Der Sounds Of South-Rückblick 2016

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Es war schon ein ambitioniertes Unterfangen, so ein Magazin, wenn auch nur ein relativ kleines und überschaubares Nischenprodukt, Anfang 2016 fast völlig allein zu schultern, zumal in diesem Jahr im eigentlichen Beruf, ein nie erlebtes Arbeitsvolumen, natürlich vorrangig zu bewältigen war. Wenn ich nur an die Vorbereitungsarbeiten zu dieser Seite denke, wird mir im Nachhinein immer noch schwindelig.

Jetzt ist gut ein Jahr vergangen und es ist an der Zeit, ein erstes Resümee zu ziehen. Geholfen hat natürlich, dass ich aufgrund der langjährigen Mitwirkung und als Mitbegründer anderer etablierter Online-Magazine, kein musikalischer Nobody mehr war und dementsprechende Kontakte, sowie ein gewisses Maß an Hintergrundwissen, vorhanden war. Trotzdem muss man auch hier mit qualitativer Arbeit, Zuverlässigkeit, Regelmäßigkeit, zum Teil Schnelligkeit und auch Termintreue, sich als kooperativer Partner zu verstehen geben.

Absolut richtig war die Entscheidung, bei Konzertberichten die Zusammenarbeit mit tollen Fotografen zu suchen, die nicht nur für grandiose optische Nacherlebnisse sorgten, sondern mit zeitnaher Bilderlieferung, auch Garant für eine gewisse Aktualität waren (jeder Bericht war fast immer am Tag danach online), die bei Bands, die sich noch auf Tournee befanden, eine potentielle positive Entscheidungshilfe, gerade für noch Unentschlossene Besucher, darstellten. Ich denke, dies hat sich als eine Art Markenzeichen dieses Magazins herauskristallisiert.

CD-Reviews gab es in dieser Zeit auch viele interessante, gerade der Southern Rock hatte in diesem Jahr einiges zu bieten. Kompromisse sind, was Besprechungen angeht, zum Teil (bewusst) gemacht worden, so sind manchmal auch Genres, mit nur ganz dezenten Bezügen (z. B. Blues Rock, Hard Rock), auch mit eingeflossen. Die eine oder andere kleine Enttäuschung hat es natürlich gegeben (z. B. wenige Nicht-Akkreditierungen, Ignoranz mancher Künstler, Managements, etc.), aber die hielt sich wirklich im niedrigen Bereich und ist in diesem Stadium sicher nicht ungewöhnlich.

Die Besucherzahlen sind noch ausbaufähig, angesichts des Nischen-Charakters dieser Publikation, aber eigentlich normal, man kann durchaus sagen, dass sich eine noch überschaubare, aber stetig wachsende Gemeinde entwickelt, die zumindest in großen Teilen, unsere Leistungen anerkennt. Ein wenig mehr Feedback zu den Artikeln und Facebook-Likes der Seite, wären vielleicht schön gewesen. Auch diverse Agenturen, Interpreten, Locations und Label zeigten sich bisher angetan (z. B. mit Giveaways für Gewinnspiele). In diesem Sinne ein großer Dank an alle Beteiligten (auch natürlich an die Leute, die hier im Hintergrund tätig waren), ohne die dieses Magazin nicht praktikabel wäre.

Hier nochmal eine kleine Auswahl meiner persönlichen Highlights des Jahres 2016:

CD des Jahres:

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Darkwater Redemption – Long Way Down

The New Offenders – Stones To Throw

Sister Hazel – Lighter In The Dark

Aaron Einhouse – It Ain’t Pretty

Richie Scholl – Southern

DVD des Jahres:

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Joe Bonamassa – Live At The Greek Theatre

Comeback des Jahres:

Rossington – Take It On Faith – CD-Review

Newcomer des Jahres:

Red Shahan – Men & Coyotes – CD-Review

Diese Songs machten beim Reviewen Spaß:

Thinkin‘ Of You – Aaron Einhouse
Make It Work – Andy Frasco & The U.N.
The Only One Who Gets Me – Charles Kelly
Little Bit Older – Randy Houser
Death Row – Darkwater Redemption
Stone – Whiskey Myers
Whiskey And You – Aaron Lewis
Just To Burn – The New Offenders
Men & Coyotes – Red Shahan
I Knew – Bonnie Raitt

Interview des Jahres:

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Ron Young (Little Caesar)

April-Scherz:

Brytny Spyrs

Konzerte:

Konzert des Jahres:

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Devon Allman – 20.09.2016, Musiktheater Piano, Dortmund

Robert Jon & The Wreck, 20.05.2016, Kulturrampe, Krefeld

Preacher Stone – 09.11.2016, Kubana, Sieburg

Modern Earl –  26.11.2016, Blue Notez, Dortmund

Thorbjørn Risager & The Black Tornado – 22.10.2016, Schwarzer Adler, Rheinberg

Enttäuschung des Jahres:

Molly Hatchet – 15.12.2016, Kubana, Siegburg – Konzertbericht

Konzertbilder:

Bilder Gernot Mangold:

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Bilder Jörg Schneider:

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Bilder Peter Schepers:

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Bilder Daniel Daus:


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To be continued…

Wir wünschen unseren Lesern und allen Musikfreunden frohe Weihnachten und ein gesundes und (Southern) rockiges neues Jahr!

Sounds Of South is gonna do it again!

Euer

Daniel Daus

Sounds Of South-Buch 2016 – Gewinnspiel!

Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß ‚2016‘!

Über ein Buch mit den Sounds Of South-Konzerterlebnissen von Gernot und mir dürfen sich

Martin Ammann,
Mario Scholten und
Andreas Busch

freuen, denen der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

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Drei Bücher über die tolle Zusammenarbeit von Gernot Mangold und Daniel Daus bei Konzerten für Sounds Of South zu gewinnen!

Mit vielen, teilweise im SoS auch noch unveröffentlichten Konzert-Schnappschüssen von Gernot und den dazugehörigen Reviews von Daniel.

Ein schönes Werk zum Stöbern, Hingucken und Nachlesen, gestiftet von Gernot Mangold.

Die Frage diesmal lautet:

In welchem Jahr ging Sounds Of South online?

a) 1996
b) 2006
c) 2016

Bitte sende entweder eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 02.01.2017 an dan@sounds-of-south.de oder ‚like‘ die Facebook-Seite von Sounds Of South.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in unter den E-Mail-Einsendern, sowie zwei aus den ‚Facebook-Likern‘ aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit dem Teil beliefert werden.

