie eine exquisite Auswahl ihres Backkatalogs und einige Titel ihres hervorragenden, damals aktuellen Albums „Learning Faith“. Auf dem Konzert beeindruckte die sympathische Jess Klein einerseits durch ihr sensibles und fast schon verletzlich wirkendes Auftreten, andererseits zeigte sie auch kämpferische und trotzige Züge.

Beide Facetten spiegelten sich seinerzeit in ihren Songs wider und lassen sich auch auf dem neuen Longplayer „Back To My Green“ ausmachen, der als CD Ende letzten Jahres und als Download seltsamerweise gerade erst erschienen ist.

Auf ihm charakterisiert sich Jess Klein mit „Tougher Than I Seem“ so, wie ich sie wahrgenommen hatte. Der ruhige Titel reiht sich nahtlos in ihr bisheriges Schaffen ein und besticht durch seine melodische Ausgewogenheit und ihren Gesang, mit dem sie viele Gefühle transportieren kann.

Mit poetischen Texten und Leidenschaft in der Stimme bearbeitete sie teils sehr persönliche Erfahrungen, Emotionen und Gedanken. Der Introspektion widmet sich Klein auf den beiden eingängigen Midtempo-Stücken „In Dreams“ – mit Streichern und kräftigem Schlagzeug – und dem sanfteren „Back To My Green“.

Auf ihrem aktuellen Album schlägt sie ungewohnt sozialkritische Töne an, wie bei der akustisch gehaltenen Folkballade „New Thanksgiving Feast“, die von den variablen und unverwechselbaren Vibes ihres Mezzosoprans lebt, oder bei „Blair Mountain“. Jess Klein erweitert mit dem letztgenannten Song das Klangspektrum ihres Werks, indem sie mit kratziger Gitarre – einschließlich einigen Rückkopplungen – und dramatischem Refrain rockt. „Blair Mountain“ zählt für mich zu den besten Songs, die ich dieses Jahr entdeckt habe.

Das erdige „Gates Of Hell“ überzeugt ebenfalls, wobei der gospelartigen Background besonders hervorsticht. Sehr gelungen ist auch das dynamische und mit schöner Gitarrenarbeit versehene „Mammal“.

Gefällig, vielleicht durch die Arrangements an einzelnen Stellen leicht überladen, entwickeln die letzten drei Titel „The Girlz“, „Kid“ und „I Hear Love“ weniger Ohrwurmqualität als die vorherigen Stücke des Albums oder einige Songs ihrer früheren Werke, die immer wieder den Weg auf meine Sampler und Playlists finden.

Jess Klein verzaubert nicht nur auf der Bühne, sondern auch auf ihren Longplayern mit lyrischen Texten, wunderbaren Melodien und Songstrukturen, die sich festsetzen. In Kombination mit ihrer intensiven Stimme, die den Spagat zwischen Zerbrechlichkeit und Kraft vollführt, ziehen viele Kompositionen direkt in ihren Bann. „Back To My Green“ bietet einige dieser besonderen Momente, wobei die erdigen und rockigen Elemente, die Jess Klein neu in ihren Sound aufnimmt, ihr sehr gut stehen.

Zur Refinanzierung der Produktionskosten von „Back To My Green“ rief Jess Klein einen Kickstarter ins Leben, der zurzeit noch läuft. Eine Empfehlung lautete daher, die exklusiven Angebote auf der Seite zu sichten.

Blue Rose Records/Soulfood (2018)
Stil: Americana, Rock

Tracks:
01. In Dreams
02. Tougher Than I Seem
03. Mammal
04. Blair Mountain
05. Back To My Green
06. New Thanksgiving Feast
07. Gates Of Hell
08. The Girlz
09. Kid
10. I Hear Love

Jess Klein
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Bluerose Records
Soulfood
Cobra

Blues Caravan – 10.02.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Das war doch mal wieder ein attraktives Paket, im wahrsten Sinne des Wortes, was Thomas Ruf im Rahmen des Blues Caravans 2019 auf den Weg gebracht hat. Seit 2005 schickt er tolle Künstler seines Labels im Trio auf die Reise und hat damit so manche formidable Karriere initiiert.

