US Rails – Support: Mark Olson – 11.03.2018, Wesel, Karo – Konzertbericht

Raios_Haupt

Wie bei fast jeder Tour der letzten Jahre, war auch 2018 das Jugendzentrum Karo wieder Veranstaltungsort für die US Rails.

Im Vergleich zum letzten Besuch der Truppe hatte sich einiges getan und die gesamten Bühnenwände waren mit schwarzen Theatervorhängen verkleidet, was ich zunächst als sehr positiv empfand. Allerdings hätte dann etwas mehr Beleuchtung gut getan, da die meist spärliche Bühnenausleuchtung so fast vollends geschluckt wurde. Dies war auch der einzige Makel, in einem ansonsten schönen Konzertabend, der mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Besonders hervorzuheben ist, dass es dem Soundmixer gelungen ist, einen wunderbar transparenten Klang in den Ort des Geschehens zu transportieren.

Zu Beginn spielte Mark Olson, bekannt von den Jayhawks zusammen mit Ingunn Ringvold einen etwa 50 minütigen Set, mit meist neuen Sachen und nur zwei alten Jayhawks-Songs, welche aber, in ein neues Gewand gesetzt, kaum als solche erkennbar waren. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt der von den beiden eingesetzten Instrumente, und der gelungene zweistimmige Gesang, der zum Teil als Kanon eingesetzt wurde

Ingunn Ringvold spielte bei einigen Songs auf einer armenische Harfe, Olson neben seiner Fender E-Gitarre einen Dulcimer, sodass sich ein keltischer, dezent psychedelischer Einschlag, durch den Act zog. Olson moderierte gut gelaunt und humorvoll durch die Stücke und das Publikum lauschte fast staunend den zum Teil unkonventionell eingesetzten Instrumenten.

Auch hier wäre mehr Licht schön gewesen, um die Handarbeit der Künstler besser beobachten zu können. Selbst Ringvold fragte nach etwas mehr Helligkeit, da sie zu wenig sehen würde. Nach einer frenetisch geforderten Zugabe zogen sich die beiden Protagonisten zurück, um den US Rails die Bühne zu übergeben, welche diese, nach einer angenehm kurzen Umbauphase, auch betraten.

Im Gepäck hatte die Band die neue CD „We Have All Been Here Before“, auf der Coversongs von ihnen favorisierter Bands in ein US Rails-Kostüm gesteckt wurden. Diese sorgten, bei dem einen oder anderen Zuhörer, sogar für etwas Wehmut. Unterstützt wurde das Quartett um Tom Gillam, Matt Muir an den Drums, Scott Bricklin (Gitarre und Keyboards) und Ben Arnold (Keyboards und Gitarre) von Cliff Hillis am Bass. Zudem wechselten sich alle vier im Lead-, mehrstimmigen und Background-Gesang ab, was durch die unterschiedlichen Tonlagen, jedem Song einen eigenständigen Charakter gab.

Zum Teil fühlte man sich an die Eagles mit deren Harmoniegesängen erinnert. Schön war, dass alle 4 Hauptprotagonisten gleichberechtigt ihre Anteile sowohl in der Anmoderation, wie auch als Hauptakteur der Songs hatten und so ein etwa zweistündiges, sehr abwechselungsreiches Konzert die Folge war.

Neben den eingestreuten Coversongs „Train in Vain“ von The Clash, „Second Hand News“ der legendären Fleetwood Mac (hier besonders hervorzuheben der mehrstimmige Harmoniegesang, der bewies, dass der Song auch ohne Stevie Nicks funktionieren kann) „Poor Poor Pitiful Me“ von Warren Zevon und „Running On Empty“ von Jackson Browne, spielte die Band eine bunte Mischung von Tracks aus den letzten 8 Jahren.

Besonders hervorzuheben sind dabei „Lucky Stars“ und „Rainwater“ vom 2010er-Album “US Rails”, “Colorado” und „Declaration“ vom 2016er-Werk “Ivy” sowie “Don’t Take Me Now” und der Raußschmeißer “Old Song On The Radio” von “Southern Canon”.