Sounds Of South wünscht viel Glück!

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Captain Ivory – 16.12.2016, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Die junge amerikanische Band spielte am Freitag Abend im Blue Notez Club Dortmund. Ein Mix aus ihren zwei Alben „Captain Ivory“ und „No Vacancy“ plus Coversongs von Bruce Springsteen und Fleetwood Macs „Oh Well“, das dem Original in Nichts nachstand. Bereits mit dem ersten Song „Never Mine“ zeigten sie, wohin der Abend geht. Eine Mischung aus Led Zeppelin, The Who und Southern Rock. Drumsolo und Lap Steel-Einlage im Publikum waren schöne Highlights. Ein gelungenes Konzert einer Band, von der man noch viel hören wird.

Bilder und Fazit: Peter Schepers

Captain Ivory
Captain Ivory bei Facebook
Teenage Head Music
Blue Notez Dortmund

Molly Hatchet – 15.12.2016, Kubana, Siegburg – Konzertbericht

Molly Hatchet

Molly Hatchet zählen in der Southern Rock-Retrospektive zweifellos mit zu den ganz großen und prägenden Acts des Genres. Gerade nach Skynyrds Flugzeugabsturz war die Band um Danny Joe Brown, Dave Hlubek, Duane Roland & Co. eine der neuen und vielversprechenden Hoffnungsträger der damaligen Zeit, die im Großen und Ganzen dann mit einigen starken Alben, zum Teil richtigen Klassikern, sich zu Recht einen Legenden-Status erarbeiteten.

Diverse Todesfälle, Geschacher um die Namensrechte, diverse Bandumbesetzungen (bis zum Spielen ohne ein einziges Originalmitglied), nachlassende Kreativität und das natürliche biologische Altern, wie bei allen unter uns, ließen mittlerweile aber peu à peu den einstigen Glanz der Band aus Jacksonville, Florida verblassen.

Ich hatte die Truppe damals noch zu ihren Paradezeiten zusammen mit den Outlaws, damals in der Essener Grugahalle, in der Ursprungsbesetzung erlebt, bei ihrem grandiosen Comeback auf der Lorelei unter Ingram-Regie, später nochmal in Dortmund (ist aber auch schon knapp 15 Jahre her), als es mit dem Zauber schon nachzulassen drohte. Alle Auftritte habe ich in absolut guter Erinnerung.

Mit ein bisschen Sentimentalität im Gepäck, die ja in uns Southern Rockern irgendwo verankert ist, entschloss ich mich mit unserem Fotografen Jörg Schneider (für ihn waren MH Premiere), zur Abrundung des Sounds Of South-Jahres,  die Gelegenheit, nach so langer Zeit, noch mal am Schopf zu packen und in Sachen Molly Hatchet, den weiten Weg in das schöne Sieburger Kubana anzutreten, das uns vom Preacher Stone-Auftritt vor gut einem Monat ja in bester Erinnerung geblieben war.

Der südlich von Köln gelegene Ort, nicht unbedingt als die pulsierende Metropole  bekannt (vor allem unter der Woche), war mit knapp 250 Zuschauern diesmal für einen Donnerstag durchaus gut besucht und gefüllt, der Name Molly Hatchet scheint bei den Gleichgesinnten, immer noch einigermaßen zu ziehen.

Was folgte, war leider eine einzige Enttäuschung. Es fing damit an, als nach 20:00 Uhr, dem Zeitpunkt des planmäßigen Beginns, die Mikrofone noch nicht richtig eingestellt waren (und im weiteren Verlauf auch meist nicht). Mir ist völlig schleierhaft, wie man bei dem technischen Know-How und seinen Möglichkeiten von heute, es immer wieder verbockt, einen ausgewogenen und transparenten Klang hinzubekommen, aber vielleicht war das ja auch nicht unbedingt gewollt.

Dann vermisste man Dave Hlubek, der auf allen Terminankündigungen bildlich mitgeführt wurde, dessen mittlerweile korpulente Erscheinung ich gerne mal wieder gesehen hätte. Demnach fehlte ein zweiter Gitarrenspieler, der im weiteren Verlauf selbst von einem starken Gitarristen wie Ingram, allein nicht zu kompensieren war.

Sänger Phil McCormack stellt vom körperlichen Erscheinungsbild und auch vom Gesang her, der größtenteils im überlauten Soundbrei unterging, eine fast bemitleidenswerte Person dar, außer ein paar ‚Hell Yeahs‘ und einem gelungenen Harp-Solo ist da nicht mehr viel an alter Stärke zu vermelden. Auch beim Rest hat das Musikerleben deutliche Spuren hinterlassen, die Rhythmusfraktion, bestehend aus Beamer (übrigens, eine der wenigen Unterhaltsamkeiten war die Windmaschine, die Shawns Haare ständig wehen ließ) und Lindsey, ist aber auch noch ganz gut bei Kräften.

Ingram bewies immerhin, dass er noch ein toller Gitarrist ist, dem aber das Zepter in Sachen würdevollem Fortbestehens/Abtretens dieser Truppe, massiv zu entgleiten droht. Dazu rannte ständig ihr ebenfalls vom Leben gezeichneter Roadie auf der Bühne herum, McCormack verschwand oft im Backstage-Bereich, Ingram musste mehrfach Instruktionen dorthin erteilen. Ach ja und einige Spiel- und Gesangseinsatzpatzer kamen auch noch dazu.

Das Quintett beschränkte sich im Großen und Ganzen auf die beiden ersten Alben der Originalband mit allen typischen Klassikern (u. a. „Whiskey Man“ als Opener, „Bounty Hunter“, „Gator Country“, „One Man’s Pleasure“, „The Creeper“, „Jukin‘ City“, „Dreams I’ll Never See“), huldigte Danny Joe Brown mit einer „Edge Of Sundown“/“Fall Of The Peacemakers“-Kombination (einer der Höhepunkte, zumal John Galvin und McCormack auch mal ganz gut zu hören waren) und Ronnie Dio mit „I’m Gonna Live ‚Til I Die“, dazwischen gab es noch „Beatin‘ The Odds“, vom 3. Album und „Devil’s Canyon“, vom einstigen Klasse-Comeback-Werk unter Bobby Ingrams neuer ‚Federführung‘.

