Travis Meadows – Killin‘ Uncle Buzzy – CD-Review

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Jeder, der eine gut sortierte Sammlung physikalischer oder digitaler Tonträger aus dem Bereich Southern Rock, New Country & Co. sein Eigen nennt, dürfte der Name Travis Meadows, ob bewusst oder unbewusst, schon öfter über den Weg gelaufen sein, auch wenn sich die eigenen bisherigen musikalischen Veröffentlichungen des Protagonisten eher im kleineren Rahmen bewegen.

Der im Jahr 1965 geborene, in Jackson, Mississippi, aufgewachsene Künstler, dem von frühster Jugend an, eine lange Alkohol- und Drogensucht im Weg stand, ist nämlich ein in Nashville hochgefragter und angesehener Songwriter, der sich für viele bekannte Tracks namhafter Interpreten und Acts wie z. B. „God & Guns“ (Lynyrd Skynyrd), „Pretty Little Lies“, „Medicate My Mind“, „Old Enough To Know“ (Blackberry Smoke – letztgenannter Song von deren bald kommendem neuen Longplayer „You Hear Georgia“), „Chasing Shadws“ (Jimmie Van Zant), „Dark Side“, „Knives Of New Orleans“, „Look Good And You Know It“ vom aktuellen „Heart & Soul„-Album (Eric Church), „Things That I Lean On“ (Wynonna), „Riser“ (Dierks Bentley) oder „Better Boat“ von Kenny Chesney (mit) verantwortlich zeigt.

Sein zweites Album „Killin‘ Uncle Buzzy“ wird jetzt zum 10-jährigen Bestehen von Earache Records/Edel nochmals neu aufgelegt. Es entstand  2010-2011, nachdem Meadows im Rahmen eines vierten Alkoholentzugs, zunächst das Führen eines Tagebuchs therapeutisch angeraten wurde, er sich dann aber einer Verarbeitung mittels eines intensiven Songwritings entschied.

Sein daraus resultierendes Fazit ergab, sich nicht ständig mit dem „was, wenn, hätte, aber“ auseinanderzusetzen, sondern sich am Ende als Individuum so zu akzeptieren, wie man ist, sprich, mit seinem eigenen Leben weitestgehend einverstanden zu sein. Travis gilt seither als geheilt, beziehungsweise nüchtern.

Auch sein Werk „“Killin‘ Uncle Buzzy“ glänzt, wie so oft bei Veröffentlichungen von Songwritern seines Typus, durch relativ reduzierte, raue Nüchternheit, bei der das Potential der Tracks allerdings sofort erkennbar ist.

Im Vordergrund stehen die Akustikgitarre und der kauzig-introvertierte Gesang des Protagonisten (mich sehr an den Kollegen Bobby Pinson erinnernd), zur atmosphärischen Verdichtung gesellen sich dezente Harmoniegesänge (meist weibliche), schroffe E-Parts (oft geslidet), Bass, Pianotupfer, Streicher (Fiddle/Cello) und mehr Percussion-artige Claps als konventionelles Drumming.

Und so braucht man am Anfang auch zunächst ein paar Lieder, um mit Meadows ‚warm‘ zu werden, je mehr und je öfter man sie dann anhört, desto intensiver wird man von ihnen eingenommen und begeistert. Am Ende weiß man genau, warum Jake Owen später das erkenntnisreiche „What We Ain’t Got“ (zuvor heißt es „We all want“) für sein erfolgreiches Top-5-Album „Days Of Gold“ ausgewählt hat und immerhin auch als Single in die Top-20 brachte.

Und so kann man als Ergebnisit für das durchgehend hörenswerte Songmaterial von Travis Meadows auf „Killin‘ Uncle Buzzy“ festhalten: Für den ungeschliffenen Rohdiamanten sorgt der Künstler in eigener Person, für das Ausstaffieren und die kommerziell erfolgreiche Weiterverarbeitung sind dann aber eher andere zuständig…

Earache Records/Edel (2021)
Stil: Country

Tracks:
01. Minefield
02. Grown Up Clothes
03. It Ain’t Fun No More
04. Good Intentions
05. Let It Go
06. God Speaks
07. It Gets Better
08. Davidson County Police
09. What We Ain’t Got
10. Learning How to Live Alone

Travis Meadows
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Oktober Promotion

Ashley Monroe – Rosegold – CD-Review

cover Ashley Monroe - Rosegold 300

Review: Stephan Skolarski

Schon als Teenager war die US-amerikanische Singer-/Songwriterin Ashley Monroe nach Nashville gekommen und hatte in kurzer Zeit und mit ausgereiften Eigenkompositionen das Interesse namhafter Künstler geweckt. Sogar Carrie Underwood, Guy Clark und Miranda Lambert nahmen ihre Songs auf und begründeten Monroes hervorragenden Ruf und eigene musikalische Handschrift. Inzwischen zählt sie zu den angesehensten, „most powerfull female“ Top-Acts in Music-City.

