Caitlin Krisko & The Broadcast – 07.09.2024, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

Caitlin Krisko und ihre Begleitband The Broadcast haben sich in den letzten Jahren in unserem Lande rar gemacht, genauer gesagt, ist es 2018 gewesen, als sie das letzte Mal in der Krefelder Kulturrampe gespielt hatten.

Das war noch zu Vor-Corona-Zeiten, als die Konzertszene noch in voller Blüte boomte. Jetzt gute sechs Jahre später nun die Rückkehr des zum Quartett geschrumpften Ensembles aus North Carolina (ein Keyboarder fehlte, vermutlich aus logistischen Gründen, ansonsten waren wieder Gitarrist Aaron Austin, Drummer Michael W. Davis und Bassist William Seymour, diesmal mit Vollbart, mit dabei)  in den beliebten Krefelder Szeneclub.

Ob dies letztendlich auch der Grund war, dass nur knapp 50 Besucher erschienen waren, sei dahin gestellt, das überaus warme Wetter, das parallel stattgefundene Match der Frankfurter Mafia, mögen vielleicht auch mit dazu beigetragen haben. Leistungstechnisch wäre man jedenfalls kein Risiko eingegangen, das hatte die charismatische Dame mit ihren Mitmusikern damals schon nachhaltig bewiesen.

Krisko ließ sich von der überschaubare Kulisse nicht beeindrucken und gab sofort zum Ausdruck, dass die Kulturrampe im Rahmen der Tour gesetzt gewesen ist.  Um 21:10 Uhr begann der Vierer überaus rockig mit dem Opener „Blue Horon“ gefolgt von „Half Asleep“

Die mittlerweile dunkelhaarige Fronterin begeisterte von der erste Minute an mit ihrer kräftigen ausdrucksstarken Stimme, mich immer irgendwie  an Nashville-Wuchtbrumme Wynonna erinnernd. Auch Aaron Austin zeigte seine punktgenaue Fingerfertigkeit bei vielen seiner Soli auf der güldenen Gibson Les Paul. Eine ganz starke Vorstellung von ihm (besonders beim Bind Faith-Klassiker „Can’t Find My Way Home“).

Mit zunehmender Dauer kam dann die neue EP „Blueprints“ mit ins Spiel, aus der dann auch bis auf einen Song alle Tracks gebracht wurden. In Set 1 gefiel mir noch besonders ein an Fleetwood Macs „The Chain“ erinnerndes, lässig groovendes Stück. das dann vom melodischen  „Haunted By You“ zum Ende abgelöst wurde.

Nach dem erneut rockigen Einstieg mit „Peace Of Me“ in die zweite Hälfte,  gab es mit dem shuffligen „Operator“,  dem balladesken „Hard To Say Goodbye“, einem intensiven Jam-Stück, dem stonesken „Steamroller“, den beiden gelungenen Covernummern „Today I Sing The Blues“ (Aretha Franklin) und „Rock And Roll“ (Led Zeppelin) und ihrem Paaradestück „Battle Cry“ als Finale einen schönen abwechslungsreichen Mix.

Die Rampenbesucher waren aus dem Häuschen und machten fast soviel Lärm, als wenn die Hütte voll gewesen wäre. Krisko & Co. nahmen dies wohlwollend zur Kenntnis und legten mit dem krawalligen „Waste It“ noch die fällige Zugabe nach.  Insgesamt eine überzeugende Leistung von Caitlin Krisko & The Broadcast, die, so denke ich, beim nächsten Auftritt in der Rampe, wieder deutlich mehr Resonanz finden wird.

Line-up:
Caitlin Krisko (lead vocals, percussion)
Aaron Austin (electric guitar, vocals)
William Seymour (bass, vocals)
Michael W. Davis (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Caitlin Krisko & The Broadcast
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Joe Grushecky And The Houserockers – Can’t Outrun A Memory – Album-Review

Review: Michael Segets

Das goldene Zeitalter des Heartland Rock ist längst vergangen. Sofern die damaligen Protagonisten noch leben, haben sie die Siebzig längst überschritten. Bruce Springsteen zelebriert ihn zumindest live noch, von Bob Seger hört man seit längerer Zeit nichts, John Mellencamp wendet sich mittlerweile musikalisch ruhigeren Gefilden zu. Der zur gleichen Generation gehörende Joe Grushecky stand eher in der zweiten Reihe und verbuchte nie vergleichbare Erfolge wie die genannten Musiker. Dennoch ist der in Pittsburgh, Pennsylvania, geborene Grushecky dem Heartland Rock treu geblieben und legt mit „Can’t Outride A Memory“ ein Album vor, wie man es heute kaum noch hört.

Die CD beziehungsweise Doppel-LP umfasst siebzehn Stücke, wobei vier Songs in zwei Versionen vertreten sind. So gibt es von der Single „Here In ‘68“ sowie von dem dunkleren „Living In Coal Country“ jeweils eine akustische Alternative. Auch der molodiöse Titeltrack wird einmal mit vollem Schlagzeug und einmal reduzierter dargeboten, wobei er ganz unterschiedlich wirkt. Das mit einem bluesrockigen E-Gitarren-Intro und fulminant krachendem Ende versehene „Sleeping Dog“ bekommt in der Horn-Variante nochmal eine Portion mehr Power verpasst. Neben den alternativen Interpretationen wird „Leave Well Enough Alone“ als Bonus-Track ausgewiesen. Mit seinem leichten Funk-Einschlag weicht der Titel behutsam von den übrigen ab, was vielleicht dazu geführt hat, ihn als Outtake abzusondern.