Die einzige Zugabe nach vorheriger Vorstellung der Band wurde mit „Flirtin‘ With Disaster“ in einer grauenvoll gespielten und gesungenen Version abgewickelt, nicht einmal Ingrams Paradestück „The Journey“ wurde zum Besten gegeben. Ich war zutiefst enttäuscht, deprimiert und geknickt, das hatte teilweise was von einer Selbstdemontage. So habe ich mir ein Wiedersehen wahrlich nicht vorgestellt. Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Band einfach nur einen schlechten Abend erwischt hatte, was ich allerdings nicht glaube.

Es steht mir sicher nicht zu, irgendwelche Ratschläge zu erteilen, zumal ja hier auch ganz sicher Existenzen dahinter stehen und zu berücksichtigen sind. Trotzdem halte ich ein Fortführen dieses Projekts in dieser Form für nicht mehr lange tragfähig. Vielleicht sollten sich alle Beteiligten neu orientieren oder Molly Hatchet drastisch verändern, ruhen lassen oder evtl. ganz ad acta legen. Gerade der immer noch agile Bobby Ingram könnte sich evtl. mal mit jungen talentierten, kreativen und hungrigen Musikern (ich denke, da gibt es im Süden der USA ja wohl genug) als Bobby Ingram Band oder, wie auch immer, ganz neu ausrichten.

Das traurige Fazit des Abends lautet jedenfalls: Es war die Enttäuschung im Sounds Of South-Konzertjahr schlechthin! Bei Weiterführung in dieser Konstellation flirtet Molly Hatchet zur Zeit ganz kräftig mit einem gewaltig großen Desaster in eigener Sache!

Vielen Dank trotzdem wieder an Jürgen Hoffmann vom tollen Kubana für die Akkreditierung. Der Club hat wirklich bessere Auftritte verdient.

Line-up:
Bobby Ingram (electric guitar, vocals)
Phil McCormack (lead vocals, harp)
John Galvin (keys, vocals)
Shawn Beamer (drums)
Tim Lindsey (bass, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Molly Hatchet
Molly Hatchet bei Facebook
Kubana Siegburg
Jörg Schneider Webseite

Mike Zito – Make Blues Not War – CD-Review

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Einer meiner Lieblings-Musiker legt schon wieder nach. Der umtriebige Mike Zito hat keinesfalls ‚ein Rad ab‘, auch wenn er sich schon wieder von seiner starken Begleitband der letzten Veröffentlichungen „The Wheel“ losgelöst hat. Es passt halt einfach zu seiner unsteten, sich immer in Bewegung befindlichen Persönlichkeit, Dinge zu ändern,  konstant ist bei ihm scheinbar nur die Liebe zur Familie und dem Blues Rock an sich.

Für sein neues Werk mit dem plakativen Titel „Make Blues Not War“ hat er sich mit dem uns ebenfalls gut bekannten, Musiker, Songschreiber und Produzenten Tom Hambridge zusammengetan. Der auch in Nashville viel beschäftigte Tausendsassa erweist sich für das aktuelle Album, aufgrund der Ruppigkeit vieler Stücke und der partiellen Southern-Ausrichtung auch als absoluter Gewinn. Er hat einen Großteil der Tracks (mit) komponiert, spielt das Schlagzeug, sang Harmonies bei „One More Train“ und hat das Gesamtwerk in einem schön rauen, aber auch knackigen ‚Live-Sound‘ produziert.

Das Album lebt natürlich von der Präsenz des Protagonisten, der in Sachen Stimme (mit eine der besten im Blues Rock-Genre) und E-Gitarrenspiel (wieder mit vielen prächtigen Slide-Einlagen), dieses Werk dominiert. Aber auch Leute wie der stark auftrumpfende Keyboarder Kevin McKendree (B3, Wurlitzer-Piano, Clavinet), Nashville-Musiker Rob McNelley (tolle E-Gitarrenzuarbeit) oder Gastmusiker wie Walter Trout (herrliches E-Solo beim Auftaktstück), Jason Ricci an der Harp und Sohnemann Zach (Gitarre bei „Chip Off The Block“) sorgen für kurzweilige Momente in der Zito-Show.

Das Werk bietet, wie nicht anders erwartet, die typischen Blues Rock-Ingredienzien. Da wird im Tempo variiert, zwischen retro (das stampfende „Wasted Time“, das an Muddy Waters erinnernde, harp-infizierte Titelstück „MBNW“ und der finale Piano-Klimper-Boogie „Route 90“)  und moderner Auslegung gependelt. Mit „Bad News Is Coming“ und „Road Dog“ sind zwei Mörder Slow ‚Bluese‘ samt großartiger E-Gitarren-Solo-Passagen dabei, psychedelisches à la Hendrix gibt es bei „Redbird“. Was uns besonders gefällt, sind aber immer wieder, die Southern-rockigen Zutaten.

Da wär z. B. der furiose Opener „Highway Mama“ der in Sachen Orgel- und E-Gitarren-Arbeit die Allman Brothers-Fangemeinde zum Niederknien bringen wird. Hätte ein Gregg Allman nicht besser performen können! Die Signalwirkung aufreizender Beine des weiblichen Geschlechts ist schon in so manchem Song thematisiert worden, der in Texas beheimatete Zito, machte es bei „Crazy Legs“ ZZ Top nach und mischt zusätzlich noch Skynyrdsche Zutaten mit unter.

Großartig auch das wieder in Allman-Manier shuffelnde „On The Road“ (typische Orgel) sowie das launig Southern-rockende „One More Train“ (McKendree mit zünftigem HT-Piano) oder die delta-bluesige wehmütige Hommage an seine Frau „Girl Back Home“ (surrende Slide-Gitarre). Bei „Chip Off The Block“ zeigt Zitos Sprössling Zach, dass er die Fingerfertigkeit des Vaters mit den Genen übertragen bekommen hat. Er soll seinen alten Herrn demnächst auf Tour mit begleiten.

