Dan + Shay – Bigger Houses – CD-Review

New Country-Duos haben eigentlich immer klasse Karten in Nashville, sofern Sie sich als substantiell und nachhaltig erweisen, als auch mit guter Strategie unterwegs sind. Montgomery Gentry, Brooks & Dunn oder Big & Rich aus eher schon vergangener Zeit, Florida Georgia Line, die Brothers Osborne, Maddie & Tae und eben auch Dan + Shay dienen als Vorzeigebeispiele aus jüngeren Tagen.

Dan Smyers und Shay Mooney machen nunmehr seit zehn Jahren als Duo zusammen Musik und haben in der Zeit mehr als 11 Milliarden Streams, insgesamt 49 Platin- und Gold-Zertifizierungen allein in den USA aufzuweisen und mehrere internationale #1-Singles sowie Auszeichnungen en masse angehäuft.

Im kommenden Frühjahr werden sie dann sogar als Coaches in der 25. Staffel der Emmy-ausgezeichneten Sendung „The Voice“ in den Staaten mitwirken. Als erstes Coaching-Duo in der Geschichte der Sendung werden sie neben Reba McEntire, John Legend und Chance the Rapper zu sehen sein.

Nun bringen sie mit „Bigger Houses“ ihren 5. Longplayer auf den Markt. Auch dieser lässt in Sachen Hitpotential keine Wünsche offen, jeder Song der insgesamt 12 vertretenen Tracks ist tatsächlich ein weiterer Hitkandidat! Klar, dass bei Ihnen die Kernkompetenz in den Lead- und Harmoniegesangskünsten liegt, ich habe allerdings selten ein Werk zu Ohren bekommen, wo Country- und Pop-Elemente so exzellent verschmelzen, ohne auch nur den geringsten Vorwurf der Berechenbarkeit aufkommen zu lassen.

Das ist in erster Line auch ein Verdienst der Nashville-Studio-Musiker, die eine wunderbar leichtverträgliche Musikkost mit fluffigen Melodien und Refrains avisieren und die countrytypischen Instrumente wie Fiddle Steel, HT-Piano, Bariton-E-Gitarren Dobro oder Mandoline absolut fein dosiert mit einfließen lassen.

Am Ende bekommt man ein Konglomerat, das dezent in Eagles-/Midland-Arealen („Heartbreak On The Map“, „Neon Cowgirls“, „Bigger Houses“) wildert, aber überwiegend den einstigen Glanz der Rascal Flatts ganz stark wieder aufleben lässt.

Auch wenn das reine Coverbild was Anderes suggeriert, Dan + Shay lieben es scheinbar gerne ‚big‘. „Bigger Houses“ wir in diesem Jahr einer der ganz großen Abräumer werden. Absolut hochwertiger Countrypop, der einfach gute Laune macht. Mit das beste Album in ihrer bisherigen Karriere.

Warner Music (2023)
Stil: New Country

01. Breakin‘ Up With A Broken Heart
02. Save Me The Trouble
03. Heartbreak On The Map
04. Always Gonna Be
05. For The Both Of Us
06. Then Again
07. Heaven + Back
08. What Took You So Long
09. Missing Someone
10. We Should Get Married
11. Neon Cowgirls
12. Bigger Houses

Dan + Shay
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Oktober Promotion

Susan Tedeschi – Just Won’t Burn – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

25 Jahre nach der Originalausgabe veröffentlicht die US-Blues-Musikerin Susan Tedeschi ihr inzwischen mit Platin dekoriertes Solo-Album “Just Won’t Burn” als erweiterte Jubiläums-Edition. Die 1970 geborene Absolventin des renommierten Berklee College of Music in ihrer Heimatstadt Boston, Ma., hatte das Album zusammen mit Multi-Talent Tom Hambridge (Buddy Guy, George Thorogood, u.v.a.) aufgenommen. Es war das 2. Studiowerk der Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin und wurde als Top-Blues-Longplayer für die Grammy Awards nominiert.

Der von Hambridge geschriebene Titel ”Rock Me Right” eröffnet die Scheibe. Ein rasanter Blues Rock-Song, der sowohl etwas an Chuck Berry erinnert, als auch durch Tedeschis Stimme einen unverkennbaren Janis Joplin Touch erhält. Diese Intensität ihrer Vocals verfehlt ebenfalls bei der Ballade “It Hurt So Bad” den Eindruck nicht, die 70er Blues Rock-Ikone hätte einen neuen Song aufgenommen. Beide Titel wurden nicht zuletzt wegen ihrer besonders starken Ausdruckskraft in diversen TV-Serien und Filmproduktionen musikalische Begleiter.

