American Aquarium – Things Change – CD-Review

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Review: Michael Segets

Auf einem Konzert von American Aquarium im März 2017 sprach ich Daniel an, dass ich gerne gelegentlich Beiträge für Sounds Of South verfassen würde. Vor ziemlich genau einem Jahr erschien dann auch meine erste CD-Besprechung. Heute feiere ich ein kleines Jubiläum und ich freue mich, dass sich mein 50. Artikel um die neue Scheibe von American Aquarium „Things Change“ dreht.

American Aquarium bewegt sich musikalisch hauptsächlich auf den Genregrenzen zwischen Folk, Rock und Country. Die Spezialität von Bandleader, Sänger und Songschreiber BJ Barham sind ausgefeilte Texte, die er zumeist in Balladen verpackt.

Stilistisch bleibt sich American Aquarium mit „Things Change“ treu. Allerdings hat sich die Band um BJ Barham vollständig neu formiert. Zwar wechselten die Mitglieder der Band seit ihrer Gründung 2006 sowieso schon häufig, von der Besetzung des vorangegangenen Studioalbums „Wolves“ (2015) oder der des letztjährigen Konzerts ist aber kein Musiker mehr auf dem aktuellen Longplayer vertreten.

Als neue Mitstreiter für sein Projekt konnte Barham Shane Boeker für die Lead Guitar, Adam Kurtz für die Pedal Steel und Electric Guitar, Ben Hussey für den Bass und Joey Bybee für die Drums gewinnen. Seinen ehemaligen Bandkollegen widmet Barham „When We Were Younger Men“. Die Ballade fängt stark an, nimmt zwischenzeitlich einen Country-Rhythmus auf und bekommt dann durch die wimmernde Pedal Steel eine ziemlich wehmütige Anmutung. Beinahe trotzig wirkt hingegen das kurz und wuchtig gespielte Titelstück „Things Change“ mit der Feststellung, dass es im Leben nicht immer fair zugeht.

Wie der Titel der CD bereits nahelegt, sind Veränderungen das durchgängige Thema des Albums. Barham verarbeitet in seinen Texten persönliche Erlebnisse, die anschlussfähig an Erfahrungen der Hörer sind. Die transportierten Gefühlslagen bleiben daher sehr gut nachvollziehbar und berühren.

In „The World Is On Fire“ äußert Barham – als frisch verheirateter Mann und werdender Vater – seine Besorgnis angesichts der Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sowie den damit einhergehenden politischen Entwicklungen. Die Rockballade weist einen langen Refrain auf, der hervorragend ausgearbeitet ist.

Im privaten Bereich passierte in den letzten Jahren einiges bei Barham. Beispielsweise lebt er nach Schwierigkeiten mit seinem Alkoholkonsum nun abstinent. Diesen Wechsel in seiner Lebensführung verarbeitet er in „I Gave Up The Drinking (Before She Gave Up On Me)“ mit einem eingängigen Country-Song. Der Mainstream-Country schlägt auch bei „Work Conquers All“ durch. Thematisch greift Barham das harte Leben als Farmer auf. Der Landbevölkerung zollt er ebenfalls mit dem treibenden Rock-Song „Tough Folks“ Respekt.
Barham stammt aus Reidsville, North Carolina, der er bereits auf seinem Solo-CD „Rockingham“ (2016) ein musikalisches Denkmal setzte. Religiöser Intoleranz als Kehrseite der ländlichen Gemeinschaften kritisiert Barham mit dem zweiten schnellen Rocker „Crooked + Straight“.

Ganz in der Singer-Songwriter-Tradition stehen die von akustischer Gitarre getragenen Folk-Songs „One Day In Time“ und „Shadows Of You“. Das letztgenannte Stück hat einen sehr eingängigen Refrain, der den Schmerz eines verlassenen Liebhabers nachfühlen lässt. Das zweite Liebeslied auf dem Longplayer ist „‘Til The Final Curtain Falls“. Der Titel erscheint von der Grundanlage ebenfalls gelungen, der übermäßige Einsatz der Pedal Steel und das experimentelle Ende treffen jedoch nicht meinen Geschmack.

Auf „Things Change“ zeigt sich BJ Barham literarisch in Hochform. Die selbstkritischen Texte stimmen nachdenklich, sind aber eher kämpferisch als verzweifelt. Die Kompositionen unterstützen die Atmosphäre der Texte gelungen. Musikalisch überwiegen die langsamen Beiträge, das Album bietet mit seinen Uptempo- und Country-Nummern aber eine abwechslungsreiche Mischung. Vielleicht hätten die Pedal Steel und die Slide-Elemente bei einzelnen Tracks etwas reduziert werden können, insgesamt erfüllt „Things Change“ jedoch die hohen Erwartungen, die an Veröffentlichungen von American Aquarium gestellt werden.

New West Records (2018)
Stil: Country/Folk/Roots Rock

01. The World Is On Fire
02. Crooked + Straight
03. Tough Folks
04. When We Were Younger Men
05. One Day At A Time
06. Things Change
07. Work Conquers All
08. I Gave Up The Drinking (Before She Gave Up On Me)
09. Shadows Of You
10. ‘Til The Final Curtain Falls

American Aquarium
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Brent Cobb – Providence Canyon – CD-Review

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Wenn ein Southern Rock-Fan den Namen Cobb hört, assoziert er vermutlich erstmal J.R. Cobb, den einstigen Songwriter und Gitarristen der Atlanta Rhythm Section. Um ihn ist es in den letzten Jahren aber ziemlich still geworden. So sind es mittlerweile eher zwei andere Cobbs, die auf musikalischem Gebiet in der momentanen Zeit für Furore sorgen, und zwar Brent Cobb und sein Cousin Dave.

