Danny Bryant & Bigband – 27.11.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Nachdem Danny Bryant in der Vorwoche im Quartett im Schwarzen Adler schon ein begeisterndes Konzert abgeliefert hatte, spielte er an einem Mittwoch nun mit seiner Bigband im Gepäck im Dortmunder Musiktheater Piano vor. Trotz des eigentlich ungünstigen Termins, zeitgleich blamierte sich der BVB in Barcelona, war das Piano jedoch gut gefüllt.

Pünktlich um 8:00 Uhr begann sich die auf zwei Ebenen angelegte Bühne zu füllen. Mit vier Bläsern und dem Schlagzeug war der obere Teil schon proppevoll und unten warteten Keyboarder, Bassist und der zusätzliche Gitarrist, bis sich unter dem Applaus der wartenden Fans Danny Bryant dann als Letzter sehen ließ.

Eine kurze aber herzliche Begrüßung von Danny an die Fans und schon ging es los. Sprichwörtlich zum Opener „Holding All The Cards“ hatten Bryant und Band alles im Griff, wobei sie schon nach drei Stücken die Karten neu mischten und das in der Setlist als Zugabe aufgeführte „Guntown“ schon vorzogen. Die Songauswahl war sehr ähnlich zu der vom Konzert in der Vorwoche, wobei die Perfomance durch die große Besetzung natürlich eine andere war und so nicht das Gefühl aufkam, zweimal dasselbe Konzert gesehen zu haben.

„Guntown“, schon im Adler ein Highlight, gewann durch die Bläsersektion noch einmal an Intensität. In einer losgelösten Version von „Unchained“ hatten alle Musiker ihren Solopart und wurden zu Recht vom Publikum mit Szenenapplaus bedacht.

Zum Ende erfüllte Melancholie den Saal, als Stevie Watts an den Keyboards das Intro zu „Painkiller“ einspielte, danach Marc Raner nun mit akustischer Gitarre einsetzte und ein stimmlich bestens aufgelegter Bryant die Besucher fast träumen ließ. Die Rythmussektion um Paul Mallatratt am Bass und Schlagzeuger Dave Raeburn, hielt sich bedächtig zurück, um die Atmosphäre des Liedes nicht zu zerstören, die durch die dezent einsetzenden Bläser noch verstärkt wurde.

Nach etwa sieben Minuten war es dann soweit, Watts spielte an den Keys das scheinbare Outro, bis mit drei Schlägen von Raeburn an den Drums ein fulminantes mehrminütiges Solo Bryants einsetzte, in dem er dann fortwährend von allen Musikern bis zum fast hymnischen Ende unterstützt wurde.

Kurz danach war das Hauptset beendet, aber durch die Stimmung und Zugabeforderungen animiert, legte die Band nach kurzer Zeit noch einmal eine klasse Version des Hendrix-Klassikers „Little Wing“ nach. Dieser (Hendrix) betrachte von einem großen Bild neben der linken Bühnenseite das Treiben und hätte mit Sicherheit Spaß an dem gehabt, was die Band mit seinem Song machte.

Danach war dann scheinbar Feierabend. Das Licht ging an, Sound kam vom Band aus den Boxen aber die meisten Zuschauer verweilten noch im Saal und applaudierten. Die ersten standen schon am Merchandisestand. Als es in der Halle wieder laut wurde und die Band unter ’stehenden Ovationen‘ noch einmal die Bühne betrat, um noch einen letzten starken Rausschmeißer, Bryant nun mit seiner Gibson Firebird slidend, drauf zu setzen. Dann war aber nach etwa 120 Minuten energiegeladenen Blues Rocks zumindest musikalisch Feierabend.

Der großartige Abend wurde dann abgerundet, als alle Musiker sich im Merchandisebereich aufhielten, mit Fans Smalltalk hielten und einiges an Autogrammwünschen erfüllten.

Bryant bewies innerhalb von kurzer Zeit, dass er ein begnadeter Livemusiker ist, dem es im Sturm gelingt ein Publikum in seinen Bann zu ziehen, da er gleich drei ‚Waffen‘ sein Eigen nennen kann: Seine Qualitäten als Gitarrist, eine starke Stimme und eine Band, die ihn auf höchsten Niveau mit absoluter Spielfreude unterstützt. Wie gut, dass es Clubs in der Größe des Piano gibt, in der solche Musik ihre angemessene Plattform findet.

Die Leute, welche überlegt hatten, das Konzert zu besuchen, dann aber doch vor der Glotze das Treiben der gut bezahlten Balltreter des BVB verfolgten, haben an diesem Abend mit Sicherheit die falsche Entscheidung getroffen!

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Paul Mallatratt (bass)
Dave Raeburn (drums)
Stevie Watts (keys)
Marc Raner (guitars)
David Maddison (trumpet)
Alex Maddison (trombone)
Lauren Young (tenor saxophone)
Mark Wilkinson (baritone saxophone)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Danny Bryant
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Musiktheater Piano

Chase Rice – Lambs & Lions – CD-Review

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Im Musikbusiness muss man wirklich oft nicht alles verstehen. Warum der bereits 2017 erschienene Longplayer „Lambs & Lions“ jetzt erst zwei Jahre später hier in Deutschland (als Worldwide Deluxe Edition) neu veröffentlicht wird, bleibt das Geheimnis der Entscheider.