Herausragend sind Tedeschis eigene Songs, die von “Just Won’t Burn”, einer Memphis Soul Nummer, über “You Need To Be With Me” (Reggae Blues-Konglomerat) bis zum pianogetriebenen “Found Someone New” reichen. Nicht zu vergessen ist selbstverständlich ebenso das Slow Blues-Meisterstück “Looking For Answers”! Der Erfolg als Newcomerin in der Szene kam nicht überraschend: Bereits 2009 spielte Susan Tedeschi als Vorband für B. B. King. Schon ein Jahr später gründete sie zusammen mit ihrem Ehemann die Tedeschi Trucks Band, deren erster Longplayer “Revelatar” 2011 erschien und den Grammy für das beste Blues Album erhielt.

Grundstein für diese Entwicklung war “Just Won’t Burn”, mit einer Auswahl an Coverversionen, z. B. Junior Wells “Little By Little”, dem 1952er Ruth Brown R&B-Hit “Mama, He Treats Your Daughter Mean”, oder John Prines “Angel Of Montgomery”, die eine musikalische Bandbreite von den Roots des Blues über Gospel zum Rock ablieferten. Der letzte Original Song “Friar’s Point” setzt dem Delta Blues Boogie nochmals ein Denkmal und bringt die Re-Issue Edition zu den Bonus-Tracks. Hier werden neben Alternate- und Outtakes-Titeln (u.a. eine funkige Version von “Voodoo Woman”) und mit zwei Live Aufnahmen insgesamt fast 14 Minuten Beacon Theatre-Konzertmitschnitt aus 2022 der Tedeschi Trucks Band geboten.

Für jeden, der 1998 die Erstausgabe von “Just Won’t Burn” übersehen hat, ist Susan Tedeschis Solo-Werk als Jubiläums-Edition eine lohnende Entscheidung. Das Album hat seinen zeitlosen Klassiker-Status souverän gehalten und bestätigt wieder die alte Erkenntnis: Good Music Lasts!

Fantasy Records (2023)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Rock Me Right
02. You Need To Be With Me
03. Little By Little
04. It Hurt So Bad
05. Found Someone New
06. Looking For Answers
07. Can’t Leave You Alone
08. Just Won’t Burn
09. Mama, He Treats Your Daughter Mean
10. Angel From Montgomery
11. Friar’s Point
12. Looking For Answers (Alternate Take)
13. Voodoo Woman (Album Outtake)
14. Waste Of Time (Album Outtake)
15. Looking For Answers (Tedeschi Trucks Band – Live)
16. Just Won’t Burn (Tedeschi Trucks Band – Live)

Susan Tedeschi
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Oktober Promotion

Buddy & Julie Miller – In The Throes – CD-Review

Review: Michael Segets

Wenn ich anfangen würde, die Musiker aufzuzählen mit denen Buddy Miller im Laufe seiner Karriere zusammengearbeitet hat, dann müsste ich eine lange Reihe von Verlinkungen zu der Interpretenliste von SoS einfügen. Ich beschränke mich daher auf zwei kurze Hinweise: sein Mitwirken auf der aktuellen Scheibe von Lucinda Williams sowie auf Jim Lauderdale, mit dem er einen gemeinsamen Longplayer aufnahm. Die Veröffentlichung seines sechsten und bislang letzten eigenen Studioalbums liegt allerdings schon ein Dutzend Jahre zurück.

Seine Ehefrau Julie brachte eine Vielzahl von Longplayern heraus und kollaborierte mehrfach mit Patty Griffin und Größen wie John Hiatt oder Shawn Colvin. Sowohl Buddy als auch Julie sind also in der Songwriter-Szene fest verhaftet. Seit Anfang der 2000er treten die Millers als Paar in Erscheinung und scheinen sich mittlerweile auf gemeinsame Werke zu konzentrieren.

Die Songs auf „In The Throes“ schrieb Julie in einem Rutsch. Einzig „Don’t Make Her Cry“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bob Dylan und Regina McCrary, dem sie den letzten Schliff mitgab. Das Ehepaar teilt sich die Gesangparts auf der CD. Die Stimme von Julie schmeichelt sich nicht unmittelbar ein, während Buddys Gesang den Songs einen weicheren Touch mitgibt. Gerade vom Zusammenklang der beiden leben die Stücke, wie beispielsweise das herausragende „Niccolo“.

Harmonisch wirken die ruhigen Tracks, bei denen Buddys Gesang im Vordergrund steht. Neben dem bereits erwähnten „Don’t Make Her Cry“ fallen „Tattooed Tear“ und „I’ll Never Live It Down“ in diese Kategorie. Alle drei Titel sind schöne Balladen, die markanteren Beiträge stellen aber die Tracks dar, auf denen Julie die Lead Voices übernimmt. So bekommt der Opener „You’re My Thrill“ eine leicht angeschrägte Note, die ihn unverwechselbar macht. In Sachen Expressivität legt das rockige Titelstück noch eine Schippe drauf. Stark ist zudem „The Painkillers Ain’t Workin‘“, bei dem Julies Stimme ebenfalls dominiert. Gurf Morlix tritt hier als Gastmusiker auf.