Zusammen mit Lambert und Angaleena Presley ist Ashley Monroe seit 2011 Teil des Country-Trios Pistol Annies und konnte mit ihnen seitdem zwei Nr. 1 Longplayer auf die Billboard-Liste bringen. Eine Reihe weiterer Kooperationen, z. B. ein Gastauftritt bei Jack Whites (Ex-White Stripes) Third Man Band („Old Enough“) waren sehr erfolgreich, sodass sich Monroe ein originelles Hit-Geschenk („Bruises“) an die hierzulande auch mit Chart-Erfolgen („Hey, Soul Sister“ oder „Drive By“) bekannte, kalifornische Gruppe Train leisten konnte.

Die eigenen Solo-Ambitionen hat die 34-jährige trotzdem nicht vernachlässigt. Nach „Sparrow“ (2018) erscheint nun ihr neues Album „Rosegold“ (am 30. April). Sie verarbeitet darin ihre Eindrücke und meint damit, die Welt durch eine rosarote Brille zu betrachten, also eine optimistische Sicht auf die Dinge zu nehmen, die uns begegnen.

Die aktuelle Scheibe spiegelt jedoch auch Ashley Monroes Leidenschaft, in ihren Songs bittersüße Melodien und romantische Themen auszudrücken, die wie im ersten Titel „Siren“ oder dem zärtlichen „Til It Breaks“ eigenwillig und zugleich charmant berühren können. Zerbrechliche Klangfarben bilden durchgängig den Rahmen für die akustischen Arrangements und vielschichtigen Kompositionen, von denen die Stücke „Drive“ und „Gold“ charakteristische Eigenheiten des Albums vorzeigen.

Die von Monroe mit verschiedenen Co-Writern und Tyler Cain produzierten zehn Lieder bilden individuelle („Groove“) und experimentelle („I Mean It“) Songs, die von der charismatischen Interpretin als Zeichen ihrer persönlichen „Transformation“ zum Abschluss („The New Me“) in ein neues „Ich“, in einen neuen Anfang übertragen werden.

Ashley Monroe hat mit ihrem couragierten 5. Album „Rosegold“ ein musikalisches Ausrufezeichen im Modern-Country-Style gesetzt: filigrane, traurig-schöne Harmonien mit poetischen Texten, die ihre melodiöse Botschaft als Gesamtkunstwerk bittersweet und rosarot beschreiben. Ein Longplayer, der seine Ausstrahlung Track by Track intensiv und vielfältig erschließt – aber eben durch diese rosaroten Gläser einer Sonnenbrille.

Mountainrose Sparrow (2021)
Stil: Country

Tracks:
01. Siren
02. Silk
03. Gold
04. See
05. Drive
06. Flying
07. Groove
08. Til It Breaks
09. I Mean It
10. The New Me

Ashley Monroe
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Oktober Promotion

Andrew Beam – Selma By Sundown – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die Website von Andrew Beam heißt BeamCountry. Die Namensgleichheit mit der Whiskeymarke macht er sich dort zunutze, um die inhaltliche Ausrichtung seiner Songs anzudeuten, die sich um die klassischen Themen seiner favorisierten Musikrichtung dreht: um das Leben der arbeitenden Bevölkerung mit den Freuden des Feierabends und um Liebesdinge. Seine Musik ist der Country, wie im zweiten Teil der Wortkomposition festgeschrieben. Damit ist das Programm abgesteckt, das Andrew Beam auf seinem Debütalbum „Selma By Sundown“ verfolgt.

Wenn man den jungen Mann aus North Carolina sieht, traut man ihm die volle und tiefe Stimme, die wie für den Country gemacht scheint, nicht zu. Gesangstechnisch baut Beam gelegentlich nasal-nölige Töne und Kicks ein, die in dem Genre gängig sind. Beim Songwriting sowie der Instrumentierung bewegt sich sein Longplayer ebenfalls in dessen Traditionen.

Mit dem Opener „Country Ain’t Dead“ stellt Beam dann auch die Grundthese seines Werks vor, die er in den folgenden zehn Songs belegt. Nach dem mit einer gehörigen Portion Twang und kräftigem Slide unterlegten Einstieg bleibt er bei der Single „You Should See The Other Guy“ stilistisch dem Country weiterhin verhaftet. Im Chorus und vor allem von Joe Taylor an der elektrischen Gitarre werden aber rockigere Töne angeschlagen. Taylor steuert auf dem Longplayer auch Bariton-Gitarre, Mandoline, Keys bei und übernahm dessen Produktion. Zwei Songs stammen komplett aus seiner Feder. An allen anderen war Beam beteiligt oder verfasste sie allein.

Wie schon das vorangegangene Stück weist der Titeltrack – zugleich die zweite Single – „Selma By Sundown“ einen eingängigen Refrain auf. Der von Gary Morse an der Pedal Steel erzeugte Slide ist bei der sanften Ballade ziemlich präsent. Mit der Aussicht auf die baldige Heimkehr nach einer langen Reise greift der Text auf einen beliebten Topos der Country- und Trucker-Musik zurück. Als typischer Trucker-Song geht allerdings eher „Wadmalaw Saturday Night“ durch. Das lockere „Might As Well Dance“ versetzt dann vom Highway in ein Roadhouse. Inhaltlich kreist der Song um einen Mann, der, nachdem er von seiner Freundin verlassen wurde, auf der Suche nach neuen Bekanntschaften nichts zu verlieren hat.