Mike Zitos neue Scheibe setzt nicht nur aufgrund des Titels „Make Blues Not War“ ein starkes Ausrufezeichen. Ein absolutes Blues Rock-Klasse-Werk, das Spielfreude pur offeriert und schön aufzeigt, wie man diesen Musikstil perfekt mit südstaatlichem Flair kombinieren kann. Wenn dieser Appell auch noch eine einvernehmliche Forderung nach gerechterer Verteilung des Vermögens und der Ressourcen, sowie ein respektvolleres Untereinander auf diesem Erdball,  implizieren würde (musikalisch gehören unsere Vorlieben bei Zito ja eh dazu), würde Sounds Of South eine dererlei Charta sofort auf dem Fuße mit unterzeichnen!

Ruf Records (2016)
Stil: Blues Rock

01. Highway Mama
02. Wasted Time
03. Redbird
04. Crazy Legs
05. Make Blues Not War
06. On The Road
07. Bad News Is Coming
08. One More Train
09. Girl Bak Home
10. Chip Off The Block
11. Road Dog
12. Route 90

Mike Zito
Mike Zito bei Facebook
Ruf Records

Blue Notez-Kalender 2017 – Gewinnspiel

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Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß ‚Dortmund‘!

Über einen tollen Kalender unseres Fotografen Peter Schepers darf sich

Helmut Tautges aus Essen

freuen, dem der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

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Ein Kalender mit Konzert-Schnappschüssen unseres Fotografen Peter Schepers aus dem Blue Notez-Club zu gewinnen! Damit 2017 auch ja kein wichtiger Gig verpasst wird!

Wer unsere Konzertberichte aufmerksam verfolgt hat, dürfte bei der Lösung gute Chancen haben.

Die Frage diesmal lautet:

In welcher Stadt ist der beliebte Club beheimatet?

a) Dortmund
b) Gelsenkirchen
c) Essen

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 18.12.2016 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit dem Teil beliefert wird.

Blue Notez

Palace Of The King – 03.12.2016, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Wie bereits berichtet, hatte es der November arbeitstechnisch, in allen Belangen, ordentlich in sich. Zum Glück hält sich der bereits laufende Folgemonat, was Konzerttermine betrifft, bisher in eher überschaubaren Grenzen. Auf dem Programm stand aber in jedem Fall in unserer geliebten Krefelder Kulturrampe noch ein weiterer Act aus dem Teenage Head Music-Portfolio, und zwar die talentierten Jung-Aussie-Hard Rocker von Palace Of The King.

Auch wenn die Burschen vom Profil her, eher weniger in unser Magazin passen, hatten ihre beiden EPs und CDs, für die sie zurecht hohe Vorschuss-Lorbeeren erhalten hatten, doch unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Da gilt es für den Rezensenten halt, die Bezüge herauszuarbeiten, die sich dann auch zumindest in sporadischen Ansätzen, dank ihres Les Paul-Gitarristen und Harp-Spielers Leigh Maden, im Verlauf des Gigs herauskristallisierten.

Im Prinzip gab es aber, im Stile der Siebziger, ordentlich laut was auf die Ohren, eine unverkennbare Liebe zu Bands wie Led Zeppelin, Deep Purple & Co. zog sich wie ein roter Faden durch die Setlise, was letztendlich z. B. bei der umjubelten Cover-Zugabe „Bring It On Home“ nochmals deutlich unterstrichen wurde.

Es dominierten aber Stücke aus dem eigenen Fundus (im Mittelpunkt stand, wie so oft bei einer Tour, ihr aktueller Longplayer „Valles Marineris“), für mich immer ein besonders lobenswertes Kriterium. Auffällig, dass die Band um ihren blonden Frontmann Tim Henwood (vokal in Robert Plant-Gefilden angesiedelt), es vor allem dem weiblichen Geschlecht im Publikum angetan hatte. Die meisten Damen zappelten nämlich ziemlich intensiv und ausdauernd zu den riffigen Hard Rock-Rhythmen, die besonders durch das kraftvolle Drumming von Rauschebart-Träger Travis Dragani und dem Bassisten Anthony Licciardi Garcia gepaced wurden.

So gaben POTK vom Opener „Let The Blood Run Free“, über Sachen wie u. a.  „No Chance In Hell“, „Empire Of The Sun“, „Beyond The Valley“, „Ain’t Got Nobody To Blame By Myself“, „I Swear On My Life“ (Black Crowes-Flair, E-Solo dezent in Richtung ZZ-Top), das krawallige „We Are The Vampires“ bis zum finalen Track des Hauptteils „Take Your Medicine“ (starke Drum-/Bass-Passage, knarziges Les Paul Solo) einen umfassenden Überblick bezüglich ihres Schaffensspektrums.

Als Rausschmeißer und zugleich letzte Zugabe wurde King Elvis mit einer sehr schön shufflig dargebotenen Version von „Jailhouse Rock“ noch die Ehre erwiesen, wobei hier Sean Johnston an der Orgel und unser ‚Mann des Abends‘, Leigh Maden (der im Hauptteil bei einem Blues auch einen Lead Gesangs-Einsatz hatte) an der Harp (mit ordentlich Speed gegen Ende seines Solos), nochmals markante Akzente setzten.

Palace Of The King erspielten sich mit jugendlich forschem und knackigem, 70er-inspirierten Hard Rock (z. T. auch mit psychedelischem Touch) viele Sympathien in der Kulturrampe. Ein Sextett (es war demnach übrigens auch ganz schön eng auf der kleinen KR-Bühne), dem sicherlich dank seines kreativen Potentials in diesem Bereich noch eine erlebnisreiche Zukunft bevorsteht. Well done, boys!

Mein Dank für ein insgesamt tolles Konzertjahr 2016 in der Rampe an Pille und alle weiteren Beteiligten, sowie, was diesen Abend betrifft, an Fotograf Jörg Schneider, der für den kurzfristig erkrankten Gernot Mangold spontan eingesprungen ist.

Line-up:
Tim Henwood (lead vocals, percussion)
Matt Harrison (electric guitar, vocals)
Leigh Maden (electric guitar, harp, vocals, lead vocals)
Sean Johnston (keyboards, vocals)
Anthony Licciardi Garcia (bass, vocals)
Travis Dragani (drums)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Palace Of The King
Palace Of The King bei Facebook
Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld
Jörg Schneider Webseite

Ronnie Dunn – Tattooed Heart – CD-Review

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Drittes Solo-Album des beliebten, aus Oklahoma stammenden Sängers und erneut ist wieder mal alles anders. Nachdem der Vorgänger „Peace Love And Country Music“ noch in Eigenregie und  absoluter musikalischer Unabhängigkeit vonstatten ging, hat sich Ronnie Dunn für sein neues Werk „Tattooed Heart“ wieder zur Zusammenarbeit mit einem Fremdlabel entschlossen.