Das Album bietet eine ausgewogene Mischung aus straight forward gespielten Rockern und langsameren Songs. Stampfendes Schlagzeug und Heartland-typische Gitarrenriffs prägen „This Is Who We Are“. Das hymnische „We Gotta Get Out Of This Place“ wird ebenfalls von einen treibenden Rhythmus angetrieben. Ein weiterer Pluspunkt ist dort der Refrain, auch wenn er textlich nicht ganz neu ist. Der Chorus bei „Until I See You Again“ geht ebenfalls ins Ohr. Die etwas entspanntere Nummer gehört derzeit zu meinen Favoriten auf dem Longplayer.

Neben dem guitar driven Rock finden sich ein paar langsamere Beiträge („Just Drive“, „Rocked My Soul“). Sehr gelungen ist der Einstieg zu „Let’s Cross The Bridge“, bei dem die Orgel an Springsteens E Street Band erinnert. Auch sonst sticht der Song unter den balladesken hervor. Bei „Who’s Fooling Who“ wird die Stimme von Grushecky technisch verzerrt. Ansonsten klingt das Album so handgemacht, wie man es im Heartland erwartet.

Grushecky veröffentlichte 1979 mit den Iron City Houserockers sein erstes Album. 1989 machte er als Joe Grushecky And The Houserockers weiter. Die Houserockers sind derzeit Danny Gochnour (Gitarre), Jeff Garrison (Bass), Joffo Simmons (Schlagzeug, Percussion) und Youngster Johnny Grushecky (Gitarre, Schlagzeug, Percussion).

Joe Grushecky And The Houserockers hat sich dem Heartland Rock seit 45 Jahren verschrieben. Mit „Can’t Outrun A Memory“ ruft Grushecky die Erinnerung an dessen glorreichen Zeiten wach und liefert zugleich eines seiner besten Alben ab.

Omnivore Recordings (2024)
Stil: Heartland Rock

Tracks:
01. This Is Who We Are
02. Here In ‘68
03. Can’t Outrun A Memory
04. Just Drive
05. Sleeping Dog
06. Until I See You Again
07. If These Hills Could Talk
08. We Gotta Get Out Of This Place
09. Living In A Coal Country
10. Who’s Fooling Who
11. Rocked My Soul
12. Let’s Cross The Bridge
13. Can’t Outrun A Memory (Coda)
14. Leave Well Enough Alone (Outtake)
15. Sleeping Dog (Horn Version)
16. Living In A Coal Country (Acoustic Version)
17. Here In ’68 (Acoustic Version)

Joe Grushecky And The Houserockers
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Omnivore Recordings

The Cold Stares – The Southern – CD-Review

Die aufstrebende Band The Cold Stares, seit 2022 mit dem Bassisten Bryce Klueh zum Trio herangewachsen, besinnt sich auf ihre südstaatlichen Wurzeln und bringt nun mit „The Southern“ das insgesamt siebte Album heraus, das dritte unter der Fahne des prominenten Mascot Group-Label.

Vor wenigen Tagen präsentierten sie bereits bei ihrem Konzert im Dortmunder Musiktheater Piano einen ersten Vorgeschmack für das anwesende Publikum. Das neue Werk überrascht mit einer recht unbekümmerten Interpretation unserer geliebten Musik, da es auch viele Elemente des klassischen Rocks der Siebziger Jahre (a là Bad Company, Whitesnake, Ted Nugent, Cream, Led Zeppelin & Co.) und dazu etwas Blues der Marke Robert Johnson mit einfließen lässt.

Diversität hat dabei oberste Priorität. Fronter David Trapp, mit seiner zum Teil an Chris Thompson oder David Coverdale erinnernden Stimme, variiert die Tempi der Songs, manchmal auch innerhalb dieser, spielt mit den erzeugten Stimmungen, bietet viele Schmankerl für Gitarrenfans und auch seine hinterfragenden Texte im mitgelieferten Booklet lohnen sich zu lesen.

Seine beiden Mitstreiter Brian Mullins am Schlagzeug und der bereits erwähnte Bryce Klueh am Tieftöner bereiten ihrem Mastermind (dieser auch noch mit sporadischen Orgelhallzutaten) eine dynamische Basis.

Auch wenn die CD direkt mit dem für mich vermeintlichen Highlight, dem atmosphärichen „Horse To Water“ beginnt, schaffte s da Trio bis zum Ende den Spannungsbogen hoch zu halten. Das mit einer bluesig-swampig untermalten Dobro servierte „Coming Home“ dürfte sowohl Southern- als auch Blues-Fans begeistern.