Ok, man könnte eventuell darüber spekulieren, dass es etwas damit zu tun hat, dass der ehemalige Football-Profi, NASCAR Pit Crew-Arbeiter, Fernseh-Survivor–Reality-Show-Teilnehmer und mittlerweile erfolgreiche Countrymusiker demnächst für einige Termine 2020 auf den Bühnen unseres Landes (u. a. am 22.01.2020 im Luxor in Köln) präsent sein wird.

Und das oben angeführte Werk ist zumindest in Sachen Mehrwert um vier Tracks erweitert worden. Dazu sollen auf der Tour bereits Stücke seines neuen, sich zur Zeit in der Entstehung befindlichen Albums vorgestellt werden.

Der für Countryfans eher gewöhnungsbedürftige, episch anmutende Opener „Lions“ mit inkludierten „The Lord’s Prayer“ offeriert die eher rauere und kräftige Seite des Protagonisten, während im weiteren Verlauf mit Sachen wie „Unforgettable“, „One Love, One Kiss, One Drink, One Song“, oder „Amen“ auch das Lamm im Löwenpelz des Künstlers zu Tage tritt.

Rice, der bis auf einen Song, bei allen Liedern kompositorisch involviert war (übrigens ebnete ihm der Mehrfach-Platin-Megahit „Cruise“ von Florida Georgia Line, den er mitgeschrieben hat, den Weg ins Majorlabel-Countrybusiness), setzt auf diesem Werk schwerpunktmäßig auf die Popkarte, beziehungsweise ähnlich wie die Kollegen Rhett, Swift, Urban, Young & Co. auf das zweigleisige Geschäft, wobei der Countryanteil doch mehr Alibifunktion inne hat.

Lediglich „Jack Daniels Showed Me Up”, die Hommage an die guten Musikklassiker der längst vergangenen Zeit „Three Chords & The Truth“ (hier werden Stücke wie unter anderem „Sweet Home Alabama, „Copperhead Road“, etc. gehuldigt) und “This Cowboy’s Hat“ (feat. Ned LeDoux), dürften bei dieser Klientel für etwas Genugtuung sorgen.

Mich nerven über die gesamte Dauer die eingeflochtenen, oft choralen Harmoniegesänge und teilweise orientalischen Klänge, Synthie und Loop-Effekte, die diverse gute Countrysongansätze wie bei „25 Wexford St.“ (da meint man zunächst im China-Restaurant bei ‚Ente süß-sauer‘ zu sitzen…) zunichte machen.

Fazit: Chase Rice untermauert auf dem Album „Lambs & Lions“ seine Gabe, melodische Songs mit eingängigen und einprägsamen Refrains zu kreieren, die ohne Zweifel massenkompatibel vermarktet werden können. Für den gemeinen Country-Liebhaber müsste sich die musikalische Grundausrichtung aber in Zukunft deutlich ändern. Das Ganze ist dann doch eher was für Popfans, die mit ein bisschen Country ganz gut leben können. Deshalb trägt Rice auf dem Cover auch zurecht Basecap statt Cowboyhut.

Broken Bow Records (2019)
Stil: New Country

01. Lions
02. On Tonight
03. Unforgettable
04. Eyes On You
05. Saved Me
06. One Love, One Kiss, One Drink, One Song
07. Jack Daniels Showed Me Up
08. Three Chords & The Truth
09. Amen
10. This Cowboy’s Hat (feat. Ned LeDoux)
11. On Tonight (UK Edition)
12. 25 Wexford St.
13. Eyes On You (Acoustic)
14. Love Me Like You Don’t

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Lainey Wilson – Redneck Hollywood – EP-Review

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Macht es Sinn, über eine Vier-Stücke-Veröffentlichung mit einer Gesamt-Spieldauer von gerade mal 12 Minuten, ein Review zu schreiben? Darüber könnte man vermutlich jetzt wesentlich länger als die Spielzeit des Silberlings philosophieren.

Da bei der aus dem kleinen Baskin in Louisiana, stammenden Lainey Wilson, jedoch sehr viel Talent und auch ein ordentliches Maß an Mut im Spiel ist, hat die junge Dame es verdient, mit ihrer EP „Redneck Hollywood“ unseren Lesern zugänglich gemacht zu werden.

Die Protagonistin, die schon jetzt als ‚CMT’s Next Women of Country for 2019‘ gehandelt wird, setzte sich irgendwann in so einen Dauercamp-Wohnwagen, um in Nashville ihr Glück zu versuchen. Schnell wurde dort ihr Songwriting-Talent entdeckt und ihre Dienste als Auftragsschreiberin von Sony/ATV in Anspruch genommen.

Mittlerweile hat Lainey allerdings auch beim arrivierten New Country-Label Broken Bow Records (Dustin Lynch, Craig Morgan, Chase Rice) einen Vertrag, der ihr jetzt mit diesem Kurzwerk zu öffentlicher Aufmerksamkeit verhelfen soll, nachdem sie bereits zu Beginn des Jahres als Support von Shooting-Star Morgan Wallen, einem größeren Publikum näher gebracht wurde.