Beam demonstriert auf den bisher erwähnten Stücken, dass er den Country in seinen klassischen Spielarten beherrscht. Interessanter sind nach meiner Ansicht die Songs, in denen er moderat von diesen abweicht, indem er die Kombination von Twang und Slide zurückfährt. So überzeugen „The Beam In Me”, dessen Titel einen doppeldeutigen Bezug aufweist, und das erdige „Farmall ‘53” – das Highlight des Albums – mit ihrem Einschlag in Richtung Rock. Daneben sind die instrumental reduzierteren Tracks „Semalee” und „Back And White” besonders intensiv. Mit dem letztgenannten Titel, einem Duett mit Byron Addison, bekennt Beams sozial beziehungsweise politisch Farbe. Den Abschluss der CD bildet die swampig angehauchte Mörder-Ballade „Cajun Wind“, auf der Beam eine passende, dunkle Atmosphäre erzeugt.

Bei Andrew Beams „Selma By Sundown” kommen Country-Fans voll auf ihre Kosten. Die Scheibe bietet alles, was diesen gefallen dürfte. Während die Singles eher die Traditionalisten als Zielgruppe im Auge haben, gibt Beam einigen Songs einen Outlaw-Touch mit, der seine kreative Ader erkennen lässt. Das Debüt zeigt, dass Beam die Spielregeln seines Metiers kennt und offenbart zudem sein Potential, dem Genre weitere Facetten abzugewinnen, ohne dieses revolutionieren zu wollen.

Moonwatcher Music (2021)
Stil: Country

Tracks:
01. Country Ain’t Dead
02. You Should See The Other Guy
03. Selma By Sundown
04. Might As Well Dance
05. Semalee
06. The Beam In Me
07. Three Sheets To The Wind
08. Black And White
09. Wadmalaw Saturday Night
10. Farmall ‘53
11. Cajun Wind

Andrew Beam
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AristoPR

Midland – The Sonic Ranch – CD-Review

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Sehr schönes Album des Erfolgs-Trios Jess Carson, Cameron Duddy und Mark Wystrach alias Midland, das die Zeit reflektiert, als man sich gerade zu einer Band zusammenfand und vom nachfolgenden Ruhm und Glanz noch nichts zu erahnen war.

Die drei hatten sich 2013 bekannter Maßen auf der Hochzeit Duddys kennengelernt, ein paar Songs auf der Veranda zusammengespielt und sich für ein weiteres Zusammenwirken entschieden. 2014 hatte man sich aus diesem Grund für elf Tage auf der Sonic Ranch in El Paso, Texas, mit ein paar weiteren Musikern eingemietet, um ein erstes Basis-Songmaterial zu erstellen, vermutlich aber auch um die menschliche ‚Chemie‘ der Charaktere untereinander auszuloten.

Herausgekommen ist ein schönes, frei von allen Zwängen, entstandenes Album mit zwölf, recht unpolierten, rauen und authentisch klingenden, größtenteils von Jess Carson geschriebenen Countrysongs und eine knapp 47-minütige, unterhaltsame Dokumentation über das Making Of, die man sich unter diesem Link anschauen kann.

Das Midland-Werk startet mit dem einzigen Track „Fourteen Gears“, der es auf eines der beiden folgenden ‚offiziellen‘ Major-Studio-Alben und zwar auf „Let It Roll“ geschafft hat. Im Prinzip bekommt man hier schon direkt wieder alles geboten, was man an den Jungs liebt. Flockige Akustik- und E-Gitarren, leiernde Steel, lässiger Shuffle-Rhythmus, dazu Wystrachs einnehmende Stimme, perfekte Harmoniegesänge (ab und zu hier auch dezente weibliche), nur alles etwas im Sound zurückgenommener. Bei wenigen Liedern gibt es auch ein paar Piano-Tupfer („Champagne For The Pain“,schön klimprig bei  „She’s A Cowgirl“).

Verantwortlich für die ‚Ranch‘-Produktion ist hier noch Omnisassa David Garza (Fiona Apple’s Fetch the Bolt Cutters), der besonders mit einigen quirligen E-Gitarrenparts brilliert. Zweimal, bei „Will This Life Be As Grand“ und „Cowgirl Blues“ als vorletztem Track, das zunächst in der Anfangsphase von Wystrach gesungen wird, offeriert Jess Carson seine stimmliche Markanz, die mit ihrem Donavan-Flair als Zusatz-Pfund ebenfalls für den Siebziger Jahre-Touch der Band prädestiniert ist.

Insgesamt ist der „The Sonic Ranch“-‚Soundtrack‘ vom mittlerweile bei den ACM-Awards 2018 zur New Vocal Duo or Group of the Year prämierten Trio Midland ein gut gewählter Füller bis zum nächsten, oft ’schwierigen‘ und mit Spannung erwarteten dritten Longplayer. Aber auch eine schöne Dokumentation, wie  zunächst ‚unbelastete‘ Musiker, den Grundstein zu einem kommerziellen Top-Act legen, vor allem, wenn dann Leute wie Scott Borchetta, Dann Huff & Co. das Ruder übernehmen.