Im letzten Jahr hatte er um die Newcomerin Vanja Sky, mit Bernard Allison und Mike Zito, zwei hart gesottene Blues-Recken geschert, diesmal gab es mit der Finnin Ina Forsman, die 2016 schon mal partizipierte, der Texanierin Ally Venable und der Serbin Katerina Pejak, wieder eine geballte Jung-Frauen-Power.

Alle drei Musikerinnen hatten neue Alben am Start, wobei Mike Zito bei Venable und Pejak als Produzent involviert war. An diesem gut besuchten Sonntag-Abend im wie immer schönen Musiktheater Piano in Lütgendortmund, starteten die drei Protagonistinnen, verstärkt durch Bass-Tausendsassa Roger Inniss, der auch durch den Abend moderierte, und Elijah Owing an den Drums, mit dem direkt knackig rockenden Gemeinschaftssong „They Say I’m Different“, bei dem alle schon ihre Gesangskünste einbrachten.

Ina Forsman mit einem knallroten Rüschenkleid in Center-Position, die sehr elegant in schwarz gekleidete Katarina Pejak am Keyboard (hätte optisch auch blendend in ein Klassik-Ensemble gepasst) und Ally Venable mit schwarzem, äußerst knappen Pailletten-Mini Fummel-Einteiler und kniehohen Stiefeln waren auch optisch ein Hingucker für die zahlreich versammelte Fotografenschaft und das anwesende Restpublikum.

Ina verließ danach die Bühne und Katarina Pejak hatte als erste die Gelegenheit, ihr neues Debütwerk „Roads That Cross“ zu protegieren. Ally unterstützte an der E-Gitarre. Sie wählte als Einstieg, das in Barroom-Manier swingende „She’s Coming After You“, gefolgt vom herrlich Country-umwehten Titelstück, einer Gänsehaut-Ballade, die mit eines meiner Highlights des Gesamtgigs darstellte.

Der „Turtle Blues“ als Hommage an Janis Joplin (schönes HT-Piano), eine weitere herrliche Ballade „Old Pain“ (mit kleiner amüsanter Anekdote aus Franklin, Tennessee, zur Einleitung) und das rauchig atmosphärische Joni Mitchell-Cover „Sex Kills“ (auch auf der neuen CD vertreten) mit Kneipenpiano-Einlage bewiesen, dass der Serbin, von der Mike Zito sagt, dass sie mit ihrer Musik einen sowohl zum Nachdenken als auch zum Weinen bringen kann, für die Zukunft einiges zuzutrauen ist. Eine klasse Performance von Katarina Pejak!

Als das selbstbewusste langmähnige, erst 19-jahre junge ‚Texas Honey‘ Ally Venable, im Trio mit Inniss und Owings, mit dem gleichnamigen Titeltrack ihres im März erscheinenden Silberlings „Texas Honey“ übernahm, kam rockiger Schwung in die Bude.

Die ließ ihr Vorbild Stevie Ray Vaughan bei Stücken wie „Nowhere To Hide“, „Broken“ (Pejak assistierte am Piano), „Devil’s Son“, „Back Water Blues“ und nicht zuletzt beim überragend gespielten „Riviera Paradise“ in klassischer, wie auch in Slide-Spielart, rassig wieder aufleben. Auch sie insgesamt mit tadellosem Job in texanischer Blues-Manier.