Anhänger des psychedelischen und auch des jammigen Rockstils  der Marke Hendrix, Nugent oder Led Zeppelin dürften bei Tracks wie „Confession“ oder „Level Floor Blues“ in Erinnerungen schwelgen, während ich persönlich bei eingängigeren Songs wie „Blow Wind Blow“ (eine Art rockigeres „Here I Go Again“) oder „Woman“ meine Aha-Erlebnisse habe.

Tracks wie „Seven Ways To Sundown“ und „No Love In the City Anymore“ erinnern von der Machart her an Sachen von den, auf dem gleichen Label beheimateten The Georgia Thunderbolts.

Und wenn Trapp den Hörer noch mal im schroffen blechernen  Southern-Gewand mit seiner eigenen Sterblichkeit im „Mortality Blues“ konfrontiert, hat er in jedem Fall, und das soll Musik ja auch bewirken, bleibenden Eindruck hinterlassen.

„Bei einigen Songs auf diesem Album hatte ich Robert Johnson im Kopf“, erzählt Tapp. „Ich hatte ein paar Biographien gelesen, die kürzlich erschienen sind, und es schien immer so, als ob Robert sein Bestes tat, um in einer Zeit am Leben zu bleiben, in der das nicht unbedingt einfach war. Der Song ist meine zeitgenössische Version meiner Delta-Blues-Einflüsse und handelt davon, dass man sich umschaut und sieht, wie andere das Risiko der Sterblichkeit eingehen, während man selbst sein Bestes tut, um am Leben zu bleiben.“

The Cold Stares bieten mit „The Southern“ einen höchst abwechslungsreichen Longplayer, der die gute alte Zeit der Rockmusik mit dem Geist der heutigen Zeit, frisch vereint, wieder aufleben lässt. Nicht nur aus Sicht der Band auch eine schöne Hommage an ihren Heimatstaat Kentucky. Vermutlich eines der Überraschungsalben dieses Jahres. Sehr empfehlenswert!

Mascot Label Group (2024)
Stil: Blues Rock, Southern Rock

Tracks:
01. Horse To Water
02. Coming Home
03. Looking for a Fight
04. Blow Wind Blow
05. Confession
06. Level Floor Blues
07. Seven Ways to Sundown
08. No Love in the City Anymore
09. Giving It Up
10. Woman
11. Mortality Blues

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Netinfect Promotion

Andreas Diehlmann Band – That Old Blues Again – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Andreas Diehlmann und seine Band überraschen uns seit 2017 regelmäßig und in schneller Folge mit neuen, starken Blues-Alben aus deutschen Landen. Nach dem Longplayer „Long Way To Go“ aus dem letzten Jahr kommt nun also ihr neuestes Opus „That Old Blues Again“ in die Läden. Und wieder ist dem Trio ein richtig, richtig guter Wurf gelungen, mit neun feinen Eigenkompositionen und einem Coversong von B. B. Arnold („I Wish You Would“). Allerdings ist dieser Song, warum auch immer, leider nur auf der CD-Version, sozusagen als Bonustrack, enthalten.

Das Album startet mit dem gut einminütigen Intro „Whiskey“, das den Hörer sofort in seinen Bann zieht und ihn förmlich die Gluthitze auf einem Kleinstadtbahnhof in den Südstaaten körperlich spüren lässt und anschließend in den hart rockenden und stampfenden Sound von „Whiskey And Women“ mit vielen Slideklängen überleitet.

Sehr fein! Und auch in dem folgenden, leicht funkigen, aber trotzdem vor Schweiß strotzendem „Gypsy Woman“ überzeugt Andreas Diehlmann, wie in den übrigen Tracks auch, mit seiner rauchigen Reibeisenstimme, die ja inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden ist. Richtig schön bluesig wird es mit dem sechsminütigem und Titel stiftenden Song „That Old Blues Again“, ein herrlicher Oldschool-Blues mit jaulenden Gitarrenlicks à la Gary Moore im Mittelteil.

Zur Halbzeit ist dann wieder heftig groovender Southern Rock angesagt. „Make Up Your Way“ kommt mit leichten ZZ Top-Anleihen daher und geht direkt in die Beine, was sich in der noch besser tanzbaren und vorwärts treibenden „Rock‘n‘Roll All Night“-Nummer fortsetzt und seinen vorläufigen Höhepunkt in der Coverversion von „I Wish You Would“ findet.

Eine wohlverdiente Pause können sich die Raver dann bei dem Slowblues „Pictures Of You“ gönnen, bevor Diehlmann und seine Jungens mit dem Southern Rocker „Come Undone“ das Tempo wieder merklich erhöhen. Und auch der letzte Song des Werks geht noch einmal so richtig in die Vollen. Der „Shotgun Wedding Blues“ bietet einen kräftigen und für das Album würdigen Abschluss.

Mit „That Old Blues Again“ beweisen Andreas Diehlmann, Tom Bonn (Drums) und Jörg Sebald (Bass) einmal mehr, dass sie zur Creme de la Creme der deutschen Bluesszene gehören. Die Scheibe hat alle Zutaten, die ein gelungenes Bluesalbum benötigt: authentischen geerdeten Gesang, stampfende Southern-Rhythmen, jaulende Gitarren und mitunter auch Slideklänge.