Die vier Tracks, die von keinem geringeren als Star-Producer Jay Joyce (u. a. Little Big Town, The Wallflowers, Eric Church), betreut wurden, offerieren besonders die Vielseitigkeit der Künstlerin. Stimmlich erinnert sie mich ein wenig an Heidi Newfield vom früheren Erfolgsact Trick Pony.

Das zeigt sich im frechen, rotzigen, Southern country-rockigen Opener „Straight Up Sideways“, dem atmosphärischen, Fleetwood Mac-durchwehten „Dirty Looks“, im folkig (mit schöner Mandoline) melodramtischen „Things A Man Oughta Know“ (wo sie mit „if you really love a woman, don’t let her go“ eindringlich an die vereinte Männerschaft appelliert) und dem flippig-funkig shuffelnden „LA“, bei dem sie zu guter Letzt, einen klasse instrumentierten Gute-Laune-Song (tolle E-Gitarren, prägnanter Bass) raushaut.

Insgesamt ein kurzweiliger New Country-Quickie mit Lainey Wilson im wahrsten Sinne des Wortes, nach dem man sich eine längere (musikalische) Beziehung wünscht.

Broken Bow Records (2019)
Stil: New Country

Tracks:
01. Straight Up Sideways
02. Dirty Looks
03. Things A Man Oughta Know
04. LA

Lainey Wilson
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Danny Bryant – 21.11.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Quasi das letzte hochklassige Blues Rock-Ereignis im Schwarzen Adler unter der Ägide von Ernst Barten – nach 37-jähriger Leidenschaft für diese Musik und unendlich vielen Parademusikern der Szene, die an diesem Ort bis heute ihre Spuren hinterlassen haben.

Da brauchte man keine hellseherischen Fähigkeiten sein Eigen nennen zu können, dass ein Künstler des Genres wie Danny Bryant, ein regelrecht musikalisches Schwergewicht im wahrsten Sinne des Wortes, nochmals alles an Können in die Waagschale werfen würde. Der Vierbaumer Bluestempel war an diesem Abend dementsprechend gut besucht.

Nach pünktlichem Beginn mit „Holding All The Cards“ (zunächst zum Warmspielen im Trio, bis dann der Protagonist dazu stieß) und schon einer Mörderfassung von „Guntown“ direkt im Anschluss, hatte man schon den Mund offen stehen und fragte sich völlig geflasht, ob da überhaupt noch Steigerungspotential für den weiteren Verlauf vorhanden ist.

Auch wenn „Guntown“ am Ende tatsächlich mein persönliches Lieblingsstück des Gigs blieb, folgte jedoch im zweiteilig angelegten Gig, eine einzige Gala in Sachen moderner Blues Rockmusik. Bryant stellt für mich mit seiner tollen Stimme, seinem filigranen E-Gitarrenspiel und seiner Ausstrahlung, im Moment die Speerspitze der britischen Szene dar!

Im Mittelpunkt stand natürlich sein aktuelles Werk „Means Of Escape“ ,das mit Tracks wie u. a. „Warning Signs (In Her Eyes)“, „Nine Lives“, dem ebenfalls überragenden „Where The River Ends“ (tolles Piano Watts), „Mya“ und dem grandiosen Titelsong (dezent an „All Along The Watchtower“ erinnernd) und „Tired Of Trying“ sehr ordentlich bemustert wurde, aber auch brillante Bryantsche Modifikationen von Klassikern wie „Whole Lotta Shakin‘ Goin‘ On“ (Elvis), „Little Wing (Hendrix) und „Knockin‘ On Heavens Door“ (Dylan).

Bei den beiden Publikumsfavoriten „Heartbreaker“, mit integriertem Solieren aller Beteiligten, oder „Painkiller“ (mit famosem Schrei Dannys ohne Mikro am Ende) ließen die Musiker erst gar keinen Schmerz aufkommen. Überhaupt was ist das für eine Klasse-Truppe, die Danny da am Start hat: die Rhythmusfraktion mit ‚Professor‘ Paul Mallatratt am Bass und dem über das ganze Konzert mit riesigem Spass in den Backen trommelnden Dave Raeburn sowie dem famos klimpernden Stevie Watts (Piano, Orgel), der Bryant an seiner rot-weißen Stratocaster entweder untermalte oder mit klasse Soli (z. T. in Honkytonk-Manier) die Stirn bot.

Am Ende wurde es richtig Texas-Boogie-bluesig a la ZZ Top (u. a. bei „Hurting Time“ mit wildem Slidegeschwurbel als 1. Zugabe), als der Brite seine anderen mitgebrachten Gitarren wie die Gibson Firebird und eine weiße Strat (zum finalen phantastischen „Knockin‘ On Heavens Door“) aus dem Regal zog.

Kaum war dieser überragende Auftritt beendet, stürmten Bryant und Watts auch schon zum Merchandising-Tisch, um die zurecht stark nachgefragten Utensilien wie CDs, LPs oder Bilder zu signieren. Beide hatten auch noch Zeit, für ein Foto mit Ernst Barten mir und dem Logo für unsere VIP-Galerie.

