Ghost Hounds – Roses Are Black – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die treibende Kraft hinter den Ghost Hounds ist Thomas Tull. In der Mitte der 2000er startete er bereits einen Anlauf mit der Band und brachte am Ende dieser Dekade ein Album in Eigenproduktion heraus. Mit seiner Produktionsfirma konzentrierte er sich allerdings anschließend auf Filme, Comics und digitale Medien. Mit neuen Musikern reanimiert er nun die Ghost Hounds und wendet sich wieder dem Rock ’n Roll zu.

Für „Roses Are Black“ holte sich Tull mit Johnny Baab einen zweiten Gitarristen ins Boot und besetzte die Rhythmusgruppe mit Blaise Lanzetta am Schlagzeug und Bennett Miller am Bass. Als Glücksgriff erweist sich Sänger Tre Nation. Tull suchte sich zudem für das Songwriting Unterstützung bei David Grissom, der schon für John Mellencamp, Joe Ely, Storyville, The Allman Brothers Band und die Dixie Chicks aktiv war, sowie bei Kevin Bowe (Etta James, Jonny Lang, Lynyrd Skynyrd, Kenny Wayne Shepherd). Vance Powell (Chris Stapleton, The White Stripes, Arctic Monkeys, Kings of Leon) mischte den Longplayer ab und produzierte ihn auch.

Bei so viel Manpower und Erfahrung konnte nichts mehr schiefgehen. Herausgekommen ist dann auch ein überdurchschnittliches Rockalbum, das gut unterhält, dem jedoch die Titel fehlen, die sich direkt in den Gehörgängen festsetzen. Erst nach mehrmaligem Hören erhalten die Songs einen höheren Wiedererkennungswert.

Gibt man der Scheibe die Chance auf einige Durchläufe, gewinnen die einzelnen Songs stärkere Konturen. Dann treten auch die unterschiedlichen Einflüsse, die von der Band aus Pittsburgh verarbeitet wurden, deutlich hervor. Am Old School Rock ’n Roll orientiert sich der Opener „Bad News“. Classic Rock ist mit „Black Rose”, „Skin In The Game” und „Fire Under Water” vertreten. Hier wird den kraftvollen Gitarren mit entsprechenden Soli Raum gegeben.

Darüber liefern die Ghost Hounds eine erdige Version von Cliff Richards „Devil Woman“. Während das soulige „When Your Shadow Touches Mine” nochmals eine neue Facette in den Longplayer einbringt, erscheint „Til It’s Gone“ sehr gleichförmig und am ehesten verzichtbar.

Von einem Song des sagenumwobenen Robert Johnson, der seine Seele für den Blues an den Teufel verkauft haben soll, wurde der Name Ghost Hounds hergeleitet. Es liegt daher nahe, dass sich die Band dem Blues beziehungsweise Bluesrock bei „Push That Rock Up The Hill“ und „We Roll Hard” zuwendet.

„Second Time Around“, mit dem Tull auf die Wiederbelebung der Ghost Hounds reflektiert, läutet das letzte Drittel des Albums ein. In diesem Teil wird das Tempo reduziert. „Almost Loved You“ steigt mit einer akustischen Gitarre ein. Sehr schön sind hier die Klavierpassagen von Joe Munroe. Den Abschluss des Albums bilden zwei alternative, akustische Versionen von „Second Time Around“ und „Push That Rock Up The Hill“.

Thomas Tull gelingt der Neustart mit den Ghost Hounds. „Roses Are Black“ ist ein durchaus abwechslungsreiches Album geworden, dessen positiver Ersteindruck sich verstärkt, sobald man ihm Zeit gibt und es mehrfach anhört.

Cascade Music Group/Maple House Records (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. Bad News
02. Black Rose
03. When Your Shadow Touches Mine
04. Devil Woman
05. Til It’s Gone
06. We Roll Hard
07. Push That Rock Up The Hill
08. Skin In The Game
09. Fire Under Water
10. Second Time Around
11. Almost Loved You
12. Second Time Around (Acoustic)
13. Push That Rock Up The Hill (Acoustic)

Ghost Hounds
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Cascade Music Group

Ana Popovic – 08.12.2019, Club Volta, Köln – Konzertbericht

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Im Vergleich zu bisherigen Konzerten die ich bisher von ihr besucht habe, hat Ana Popovic im gut gefüllten Club Volta, ihre Begleitband aus dem letzten Jahr, um eine Bläsersektion erweitert.

Nach der im Musikgeschäft üblichen akademischen Viertel-Stunde betrat die Band zunächst ohne Ana Popovic die Bühne und legte jammend los. Popovic stieß dann unter den Applaus der Besucher nach einigen Minuten hinzu und stieg in diesen Shuffle mit ein.

Neben alten Songs präsentierte Popovic auch einige Stücke des aktuellen Albums „Like On The Top“, in dem es vielfach um die Rolle der Frau u. a. in der Musikszene geht, was sich auch in den Ansagen widerspiegelte. Sie meinte, dass es deutlich mehr Geschlechtsgenossinnen wagen sollten, gegen die insbesondere im Blues scheinbare, männliche Übermacht, die Gitarre in die Hand zu nehmen.