Dem musikalischen Workaholic Andreas Diehlmann scheinen die Ideen nicht auszugehen, um den Blues am Leben zu halten. Für eine Bluesband aus Deutschland ist das schon mehr als sehr beachtlich. Momentan tourt das Trio in unserer Republik, also stürmt die Venues und kauft Euch die CD. Sie ist es wert! Die Tourdaten stehen natürlich auf der Homepage der Band.

Mountain Meadow Studio (2024)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Whiskey (Intro)
02. Whiskey And Women
03. Gypsy Woman
04. That Old Blues Again
05. Make Up Your Way
06. Rock‘n‘Roll All Night
07. I Wish You Would
08. Pictures Of You
09. Come Undone
10. Shotgun Wedding Blues

Andreas Diehlmann Band
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Luke Winslow-King – Flash-A-Magic – Album-Review

Review: Michael Segets

Luke Winslow-King hatte 2018 mit seinem Konzert in der Kulturrampe einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Perfekt abgestimmt mit dem Gitarristen Roberto Luti promotete er sein damals aktuelles Album „Blue Mesa“. Seitdem sind ein paar Jahre ins Land gegangen. Er veröffentlichte „If These Walls Could Talk“ (2022) über Ghost River Records und kehrt nun mit seinem aktuellen Longplayer „Flash-A-Magic“ zu Bloodshoot Records zurück.

Die Musik des ausgebildeten Jazz-Gitarristen bewegt sich hauptsächlich zwischen Blues, Rock und Americana. Auf „Flash-A-Magic“ schmuggelt sich aber mit „Black Eyed Gypsy“ eine Art Calypso dazwischen. Dem Titelsong selbst gibt Winslow-King eine Soul-Note mit. Das Hauptaugenmerk der legt er aber auf dem Blues Rock, wie das vorab ausgekoppelte „If I Where You“ bereits andeutet – ein Song über besserwisserische Ratschläge, auf die man gerne verzichtet.

Mit „Everywhere You Go There You Are“ steigt der Longplayer ein. Die swampige Bluesrock-Nummer wird auf Konzerten sicher das Publikum mitnehmen. In eine ähnliche Kerbe schlägt „Ave (Steel Rail Angel)“. Hier greift Winslow-King, der seine Wahlheimat in New Orleans gefunden hat, auf die Begleitung durch ein Klavier zurück. Ansonsten dominieren die Gitarren, die beispielsweise kurz – aber stimmungsvoll – „Best Be Leavin‘“ eröffnen. Auch beim treibenden „Peaches“ überzeugt die Gitarrenarbeit.

Winslow-King legt die Songs unterschiedlich an und gestaltet sie dann an einigen Stellen mit feinen Ideen aus, ohne dass sie ihre Struktur verlieren. So integriert er ein Slide-Solo in die Americana-Ballade „How Could I Forget“. Der Song hätte sich auch auf „Blue Mesa” nahtlos eingefügt. Der reduzierteste Track ist „Good Morning“ – ein ruhiger und sanfter Abschluss eines eher rockig gehaltenen Longplayers.

Luke Winslow-King legt bei „Flash-A-Magic“ einen Schwerpunkt auf den Blues Rock, der durch ein paar Balladen angereichert wird. In seinem melodiösen Songmaterial variiert er den Sound und flechtet kurze, abwechslungsreiche Instrumentalpassagen ein, sodass das Album an keiner Stelle langweilig wird.

Bloodshot Records (2024)
Stil: Blues Rock and more

Tracks:
01. Everywhere You Go There You Are
02. Flash-A-Magic
03. If I Where You
04. Black Eyed Gypsy
05. Peaches
06. Ave (Steel Rail Angel)
07. How Could I Forget
08. Best Be Leavin’
09. Good Morning

Luke Winslow-King
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Bloodshot Records
v2 Promotion

The Cold Stares – 29.08.2024, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Im zumindest ansehnlich gefüllten Musiktheater Piano eröffnen The Cold Stares die Spätsommer- und Herbstkonzerte in Lütgendortmund. Im Vergleich zum letzten Auftritt wird damit die Besucherzahl mehr als verdoppelt und auch die Band hat sich verändert. Aus dem Powerduo ist jetzt ein Powertrio geworden, was den Songs noch einmal ein größeres Volumen verleiht.

Im Gepäck haben die Amerikaner das in wenigen Tagen herauskommende tolle Album „The Southern“ (Review folgt zeitnah), das sie mit vier Songs auf der Setlist auch promoteten und den Fans vorab schon einmal auf der Tour anbieten können. Was die Drei dann zeigen, ist beachtlich. Im Vordergrund steht Chris Tapp mit seiner markanten und ausdrucksstarken Stimme, der durch den Bassisten noch mehr Möglichkeiten im Gitarrenspiel hinzugewonnen hat.

Dabei spielt er seine Soli auf den Punkt, von knallhart bis hin zu gefühlvoll, wobei die ruhigen Passagen an dem Abend eher die Ausnahme bildeten. Getrieben von der Rhythmussektion Bryce Klueh am Bass und Brian Mullins an den Drums fegt die Band eher mit knallharten Rock mit einigen Blues- und Southern-Einflüssen durchs Piano und sorgt für beste Stimmung im Laden.