Big Machine Records (2021)
Stil: Country

01. Fourteen Gears (Adobe House Version)
02. Cowgirl Blues
03. Worn Out Boots
04. Champagne For The Pain
05. Will This Life Be As Grand
06. Fool’s Luck
07. Whiskey
08. She’s A Cowgirl
09. Runnin‘ Wild
10. Texas Is The Last Stop
11. Cowgirl Blues (Jess Carson Vocal)
12. This Town

Midland
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The Lloyd Carter Band – Nothing To Lose – CD-Review

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„Nothing To Lose“ – was für ein Titel in diesen (beschissenen) Zeiten! Okay, wenn man eh schon total am Boden liegt, mag das stimmen, aber für viele Menschen, die sich Jahre lang abgeschuftet haben, um sich etwas aufzubauen und jetzt alles ohne persönliche Schuld von unfähigen und konzeptlosen Politikern aus den Händen gerissen bekommen, klingt das wie bittere Ironie.

Gerade unsere geliebte Musikbranche weiß davon sicherlich, im wahrsten Sinne des Wortes, ein Lied zu singen, wo ja bekanntlich seit vielen vielen Monaten auch so gut wie gar nichts geht. Wohl dem, der hier – wie auch immer – genügend Rücklagen gebildet hat oder so dick im Geschäft ist, dass ihm die derzeitige Situation eh nichts anhaben kann.

Wenn ich persönlich, ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen, hier schildern würde, was ich seit Beginn der Corona-Krise, alles an Verlusten erlitten habe, würde sich wohl jeder fragen, warum ich, statt hier das SoS-Magazin (samt der involvierten Kollegen) mühsam aufrecht zu erhalten, nicht längst bei irgendeinem Psychiater auf der Couch in Dauertherapie liege.

Dennoch ist es gerade die Musik, die im Moment auch ein bisschen Freude und mentalen Ausgleich bereitet.  Lloyd Carter, der Kopf der gleichnamigen The Llloyd Carter Band, der bei Kaylor Girl Promotions, einer Agentur, zu der ich seit einigen  Sister Hazel-Reviews ein sehr nettes Verhältnis pflege, unter den Fittichen ist, schickte mir seine signierte Debüt-CD und das mit einer netten handschriftlich verfassten Bitte, diese doch zu reviewen.

Dem komme ich natürlich gerne nach, zumal es auch noch genau der Stoff ist, den ich von Herzen liebe! Der aus Georgia stammende Lloyd kommt, wie so oft in den Staaten, aus einer Familie mit langer Musiktradition. Er entdeckte sein dementsprechendes Faible auf der High School und brachte sich diverse Instrumente selbst bei.

Dazu verfasst der von Leuten wie Keith Whitley, Steve Perry, Kenny Rogers oder Conway Twitty inspirierte Protagonist mittlerweile seit über 30 Jahren Texte, von denen diverse auf diesem elf Tracks umfassenden Werk, in adäquates Songmaterial in Szene gesetzt wurden.

Wir bewegen uns hier überwiegend im 90er Jahre umwobenen New Country, supplementiert durch Stile wie Southern Rock, AOR und auch eine Brise warmherzigen Soul („Come Dance With Me„, „When We Say Goodbye“).

Einen nicht unerheblichen Anteil am Gelingen dieses Longplayers haben auch seine beiden Songwriting-Partner Henry McGill (grandiose E-Gitarrenarbeit in allen südstaatlichen Spiel-Varianten) und Gary DiBenedetto, der das Werk nicht nur in seinem Studio wunderbar transparent produziert hat, sondern sich auch für die hervorragend abgestimmten Keyboard-Elemente (Grand Piano, Synthies, Organ, E-Piano) und ein sehr markantes Pedal Steelgitarren-Spiel (erinnert mich in seiner Prägnanz an das von Pat Severs von den Pirates Of The Misssissippi) verantwortlich zeigt.

Lloyds gewichtige Stimme, die sich in Sphären von Ronnie Dunn, Rich O’Toole, Frank Foster bis hin zu Trace Adkins bewegt, überzieht das herrlich eingängige und hochmelodische Songkonvolut zudem mit einem deutlich spürbaren Charisma.

Der Opener und Titelstück zugleich ist ein wie für unsere Klientel passgerecht gestalteter, satt stampfender und polternder Southern Country Rocker, der das Herz sofort höher schlagen lässt – genau mein Ding!

Viele Tracks wie „Live Life Well“, „Autumn Leaves„, „Can’t Never Could„, „Better Days“ oder  „His Last Chance“ bewegen sich im balladesken oder Midtempobereich, thematisch verwurzelt natürlich im typischen Wertesystem und Lebensgefühl des Südens, garniert mit einer hohen Portion Pathos und Emotionalität in Carters Gesang.

Für die Uptempo-Würze sorgen dann die geschickt dazwischen platzierten rockigeren Lieder wie das swampige „That Baby Will Run“ (heulend fiepende E-Fills, klasse Solo) oder, last but not least, das furios abgehende „It’s Friday Night“, bei dem kein anderer als Colt Ford mit einer launigen Rap-Einlage, seinen typischen Stempel aufdrückt. Klasse!