Vom Stil her hat Popovic sich selbst ein klein wenig vom klassischen Blues entfernt, was aber nicht als Kritikpunkt zu verstehen ist. Schon während der Touren in den letzten Jahren implementierte sie jazzige, funkige und soulige Elemente, wie auch un diesem Abend, im Kölner Volta Club.

Die Bläser verliehen dabei dem Sound einen gewissen Bigband Charakter und Ana lieferte sich einige Duelle mit ihnen, die mit berechtigten Szenenapplaus bedacht wurden.

Burns am Bass gab einen teilweise stampfenden aber auch funkigen Unterton in den Rhythmus und begeisterte mit einigen Soli und als Begleiter von Kelley bei dessen starken Solopart an den Drums. Michele Papadia bediente wie gewohnt seine Keys, wobei er bei manchen Passagen scheinbar auf die Tasten einzuschlagen schien. Last but not least war da natürlich noch die eigentliche Protagonistin des Abends.

Angesteckt von der guten Stimmung im Volta Club zeigte die gebürtige Serbin, ihre Fähigkeiten als Entertainerin, aber auch als starke Gitarristin. Ihrem Treiben sah vom Merchandisingstand nicht ohne, in diesem Fall berechtigten Stolz, ihr Vater Milton Popovic, im Takt der Musik mitgehend, zu.

Nach etwa 90 Minuten legte das Sextett ein furioses Medley hin, in dem alle Musiker ihre Parts hatten und Popovic dann mit großem Applaus die Bühne verließ, während der Rest der Band noch über Minuten weiter jammte. Der Soundmischer war, ebenso wie das Publikum, so begeistert von diesem Track, dass er in der Annahme, jetzt könne nichts mehr kommen, schon kurz nach dem Finale, das Konzert mit Musik vom Band beendete und auch das Saallicht erhellte.

In einem Gespräch später mit Keyboarder Michele Papadia sagte dieser, dass eigentlich noch ein Song geplant war, wo dann auch Ana wieder gekommen wäre. Sei es drum, auch ohne diese ‚verpasste‘ Zugabe war es ein starker Auftritt, der auch entsprechend vom Publikum gewürdigt wurde, in dem auch einige jüngere Musikfans vertreten waren, was leider im Bluesgenre meistens viel zu wenig der Fall ist.

Nach der Show stand Popovic und ihr Vater, der den Besuchern auch aus einem gemeinsamen Album mit der Tochter bekannt war, noch für Smalltalk und das Erfüllen von Autogrammwünschen geduldig und bestens gelaunt zur Verfügung.

Ein Dank auch an Manuel Banha von 2GetherConcert für die sehr kurzfristige problemlose Akkreditierung für diesen Abend.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Jerry Kelley (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)
Claudio Giovagnoli (saxophone)
Davide Ghidoni (trumpet)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Ana Popovic
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Club Volta
2GetherConcert

Larry Fleet – Workin’ Hard – CD-Review

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Review: Michael Segets

Herrlich harmonischer Country mit einer großen Portion Soul – so lässt sich das Debütalbum „Workin’ Hard” von Larry Fleet umschreiben. Dass es zu der Aufnahme kam, ist einer glücklichen Fügung geschuldet. Bei einer Scheunenparty spielte Fleet einige Titel und wurde von dem zufällig anwesenden Jake Owen angesprochen, den Fleets Talent begeisterte.

Von da an änderte sich das Leben von Fleet schlagartig. Vorher im Bauwesen tätig, war die Musik für den Mann aus Chattanooga, Tennessee, bloß eine Nebenbeschäftigung. Owen bestärkte ihn, seinen Job aufzugeben und mit ihm auf Tour zu gehen. Endgültig Feuer fing Fleet, als er für Willie Nelson eine Show eröffnen durfte. Nelson holte ihn dann während seines Sets mit auf die Bühne, womit sich ein Traum für Fleet erfüllte.

Neben Nelson, Merle Haggard und Waylon Jennings zählen auch Otis Redding sowie Marvin Gaye zu seinen Einflüssen, wodurch sich die Kombination aus Country und Soul erklären lässt. Zwei Jahre nach seinem Entschluss, tiefer in die Musikszene einzutauchen, liegt nun Fleets erstes Album vor. In dem titelgebenden „Workin‘ Hard“ bearbeitet er seine Herkunft und die Wende in seiner Biographie.

Während mit dem Opener „Tied Down“ und „Somethin’ Cold, Somewhere Hot” traditionsverbundener Country in einer modernisierten Form geboten wird, kommen die Soul-Anteile bei „Lied About Love“ und „Boys With Nothin’” stärker zum Tragen. Stellenweise gerät dabei Marc Broussard als Vergleichsgröße in den Sinn. Die Mischung von Country und Soul macht sich vor allem bei „Baby, You Do“ und „Mix ‘Em With Whiskey“ bezahlt. Das letztgenannte Stück stellt daher auch meinen Anspieltipp dar.