Da ist es klar, dass es sich die drei Musiker nicht nehmen lassen sich, schon wenige Minuten nach der Show, am Merchandising-Stand einzufinden, um von den Fans gekaufte Alben mit ihrer Unterschrift zu veredeln und für Smalltalk und Erinnerungsfotos zur Verfügung zu stehen.

So endet ein toller Konzertabend, an dem The Cold Stares Werbung in eigener Sache gemacht haben und bei der Stimmung unter den Fans mit Sicherheit gerne wieder ins Piano zurückkehren.

Line-up:
Chris Tapp – vocals, guitar
Brian Mullins – drums
Bryce Klueh – bass, keyboards

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

The Cold Stares
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Musiktheater Piano

SOUND OF NASHVILLE feat. The Red Clay Strays – Support: Tim Hicks, Tyler Sjöström Tebey and Brent Cobb – 25.08.2024, Die Kantine, Freideck, Köln – Konzertbericht

Die Fans der SOUND OF NASHVILLE-Reihe durften sich am letzten Wochenende gleich zweimal freuen. Sowohl Freitag (mit Kyle Daniel, Britney Spencer, Meg McCree und Randall King) als auch Sonntag mit Tim Hicks, Tebey, Brent Cobb und den angesagten The Red Clay Strays aus Alabama wurden zwei tolle Programme auf die Beine gestellt. Wir hatten uns zwecks Berichterstattung für die sonntägliche Variante entschieden.

Der eröffnende Kanadier Tim Hicks legte die Messlatte schon zu Beginn ziemlich hoch. Der Singer-Songwriter konnte (samt seines hervorragend spielenden Mietmusikerensembles, das auch den folgenden Tebey maßgeblich begleitete) mit seiner sympathischen und kommunikativen Art, aber auch mit einem starken musikalischen Programm, sofort das sich stetig füllende Areal (am Ende waren es dann um die 700 Besucher) auf seine Seite ziehen.

Songs wie u. a. „Get By“, „Dodge Out Of Hell, das von Blue Rodeo-inspirierte, herrliche „Horses And Hearts“, „Got  A Feeling“, „Stronger Beer“ und das Heartland-trächtige „What  Song Should Do“ überraschten durch viel Southern-Flair. Leute, die Künstler wie Justin Moore, Eric Church oder Brantley Gilbert mögen, bekamen direkt den richtigen Einstieg in das Festival. Eine starke Leistung von Tim Hicks!

Überhaupt gefiel auch das ganze Drumherum. Da gab es Stände, wo man sich Merchandising-Sachen der involvierten Künstler, aber auch Country-typische Accessoires,  erwerben konnte, seine Talente beim Lassowerfen beweisen konnte, als auch weitere Wurfspiele und natürlich auch noch den aus den Blue Ridge Mountains kommenden Tyler Sjöström, der solo zwischen den drei Umbaupausen mit seiner grandiosen Stimme (erinnerte mich an den britischen Bluesbarden Sean Webster),  Songs aus seinem eigenen Fundus u. a. „Holding On“, Call Me Sweet, „Red River“) präsentieren konnte.

Den ebenfalls aus Kanada stammenden  kanadischen Multigenre-Songwriter Tebey hatten wir uns bereits in einem früheren Gig der Reihe (damals zusammen mit Scotty McCreery) zu Gemüte führen dürfen. Er stand mit seinen Kompostionen für luftigen, zum schönen Wetter passenden Countrypop, die erahnen ließen, warum viele prominente Künstler (Justin Moore, Eric Church)gerne auf seine Dienste zurückgriffen.

Auch wenn er mit Banjospieler Ben Rothwell zwar durchaus auch echt country-affines zu bieten hatte, wirkte er jedoch mit seiner überwiegend im Mainstream verwurzelten Musik ein wenig im eher Country- bis Southern rockig ausgelegten Stil der anderen Interpreten etwas deplatziert. Trotzdem sicherlich ein gelungener Auftritt,, zumindest aus Abwechslungsaspekten.

Mit Brent Cobb folgte der in unserem Magazin am meisten besprochene Akteur. Wir hatten vor Jahren mal die Gelegenheit, ihn vor nur knapp 30 Zuschauern im damaligen Club 672 (heute Club Jaki) in sehr intimer Atmosphäre zu sehen, da lieferte er bereits einen tollen Gig ab. Diesmal beendete er mit seinen 3 Bandkollegen die Europa-Tournee mit diesem Konzert in der Domstadt, nachdem sie  ‚tired as hell‘ zuvor gerade noch pünktlich aus Dänemark angereist waren.

Mit am Start hatte er natürlich sein aktuelles Album „Southern Star“, aus dem er das Titelstück und „Livin‘ The Dream“ präsentierte. Brent agierte überwiegend mit der Akustikgitarre und überließ weitestgehend seinem Co-Gitarristen Matt McDaniel die Solopassagen. Erst als er selbst mit zur Telecaster griff, läutete er eine furiose southern-rockige Schlussphase ein, die im Southern-Kracher „Bar, Guitar And A Honky Tonk Crowd“ ihren Höhepunkt fand. Am Ende eine richtig starke Leistung vom ihm und seinen Mitstreitern!

