The Charlie Daniels Band – Off The Grid: Doin‘ It Dylan – CD-Review

Der außenstehende Musikhörer wird sich vermutlich verwunderlich die Nase rümpfen. Waffennarr und Irakkriegsbefürworter Charlie Daniels versucht sich an Bob Dylan-Songs! Also an Liedern des Mannes, der eigentlich in Musikkreisen als Synonym für die große Protest-, Friedes- und Emanzipationsbewegung der Siebziger-Generation gilt. Man könnte meinen, das wäre fast so ähnlich, wie wenn George W. Bush ein Hörbuch mit Gedichten von Fidel Castro besprechen würde. Aber weit gefehlt.Bei näherem Hinsehen haben die beiden alten Recken doch einiges an Gemeinsamkeiten aufzuweisen.

Was viele vielleicht nicht wissen, ist, dass Charlie zu Beginn seiner Musikerkarriere auf drei Alben von Dylan als Studiomusiker den Bass betätigte – das auf dieser CD auch vertretene „Country Pie“ (hier als toller Countryfeger im typischen CDB-Stil, der seinem Titel alle Ehre macht) ist von Dylans „Nashville Skyline“-Werk, mit dem Bob sich seiner Zeit auch dem Countrygenre ein wenig nähern wollte. Beide sind ja auch glühende Vertreter des Erzählgesangs. So ist es für Daniels auch ein Leichtes, sich in die Tracks, die ja teilweise 50 Jahre auf dem Buckel haben, hineinzufinden. Sicherlich ist auch der Respekt vor der großen Leistung des Anderen eines der Hauptmotive dieses Projekts.

Schon nach wenigen Momenten des herrlichen Openers „Tangled Up In Blue“ (Dobro, Fiddle, Honky Tonk Piano-Solo) wird einem die Hingabe klar, mit der Daniels und seine starken Mitmusiker (Pat McDonald, Charlie Hayward, Bruce Brown, Chris Wormer, Shannon Wickline und Casey Wood) an die Sache herangingen. Mit „Off The Grid“ ist hier übrigens gemeint, dass es sich um ein rein akustisch eingespieltes Album handelt. Aufgrund der herrlich klar herausgearbeiteten Instrumentalleistungen und der ungemeinen Spielfreude der Beteiligten hat das Album jedoch einen wunderbar kraftvollen Schwung, so dass zu keiner Zeit Momente von Monotonie oder Langeweile aufkommen.

Im Prinzip hat man das Gefühl mit auf der großen Terasse von Charlies Farm zu sitzen. Im Hintergrund bruzzeln die fetten Steaks und in der Icebox ist für genügend kaltem Biernachschub gesorgt. Der gute Tennessee-Whiskey steht natürlich auch auf dem Tisch. Dazu musizieren die Herren mit den countrytypischen Instrumenten wie Fiddle, Dobo, Akustikgitarren, Mandolinen, Mundharmonika, etc., ergänzen sich und solieren nach Herzenslust, dass es eine reine Freude ist. Stellvertretend hierfür sei besonders das Mundharmonika-trächtige „I’ll Be You Baby Tonight“ genannt, das wirklich dieses unnachahmliche Frontporch-Feeling perfekt rüberbringt. Grandios auch, wie z. B. Fiddle und Mandoline ein keltisch anmutendes Folk-Ambiente bei „Times They Are A Changin’“ erzeugen.

Traumhaft der funkige Groove (pumpender Bass, starke Percussion, tolles Akustikgitarrensolo, Harmoniegesänge), den die Musiker bei „You Gotta Serve Somebody“ loslassen. Einfach großartig. „I Shall Be Released“ wird von einem gediegenen „Sweet Melissa“-Flair begleitet (dazu eine herrlich quäkende Südstaaten-Mundharmonika). Das locker fröhliche „Mr. Tambourine Man“, das seiner Zeit den Byrds zu Hit und Ruhm verhalf, wird hier von einer klirrenden, folkigen Mandoline getragen.

„Hard Rain’s A Gonna Fall“ zeigt, dass man auch mit rein akustischen Instrumenten eine dezente psychedelische Atmosphäre erzeugen kann, wenn nur die richtigen Musiker Hand anlegen. Das abschließende „Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)“ serviert die Charlie Daniels Band als herrlichen Bluegrass-Cocktail, wobei der Hauptprotagonist nochmals ordentlich seine berühme Fiddle quietschen lässt. Ein fröhlicher Rausschmeißer zum Finale.

Mit „Off The Grid – Doin’ It Dylan“ huldigt der mittlerweile 77-jährige (!) Charlie Daniels der sich erst kürzlich von einem leichten Schlaganfall erholt hat, eine der zu Recht mit am meisten gecoverten Musikergrößen unserer Zeit. Ein Paradebeispiel dafür, wie schön Musik auch unter kontroversest anmutenden Bedingungen verbinden kann. Robert Zimmerman alias Bob Dylan wird dieses Werk voller aufrichtiger musikalischer Zuneigung und sicherlich mit Stolz zur Kenntnis nehmen. Klasse!

Blue Hat Records (2014)
Stil: Country

01. Tangled Up In Blue
02. Times They Are A Changin‘
03 I´ll Be Your Baby Tonight
04. Gotta Serve Somebody
05. I Shall Be Released
06. Country Pie
07. Mr. Tambourine Man
08. Hard Rain’s A Gonna Fall
09. Just Like A Woman
10. Quinn The Eskimo (The Mighty Quinn)

The Charlie Daniels Band
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Bärchen Records

Crossing Keys – About Time… – CD-Review

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Oh Mann, dieser Silberling der Crossing Keys bringt den Rezensenten mal wieder echt in die Bredouille. Die 1994 gegründete schwedische Band liefert eine ungemein engagierte, handwerklich perfekt eingespielte und produzierte Scheibe ab und trotzdem hinterlässt sie einige Kritikpunkte, die z.T. allerdings meinem subjektiven Empfinden/Geschmack geschuldet sind. So umweht mein Urteil ein bisschen der Hauch des Ungerechten.

Andererseits habe ich natürlich schon hunderte Scheiben aus diesem Bereich rezensiert und denke, dass mein recht fundiertes Wissen in dieser Sparte letztendlich ein verlässliches Resultat abgibt. Kommen wir kurz zu den Backgroundinfos bzgl. dieser skandinavischen Band, die relativ spärlich gesät sind, da selbst die Homepage nur auf Schwedisch verfasst ist.

Die Crossing Keys musizieren heute (mit unterschiedlichen Eintrittsdaten) in folgender Besetzung. Tomas Odhner (voc, guitars, harp), Peter Nilsson (guitars, mandolin, voc), Jimmy Östlund (guitars, pedal steel, voc), Johannes Brodén (drums), Thomas Andersson (bass, voc) und Daniel Karlsson (keyboards). Wer für das Songwriting der sieben (vermutlich selbst geschriebenen) Stücke, neben drei einwandfrei zu identifizierenden Coversongs, verantwortlich ist, gibt das mir zur Verfügung gestellte, zweiseitige, auf einem Tintenstrahldrucker ausgeworfene Blättchen nebst einfacher CDR, nicht her.