Fleet schiebt mit „Best That I Got“ und dem erdigen Titelsong zwei Balladen ein. Ansonsten bewegen sich die anderen Tracks in einem unaufgeregten mittleren Tempobereich. Bei einigen Beiträgen sorgt ein dezenter Backgroundgesang für weitere Harmonien. Diese wirken aber nicht süßlich, sondern geben den Songs zusätzlich eine gewisse Würze.

Wer in der Vorweihnachtszeit mal fünfundzwanzig Minuten für einen entspannten und entspannenden Mix aus Country und Soul hat, liegt mit „Workin‘ Hard“ richtig. Das Album von Larry Fleet ist eine geeignete Untermalung für eine kurze Auszeit bei einer Tasse Kaffee oder einem anderen Getränk – vielleicht mit Whiskey gemischt.

Big Loud Records (2019)
Stil: Country, Soul

Tracks:
01. Tied Down
02. Somethin’ Cold, Somewhere Hot
03. Lied About Love
04. Mix ‘Em With Whiskey
05. Baby, You Do
06. Best That I Got
07. Boys With Nothin’
08. Workin’ Hard

Larry Fleet
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Big Loud Records

Andreas Diehlmann Band – 06.12.2019, Café Steinbruch, Duisburg – Konzertbericht

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Berührungspunkte mit Andreas Diehlmann und seiner Band gab es im SoS bis dato nur anhand von CD-Reviews, Besuche eines Konzertes in unseren Gefilden scheiterten leider immer wieder ganz kurzfristig aufgrund privater Gegebenheiten.

Kollege Jörg Schneider hatte die drei letzten Werke des Kasselaners  „Your Blues Ain’t Mine„, „Your Blues Ain’t Mine Tour, Live 2019„und „Point Of No Return“ begeistert reviewt und jetzt ergab sich im nahe gelegenen Cafe Steinbruch in Duisburg am Nikolaustag nochmals eine günstige Gelegenheit.

Trotz des üblen, ungemütlichen Regensauwetters an diesem Abend war die Location recht gut gefüllt und so konnte das Trio mit dem Protagonisten und seinen beiden Mitstreitern Volker Zeller (sehr agil – sah aber aus wie ein in den Achtziger Jahren zurückgelassener Halbstarker aus einer Starsky & Hutch-Episode) und der stoisch, nicht aus der Ruhe zu bringende, trommelnde Tom Bonn, in einem würdigen Rahmen, ihr zweigeteiltes Programm vorstellen.

Nach dem Greenschen „Oh Well“ als Auftakt, kristallisierte sich nicht nur durch die performten „All Along The Watchtower“ und „Hey Joe“ schnell heraus, welcher Musiker zu den Präferenzen des Fronters zählt. In den ausschließlich auf der Stratocaster gespielten Eigenkreationen wie „Full Grown Man“, dem schönen Slowblues „Don’t Go“ , „Point Of No Return“, „I Don’t Know“ und schließlich „Soulshine“ (mit integriertem „No Woman No Cry“, als auch Publikumsgesangseinbindung), ließ er immer wieder Hendrix-typische Wah-Wah-Psychedelic-Elemente in seine vielen filigranen Soli, einfließen.

Diehlmanns kommunikative Art (scherzte über seine verflossenen Frauen, Castingshows, etc.) trug dabei nicht unerheblich zur angenehmen Atmosphäre im Steinbruch bei.

Nach etwa 20-minütiger Pause kippte nach „Going Down“ (Don Nix-Cover mit schöner Battle zwischen Diehlmann und dem schlagkräftigen Zeller) das ‚Blatt‘ mit dem Einsatz der Les Paul im zweiten Part zugunsten von Texas Blues & Boogie Rock à la ZZ Top, was man anhand von  Tracks wie „Blue Jean Blues“, „La Grange“ (für einen Besucher gespielt) oder „Just Got Paid“ aber auch den eigenen (teilweise dezent southern rockigen) Sachen wie u. a. „Rita“ (wieder für eine Ex), „Nothing But The Blues“, „Deadman Walking“ (mein Favorit des Gigs), dem herrlichen Stampfer „Head Down Low“ und „Long Forgotten Nightmare“, klar vor Augen und Ohren geführt bekam.

Als Rausschmeißer und zugleich zweite Zugabe gab es statt dem eigentlich geplanten „Little Wing“ mit „Purple Rain“ (besser zum Wetter passend), nochmals einen stark performten Klassiker (tolles End-Solo von Andreas) serviert.