Einhören muss man sich bei dem bluesigen „I Been Around“, das fast schon psychodelische Züge trägt. Eingängig ist hingegen das mehrstimmig angelegte „We’re Leavin‘“ mit Stuart Duncan an der Geige. Der Refrain lädt zum Mitsingen ein, wenn man sich an dem religiös angehauchten Text nicht stört.

Emmylou Harris gibt sich bei „The Last Bridge You Will Cross“ die Ehre. Das Cello von Matt Slocum unterstreicht die getragene Stimmung der Ode an den 2020 verstorbenen Bürgerrechtler John Lewis, dem bereits Willie Nile auf „The Day The Earth Stood Still“ ein musikalisches Denkmal setzte. Die Themen der anderen Songs drehen sich zumeist um Freude und Frustration in einer Beziehung. Wer wie die Millers seit über dreißig Jahren verheiratet ist, wird davon wohl selbst ein Lied singen können. Schön ist, wenn nach dieser Zeit noch ein gegenseitiges „I Love You“ ausgesprochen wird.

Das Gemeinschaftsprojekt von Buddy und Julie Miller „In The Throes“ zeigt erneut, wie gut das Ehepaar harmoniert. Julie liefert das Songmaterial, Buddy arrangiert es kongenial. Ihr Gesang steuert expressive Töne bei, seiner stellt einen ausgeleichenden Gegenpol dar. Dabei kommt eine spannende Mischung zwischen progressiven und traditionsverbundenem Americana heraus. In diesem Genre sichern sich die Millers mit „In The Throes“ einen Platz auf der Bestenliste 2023.

New West Records – Redeye/Bertus (2023)
Stil: Americana

Tracks:
01. You’re My Thrill
02. In The Throes
03. Don’t Make Her Cry
04. Niccolo
05. I Love You
06. The Last Bridge You Will Cross
07. The Painkillers Don’t Workin’
08. Tattooed Rose
09. I Been Around
10. I’ll Never Live It Down
11. We’re Leavin’
12. Oh Shout

Buddy & Julie Miller
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V2 Records Promotion GSA

Scott Weis Band – 15.09.2023, Blue Notez Club, Dortmund – Konzertbericht

Was für ein herrlicher Abend gestern im Blue Notez in Dortmund. Erneut ließ mich mein Bauchgefühl nicht im Stich, dass es mit der Scott Weis Band einen lohnenswerten Gig geben würde. Aufgrund meiner beruflichen Situation bin ich ja seit geraumer Zeit gezwungen, bei Konzerten etwas kürzer zu treten. Deshalb ziehe ich es mittlerweile vor, Acts zu besuchen, die hier nicht in inflationären Ausmaßen auftreten oder, die ich halt bis dato eher wenig bis garnicht gesehen habe.

Die Scott Weis Band hatte mir ihr ‚Empfehlungsschreiben‘ mit ihrem starken aktuellen Album „Raise Your Hands“ zugesendet, das Vorgängerwerk „Simmer Me Down“ hatte der Kollege Schneider bei uns beleuchtet. Pünktlich um 20:00 Uhr rockte das Trio um den erkälteten Leader Scott Weis, samt seiner Rhythmusfraktion, bestehend aus dem schon fast klassisch geschult wirkenden Bassspieler Robert Kopec und dem kräftigen Drummer Roger Voss mit dem Opener „One Good Reason“ ordentlich los.

Beim Titelsong des oben erwähnten Albums „Simmer Me Down“ kam zum ersten Mal auch die Harp bei Weis zum Einsatz. Im ersten von insgesamt zwei Sets plus einer Zugabe, waren es allerdings neben den stark gespielten Stücken „Raise Your Hands“, dem psychedelischen „Mindless“ und „Bitch Please“ (alle von der neuen CD), vor allem die überragenden Coverversionen von Chris Stapletons „Tennessee Whiskey“ (danke dafür, dass ich diesen tollen Song das erste mal live in meinem Leben und dann noch mit solch tollen E-Gitarrenpassagen hören durfte) und „With A Little Help From My Friends“ mit virtuosem Bassintro, die besonders herausragten. Vor allem beim letztgenannten Klassiker, hätte man angesichts Scotts superrauen Stimme an diesem Abend mit verbundenen Augen fast auf eine Reinkarnation von Joe Cocker getippt.

Bei „Helpless“ gab es die Spitze in Richtung Ihres Radio-Promoters Rick Lusher (der sich dafür verantwortlich zeichnet, dass wir immer wieder, wie auch im Fall der Scott Weis Band, mit schönen Scheiben direkt aus Amerika bemustert werden), der behauptete, dass man diesen Song in Europa nicht bringen könnte, der dann allerdings Platz 7 der hiesigen Blues-Charts erreichte.

Set 2 enthielt mit „Judgement Day“, den beiden herrlichen Southern Soul-Ohrwürmern „Shine Down“ und „Stay“ (mit „Blue Sky“-Flair) und auch der Killerversion von „Have You Ever Loved A Woman“ (unglaublich hier das Solo mit der Harp in der rechten Hand am Mund und dem gleichzeitigen E-Gitarren-Solo in der linken Hand), auch wieder einen starken „Raise Your Hands“-Anteil.