Nash Icon ist eine Untersparte von Big Machine Records, die in Kooperation mit Cumulus Radio entstanden ist und den beliebten Sänger in die Lage versetzte, wieder schwerpunktmäßig, ausgesuchte Stücke, geschrieben natürlich von vielen arrivierten Leuten der Szene (u. a. Tony Martin, Wendell Mobley, Neil Thrasher, Bob DiPiero, Tom Hambridge, Deric Ruttan, Jonathan Singleton, Tommy Lee James, Jon Randall, Jim Beavers) zu performen.

Selbstredend, dass auch hier wieder alles an Musikern, was in Nashville Rang und Namen hat (Tom Bukuvac, Ilya Toshinsky, Kenny Greenberg, Dan Dugmore, Paul Franklin, Mark Hill etc.), eingebunden wurde. Die Produktion hat zum größten Teil Rascal Flatts-Multi-Instrumentalist Jay de Marcus übernommen, jeweils bei einem Stück Tommy Lee James („Still Feels Like Mexico“ mit markanten Harmoniegesängen von Reba McEntire) und Ronnie (beim wunderbar souligen/bluesigen, gospeligen, sogar dezent weihnachtlich klingenden Retroschwofer „Tattooed Heart“) selbst.

Das im Großen und Ganzen recht ruhig verlaufende Album wimmelt eigentlich nur so vor potentiellen Hits (das hat man bei den beiden Vorgängern aber auch gemeint), hat mit den bisher ausgekoppelten „Ain’t No Trucks In Texas“ (eine der temperamentvolleren Nummern, Southern-Flair, tolle E-Gitarren-Kurz-Soli) und dem Ohrwurm „Damn Drunk“, bei dem es unter Mitwirkung von Kix Brooks quasie eine kurzweilige Brooks & Dunn-Wiedervereinigung gab, auch noch nicht den ganz großen Wurf gelandet. Das Album hat aber zumindest temporär die Top-3 erreicht.

Der Star dieses Werkes ist natürlich die wirklich außerordentliche Tenorstimme des Protagonisten (mit Sicherheit eine der besten im zeitgenössischen New Country-Geschehen), dem die Songwriter und Musiker eine große Bühne zur Verfügung stellen. Weitere Highlights sind der Steel-getränkte Schmachtfetzen „I Worship The Woman You Walked On“, die wunderbare Liebeserklärung an ein Getreidedestillat aus Tennessee, das introvertierte „Young Buck“ (wieder mal aus der Feder des omnipräsenten Cadillac Three-Leaders Jaren Johnston und Spezi Jeremy Stover, toller Refrain) und das Eagles-umwehte „Only Broken Heart In San Antone“.

Auch die beiden Kompositionen, bei denen Ronnie selbst Hand angelegt hat, können sich absolut sehen lassen. Die ganz allein kreierte  Ballade „I Wanna Love Like That Again“ seufzt herrlich in schwül anmutender Southern Soul-Atmosphäre vor sich hin und das Fiddle-lastige abschließende Countryklagelied „She Don’t Honky Tonk No More“ lässt einen regelrecht mitleiden.

Fazit: Ronnie Dunns dritte Solo-Scheibe „Tattooed Heart“ ertrinkt in stilvoller Schönheit. Wer auf markante Charakterstimmen zum Dahinschmelzen steht und ruhigere Sachen bevorzugt (vielleicht auch mal beim abendlichen Date/Dinner in der Wohnung antesten…), kommt hier voll auf seine Kosten, wer es lieber etwas zünftiger mag, muss entweder auf eine Trendwende beim vermeintlichen Nachfolger oder ein schillerndes Brooks & Dunn-Comeback hoffen.

Nash Icon (2016)
Stil: New Country

01. Ain’t No Trucks In Texas
02. Damn Drunk (with Kix Brooks)
03. I Worship The Woman You Walked On
04. That’s Why They Make Jack Daniels
05. I Put That There
06. Young Buck
07. I Wanna Love Like That Again
08. Still Feels Like Mexico (feat. Reba McEntire)
09. Tattooed Heart
10. This Old Heart
11. Only Broken Heart In San Antone
12. She Don’t Honky Tonk No More

Ronnie Dunn
Ronnie Dunn bei Facebook
Universal Music Group

Modern Earl – 26.11.2016, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

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Eigentlich hatte ich den aus Sounds Of South-Sicht ziemlich anstrengenden November in Sachen Konzerte schon gedanklich abgehakt und am Ende, nach diversen Terminen/Erledigungen am Tag, einen gemütlichen Fernseh-Abend auf der Couch geplant, zumal auch noch mein Kopf von der schönen Betriebsfeier der Firma, in der ich meine Penunzen verdiene, im ansehnlichen Lokschuppen in Bottrop, vom am Abend vorher, noch ein wenig brummte.

In Zeiten sozialer Netzwerke wird man ja mit Informationen regelrecht überflutet. Das meiste kann man schnell ad acta legen, sie haben aber auch zum Teil den Vorteil, dass man mit der Nase auf Dinge gestoßen wird, die einem vorher nicht bekannt waren oder die man vielleicht aus irgendwelchen Gründen ignoriert hätte.

Unser freier Mitarbeiter Peter Schepers hatte mich auf seinen Besuch eines Gigs von Modern Earl im Dortmunder Blue Notez aufmerksam gemacht und spätestens nach dem Ansehen ihres Clips zu „Hillbilly Band“ (der launige Song war natürlich auch mit im Programm), sagte mir mein Instinkt, dass man sich den Vierer aus Nashville nicht entgehen lassen sollte. Also hieß es, nochmals die Kräfte zu bündeln und ab nach Dortmund, wo das nette umd hilfssbereite Blue Notez-Team noch schnell die Akkreditierung klar machte.

Fotograf Peter war ja vor Ort und so kam es dann auch zu unserer ersten gemeinsamen Zusammenarbeit. Der klotze im Stile eines früheren Dortmunder Mittelstürmers natürlich richtig rein, und knipste unter vollstem Körpereinsatz, aus und in allen erdenklichen Lagen. Vorbildlicher Einsatz! Herzlichen Dank!