Nach kurzer Pause hatte dann Ina Forsman ihren großen Auftritt. Sie stellte ihr neustes Werk „Been Meaning You To Fall“ ins Rampenlicht. Ihr energiegeladener und engagierter Gesang sowie ihre fesselnde Bühnenpräsenz war geradezu ansteckend. Sie schien ihren Frust durch den Verlust ihres Handys, auf dem sich alle Daten für neue Songs befanden regelrecht weg singen zu wollen. Immerhin gab es ja mit dem neuen Longplayer dann doch noch ein unvermutetes Happyend.

Ihre Vorstellung war überwiegend grooviger und souliger Natur, klasse gefiel mir das Southern Rock-angelehnte E-Gitarrensolo Venables am Ende von „Be My Home“. Emotionaler Höhepunkt sowie Abschluss ihres Sets war meiner Meinung nach die mit Katarina im Duo aufgeführte Pianoballade „Figure“, in der sie ihr wohl erlebtes Beziehungschaos aufarbeitete.

Danach ging es dann wieder mit versammelter Mannschaft bei launigen Tracks wie u. a. „Love Me Like a Man“ (Bonnie Raitt), „Company Store“ (mit klasse Acapella-Gesang) inklusiv der Staus Quo-trächtigen SRV-Zugabe „The House Is Rockin‘“ (inklusivt Mitsing-Interaktion) fulminant zur Sache, wobei sich die drei Mädels beim Leadgesang, immer wieder die Klinke in die Hand gaben.

Insgesamt war auch dieser Blues Caravan 2019 wieder eine unterhaltsame, ja sehr gelungene Sache. Mit Ina Forsman, Ally Venable und Katarina Pejak präsentierten sich drei sehr musikalisch versierte, wie auch hübsch anzusehende, unterschiedliche Charaktere, die den Blues in all seinen Facetten äußerst kurzweilig und modern auslegten, aber auch im Team zu überzeugen wussten. Wer eine oder mehrere der noch kommenden vielen Veranstaltungen im Rahmen des Blues Caravan 2019 besucht, macht alles richtig!

Line-up:
Ina Forsman (lead vocals, percussion, vocals)
Ally Venable (lead vocals, electric guitar, slide guitar, vocals)
Katarina Pejak (lead vocals, keys, vocals)
Roger Inniss (bass)
Elijah Owings (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ina Forsman
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Ally Venable
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Katarina Pejak
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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Wishbone Ash – 06.02.2018, Kulturfabrik, Krefeld – Konzertbericht

WA_Haupt

Bereits Mitte Januar hatte die Truppe um Wishbone Ash-Gründungsmitglied Andy Powell bereits ein gefeiertes Konzert im Dortmunder Musiktheater Piano abgeliefert. Und nun gaben sich die Jungs innerhalb von kaum vier Wochen zum zweiten Mal die Ehre eine Bühne in unseren Gefilden zu betreten. Gastgeber war diesmal die Krefelder Kulturfabrik, nicht zu verwechseln mit der sich in der Nähe befindlichen, urigen Kulturrampe in Krefeld, der hiesigen Lieblingslocation des SoS-Teams.

Mit großer Spielfreude arbeitete die Crew – ohne die sonst übliche Verschnaufpause zur Halbzeit – ihre Setliste virtuos ab, deren Songfolge dem Gig in Dortmund entsprach, also überwiegend Klassiker aus den 70’er Jahren.

Obwohl ich im Vorfeld des Konzertes erfahren hatte, dass drei der Bandmitglieder gesundheitlich etwas angeschlagen gewesen sein sollten, war davon während des Gigs absolut nichts zu spüren. Alle vier bearbeiteten ihre Instrumente hingebungsvoll und meisterhaft. Bewundernswert welche Klangwelten die beiden Leadgitarristen Andy Powell und Mark Abrahams mit den Saiten ihrer Gitarren hervorzurufen in der Lage sind. Stark auch der Einsatz des Bassisten Bob Skeat, insbesondere als F.U.B.B. intoniert wurde.