Fazit: Das Debüt der Lloyd Carter Band steht, wie so oft, für das unermesslich und schier unerschöpflich zu sein scheinende, kreative Potential der südstaatlichen Country Rock-Musik.

Wer Acts wie u. a. Diamond Rio, Darryl Worley, Vince Gill, Tracy Lawrence, John Michael Montgomery, Trace Adkins, Garth Brooks, Rich O’Toole, Lonestar, Travis Tritt, Tim McGraw, Brooks & Dunn, Pirates Of The Misssissippi, Frank Foster und wie sie alle heißen, die den New Country der 90er noch entscheidend mitgeprägt haben, gerne hört, darf sich über die gelungene Reinkarnation mittels der Lloyd Carter Band freuen.

Ein Werk, das man sich nach dem Motto „Nothing To Lose“ ‚blind‘ zulegen kann. Absolute Kaufempfehlung!

Song Box Records (2020)
Stil: New Country

01. Nothing To Lose
02. Live Life Well
03. Autumn Leaves
04. Come Dance With Me
05. That Baby Will Run
06. Can’t Never Could
07. Better Days
08. It’s Friday Night
09. His Last Chance
10. When We Say Goodbye
11. Hand You Hold

The Lloyd Carter Band
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Kaylor Girl Promotions

Jack McBannon – True Stories – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Ein Künstlername ist nicht selten ein neuer Anfang und kann für einen Musiker eine gelungene Wendung seiner bisherigen Karriere bedeuten. Diesen Schritt hat Country-Singer/Songwriter Thorsten Willer aus Wuppertal gewagt. Vor zwei Jahren noch auf Einladung des Goethe-Instituts auf russischen Festivals unterwegs, hat er nun als Jack McBannon mit dem Album „True Stories“ aufrichtige Songs über das Leben veröffentlicht.

Auch ein längerer US-Aufenthalt liegt zwar schon einige Zeit zurück, aber die Nachwirkungen der Staaten-Reise sind in den Songs des englischsprachigen Longplayers durchweg unüberhörbar: Acoustic Country-Rock, Blues und Americana in schönen Variationen, verbunden mit Texten, die neben ganz privaten Erlebnissen, natürlich von seinen amerikanischen Vorbildern beeinflusst sind.

Der gefühlvolle Einstieg in die „wahren Erzählungen“ gelingt mit „Right Here“ über eine Melodie der leisen Töne mit zugänglichen Lyrics. Fortgesetzt wird die CD durch den starken Country-Song „Set Me Free“ und weckt in manchen Gesangsparts bisweilen Bon Jovi-Vergleiche, wobei McBannons Stimmlage diese rauen Interpretationen ebenso meisterlich beherrscht, wie feinfühlige Poesie, in „The Snowflake“ oder in „Dancing In The Rain“.

Seine Tournee-Erfahrungen im Vorprogramm von u.a. Richie Sambora, Ray Wilson oder Revolverheld reflektieren nur einen Teil seiner musikalischen Projekte, die seine künstlerische Laufbahn begleiten und auch diesmal ihre Spuren in den Tracks der neuen Scheibe hinterlassen. Alle Songs sind Eigenkompositionen, eingespielt in einer rundum „Do it yourself“ Recording-Produktion, die – außer Drums und Cello – alle Instrumente und Backgrounds, sowie das Cover beinhaltet.

Besonders auffallende Titel, wie „Together“ und „An Outlaw’s Inner Fight“ charakterisieren McBannons Songwriting-Ambitionen gleichermaßen, wie die schnelle Country-Rock-Nummer „Motel 81“ oder der eingängige Blues-Rhythmus von „Walking In The Dark“. Die solide Guitar-Work des bald 40-jährigen kennzeichnet den bodenständigen Country-Artist, der seine Tracks nach 3-jähriger Arbeit als liebevolles Gesamtwerk präsentiert: 11 ausgereifte Songs, die ihre emotive Dynamik nicht verstecken.

Mit „True Stories“ hat Jack McBannon ein überzeugendes und persönliches Album konzipiert, das seine Geschichte als Singer/Songwriter mit leidenschaftlicher Inspiration verbreitet: eine zukunftsweisende Scheibe in seiner Karriere, ein Schritt in Richtung eigene Country-Roots.

Rodeostar Records (2020)
Stil: Country

Tracks:
01. Right There
02. Set Me Free
03. The Snowflake
04. Together
05. Here’s A Winner
06. Dancing In The Rain
07. An Outlaw’s Inner Fight
08. Motel 81
09. Walking In The Dark
10. The Long Road Ahead
11. Runaway Me

Jack McBannon
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Oktober Promotion

Tanya Tucker – Live From The Troubadour – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

9081 Santa Monica Boulevard, West Hollywood, Los Angeles, ist die Adresse einer legendären Konzert-Location, die seit über 60 Jahren Musikgeschichte schreibt. „The Troubadour“ ist das renommierte Venue auf den Album-Covern vieler prominenter Namen, wie z.B. Neil Diamond (1970), Carole King und James Taylor (2010) oder der Band Wilco (1996), die dort Konzert-Auftritte für einen Longplayer einspielten. In diese lange Reihe exklusiver Club-Performings hat sich im vergangenen Jahr auch die Country-Ikone Tanya Tucker eingereiht und nun mit „Live From The Troubadour“ ihr drittes Live-Album aufgenommen – 15 gefeierte Tracks, geprägt von Tanyas unverwechselbarer Stimme und einer Top-Begleitband.