Letztgenannter macht in Nashville als umtriebiger und gefragter Produzent vieler bekannter Interpreten wie u. a. Jason Isbell, Chris Stapleton, Whiskey Myers, Zac Brown Band, Shooter Jennings u.v.m. einen tollen Job. Was liegt da näher, als auch die Scheiben seines nicht minder talentierteren Cousins Brent zu betreuen?

Der ist ebenfalls längst kein unbeschriebenes Blatt mehr und hat sich in punkto Songwriting für ebenso bekannte Künstler wie  Luke Bryan („Tailgate Blues), Kellie Pickler („Rockaway (The Rockin‘ Chair Song)“), Kenny Chesney („Don’t It“), Miranda Lambert („Sweet By And By“, „Old Shit“), Little Big Town („Pavement Ends“, „Stay All Night“), oder David Nail („Grandpa’s Farm“) hervorgetan. Jetzt verwirklicht er sich mit „Providence Canyon“ zum dritten Male in eigener Sache.

Und was soll man sagen, es ist eine absolute Knaller-Scheibe dabei herausgekommen. Southern-, Roots- und Country Rock- und Americana-Einflüsse nahezu perfekt in harmonischen Einklang gebracht, ein saustarkes Teil!

Während das eröffnende Titelstück noch relativ bedächtig und Steel-getränkt durch die Country-Prärie trabt (könnte aus einer der ganz frühen Outlaws-Scheiben stammen). Das folgende „King of Alabama„, über einen erschossenen Freund, mit schön gurrender Orgel, würde die Band Of Heathens nicht besser hinkriegen. In diesem Song entpuppt sich die auch im weiteren Verlauf der CD fleißig  in den Harmony-Parts mitsingende Kristen Rogers als zweites heißes Eisen im Feuer.

Ziemlich cool, so ein bisschen im Cadillac Three-Stil, geht es mit „Mornin’s Gonna Come“ weiter um dann mit meinem Lieblingslied „Come Home Soon„, einem echten Country-Ohrwurm, fortzufahren. Mit Lorene“ folgt später noch ein ähnlicher Track. Damit ist dann auch der Country-Anteil weitestgehend abgefrühstückt, in den restlichen sechs Tracks dominiert weitestgehend der Southern Rock.

Während  Stücke wie „High In The Country“ („The Whippoorwill“-Flair), das funkig angehauchte „.30-06“ (klingt ein wenig nach „Shakey Ground“ – herrlich trockener Bass, schöne Stratocaster-Töne) und das rootsige „When The Dust Settles“ (wieder BOH-lastig – Slide, HT-Piano) Cobbs kreative Vieleseitigkeit demonstrieren,  dürften das swampige „Sucker For A Good Time“, „If I Don’t See Ya“ (irgendwo zwischen „Call Me The Breeze“ und „I Got The Same Old Blues“ liegend) und das finale „Ain’t A Road Too Long“ die Skynyrd-Fans in Schwärmereien versetzen.

Insgesamt ist Brent Cobbs drittes Werk „Providence Canyon“ eine durchgehend hörenswerte Platte geworden, die wie im Fluge vergeht. Perfektes Zusammenspiel der beiden Cobbs! Dürfte bei uns hierzulande noch als echter Geheimtipp durchlaufen.

Erfreulich zu lesen war kürzlich, dass der Bursche im September für zwei Gigs nach Deutschland kommen wird, unter anderem auch in das schnuckelige Studio 672 in Köln. Wir werden dann natürlich voraussichtlich auch präsent sein und berichten. Bärchen Records freut sich über eure Bestellung.

Low Country Sound/Elektra (2018)
Stil: (Southern) Country Rock

01. Providence Canyon
02. King of Alabama
03. Mornin’s Gonna Come
04. Come Home Soon
05. Sucker For A Good Time
06. High In The Country
07. If I Don’t See Ya
08. .30-06
09. Lorene
10. When The Dust Settles
11. Ain’t A Road Too Long

Brent Cobb
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Bärchen Records

Kingsborough – 1544 – CD-Review

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Review: Michael Segets

Der Titel des Albums ist Teil der Adresse, an der sich die vier Musiker von Kingsborough zwei Jahre lang getroffen haben, um gemeinsam an den Songs zu arbeiten. Das Quartett aus Kalifornien unternimmt auf „1544“ mit ihren Eigenkompositionen einen Streifzug durch die Rockgeschichte. Herausgekommen ist dabei eine CD, die vor allem in der ersten Hälfte überzeugt.

Der Longplayer startet mit „Percy“. Der Rocksong hat alles, was einen guten ausmacht: einen treibenden Rhythmus, einen erkennbaren Refrain, eine instrumentale Bridge und ein fulminantes Ende. Ebenso gelungen geht es mit „Low Down“ weiter, das an die siebziger Jahre erinnert. Auf der Grenze zum Hard Rock liegt „Subtle Lies“. Die dunkle, teils kratzige Gitarre mit ein paar Rückkopplungen gegen Schluss prägt das Stück. Der hymnische Song verlangt eigentlich nach einer Stadion-Bühne.

Als Vorgruppe von Joan Jett und ZZ Top sammelten Kingsborough bereits Erfahrungen vor großem Publikum. Die Zeitschrift BAM vergleicht deren Bühnenpräsenz mit der von Bruce Springsteen. Ob dabei gegen das unausgesprochene Gebot verstoßen wurde, den Namen des Bosses nicht unnütz bei Vergleichen im Munde zu führen, kann eventuell im Herbst geprüft werden, wenn die Band nach Europa kommt.

„Right On Time“ groovt und die Stimme von Billy Kingsborough wird mit dezentem Hall versehen, was sich prima in den Sound des Titels einfügt. Ein schrilles Gitarrensolo hebt sich vor dem durchgängigen Rhythmus, den John Whitney am Schlagzeug und Chris Mangione am Bass vorgeben, ab. Die Gitarren werden von dem Bandleader und von Alex Leach gespielt.