Fazit: Die Andreas Diehlmann Band offerierte an diesem Abend im Cafe Steinbruch mit einer sympatischen, überaus spielfreudigen als auch gesanglich  und instrumentell ansprechenden Vorstellung, dass man sich vor der großen internationalen Konkurrenz, wie auch partiell im eigenen Lande (Freischlader, Gross & Co.), nicht zu verstecken braucht. Ein paar weniger von diesen vielen omnipräsenten Klassikern, dafür noch mehr Stücke aus dem eigenen Fundus (die ja wahrlich nicht schlecht sind), würden dabei, aus meiner Sicht, einer noch stärkeren Profilschärfe gut tun.

Line-up:
Andreas Diehlmann (lead vocals, electric guitars)
Volker Zeller (bass, vocals)
Tom Bonn (drums)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Andreas Diehlmann Band
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Café Steinbruch Duisburg
Jörg Schneider Webseite

Mike Nash & Southern Drawl Band – Stay Thirsty – CD-Review

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‚Gute Laune‘-Musik ist seit Jahren das Markenzeichen der Southern Drawl Band aus Knoxville, TN, die mit ihrem frischen Country-Rock auf „Elixir“ bereits im SoS begeistert reviewt wurde.

Gründungsmitglied und Frontman Mike Nash hat nun mit der neuen Scheibe „Stay Thirsty“ eine Art Solo-Album vorgelegt, das mit Unterstützung seiner Band-Freunde einen Tropical-Country-Rock à la Jimmy Buffet um eigene Elemente erweitert. Der inzwischen erfahrene Singer/Songwriter Nash hat sich hierfür jedoch zusätzlich einige bekannte Co-Autoren an Land gezogen, wie z.B. Dan Demay, Leslie Satcher, Casey Beathard („Stay Thirsty“) oder Darryl Worley, die sich in der Nashville-Country-Szene seit langem erfolgreich einen Namen gemacht haben.

So wundert es nicht, dass der als Top-Radio-Single laufende Einsteiger „Summer Sound“ die Party-Time im leichten Country-Style eröffnet und der Titelsong „Stay Thirsty“ die ‚Modern-Country‘-Reihe viel zu schnell in leider nur rund 3 Minuten, aber musikalisch leichtfüßig fortsetzt.

Das intensive Story-Telling-Stück „Postcards From The Road“ erzählt als langsame, aber starke Nummer nostalgische Erinnerungen in den niveauvollen Lyrics und bereitet den Hintergrund für den anschließenden Ohrwurmkracher „Cold Beer“, der als bärenstarker Southern-Country-Rock seine eigene Klasse ausspielt.

Die ohnehin fröhliche Südstaaten-Atmosphäre des quirligen Zydeco-Tracks „Redneck Riviera“ bringt ausgelassen den ursprünglichen Sound von New Orleans auf die Tanzfläche und ist erneut ein gutes Beispiel für die dynamische Spielfreude des gesamten Longplayers.

Einfühlsame Love-Songs, wie „Carolina Kinda Love“ oder „On A Day Like This“ passen ebenso in das vielfältige Country-Rock-Image von Mike Nash, wie der hymnenartige Stadion-Track „Nobody Like Us Nobodies“ im Southern-E-Gitarren-Gewitter und die überwiegend akustisch geprägte Nummer „Remind Me (Who I Am)“, mit herrlichen, persönlich klingenden Textpassagen.

Die harmonischen Country-Ausläufer von „I Need a Breather“ inklusive Orgel- und Pedal-Steel-Solo bilden mit der feinen Ballade „Waves“ zum Abschluss weitere besondere Stärken der ausgewogenen Produktion.

Mike Nash hat mit „Stay Thirsty“ nicht nur ein gelungenes Album im angesagten Country-Sound seiner Heimat veröffentlicht, sondern eine rundum musikalisch erfrischende Scheibe, die über die Grenzen des Genres hinaus geeignet ist, die bisherige Erfolgsgeschichte auszubauen.

Down Home Records (2019)
Stil: (Southern) Country Rock

01. Summer Sounds
02. Stay Thirsty
03. Postcards From The Road
04. Cold Beer
05. Redneck Riviera
06. Carolina Kinda Love
07. One Day Like This
08. Nobody Like Us Nobodies
09. Remind Me (Who I Am)
10. I Need a Breather
11. Waves

Southern Drawl Band
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Flying Joes – Invincible – CD-Review

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Review: Michael Segets

Mit „A War On Everything“ von The Glorious Sons wurde kürzlich das aktuelle Album einer aufstrebende Band aus Kanada vorgestellt. Diese zeigt, dass es sich durchaus lohnen kann, den Blick in die nördliche Hemisphäre schweifen zu lassen. Nun schwappt mit Flying Joes ein weiterer Import in Sachen Rock über den Atlantik.

„Invincible“ ist der zweite Longplayer der Flying Joes, den das Trio aus Montreal auf den Markt bringt. Nach ihrem Debüt „Let It Out“, für das sie den Produzenten Glen Robinson (AC/DC, Keith Richard, B.B. King) gewinnen konnten, ließen sich Sänger und Bassist Syd Bedard, Gitarrist JF Arsenault und Schlagzeuger Yves Côté fünf Jahre für den Nachfolger Zeit.