Dachte man schon, dass jetzt nichts mehr gehen würde, legten die Drei mit dem satt rockenden „“Right Where It Belongs“ und dem Sam & Dave-Evergereen „Something Is Wrong With My Baby“ die nächsten Pfunde auf. Mit „Little Child“, wo Kopec und Voss auch ihre Individual-Qualitäten samt schöner Soli nochmals ausgiebig präsentieren konnten. wurde sich unter frenetischem Beifall verabschiedet.

Klar war natürlich, dass das beeindruckte Blue Notez-Publikum noch einen Zuschlag haben wollte. Weis & Co. ließen sich nicht lange bitten und legten mit „Angelina (Baby Won’t You Please Come Home)“ einen äußerst amüsanten Mitsing-Schunkler nach.

Scott ging dabei durchs klasse mitmachende Publikum, schnappte sich drei Ladies, die dann auf der Bühne eine wirklich gute Figur als Backgroundsängerinnen machten. Eine klasse Interaktion am Schluss, die der Band sicherlich nochmals Sympathiepunkte oben drauf erbrachte. Schade, dass Blue Notez-Hausfotograf Peter Schepers (danke für die tollen Bilder)! leider zu diesem Zeitpunkt wegen Magenproblemen schon den Heimweg hatte antreten musste.

Am Ende sah man eigentlich nur zufriedene Gesichter, der Gig hätte allerdings ohne Zweifel eine deutlich besser besuchte Hütte verdient gehabt. Für mich persönlich ist es tatsächlich das Konzert-Highlight des bisherigen Jahres! Die Scott Weis Band weiß nicht nur in Studio, sondern auch live auf der Bühne absolut zu überzeugen. Muss man in seinem Rockmusikleben gesehen haben!

Line-up:
Scott Weis (lead vocals, electric guitar, harp)
Robert Kopec (bass, bgv)
Roger Voss (drums, bgv)

Bilder: Peter Schepers
Text: Daniel Daus

Scott Weis Band
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Blue Notez Club Dortmund

Stone Water – Make Me Try – CD-Review + Gewinnspiel

Der renommierte Session- und Tourmusiker Robert Wendt hat bei ’seinem‘ neuen Bandprojekt Stone Water aus meiner Sicht alles richtig gemacht. Mit klarem Konzept, ohne persönliche Eitelkeiten (viele Bandleader tendieren ja oft dazu, was auch völlig legitim ist, dementsprechend im Vordergrund zu stehen) hat er ein Kollektiv um sich versammelt, das ohne Zweifel auch höheren internationalen Ansprüchen absolut gerecht werden kann.

Die Songs zum Debüt-Album „Make Me Try“ entstanden überwiegend in der Coronaphase und sprudelten laut eigener Aussage förmlich aus Robert heraus. Neben seiner Rhythmusfraktion mit seinen Kumpels Artjom Feldtser (bass, bgv) und Hanser Schüler (drums, percussion) gelang ihm mit der Hinzunahme des amerikanischen Sängers Bob Beerman (lead vocals, harp) der entscheidende Schachzug, eine Scheibe zu kreieren, bei der man nicht sofort meilenweit gegen den Wind erkennt, dass sie hier aus unseren Sphären stammt.

Wendt gelingt es überzeugend, englische Musik nach dezentem Vorbild der Stones mit gediegenem südstaatlichen Gitarrenflair zu überziehen (er erinnert in seinem Slidespiel oft an Duane Allman, klasse auch beim abschließenden „Melissa“-mäßigen „If You Get Lost“), Beermans rotzige Stimme, irgendwo zwischen Chris Robinson, Kid Rock und Bon Scott liegend, passt hervorragend hervorragend zum planvoll arrangierten Songmaterial. Auch seine punktuell quäkenden Harp-Einlagen laufen nie Gefahr, nervig zu werden. Gut gewählte weibliche Backing vocals von Miriam Thomas und Sylta Fee Wegmann, sowie die Keys-Variationen von Julian Bergerhoff und Hansi Kecker runden das von der Intensität her starke Gesamtwerk ergänzend ab.

Produziert wurde die CD von Hannes Haindl im Schalltona Studio in Hamburg, beim Abmischen assistierte Robert.  Gemastert hat dann Martin Meinschäfer in Arnsberg. 

Der stoneske Einfluss kommt gleich beim Opener „Stony Rock“ zum Tragen und wird gegen Ende mit dem starken „Sweet Charms“ und dem hervorragend gelungenen Stones-Cover „Sway“ nochmals deutlich untermauert.  Der Südstaaten Rock-Anteil, den ich aufgrund Roberts früheren Live-Gitarrenspiels stärker vermutet hätte, beläuft sich hier noch eher im Hintergrund, schimmert aber anhand von Dobro- und Slideeinlagen immer wieder durch.