Zum Abschluss des Konzertes gab es dann noch die beiden Klassiker „Jailbait“ (mein absoluter Lieblingssong von Wishbone Ash) und „Phoenix“ auf die Ohren. Das Publikum bedankte sich für den gelungenen Abend mit reichlich Applaus. Nach der Zugabe „Blowin‘ Free“ ging dann ein wunderbares, gut 100 minütiges, energiegeladenes Konzert in der gut gefüllten Kulturfabrik zu Ende.

Line-up:
Andy Powell (lead vocals, lead guitar, acoustic guitar)
Mark Abrahams (lead guitar, acoustic guitar)
Bob Skeat (bass, vocals)
Joe Crabtree (drums)

Text und Bilder: Jörg Schneider

Wishbone Ash
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Kulturfabrik Krefeld e.V.

Ryan Bingham – American Love Song – CD-Review

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Review: Michael Segets

Fünfzehn neue Stücke stellt Ryan Bingham auf „American Love Song“ vor. Persönliche Erfahrungen und gesellschaftskritische Stellungnahmen verpackt er in unterschiedliche Facetten der Roots-Music. So steht „Beautiful And Kind“ ganz in der Tradition der Folk-Sänger a la Pete Seeger oder Woody Guthrie. Dem Blues frönt er mit „Hot House“ und „Got Damn Blues“, das sich am Ende in Richtung Gospel entwickelt. Rockige Töne schlägt Bingham bei „Nothin‘ Holds Me Down“ und beim Rolling Stones infiltrierten „Pontiac“ an.

Die überwiegende Anzahl der Titel lässt sich dem weiten Feld des Americana zurechnen, wobei Bingham mit dessen Ingredienzien spielerisch umgeht. Auf „Lover Girl“ ist mal eine Steel Guitar zu hören, auf „Time For My Mind“ schlägt er einen Rhythmus an, der beinah an die Karibik erinnert. Mehrere Stücke werden von dem leidenden Gesang Binghams getragen. „Stones“ beginnt sanft, entwickelt aber eine Dynamik, die mitnimmt. Dagegen fällt das klagende und etwas überladene „Blue“ etwas ab.

Mit dem vorab herausgegebenen „Wolves“ hat Bingham alles richtig gemacht. Bei der akustisch gehaltenen Ballade kommt sein eindringlicher Gesang besonders gut zur Geltung. Ebenso vollständig überzeugt „What Would I’ve Become“, das er nicht weniger intensiv, aber mit mehr Drive spielt. Ein weiterer Favorit ist der rumplige Opener „Jingle And Go“ mit dominantem Bar-Piano, das für einen Umtrunk in einer lauten Kneipe bestens geeignet erscheint.

Deutliche Worte zur Lage der Nation findet Bingham auf „Situation Station“. Er setzt auf die verbindende Kraft der Musik und wendet sich gegen Aus- und Abgrenzung, die er in Amerikas Politik verstärkt wahrnimmt. Auch „America“ schlägt inhaltlich in eine ähnliche Kerbe. Sein ausdrucksstarker Gesang wird hier von einer gleichmäßigen, sanften akustischen Gitarre untermalt. Bingham gibt sich dabei mahnend, aber nicht resignativ. Der Song könnte auch von Bruce Springsteen geschrieben sein.

Zum Abschluss des Albums würdigt Bingham mit „Blues Lady“ die starken Frauen seines Landes. Dabei hat er seine verstorbene Mutter ebenso wie Janis Joplin oder Aretha Franklin vor Augen.

Zusammen mit dem Co-Produzenten Charlie Sexton (Bob Dylan, Arc Angels, Sue Foley) bewegt sich Bingham sicher in den Spielarten der Roots Musik. Er komponiert tolle Songs, bei dem Texte und Musik stimmen. Vielleicht halten einzelne Titel nicht ganz die hohe Qualität des insgesamt starken Albums, bei der Anzahl der Stücke fällt das aber kaum ins Gewicht.