Den gelungenen Konzertabend rundete die Band ab, in dem alle Bandmitglieder sich die Zeit für Autogrammwünsche und Unterhaltungen mit den Fans nahmen. Gillam bat mich, die Fotos doch so auszuwählen, dass er darauf jung aussieht. Wenn man von der erfrischenden Musik auf das Alter der Musiker schließen sollte, hätte sich, meiner Ansicht nach, eine Bearbeitung über Photoshop eh erübrigt.

Wer auf authentische Westcoast-Musik mit inspirierten Akteuren steht, dem sei angeraten, zu schauen, ob die US Rails in der Nähe auftreten. So hat man mit einem Konzertbesuch die Gelegenheit,  sowohl die Liveclubs, als auch die Band zu unterstützen.

Line-up: Mark Olson
Mark Olson (lead vocals, guitars)
Ingunn Ringvold (lead vocals, harp, mellotron, percussion)

Line-up:
Tom Gillam (lead vocals, guitars, bgv)
Ben Arnold (lead vocals, keys, acoustic guitar, bgv)
Scott Bricklin (lead vocals, acoustic and electric guitar, keys, bgv)
Matt Muir (lead vocals, drums, bgv)
Cliff Hillis (bass)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Mark Olson
Mark Olson bei Facebook
US Rails
US Rails bei Facebook
Karo Wesel

Chuck Prophet & The Mission Express – 12.02.2017, Wesel, Karo – Konzertbericht

100A6754-Bearbeitet_bearbeitet-1

Ich möchte zunächst mal ein Kompliment an den Karo-Chef Mathias Schüller aussprechen. Er schafft es, nicht nur zur Freude meinerseits,  seit vielen Jahren immer wieder tolle musikalische Acts in sein ‚Wohnzimmer‘ zu holen. Mit der Rockmusiklegende Chuck Prophet samt The Mission Expresss ist ihm ein weiterer echter Husarenstreich für kleines Eintrittsgeld gelungen.

Das fachkundige Publikum dankte es ihm mit einer nahezu ausverkauften Location und einem rundem Abend, bei dem sämtliche Anwesenden ihren Spaß hatten. Es lag natürlich auch am bestens aufgelegten und sympathischen Protagonisten, der sich trotz seiner beeindruckenden musikalischen Vita, von der spartanischen Räumlichkeit mit seinem Probenraum-Charakter, für seine Verhältnisse unbeeindruckt zeigte, ja sogar samt seiner Mitstreiter offensichtlich richtig ‚Bock‘ hatte, ordentlich Gas zu geben.

Für mich war es die zweite Begegnung mit dem einstigen Green On Red-Mitglied. Ich hatte ihn mal 2006 beim Blue Highways-Festival, damals im großen Saal des Utrechter Musiekcentrum Vredenburg vor größerer Kulisse erlebt. Nicht nur der vergangenen Zeit geschuldet, war dieser Abend im Vergleich natürlich an Intensität nicht zu toppen, hier in Wesel konnte man dem Musiker ja quasi fast beim Spielen auf die Schulter klopfen. Das ist dann ja auch immer der Reiz, die solche Orte wie das Karo ausmachen.

Als Support hatte noch für eine halbe Stunde der Singer/Songwriter Max Gomez mit seiner Akustikgitarre den Alleinunterhalter gegeben. Der Bursche aus New Mexico erinnerte mich irgendwie an einen akustisch agierenden John Mayer. Er spielte typischen Stoff in der Tradition von Leuten wie Townes Van Zant & Co., was ihm am Ende viel Applaus und eine Zugabe einbrachte.

Chuck und seine Mitspieler Stephanie Finch, James DePrato, Vicente Rodriguez und Kevin White stiegen mit dem melodisch flockigen Titelstück ihrer brandneuen CD „Bobby Fuller Died For Your Sins“ ein, das dann im weiteren Verlauf mit Songs wie dem pettyesken „Bad Year For Rock And Roll“, dem rockigen „Alex Nieto“ (Finch mit schönem HT-Piano), „Jesus Was A Social Drinker“ (Chuck erstmals mit Akustikgitarre), dem Alan Vega gewidmeten „In The Mausoleum“, dem Stampfer „Coming Out in Code“ und der Ballade „We Got Up and Played“ sehr umfangreich vorgestellt wurde.