Vieles geht hier mehr in Richtung rootsigem Rock, vor allem der Ohrwurm „Scarecow“ (mein Lieblingstrack) mit Mellencamp-Flair und das Little Feat-trächtige „Fee Too Well“ lassen das großartige Songwriting-Potential von Robert in seinem ganzen Glanz erscheinen. Auch der melancholisch-progressiv beginnende Titelsong „Make Me Try“ mit seinem psychedelischen Ende hinterlässt bleibenden Eindruck, ebenso wie der straighte Rocker „Second Floor“.

Wenn auch noch nicht auf diesem Album präsent, gibt es noch eine weitere bemerkenswerte Personalie zu vermelden. Mit Ben Forrester hat sich ein weiterer arrivierter Gitarrist dem Quartett angeschlossen, der auch auf der anstehenden Tour schon involviert sein wird. Von ihm erhoffe ich mir insgeheim natürlich eine noch deutlichere Schärfung des Südstaaten Rock-Profils! 

Dies zu überprüfen, sollte dann am 04. November leicht fallen, denn da wird das neue Quintett seine Live-Visitenkarte in unserer geliebten Kulturrampe in Krefeld erstmals abliefern. Es darf dabei gerne dieses  hervorragend gelungene Werk komplett durchgespielt werden.

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Wir verlosen wir ein Debüt-CD-Exemplar von Stone Water.

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Für welchen anderen Act haben Wendt & Co. gewirkt, bevor sie Stone Water ins Leben gerufen haben?

a) Vanja Sky
b) Earth, Wind & Fire
c) KC & The Sunshine Band

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 18.09.2023 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, die/der dann umgehend benachrichtigt und mit der CD beliefert wird.

Gewinnerin ist Gabi Busch aus Tostedt

TIMEZONE Records (2023)
Stil: Rock

Tracks:
01. Stony Rock
02. Change
03. Scarecrow
04. Make Me Try
05. Awful Blues
06. Fare Thee Well
07. Second Floor
08. Backdoor Man
09. Sweet Charms
10. Sway
11. If You Get Lost

Stone Water
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John Mayall‘s Bluesbreakers – Live In 1967 – Volume Three – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Es war im Jahr 1967 als der junge Holländer Tom Huissen mit seinem Mono-Tonbandgerät verschiedene Gigs von John Mayall und seinen Bluesbreakers in diversen Londoner Clubs aufnahm. Damals traten die Bluesbreakers noch als Formation mit Peter Green, John McVie und und Mick Fleetwood auf, kurz bevor die drei „Fleetwood Mac“ ins Leben riefen.

Bemerkenswert ist dabei, die Bluesbreakers mit diesem Line-Up kein einziges Studioalbum herausbrachten, schließlich löste sich die Band nach nur drei Monaten wieder auf.

Nun gelangten diese Mitschnitte in den Besitz von John Mayall, der sie mit Unterstützung von Eric Corne (Forty Below Records) restaurierte. „Forty Below „Records“ hat nun diese Aufnahmen als Trilogie veröffentlicht. „Live in 1967 – Volume Three“ ist also das Abschlussalbum dieser historischen Reihe.

Klar, die klangliche Qualität ist mit ihrer schrammeligen Anmutung sicherlich weit von heutigen HiFi-Maßstäben entfernt, bietet aber eine faszinierende Gelegenheit, um in die gute alte Zeit zurückzublicken als John Mayall ansetzte, die Blueswelt zu erobern und zum „Godfather“ des weißen Blues zu avancieren.

Aufgenommen wurden die 8 Tracks dieses Albums in den Clubs „Manor House“ („Brand New Start“, Tears In My Eyes“, „Your Funeral And My Trial“, „The Stumble“), „Bromley“ („Stand Back Baby“, und „Double Trouble“), „Ram Jam“ („Greeny“) und „Klooks Kleek“ („Talk To Your Daughter“).

Als Zuhörer schmeckt und fühlt man richtig die damalige, verrauchte Liveatmosphäre und kann in seligen Erinnerungen an die eigene Jugend schwelgen. Peter Green, John McVie und Mick Fleetwood waren sicherlich die beste Bluesbreakers Formation, die John Mayall je zusammengestellt hat. Eine absolute Kaufempfehlung, nicht nur für eingefleischte John Mayall-Fans.

Label: Forty Below Records (2023)
Stil: Blues

Tracks:
01. Brand New Start
02. Tears In My Eyes
03. Stand Back Baby
04. Greeny
05. Talk To Your Daughter
06. Your Funeral And My Trial
07. The Stumble
08. Double Trouble

John Mayall
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Blackwater Bayou – American Dream – CD-Review

Für mich persönlich ist es immer eine besonders große Freude, wenn neue Bands auf dem Southern Rock-Radar erscheinen, vor allem dann, wenn deren musikalisches Potential sofort offensichtlich ist. Das Arkansas-basierte Quartett Blackwater Bayou, bestehend aus Chris Tollett (Guitar, Lead Vocals), Kristofer Freeland (Lead Guitar), Brad Baglio (Drums, Backing Vocals) und Ben Sprouse (Bass) ist wieder so ein Paradebeispiel dafür, dass diese Musik, auch wenn die Heroen der guten alten Zeit von einst, längst nur noch nostalgisches Esprit verströmen, nicht tot zu kriegen ist. 