Wer nach diesem herrlichen Danny Bryant-Konzert, unter den Anwesenden, noch keine Genossenschaftsbeteiligung im Rahmen des Fortbestehens des Adlers gezeichnet hat, müsste eigentlich zu Hause auf dem Fuße die Webseite ‚www.adler-erhalten.de‘ aufgesucht haben, um den Beitrittsbogen auszufüllen und umgehend in die Post zu geben. Solche mitreißenden, regelrecht ansteckenden Ereignisse im Sinne von Ernst Barten haben es doch verdient, erhalten zu bleiben, oder nicht?

Ein großer Dank von Sounds Of South-Seiten an diesen für seine immense Lebensleistung im Dienste der Blues Rock-Musik und der hiesigen Kultur! Jetzt müssen auch neue Falkner ran, um den Adler in Schwung zu halten. Lasst es uns anpacken, liebe Genossen!

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Paul Mallatratt (bass)
Dave Raeburn (drums)
Stevie Watts (keys)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Danny Bryant
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Schwarzer Adler

Various Artists – Country Music Awards 2019 – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Seit mehr als 50 Jahren ist eine Musikveranstaltung in den USA das ultimative Ereignis im Business – die jährliche Verleihung der „Country Music Association Awards (CMA Awards) ist Kult. Diese Unterhaltungsshow wird natürlich „nationwide“ im amerikanischen TV übertragen und genießt den Ruf gigantischer Einschaltquoten.

Die CMA-Awards gelten in der Branche inzwischen als das Top-Event der Country-Szene und die in 12 Kategorien zu vergebenden Auszeichnungen sind vergleichbar mit den „Grammys“, die in den Bereichen der Popmusik verliehen werden.

Die in diesem Jahr zum 53. Mal aus Nashville, TN, übertragene Award-Veranstaltung – in Deutschland auf VOX am 26.11.2019 um 22.15 Uhr zu sehen – zelebriert die Bandbreite dieser Musikrichtung und eine Art „Best of“ der aktuellen und legendären Country-Musik-Stars. So reichen die Auszeichnungen von „Entertainer of the Year“ für Garth Brooks, über „Album of the Year“ für Maren Morris LP „Girl“, und „Group of the Year“ für Old Dominion bis hin zum „Willie Nelson Lifetime Award“ für das Lebenswerk von Kris Kristofferson.

Der musikalische Wandel und die Öffnung des ursprünglich überwiegend traditionell geprägten Country-Music-Sounds gegenüber neuen Stilrichtungen aus Pop, Rock und zum Teil Hip-Hop, ist unverkennbar und bietet eine Bereicherung sowie neue Möglichkeiten für Newcomer der Szene und verschiedenste Kooperationen (z.B. Lil Nas X & Billiy Ray Cyrus). Diese Art der aktuellen, musikalischen Übersicht und Entwicklung wird auch auf dem Album zu den „CMA-Awards 2019“ reichhaltig angeboten und vermittelt einen interessanten Eindruck zu den meisten der nominierten Künstler.

Mit dabei auf dem 24 Tracks umfassenden Longplayer sind neben Country-Größen, wie Keith Urban und Billy Ray Cyrus auch jüngere Vertreter-/innen des Genres, wie Carrie Underwood, Cody Johnson und Carly Pearce, sowie seit Jahren durchgestartete Top-Acts, wie Eric Church, Lady Antebellum und die Band Midland.

Ebenso vertreten sind New-Country-Hits, wie die prämierten Songs „Beautiful Crazy“ (Song of the Year) von Luke Combs, „God’s Country“ (Single of the Year) von Blake Shelton und „Rainbow“ (Music-Video of the Year) von Kacey Musgraves, die in der Reihe der sämtlich hervorragenden und abwechslungsreichen Produktionen besonders zu erwähnen sind.

Das zu den „CMA Awards 2019 – Various Artist -“ veröffentlichte Sampler-Album kombiniert in seiner Tracklist die traditionellen mit den modernen Seiten der US-Country-Music und präsentiert einen starken Cocktail aus Chart-Aufnahmen der Spitzenklasse.

PolyStar (2019)
Stil: Country, Country-Pop

Tracklist:
01. Keith Urban: We Were
02. Dan + Shay: Speechless
03. Lil Nas X & Billiy Ray Cyrus: Old Town Road (Remix)
04. Lady Antebellum: What If I Never Get Over You
05. Carrie Underwood: Southbound
06. Zac Brown: Someone I Used To Know
07. Luke Combs: Beautiful Crazy
08. Eric Church: Some Of It
09. Kacey Musgraves: Rainbow
10. Midland: Mr. Lonely
11. Maren Morris: Girl
13. Dierks Bentley & Brothers Osborne: Burning Man
14. Miranda Lambert: It All Comes Out In The Wash
15. Thomas Rhett: Look What God Gave Her
16. Kelsea Ballerini: Miss Me More
17. Old Dominion: Written In The Sand
18. Cody Johnson: On My Way To You
19. Brothers Osborne: Shoot Me Straight
20. Little Big Town: Better Man
21. Maddie & Tae: Friends Don’t
22. Carly Pearce: Closer To You
23. Morgan Wallen & Florida Georgia Line: Up Down
Bonustrack:
24. Blanco Brown: The Git Up