Bei „Wild Ones“ rekrutiert die Band Kevin Thomas für die Hammond B3 Orgel. Mit der getragenen, mit etwas Pathos versehenen Ballade zeigt Kingsborough, dass sie auch die ruhigeren Töne beherrschen. Nach diesem Ausflug nimmt die CD wieder Fahrt auf.

„Something Strange“ fängt stark an, versteigt sich dann aber in einen überladenen Zwischenteil, der mit einem abrupten Schnitt abbricht. Danach setzt der Song wieder ein. Zunächst konnte ich mich mit der Struktur nicht anfreunden, nach mehrmaligen Hören gewinnt der Track. Während er dadurch in den Akzeptanzbereich rückt, gelingt dies „Where I Belong“ nicht. Auch das Stück hat sehr gelungene Passagen, aber die gesanglichen Kapriolen von Billy Kingsborough, die dem Hard Rock entlehnt sind, sprechen mich überhaupt nicht an.

Mit den dominierenden Keys kommt „Hard On The Heart“ ziemlich poppig im Stil der achtziger Jahre daher. Gegen Ende steigert sich der Longplayer allerdings wieder. Bei dem erdigen und gitarrenlastigen „No More“ unterstützt Ari Rios die Truppe gesanglich. Auf „Before Long“ lässt es Kingsborough dann erneut scheppern. Billys Stimme wird leicht verzerrt und der Gitarrensound klingt nach dem Rock ’n‘ Roll der fünfziger Jahre.

Die Instrumente sind differenziert ausgesteuert, sodass auch bei den Stücken, bei denen sich die komplette Band ins Zeug legt, kein Soundbrei entsteht. Dies ist sicherlich auch ein Verdienst des Produzenten Damien Lewis, der schon mit The Wood Brothers, Rihanna und Katy Perry zusammenarbeitete.

Das Album „1544“ beginnt stark, schwächelt etwas in der zweiten Hälfte und dreht dann nochmal richtig auf. Kingsborough zeigt sich als Band, die in Richtung Hard Rock tendiert, dabei aber unterschiedliche stilistische Elemente der Rockgeschichte aufnimmt und verarbeitet. Man darf also gespannt sein, welche musikalische Entwicklung die Band zukünftig nimmt.

Kingsborough Music (2017)
Stil: Rock

01. Percy
02. Low Down
03. Subtle Lies
04. Right On Time
05. Wild Ones
06. Something Strange
07. Where I Belong
08. Hard On The Heart
09. No More
10. Before Long

Kingsborough
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Black Pike Favorites

The Delta Saints – 13.05.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Schon einige Tage vor dem Konzert meldete Pille Peerlings, der Betreiber der Kulturrampe, wie schon bei den Konzerten der Vorjahre, ein ausverkauftes Haus. Heute gab es aber neben der vom Krefelder Publikum geschätzten Qualität der Band aus Nashville noch einen anderen Grund für den sehr frühen Run auf die Karten: Die ausgehängten Plakate verkündeten die Farewell Tour an, was für die meisten Fans eher überraschend und mit Wehmut aufgenommen wurde. Hoffnung gab allerdings der Zusatz, dass es ‚for now‘ ist, doch dazu später.

Zeitig gegen 20:30 Uhr betrat die Band nach einer kurzen Vorstellung durch Pille unter tosenden Applaus der rappelvollen Rampe die Bühne, legte mit „Are You“ vom letzten Studioalbum „Monte Vista“ los wie die Feuerwehr und nahm die Zuschauer mit auf eine Reise durch alle Schaffensphasen der Band, wobei das zuvor genannte Album sowie „Bones“ im Mittelpunkt standen. Das folgende „Burning Wheel“ konnte als Synonym für das Tempo und die Spielfreude der fünf Musiker gesehen werden, die zu jedem Zeitpunkt des Konzerts zu sehen und zu spüren war.

Benjamin Ringel moderierte gewohnt humorvoll durch die Songs, glänzte durch klaren facettenreichen Gesang und tobte bei seinem Gitarrenspiel über die für diese Dynamik eigentlich zu kleine Bühne der Kulturrampe. Dylan Fich bearbeitete seine Gitarren, mal slidend, mal fingerpickend, in einer beeindruckenden Art und Weise, mal in sich gekehrt, aber auch extrovertiert rockend. Immer mit einer Mimik, die dem Zuschauer zeigte, mit welcher Freude er dabei war.

Chris Jones hatte die ganze Zeit ein Lächeln im Gesicht, glänzte durch mehrere Bass-Soli voller Energie und stand nebenbei mit Vincent “Footz” Williams an den Drums für eine Rhythmusarbeit, die den Grundstock der voluminösen und sehr komplexen Darbietung der Band legte. Vincent “Footz” Williams saß diesmal eher ungewohnt ganz rechts vorne am Bühnenrand und führte die Band sicher und variantenreich, mal gefühlvoll, langsam und leise, mal abreißend rockend, durch die Show. Last but not least Nate Kremer an den Keys, der den Songs auch außerhalb seiner Soli viel Tiefe verlieh und sich und die Band nach fast jedem Song mit einem ‚Yeah‘ anfeuerte.

Mit „Bones“, „Death Letter Jubilee“, „Heavy Hammer“ und „Sometimes I Worry“ folgten einige Songs aus der eher bluesigen Phase der Band, bevor „Crows“,  „California“ und „Drink It Slow“ einen rockig, psychedelischen Teil des Konzertes einläuteten, der mit dem Pink Floyd-Cover „Breathe“ einen der Höhepunkte des Konzertes erreichte. Das anschließende „Berlin“, mit feinem Keyboard-Intro von Kremer in einer ‚Extended Version‘, stlistisch vergleichbar mit Jethro Tull, verpackt in eine moderne Hülle, war das letzte Stück dieser Phase und die Band präsentierte mit „The Devils Creek“, „Cigarette“, „Moma“ drei ältere Songs, um mit dem Kracher „Butte La Rose“ den letzten Song des Hauptacts hinzulegen.