Flying Joes orientieren sich am Classic Rock der siebziger Jahre und führen Bands wie Led Zeppelin und Rival Sons als Referenzpunkte an. Dementsprechend steigt „Beat The Devil Out Out Of Me“ mit wimmernder Gitarre kräftig ein. Der Beginn der Scheibe mit den folgenden „Mean Little Mama“ und „Lay Me Down“ lässt keinen Zweifel daran, welche musikalische Richtung die Jungs favorisieren.

Die Songs bleiben jedoch melodisch und erzeugen ihre Power durch die Konzentration auf heavy Gitarrenriffs in Verbindung mit einem kraftvollen Rhythmus sowie durch den Hardrock-typischen Shouter-Gesang. Dabei überlädt die Band die Stücke nicht mit unnötigem Bombast.

In die gleiche Kerbe schlägt „Black Stone“. Das trocken stampfende Schlagzeug von Côté treibt den Song mächtig an. Der harmonische Refrain weckt Erinnerungen an Bon Jovi, wobei die experimentellere Zwischenpassage vielleicht verzichtbar gewesen wäre. Mit dem Titeltrack „Invincible“, bei dem Bedard mit dem Background in einen Call-And-Response-Modus wechselt, sowie „Valley Of Fallen“ – mit tollem Gitarrensolo von Arsenault – bleiben die Flying Joes ihrem Lieblingsgenre treu.

Im Verlauf der Scheibe zelebrieren die Kanadier bei „High Society“ den Hardrock in Reinform und streuen darüber hinaus das balladeske „Give It Back“ ein.

Liegt der Schwerpunkt des Albums auch auf dem Hardrock, so überschreiten die Flying Joes diesen jedoch und überraschen bei einigen Titeln mit einer größeren stilistischen Bandbreite. „Try“ geht als Southern durch, „Homeland“ als Stoner Rock.

Auf dem Abschlusstrack „Scavengers Over Me” wird die akustische Gitarre ausgepackt. Das Stück könnte sich auf einer Platte der Rolling Stones finden. Mit der Slide-Untermalung würde sich die Ballade auch auf einem Country-Rock-Album gut machen. Zuvor zeigt „Down By The Pirogue”, dass die Band eine gewisse Affinität zum Country hat und auch das instrumentale Intermezzo „À L’Aube“ versetzt atmosphärisch in eine staubige Wüstenlandschaft.

Die Flying Joes bevorzugen auf „Invincible“ eine härtere Gangart des Rock und spielen ihn mit dem nötigen Drive. Letztlich stärker erscheinen aber die Songs, in denen die Kanadier ihr Repertoire in Richtung Southern, Stoner oder sogar Country-Rock erweitern. Die zukünftige Entwicklung der Band zu verfolgen, ist daher kein schlechtes Vorhaben.

Comanche (2019)
Stil: Hard Rock & More

Tracks:
01. Beat The Devil Out Out Of Me
02. Mean Little Mama
03. Lay Me Down
04. Black Stone
05. Try
06. Homeland
07. High Society
08. Invincible
09. Give It Back
10. Down By The Pirogue
11. Valley Of Fallen
12. À L’Aube
13. Scavengers Over Me

Flying Joes
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Danny Bryant & Bigband – 27.11.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Nachdem Danny Bryant in der Vorwoche im Quartett im Schwarzen Adler schon ein begeisterndes Konzert abgeliefert hatte, spielte er an einem Mittwoch nun mit seiner Bigband im Gepäck im Dortmunder Musiktheater Piano vor. Trotz des eigentlich ungünstigen Termins, zeitgleich blamierte sich der BVB in Barcelona, war das Piano jedoch gut gefüllt.

Pünktlich um 8:00 Uhr begann sich die auf zwei Ebenen angelegte Bühne zu füllen. Mit vier Bläsern und dem Schlagzeug war der obere Teil schon proppevoll und unten warteten Keyboarder, Bassist und der zusätzliche Gitarrist, bis sich unter dem Applaus der wartenden Fans Danny Bryant dann als Letzter sehen ließ.

Eine kurze aber herzliche Begrüßung von Danny an die Fans und schon ging es los. Sprichwörtlich zum Opener „Holding All The Cards“ hatten Bryant und Band alles im Griff, wobei sie schon nach drei Stücken die Karten neu mischten und das in der Setlist als Zugabe aufgeführte „Guntown“ schon vorzogen. Die Songauswahl war sehr ähnlich zu der vom Konzert in der Vorwoche, wobei die Perfomance durch die große Besetzung natürlich eine andere war und so nicht das Gefühl aufkam, zweimal dasselbe Konzert gesehen zu haben.

„Guntown“, schon im Adler ein Highlight, gewann durch die Bläsersektion noch einmal an Intensität. In einer losgelösten Version von „Unchained“ hatten alle Musiker ihren Solopart und wurden zu Recht vom Publikum mit Szenenapplaus bedacht.