Ich denke aber, dass Frontmann Odhner hier größtenteils involviert ist, und wohl von daher auch den Hauptpart am Mikro übernommen hat. Sorry, ich bin leider nun mal kein Freund von dünnen hellen Stimmen. Diese schmälert bei mir dann im Verlauf auch den Hörgenuss beträchtlich, da sie sich halt naturgemäß wie ein roter Faden durch das Werk zieht und lediglich beim abschließenden Instrumental „Steam Train“ (ein dahinrollender Schlagabtausch zwischen Telecaster-Spiel in Brad Paisley-Manier und einem klimpernden Piano, dazwischen Hupgeräusche einer Dampflok – Thematik gut umgesetzt!) nicht zum Einsatz kommt.

Direkt der Opener „Whatever Comes First“, ein Coverstück von den Sons Of The Desert (eine meiner Lieblingsbands), zeigt dann letztendlich auch den großen Unterschied zu perfekter Musik auf. Während Odhners aus meiner Sicht ein wenig amateurhaft und auch skandinavisch klingender Gesang (wenn man schon diverse Melodic Rock-/AOR-Scheiben aus diesem Areal besprochen hat, hört man das sofort) diesen Track zum Allerweltslied mutieren lässt, versprüht Drew Womack im Original doch eben die Aura, die Songs auf Topebene auszeichnet. Ich bin mir sicher, dass diese CD mit einem Sänger seines Formats ganz erheblich aufgewertet würde. So einer lässt sich allerdings im Land der Elche auch nicht so einfach mal aus dem Wald zaubern.

Deshalb muss ich leider hier eine gewisse, z.T. aber auch durchaus verständliche Betriebsblindheit attestieren. Es gibt mit „That Just About Says It All“ (von The Sky Kings, eine ehemals designierte Supergroup mit zwei Doobie Brothers-Leuten plus Bill Lloyd/Foster & Lloyd und Rusty Young/Poco) sowie „Every Night’s A Saturday Night“ ein Lied von Lee Roy Parnell, als der sich noch in New Countrygefilden bewegte, zwei weitere Cover.

Die restlichen, selbstkreierten Stücke sind allesamt sehr melodisch und auch flockig instrumentiert. Ab und zu leiert mal die Pedal Steel, das Piano klimpert schön, die Orgel gurgelt, einmal quäkt die Mundharmonika dazwischen („See It Fall“). Klasse vor allem die schönen E-Soli (manchmal auch in der bei Southern Rock-Fans beliebten Twin-Version), -Fills, und -Untermalungen, das ist alles tadellos und auch sehr knackig produziert.

Die Stücke variieren aufgrund Odhners vokalen Darbietungen zwischen 1990er umwobenem New Country vom Schlage Little Texas (dezent Keith Urban), über AOR Marke REO Speedwagon (sie erinnert mich immer wieder an die von Kevin Cronin) und bravem Westcoast in Poco-Manier (Gesang in Richtung Glenn Frey/Timothy B. Schmit). Alles keine schlechten Referenzen, leider aber letztendlich doch nicht mit deren Esprit. Auch die Spielzeit von einer knappen halben Stunde (in New Country-Kreisen zwar nicht unüblich) gibt bei drei Covern im Kreativbereich kleine Abzüge. Dazu fehlt mir so ein wenig die eigene Duftmarke.

Insgesamt ist den Crossing Keys ein melodisches, instrumentell einwandfreies, aber auch sehr angepasstes Album gelungen. Trotz viel Herzbluts wird es aufgrund der genannten Kritikpunkte aus meiner Erfahrung her schwer werden, mehr als nur regionale Beachtung zu erhaschen.

Eigenproduktion (2011)
Stil:  New Country & More

01. Whatever Comes First
02. The Beauty Of Love
03. Sweet Carrie Anne
04. Ain’t Nothing Like A Change
05. When I Found You
06. That Just About Says It All
07. Every Night’s A Saturday Night
08. Says Yes
09. See It Fall
10. Steam Train

Crossing Keys
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The Pear Ratz – Still Hungry… Still Hurtin‘ – Live At Brewster Street – CD-Review

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Höllen-Live-Album der Texaner! Nach nunmehr drei starken Studio-Werken „Rat Now“ (2006), „Hollier Than Thou“ (2007) und „Rat Outta Hell“ (2010), die allesamt ein stetiges Steigerungspotential beinhalteten, legen die Mannen um ihren charismatischen Bandleader Bob Strause nun endlich ein musikalisches Live-Dokument vor, dass ihr energiegeladenes Treiben auf der Bühne hervorragend offeriert, bzw. reflektiert. Ja, das ist mal ’ne richtige Live-Combo, die mit ihrer Power und ihrem fulminanten, mit 3 E-Gitarren rausgehauenen Red Dirt-/Southern-/Outlaw-/Countryrock locker in der Lage ist, die einschlägigen Honky Tonk-Schuppen und Roadhouses des Landes bis auf die Grundmauern „niederzubrennen“. Machen die eine Freude!

Die Bandmitglieder haben ihre Wurzeln in den 1980er Jahren und stammen ursprünglich aus der Thrash Metal-Szene(!), aber aufgrund familiärer Begebenheiten (Heirat, Großziehen der Kinder) legte man eine längere Pause ein. Mit dem über die Jahre einhergehenden menschlichen Reifeprozess erkannten Strause & Co. allerdings, dass man für die Metal-Sparte doch zu alt geworden ist. Acts wie Cross Canadian Ragweed und Reckless Kelly inspirierten letztendlich dazu, sich im Umfeld von Red Dirt, Southern Rock und texanisch angehauchtem Outlaw-/Countryrock neu zu erfinden. Mit den Erfahrungen und Vorlieben von früher kombiniert, waren die besten Voraussetzungen für eine explosive Mischung geschaffen, was im Studio auf den o. a. Alben auch schon eindrucksvoll zelebriert wurde.

Doch wo kann man schließlich doch am besten seine ganze Energie loswerden, wenn nicht auf der Bühne? The Pear Ratz zeigen sich auf „Still Hungry…Still Hurtin‘ – Live At The Brewster Street Ice House“ von allen musikalischen Konventionen völlig losgelöst und brennen ein begeisterndes Feuerwerk texanischen Country/Outlaw/Red Dirt/Southern Rock’n Rolls ab, das es nur so raucht. Hölle! Schon das emotionale Intro des die Band ankündigen „Moderators“ lässt erahnen, dass im weiteren Verlauf der Show die Post abgehen wird. Das ist Musik zum Mitwippen, Stampfen, Mitgrölen und teilweise, auch wenn’s nicht typisch für’s Genre ist, durchaus zum dezenten Headbangen. Nicht zu vergessen eine gewisse Einnahme an gerstenhaltigen Getränken als unverzichtbare Grundlage!