Axster Bingham Records/Thirty Tigers/Alive (2019)
Stil: Americana and more

Tracks:
01. Jingle And Go
02. Nothin‘ Holds Me Down
03. Pontiac
04. Lover Girl
05. Beautiful And Kind
06. Situation Station
07. Got Damn Blues
08. Time For My Mind
09. What Would I’ve Become
10. Wolves
11. Blue
12. Hot House
13. Stones
14. America
15. Blues Lady

Ryan Bingham
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Oktober Promotion
Thirty Tigers

Florida Georgia Line – Can’t Say I Ain’t Country – CD-Review

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Mit dem Titel ihres 4. Studio-Albums „Can’t Say I Ain’t Country“, setzen Florida Georgia Line ihren größten Kritikern ein geschicktes Statement entgegen, das man aufgrund seines weit auslegbaren Interpretationsspielraums, wohl kaum entkräften kann.

Diese werfen dem erfolgsverwöhnten Duo, bestehend aus Brian Kelley und Tyler Hubbard, durch ihre nicht unerhebliche Einflechtung von Pop-, Rock-, R&B- und Hip Hop-Elementen, eine zu starke Verwässerung des Genres, quasi eine Art Etikettenschwindel vor.

Auch auf diesem Werk gibt es , wen wundert es angesichts des immensen Erfolges, natürlich keine 180 Grad-Kehrtwende in Richtung lupenreiner Countrymusik. Im Prinzip bleibt auch hier alles beim Alten.

Durch die Einbindung von eher im Hip Hop gebräuchlichen Skits, bei denen ein gewisser Brother Jervel in bestem Slang, auf die Anrufbeantworter der beiden, weitestgehend sinnfreie, aber aus seiner Sicht eminent wichtige Neuigkeiten quasselt, wird dem Ganzen sogar eher noch einer oben drauf gesetzt.

Trotzdem hat die Scheibe mit einigen schönen Countryrockern wie dem Titelstück „Can’t Say I Ain’t Country“, „Speed Of Love“ oder der tollen Kooperation mit Jason Aldean bei „You Can’t Hide Red“ sowie dem herrlich grassig-folkig instrumentierten „Simple“ auch in dieser Hinsicht wieder einiges zu bieten.

Ansonsten wird selbstredend wieder alles unternommen, um eine möglichst große Käuferschicht zu bedienen, sprich, sowohl in den Country- wie auch den allgemeinen Billboard-Charts abzuräumen.

Bis auf das Tanzclub-ausgelegte „Swerve“ , wo es mir dann doch wirklich zu ‚bunt‘ getrieben wird, gibt es teils eingängige melodische Tracks („Talk You Out“, „Women“, „People Are Different“, „Told You“ als auch launigen und mitsingbaren Stoff („Y’all Boys“, „Colorado“), der für große Massen, sei es als Käuferschichten oder als Publikum bei ihren Live-Auftritten, geradezu prädestiniert ist.

Wenn man aber genauer hinhört, sind es die vielen kleinen Feinheiten der Nashville-Studiomusiker, die mit ihren Akustik- und Barition-E-Gitarreneinlagen und der dezenten Einbindung von Steel, Mandoline, Banjo oder Dobro auch bei diesen Liedern zu punkten wissen. Die Protagonisten wissen hingegen mit ihren angenehmen Stimmen und vielen Harmoniegesängen zu überzeugen.