Zum Ende erfüllte Melancholie den Saal, als Stevie Watts an den Keyboards das Intro zu „Painkiller“ einspielte, danach Marc Raner nun mit akustischer Gitarre einsetzte und ein stimmlich bestens aufgelegter Bryant die Besucher fast träumen ließ. Die Rythmussektion um Paul Mallatratt am Bass und Schlagzeuger Dave Raeburn, hielt sich bedächtig zurück, um die Atmosphäre des Liedes nicht zu zerstören, die durch die dezent einsetzenden Bläser noch verstärkt wurde.

Nach etwa sieben Minuten war es dann soweit, Watts spielte an den Keys das scheinbare Outro, bis mit drei Schlägen von Raeburn an den Drums ein fulminantes mehrminütiges Solo Bryants einsetzte, in dem er dann fortwährend von allen Musikern bis zum fast hymnischen Ende unterstützt wurde.

Kurz danach war das Hauptset beendet, aber durch die Stimmung und Zugabeforderungen animiert, legte die Band nach kurzer Zeit noch einmal eine klasse Version des Hendrix-Klassikers „Little Wing“ nach. Dieser (Hendrix) betrachte von einem großen Bild neben der linken Bühnenseite das Treiben und hätte mit Sicherheit Spaß an dem gehabt, was die Band mit seinem Song machte.

Danach war dann scheinbar Feierabend. Das Licht ging an, Sound kam vom Band aus den Boxen aber die meisten Zuschauer verweilten noch im Saal und applaudierten. Die ersten standen schon am Merchandisestand. Als es in der Halle wieder laut wurde und die Band unter ’stehenden Ovationen‘ noch einmal die Bühne betrat, um noch einen letzten starken Rausschmeißer, Bryant nun mit seiner Gibson Firebird slidend, drauf zu setzen. Dann war aber nach etwa 120 Minuten energiegeladenen Blues Rocks zumindest musikalisch Feierabend.

Der großartige Abend wurde dann abgerundet, als alle Musiker sich im Merchandisebereich aufhielten, mit Fans Smalltalk hielten und einiges an Autogrammwünschen erfüllten.

Bryant bewies innerhalb von kurzer Zeit, dass er ein begnadeter Livemusiker ist, dem es im Sturm gelingt ein Publikum in seinen Bann zu ziehen, da er gleich drei ‚Waffen‘ sein Eigen nennen kann: Seine Qualitäten als Gitarrist, eine starke Stimme und eine Band, die ihn auf höchsten Niveau mit absoluter Spielfreude unterstützt. Wie gut, dass es Clubs in der Größe des Piano gibt, in der solche Musik ihre angemessene Plattform findet.

Die Leute, welche überlegt hatten, das Konzert zu besuchen, dann aber doch vor der Glotze das Treiben der gut bezahlten Balltreter des BVB verfolgten, haben an diesem Abend mit Sicherheit die falsche Entscheidung getroffen!

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Paul Mallatratt (bass)
Dave Raeburn (drums)
Stevie Watts (keys)
Marc Raner (guitars)
David Maddison (trumpet)
Alex Maddison (trombone)
Lauren Young (tenor saxophone)
Mark Wilkinson (baritone saxophone)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Danny Bryant
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Musiktheater Piano

Chase Rice – Lambs & Lions – CD-Review

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Im Musikbusiness muss man wirklich oft nicht alles verstehen. Warum der bereits 2017 erschienene Longplayer „Lambs & Lions“ jetzt erst zwei Jahre später hier in Deutschland (als Worldwide Deluxe Edition) neu veröffentlicht wird, bleibt das Geheimnis der Entscheider.

Ok, man könnte eventuell darüber spekulieren, dass es etwas damit zu tun hat, dass der ehemalige Football-Profi, NASCAR Pit Crew-Arbeiter, Fernseh-Survivor–Reality-Show-Teilnehmer und mittlerweile erfolgreiche Countrymusiker demnächst für einige Termine 2020 auf den Bühnen unseres Landes (u. a. am 22.01.2020 im Luxor in Köln) präsent sein wird.

Und das oben angeführte Werk ist zumindest in Sachen Mehrwert um vier Tracks erweitert worden. Dazu sollen auf der Tour bereits Stücke seines neuen, sich zur Zeit in der Entstehung befindlichen Albums vorgestellt werden.

Der für Countryfans eher gewöhnungsbedürftige, episch anmutende Opener „Lions“ mit inkludierten „The Lord’s Prayer“ offeriert die eher rauere und kräftige Seite des Protagonisten, während im weiteren Verlauf mit Sachen wie „Unforgettable“, „One Love, One Kiss, One Drink, One Song“, oder „Amen“ auch das Lamm im Löwenpelz des Künstlers zu Tage tritt.