Das ist keine Mucke für Zartbesaitete und Liebhaber filigraner Töne, hier wird in typischer Redneck-Manier geklotzt, gerockt und gefeiert, wobei aber auch die musikalische Qualität nie zu kurz kommt (z. B. jede Menge glühende, „scharfe“ E-Gitarren-Soli). Die Band, mittlerweile bestehend aus Bob Strause (vocals / guitar), Rodd Daws (bass/ harmony vocals), Joe Talbert (lead guitar / harmony vocals), Billy Joe High (lead guitar / mandolin) und John Starek (drums) präsentiert dabei einen schönen Querschnitt aus allen drei Alben und hat dazu einige Überraschungen parat: Zum einen wurde der Co-Writer von „Cheaters“ (vom „Rat Outta Hell“-Album), Rich O’Toole (selbst ein eigenständiger und beliebter Performer der Red Dirt Szene), für den Track mit auf die Bühne geholt und zum anderen wurde ihr Gitarrist aus Anfangstagen, Chris Nelson, für eine furiose Coverversion des Creedence Clearwater Revival-Hits „Green River“ (geschrieben von John Fogerty) rekrutiert.

Von Beginn an, mit dem Opener „Back Around“, wird gerockt, dass die „Schwarte kracht“. Beim tempogeladenen „Talkin‘ Myself Outta Killin‘ You“ blitzen sogar die alten Metal-Zeiten wieder ein wenig auf. Herrlich immer wieder zwischendurch die schön „versoffen“ klingende Stimme von Strause. Ab und zu wird mal sporadisch der Fuß vom Gaspedal genommen und die Pear Ratz beweisen mit Stücken wie „Jesus Loves The Bad Boys“, „Bottom Of The Bottle“, „Friends“ oder „Porch Swing In Heaven“, dass sie durchaus gefühlvolle Songs kreieren können. Stark, wenn Billy Joe High sich zur Rhythmus-Untermalung die Mandoline schnappt, wie bei der klassischen Red Dirt-Nummer „Sing Jolie Again“.

Er und der andere Lead-Gitarrist Joe Talbert liefern immer wieder sehr typische, im Southern Rock verankerte Soli ab, sporadisch auch in der im Genre so beliebten Twin-Variante, wobei zum Teil ein Marshall Tucker-ähnliches Ambiente erzeugt wird („Rose In Paradise“, „Friends“, „Porch Swing In Heaven“). Noch eines ist bemerkenswert: Trotz all der massiven Energie, dieser losgelassenen, überschwänglichen Spielfreude und des rauen Ambientes, das die Band vorgibt, bleiben die Lieder allesamt prächtig hängen und sind nicht selten durchzogen von großartiger Melodik. Das ist einfach eine „geile“ Truppe, die nicht nur Spaß hat, sondern auch ihr Handwerk versteht.

Mit „Still Hungry…Still Hurtin‘ – Live At The Brewster Street Ice House“ geben uns die Männer um Leader Bob Strause einen authentischen Eindruck, wie es bei den Live-Gigs dieser Texaner abgeht. Passend dazu wieder mal die (höllenähnliche), klasse Covergestaltung der Geschwister Dodds (Backstage Design Studio). Unsere Empfehlung: Legt Euch massive, gut gekühlte Biervorräte an und geht dann gemeinsam mit den furiosen Pear Ratz durch ein ordentlich loderndes, (musikalische) Live-Feuer! Und: Play it loud!“ Viel Spaß dabei, ihr werdet es nicht bereuen!

Rancho Azul (2012)
Stil: Country Rock & More

01. Intro
02. Back Around
03. Senses
04. Talkin‘ Myself Outta Killin‘ You
05. Killin‘ U2
06. Nice, Ice Cold Bottle Of Beer
07. Rose In Paradise
08. Cheaters
09. Jesus Loves Bad Boys Like Me
10. Devil On My Shoulder
11. Bottom Of The Bottle
12. Sing Jolie Again
13. Holier Than Thou
14. Friends
15. South Of The Nueces
16. Green Rive
17. Porch Swing In Heaven

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Alecia Nugent – A Little Girl… A Big Four-Lane – CD-Review

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Die Fans von Alecia Nugent dürfen sich freuen! Endlich ist es da, ihr zweites, heiß ersehntes Album! Und was für ein starkes Teil ist es erneut geworden: Herrliche, so wunderbar reine, ungetrübte Bluegrass/Acoustic Country-Music vom Allerfeinsten! „Regie“ führte, wie beim 2004er Debüt, auch diesmal wieder Grammy-Award Gewinner Carl Jackson! Dieser ist nicht nur erneut an fast der Hälfte aller Stücke kompositorisch beteiligt (doch auch die übrigen, von anderen arrivierten Songwritern beigesteuerten Songs sind für Alecia wie maßgeschneidert), nein, er spielt Akustikgitarre, Banjo, singt im Background und hat das Gesamtwerk natürlich auch produktionstechnisch vorzüglich in Szene gesetzt.

Die Kombination Jackson – Nugent beeindruckt auf mehr denn je. Ein wunderschönes Album, bestehend aus dreizehn Stücken, eingespielt mit absoluten Spitzen-Musikern, wie u. a. Rob Ickes (Dobro), Adam Steffey (Mandoline), Andy Falco (Akustikgitarre), Jim Van Cleve (Fiddle), Steve Sutton (Banjo), Tony Creasman (Drums), sowie einer ganzen Reihe hochkarätiger Backgroundsängerinnen und-sänger wie Rebecca Lynn Howard, Allison Krauss, Cia Cherryholmes oder Doyle Lawson. Den Auftakt bildet das starke „Too Good To Be True“ aus der Feder von Leslie Satcher und Larry Cordle. Ein flotter Uptempo-Drumrhythmus, gepaart mit Akustikgitarre und forschem Banjospiel bereitet den Weg für jede Menge kleiner Instumental-Fills, um letztendlich in einem furiosen Schlagabtausch aus Mandoline, Banjo, Dobro und Fiddle seinen Höhepunkt zu erreichen. Ganz große musikalische Leistung!

Eins von jeder Menge Highlights einer durchweg höchst-niveauvollen CD. Ob von zarter bis kratziger Akustikgitarre, abgehackter bis zirpender Mandoline, sägender bis heulender Fiddle, den wunderbar polternden Banjo-, sowie surrenden Dobro- oder Weisenborn-Akustik-Slide Klängen, sämtliche Instrumente vereinen sich zum einem wundervollen Acoustic-Erlebnis. Nugents Stimme (eine Art Mischung aus Reba McEntire, Dolly Parton, Trisha Yearwood, Patty Loveless und manchmal sogar dezent Wynonna) klingt frisch, noch variabler als beim Vorgänger und passt sich jeder Song-Art und jedem Tempo höchst einfühlsam an.

