Mason Lively – Stronger Ties – CD-Review

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Nach dem ersten Hören von Mason Livelys Debütalbum „Stronger Ties“, glaubt man, wenn das Teil zunächst völlig unvoreingenommen, ohne sich mit dem Background des Künstlers beschäftigt zu haben, gehört hat, dass man es mit einer gestandener Red Dirt-Größe à la Cody Canada, Randy RogersWade Bowen & Co. zu tun hat, nur vielleicht noch nicht so bekannt halt.

Wenn dann seine Biografie offeriert, dass der Bursche aus Inez, Texas, erst 20 Jahre alt ist und sämtliche Tracks selbst kreiert hat, wiegt das erstaunliche Ergebnis im Nachgang umso mehr.

Zumindest weiß man dann auch, warum sich illustre Musiker der Szene wie Lloyd Maines, Bukka Allen und Reckless Kellys Cody Braun, als Ergänzung zu seinen Mitspielern Carson Popp (lead guitar), Jack Barbee (bass) und Will Sepolio (drums), gerne mit eingebracht haben. Produziert hat dazu mit Pat Manske (u. a. Band Of Heathens, Brandon Rhyder, Joe Ely, Robert Earl Keen) eine weitere umtriebige Koryphäe aus diesem Dunstkreis.

Ja, die zehn Stücke beinhalten dann wirklich so alles, was das melodieverwöhnte Country Rock-/Red Dirt-Herz begehrt. Schon der swampig stampfende Opener „Heavy Toll“ dürfte auch in Southern Rock-Kreisen, erhebliche Sympathie-Punkte einfahren.

Das Fiddle- und Banjo-betonte, im Erzählstil gesungene „Early Grave“ mit seiner herrlichen E-Gitarren-/Fiddle-Solo-Kombination, bietet fröstelnden Country mit nahezu dramaturgischem Charakter. „Worry About Nothing“ (mit schön plusternder Neil Young-mäßiger Harp) weckt bei mir Assoziationen zu Chris Stapletons „Millionaire“.

Traumhaft das, mit wunderbaren weiblichen Harmoniegesängen bestückte „Hard To Let Go“, das, passend zur Thematik, mit weinender Maines-Steel-Gitarre melancholisch unterlegt wurde. Das bluesige „Roleplay“ (schönes Piano, hallende Orgel, quäkende Harp) erinnert an launige Sachen der Casey Donahew Band.

Während „Right Back To You“ (Fiddle-lastig, MTB-E-Gitarren-Solo) auch auf jede Reckless Kelly-Platte passen würde, entpuppt sich „Ballad Of The Broken Heart“ mit seinem unterschwelligem Rockabilly-Flair als weitere Note in Livelys breitem Kompositions-Spektrum. Der wunderbare Schunkler „Lonely Comes Back Around“ (Harp-Solo, tolle E-Hook) funkt erneut auf einer Wellenlänge mit den Bands der Braun-Brüder, klasse.

Auch wenn es mit den beiden Steel-lastigen „Worth The Fall“ und „Angel Wings“ zum Ende von „Stronger Ties“ etwas ruhiger zugeht, erweist sich Mason Livelys Red Dirt-umwehter Country Rock trotzdem als eine großartige Belebung für das Genre! Geheimtipp!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Country Rock / Red Dirt

01. Heavy Toll
02. Early Grave
03. Worry About Nothing
04. Hard To Let Go
05. Roleplay
06. Right Back To You
07. Ballad Of The Broken Heart
08. Lonely Comes Back Around
09. Worth The Fall
10. Angel Wings

Mason Lively
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