Der Vierer aus Nashville mit dem bulligen Fronter Christopher Earl Hudson (ein echter raubeiniger Redneck-Typ, aber unheimlich nett, typische Genre-Stimme), Ethan Schaffner, Ben Hunt und Dan Telander, stiegen nach dem Motto, das sie vermutlich auf ihre eigene Fahne geschrieben haben, ‚Paid To Party‘, in das in zwei Sets angelegte Konzert ein. Im Mittelpunkt stand natürlich das aktuelle Modern Earl-Live-Werk, das im Rahmen des anstehenden Weihnachtsfestes als Geschenk u. a. auch gesanglich angepriesen wurde („… I’ll wish you a happy Christmas, if you buy our CD…“, eingebunden in eine starke ruppige Cover-Version von „T For Texas“).

Thema Cover-Stücke: Die Band hatte neben besagtem „T For Texas“ (Schaffner slidet mit Bierpulle) einige Nummern im Programm, die man eigentlich schon zu Genüge vorgeduddelt bekommen hat („I Know You Rider“, „Angel From Montgomery“ und „Sweet Home Alabama“), präsentierte die aber in solch fulminanten und teilweise ungewöhnlichen Versionen, dass man durchaus mehr als angetan war. Gerade das inflationäre  Skynyrdsche „SHA“ wurde in einer derart punkigen Speedversion abgerockt, dass einem wirklich die Spucke weg blieb. Da können sich die Original-Wiederkäuer mal eine Scheibe von abschneiden.

Mich persönlich interessierten natürlich die eigenständig kreierten Stücke des Quartetts am meisten. Auch die wussten allesamt zu überzeugen. „Whiskey On The Table“ (klassischer Southern Country Rock) , „Catfish & Titties“ (fetter Stampfer, Slide-Solo), mein Highlight des Abends „Blame The Bottle“ (wunderbar fluffiger melodischer (New) Country Rock, mit kurzem „Can’t You See“-Intermezzo) oder das wuchtige „Devil’s Playhouse“ (ein swampiger Southern Blues Rocker) hießen die Kostproben des ersten Sets, klasse hier zudem der alte, seiner Zeit durch die Osborne Brothers bekannte Blue Grass-Heuler „Rocky Top“, bei dem der starke Gitarrist Ethan Schaffner (eine Art Keith Urban-Typ, bis dato zunächst eine Telecaster bedienend) auch seine variable Spielfreudigkeit am Banjo (dazu auch mit Einsätzen an der Lap Steel) offerierte.

„Hot Dam“ (sehr schön shaky) , das bereits angeführte „Hillbilly Band“ (Schaffner mittlerweile mit einer Flying V-Gitarre zu Gange, starkes E-Solo), „Road Trippin'“ (lässig groovend), „Whiskey Sister“ (hymnisch, Twin-Part, Highlight!), „Backwoods Betty“ (flockiges Uptempo), „That Girl Can Drink“ (aus der Feder von Ethan, swampiger SR)  und „Bloody Mary Morning“ (grassiger Countryfeger mit Banjoführung, energiegeladenes Drum Solo am Ende von Dan Telander) bewiesen, dass die Jungs aus Tennessee, immenses Kreativ-Potential in sich stecken haben. Zu erwähnen sind sicher auch die gut sitzenden Harmoniegesänge der drei Musiker in vorderster Front, teilweise auch im Accapella-Stil.

Das brandneue „Gone To The Country“ wurde als erste Zugabe performt, bevor dann das furiose „Sweet Home Alabama“ mit eingestreutem „Walk On The Wild Side“-Zwischenpart einen höchst unterhaltsamen Gig beendete.

Fazit: Gut, dass man verlässliche Freunde in sozialen Netzwerken hat und auch schön, dass man sich auf seine Intuitionen noch verlassen kann, sowie keine spontanen Aktionen scheut. Ansonsten wäre diese starke und sympathische Band vermutlich an mir vorbeigerauscht. Modern Earl stehen ab jetzt in jedem Fall immer auf der To-Do-Liste, sollte irgendetwas im Rahmen dieses Magazins anstehen. Eine tolle energiegeladene und mitreißende Southern-Truppe!

Line-up:
Christopher Earl Hudson (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Ethan Schaffner (electric guitar, banjo, lap steel, vocals)
Ben Hunt (bass, vocals)
Dan Telander (drums)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

Modern Earl
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Blue Notez Dortmund

The Cadillac Three – Interview

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Kurz vor ihrem Gig im Kölner Luxor, standen uns die drei Burschen von The Cadillac Three Rede und Antwort. Jaren Johnston übernahm als Chef auch hier mit einem Höllen-Slang und -tempo schnell das Ruder, aber auch seine beiden Kumpel Neil Mason und Kelby Ray schalteten sich sporadisch immer wieder in das Gespräch ein.

Sounds Of South: Hi, schön euch zu treffen. Zum zweiten Mal in Deutschland/Europa! Ich hab euch damals zusammen mit Eric Church gesehen.  Was ist anders als beim ersten Mal?

Jaren: Wir haben gestern Abend in Berlin gespielt. Der wesentliche Unterschied zu damals ist, dass wir diesmal als Headliner agieren, die Besucherzahl stetig wächst, was wir natürlich sehr gerne sehen (ich bat Jaren höflich, sein Sprechtempo etwas zu drosseln). Einfach gesagt, wir sind sehr begeistert!

Sounds Of South: Ihr habt euer neues Album „Bury Me In My Boots“ am Start, wie beurteilst du/ihr eure Entwicklung im Vergleich zum Vorgänger.

Jaren: Ich denke, es ist ein perfekter Schritt in die Richtung, wo wir hinwollten und wo wir jetzt auch sind. Die eine Hälfte besteht aus unserem typisch stampfenden Southern Rock, aber auch mit einer gewissen Entwicklung, in der anderen Hälfte wird mit Stücken wie „This Accent“, „Graffitti“, „White Lightning“ und „Running Red Lights“ eine größeres Abbild unseres Schaffens präsentiert. Also nicht nur die swampige Geschichte , sondern auch eine große Weiterentwicklung, aber die unsere Wurzeln weiter im Auge behält.

Sounds Of South: Gab es seitens Big Machine Druck in Richtung Charts/Verkaufszahlen?