Mit „Come Home Soon“ gab er nach den anstrengenden Tagen am Ende, ganz alleine auf der Bühne, die Vorfreude auf die baldige Rückkehr in die heimatlichen Staaten preis.

Den Abschluss bildeten die angesagten Jungs Red Clay Strays aus Mobile, Alabama mit ihrem angesagten Stil den Southern Rock auf eine neue sehr atmosphärische Art unters Volk zu bringen. Sie treffen auch aufgrund ihrer Social Media-Präsenz den Geschmack bei Jung und Alt und werden als einer der ‚Rising Acts‘ dieser Zeit gehandelt.

Sie stellten Songs aus ihren beiden bisherigen Alben „Moment Of Truth“ und „Made By These Moments“ in den Fokus. Überragend ihr charismatischer Fronter Brandon Coleman (mit Rockabilly-mäßiger Gelfrisur), der sich mit seiner voluminösen Stimme, seinem Gitarrenspiel und auch sporadischer Piano-Präsenz, den Mittelpunkt des Geschehens bildete. Seine beiden Lead-Gitarristen Drew Nix und  Zach Rishel bewiesen mit vielen Soli, dass sie das große Southern Rock Einmaleins der Saitenkunst (Slide/Twins) perfekt beherrschen.

Mit vielen Ohrwürmern (u. a. „Forgive“, „Do Me Wrong“, „I’m Still Fine“), einigen Uptempo-Sachen (u. a. Ramblin‘“), sorgten sie für viel Begeisterung im Publikum und beendeten aufgrund der Nachtruhevorschriften der Stadt Köln unter viel Applaus mit einem weiteren atmosphärischen Schwofer „Don’t Care“ pünktlich um 22:00 Uhr das Festival.

Die erste Freiluftausgabe von SOUND OF NASHVILLE am Freideck der Kölner Kantine kann somit als großer Erfolg gewertet werden. Das Wetter passte, ein angenehmes empathisches Publikum, tolle Interpreten, dazu Musik, die eigentlich alle Facetten aus Country- und Southern Rock anspruchsvoll bediente. Aus unserer Sicht und sogar der Kollege Mangold stimmte da zu, mit dem Line-up Tim Hicks, Tyler Sjöström,, Tebey, Brent Cobb und den umjubelten The Red Clay Strays das bisher mit Abstand beste Format der Reihe! Fortsetzung gerne erwünscht!

Line-up Tim Hicks:
Tim Hicks (lead vocals, acoustic guitar, harp)
Geoff Thorn (electric guitar, backing vocals)
Jamie Sefton (bass)
Joe Harris (drums)

Line-up Tyler Sjöström:
Tyler Sjöström (lead vocals, acoustic guitar)

Line-up Tebey:
Tebey (lead vocals, acoustic guitar)
Ben Rothwell (electric guitar, banjo)
Geoff Thorn (electric guitar, backing vocals)
Jamie Sefton (bass)
Joe Harris (drums)

Line-up Brent Cobb:
Brent Cobb (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Matt McDaniel (electric guitar, slide guitar, vocals)
Josh Williams (bass, vocals)
Len Clark (drums)

Line-up The Red Clay Strays:
Brandon Coleman (lead vocals, electric and acoustic guitar, keys)
Andrew Bishop (bass)
Drew Nix (electric guitar, backing vocals)
John Hall (drums)
Zach Rishel (electric guitar, backing vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Brent Cobb
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Tebey
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Tyler Sjöström
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Tim Hicks
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The Red Clay Strays
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Semmel Concerts Entertainment
Die Kantine, Köln

The Sheepdogs – Paradise Alone – EP-Review

Die Sheepdogs haben vor kurzem ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert und können auf eine bewegte Zeit zurückblicken. Sie zierten als erster Independant-Act das Cover des Rolling Stone, es folgten diverse Major-Alben. Mittlerweile haben sie sich ihre Unabhängigkeit zurück erworben und betreiben nunmehr ihre Musik wieder in Eigenregie. Dazu haben sie ihr eigenes Label Right On Records gegründet, auf dem jetzt die erste EP „Paradise Alone“ erscheint (VÖ: 22.08.2024 – digital / 13.09.2024 – CD/LP).

Die aus Saskatoon in Kanada stammende Band, bestehend aus Ewan Currie (guitars and lead vocals), Ryan Gullen (bass and backing vocals), Sam Corbett (drums and backing vocals), Shamus Currie (keys and backing vocals) sowie dem noch recht frischen Ricky Paquette (guitars and backing vocals – ersetzte Jimmy Bowskill), präsentieren sich dabei in beeindruckend guter Form.

Dabei resultieren die fünf Songs aus einer kleinen Lebenskrise, die ihren Ursprung in den Florida Keys fand, als Fronter Ewan Currie nach Stress im Privatleben allein und ziemlich in sich gekehrt dort verweilte, während um ihn das blühende Leben pulsierte. Er hörte dort viel Country der 80er und 90er Jahre (u. a. von Alan Jackson und der Nitty Gritty Dirt Band) und diese Musik ließ ihn auch nach seiner Rückkehr nach Toronto nicht mehr los.