Durch die direkt einsetzende Zugabevorderungen animiert, verließ die Band die Bühne erst gar nicht, sondern besprach sich nur kurz, wie es weitergehen sollte..
Ben Ringel ging ans Mikro bedankte sich noch einmal für die tolle Stimmung und gab dem Publikum die Wahl für noch zwei folgende Zugaben. Da es zu keinen eindeutigen Wortmeldungen kam, gab es zunächst eine rockende Version des Beatles Klassikers „Come Together“ mit einem furiosen, psychedelischen Zwischenpart, wo sich insbesondere Dylan Fitch an der Lead Guitar und Nate Kremer an den Keys hervor taten, um danach wieder nahtlos in den bekannten Rhythmus des Songs zu gelangen.

Der Rausschmeißer, eine hart rockende Version von „A Bird Called Angola“ wurde eingeleitet von einem kurzen Vincent “Footz” Williams-Drum-Solo, ehe der Rest der Band in den Song einstieg.

Knapp 100 Minuten abwechselungsreicher Musik waren wie im Flug vergangen und The Delta Saints sagten Krefeld würdevoll ‚Tschüß‘ oder vielleicht auf Wiedersehen? Wenn man die Spielfreude und die sichtliche Harmonie der fünf recht jungen Musiker an diesem Abend sah, kam es einem fast unwirklich vor, dass diese Tour, das Ende der Zusammenarbeit mit sich bringen soll.

Wie gewohnt nahmen sich alle Bandmitglieder die Zeit, in der Kneipe Autogrammwünschen nachzukommen oder Smalltalk mit den Fans zu halten. Dabei war heraus zu hören, dass es sich bei der Farewell Tour nicht um eine endgültige Auflösung der Band handelt, sondern es sehr gut möglich ist, in verschiedensten Projekten, an denen die Musiker arbeiten werden, wieder neue Kraft und Inspiration zu gewinnen, um gemeinsam mit den Delta Saints neue/alte Pfade einzuschlagen. Man darf gespannt sein, ob es irgendwann zu einer Reunion kommen wird und/oder, wie sich die Burschen in eigener Sache oder als Mitglieder anderer Bands entwickeln werden.

Wer noch die Möglichkeit hat, eines der Konzerte der restlichen Tour zu besuchen, dem sei dies angeraten. Es erwartet einen hochwertige, rockende Musik verschiedenster Einschläge, von absolut motivierten Musikern. Ebenso ist die in diesem Jahr erschienene Live-Scheibe von der 2017er-Tour, aufgenommen in Brüssel, zu empfehlen. Rock on Delta Saints! Vielen Dank an Pille und sein Team.

Line-up:
Ben Ringel (lead vocals, guitars, percussion)
Dylan Fitch (electric guitar)
Chris Jones (bass)
Vincent “Footz” Williams (drums)
Nate Kremer (keys, percussion)

Text und Bilder: Gernot Mangold

The Delta Saints
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

The Band Of Heathens – Live Via Satellite – EP-Review

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Review: Michael Segets

The Band Of Heathens ist längst aus dem Status des Geheimtipps in Sachen Americana und Roots Rock herausgewachsen. Vor allem ihre unermüdlichen Touren durch Amerika und Europa haben ihr eine breite Fangemeinde beschert. Daniel zählte ihren Auftritt im Dortmunder Musiktheater Piano ebenfalls zu den Top-Konzerten des letzten Jahres.

Entsprechend der Qualität ihrer Auftritte waren die ersten beiden Veröffentlichungen der Band dann auch Live-Alben. Mittlerweile sind noch zwei weitere offizielle Konzert-Mitschnitte und sechs Studio-CDs dazugekommen. Eine Zwischenstellung nimmt die EP „Live Via Satellite“ ein, die im SiriusXM-Studio zur unmittelbaren Radioübertragung im Outlaw Country Channel eingespielt wurde.

Drei der fünf Tracks bieten neue Varianten von Titeln der aktuellen CD „Duende“. Den Anfang macht „Sugar Queen“. Locker groovend mit mehrstimmigen Background, schönem Einsatz des Keyboards und einem unaufdringlichen E-Gitarren-Solo nimmt der Song direkt den typischen Sound der Band auf. Im Vergleich zum Album erscheint der Gesang etwas heller. Beim folgenden „All I´m Asking“ wirken die Lead Vocals deutlich näher als auf der ursprünglichen Version. Das Stück zaubert sommerliche Westcoast-Gefühle mit seinen Doo Wop, die The Band Of Heathens wie kaum eine andere aktuelle Truppe beherrschen.

Beide Songs stammen aus der Feder von Ed Jurdi und Gordy Quist. Die verbliebenen Gründungsmitglieder zeichnen für die Lead Vocals und die Gitarren verantwortlich. Unterstützt werden sie von Trevor Nealon am Klavier beziehungsweise an den Keys, Scott Davis am Bass sowie Richard Millsap am Schlagzeug, die sich natürlich auch alle beim Harmonie- und Background-Gesang einbringen.

The Band Of Heathens wagt sich an den Klassiker „Alabama“. Das ist mutig, denn an Neil Young mit seiner markanten Stimme kommt so leicht keiner vorbei. Die Jungs machen die Sache aber ordentlich, indem oder obwohl sie sehr nah am Original bleiben. Die Fans von The Band Of Heathens sowie diejenigen, denen die Klangfarbe von Youngs Stimme nicht zusagt, werden ihre Freude an der neuen Interpretation haben.

Auf der Scheibe findet sich mit „Ruby“ ein weiteres Cover. Die ruhige Ballade punktet mit melodischen Gitarrenpassagen und wirkt meines Erachtens ausgewogener als die vormalige Aufnahme der Dave Rawlings Machine.