Blackwater Bayou orientieren sich, wie viele ihrer neuzeitlichen Kollegen, natürlich auch an diesem Liedgut, verstehen es aber eindeutig, ihre eigene Note mit einzubringen. Klasse, wie sie den viel zitierten ‚American Dream‘, direkt beim Opener und Titelsong zugleich, im gesprochenen Intro auf seine wahre Essenz reduzieren: „They share one thing, they all need money!“, um dann in bester Molly Hatchet-„Whiskey Man“-Manier, Gas zu geben.

„Cut You Loose“ mit seinem ZZ Top-„Eliminator“-Touch dürfte insgesamt den hitverdächtigsten Song abgeben. Die zünftigen „Drink To That“ und „Give Away“ (ZZ-Grund-E-Gitarrenrhythmus) mit typischen weiblichen BGVs und knackigen E-Soli dürften ebenfalls der Skynyrd-Fraktion gut gefallen.

Dass sie auch gefühlvoll und atmosphärisch können, beweisen Tracks wie das mit einer Akustikgitarre bestückte „I Felt It“, „Run“ (geht in Richtung Doc Hollidays „Southern Man“) und „No Tomorrow“(fängt ruhig akustikgitarrenbetont an und wird im zweiten Teil episch mit wüsten E-Gitarren).

Bei „Never Come Home“ mit Violinen- und E-Gitarren-Bariton-Klängen lassen die Steel Woods grüßen, klasse hier der Gesang von Chris Tollett, in Paul Rodgers-Manier. Am Ende stampfen die Jungs mit Southern-Metal-artigen E-Gitarren durch den „Chicot Swamp“.

Insgesamt erhält man mit Blackwater Bayous „American Dream“-Scheibe eine kurzweile und abwechslungsreiche Sache ohne viel Schnickschnack und Effekthascherei auf gleicher Höhe wie Acts der Marke Georgia Thunderbolts, Holeman Autry Band, Ole Whiskey Revival, Big Pine Band, etc.  Ob American Dream hin oder her, eines verbindet uns in diesem Kreise am Ende: „We all need Southern Rock!“ 

Eigenproduktion (2023)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. American Dream
02. Cut You Loose
03. Drink To That
04. I Felt It
05. Drive
06. Give Away
07. Run
08. No Tomorrow
09. Never Come Home
10. Chicot Swamp

Blackwater Bayou
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Robert Jon & The Wreck – 05.09.2023 – Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

Da wir in diesem Magazin ja bereits unzählige CD-Reviews, Konzertberichte und auch ein Interview über/mit Robert Jon & The Wreck gebracht haben, möchte ich den Besuch dieses Abends in der Krefelder Kulturrampe, mal als Anlass nehmen, ein wenig die Entwicklung dieser  Erfolgsgeschichte zu beleuchten, denn die hat meiner Ansicht nach viele Väter.

Da gibt es zum einen ihren Teenage Head Music-Promoter Manny Montana, der von Anfang an, an diese Jungs aus Kalifornien geglaubt hat und sie mit umtriebiger Energie und Ausdauer, Jahr für Jahr, nach vorne gepuscht hat.

Da ist natürlich ihr Bandleader Robert Jon Burrison, der es mit seiner Kreativität und seiner charismatischen Gabe geschafft hat, immer wieder das Gefüge seines Kollektivs, auch nach Verlusten von Schwergewichten wie u. a. Christopher Butcher und Steve Maggiora (jetzt bei Toto), mit ebenso guten Musikern in der Waage zu halten.

Natürlich sind auch wir, ohne mit Eigenlob aus der Hose stinken zu wollen, mit ein essentieller Teil davon. Ich kenne kein anderes Musikmagazin oder Medium in unseren Sphären, das dieses Quintett über die lange Zeit, so intensiv publizistisch mitbegleitet hat. Denn es gab auch den Anfang im Jahr 2015, als sie noch vor weniger als 30 Zuschauern hier aufgetreten sind.

Und damit kommen wir zum letzten Teil der Erfolgsgaranten, den Betreibern der vielen Locations, die die Basis für den stetig wachsenden Zuspruch bilden und gebildet haben. Insbesondere ist da Markus ‚Pille‘ Peerlings von besagter Kulturrampe in Krefeld zu nennen, der die Burschen auch nach den ersten unrentablen Auftritten, immer wieder bei sich zu Stammgästen machte.

Wie wir ja alle leider mittlerweile wissen, zieht sich Pille am Ende des Jahres aus der Rampe zurück und wird neue Ufer betreten. Ein herber Verlust für die echte ehrliche Live-Musik von heute, auch wenn es mit der Location weitergeht, kann man sich nicht genug für diese sympathische, geschmackvolle und herzliche Präsenz bedanken. Er wird eine Riesenlücke hinterlassen.