Die inzwischen 62-jährige Country-Lady aus Texas ist seit fast fünf Jahrzehnten im Musik-Business aktiv (bereits 1997 erfolgte die Aufnahme in die Country Music Hall of Fame) und konnte über die Zeit in fast allen Award-Kategorien Preise abräumen. Das Studio-Album „While I’m Livin‚“ wurde bei den 2020 Grammys als bestes Country-Album des Jahres ausgezeichnet. So enthält „Live From The Troubadour“ natürlich zum großen Teil Songs aus diesem preisgekrönten Longplayer, allen voran „Bring My Flowers Now“, der als bester Country-Song 2020 prämiert wurde.

Die neue Live-Scheibe ist natürlich auch ein kleines ‚Best-of‘-Werk und bringt acht schöne Versionen älterer Country-Klassiker und Nr. 1-Titel, wie u.a. „Delta Dawn“, „Blood Red And Goin‘ Down“ oder „Strong Enough To Bend“ und „Jamestown Ferry“ aus Tuckers langer Karriere zurück auf den Plattenteller. Die Konzert-Atmosphäre vor 500 begeisterten Fans vermittelt durch die persönlichen Ansagen und Publikum-Backgrounds, eine fast schon private Party-Stimmung, die mit dem Medley aus „I’m On Fire/Ring Of Fire“ (eine ungewöhnliche Bruce Springsteen/Johnny Cash Cover-Version) einen zusätzlichen Höhepunkt erfährt.

Tanya Tucker hat mit dem Album „Live From The Troubadour“ – die Music Hall profitiert dabei übrigens durch einen Anteil aus den Einnahmen der LP-Verkäufe – eine familiär klingende Country-Scheibe veröffentlicht und begeistert mit der Auswahl an älteren und jedoch ebenso neuen Tracks. Tuckers Performance zeigt, dass ihr auch generationsübergreifend der Spagat zwischen klassischer Country-Musik und modernen Chart-orientierten Melodien mühelos gelingt.

Fantasy Records (Universal Music) (2019)
Stil: Country

Tracklist:
01. Would You Lay With Me (In A Field Of Stone)
02. Jamestown Ferry
03. What’s Your Mama’s Name, Child
04. Blood Red And Goin’ Down
05. Strong Enough To Bend
06. I’m On Fire / Ring Of Fire
07. Mustang Ridge
08. The Wheels Of Laredo
09. I Don’t Owe You Anything
10. High Ridin’ Heroes
11. Hard Luck
12. Interlude
13. Bring My Flowers Now
14. Texas (When I Die)
15. It’s A Little Too Late
16. Delta Dawn

Tanya Tucker
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Oktober Promotion

Joan Osborne – Trouble And Strife – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

25 Jahre nach ihrem bis heute populären Erfolgstitel „One Of Us“ – der übrigens aus der Feder von Eric Bazilian (The Hooters) stammt – hat Joan Osborne mit „Trouble And Strife“ einen selbstbewussten Longplayer eingespielt: 10 Eigenkompositionen von erstaunlicher Comeback-Qualität.

Schon der erste und kraftvolle Titel „Take It Any Way I Can’t Get It“, ein souliger, energiegeladener Aufruf, das Leben zu genießen, signalisiert, 6 Jahre nach den letzten „Originals“ ist Osborne zurück. Ein bunter Katalog aus Rock-, Pop-, Blues-, Roots-, Soul-Funk und Western-Elementen beschreibt überzeugend ihre ungezwungene Lebhaftigkeit. Sich nicht auf eine musikalische Stilrichtung festlegen zu wollen, bestimmt offenbar das Songwriting. Osborne balanciert thematisch in ihren sozialkritischen Texten, die nach ihren Worten noch nie derartig politisch intensiv agierten, wie bei einer Gratwanderung zwischen Trost und Optimismus. Auch der zweite Titel „What’s That You Say“ geht in diese Richtung: eine ansprechende Funk-Soul-Nummer schildert ausdrucksstark die dramatischen Kindheitserlebnisse einer mexikanischen Migrantin auf den Weg in die USA.

Der von Joan Osborne in ihrem Studio in Brooklyn selbst produzierte Longplayer wird stets von einer großartigen Begleitband getragen und durch Wilco-Gitarrist Nels Cline als Gast verstärkt. Joans Songwriter-Qualitäten als engagierte Liedermacherin und anerkannte Stimme ihrer Generation zeigen sich vor allem in den energischen Statements ihrer Texte verbunden mit glaubwürdiger Überzeugungskraft. Sehr ambitionierte Stücke, wie der bluesige Stomp „Hands Off“ – gegen die Ausbeutung von Menschen und des Planeten – und die rhythmische Rock-Pop Interpretation von „That Was A Lie“ – die sich in ihren zornigen Lyrics gegen die Verbreitung von Falschinformationen wendet, wirken mutig und bestimmt.