Neil: Wir hatten überhaupt keinen Druck in Sachen Charts (Gelächter)! Kelby: Im Großen und Ganzen haben sie uns machen lassen, was wir wollten. Also nicht eine Art Druck, zu sein, was wir nicht sind. Jaren: Wahrscheinlich ist ihr Ansinnen, mehr Erfolg für uns zu erzeugen, ja auch richtig, aber es ist offensichtlich, dass das, was wir gerade spielen, im Moment richtig gut läuft. Von daher sind sie begeistert.

Sounds Of South: Du bist in Nashville ein derzeit absolut angesagter Songwriter. Woher entspringen deine Ideen, wie sieht ein typischer Jaren Johnston Song aus?

Jaren: Ich umreiße meine Erlebnisse, wir reisen bekannter Weise sehr viel in der Welt herum, wir treffen viele interessante Leute und erleben demnach auch interessante Sachen. Also gibt es auch viele Dinge, über die man schreiben kann, wie Liebe, sich Betrinken, Prügeleien oder auch über das gute alte Deutschland (Kelby). Es ist jedes Mal verschieden, und hoffentlich irgendein guter Stoff, über den man sich dann auslassen kann.

Sounds Of South: Wann entscheidet sich, ob es eher ein Cadillac Three Song wird oder eher in Richtung anderer Interpreten geht.

Neil: Wir warten erst immer ab, ob wir unsere besseren Stücke weggeben. In Nashville ist es mittlerweile sehr leicht an Songs ranzukommen, die man nicht selbst geschrieben hat. Manchmal bist du so begeistert, dass du einen Track am liebsten sofort an Keith Urban, Tim McGraw und Eric Church oder an wen auch immer, geben möchtest, aber wir nehmen uns erst mal die Zeit, das Lied selbst einzuspielen, um sicher zu sein, dass es nicht das ist, was wir für uns behalten möchten. Auch hier ist es jedes Mal anders. Jaren: Wenn ich nicht sicher bin, gebe ich ihn zunächst an Jim (Jimmy Robbins?). Wir geben einen Song der offensichtlich gut ist, natürlich nicht fahrlässig aus den Händen, da sind wir jetzt schon deutlich aufmerksamer. Kelby: Einige Lieder wollen wir natürlich bevorzugter spielen als andere, aber manchmal muss man auch einsehen, dass sie besser zu anderen Interpreten passen.

Sounds Of South: Wer sind deine Lieblings-Co-Writer und warum?

Jaren: Wir haben einige, wenige Nashville Jungs, mit denen wir Bier trinken und die mit uns gerne ihre Zeit verbringen. Wenn wir in den Staaten unterwegs sind, nehmen wir schon mal jemanden mit in den Tourbus, um mit uns zu komponieren (Kelby: und Bier, als auch Whisky zu trinken…), es ist zum Teil ein ziemlich törichter Aufenthalt für sie, sie können dann, für ein paar Tage, mal dem Leben eines Rock Stars frönen (grinst). Aber in der Regel sind es Leute wie Jeremy Stover, Andrew Dore oder Ryan Hunt, die sich bei uns auch richtig wohl fühlen.

Sounds Of South: Was ist aus Sicht eines begnadeten Kreativen wie dir, der wohl genialste Song aller Zeiten?

Kelby: Wie viel Zeit haben wir? Jaren: Da ist in erster Linie der Beatles-Katalog, wo man viel findet, Leonard Cohen, der gerade verstorben ist, sein „Halleleluhjay“ ist unheimlich brilliant,  wir sind riesengroße Tom Petty-Fans, mein Beatles-Lieblingssong ist übrigens „While My Guitar Gently Weeps“. Es ist natürlich klar, dass wir von ganz unterschiedlichen Stellen Einflüsse aufsaugen, aber es ist so gut wie unmöglich zu sagen, was ‚der‘ genialste Song ist. Wir hören uns viele Sachen an.

Sounds Of South: Wie war die Zusammenarbeit mit einem Star wie Steven Tyler (dessen erstes Country-Album du ja zum Teil mit unterstützt/produziert hast)? Plauder doch mal bitte ein wenig aus dem Nähkästchen.

Jaren: Das war schon eine coole Sache. Mit Steven zusammen zu arbeiten ist erstmal eine Sache, wo du dich erst mal zwickst, ob das überhaupt wahr ist, weil du quasi mit seinen Liedern und seiner Stimme aufgewachsen bist. Er ist einer der größten Rock Stars auf der Welt, die jemals gelebt haben, er schrieb schon mit Siebzehn Stücke wie „Dream On“. Und da sitzt du jetzt in einem Raum mit ihm und er fragt dich um deine Meinung, da flipst du natürlich aus. Wir sind seitdem richtig gute Freunde. Es war ein großer Spaß und wir haben sehr viel von ihm gelernt. Wir haben viel Stoff von seiner Band für uns mitgenommen, aber auch ZZ Top ist ein gutes Beispiel. Wir würden auch gerne 45 Jahre auftreten, und da sind solche Acts in der Lage zu, sie haben einfach eine Passion für ihre Musik.

Sounds Of South: Welche Bedeutung hat für euch der Southern Rock, der ja vorwiegend Thema unseres Magazins ist?

Jaren: Eine gewaltige! Das Genre gab uns eine Stimme, falls du weißt, was ich meine. Drei Jungs aus Nashville, Tennessee, nicht Country genug, spielten Southern Rock. Es gab schon immer Bands mit einer gewissen Outlaw-Mentalität, die nicht so in die Country-Sparte passten, aber in den Southern Rock, und zwar einige der größten Bands, die jemals in Amerika existierten wie z. B. die Allman Brothers oder Lynyrd Skynyrd, die ja heute noch touren. Die Southern Rock-Geschichte ist für uns eine schöne Sache. Für viele suggeriert es eine lange Karriere.

Sounds Of South: Was sagst du zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen?

Kelby: Ich glaube jeder war schon ein bisschen überrascht, yeah, haha. Wir waren zu dieser Zeit unterwegs und warten erstmal, bis wir zu Hause sind und schauen, wie sich die Sache dann entwickeln wird.

Sounds Of South: Verbringt ihr Drei auch viel private Zeit miteinander oder gibt es da eine strikte Trennung?

Kelby: Nein! Neil: Niemals (Gelächter)! Jaren: Wir sind als Kinder zusammen aufgewachsen, haben die gleiche Schule besucht, wir verbringen viel Zeit zusammen, besuchen die gleichen Geschäfte und Bars, wir leben aber nicht im gleichen Haus, falls es das ist, was du meinst.