Oktober Promotion

Jason Aldean – 9 – CD-Review

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Der ursprünglich aus Macon, Georgia stammende, aber auch in Florida aufgewachsene Jason Aldean ist seit 2005 in der New Country-Szene präsent und bringt jetzt mit „9“, und somit unschwer zu erraten, sein 9. Studio-Album heraus. Produziert hat das wieder mit 16 Stücken randvoll bepackte Werk sein Langzeit-Weggefährte Michael Knox. Eingespielt wurde es mit seiner etatmäßigen hochkarätigen Touring-Band.

Nachdem seine im Moment einzig ernst zu nehmende Konkurrenz in der Rock-umwehten Sparte des New Country, Brantley Gilbert, bereits vor geraumer Zeit mit „Fire & Brimstone“ vorgelegt hatte, galt es für den Dauerbrenner in unserem Magazin, jetzt die Verhältnisse wieder gerade zu rücken.

Im Gegensatz zu Gilbert (der so gut wie alle seine Stücke selbst kreiert), leistet sich der vielfach Platin- und Awards-ausgezeichnete, mittlerweile dreifache Vater (er hat deswegen auch seine Tour-Frequenz/Präsenz deutlich zurückgefahren), den Luxus, ausschließlich auf Kompositionen von Hit-Schmieden Nashvilles zurückzugreifen (hat mit „The Same Way“ sogar einen mitgeschriebenen Song von Gilbert dabei) .

Jason_Aldean_9_artwork_picture_Photo_Credit_Joseph_Llanes_1000pxEr beginnt seine aktuelle Veröffentlichung mit dem Power-Southern Country-Rocker „Tattoos And Tequila“ aus der Feder von Michael Dulaney und Neil Thrasher. „When I’m missing her, I take another shot, I know it ain’t the cure, Right now it’s all I’ve got, She took most to me, And now all that I have left, Tattoos to remember, Tequila to forget“, heißt es im pathos-getränkten, klasse getexteten Refrain des starken Openers.

Im weiteren Verlauf der CD reiht sich eine Songperle (jeder Track für sich alleine genommen ist spitze) an die andere und wird vermutlich wieder reihenweise stadiontaugliche Hits mit sich bringen. Am Ende hinterlässt „She Likes It“ mit einem furiosen E-Gitarrenfinish zum Ausklang, taktisch sehr klug, nochmals bleibenden Eindruck.

Mein einziger Kritikpunkt ist diesmal, auch wenn es Klagen auf absolut hohem Niveau ist, dass mir alle Stücke zu ähnlich konstruiert sind: Midtempo- oder balladesker Strophenaufbau, emotionaler/pathetischer Powerrefrain, E-Gitarrensolo mit ein paar Steelunterstützungen, alles natürlich hochmelodisch und sehr eingängig. So erscheinen die 16 Lieder am Stück über die gesamte Spielzeit doch etwas sehr ’stromlinienförmig‘.

Letztendlich bleibt „9“ aber natürlich ein hervorragendes Album, jeder Interpret wäre froh, solch ein Werk wie dieses von Jason Aldean, im Rahmen seiner Vita, sein Eigen nennen zu können. Wer die letzen Silberlinge des Georgia Bulldogs-Fans mit Freude genossen hat, der macht auch mit dem letzten einstelligen Silberling in seiner Karriere auch diesmal nichts verkehrt.

Bmg Rights Management (Warner) (2019)
Stil: New Country

01. Tattoos And Tequila
02. Blame It On You
03. Champagne Town
04. Some Things You Don’t Forget
05. Got What I Got
06. Keeping It Small Town
07. Camouflage Hat
08. Came Here To Drink
09. We Back
10. Dirt We Were Raised On
11. I Don’t Drink Anymore
12. Cowboy Killer
13. One For The Road
14. Talk About Georgia
15. The Same Way
16. She Likes It

Jason Aldean
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Various Artists – Come On Up To The House: Women Sing Waits – CD-Review

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Review: Michael Segets

Pünktlich zum siebzigsten Geburtstag von Tom Waits erscheint mit „Come On Up To The House“ ein Tribute-Album, das seine Songs in ein neues Licht rückt. Ausschließlich Sängerinnen interpretieren Waits Kompositionen, wodurch sie einen gänzlich veränderten Anstrich bekommen. Während die Veröffentlichungen von Waits sicherlich nicht in den musikalischen Kernbereich von SoS fallen, liegt die Hommage an den Altmeister genau auf der Americana- beziehungsweise Alternative Country-Schiene.

Waits‘ markante Stimme drückt seinem Werk einen unverkennbaren Stempel auf und sichert dessen unmittelbaren Wiedererkennungswert. Seine Platten sperren sich gegen einfache Genrezuordnungen und oftmals überrascht er dadurch, dass er unerwartete Register zieht. Damit polarisiert Waits auch: Entweder mag man seine Musik oder nicht. Es gibt kaum ein Dazwischen.