Mit ihrem 10. Album verarbeitet Osborne gleichzeitig weitreichende persönliche Inspirationen aus ihrer Tournee mit Dylan-Songs und offenbart deren Einfluss im Titel-Track „Trouble And Strife“, einer meisterlichen Western-Style-Ballade, mit sarkastischem Text, aber eigener Sound-Dynamik. Bei den sehr unterschiedlichen Stücken der neuen Scheibe darf ebenso wenig ein groovender Boogie fehlen – hier „Meat & Potatoes“ – der an Osbornes Zeiten als Mitbegründerin der Blues-Rock-Band Trigger Hippy erinnert.

Dass die mitreißende Kreativität Osbornes auch immer wieder ehrgeizige Ideen hervorbringt, zeigt die erste Single „Boy Dontcha Know“, ein schöner Retro-Song über feministische Herausforderungen. Für das warmherzige Klangvergnügen des Wurlitzer-Sounds ist „Never Get Tired (Of Loving You)“ dabei ebenso treffend geschaffen, wie die herrlich swingende Ballade „Whole Wide World“, die eine beinahe magisch-hoffnungsvolle Zuversicht spielerisch verkörpert.

Einschließlich des surrealistisch-collagenartigen Plattencovers mit einer schmunzelnden Joan Osborne als „Pilotin“ am Mikrofon, ist „Trouble And Strife“ ein Album, das ein dickes Ausrufezeichen verdient. Respekt vor dieser musikalischen Botschafterin, die eine exzellente Mischung ihrer Allround-Fähigkeiten nicht nur unterhaltsam aufbereitet, sondern als Songschreiberin in unstabilen Zeiten Zivilcourage selbstsicher demonstriert.

Womanly Hips Records (2020)
Stil: Rock, Country, Folk

Tracklist:
01. Take It Any Way I Can Get It
02. What’s That You Say
03. Hands Off
04. Never Get Tired (Of Loving You)
05. Trouble And Strife
06. Whole Wide World
07. Meat & Potatoes
08. Boy Dontcha Know
09. That Was A Lie
10. Panama

Joan Osborne
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Tennessee Jet – The Country – CD-Review

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Review: Michael Segets

„Ich bin mit Outlaw Country aufgewachsen“, sagt Tennessee Jet und dieser schwingt bei seiner Musik immer – zumindest hintergründig – mit. Dabei verlässt Tennessee Jet mehrfach die vertrauten Regionen dieses Genres, um seine Grenzen auszuloten und einen eigenen Sound weiterzuentwickeln.

Sein dritter Longplayer „The Country“ erscheint nun bei dem renommierten Label Thirty Tigers. Spielte Tennessee Jet seine beiden ersten Alben quasi im Alleingang ein, holte er sich nun einige Musiker aus der einschlägigen Szene ins Studio. So verpflichtete er die Tour-Band von Dwight Yoakam, den er ebenso wie Willie Nelson bereits auf Konzertreisen begleitete. Für das sehr gelungene Cover von Townes Van Zandt „Pancho & Lefty“ gewann er Elizabeth Cook, Cody Jinks und Paul Cauthen, die ihn am Mikro unterstützen. Zusätzliche Würze erhält der Klassiker durch die Mundharmonika von Mickey Raphael (Willie Nelson) sowie die Trompete von Brian Newman (Lady Gaga).

Darüber hinaus finden sich mit „She Talks To Angels“ ein weiterer Song auf der Scheibe, der nicht aus der Feder von Tennessee Jet stammt. Den Titel der Black Crows performt er als flotten Bluegrass.

Der Opener „Stray Dogs“ ist eine schnelle Country-Nummer. Bei ihr erinnert sich Tennessee Jet an die Zeit, als er ständig unterwegs war und zusammen mit seiner Frau von einem Auftritt zum nächsten jagte. Mit „The Raven & The Dove“ unterstreicht der Musiker sein Faible für den Country und überzeugt dort auch im Midtempo besonders durch den eingängigen Refrain.

Die Spannweite des Genres deckt Tennessee Jet weiterhin mit den Balladen „Sparklin’ Burnin’ Fuse’“ sowie „Someone To You“ ab. Vor allem beim letztgenannten Stück kommt sehr viel Slide zum Einsatz, wodurch es etwas schwülstig gerät. Mit „The Country“ läuft Tennessee Jet aber wieder zur Hochform auf. Die in einzelnen Passagen einsetzende Geige begleitet den getragenen Song sehr stimmungsvoll.

