Chase Rice – Lambs & Lions – CD-Review

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Im Musikbusiness muss man wirklich oft nicht alles verstehen. Warum der bereits 2017 erschienene Longplayer „Lambs & Lions“ jetzt erst zwei Jahre später hier in Deutschland (als Worldwide Deluxe Edition) neu veröffentlicht wird, bleibt das Geheimnis der Entscheider.

Ok, man könnte eventuell darüber spekulieren, dass es etwas damit zu tun hat, dass der ehemalige Football-Profi, NASCAR Pit Crew-Arbeiter, Fernseh-Survivor–Reality-Show-Teilnehmer und mittlerweile erfolgreiche Countrymusiker demnächst für einige Termine 2020 auf den Bühnen unseres Landes (u. a. am 22.01.2020 im Luxor in Köln) präsent sein wird.

Und das oben angeführte Werk ist zumindest in Sachen Mehrwert um vier Tracks erweitert worden. Dazu sollen auf der Tour bereits Stücke seines neuen, sich zur Zeit in der Entstehung befindlichen Albums vorgestellt werden.

Der für Countryfans eher gewöhnungsbedürftige, episch anmutende Opener „Lions“ mit inkludierten „The Lord’s Prayer“ offeriert die eher rauere und kräftige Seite des Protagonisten, während im weiteren Verlauf mit Sachen wie „Unforgettable“, „One Love, One Kiss, One Drink, One Song“, oder „Amen“ auch das Lamm im Löwenpelz des Künstlers zu Tage tritt.

Rice, der bis auf einen Song, bei allen Liedern kompositorisch involviert war (übrigens ebnete ihm der Mehrfach-Platin-Megahit „Cruise“ von Florida Georgia Line, den er mitgeschrieben hat, den Weg ins Majorlabel-Countrybusiness), setzt auf diesem Werk schwerpunktmäßig auf die Popkarte, beziehungsweise ähnlich wie die Kollegen Rhett, Swift, Urban, Young & Co. auf das zweigleisige Geschäft, wobei der Countryanteil doch mehr Alibifunktion inne hat.

Lediglich „Jack Daniels Showed Me Up”, die Hommage an die guten Musikklassiker der längst vergangenen Zeit „Three Chords & The Truth“ (hier werden Stücke wie unter anderem „Sweet Home Alabama, „Copperhead Road“, etc. gehuldigt) und “This Cowboy’s Hat“ (feat. Ned LeDoux), dürften bei dieser Klientel für etwas Genugtuung sorgen.

Mich nerven über die gesamte Dauer die eingeflochtenen, oft choralen Harmoniegesänge und teilweise orientalischen Klänge, Synthie und Loop-Effekte, die diverse gute Countrysongansätze wie bei „25 Wexford St.“ (da meint man zunächst im China-Restaurant bei ‚Ente süß-sauer‘ zu sitzen…) zunichte machen.

Fazit: Chase Rice untermauert auf dem Album „Lambs & Lions“ seine Gabe, melodische Songs mit eingängigen und einprägsamen Refrains zu kreieren, die ohne Zweifel massenkompatibel vermarktet werden können. Für den gemeinen Country-Liebhaber müsste sich die musikalische Grundausrichtung aber in Zukunft deutlich ändern. Das Ganze ist dann doch eher was für Popfans, die mit ein bisschen Country ganz gut leben können. Deshalb trägt Rice auf dem Cover auch zurecht Basecap statt Cowboyhut.

Broken Bow Records (2019)
Stil: New Country

01. Lions
02. On Tonight
03. Unforgettable
04. Eyes On You
05. Saved Me
06. One Love, One Kiss, One Drink, One Song
07. Jack Daniels Showed Me Up
08. Three Chords & The Truth
09. Amen
10. This Cowboy’s Hat (feat. Ned LeDoux)
11. On Tonight (UK Edition)
12. 25 Wexford St.
13. Eyes On You (Acoustic)
14. Love Me Like You Don’t

Chase Rice
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