Wer im New Country-Genre weitestgehend flexibel unterwegs ist und mit melodiöser, charttauglich ausgerichteter Musik keine Probleme hat, der kann bei „Can’t Say I Ain’t Country“ von Florida Georgia Line wieder unbedenklich zugreifen. Und wer jetzt trotz meiner Ausführungen immer noch behauptet, das wäre absolut kein Country, der werfe selbst den ersten (musikalischen) Stein…

Big Machine Label Group (2018)
Stil: New Country

01. Tyler Got Him A Tesla (Skit) [feat. Brother Jervel]
02. Can’t Say I Ain’t Country
03. Simple
04. Talk You Out Of It
05. All Gas No Brakes (Skit) [feat. Brother Jervel]
06. Speed Of Love
07. Women [feat. Jason Derulo]
08. People Are Different
09. Told You
10. Sack’a Puppies (Skit) [feat. Brother Jervel]
11. Y’all Boys [feat. HARDY]
12. Small Town
13. Sittin‘ Pretty
14. Catfish Nuggets (Skit) [feat. Brother Jervel]
15. Can’t Hide Red [feat. Jason Aldean]
16. Colorado
17. Like You Never Had It
18. Swerve
19. Blessings

Florida Georgia Line
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Universal Music
Oktober Promotion

Robbie Walden Band – When The Rooster Crows – CD-Review

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Review: Michael Segets

Der ehemalige Leistungssportler und Irak-Veteran Robbie Walden unterstütze bereits Jackson Taylor & The Sinners und Micky & The Motorcars auf der Bühne. Auf seinem dritten Longplayer „When The Rooster Crows” versucht er dem Country durch den Einsatz von Bläsern eine neue Facette abzugewinnen.

Das Experiment überzeugt nicht durchgängig. Auf der einen Seite geben die Bläser „Chain And Shackles“ hervorragenden Drive mit. Bei „I’m To Blame“ bekommt der Country-Twang durch das Saxophon eine Prise Soul. Auf der anderen Seite verstärken die Hörner die Tendenz zum rührseligen Schmachten, die vielen Country-Balladen sowieso anhaftet. So geben sie dem schön beginnenden „Big Sky Country“ letztlich ein gehöriges Pathos.

„Wild Horses“, „Thank God For You” und „That’s How I Start My Day“ bewegen sich an der Grenze zum Schmalz, woran die Horn-Section ihren Anteil hat.
Durch den Slide der Steel Guitar erhält „Love You Anyway I Can“ ebenfalls viel Gefühl. Ebenso in genretypischen Gefilden bewegt sich das langsame „Spokanes Calling You“.

Das Album wurde live im Studio aufgenommen, was der verpasste Einsatz bei „When The Rooster Crows” dokumentiert. Warum diese Spielereien den Weg auf ein Album finden, bleibt mir meist schleierhaft. Der Song ist wie das zarte Duett im Dreivierteltakt „Falling Again In Love“ akustisch gehalten.

Beide Stücke sind durchaus gelungen und heben sich durch die reduzierte Instrumentalisierung angenehm von den Titeln mit großer Band ab.
Richtig Spaß macht die Uptempo-Country-Nummer „Take Me Back“ mit seinem Twang und den Fingerpicking-Einlagen. Die Stärke seiner Stimme kann Robbie Walden bei den eher klassisch gehaltenen Country-Songs ausspielen. „Dark Days“, „How Long It Takes“ und vor allem der eingängige Opener „50 Years Too Late“ zählen daher zu den Highlights des Longplayers.

Wer einen Faible für harmonischen Country hat, liegt bei der Robbie Walden Band richtig. Die spärlicher instrumentalisierten Songs sowie die schnelleren Nummern sprechen mich dabei mehr an als die mit Bläsern aufgepoppten Balladen. „When The Rooster Crows“ bietet insgesamt einen abwechslungsreichen Streifzug durch den Country, bei dem Robbie Walden einige Ideen einfließen lässt, die nicht immer zünden.

Thirty Tigers/Alive (2019)
Stil: Country

Tracks:
01. 50 Years To Late
02. Dark Days
03. Chain And Shackles
04. Thank God For You
05. I’m To Blame
06. Wild Horses
07. Take Me Back
08. When The Rooster Crows
09. Falling Again In Love
10. How Long It Takes
11. Spokanes Calling You
12. That’s How I Start My Day
13. Love You Anyway I Can
14. Big Sky Country

Robbie Walden Band
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