Zum Abschluss präsentiert The Band Of Heathens den Roots-Rocker „Trouble Came Early“ ihres 2017er Albums. Die fetzige Nummer mit hervorstechendem Honky-Tonk-Piano schrieb Gordy Quist zusammen mit Owen Temple. Sie wurde unlängst vom Rolling Stone unter den zehn besten Country- und Americana-Songs der Woche gelistet – meiner Meinung nach in der falschen Kategorie.

Jedenfalls macht The Band Of Heavens mit „Live Via Satellite“ Werbung für sich. Die EP ist mehr als ein Lückenfüller zwischen zwei Longplayern. Mit den Neueinspielung eigener Songs sowie den beiden Coverstücken stellt sie eine schöne Einstimmung auf hoffentlich kommende, sommerliche Abende dar – vielleicht sogar mit der Band, die zwischen Mai und Juli ausgiebig tourt und dabei auch einige Auftritte in Deutschland plant.

BOH Records (2018)
Stil: Americana/Roots Rock

01. Sugar Queen
02. All I’m Asking
03. Alabama
04. Ruby
05. Trouble Came Early

The Band Of Heathens
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Black Pike Favorites

Mason Lively – Stronger Ties – CD-Review

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Nach dem ersten Hören von Mason Livelys Debütalbum „Stronger Ties“, glaubt man, wenn das Teil zunächst völlig unvoreingenommen, ohne sich mit dem Background des Künstlers beschäftigt zu haben, gehört hat, dass man es mit einer gestandener Red Dirt-Größe à la Cody Canada, Randy RogersWade Bowen & Co. zu tun hat, nur vielleicht noch nicht so bekannt halt.

Wenn dann seine Biografie offeriert, dass der Bursche aus Inez, Texas, erst 20 Jahre alt ist und sämtliche Tracks selbst kreiert hat, wiegt das erstaunliche Ergebnis im Nachgang umso mehr.

Zumindest weiß man dann auch, warum sich illustre Musiker der Szene wie Lloyd Maines, Bukka Allen und Reckless Kellys Cody Braun, als Ergänzung zu seinen Mitspielern Carson Popp (lead guitar), Jack Barbee (bass) und Will Sepolio (drums), gerne mit eingebracht haben. Produziert hat dazu mit Pat Manske (u. a. Band Of Heathens, Brandon Rhyder, Joe Ely, Robert Earl Keen) eine weitere umtriebige Koryphäe aus diesem Dunstkreis.

Ja, die zehn Stücke beinhalten dann wirklich so alles, was das melodieverwöhnte Country Rock-/Red Dirt-Herz begehrt. Schon der swampig stampfende Opener „Heavy Toll“ dürfte auch in Southern Rock-Kreisen, erhebliche Sympathie-Punkte einfahren.

Das Fiddle- und Banjo-betonte, im Erzählstil gesungene „Early Grave“ mit seiner herrlichen E-Gitarren-/Fiddle-Solo-Kombination, bietet fröstelnden Country mit nahezu dramaturgischem Charakter. „Worry About Nothing“ (mit schön plusternder Neil Young-mäßiger Harp) weckt bei mir Assoziationen zu Chris Stapletons „Millionaire“.

Traumhaft das, mit wunderbaren weiblichen Harmoniegesängen bestückte „Hard To Let Go“, das, passend zur Thematik, mit weinender Maines-Steel-Gitarre melancholisch unterlegt wurde. Das bluesige „Roleplay“ (schönes Piano, hallende Orgel, quäkende Harp) erinnert an launige Sachen der Casey Donahew Band.

Während „Right Back To You“ (Fiddle-lastig, MTB-E-Gitarren-Solo) auch auf jede Reckless Kelly-Platte passen würde, entpuppt sich „Ballad Of The Broken Heart“ mit seinem unterschwelligem Rockabilly-Flair als weitere Note in Livelys breitem Kompositions-Spektrum. Der wunderbare Schunkler „Lonely Comes Back Around“ (Harp-Solo, tolle E-Hook) funkt erneut auf einer Wellenlänge mit den Bands der Braun-Brüder, klasse.

Auch wenn es mit den beiden Steel-lastigen „Worth The Fall“ und „Angel Wings“ zum Ende von „Stronger Ties“ etwas ruhiger zugeht, erweist sich Mason Livelys Red Dirt-umwehter Country Rock trotzdem als eine großartige Belebung für das Genre! Geheimtipp!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Country Rock / Red Dirt

01. Heavy Toll
02. Early Grave
03. Worry About Nothing
04. Hard To Let Go
05. Roleplay
06. Right Back To You
07. Ballad Of The Broken Heart
08. Lonely Comes Back Around
09. Worth The Fall
10. Angel Wings

Mason Lively
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RPR Media
Bärchen Records

Caleb Caudle – Crushed Coins – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Als Country-Singer-Songwriter hat Caleb Caudle bereits seit einigen Jahren die bekannten US-Festivals erfolgreich bespielt. Völlig zurecht wurde, der in Winston-Salem, North Carolina aufgewachsene Caudle, in der amerikanischen Country-Ausgabe der Rolling Stone als einer der „New Country Artists You Need To Know“ ausgezeichnet, und bestätigt mit seinem 5. Album „Crushed Coins“ diese Empfehlung.

Die Songs sind alle sehr harmonisch komponiert und werden stets durch Caudles angenehme Stimme getragen. Schon der akustisch einfühlsame Opener „Lost Without You“ weckt mit seiner leicht zarten Melodie und dem fast leisen Gesang die Neugier auf weitere Tracks. Diese wird sogleich belohnt mit „N.Y.C. In The Rain“, einem Midtempo-Country-Stück á la Garth Brooks, das unvermittelt bildhafte Eindrücke musikalisch hervorruft.