Rice, der bis auf einen Song, bei allen Liedern kompositorisch involviert war (übrigens ebnete ihm der Mehrfach-Platin-Megahit „Cruise“ von Florida Georgia Line, den er mitgeschrieben hat, den Weg ins Majorlabel-Countrybusiness), setzt auf diesem Werk schwerpunktmäßig auf die Popkarte, beziehungsweise ähnlich wie die Kollegen Rhett, Swift, Urban, Young & Co. auf das zweigleisige Geschäft, wobei der Countryanteil doch mehr Alibifunktion inne hat.

Lediglich „Jack Daniels Showed Me Up”, die Hommage an die guten Musikklassiker der längst vergangenen Zeit „Three Chords & The Truth“ (hier werden Stücke wie unter anderem „Sweet Home Alabama, „Copperhead Road“, etc. gehuldigt) und “This Cowboy’s Hat“ (feat. Ned LeDoux), dürften bei dieser Klientel für etwas Genugtuung sorgen.

Mich nerven über die gesamte Dauer die eingeflochtenen, oft choralen Harmoniegesänge und teilweise orientalischen Klänge, Synthie und Loop-Effekte, die diverse gute Countrysongansätze wie bei „25 Wexford St.“ (da meint man zunächst im China-Restaurant bei ‚Ente süß-sauer‘ zu sitzen…) zunichte machen.

Fazit: Chase Rice untermauert auf dem Album „Lambs & Lions“ seine Gabe, melodische Songs mit eingängigen und einprägsamen Refrains zu kreieren, die ohne Zweifel massenkompatibel vermarktet werden können. Für den gemeinen Country-Liebhaber müsste sich die musikalische Grundausrichtung aber in Zukunft deutlich ändern. Das Ganze ist dann doch eher was für Popfans, die mit ein bisschen Country ganz gut leben können. Deshalb trägt Rice auf dem Cover auch zurecht Basecap statt Cowboyhut.

Broken Bow Records (2019)
Stil: New Country

01. Lions
02. On Tonight
03. Unforgettable
04. Eyes On You
05. Saved Me
06. One Love, One Kiss, One Drink, One Song
07. Jack Daniels Showed Me Up
08. Three Chords & The Truth
09. Amen
10. This Cowboy’s Hat (feat. Ned LeDoux)
11. On Tonight (UK Edition)
12. 25 Wexford St.
13. Eyes On You (Acoustic)
14. Love Me Like You Don’t

Chase Rice
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Networking Media

Lainey Wilson – Redneck Hollywood – EP-Review

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Macht es Sinn, über eine Vier-Stücke-Veröffentlichung mit einer Gesamt-Spieldauer von gerade mal 12 Minuten, ein Review zu schreiben? Darüber könnte man vermutlich jetzt wesentlich länger als die Spielzeit des Silberlings philosophieren.

Da bei der aus dem kleinen Baskin in Louisiana, stammenden Lainey Wilson, jedoch sehr viel Talent und auch ein ordentliches Maß an Mut im Spiel ist, hat die junge Dame es verdient, mit ihrer EP „Redneck Hollywood“ unseren Lesern zugänglich gemacht zu werden.

Die Protagonistin, die schon jetzt als ‚CMT’s Next Women of Country for 2019‘ gehandelt wird, setzte sich irgendwann in so einen Dauercamp-Wohnwagen, um in Nashville ihr Glück zu versuchen. Schnell wurde dort ihr Songwriting-Talent entdeckt und ihre Dienste als Auftragsschreiberin von Sony/ATV in Anspruch genommen.

Mittlerweile hat Lainey allerdings auch beim arrivierten New Country-Label Broken Bow Records (Dustin Lynch, Craig Morgan, Chase Rice) einen Vertrag, der ihr jetzt mit diesem Kurzwerk zu öffentlicher Aufmerksamkeit verhelfen soll, nachdem sie bereits zu Beginn des Jahres als Support von Shooting-Star Morgan Wallen, einem größeren Publikum näher gebracht wurde.

Die vier Tracks, die von keinem geringeren als Star-Producer Jay Joyce (u. a. Little Big Town, The Wallflowers, Eric Church), betreut wurden, offerieren besonders die Vielseitigkeit der Künstlerin. Stimmlich erinnert sie mich ein wenig an Heidi Newfield vom früheren Erfolgsact Trick Pony.

Das zeigt sich im frechen, rotzigen, Southern country-rockigen Opener „Straight Up Sideways“, dem atmosphärischen, Fleetwood Mac-durchwehten „Dirty Looks“, im folkig (mit schöner Mandoline) melodramtischen „Things A Man Oughta Know“ (wo sie mit „if you really love a woman, don’t let her go“ eindringlich an die vereinte Männerschaft appelliert) und dem flippig-funkig shuffelnden „LA“, bei dem sie zu guter Letzt, einen klasse instrumentierten Gute-Laune-Song (tolle E-Gitarren, prägnanter Bass) raushaut.

Insgesamt ein kurzweiliger New Country-Quickie mit Lainey Wilson im wahrsten Sinne des Wortes, nach dem man sich eine längere (musikalische) Beziehung wünscht.