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zur Musik von Waits. Einige Stücke – zum Beispiel das leider nicht auf der Compilation vertretene „In The Neighborhood“ – finde ich ziemlich beeindruckend, andere unheimlich anstrengend.

Als Produzenten für „Come On Up to The House“ fungierte Warren Zanes, der mit der Musik von Tom Waits quasi aufgewachsen ist. In ausführlichen Liner Notes stellt er seinen persönlichen Bezug zu den Klangsphären von Waits dar und gibt Einblicke in die Entstehung des Samplers.

Mit der Vorgabe, dass nur Frauen die Titel singen, ging Zanes auf die Suche nach Interpretinnen. Sehr früh gewann er Aimee Mann („Hold On“) für das Projekt und viele bekannte Damen aus der Country- und Americana-Ecke schlossen sich an. Zanes versuchte zwar, einige schnellere oder experimentellere Songs auf der Scheibe unterzubringen, da er aber den Künstlerinnen freie Hand bei der Auswahl lies, finden sich nun ausschließlich Balladen auf dem Resultat.

Es wundert daher auch nicht, dass neue Versionen von bereits erfolgreich gecoverten Stücken vertreten sind. „Ol‘ 55“ (The Eagles) wird von den Schwestern Shelby Lynne und Alison Moorer, „Jersey Girl“ (Bruce Springsteen) von Corinne Bailey Rae sowie „Downtown Train“ (Rod Stewart) von Courtney Marie Andrews performt. Die Neueinspielungen unterscheiden sich sowohl vom Original als auch von den vorherigen Covern. Mit ihren ruhigen Americana-Tönen fügen sie sich in die Atmosphäre des Tribute-Albums nahtlos ein.

In der Gesamtschau decken die Sängerinnen verschiedene Phasen aus Waits‘ Werk ab. Beispielsweise mit „Tom Taubert’s Blues“ (The Wild Reeds) werden die 1970er, mit „Ruby’s Arms“ (Patty Griffin) die 1980er berücksichtigt. Fünf Stücke des Samplers finden sich auf „Mule Variations“ (1999); darunter der gospelige Titeltrack (Joseph), das bereits erwähnte „Hold On“ (Aimee Mann) sowie „Georgia Lee“ (Phoebe Bridgers), „Take It With Me“ (Angie McMahaon) und „House Where Nobody Lives“ (Iris Dement).

Der jüngste Song „You Can Never Hold Back Spring“ stammt von der „Orphans“-Trilogie (2006) und wird von Kat Edmonson mit einer weit entfernt klingenden Stimme gesungen. Der Titel verlässt am ehesten die Linie des Albums, indem er Assoziationen zu einer Jazz-Bar aus längst vergangenen Tagen weckt.

Die Balladen werden ansonsten von den Damen, die allesamt singen können, in einem sehr ähnlichen Stil dargeboten. Ihre Stimmen stehen im Vordergrund, die Begleitung ist durchweg eher zurückhaltend. Der Longplayer macht einen homogenen Eindruck; wenn ich dennoch einen Favoriten benennen müsste, dann wäre das „Time“ von Rosanne Cash.

Die Kombination von Song und Performance sorgt bei Tom Waits für unnachahmliche Momente. Eine bloßer Imitationsversuch ist daher zum Scheitern verurteilt. Die Harmonien seiner Kompostionen verschwinden allerdings oftmals hinter den Tiefen von Tom Waits‘ kratziger Stimme, daher ist der Einfall konsequent, über Sängerinnen einen Kontrast zu den Originalen zu erzeugen.

Den Interpretinnen auf „Come On UP To The House“ gelingt es, die Songstrukturen für sich wirken zu lassen. Die gefälligen, reduzierten Versionen decken so eine Seite von Tom Waits’ musikalischem Schaffen auf, die bisher leicht aus dem Blick geraten ist.

Dualtone Records-eOne/SPV (2019)
Stil: Americana

Tracks:
01. Come On Up To The House – Joseph
02. Hold On – Aimee Mann
03. Georgia Lee – Phoebe Bridgers
04. Ol’ 55 – Shelby Lynne & Alison Moorer
05. Take It With Me – Angie McMahaon
06. Jersey Girl – Corinne Bailey Rae
07. Ruby’s Arms – Patty Griffin
08. Time – Rosanne Cash
09. You Can Never Hold Back Spring – Kat Edmonson
10. House Where Nobody Lives – Iris Dement
11. Downtown Train – Courtney Marie Andrews
12. Tom Trauvert’s Blues – The Wild Reeds

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Dualtone Records
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Arkansas Dave – Live At Music In The Park – Montreux Jazz Festival – CD-Review

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Viele bekannte Musiker haben im Laufe ihrer Karriere die Einladung zum renommierten Montreux Jazz Festival genutzt, um den Auftritt als Live-Scheibe zu veröffentlichen, wie z.B. Van Morrison, Canned Heat, Deep Purple.