„Headlights“ erinnert unwillkürlich an den gefühlvollen Sound eines John Denver und „Empty Arms“ könnte mit seinem Ohrwurm-Refrain beinahe als Country-Pop-Song mit verzerrten Gitarreneinlagen spielerisch erfolgreich sein. Der eingängige Sound in „Love That’s Wild” mit Pedal-Steel-Solo im Don Williams-Stil offenbart die feinsinnige Leichtigkeit der Komposition, die im darauffolgenden Titelsong in ähnlich ausdrucksstarker Spielweise akustisch durch einen emotionalen Gesang überzeugt.

Es folgt mit „Stack Of Tomorrows“ ein weiterer Country-Rock-Höhepunkt, der kraftvoll die offensichtlichen Bandqualitäten glanzvoll abliefert und in schönster Weise auf Chris Stapleton verweist.

Die außergewöhnliche Klangpalette wird durch das herrlich anregende „Madelyn“ und die geradezu auffordernde Fiddle-Begleitung noch einmal wesentlich aufgefrischt und erweitert. Die liebevolle Intonierung von „Six Feet From The Flowers“ ist mit ihrer traurig-schönen Melodie und den intensiven Soloinstrumenten ebenfalls eine akustische Meisterleistung aller Beteiligten, die leider mit dem 11. Song („Until It‘s Over“) und rund 38 Minuten mit der Textzeile „We Are Not Afraid Any More“ nachhaltig wirkend zu Ende geht.

Caudles transportiert mit seinem erstklassigen Songwriting geschickt phantasievolle Bilder und Arrangements. In seinen Songs bringt er glaubwürdig persönliche Erfahrungen ein („I write about what I know, so my albums are a snapshot into a six month window of my life“) und rechtfertigt durch diese einfallsreiche und gelungene Produktion eine größtmögliche Aufmerksamkeit.

Der überwiegend elegante, durchgängig ruhigere Sound des Longplayers hinterlässt ein konzeptionelles Gesamtwerk, dass nicht nur eine abwechslungsreiche Ansammlung eigenständiger Songs darstellt, sondern Caleb Caudle gleichermaßen als eine würdige neue Stimme des Country hervorhebt.

Cornelius Chapel Records (2018)
Stil: Country

01. Lost Without You
02. N.Y.C. In The Rain
03. Headlights
04. Empty Arms
05. Love That’s Wild
06. Crushed Coins
07. Way You Oughta Be Seen
08. Stack of Tomorows
09. Madelyn
10. Six Feet from the Flowers
11. Until It’s Over

Caleb Caudle
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Mason Rack Band – 11.04.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Nach einigen Jahren Pause kam der von Pille Peerlings angekündigte Rampenklassiker, die Mason Rack Band aus Australien, wieder nach Krefeld. Wie immer war es für die Besucher nicht vorhersehbar, was sie an diesem Abend erwarten würde, da selbst die Mannen um Mason Rack vor dem Konzert nicht wissen, wie der Ablauf sein wird. Die von Bands oft verwendete Setliste wird bei den Mannen aus Down Under ersetzt durch spontane Geistesblitze Masons, der entweder in einen Song einsetzt oder es mit den beiden anderen kurz abstimmt und los geht’s.

Gegen 20:30 wurde das Licht in der Rampe gedämpft und eine Glocke in der Kneipe der Rampe deutet an, dass das Konzert gleich beginnt. Wie fast immer, stellte Pille die Band vor, welche sich zuvor schon durch das Publikum der bestens gefüllten Rampe gekämpft hatte, zeigte augenzwinkernd auf zwei leere metallene Bierfässer, die er und Ton- und Lichttechniker Malte Menzer gestern noch schnell leer gemacht hatten, da diese hier später noch benötigt würden. Für diese „Tat“ am Vorabend hatte Malte wieder einmal einen tollen transparenten Sound und die entsprechende visuelle Untermalung in die Rampe gezaubert.

Direkt nach der Ansage ging es los, Bassist Jamie Roberts und Drummer Jules Keshan legten einen leicht psychedelischen Klangteppich in die Rampe und Mason Rack griff ein Didgeridoo, um, passend zur Herkunft der Band, ein gelungenes Intro zu setzen.

Nach dem Vorspiel nahm Herr Rack auf einer Transportbox Platz, von der er den Großteil des Konzertes seine Slideguitar sowie seine Ibanez sitzend bearbeitete. Insbesondere im ersten Act wurde eine Atmosphäre gezaubert, welche auch in die Kneipe vom Terrantino-Klassiker „From Dusk Till Dawn“ gepasst hätte. Für mich herausragend im ersten Teil des Konzertes waren die stilistisch schwer einzuordnenden Songs „Purple And Blue“ und „Naughty Girl“.

War es Roots, war es Blues, war es Punk, war es Rock? Alles in einen Sack gepackt, einmal durchgemischt und heraus kam der typische Stil der Mason Rack Band, an dem Liebhaber verschiedenster Musikgenres Spaß haben können. Die tiefe, ungehobelt kratzige Stimme erinnerte zum Teil an Joe Cocker, Roger Chapman, aber auch zum Teil an den Gesangsstil von Billy Idol. Interessant, war der Grundrhythmus von „Naughty Girl“, aus dem die Band jederzeit in den legendären Klassiker „Personal Jesus“ von Depeche Mode hätte überleiten können. Bei „Hard Goodbye“ zeigte die Band, dass sie auch langsame, melancholische Roots-/Bluessongs authentisch präsentieren kann.

Erfreulich war gerade bei diesen Tracks das respektvolle Verhalten der Besucher, die diese Atmosphäre nicht durch störendes Gelaber oder Kronkorkenknallen zerstörten, sondern einfach nur gebannt zuhörten.

Für Abwechselung sorgte auch ein Instrumental-Medley alter Rockklassiker,  in dem die Instrumente getauscht wurden. Mason an den Drums, Jules am Bass und Jamie an der Gitarr,e gaben so unter anderem Teile des Cream-Klassikers „Sunshine Of Your Love“ oder Deep Purples „Black Night“ zum Besten. Danach musste sich Jamie vom Bandleader Mason augenzwinkernd noch die Schelte abholen, das der ‚Hippie‘, mit dem schnellen und harten Spielen, seine schöne Gitarre kaputt mache.