Aus diesem Grund hat jetzt dieser, erstmal offiziell nicht geplante Termin, dann doch noch ihm zu Ehren stattgefunden, sicherlich eine schöne Geste der Dankbarkeit seitens THM und der Band.

Zum Konzert bleibt nicht viel zu schreiben.  Der Blick auf die am Boden liegende recht kurze Setlist ließ schon erahnen, dass es einige längere Tracks geben musste, was sich dann auch bewahrheitete. Nach dem Opener „Pain No More“, „Do You Remember“, „Tired Of Drinking Alone“, „Don’t Look Down“, „Ride Into The Light“ und ihrem Ohrwurm „Oh Carolina“, also mit drei Tracks vom neuen Album inkludiert, die allesamt knackig und straff dargeboten wurden, ging es dann mit dem Beatles-Cover „Come Together“ in die Jam-Phase über.

Wenn Yoko Ono und John Lennon diese furiose Version damals in ihrem Bettchen zu Gehör bekommen hätten, wäre es wohl nix mit „Give Peace A Chance“ geworden, sie wären wohl vor Schreck aus allen Liebeswolken gefallen.

Daran angeschlossen wurde „Last Light On The Highway“ in beiden Parts zelebriert, um dann den Gig mit „Cold Night“ einen weiteren Standardklassiker ihres Songkatalogs in einer halbstündigen Killer-Fassung als Zugabe zu beenden. Hier zeichnete sich besonders Andrew Espantman mit seiner unglaublichen Koordination und seinen maschinengewehrartigen Trommelattacken aus. Auch der ’neue‘ an den Tasten, Jake Abernathie, wusste sich in einem Wechselspiel mit Gitarren-Wizard Henry James in Szene zu setzen.

Am Ende wurden Robert Jon & The Wreck, wie so oft, von den großartig mitgehenden Rampenbesuchern frenetisch gefeiert. Man darf gespannt sein, wo die Reise noch hingehen wird, ich denke, wir werden vermutlich weiterhin mit dabei sein.

Line-up:
Robert Jon Burrison – lead vocals, guitar
Hanry James – lead guitar, vocals
Warren Murrel – bass
Andrew Espantman – drums, vocals
Jake Abernathie – keyboards

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Robert Jon And The Wreck
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Teenage Head Music
Kulturrampe, Krefeld

The Glorious Sons – Glory – CD-Review

Review: Michael Segets

Mit „A War On Everything“ (2019) heimsten The Glorious Sons ihren zweiten JUNO-Award erneut in der Kategorie des besten Rockalbums ein. Die Band aus Ontario ließen sich nun vier Jahre Zeit, um den Nachfolger „ Glory“ herauszubringen. Dazwischen veröffentlichten sie einige Tracks, die sich auf keinem Album finden. „Daylight“ schafftet den Sprung in die kanadischen Rock-Radio-Charts und „Hold Steady“ erreichte dort sogar die Spitzenposition. Es spricht für das Selbstbewusstsein der Gebrüder Emmons, dass sie auf die Wiederverwertung der Songs auf dem aktuellen Longplayer verzichten. Auf ihm sind zehn neue Titel vertreten.

The Glorious Sons bestehen seit nunmehr zwölf Jahren. Von den Gründungsmitgliedern ist neben Brett Emmons und seinem Bruder Jay noch Drummer Adam Paquette dabei. Chris Koster stieg 2015 in die Band ein. Das Sextett wird derzeit von Josh Hewson sowie Peter van Helvoort komplettiert. Nach Aussage von Songwriter und Frontmann Brett Emmons befanden sich The Glorious Sons an einem Scheidepunkt, an dem eine Entscheidung über den einzuschlagenden Weg anstand. Letztlich setzte die Band auf Kontinuität. Dass der Entwicklungsprozess der Songs für Brett wohl schwierig war, ist dem Werk nicht anzumerken. Die Truppe versprüht auf ihrem vierten Album weiterhin etwas von dem jugendlichen, rauen Charme ihrer früheren Werke. Darüber hinaus zeigt sie sich an manchen Stellen etwas glatter. Insgesamt bleiben die Modifikationen im Sound aber moderat.

Dass The Glorious Sons wieder vieles richtig gemacht haben, zeigt der Erfolg der ersten Single „Mercy Mercy“, die in den Alternative-Charts unter den ersten zwanzig Songs rangierte. Der Track folgt ganz ihrer bisherigen Linie mit einem kraftvollen, mehrstimmigen Refrain. Die weitere Vorabauskopplung „Dream“ wirkt zahmer und durch die Keys erhält sie streckenweise eine leicht poppige Note.