Dass der US-amerikanische Blues Rocker, Arkansas Dave, das Montreux Konzert vom 05. Juli 2018 bereits als sein zweites Album auf den Markt bringt – das Solo Debüt war damals gerade erst erschienen – lässt die schnell gereifte Überzeugung vermuten, dieser Auftritt vor einem verwöhnten und kritischen Publikum rechtfertige den Ruf auf die angesehene Bühne.

Der aus Little Rock, Arkansas, stammende und nach Austin, TX, „ausgewanderte“ Gitarrist, Sänger und Songwriter, Dave Pennington wollte diese Live-Aufnahme, nach eigener Aussage, als den Höhepunkt einer 25 Shows umfassenden Europa Konzertreise, unbedingt veröffentlichen. Das Album zeigt eine hervorragend eingespielte Band, mit großer Bläser Combo, die durchgängig den Sound von Arkansas Dave begleitet.

Nach der Ansage durch den Veranstalter beginnt Dave mit der vielversprechenden Begrüßung „We play some Rock ’n‘ Roll“ und setzt diese Ankündigung sofort zielstrebig mit „Bad To Being Good“, einer schnellen Rock Nummer, und dem folgenden „Think Too Much“ – beides vom selbst betitelten Solo Album – unmittelbar in die Tat um.

„Come Back To Me“, ein ebenfalls schöner, bläsergestützter Blues, bildet anschließend den Übergang zu „Bad Water“, einem großartigen Blues-Rock-Song, dessen schneller Refrain im Wechsel mit den langsamen Gesangspassagen in der 7-Minuten Live-Fassung bleibenden Eindruck hinterlässt. Die Interpretation des Tom Waits Songs „Chocolate Jesus“ ist eine ambitionierte Aufnahme, inklusive passender Bläser- und Gitarrensoloarbeit.

Das etwas an „The Doors“ angelehnte „Squeaky Clean“, wirkt durch seinen wiederkehrenden, dominanten Sprechgesang in Form eines eigenwilligen Blues-Tracks und erinnert damit an „alte Zeiten“. Als schöner Soul-Blues kommt „The Wheel“ angerollt, und leitet über in den langsamen Blues-Song „Rest Of My Days“, der erneut die Stärke der eingespielten Background-Bläser-Truppe unter Beweis stellt. Dieser fette Bläser-Sound wird auch auf „Honey Bee“, einem Stück von Tom Pettys „Wildflowers“-LP fortgesetzt, das als Blues-Rock-Version für das Konzert typisch ist.

Dies gilt ebenso für das treibende Medley „Black Draws/Let’s Have A Party“, das gegen Ende des Gigs als schneller Rock’n’Roll-Song konzipiert ist und die Band in eine intensive Jam-Session führt. Der eigentliche Abschluss-Track „On My Way“ wird als starker Texas-Blues-Boogie im Stile von Canned Heat auf den Punkt gebracht; leider kommt hierbei die Vorstellung der einzelnen Band-Mitglieder mit ihren persönlichen Solo-Einsätzen etwas zu kurz.

Insgesamt ist das Album „Arkansas Dave In Concert“ die gelungene Performance einer noch jungen Blues-Rock-Formation, die ihre eigene musikalische Ausrichtung auch nach dem zweiten Longplayer und prominenten Einfluss-Effekten hoffentlich noch weiter zielstrebig konsequent ausbauen kann.

Big Indie Records (2019)
Stil: Blues, Country

Tracklist:
01. Intro
02. Bad At Being Good
03. Think Too Much
04. Come Back To Me
05. Bad Water
06. Chocolate Jesus
07. Squeaky Clean
08. The Wheel
09. Rest Of My Days
10. Honey Bee
11. Diamonds
12. Black Draws/Let’s Have A Party
13. On My Way

Arkansas Dave
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Ben Poole – 17.11.2019, blues, Rhede – Konzertbericht

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„Vor einem Jahr war Ben Poole das erste Mal da. Wer nicht zugegen war, hatte echt was verpasst, ein Mega-Konzert.“ So begrüßte André Knoch die Gäste in seiner Location. Ben Poole hatte fünf Konzerte in fünf Tagen hinter sich und freute sich zum Tourabschluss in Deutschland wieder im blues in Rhede zu sein.

Diesmal war er als Trio gekommen, um seine neue Live Doppel-CD vorzustellen. Die hatte er mit Wayne Proctor (u. a. früher King King) an den Drums und Steve Amadeo (u. a. Aynsley Lister) am Bass eingespielt . In Rhede stand er mit diesen hochkarätigen Musikern auf der Bühne. Mit „Take It No More“ legten sie sofort richtig los. Ben Poole, in großer Spiellaune, legte sich richtig in die Saiten. Vom ersten Stück an gab es lange intensive Gitarrensoli.

Besonders bei „Don’t Cry For Me“ zeigte er viel Emotion beim Gitarrenspiel und bezog auch seinen Basser stark mit ein. „Let’s have some fun tonight“ kündigte er an und unterhielt sein Publikum mit Späßen, ausgefeiltem Spiel und viel Spontanität. Nach einer Stunde und einer kurzen Pause stellte er seinen engen Freund Guy Smeets vor. Wie auch vor einem Jahr spielte der junge Gitarrist mit ihm gemeinsam den rockigen Blues.