Mit dem Chuck Berry-Track „Ramona Say Yes“ und der ersten Interaktion mit dem Karo-Publikum „Temple Beautiful“ hatte das Quintett bereits zu Anfang Stimmung in die Bude gebracht. Prophet führte ganz im Stil eines großen charismatischen Bandchefs, das Publikum wie auch seine Mitspieler durch das Programm. Er weiß genau, wie man eine kollektiv gute Chemie erzeugt und aufbaut.

Das atmosphärische „You Did (Bomp Shooby Dooby Bomp)“ mit grandiosem Prophet E-Solo war mein persönliches Highlight im ersten Abschnitt. Über das stoneske „Ford Ecoline“, dem emotionalen Leonard Cohen-Cover „Iodine“ ging es mit „Summertime Thing“ (mit einem an Marshall Tuckers „Can’t You See“ erinnernden Schlussteil), „Countrified Inner City Technological Man“ (klirrendes Slide-Solo vom stark spielenden DePrato), dem abermals launigen „Wish Me Luck“ (wieder grandioses Prophet E-Solo) und „Willie Mays Is Up At Bat“ (Chuck und James mit Twin-Zusammenspiel) zum Abschluss des Hauptteils in musikalische Regionen, die in unserem Magazin natürlich gerne gehört werden.

Der zu dem Zeitpunkt schon fast euphorisiert wirkende Bandlleader holte zum stürmisch eingeforderten Nachschlag dann o. a. Max Gomez als schöne Geste zur Unterstützung mit auf die Bühne. Mit „Let Her Dance“, dem The Fall-Cover „Mr. Pharmacist“ und „You And Me Baby (Holding On)“ gab es dann noch mal satte drei Zugaben.

Chuck Prophet und sein Mission Express sorgten mit ihrer gut gelaunt und lebensnah performten Mischung aus Rock, Pop, Punk (dezent), Country- und Southern Rock für zwei Stunden beste Unterhaltung. Auf bessere Art und Weise kann man ein Wochenende eigentlich nicht ausklingen lassen (wenn Montags die Arbeit nur nicht wär…) Ein wunderschöner Abend im Karo, an dem es am Ende eigentlich nur Gewinner gab. Danke nochmals an Mathias für die Akkreditierung.

Line-up:
Chuck Prophet (lead vocals, guitars)
Stephanie Finch (keys, percussion, bgv)
James DePrato (guitar, bass, bgv)
Vicente Rodriguez (drums, , keys, bgv)
Kevin White: (bass guitar)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Chuck Prophet
Chuck Prophet bei Facebook
Max Gomez
Max Gomez bei Facebook
Karo Wesel

US Rails – 30.10.2016, Wesel, Karo – Konzertbericht

100a0664-bearbeitet

Nach der wunderbaren Einstimmung durch Water And Sand gaben nach fixer Umbaupause die musikalischen Schwergewichte der US Rails dann ihre beeindruckenden Westcoast-umwehten Roots Rock-Künste zum Besten. Die Band um Spaßvogel Tom Gillam, Scott Bricklin, Ben Arnold und Matt Muir hatte ja den, von nicht unerheblicher Dimension begleiteten Ausstieg von Joseph Parsons zu verkraften. Der wurde jedoch mit Jungspund Felix Beguin recht fließend über die Bühne gebracht und demnach angemessen kompensiert.

Auch die US Rails hatten mit „Ivy“ brandneues Liedgut am Start, das es im voll besetzten Weseler Kultclub einzuweihen galt. Los ging es jedoch mit dem allseits bekannten, von Ben Arnold besungenen flotten „Heartbreak Superstar“. Scott Bricklin (erinnerte vom Gesang ganz stark an Don Henley) war dann bei „Drag Me Down“ zur Stelle. Pfundskerl (in allen Belangen) Tom Gillam stieg mit dem Southern Soul Stück „Colorado“ an der Gesangsfront in den Set ein.

Nach Sachen wie „Lucky Man“ (Bricklin), „I’ve Got Dreams“ (Arnold), dem Stampfer „Everywhere I Go“ (Bricklin, Southern Twin-Solo) durfte dann auch Schlagzeuger Matt Muir, bei „Follow The Lights“ seine Multitasking-Fähigkeiten am Haupt-Mikro ins Licht stellen. Gillam übernahm wieder bei „He’s Still In Love“ (klasse Slide-Solo von ihm, HT-Piano-Einlagen von Arnold). Scott Bricklin führte anschließend durch den launig schunkelnden ‚Drinkin‘ Song‘ „Good Times“. Beim „Old Song On The Radio“ testete Tom zum ersten Mal die Mitsingbereitschaft seiner Audienz.