Überhaupt muss man sagen, dass Mason Rack mit Humor und Selbstironie durch das etwa zweistündige Konzert moderierte und jedem Bandmitglied die Möglichkeit gab, in mehreren Soli, sein Können unter Beweis zu stellen, das die beiden anderen auch mit sichtbarer Freude annahmen.

Ein weiterer Höhepunkt des ersten Konzertteils war eine Drummeinlage aller Beteiligten, die mit einer Trommel sowie den beiden anfangs erwähnten Bierfässern gebracht wurde. Dabei umspielten die Musiker wie im Kreislauf die drei Instrumente und warfen sich am Ende, als jeder seinen Platz hinter einem Instrument gefunden hatte, über faste eine halbe Minute lang, die Drumsticks während der Performance zu. Die Zuschauer waren begeistert!

Nach einer etwa 20minütigen Pause ging es in den zweiten Teil des Konzertes, der auch von einigen gekonnt dargebotenen Coversongs geprägt war, die nicht einen Abklatsch, sondern eine andere Form der Darbietung darstellten. „Black Betty“ als punkiger Roots-Song war schon beeindruckend und war eine Initialzündung zum Abtanzen. Aber auch das zum Mitsingen animierende „La Grange“ zeigte, dass dieser alte Klassiker auch in anderer Form, an der Slideguitar mitreißen kann.

In einem anderen Coversong bewies Mason Rack seine Liebe zu Tom Waits, was sich stilistisch auch bei einigen eigenen Songs offenbarte, wie auch Einflüsse von Led Zeppelin.

Nach zwei frenetisch gefeierten Zugaben war dann Schluss, aber nur mit dem Konzert. Alle drei Bandmitglieder nahmen sich noch die Zeit für Gespräche mit den Fans in der Kneipe der Kulturrampe. Es war für alle Beteiligten ein gelungener Mittwochabend, an dem der Funke von beiden Seiten übergesprungen ist.

Line-up:
Mason Rack (lead vocals, guitars)
Jamie ‚Robo‘ Roberts (bass)
Jules Keshan (drums)

Bilder und Bericht: Gernot Mangold

Mason Rack Band
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Kulturrampe Krefeld

Red Shahan – Culberson County – CD-Review

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Review: Michael Segets

Dem fast schon euphorisch gelobten Debüt „Men & Coyotes“ (2015) lässt Red Shahan mit „Culberson County“ ein weiteres Werk folgen, bei dem er dem Texas Country/Red Dirt treu bleibt. Shahan setzt auf Bewährtes. So holt er mit Elijah Ford, den Mit-Produzenten seines ersten Albums wieder ins Boot und wie bei dem Vorgänger bewegt sich die überwiegende Anzahl der Titel im unteren Tempobereich. Auch wenn nicht alle Tracks zu Begeisterungsstürmen hinreißen, liefert Shahan einige hervorragende Nummern, sodass der Longplayer nicht nur durchgängig gut hörbar, sondern durchaus lohnenswert ist.

Auf dem Titelsong „Culberson County“ konzentriert sich Shahan auf seine Stimme und die Qualität seines Songwritings. Dies kann er auch bei „How They Lie“, das durch das trocken stampfende Schlagzeug von Matthew Smith, der schon Ryan Bingham begleitete, noch mehr Intensität erhält. Auf beiden Stücken wird der leidende Grundton mit der Slide-Guitar unterstützt. Der Slide-Einsatz ist mir bei „Roses“ hingegen etwas zu aufdringlich. Der eintönige Song ist der schwächste auf der Scheibe. Ebenfalls gleichförmig sind die beiden Balladen „Idle Hand“ und „Hurricane“ gehalten, bei denen Shahan selbstkritisch über das Leben als Musiker singt. Allerdings entwickeln sie einen gewissen Reiz, wenn man in einer wehmütigen Stimmung ist.

Bemerkenswert bei „Memphis“ ist, dass Shahans Mutter Kim Smith den Harmonie-Gesang beisteuert. Ihr Sohn bringt damit seine Dankbarkeit zum Ausdruck, dass sie ihn in seinen musikalischen Ambitionen immer unterstütze. Neben dem schon erwähnten „How They Lie“ gehört „Try“ zu den herausstechenden Balladen auf dem Album. Daniel Sproul, der für die elektrischen Gitarren zuständig ist, setzt hier, wie bei den meisten anderen Stücken, sehr schöne Akzente.

Auf „Waterbill“ klingt Spouls Gitarre beinahe wie die John Fogertys. Gesanglich unterstützt wird Shahan bei dem lockeren Rocker von Bonnie Bishop im Background. Charlie Shafter ist im Hintergrund des eingängigen „Someone Someday“ zu hören. Die entspannte Einladung zum Tagträumen wurde als erste Single veröffentlicht. Während Red Shahan sonst alle Stücke allein geschrieben hat, arbeitete er hier mit Brent Cobb und Aaron Raitiere zusammen.

Etwas mehr Tempo nimmt „Enemy“ auf. Eine dunkle Atmosphäre wird durch die Bassläufe von Parker Morrow und die tiefe Gitarre geschaffen, die Shahan gerne bei seinen Songs einsetzt. Ebenfalls schön erdig ist „6 Feet“, das sich um das Schicksal eines Drogendealers dreht.

In seinen Texten beleuchtet Shahan die Schattenseiten in seinem Heimatstaat Texas. Seine Geschichten erzählen von gescheiterten Existenzen oder den Konflikten mit Großunternehmen, für die Menschen und Natur nebensächlich sind. Ein deutliches politisches Statement gibt Shahan auf „Revolution“ ab und verpackt es ein einen Rocksong mit härteren Gitarrenriffs.

