The Glorious Sons – A War On Everything – CD-Review

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Review: Michael Segets

Hierzulande wohl noch weitgehend unbekannt sind The Glorious Sons in ihrer Heimat Kanada schon eine Hausnummer. Neun Singles konnte die Band seit 2014 in Spitzenpositionen der kanadischen Rock-Radio-Charts platzieren. Vor allem „S.O.S. (Sawed Off Shotgun)“ von ihrem Vorgängeralbum „Young Beauties And Fools“ (2017) war auch in den USA erfolgreich. Für den Longplayer heimsten The Glorious Sons einen JUNO-Award als bestes Rockalbum des Jahres ein.

Mit „A War On Everything“ treten die Jungs aus Ontario nun an, ihre Erfolgsgeschichte fortzuführen. Die erste Single „Panic Attack“ erreichte bereits die Poleposition im kanadischen Radio. Die Musikliebhaber aus dem Norden beweisen damit einen sehr guten Geschmack.

The Glorious Sons halten die Fahne des klassischen Gitarrenrocks hoch. Dabei versprühen die Titel eine rebellische Attitüde, die einer jungen Rockband angemessen ist. Von daher erinnern mich The Glorious Sons stellenweise an die Anfangszeit von Green Day. Obwohl The Glorious Sons gelegentlich eine härtere Gangart einlegen, bleiben alle Songs melodiös.

Neben Frontmann Brett Emmons greifen Jay Emmons und Chris Koster in die Saiten. Die Rhythmusarbeit erledigen Adam Paquett (Schlagzeug) und Chris Huot (Bass). Zusammen erzeugt das Quintett bei einigen Songs einen enormen Druck, so beim hervorragenden „One More Summer“ oder beim mit scheppernden Gitarrenriffs versehene „Wild Eyes“.

Sehr gelungen sind auch die stadiontaugliche Hymne „Kingdom In My Heart“ und „Kick Them Wicked Things“. Die Keys von Brett Emmons und der Refrain mit hohem Wiedererkennungswert fallen hier besonders auf. Das Stück besitzt ebenso wie „The Ongoing Speculation Into The Death Of Rock And Roll” Anleihen beim Britrock.

Neben den Songs, die sich durch ihre markanten Ecken und Kanten abheben, finden sich auf dem Longplayer mit „I’m On Your Side“, „Closer To The Sky“ sowie „Spirit To Break“ ebenso Tracks, die eingängig dem Rockmainstream folgen. „Lean On Me Love“ fällt tendenziell auch in diese Kategorie, hat aber eine interessante, fast gesprochene Bridge – zudem singt Brett Emmons den Titel ziemlich cool.

Das Songwriting orientiert sich am klassischen Gitarrenrock, wobei auf längere Soli verzichtet wird. Die Titel weisen eine klare und dennoch oftmals abwechslungsreiche Struktur auf, so wechseln sich beispielsweise bei „A Funny Thing Happend” krachende Passagen mit betont harmonischen ab.

Gleiches gilt für „Pink Motel“, das The Glorious Sons als zweite Single ausgewählt haben. Die sanft beginnende Ballade steigert sich zu einem fulminanten Höhepunkt, bei dem sich der Sänger seine Gefühle herausschreit. Desweiteren sind mit „A War On Everything“ und dem akustisch gehaltenen „The Laws Of Love And War” noch zwei langsamere Tracks vertreten, die für Rockalben ja quasi obligatorisch sind.

Die Kanadier verordnen dem Rock eine erfrischende Verjüngungskur. Mit „A War On Everything“ beweisen The Glorious Sons, dass der gitarrenorientierte Rock noch nicht tot ist und auch bei der nachwachsenden Generation von Musikern noch seinen Platz hat. Verdient hätte die Band mit ihrem neuen Album, dass sie über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus gehört wird. Eine Möglichkeit dazu bietet sich im November, wenn The Glorious Sons live in Deutschland unterwegs sind.

Black Box Music (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. Panic Attack
02. A War On Everything
03. Spirit To Break
04. Closer To The Sky
05. Wild Eyes
06. A Funny Thing Happend
07. The Laws Of Love And War
08. One More Summer
09. The Ongoing Speculation Into The Death Of Rock And Roll
10. Kick Them Wicked Things
11. I’m On Your Side
12. Kingdom In My Heart
13. Lean On Me Love
14. Pink Motel

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