Für „You’re My Home“ wechselten Bricklin und Arnold die Instrumente, Erstgenannter beeindruckte mit Boogie-ähnlichen Klimper- sowie den typischen Hin- und Her-Streicheinlagen über die Tastatur. Muir war unter zu Hilfenahme von Pinsel Drums bei „Don’t Take Me Now“ wieder Gesangs-Leader. Nach „Heaven Right Now“ (Bricklin, schöne Twin-E-Gitarren-Passage) gab es bei „Way Of Love“ ein munteres ‚Bäumchen-Wechsel-Dich-Spiel‘. Bassist Beguin wechselte ans Piano, Bricklin streifte seinen Viersaiter über und Ben Arnold schulterte die Akustische und übernahm auch die Lead vocals. Er gefiel mir mit seiner rauchigen Stimme im vokalen Bereich am besten.

Scott Bricklin glänzte dafür als ‚Hans Dampf in allen Gassen, Matt Muir mit den erwähnten Multitasking-Fähigkeiten, der junge Beguin mit stetem Körpereinsatz (der schmale Bursche schwitzte dabei unter den ‚alten‘ Männern am meisten) und der schlitzohrige Gillam mit seiner charismatischen Aura und unzweifelhaften Entertainer-Qualitäten, sowie seinem E-Gitarren-Können. So hatte man wirklich nie das Gefühl, dass irgendein Akteur mehr im Vorder- oder Hintergrund stand. Tom war dann auch wieder bei „Declaration“ vom neuen Werk zur Stelle.

„Do What You Love“ diente sowohl zur Vorstellung der Band als auch mit seinem launigen Finish zum Abschluss des Hauptteils. Das klasse mitgehende Weseler Publikum ließ das Quintett natürlich nicht ohne weitere zusätzliche Tracks in den Feierabend. Mit dem Jackson Brown-Cover „Running On Empty“, dem herrlichen „Shine Your Light“ (furioses gospeliges Ende) und dem Mega-Ohrwurm „Lucky Stars“ (mein Favorit des Abends) legten die US Rails dann nochmal drei richtige Knaller nach, sodass wirklich keine Wünsche mehr offen blieben.

Auch der zweite Part dieses grandiosen Konzert-Pakets war eine Augen- und Ohrenweide. Die US Rails, die ich übrigens zum ersten Mal live gesehen habe, eroberten mein Southern-verwöhntes Musikherz sofort im Sturm. Genau meine Kragenweite. Auch Fotograf Gernot, für den die Band absolutes Neuland war, zeigte sich höchst beeindruckt, vor allem, was die herrlichen Satz-Gesänge anging. Danke an die Beteiligten für einen durchgehend tollen Abend und explizit auch an Karo-Leiter Mathias Schüller für die schnelle und unproblematische Akkreditierung.

Line-up:
Tom Gillam (lead vocals, guitars, bgv)
Ben Arnold (lead vocals, keys, acoustic guitar, bgv)
Scott Bricklin (lead vocals, acoustic and electric guitar, bass, bgv)
Matt Muir (lead vocals, drums, bgv)
Felix Beguin (bass, keys, bgv)

Bilder: Gernot Mangold
Video: Gudi Bodenstein
Text: Daniel Daus

US Rails
US Rails bei Facebook
Karo Wesel

Water And Sand – 30.10.2016, Wesel, Karo – Konzertbericht

100a0078-bearbeitet

Puh, das Ende dieser gerade vergangenen Woche hatte es für mich in sich. Zunächst hatte ich mich als Büromensch entschlossen, den fälligen Rückschnitt, der in meinem Garten, üppig und hoch wie tief gewachsenen Kirschlorbeersträucher nach der Arbeit endlich noch zu bewältigen (was mir dann auch inkl. des fälligen bösen Muskelkaters an zwei Nachmittagen gelungenen ist), Freitag Abend kam ein Konzert dazu, Samstag war der zu erstellende Bericht dafür fällig. Sonntag folgte dann der Jetleg des kleinen Mannes, die Zeitumstellung, und als Highlight am Abend das grandios besetzte Doppelkonzert mit Water And Sand und den US Rails im Weseler Karo. Ein recht gewagtes Unterfangen, alles so an einem Stück zu bewältigen.