Bei Red Shahan lohnt das Zuhören und das fällt bei den gefälligen Kompositionen nicht schwer. Dass das Konkurrenzmagazin Rolling Stone ihn in die aktuelle Liste der zehn neuen Country-Acts aufgenommen hat, die man kennen sollte, ist nicht unbegründet.

7013 Records/Thirty Tigers (2018)
Stil: Texas Country/Red Dirt

01. Waterbill
02. Enemy
03. 6 Feet
04. Culberson County
05. How They Lie
06. Roses
07. Someone Someday
08. Revolution
09. Idle Hands
10. Memphis
11. Hurricane
12. Try

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US Rails – Support: Mark Olson – 11.03.2018, Wesel, Karo – Konzertbericht

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Wie bei fast jeder Tour der letzten Jahre, war auch 2018 das Jugendzentrum Karo wieder Veranstaltungsort für die US Rails.

Im Vergleich zum letzten Besuch der Truppe hatte sich einiges getan und die gesamten Bühnenwände waren mit schwarzen Theatervorhängen verkleidet, was ich zunächst als sehr positiv empfand. Allerdings hätte dann etwas mehr Beleuchtung gut getan, da die meist spärliche Bühnenausleuchtung so fast vollends geschluckt wurde. Dies war auch der einzige Makel, in einem ansonsten schönen Konzertabend, der mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Besonders hervorzuheben ist, dass es dem Soundmixer gelungen ist, einen wunderbar transparenten Klang in den Ort des Geschehens zu transportieren.

Zu Beginn spielte Mark Olson, bekannt von den Jayhawks zusammen mit Ingunn Ringvold einen etwa 50 minütigen Set, mit meist neuen Sachen und nur zwei alten Jayhawks-Songs, welche aber, in ein neues Gewand gesetzt, kaum als solche erkennbar waren. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der von den beiden eingesetzten Instrumente, und der gelungene zweistimmige Gesang, der zum Teil als Kanon eingesetzt wurde

Ingunn Ringvold spielte bei einigen Songs auf einer armenische Harfe, Olson neben seiner Fender E-Gitarre einen Dulcimer, sodass sich ein keltischer, dezent psychedelischer Einschlag, durch den Act zog. Olson moderierte gut gelaunt und humorvoll durch die Stücke und das Publikum lauschte fast staunend den zum Teil unkonventionell eingesetzten Instrumenten.

Auch hier wäre mehr Licht schön gewesen, um die Handarbeit der Künstler besser beobachten zu können. Selbst Ringvold fragte nach etwas mehr Helligkeit, da sie zu wenig sehen würde. Nach einer frenetisch geforderten Zugabe zogen sich die beiden Protagonisten zurück, um den US Rails die Bühne zu übergeben, welche diese, nach einer angenehm kurzen Umbauphase, auch betraten.

Im Gepäck hatte die Band die neue CD „We Have All Been Here Before“, auf der Coversongs von ihnen favorisierter Bands in ein US Rails-Kostüm gesteckt wurden. Diese sorgten, bei dem einen oder anderen Zuhörer, sogar für etwas Wehmut. Unterstützt wurde das Quartett um Tom Gillam, Matt Muir an den Drums, Scott Bricklin (Gitarre und Keyboards) und Ben Arnold (Keyboards und Gitarre) von Cliff Hillis am Bass. Zudem wechselten sich alle vier im Lead-, mehrstimmigen und Background-Gesang ab, was durch die unterschiedlichen Tonlagen, jedem Song einen eigenständigen Charakter gab.

Zum Teil fühlte man sich an die Eagles mit deren Harmoniegesängen erinnert. Schön war, dass alle 4 Hauptprotagonisten gleichberechtigt ihre Anteile sowohl in der Anmoderation, wie auch als Hauptakteur der Songs hatten und so ein etwa zweistündiges, sehr abwechselungsreiches Konzert die Folge war.

Neben den eingestreuten Coversongs „Train in Vain“ von The Clash, „Second Hand News“ der legendären Fleetwood Mac (hier besonders hervorzuheben der mehrstimmige Harmoniegesang, der bewies, dass der Song auch ohne Stevie Nicks funktionieren kann) „Poor Poor Pitiful Me“ von Warren Zevon und „Running On Empty“ von Jackson Browne, spielte die Band eine bunte Mischung von Tracks aus den letzten 8 Jahren.

Besonders hervorzuheben sind dabei „Lucky Stars“ und „Rainwater“ vom 2010er-Album “US Rails”, “Colorado” und „Declaration“ vom 2016er-Werk “Ivy” sowie “Don’t Take Me Now” und der Raußschmeißer “Old Song On The Radio” von “Southern Canon”.

Den gelungenen Konzertabend rundete die Band ab, in dem alle Bandmitglieder sich die Zeit für Autogrammwünsche und Unterhaltungen mit den Fans nahmen. Gillam bat mich, die Fotos doch so auszuwählen, dass er darauf jung aussieht. Wenn man von der erfrischenden Musik auf das Alter der Musiker schließen sollte, hätte sich, meiner Ansicht nach, eine Bearbeitung über Photoshop eh erübrigt.

Wer auf authentische Westcoast-Musik mit inspirierten Akteuren steht, dem sei angeraten, zu schauen, ob die US Rails in der Nähe auftreten. So hat man mit einem Konzertbesuch die Gelegenheit,  sowohl die Liveclubs, als auch die Band zu unterstützen.

Line-up: Mark Olson
Mark Olson (lead vocals, guitars)
Ingunn Ringvold (lead vocals, harp, mellotron, percussion)

Line-up:
Tom Gillam (lead vocals, guitars, bgv)
Ben Arnold (lead vocals, keys, acoustic guitar, bgv)
Scott Bricklin (lead vocals, acoustic and electric guitar, keys, bgv)
Matt Muir (lead vocals, drums, bgv)
Cliff Hillis (bass)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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