„Es war mir nicht entgangen, dass ich das Potenzial für eine Midlife-Crisis vor mir hatte. Aber ich beschloss, mich nicht voll darauf einzulassen. Ich hatte einfach eine schlechte Zeit, und dann dachte ich: ‚Na gut, ich schreibe ein paar Songs‘. Das ist es, was mein Leben ausmacht. Ich bin Musiker, das ist es, was ich tue. Ich bin so verdammt glücklich, dass ich mit diesem Job meinen Lebensunterhalt bestreiten kann.“

Die entstandenen neuen Tracks sind von ihm, mit Unterstützung von Matt Ross-Spang (Rival Sons, Jason Isbell, Margo Price) als Engineer produziert und wurden aufgenommen bei Southern Grooves in Memphis, Tennessee, Auch die in den dortigen Bars aufgesogenen Einflüsse sowie ihr eigener freier Rockspirit kamen noch im Studio mit dazu und ergaben letztendlich das Resultat, bestehend aus zwei frisch groovenden Honkytonk-Uptempo-Nummern mit typischem Piano und klasse Retro-E-Gitarren („Take Me For A Ride“, „Let Me In“) sowie fluffigen New Country-Sachen („Darling Baby“, „Darling Baby“ und „POS“ – stehend für „Piece Of Shit“), auf Pfaden der Eagles oder neuzeitlich von Midland schwelgend.

Der Southern-Fraktion werden vor allem die integrierten Twins gefallen, wobei der Spirit von Acts wie der Marshall Tucker Band, Grinderswitch und auch den Allman Brothers unverkennbar ist. Natürlich wird hier auch verstärkt mit Harmoniegesängen (an die guten Crosby, Stills & Nash erinnernd) operiert.

Für den Herbst ist schon das nächste Album geplant, da wünscht man Mastermind Ewan Currie vorab doch glatt weg gleich die nächste Lebenskrise, wenn dabei solch tolle Lieder wie auf „Paradise Alone“ entspringen. Ihr Gig am 26. November im Kölner Luxor ist damit in Sachen Berichterstattung bei uns fest eingeplant!

Right On Records (2024)
Stil Southern Rock & More

Tracklist:
01. Take Me For A Ride
02. Darling Baby
03. My Baby
04. Let Me In
05. POS

The Sheepdogs
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Oktober Promotion

Rett Smith – A Weighted Remorse – Album-Review

Review: Michael Segets

Bevor sich Rett Smith der Musik zuwendete, machte er im Skisport Karriere. Nach dem verletzungsbedingten Ende seiner leistungssportlichen Ambitionen veröffentlichte er ein paar EPs, bevor er 2020 seinen ersten Longplayer „Giving Up On Quitting“ herausbrachte. Er sieht seine musikalischen Wurzeln im klassischen Country. In der Presse wurde seine Musik als Kombination von Nick Cave und texanischen Songwritern beschrieben.

Die Mischung erscheint interessant und ich dachte, dass sein Stil in Richtung Gunner & Smith geht. Lose Verbindungen sind da vielleicht auszumachen, aber wie das mit Erwartungen so ist, werden sie oft nicht erfüllt. Die angeführten Bezüge zum Country oder den schwerpunktmäßig auf SoS vertreten Stilen scheinen auf „A Weighted Remorse“ jedenfalls nicht durch. Nach dem ersten Reinhören wanderte das Album also erst einmal nach unten auf der To-Do-Liste, um ihm mit etwas Abstand eine zweite Chance zu geben.

Wenn man sich auf die Spielart des Alternative Rock, wo ich „A Weighted Remorse“ einordnen würde, einlässt, kann man dem Longplayer eine durchgängige Atmosphäre nicht absprechen. Diese ist düster bis tiefschwarz. Dunkle Gitarrenriffs prägen den Sound. Vor allem bei dem Opener „7 Trains“ zeigt Smith, dass er das Instrument beherrscht. Die folgenden Tracks „Sunsets“ und „Pay The Piper“ sind ähnlich angelegt, bieten aber weniger Facetten in der Ausgestaltung.

Smiths Stimme wird durch Hall und leichte technische Verzerrungen modifiziert. Dies ist mal interessant, aber in der Häufung wirkt es eher monoton und führt dazu, dass die Tracks kaum zu unterscheiden sind. Erst durch das Duett mit Jessica Lea Mayfield auf „Cabin Song“ folgt eine willkommene Unterbrechung.

Danach geht es wie am Anfang des Albums weiter. „Beachwood“, „Blue Skies Ahead“, „4AM Go-Round“ sowie „Stop Signs” sind durch einen wuchtigen, mit Gitarren erzeugten Klangteppich und den tendenziell im Hintergrund stehenden Gesang geprägt. Die einzelnen Tracks. die jeweils unter drei Minuten bleiben, sind im Nachhinein schwer zu auseinander zu halten. Melodien, die sich einprägen, findet man dort kaum. Etwas differenzierter erscheint das abschließende „East Broadway Dash“, das bereits ausgekoppelt wurde.