In der Regel besteht bei solchen Events mit Vorgruppen im kleineren Rahmen ja meist eine erhebliche Diskrepanz zum Hauptact, sodass man diesen Teil im Bericht normaler Weise schnell mit ein paar kurzen Zeilen abhandeln kann. Diesmal lag die Niveau-Latte jedoch bei beiden Gruppierungen derart hoch, und somit auch der Sachverhalt völlig anders, dass wir uns entschlossen haben, zwei getrennte Berichte zu verfassen.

Todd Thibaud zählte bereits immer zu meinen Lieblings-Singer/Songwritern und ich habe ihn im Weseler Jugendzentrum schon mehrfach in diversesten Konstellationen erlebt. Diesmal hat er sich mit der aus Cincinnati, Ohio, stammenden Musikerin Kim Taylor als Water And Sand zusammengetan. Im Gepäck hatten beide natürlich das zur Tour kreierte, gleichnamige Debütalbum, produziert von Sean Staples. Der hatte laut Todd zunächst die nur mit Akustikgitarren und Gesang eingespielten Rohfassungen erhalten, sie dann aber liebevoll mit diversen starken Gastmusikern für die finale Version ‚angereichert‘.

Staples diesmal hauptsächlich am Bass und sporadisch nur an seinem Parade-Instrument, der Mandoline, tätig, begleitete dann das Protagonisten-Duo zusammen mit dem ebenfalls bestens im Karo bekannten Thomas Juliano, der wieder seine variablen Künste an der E-Gitarre (Slide, Bariton) walten ließ. Kim und Todd teilten sich die Lead Gesänge in einem ausgewogenen Verhältnis, wobei Todd in Gentleman-Manier (gefühlt) seiner Partnerin etwas den Vorzug gab. Beide glänzten natürlich besonders in den Vokal-Harmonien und bedienten auch die Akustikgitarre, Todd gab dazu noch bei „Feet Of God“ ein Mundharmonika-Intermezzo.

Es sah zunächst aus, als wenn die neue Scheibe komplett runtergespielt würde. Stück 1-4 mit „Far And Fallen“, „All I Wanna Do“, „Feet Of God“ und „My Amends“ entsprachen exakt auch in der Reihenfolge dem Silberling, der natürlich im weiteren Verlauf mit weiteren Exponaten wie u. a. „Stars Will Guide Us“ dem lässign Schwofer “Hard Side Of Love“, „Speak At Last“ (schön sich im Verlauf des Liedes steigernd) und dem grandios gebrachten atmosphärischen Titelsong „Water And Sand“ zum Ende des Hauptteils, mit all seinen Facetten präsentiert wurde.

Aufgelockert wurde das Ganze durch ein paar Covernummern , dem starken „Gasoline & Matches“ von Buddy Miller, „Peace In The Valley“ (?) mit einem Staples Mandolinen-Solo zum Niederknien und Gillian Welchs „Miss Ohio“. Dazu ließ Todd noch das flockige „You & Me“ aus seinem eigenen Fundus (von „Broken“) springen. Die eingeforderte Zugabe stand dann nochmal im Zeichen von Kim Taylor. Die performte ihr „Days Like This“ unter Harmoniegesangs-Assistenz von Todd mit seinem typisch angenehmen Schmelz in der Stimme und Tom Julianos herrlich hallender E-Gitarre.

Fazit: Ein bewegender, fast 1 ½ Stunden währender Water And Sand-Auftritt, bei dem die musikalischen und vokalen Elemente perfekt ineinander griffen. Singer/Songwriter-Stoff der ganz großen Schule. Ein anspruchsvolles Projekt mit Zukunft. Großartig!