Herrlich beispielsweise der mit bluesig/swampiger Atmosphäre umgarnte Footstomper „Muddy River“ (starkes Akustik-Slidespiel von Rob Ickes, wunderbarer Backing-Gesang von Rebecca Lynn Howard), die balladesken oder entspannteren Nummern wie „God Knows What“ (sehr melodisch), „Where His Wheels Left The Road“, das zuckersüße „You’ve Still Got It“ (Background Vocals von Allison Krauss), „It Won’t Be Me“ (ganz traditioneller, sehr emotionaler, wunderschöner Country-Waltz), „Somewhere Else To Fall“(Alecia im Stile der großen weiblichen Country-Ikonen), oder die flotten, dynamischen „I Cried All The Way To Kentucky“ (humorvoller Text) und „Breaking New Ground“ (dank des integrierten Spielraums für viele Soli geradezu ideal für Bluegrass-Jam-Sessions)!

Passionierte Gesangsliebhaber werden sich an Alecias Duett mit Bradley Walker (wunderbare, warme Brad Paisley-mäßige Baritonestimme) und am mit Gospelflair bestückten, abschließenden „Meet Me In Heaven Someday“ laben. Toll auch das lockere, herrlich melodische „Letter from home“, komponiert von Carl Jackson und Jennifer McCarter, das viele sicher auch noch in der Fassung der McCarters, Ende der Achtziger, in Erinnerung haben. Alecia Nugents zweites Werk „A Little Girl… A Big Four Lane“ besticht durch eine insgesamt sehr homogene Gesamtstruktur und lebt von der allseits spürbaren Freude aller Beteiligten, sich musikalisch einzubringen.

Die Fans von Rhonda Vincent, Alison Krauss, den jüngeren Werken Dollys, Patty Loveless‘ & Co. werden sich auch dem Zauber Alecia Nugents nicht entziehen können. Carl Jackson hat dabei, wie nicht anders zu erwarten, erneut geschickt die Fäden gezogen. Sein Statement zu diesem klasse Werk: „It’s not absolutely hardcore bluegrass, and it isn’t absolutely country, either. We just tried to make a great album.” Und das ist ihnen wirklich gelungen! Wahrhaftig, ein großartiges Album!

Rounder Records (2008)
Stil: New Country

01. Too Good To Be True
02. Muddy River
03. God Knows What
04. A Dozen White Roses
05. Where His Wheels Left The Road
06. I Cried All The Way To Kentucky
07. When It Comes Down To Us (It’s All Up To You)
08. You’ve Still Got It
09. Breaking New Ground
10. It Won’t Be Me
11. Letter From Home
12. Somewhere Else To Fall
13. Meet Me In Heaven Someday

Alecia Nugent
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Miko Marks – It Feels Good – CD-Review

Der Blick auf das Cover von Miko Marks‘ zweiter CD „It Feels Good“ ist für den Countryfan vielleicht nicht gerade alltäglich. Eine afroamerikanische, hübsche, überaus sympathisch lächelnde, junge Dame mit hellem Stroh-Cowboyhut, einer gleichfarbigen Akustik-Gitarre in der Hand, vor karibisch anmutendem, türkis-farbigem Meereswasser! Doch wer hier spontan auf Karibik-Musik mit einem ordentlichen „Hula-Hula“-Flair spekuliert, ist komplett auf dem Holzweg!

Nein, die aus Flint, Michigan stammende, hoch talentierte Sängerin und Songwriterin hat sich mit vollem Herzen, wie auch schon bei ihrem hoch gelobten Erstling (Nominierung zum „Female Vocalist of the Year“ durch die „Indie-World Nashville“; Siegerin des „Best New Country Artist 2006“-Award, gewählt vom „New Music Weekly Magazine“; Gewinnerin des „Country Album of the Year“ beim „Independent Music Award“, mit u.a. Wynonna und Patty Loveless als Juroren) dem durchaus traditionell verwurzelten, sehr erfrischenden, sonnigen, Country und New Country verschrieben, den sie mit viel Hingabe, positiver Energie und jeder Menge „Soul“ in der Stimme (der Vegleich zu Wynonna ist gar nicht fern…) sehr gekonnt präsentiert!

Das Mädel hat zweifellos richtig Klasse! Die Produktion (verantwortlich dafür zeichnet der mit allen Wassern gewaschene Ron Cornelius, u.a. schon aktiv für Willie Nelson, Bob Dylan, Confederate Railroad…) ist glasklar, knackig und trotz der traditionellen Basis, absolut zeitgemäß und modern. Die Sings sind einfach grioßartig und stecken voller Hit-Potenziel! Unterstützt wird sie von einer ganzen Anzahl Musikern aus der Elite der Nashville Studio-Cracks, wie beispielsweise Buddy Hyatt (Keys), Jim Hyatt (Bass), Bruce Watson (Banjo), Jeff King, Brent Mason (Electric guitar), Paul Franklin (Steel guitar), Eddie Bayers, Wayne Killius (Drums), Larry Franklin (Fiddle) und Tammy Pierce (Background Vocals), die sich alle mächtig für die Newcomerin ins Zeug legen.

Die Countryfreunde bekommen zehn wunderschön instrumentierte Tracks geboten, wobei zwei Klasse-Songs („Broken Heart“ – schöner, melodischer Midtempo New Country, mit dezent rauchiger Stimme dargeboten und das fantastische, frisch und fröhlich groovende, Westcoast-sonnige, wunderbar ins Ohr gehende „Double Dog Cheater“) von Miko selbst komponiert wurden, was ihre Ambitionen als talentierte Songwriterin glänzend untermauert. Beim herrlichen Opener „It Feels Good“ fühlt man sich, wie es der Titel so passend vermuten lässt, sofort pudelwohl.

Der Song glänzt durch gut gelauntes Musizieren mit countrytypischer Untermalung durch Banjo- und E- und Akustikgitarren, schönen Mandolinenzupfern und einem prächtigen Fiddle-/E-Gitarren-Duell durch die Herren Paul Franklin und Brent Mason. Das garantiert oberste Spielklasse! „Locked & Loaded“ verfügt sogar über ein dezentes Southern-Feeling. Miko erinnert mit frech-kratziger Stimme an Damen wie eine Dale Krantz, Bonnie Raitt & Co., klasse auch die Backs einer Tammy Pierce, die bei recht vielen Stücken mit toll harmonierenden „Ooohs“ hervorragende Unterstützung gewährt.

Am Ende des Liedes brilliert dann Jeff King mit filigranem Stratocaster-Spiel. Sehr stark auch die wundervolle, melodische, reine, glasklar instrumentierte Country-Ballade „9 years pushin‘ 30“! Ein weiterer Höhepunkt ist sicher auch das gut abgehende „The Son My Daddy Never Had“, das recht soulig/bluesig, aber auch voller purer Country-Traditionen steckend, präsentiert wird. Das Stratocaster-Intro erinnert ein wenig an gute alte Diamond Rio-Darbietungen, beim Gesang röhrt Miko voller Inbrunst im Stile einer Wynonna, und verleiht dem Stück einen schön bissigen Touch. Als Zusatzbonbon gibt es eine herrlich eingepasste Dreier-Soli-Kombi aus Fiddle/Steel- und E-Gitarre. Nach zwei weiteren, sehr gelungenen Balladen bekommt man am Ende mit „So Much Love“ noch einmal einen knackig liebevoll, in der Tradition vieler berühmter, weiblicher Country-Ikonen der Marke Dolly Parton, Tammy Wynette, Trisha Yearwood, etc. in Szene gesetzten, melodischen Midtempo-Countrysong geboten, wobei mit glasklarem Piano, „pfeifendemr“ Orgel, Fiddle, Steel-, Akustik- und E-Gitarren nochmals alle „Branchen-üblichen“ Register gezogen werden.