Rett Smith legt mit „A Weighted Remorse” ein schweres, nicht leicht zugängliches Werk vor. Als Album wirkt es eher gleichförmig und anstrengend. Mir genügt es, einzelne Songs herauszupicken. Das wären neben dem Auftakt „7 Trains“ und dem Abschluss „East Broadway Dash“ das Duett „Cabin Song“ mit Jessica Lea Mayfield.

Im Oktober startet Rett Smith seine erste Europa-Tour, bei der auch einige Konzerte in Deutschland vorgesehen sind.

Imperial/Republic Records (2024)
Stil: Alternative Rock

Tracks:
01. 7 Trains
02. Sunsets
03. Pay The Piper
04. Cabin Song
05. Beachwood
06. Blue Skies Ahead
07. 4AM Go-Round
08. Stop Signs
09. East Broadway Dash

Rett Smith
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Imperial Records
Rola Music

The Georgia Thunderbolts – Rise Above It All – CD-Review

Die Georgia Thunderbolts zählen zweifellos zu den großen Nachwuchshoffnungen des Southern Rocks. Das hatten nicht nur wir schon ganz frühzeitig erkannt, als die Band noch eher ein Insidertipp gewesen ist, sondern dann irgendwann auch die namhafte Mascot Label Group.

Nach dem Debütalbum „Can We Get A Witness“ unter ihrer Fahne aus dem Jahr 2021 liefert der Georgia-Fünfer, bestehend aus TJ Lyle (Gesang, Mundharmonika), Zach Everett (Bass, klassische Gitarre, Harmoniegesang), Bristol Perry (Schlagzeug), Logan Tolbert (Gitarre) und Riley Couzzourt (Gitarre) mit „Rise Above It All“ nun den heiß ersehnten Nachfolger, der satte elf neue Tracks enthält sowie mit „Ain’t Got No Money“ eine klasse Bob Seger-Adaption und eine Neueinspielung von „It Ain’t Easy“.

Mit ihrem Fronter TJ Lyle, mit dem wir 2022 im Vorfeld ihres Gigs im Kölner E-Werk als Support von Black Stone Cherry 2022 ein Interview führen konnten, haben die talentierten Burschen, ein echt stimmliches Schwergewicht in ihren Reihen. Damals brachte er mit seinem T-Shirt und auch während des Gesprächs seine große Bewunderung für eines seiner großen Vorbilder, Paul Rodgers, zum Ausdruck.

Und die schlägt sich auch stärker denn je in dem neuen Silberling wieder, eine ganze Reihe der Songs wie u. a. „Rock And Roll Record“ oder „Moonlight Play“ tragen nicht nur einen klar erkennbaren, stimmlichen Bezug zur britischen Gesangsikone sondern auch zum Musizierstil von Bad Company.

„Wir haben eine Menge von unseren Helden gelernt. Das Spielen mit diesen Bands hat uns zu besseren Musikern gemacht“, sagt TJ. „Außerdem eröffnet es dir als Songwriter eine neue Perspektive, wenn du die Welt siehst – du triffst Menschen aus allen Schichten des Lebens“, so der TGT-Fronter.

Auch Bristol Perry dürfte sich auf der Support-Tour das Eine oder andere von Black Stone Cherry-Drummer John Fred Young mitgenommen haben, sein typisch kraftvolles Poltern verleiht vielen Nummern eine ordentliche Härte und Dynamik.

Aber auch Anhänger des klassischen psychedelischen Rocks der Marke Led Zeppelin, werden In Liedern wie dem Titelstück „Rise Above It All“, „She’s Gonna Get It“ oder „Stand Up“ ihre Deja Vus erleben.

Molly Hatchet lassen bei den abschließenden „Whiskey Talkin'“ und „Pricetag“ grüßen. Als der einzig so richtig Southern Rock-kompatible Track entpuppt sich der herrliche Opener „Gonna Shine“ sowie die hier etwas ruhigeren Sachen wie „Wait“ (mit schöner Akustikgitarre) und „Crawling My Way Back To You“.

Mit „“Rise Above It All“ untermauern The Georgia Thunderbolts ihren Anspruch als einer der ‚Rising Acts‘ der Szene. Zur Veröffentlichung des Werkes sind sie hier die Tage in Europa präsent, leider nicht im Westen, was ich als sehr schade empfinde, da sich besonders die Präsenz im Kölner Raum (siehe Blackberry Smoke) als äußerst wichtig für die Verbesserung des Bekanntheitsgrades in unserem Land erwiesen hat.

Nichtsdestotrotz bemühen wir uns gerade, den Gig im niederländischen Ede realisieren zu können. Das Album ist natürlich ein klares ‚Must Have‘!

Mascot Label Group (2024)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Gonna Shine
02. Rock And Roll Record
03. Rise Above It All
04. Moonlight Play
05. Ain’t Got No Money
06. Wait
07. Crawling My Way Back To You
08. She’s Gonna Get It
09. Little Jim
10. It Ain’t Easy
11. Stand Up
12. Whiskey Talkin‘
13. Pricetag

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