Broken Bow Records (2019)
Stil: New Country

Tracks:
01. Straight Up Sideways
02. Dirty Looks
03. Things A Man Oughta Know
04. LA

Lainey Wilson
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Danny Bryant – 21.11.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Quasi das letzte hochklassige Blues Rock-Ereignis im Schwarzen Adler unter der Ägide von Ernst Barten – nach 37-jähriger Leidenschaft für diese Musik und unendlich vielen Parademusikern der Szene, die an diesem Ort bis heute ihre Spuren hinterlassen haben.

Da brauchte man keine hellseherischen Fähigkeiten sein Eigen nennen zu können, dass ein Künstler des Genres wie Danny Bryant, ein regelrecht musikalisches Schwergewicht im wahrsten Sinne des Wortes, nochmals alles an Können in die Waagschale werfen würde. Der Vierbaumer Bluestempel war an diesem Abend dementsprechend gut besucht.

Nach pünktlichem Beginn mit „Holding All The Cards“ (zunächst zum Warmspielen im Trio, bis dann der Protagonist dazu stieß) und schon einer Mörderfassung von „Guntown“ direkt im Anschluss, hatte man schon den Mund offen stehen und fragte sich völlig geflasht, ob da überhaupt noch Steigerungspotential für den weiteren Verlauf vorhanden ist.

Auch wenn „Guntown“ am Ende tatsächlich mein persönliches Lieblingsstück des Gigs blieb, folgte jedoch im zweiteilig angelegten Gig, eine einzige Gala in Sachen moderner Blues Rockmusik. Bryant stellt für mich mit seiner tollen Stimme, seinem filigranen E-Gitarrenspiel und seiner Ausstrahlung, im Moment die Speerspitze der britischen Szene dar!

Im Mittelpunkt stand natürlich sein aktuelles Werk „Means Of Escape“ ,das mit Tracks wie u. a. „Warning Signs (In Her Eyes)“, „Nine Lives“, dem ebenfalls überragenden „Where The River Ends“ (tolles Piano Watts), „Mya“ und dem grandiosen Titelsong (dezent an „All Along The Watchtower“ erinnernd) und „Tired Of Trying“ sehr ordentlich bemustert wurde, aber auch brillante Bryantsche Modifikationen von Klassikern wie „Whole Lotta Shakin‘ Goin‘ On“ (Elvis), „Little Wing (Hendrix) und „Knockin‘ On Heavens Door“ (Dylan).

Bei den beiden Publikumsfavoriten „Heartbreaker“, mit integriertem Solieren aller Beteiligten, oder „Painkiller“ (mit famosem Schrei Dannys ohne Mikro am Ende) ließen die Musiker erst gar keinen Schmerz aufkommen. Überhaupt was ist das für eine Klasse-Truppe, die Danny da am Start hat: die Rhythmusfraktion mit ‚Professor‘ Paul Mallatratt am Bass und dem über das ganze Konzert mit riesigem Spass in den Backen trommelnden Dave Raeburn sowie dem famos klimpernden Stevie Watts (Piano, Orgel), der Bryant an seiner rot-weißen Stratocaster entweder untermalte oder mit klasse Soli (z. T. in Honkytonk-Manier) die Stirn bot.

Am Ende wurde es richtig Texas-Boogie-bluesig a la ZZ Top (u. a. bei „Hurting Time“ mit wildem Slidegeschwurbel als 1. Zugabe), als der Brite seine anderen mitgebrachten Gitarren wie die Gibson Firebird und eine weiße Strat (zum finalen phantastischen „Knockin‘ On Heavens Door“) aus dem Regal zog.

Kaum war dieser überragende Auftritt beendet, stürmten Bryant und Watts auch schon zum Merchandising-Tisch, um die zurecht stark nachgefragten Utensilien wie CDs, LPs oder Bilder zu signieren. Beide hatten auch noch Zeit, für ein Foto mit Ernst Barten mir und dem Logo für unsere VIP-Galerie.

Wer nach diesem herrlichen Danny Bryant-Konzert, unter den Anwesenden, noch keine Genossenschaftsbeteiligung im Rahmen des Fortbestehens des Adlers gezeichnet hat, müsste eigentlich zu Hause auf dem Fuße die Webseite ‚www.adler-erhalten.de‘ aufgesucht haben, um den Beitrittsbogen auszufüllen und umgehend in die Post zu geben. Solche mitreißenden, regelrecht ansteckenden Ereignisse im Sinne von Ernst Barten haben es doch verdient, erhalten zu bleiben, oder nicht?

Ein großer Dank von Sounds Of South-Seiten an diesen für seine immense Lebensleistung im Dienste der Blues Rock-Musik und der hiesigen Kultur! Jetzt müssen auch neue Falkner ran, um den Adler in Schwung zu halten. Lasst es uns anpacken, liebe Genossen!

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Paul Mallatratt (bass)
Dave Raeburn (drums)
Stevie Watts (keys)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Danny Bryant
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Schwarzer Adler