Ein toller Abschluß! Mit “It Feels Good“ hat Miko Marks Ihre Leistung im Vergleich zum Debüt noch einmal stark verbessert. Das ist toller, ehrlich dargebotener Country/New Country, der geradezu dazu prädestiniert erscheint, mit Vehemenz in die Charts von Nashville einzudringen. Möge ihr das „Countryradio“ die Chance dazu geben! Verdient hätte sie es und die Klasse dazu hat sie allemal! Um es mit dem Albumtitel auszudrücken. Fühlt sich wirklich gut an, diese tolle Musik von Miko Marks!

Universal Records (2007)
Stil: New Country

01. It Feels Good
02. Locked And Loaded
03. 9 Years Pushin’ 30
04. Broken Heart
05. Double Dog Cheater
06. The Son My Daddy Never Had
07. The Great Unknown
08. Strong Enough To Cry
09. The Wall’s To High To Climb
10. So Much Love

Miko Marks
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Montgomery Gentry – Rebels On The Run – CD-Review

MG

„Montgomery Gentry is back and kickin‘ ass“. Mit seinem siebten Studioalbum kehrt das ursprünglich aus Kentucky stammende Duo, bestehend aus Eddie Montgomery (übrigens der Bruder von John Michael Montgomery) und Troy Gentry, zu seinen alten Anfangsstärken zurück. Es hat sich einiges (nicht nur Positives) bei Montgomery Gentry seit ihrem letzten Werk getan. Neben der Aufnahme in die Grand Ole Opry (auf die sie ganz besonders stolz sind – „Something that people can’t take away from you“, so Troy dazu) gab es mit ihrer etatmäßigen, langjährigen Plattenfirma Columbia Rercords Differenzen über den weiteren musikalischen Werdegang, was letztendlich zum Split und Wechsel zum Average Joe-Label führte.

Auch Eddie Montgomery erlebte ein Wechselbad der Gefühle. 2010 wurde bei ihm Prostata-Krebs diagnostiziert, der allerdings mittlerweile als erfolgreich geheilt gilt. Noch dicker kam es dann mit dem Ende seiner Ehe. Gesangs-Partner Troy Gentry war jedoch in den schweren Stunden immer zugegen und schweißte damit das Gemeinschaftsgefühl der beiden noch enger zusammen. Und so stehen auch viele Songs ihrer neuen CD „Rebels On The Run“ im thematischen Zusammenhang mit dem Erlebten. Produziert hat diesmal Michael Knox, der ja bekannter Weise Jason Aldean in Superstar-Gefilde emporgebracht hat.

Der Auftaktsong „Damn Right I Am“ versprüht dann sofort das von vielen so geliebte, typische Montgomery Gentry Southern-Flair. Eddie erledigt mit seiner warmen Baritonstimme den Strophengesang, während Troy dann beim kräftigen Refrain das Ruder übernimmt. Der patriotische, uramerikanische Werte hervorhebende Text passt wie das E-Gitarren-Solo mit seinem kurzenTwin-Teil, das die Brücke vom New Country zum Southern Rock schlägt, zu ihrer ureigenenk zu performen. Wo Montgomery Gentry drauf steht, ist halt auch Montgomery Gentry drin. „We cut our teeth in the honkytonks and no matter what you try to do, we have to be us or it just doesn’t sound right“, so die beiden dazu, und man nimmt es ihnen auch ohne den geringsten Zweifel ab.

Apropos Honky Tonk. „Ain’t No Law Against That“ (tolles Gitarren- und Banjospiel, Steel und Honky Tonk-Piano), ein Stück über das Leben im „Hier und Jetzt“, ist so ein kleiner, dreckiger Song, der in jeder Kaschemme den Launepegel in die Höhe schießen lässt. Nach diesem deftigen Auftakt gewähren die beiden mit „Damn Baby“ (schönes Slide-Solo) und „Empty“ (herrlich „weinende“ Steelguitar) zunächst eine melodische, balladeske Entspannungsphase. Mit der ersten Single „Where I Came From“ zieht das Tempo und die Power dann wieder an. Ein typischer „Simple Man-Song“, schön verschachtelt mit Tempo-, Stimmungs- und Gesangswechseln, sehr emotional dargeboten, der gerade jetzt, wo immer mehr einfache Amerikaner das Auseinanderdriften der Gesellschaft auch öffentlich anprangern, genau den Zahn der Zeit trifft. Sehr hitverdächtig!

In die gleiche Kerbe schlägt auch „Like Those People“. Hier wurden dazu noch die alten Haudegen Charlie Daniels und Alabama-Sänger Randy Owen gesangstechnisch mit eingebunden, die sich natürlich in unnachahmlicher Manier mit den beiden Hauptprotagonisten das Mikro von Hand zu Hand reichen. Macht richtig Spaß dieser Track. Ihre Liebe zum Southern Rock haben beide ja noch nie verhehlt. Der Titeltrack „Rebels On The Run“ bewegt sich, wie der Titel schon andeutet, klar im Fahrwasser Lynyrd Skynyrd/38 Special/Van Zant. Ein weiteres Highlight. Das komplett von Troy Gentry vorgetragene „Simple Things“ überrascht mit einem AC/DC-Mini-E-Gitarren-Führungsriff und ist im gesamten Verlauf von kräftiger New Country-Natur.

Auch die hochemotionale, von Fiddle, Steel, E-Gitarre und Orgel wunderbar umgarnte Ballade „Missing You“ wurde von Troy übernommen (hier hat der gute Eddie vermutlich im Rahmen der Ereignisse um seine gescheiterte Ehe bewusst gepasst). Es fällt überhaupt auf, dass die Vocals diesmal ziemlich „gerecht“ auf beide Partner verteilt sind. Gleichzeitig war dies der letzte Durchatmer vor einem furiosen Ende. Mit „So Called Life“ und „Work Hard, Play Harder“ gibt es zum Ausklang zwei deftig stampfende Redneck-trächtige New Country-Kracher, die im Stile von Chris Cagles „Country By The Grace Of God“ oder Big & Richs „Save A Horse Ride A Cowboy“ in sattem E-Gitarren-/Banjo-Ambiente voller Wucht dargeboten werden. Fett! Es ist, wie immer, eine regelrechte Freude den involvierten, hochkarätigen Gitarristen wie Adam Shoenveld, Rob McNelley und Ilya Toshinsky bei ihrem exzellenten Zusammenspiel zuzuhören.