Sounds Of South: Ihr seid ja sehr lustige Typen. Was würde passieren, wenn ihr jeden Morgen um Sieben aufstehen und dann den ganzen Tag in einem Büro verbringen müsstet?

Jaren: Wir würden diese verdammte Band natürlich sofort auflösen (Gelächter)! Dazu hätten wir aber wohl keinen Mut. Musik ist, was wir können und sich gut für uns anfühlt, und, wo wir immer gut waren. Kelby: Musik ist definitiv deutlich spassiger!

Sounds Of South: Danke für das Interview!

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: Hi Jaren, nice to meet you. You guys are about to come to Germany/Europe for the second time. I saw you opening for Eric Church. What’s been different?

Jaren: We played our first show in Berlin yesterday, now as a headliner, there were a lot of more people, a lot of fun, the crowd is constantly growing, we were enyoying it (I politely asked Jaren to speak a little more slowly, collective laughter). Ok, simply said, we were excited!

Sounds Of South: You’re supporting your current album „Bury Me In My Boots“. What do you think about your development in comparison to the predecessor/debut?

Jaren: I think it’s a perfect step to where we want to go and where we’ve been to. Half of the record is that kind of Southern stompin‘ thing that we do and there’s some growth in the record, the other half is songs like „This Accent“, „Graffitti“, „White Lightning“ and „Running Red Lights“ that kinda show a bigger picture I guess for us not just the Southern swampy thing you know. I think it shows a mass of growth but it still sticks to our roots.

Sounds Of South: You have a contract with Big Machine Records. Did you get any pressure on the charts or sales?

Neil: We haven’t much pressure on the charts (laughter)! Kelby: They let us do what we want. Not that kind of pressure from them tryin‘ to be what we are not. Jaren: They’re probably right to have us more success on the charts but I think it’s the evident that what we are doing is workin‘ at the moment. They were excited.

Sounds Of South: You’re one of the most popular songwriters in Nashville. From where do you get your ideas? What’s the typical Jaren Johnston song?

Jaren: I just pull my life experiences, we travel a lot obviously through the world, we meet a lot of interesting people and you experience a lot of interesting things so there’s plenty of things to write about, whether it’s love, gettin‘ drunk, fightin‘ or old Germany (Kelby), it’s different every time. So hopefully it just keeps happen in that way.

Sounds Of South: When will you make your decision on Cadillac Three song or a track for an other artist?

Neil: We’re waitin‘ to give away some of our better songs. It’s easy in Nashville to pitch a song you didn’t write. You might write something you get excited about and wanna give it to Keith Urban, Tim McGraw and Eric Church or somebody, but we take a second to play the songs for each other to make sure it isn’t something we wanna keep for ourselves. It’s different every time. Jaren: If I’m not sure I first give it to Jim (Jimmy Robbins?). We don’t give away something that is really good, we are more conscious now, definitely. Kelby: Some songs we wanna play more than other songs that you write, but they sound better for someone else.

Sounds Of South: Who are your favorite co-writers and why?

Jaren: We have quite a few, a bunch of Nashville guys that we’re drinkin beer and gettin‘ along with. Touring in the States we’ll bring out somebody to the tour bus every weekend to write with us (Kelby: and drink beer and whiskey…). It’s kinda stupid vacation for them, they can live a rock star life for a couple of days (grinning), but that are more Nashville guys like Jeremy Stover, Andrew Dore, Ryan Hurt, they feel comfortable travelling with us.

Sounds Of South: What do you think – as a very creative songwriter – what’s been the most ingenious song of all times.

Kelby: How long do we have? Jaren: It goes to the Beatles catalogue where you can find much, Leonard Cohen who’s just passed away, the „Halleleluhjay“ song is pretty brillant, we’re huge Tom Petty fans, my favorite Beatles song of all times is „While My Guitar Gently Weeps“. What is obviously, we draw influences from a lot of different places, it is tough to say what is the most ingenious song. We have a lot of songs we look at, too.

Sounds Of South: How was the work with superstar Steven Tyler (you partly supported/produced his first country album), please spill the beans!

Jaren: It was very cool. Workin‘ with Steven is one of the things you pinch yourself with, ‚cause you grew up listening to his records an his voice. You know he’s one of the greatest rock stars in the world, that ever lived, he wrote things like  „Dream On“ when he was seventeen years old.  So you sit in a room and he’s asking you how you do what you do and you’re freaking out your mommy you gotta play cool and since now we’ve got become really good friends. Its just a lot fun, we learned a lof of things from him, we take a lot of stuff from his band as well as ZZ Top for example, we wanna still be kickin‘ 45 years, and that’s something they’d been able to do, they had that passion for music they do.

Sounds Of South: What kind of relevance has Southern Rock – which plays a very important role in our magazine – for you?

Jaren: It’s huge, they gave us a voice, you know what I mean, three guys from Nashville, Tennessee, we were not country enough, we’re playin‘ Southern Rock. There’s always been bands with an outlaw mentality, that couldn’t fit in the country, but in the Southern Rock, which is really nice, because a lof of these bands are the biggest that ever lived in America like the Allman Brothers, Lynyrd Skynyrd, who are still touring today. The Southern Rock thing is a nice place for us to be, it seems to a lot of careers to be long.

Sounds Of South: What do you think about the president elect. Have you been surprised?

Kelby: I think everyone was surprised, yeah, haha. We haven’t been home, but we wait until we get home and let it process.

Sounds Of South: Do you three usually spend most of your private time together?

Kelby: No! Neil: Never (laughter)! Jaren: We grew up as kids, as friends, we went to school together you know, we do spend a lot of time together, always the same bars and stores, but we don’t go home to live in the same house, if that’s what you mean.

Sounds Of South: Let’s conclude the interview with a funny question. What actually will happen, if you work in an office five days a week in a regular job, but you have to get up seven o’clock in the morning.

Jaren: We quit the fuckin‘ band (laughter)! That wasn’t in a courage for us, music is what we can do, cause this feels always right to us, and we’ve always been good at this. Kelby: Music is much more fun, defenitely!

Sounds Of South: Thanks for the interview!

Bilder: Gernot Mangold
Interview/Text: Daniel Daus

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