Dabei begeisterten beide vor allem mit einem Cover von Eric Claptons „Old Love“. Bei diesem Song, den Ben seinem Tourmanager und Fahrer Mike widmete, verloren sich beide in eindringlichen Soli auf ihren Arbeitsgeräten. Guy Smeets setzte sich dabei auf die Bühnenkannte und spielte ganz leise sein Solo, eine besondere Stimmung. Auch das Freddy King-Stück „Have You Ever Loved A Women“ durfte nicht fehlen.

Einer der Höhepunkte war sicherlich „Too Tired“. Wie im Original von Gary Moore und Albert Collins wechselten sich hier die beiden Gitarristen ab. Ben Poole und Guy Smeeds lieferten sich bei dem knapp 10 minütigen Stück intensive Gitarrenbattles und zeigten dabei beide ihr ganzes Können samt ihrer ungemeinen Spielfreude.

Zusammen mit Wayne Proctor und Steve Amadeo hat Ben eine Traum-Besetzung gefunden, die die reichlich erschienenen Besucher begeisterte und mit viel Applaus bedacht wurde. Nach knapp drei Stunden Spiel und Späßen endete der Abend für die Besucher des blues.

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, electric guitar)
Steve Amadeo (bass)
Wayne Proctor (drums)
Special guest:
Guy Smeets (guitars, bgv)

Text und Bilder: Martina Middeke

Ben Poole
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Blues Rhede

Lady Antebellum – Ocean – CD-Review

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Wenn man den Luxus besitzt, mit Hillary Scott gleich eine der besten Sängerinnen und mit Charles Kelley einen der stärksten Sänger der Nashville-New Country-Szene in einem Act inkludiert zu haben (auch nicht zu vergessen Gitarrist Dave Haywood, der erdende Pol dazwischen), kann man nach diversen Grammy-, Awards-, und Platinauszeichnungen der musikalischen Zukunft recht gelassen entgegen sehen.

Ihr neues Album „Ocean“ erscheint allerdings jetzt nach sechs erfolgreichen Vorgängern unter neuer Fahne, der Big Machine Label Group. Produziert hat die Scheibe Omnisassa Dann Huff.

An der musikalischen Grundausrichtung hat sich so gut wie gar nichts geändert, warum aber auch? In den größtenteils mit vielen bekannten Songwritern selbst kreierten Stücken, setzt man wieder auf das bewährte Konzept von charismatischem Gesang beider Protagonisten mit vielen brillanten Vokalharmonien, alles in einem hochmelodischen und fein eingespielten musikalischen Gewand verpackt, das poppige, countryeske aber auch dezent folkige Elemente umfasst.

Wenn beim eingängigen Opener „What If I Never Get Over You“ die an Stevie Nicks reminiszierende Stimme von Scott und das warme rauchige Organ von Kelley einsetzen und sich beide die vokalen Bälle voller Inbrunst zuspielen (grandiose Wechsel- und Harmoniegesänge), und ein unterschwelliges Fleetwood Mac-Flair den Raum erfüllt, lehnt man sich erleichtert zurück und widmet sich gerne dem noch anstehenden, andächtigen Lauschen, das dann direkt mit einem weiteren Ohrwurm, dem smoothen „Pictures“, belohnt wird.

Die Fiddle bei „Crazy Love“ zollt danach den keltischen Wurzeln Kelleys schönen Tribut. Junge, Junge mit „You Can Do You“ folgt dann die große Überraschung des Werkes, ein knackiger Countryrocker, der aufgrund der wüsten elektrischen Slidegitarre und HT-Piano, auch im Southern Rock-Genre eine entsprechend gute Figur abgeben würde.

Auch im weiteren Verlauf teilen sich die beiden Fronter ihre Arbeit in einem recht gleichwertigen Verhältnis. Klasse die pettyeske Note bei „Boots“ und auch der bei „The Thing That Wrecks You “ an Bruce Springsteen angelehnte männliche Gesang, wo es dann insgesamt unter Beteiligung der Kollegen von Little Big Town zum großen Vokal-Showdown aller Beteiligten kommt.

Das wunderbar soulig, in dezenter R&B-Manier groovende „Mansion“ und der abschließende, pianogetränkte balladeske Titeltrack „Ocean“ (nochmals unter die Haut gehender Gesang von Scott, großartige Harmonies von Kelley), lassen dann die Wellen der Begeisterung langsam auf relaxte Weise wieder zu normalem Puls herunterebben.

Die frisch gekürten CMA-Awards Gewinner Lady Antebellum machen auch auf ihrem neuen Werk „Ocean“ wieder alles richtig. Tolle Musik mit Gesängen zum Dahinfließen. Das neue Album stellt eine echte Perle im großen New Country-Ozean dar!

Big Machine Label Group (2019)
Stil: New Country

01. What If I Never Get Over You
02. Pictures
03. Crazy Love
04. You Can Do You
05. What I’m Leaving For
06. Be Patient With My Love
07. Alright
08. Let I Be Love
09. On A Night Like This
10. Boots
11. The Thing That Wrecks You (feat. Little Big Town)
12. Mansion
13. Ocean

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