Mit „Rebels On The Run“ haben Montgomery Gentry wieder etwas mehr zu Ihren Ursprüngen zurückgefunden und trotzdem den Blick nach vorne gerichtet. Aber ein schlechtes Album haben sie ja eigentlich noch nie abgeliefert. Sie bleiben auch nach dem Labelwechsel weiterhin eine verlässliche Konstante in der Southern Rock-infizierten New Country-Sparte! Hut ab! Äußerst starker Stoff!

Average Joe Records (2011)
Stil: New Country

01. Damn Right I Am
02. Ain’t No Law Against That
03. Damn Baby
04. Empty
05. Where I Come From
06. I Like Those People
07. Rebels On The Run
08. Simple Things
09. Missing You
10. So Called Life
11. Work Hard, Play Harder

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Alecia Elliott – I’m Diggin‘ It – CD-Review

Ein gutes Beispiel dafür, dass in Nashvilles New Country-Szene auch im Nachwuchsbereich einiges an Potential vorhanden ist, gibt die achtzehnjährige Alecia Elliott ab. Geboren am 25.12.1982 in Muscle Shoals, Alabama, mit einem MCA-Vertrag ausgestattet, müssten das eigentlich Riesenvoraussetzungen sein, um eine große Musikerkarriere zu starten, wenn auch in einer etwas anderen Sparte. Und in der Tat, die junge Dame überzeugt mit einem tollen Debut-Album. Ihre variable, manchmal sogar für ihr Alter recht sexy klingende Stimme begleitet elf wunderschöne Melodien, die durch ihre unbekümmerte Art ganz leichtverdaulich genossen werden können.

OK, wer, wie manche meiner Kollegen, sich erst auf musikalische Tiefseetauche begibt, um Details zu entdecken, die dem Normalsterblichen in aller Regel verborgen bleiben, der ist hier sicher in falschen Gewässern. Hier genügt ein Schnorchelgang an der Oberfläche, um Schönes zu entdecken.

Sicherlich könnten auch böse Zungen behaupten, hier wird von gewieften Managern eine Art Country-Britney Spears-Kopie auf den Markt geworfen, aber solche Dinge sollte man in diesem Fall einfach ignorieren. Den arrivierten Nashville Studiomusiker-Größen muss ihr Job jedenfalls sichtlich viel Freude bereitet haben. Man hat irgendwie das Gefühl dass sie sich für dieses junge Talent besonders ins Zeug gelegt haben.

Ich selbst habe selten auf einer CD dieses Genres so saubere instrumentale Arrangements gehört, auch der Klang ist einfach hervorragend. Sicherlich auch ein Grund dafür, dass hier ein wahnsinnig professionelles Werk entstanden ist, bei dem der Spaßfaktor aber trotzdem groß geschrieben wurde, könnte darin zu suchen sein, dass Alecia, trotz ihrer jungen Jahre, schon reichhaltig Tourerfahrung gesammelt hat.

So war sie schon in Europa, in den USA hatte sie Liveauftritte mit Leuten wie Billy Ray Cyrus, Joe Diffie, Collin Raye, Loretta Lynn und anderen. Einer der Höhepunkte ihrer Karriere war bisher der Auftritt 1995 zu Ehren des Gouverneurs Don Sunquist in der Grand Ole Opry.

Herausheben möchte ich aus den elf Stücken, bei denen bei zwei Liedern Alecia als Co-Writerin mitwirkt, die Uptemponummern „Some People Fall, Some People Fly“ und „Ordinary Love“, das funkige Titelstück „I’m Diggin‘ It“ und die schöne Ballade „Every Heart“. Der obligatorische Wermutstropfen ist mal wieder die Kürze der Scheibe.

Abschlussfazit. Auf den meisten Bildern des poppig gestalteten Covers wirkt Alecia, deren musikalisches Vorbild mittlerweile Shania Twain ist, ihrem Alter entsprechend, noch ein wenig teenagerhaft und verträumt. Musikalisch gesehen hat sie es jedoch schon längst faustdick hinter den Ohren…

MCA Nashville (2000)
Stil:  New Country

01. Some People Fall, Some People Fly
02. I Don’t Understand
03. I’m Waiting For You
04. Ain’t No Ordinary Love
05. Every Heart
06. I’m Diggin‘ It
07. That’s The Only Way
08. Say You Will
09. You Wanna What?
10. Stay Awhile
11. Some Say I’m Running

Bärchen Records

Iron Bridge Band – Road Not Taken – CD-Review

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Da neigt sich in unserer schnelllebigen Zeit das Jahr in großen Schritten schon fast wieder dem Ende entgegen und plötzlich schneit in einem für mich review-technisch gesehen, bis dato recht spannungsarmen 2013 (zumindest was Newcomer angeht) doch noch so was wie eine echte Überraschung in Sachen CD-Neuveröffentlichungen herein. Die Rede ist von der in New Jersey beheimateten, seit 2010 existierenden Iron Bridge Band! Eine Vierer-Combo mit klarer Aufgabenverteilung. Die Rhythmusfraktion bildet das Ehepaar Lanie (Bass) und Scott Skully (Drums), wobei sich Lanie, der Legende nach, aus purer Frustration irgendwann eine Bassgitarre kaufte und das Spielen in kürzester Zeit selbst erlernte, weil innerhalb der musikbegeisterten Familie einfach kein Angehöriger zu finden war, der bereit war, sich der Lücke im Tieftönerbereich anzunehmen.

Ehemann Scott war mit dem aus der New Yorker-Area ansässigen Steve Walsh gut befreundet, der auf eine 30-jährige Epoche als Gitarrist zurückblicken kann. Die beiden gründeten dann auch 2010 besagte Iron Bridge Band. Ihren Frontmann fanden sie im Schüler von TNT-Chef Tony Harrell, Chandler Mogler, der in diversen Hard-, Melodic- und Rockbands ebenfalls aus dem New Yorker Raum (Talon, Dangered Ace) von sich reden machte und immer wieder auch parallel von weiteren Musikprojekten/-bands gebucht wird. Eine Art amerikanischer Göran Edman finde ich als Beschreibung (auch in seiner Art zu singen) als äußerst passend. Nach einer EP-Veröffentlichung 2011 präsentiert das Quartett mit „Road Not Taken“ jetzt seinen ersten Longplayer und das wirklich mit Bravour. Der auf dem eigenen Label in völliger Eigenregie erstellte Silberling lässt vom ersten bis zum letzten Akkord keinen Zweifel daran, dass man es mit absolut versierten Musikern zu tun hat, die auch ein echtes Händchen für’s Songwriting und vor allem eine satte und transparente Produktion hatten (alle Instrumente und Gesangsparts wurden jederzeit glasklar herausgearbeitet, so dass man auch ein überaus angenehmes Klangergebnis erhält).