Wie der Titelsong ist auch das dylaneske „Off To War“ dezent und akustisch instrumentalisiert. Neben der Geige sorgt bei dem Song eine Mundharmonika für Atmosphäre. Als Kontrastprogramm lässt es Tennessee Jet bei zwei Stücken ordentlich scheppern. Bei „Johnny“ arbeitet er sogar mit Rückkopplungen, wobei Reminiszenzen an den Grunge-Sound in den Sinn kommen. Der Track ist als Hommage auf den Country-Musiker Johnny Horton gedacht, der 1960 bei einem Autounfall ums Leben kam. Schließlich findet sich noch der kraftvolle Roots-Rocker „Hands On You“ auf dem Longplayer, den ich zu meinem Favoriten erkoren habe.

Tennessee Jet kann nicht nur Country. In diesem Genre bietet „The Country“ bereits eine breite Palette unterschiedlicher Spielarten. Selbstbewusst richtet Tennessee Jet seinen Blick darüber hinaus in Richtung Folk und Rock und offenbart dort ebenfalls großes Potential. Mit dieser Spannbreite sorgt er für ein äußerst abwechslungsreiches Album. Zudem darf man also gespannt sein, welchen Weg er zukünftig einschlägt und wie weit er sich dabei von seinen Wurzeln entfernt.

Tennessee Jet Music – Thirty Tigers/Membran (2020)
Stil: Country, Folk, Rock

Tracks:
01. Stray Dogs
02. The Raven & The Dove
03. Johnny
04. Pancho & Lefty
05. Off To War
06. Hands On You
07. Someone To You
08. The Country
09. She Talks To Angels
10. Sparklin’ Burnin’ Fuse’

Tennessee Jet
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Colter Wall – Western Swing & Waltzes And Other Punchy Songs – CD-Review

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Review: Michael Segets

Colter Wall hält die Tradition des Country hoch. Auf seinem dritten Longplayer „Western Swing & Waltzes And Other Puncky Songs“ greift er tief in die Schatzkiste der Country-Musik und bereichert sie mit eigenen Stücken, die sich nahtlos neben den Klassikern einfügen. Thematisch kreist das Werk standesgemäß um das raue Leben und die harte Arbeit der Cowboys.

Der älteste Titel „I Ride An Old Paint Leavin‘ Cheyenne“ stammt aus dem Jahr 1927, welcher zuvor beispielsweise von Johnny Cash aufgenommen wurde. Ein weiterer Klassiker ist „Cowpoke“, den Stan Jones („Ghost Riders In The Sky“) geschrieben hat. Der Track wurde im Original von Eddy Arnold, später von Rex Allen und in einer poppigen Version von Glen Campbell eingespielt. Mit ihrem Dreivierteltakt lösen die beiden Songs das Versprechen des Albumtitels auf Walzer ein.

Swing bieten die Eigenkompositionen „Western Swing & Waltzes“, „High & Mighty“ und „Rocky Mountain Rangers“. Zu den anderen Punches gehört das im Sprechgesang vorgetragene „Talkin‘ Prairie Boy“ sowie „Houlihans At The Holiday Inn“, bei dem Wall seinen Gesang nuanciert modelliert.

Die Highlights des Werks stellen die Coverversionen von „Big Iron“ (Monty Robbins) sowie „Diamond Joe“ (Jake Elliott) dar. Während das erste durch seinen Twang besticht, hat das zweite eine wunderbare Begleitung durch Geige und Backgroundgesang. „Diamond Joe“ steht bei der jungen Generation der Country-Musiker anscheinend hoch im Kurs. Charley Crockett hat es ebenfalls entdeckt und in sein Repertoire eingefügt.

Nachdem Wall schon mit Dave Cobb bei seinem Debütalbum (2017) zusammenarbeitete, übernahm er nun zum ersten Mal die Produktion eines Longplayers selbst und wählte routinierte Mitstreiter aus. Neben Jason Simpson, seinem langjährigen Weggefährten am Bass, gehören Schlagzeuger Aaron Goodrich und Patrick Lyons (Steel Pedal, Dobro, Mandoline) zur Bandbesetzung. Jake Groves kommt mit der Mundharmonika beispielsweise bei „Henry And Sam“ ausgiebig zum Zuge. Als Gastmusiker konnte Wall Emily Gimble und Doug Moreland gewinnen.

Colter Wall verfügt über eine tiefe Stimme, die ihn für den Country prädestiniert. Dank ihr umschifft er die Sentimentalität, die manchen traditionellen Songs dieses Genes anhaftet. „Western Swing & Waltzes” lässt dessen gute alte Zeit im besten Sinne wieder aufleben. Das Album wirkt pur, unverstellt und gerade heraus, wie man sich einen Western und seine Helden vorstellt.

Dass Colter Wall mit einfachen Mitteln komplexe Stimmungen erzeugen kann, bewies er bereits auf seiner EP „Imaginary Appalachia“ (2016), die für mich immer noch das kreative Referenzwerk des Kanadiers bleibt.

La Honda Records – Thirty Tigers/Membran (2020)
Stil: Country

Tracks:
01. Western Swing & Waltzes
02. I Ride An Old Paint Leavin’ Cheyenne
03. Big Iowa
04. Henry And Sam
05. Diamond Joe
06. High & Mighty
07. Talkin’ Prairie Boy
08. Cowpoke
09. Rocky Mountain Rangers
10. Holihans At The Holiday Inn

Colter Wall
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