Line-up:
Kim Taylor (lead vocals, acoustic guitar)
Todd Thibaud (lead vocals, acoustic guitar, harp)
Thomas Juliano (electric guitar)
Sean Staples (mandolin, bass)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Water And Sand
Water And Sand bei Facebook
Karo Wesel

Greyhound Soul – 13.11.2008, Karo, Wesel – Konzertbericht

wesel7

Greyhound Soul standen schon lange auf meiner Konzertwunschliste, nachdem ich ja mit stetig wachsender Begeisterung ihre letzten drei Alben „Alma De Galgo„, „Down“ und „Tonight And Every Night“ reviewt hatte. Das schöne an Bands oder Interpreten aus der Blue Rose-Familie ist, dass die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, sie irgendwann im Karo in Wesel begutachten zu können, einem Club, der mir mit seiner ungezwungenen und angenehmen Atmosphäre über die Jahre hinweg immer mehr ans Herz gewachsen ist. Ein Verdienst nicht auch zuletzt des Musikers und Organisators des Karos, Mathias Schüller, der es immer wieder schafft, interessante Gigs in seinem Jugendclub, für erschwingliches Geld stattfinden zu lassen.  Greyhound Soul – 13.11.2008, Karo, Wesel – Konzertbericht weiterlesen

Madison Violet – 24.04.2009, Karo, Wesel – Konzertbericht

madison_violet8

Das war für mich irgendwie ein ganz seltsamer Abend. Gefahren bin ich an diesem Freitag in mein geliebtes Weseler Karo wegen Madison Violet. Empfohlen hatte mir das Duo Karo-Leiter Mathias Schüller schon vor einigen Monaten beim Band Of Heathens-Konzert. Danach vergingen Wochen, ohne dass ich einen weiteren Gedanken an die kanadischen Mädels verschwendete (welch blöder Ausdruck…). Dann erreichte mich plötzlich ein Newsletter von der Promo-Agentur, die das neue MV-Album „No Fool For Trying“ ankündigte.  Madison Violet – 24.04.2009, Karo, Wesel – Konzertbericht weiterlesen

Parsons Thibaud – 02.11.2007, Karo, Wesel – Konzertbericht

wesel07_7

Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Drei Jahre ist es schon wieder her, seit ich das letzte Mal im Karo in Wesel gewesen bin. Ende 2004 gab sich Todd Thibaud mit seiner Band die Ehre, um sein hervorragendes Album „Northern Skies“ vorzustellen. Schon damals erwähnte ich, dass ich gerne wiederkommen werde, wenn sich die Gelegenheit dazu bieten würde. Und was wäre die Welt ohne einen Musik-Redakteur, der nicht sein Wort halten würde?  Parsons Thibaud – 02.11.2007, Karo, Wesel – Konzertbericht weiterlesen

Sand Rubies – 06.12.2007 Karo, Wesel – Konzertbericht

sand_rubies3

Mein langjähriger Schreibkollege Manni Hüther hatte mir mit seinen euphorischen Reviews zu den Sand Rubies, den früheren Sidewinders, den Mund derartig wässrig gemacht, dass der Gig im benachbarten Wesel (übrigens der einzige in NRW) für mich als arbeitenden Menschen auch innerhalb der Woche zur Pflichtveranstaltung mutierte.  Sand Rubies – 06.12.2007 Karo, Wesel – Konzertbericht weiterlesen

Todd Thibaud – 27.03.2009, Karo, Wesel – Konzertbericht

wesel09_06

Einen Tag zuvor bei Steve Lukathers Gitarrenkünsten auf Weltniveau in Bochum, bei prall gefüllter Location auf mittelgroßer Ebene noch beigewohnt, galt es am darauf folgenden Abend den inneren musikalischen Hebel wieder umzuschalten. Angesagt war eine Mischung aus Singer/Songwriter-Stoff und melodischem Roots Rock in intimer Wohnzimmeratmosphäre.  Todd Thibaud – 27.03.2009, Karo, Wesel – Konzertbericht weiterlesen

Band Of Heathens – 13.02.2009, Karo, Wesel – Konzertbericht

wesel6

Das ist mal wieder typisch. Da freut man sich seit Wochen auf die texanische Newcomertruppe Band Of Heathens und just an dem Tag, als es soweit ist, ereilt einen eine schwere Bronchitis. Aber da Typen meines Schlages sich von solchen Dingen normalerweise nicht zurückwerfen lassen, hieß es angesichts dieses zu erwartenden Genusses auf die Zähne zu beißen. Also ein paar lindernde Medikamente eingeworfen, zweimal inhaliert, ein ausgedehntes Mittagsschläfchen nach der Arbeit und ab zum immer wieder gern besuchten Karo nach Wesel.  Band Of Heathens – 13.02.2009, Karo, Wesel – Konzertbericht weiterlesen