Vor allem in der ersten Hälfte des Albums finden sich einige Songs, die opulent arrangiert sind und nahezu hymnische Züge tragen. Diese waren den Glorious Sons ja schon früher nicht ganz fremd. Während die dynamische Struktur von „Glory“ den Bombast noch auffängt, schlägt er bei „Cellular“ durch. Das Stück wird vor großem Publikum mit Sicherheit funktionieren. „House Lights“, das ruhig beginnt, schwillt dann zu einem vollen Sound an. Die Emotionen des fast schon zerbrechlich wirkenden Gesangs von Brett Emmons am Anfang gehen so im Laufe des Stücks etwas verloren.

Insgesamt erscheint der zweite Teil der Scheibe interessanter. „Speed Of Light“ scheppert aggressiv durch die Boxen wie bei einer Garage-Band. Der Refrain von „Lightning Bolt“ geht in eine ähnliche Richtung, wobei der Song insgesamt eher locker daherkommt. „You Stay Young“ nimmt dann auf einen Ritt mit, der durch den galoppierendem Rhythmus, den das Schlagzeug vorgibt, angetrieben wird. Sehr schön ist hier auch die Dynamik des Stückes, bei der zwischen leiseren und lauteren, orchestral anmutenden Passagen gewechselt wird. Vor dem glänzenden Abschluss „Cosmic Beam“ streuen The Glorious Sons noch das ruhige „Time Will Reign Down On Me” ein.

Im Anschluss an „A War On Everything“ legen The Glorious Sons mit „Glory” ein Album nach, das das Potential hat, an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen. Insgesamt reicht das neue Werk nicht ganz an den vorherigen, preisgekrönten Longplayer heran, bietet aber eine ausgewogene Mischung zwischen stadiontauglichem und alternativem Rock. In Kanada rufen sich The Glorious Sons mit ihm als feste Rockgröße in Erinnerung. In Deutschland untermauern sie mit ihm zumindest ihren Status als Geheimtipp.

TGS Music-Warner Music Canada/ADA Warner (2023)
Stil: Rock

Tracks:
01. Glory
02. Mercy Mercy
03. Cellular
04. Dream
05. House Lights
06. Speed Of Light
07. Lightning Bolt
08. You Stay Young
09. Time Will Reign Down On Me
10. Cosmic Beam

The Glorious Sons
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Oktober Promotion

EG Kight – Sticks And Strings – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Eugenia Gail Kight, kurz EG Kight, ist eine amerikanische Bluessängerin, Gitarristin und Songwriterin, musikalisch massgeblich beeinflusst durch die großartige Koko Taylor mit der sie, neben anderen Künstlern wie Luther Allison, Jerry Lee Lewis, Taj Mahal und B. B. King, bereits auf der Bühne stand.

Zusammen mit ihren Mitstreitern Gary Porter (Schlagzeug, Mundharmonika) und Ken Wynn (Leadgitarre & Dobro) hat sie nun ein neues, rein akustisches Album namens „Sticks and Strings“ herausgebracht. Neun der zehn Songs stammen aus Kights Feder, der zehnte ist eine wunderschöne Coverversion des Gregg Allman-Stücks „Come And Go Blues“.

„Sticks And Strings“ bietet einen bunten und gefälligen Strauß an Blues-/Roots-Musik, mit teilweise deutlichen Americana-Anleihen. Die Songs handeln von guten und schlechten Beziehungen und sind ein Stück weit wohl auch autobiografisch gefärbt. In „God, Goats And Guitars“ beschreibt EG Kight, was sie durch schwierige Zeiten gebracht hat, übrigens mit ihrer Mutter als Hintergrundsängerin. Mein persönlicher Favorit ist allerdings „Already Gone“ mit einer schönen Hookline und starker Harp.

Alle Songs wurden von dem Trio liebevoll arrangiert und wohltuend ruhig umgesetzt, nicht zuletzt auch wegen Kights gefühlvoller Gesangsstimme. Besinnlich, aber nicht schwermütig, sondern durchaus lebensfroh und hoffnungsvoll, so könnte man die Grundstimmung des Albums beschreiben. Für ruhigere Momente des Lebens bestens geeignet, ohne dabei Gefahr zu laufen, in tiefe Traurigkeit zu verfallen.

Mit ihrem Südstaaten-Charme und Songwritertalent erstaunt es nicht, dass EG Kight im Laufe ihres immerhin schon 25- jährigen Musikerdaseins bereits zahlreiche Nominierungen in unterschiedlichen Sparten (u. a. Song des Jahres und Album des Jahres), erhalten hat.

Mit seinen ruhigen, akustischen Tönen sticht dieses Album aus all den anderen Neuerscheinungen angenehm heraus und es sollte in keiner gut sortierten Sammlung fehlen.

Label: Blue South Records (2023)
Stil: Blues, Roots, Americana

Tracks:
01. Talk To Me
02. You Have No Reservation
03. Come And Go Blues
04. Already Gone
05. All Things Considered
06. God, Goats And Guitars
07. My Baby‘s Hiding Something
08. Two Sides To Every Story
09. Changes Coming Down
10. I Won‘t Ever Give Up

EG Kight
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