Da lassen sie mit dem Opener „Thunder In A Sacred Place“ doch direkt einen furiosen Donnerhall im Stile der Black Crowes/Dirty Guv’nahs zu Glanzzeiten als Gruß in Richtung der von uns so geliebten südlichen Gefilde des Landes krachen. Ein fulminanter Southern-Rocker mit fetter E-Gitarrendominanz (mit unterschwelligem AC/DC-Führungsriff), starkem Gesang Moglers und einer herrlich keifenden Backgroundröhre namens Jessie Wagner, der vermutlich am Ende in den Top-5 meiner Jahresrangliste landen wird. Grandios! Was für ein Auftakt. Das ebenfalls mit typischen Gitarren (am Ende sogar in der Twin-Variante) versehene „Best Wine“ (erinnert mich vom Flair an unser ehemaliges nationales One-CD-Wonder Street Survivors) hat aufgrund Walshs-Gitarrenspiel ebenfalls SR-Bezüge. Auch das wieder von Jessie Wagner glänzend unterstütze „Smokin‘ Gun“ wird Genre-Fans sicherlich sehr zusagen. Danach hat die Band zwar keineswegs ihr Pulver verschossen, wendet sich aber einem etwas breiter gefächerten Spektrum an rockmusikkompatiblen Stilen zu, das unter dem Oberbegriff des AOR (Adult Orientated Rock) wohl am besten charakterisiert wird.

Die gitarrenbetont relaxt groovenden „Wildflower“ (sogar ein bisschen jazzig angehaucht) und „Bittersweet“ sind ideale Hintergrundmusik zum Schwofen auf einer sommerlichen Pool-Party. Die beiden Gitarreninstrumentalnummern „Miles To Go“ (akustisch) und „Before I Sleep“ zeigen Walsh als versierten Saitenkünstler, der sich Mühe gibt, die Titel der Songs in einer adäquaten Stimmung aufzubereiten. Auch „Petticoat Road“ weiß mit seiner Retro-Note dank Moglers schönen Gesangsperformance und Walshs Stiche setzender Fill-Arbeit zu gefallen. New Jersey ohne auf Bon Jovi Bezug zu nehmen, erscheint irgendwie unmöglich. Der Center-Song des Albums „All Our Yesterdays“, der in einer elektrischen und akustischen Version gebracht wird, würde auch problemlos, zumindest was den Refrain angeht, ein gutes Bild im Songrepertoire des Superstars abgeben. Chandler Mogler hat den schmachtenden Gesangstil der Rockikone, was die balladeskeren Sachen angeht, jedenfalls durchaus mit in seinem variablen vokalen Fundus.

Das CD-Debüt „Road Not Taken“ der Iron Bridge Band hat mir persönlich direkt von Anfang an zugesagt. Somit stellt der Ostküsten-Vierer in jedem Fall für mich eine echte Bereicherung dar. Hier stimmt schon sehr vieles, um auf hohem Niveau zu musizieren. Da ist verdammt viel Potential am Start. Lediglich eine etwas einheitlichere Stil-Struktur (das Hin- und Herpendeln von Moglers Stimme und auch der instrumentellen Darbietungen erzeugen ein wenig Unruhe im Ablauf der CD – aber das ist auch schon Jammern auf hohem Niveau) zugunsten einer deutlicher auf Classic Rock fokussierten Ausrichtung wäre (meiner Ansicht nach) eventuell überlegenswert, um einen etwaigen kommerziellen Durchbruch realisieren zu können. Und vielleicht könnten dann ja auch die Herren Bon Jovi und Sambora mal ein gutes Wort für die Iron Bridge Band bei investitionsbereiten Major-Labels einlegen…

Messej Media (2014)
Stil:  Rock

01. Thunder In A Sacred Place
02. Best Wine
03. Wildflower
04. Petticoat Road
05. All Our Yesterdays
06. Bittersweet
07. Smokin‘ Gun
08. Once Beautiful (Love Like Rain)
09. Miles To Go
10. The Most Benevolent Wind
11. Before I Sleep
12. All Our Yesterdays (Acoustic)

Iron Bridge Band
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Iron Horse – Bring It On – CD-Review

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Das Debütalbum von IronHorse war ja vor drei Jahren schon nicht von schlechten Eltern. Man erinnere sich an Songs wie „Run For The Border“, „Redneck Rock’N’Roll“, das furiose Instrumental „Let’s Ride“ oder das Bad-Company-Cover „Shooting Star“, auf denen bereits die ganze Tragbreite ihres musikalischen Könnens und ihrer bevorzugten Stilarten repräsentiert wurde. Stadiontauglicher Mainstream-Rock durchzogen mit virtuosen Gitarrenläufen, allerdings auch zum Teil mit Südstaaten-, Country- und Blues-Elementen versehen.

Charismatischer Kopf der Band ist Ronnie Keel, der in den Achtziger Jahren mit der Heavy-Rock-Band Keel größeren Bekanntheitsgrad erlangt hat. Er ist zwar gesangstechnisch kein Überflieger, hat aber enorme Ausstrahlung, schreibt eingängige Lieder und hat ein gutes Händchen, was Bandzusammenstellung, Gastmusiker und Auswahl von Fremdkompositionen angeht. Zum festen Line-Up, dass ihr neues Werk „Bring It On“ eingespielt hat, zählen mittlerweile neben bereits erwähntem Frontmann die Herren Jay Rusnak (Lead guitar, vocals), Gaetano Nicolosi (Drums, percussion, vocals), Geno Arce (Bass, vocals) und der Multiinstrumentalist Dean Lehman (Keyboards, vocals, harmonica, banjo, mandolin, percussion). Gerade Letztgenannter sorgt spürbar für die erneute Steigerung und verleiht der Gruppe erheblich mehr Substanz. Die Lieder rauschen einmal mehr kräftig, aber immer melodisch, an einem vorüber.

Der Opener „Three Sheets To The Wind“ heizt als rhythmischer Rocker mit Southern-typischen Double-Leads und dezenter Banjounterlegung erst mal richtig ein. Das Titelstück „Bring It On“ gibt sich ganz in der Tradition von 38 Special und Lynyrd Skynyrd, die gleichnamige Titel ebenfalls in ihrem Repertoire aufweisen, allerdings ist dies eine völlig eigenständige Version. Co-Writer übrigens der gute alte George McCorkle, der vielen aus Marshall-Tucker-Tagen bekannt sein dürfte.

Gecovert wurde diesmal der Steve-Earle-Klassiker „The Other Kind“, der trotz starker Darbietung und und wunderbarem Mandolinenspiel von Gastinterpret Henry Paul (Ex-Outlwas, Henry Paul Band, mittlerweile Blackhawk-Chef) aber nicht an das kratzig ursprüngliche Original heranreicht. Henry Paul ist auch die dominierende Person beim Sahnehäubchen „Dixie Highway“, dass er zusammen mit Chuck Glass geschrieben hat, mit dem er seiner Zeit auf „Soldiers Of Fortune“ eine kurze Outlaws-Reunion aufleben ließ. Bahnt sich da etwa wieder was an? Zu begrüßen wäre es. Der Song ist ein regelrechter Klassiker. Ronnie Keel gibt sich zwar alle Mühe, wird aber in diesem Duett von Henry an die Wand gesungen. Einzig das Southern-typische Gitarrenfinish wird leider nur angedeutet bzw. ausgeblendet. Trotzdem, eine Wahnsinns-Nummer!

Die Ohrwürmer „I Can’t Stop You“ (Jeffrey Steele – hören Sie auch mal in dessen bärenstarkes gerade erschienendes Album „Outlaw“ rein) und Rescued (Emerson Drive – erinnert ein wenig an „Second Chance“ von 38 Special) wurden auch im New-Country-Bereich bereits interpretiert. Bon Jovi-Feeling gibt es bei Stücken wie „Best Move“ (wäre von Sambora und Co. sicher ein Megahit), „Haunted Saloon“ (Ähnlichkeiten zu „Dead Or Alive“ sind rein zufällig, allerdings glänzt hier Gast Mike Johnson durch fulmintantes Dobrospiel) oder der atmosphärischen Ballade „One Hell Of A Ride“.

Auf „Half Past Goodbye“ darf Gitarrist Jay Rusnak (wie eigentlich auch auf allen anderen Stücken) sich noch mal ganz besonders ausleben, bei der filigranen Behandlung seines Arbeitsgerätes dürfte es allerdings so manchem Blueser schwarz vor Augen werden.  Als Zugabe gibt es noch drei Videos („American Thunder“, „Best Move“ und Kurzinterviews der Bandmitglieder). Erwähnenswert auch vielleicht noch die Recycling-Skulptur von James Ezell auf dem Inlay, wo ein Pferd aus Schrauben, Lagern, Schraubschlüsseln und jeder Menge Zündkerzen zusammengeschustert wurde, also ein Ironhorse im wahrsten Sinne des Wortes. Tolles rundes Zweitwerk in jeder Hinsicht, herzlichen Glückwunsch an Ronnie Keel und seine Genossen!

Iron Horse Productions (2004)
Stil: Rock & More

01. Three Sheets To The Wind
02. Bring It On
03. American Thunder
04. The Other Kind
05. I Can’t Stop You
06. Dixie Highway
07. The Best Move
08. Desert Rain
09. Haunted Saloon
10. Rescued
11. Half Past Goodbye
12. One Hell Of A Ride

Videos:
13. American Thunder
14. The Best Move
15. Meet The Band

Ron Keel
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Tyler Farr – Redneck Crazy – CD-Review

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Beeindruckendes Major-Debutalbum von einem der vielversprechendsten neuen, jungen Akteure des New Country! Der ursprünglich aus Missouri stammende, mittlerweile nach Nashville übergesiedelte Tyler Farr (zunächst nur mit Stücken wie „Hey Y’all“ für Colt Ford oder „She’s Just Like That“ für Joe Nchols als Songwriter in Erscheinung getreten) legt mit seinem Erstwerk „Redneck Crazy“ direkt einen Traumstart hin. Auch hier hat er über die Hälfte der insgesamt elf Lieder mitkomponiert.

Während die zunächst ausgekoppelten Singles „Hot Mess“ (launiger New Country zum Tanzen und Feiern) und die schöne und mit weinender Steel getränkte Ballade „Hello Goodbye“ (erinnert ein wenig an die einstigen Sons Of Desert) eher Achtungserfolge erzielten, befindet sich das gleichnamige Titelstück „Redneck Crazy“ bereits in den Top 3 der Billboard Country Singles-Charts (zur Zeit auf Platz 2) und ist auf dem besten Weg direkt Tyler Farrs erste Nr. 1-Single zu werden. Ein herrlich melodischer, in den Strophen leicht melancholischer Track mit starkem Refrain und toller Gitarren- und Orgelbegleitung. Dass dieser Song ein gewisses Etwas hat, spürt man direkt mit dem ersten Hören!

Nach dem gut zum Einstieg gewählten, textlich leicht lasziv anmutenden Opener „Dirty“ (bestens für die berühmt berüchtigten Honkytonks geeignet, schön dazu passend in Southern Country Rock-Manier umgesetzt, hat auch ein wenig was von Billy Ray Cyrus „Achy Breaky Heart“) folgt mit „Makes You Wanna Drink“ (z. T. Sprechgesang, Refrain mit Crowd-Unterstützung, Big & Rich-Flair) die erste Nummer aus einem ganzen Reigen von Tracks um das Thema „Trinken“. Ganz in der Tradition des zur Zeit ebenfalls megaerfolgreichen Luke Bryan bietet „Ain’t Even Drinkin’“ mit polternden Drums, klasse E-Gitarren (inkl. zündendem Solo) und „Oh-oh-oh“- Harmoniegesängen, absolut in Nashville angesagten Stoff für die Radiostationen. „Whiskey In The Water“ enthält dagegen wieder viel Melancholie und wunderschöne Poesie („Everyday I pray I thank God I got her, she’s the moon in my shine, the whiskey in my water“).

Das Zeug zum Nachfolger von Little Big Towns Sommer-Hit „Pontoon“ hat zweifelsohne „Wish I Had A Boat“: Ein flapsiger E-Gitarrenrhythmus, ein Refrain zum Mitsingen, tolles Southern Rock-E-Gitarrensolo, dazu wieder Crowd-Harmonie-Gesänge, fertig ist der Gute-Laune-Song mit hohem Wiedererkennungswert. Passt auf jede Party! Ebenfalls ein weiterer, feucht fröhlicher Laune-Kracher ist das an Chris Cagle angelehnte „Chicks, Trucks, And Beer“, bei dem Spezi Colt Ford den Ball zurückspielt und seinen unnachahmlichen Gastauftritt hat (inkl. typischer Rap-Einlage). Auch hier wird und darf die Titelzeile ordentlich mitgegrölt werden.

Erst gegen Ende wird es dann wieder ernster. Das sehr atmosphärisch und toll gesungene und auch gespielte (klasse Bariton-E-Gitarre) „Cowgirl“ bietet Lagerfeuer-New Country für kommende Neo-Western. Am Ende präsentiert Tyler dann seinen gesamten stimmlichen Glanz (übrigens auch insgesamt beeindruckt er mit einem sehr angenehmen, überaus variablen, leicht angerauten Organ, irgendwo in der Schnittmenge zwischen Jeffrey Steele,  und Billy Ray Cyrus) beim nur durch von Channing Wilson (der das Lied auch kreiert hat) mit der Akustikgitarre begleiteten „Living With The Blues“. Ein Stück, das nicht nur musikalisch, sondern auch textlich unter die Haut geht. Ein grandioser Abschluss eines durchgehend starken Erstwerkes. Was für ein Karriereauftakt! Prächtiger, erfrischender, knackiger New Country für die Klientel von Luke Bryan über Justin Moore, Jake Owen, Chris Young, bis hin zu Eric Church oder Blake Shelton. Tyler Farr – ganz klar einer der absoluten Shootig Stars des Jahres 2013!

SONY NASHVILLE/ COLUMBIA (2013)
Stil: New Country

01. Dirty
02. Makes You Wanna Drink
03. Redneck Crazy
04. Whiskey In My Water
05. Hot Mess
06. Hello Goodbye
07. Ain’t Even Drinkin‘
08. Wish I Had A Boat
09. Chicks, Trucks, And Beer
10. Cowgirl
11. Living With The Blues

Tyler Farr
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