DarkWater Redemption – Long Way Down – CD-Review

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Das Jahr 2016 meint es mit uns Freunden des Southern Rocks gut! Viele starke Veröffentlichungen und die meist von noch hungrigen Bands der jüngeren Generation. Hierzu zählen auch DarkWater Redemption aus Stoneville, NC, die mit ihrem fantastischen Debütalbum „Long Way Down“ direkt das Herz des Rezensenten im Sturm erobert haben.

Entdeckt wurde das Quintett, bestehend aus Josh Smithey (lead vocals, rhythm guitar), Jordan Roberson (dobro & banjo, vocals), Joey Doss- (lead guitar, mandolin, vocals), Chris Comer (bass guitar) und Kevin Smithey (drums, percussion) übrigens vom Requisiteur der erfolgreichen US-Fernsehserie ‚The Walking Dead‘, John Sanders, bei einem Auftritt Zac Browns Kneipe ‚Southern Ground Social Club‘ in Senoia, GA.

Das Markenzeichen der Truppe ist die unglaublich harmonische Zusammenführung und Verschmelzung von Country-typischen Instrumenten wie Dobro, Banjo und Mandoline, mit furios slidenden und rockenden E-Gitarren. Dazu kann man sich in Josh Smithey auf einen tollen engagierten Sänger, mit einer zum Sound hervorragend passenden Stimme, verlassen. Sämtliche Tracks sind dabei Eigenkreationen.

Natürlich orientieren sich auch DarkWater Redemption an den einstigen Größen des Genres wie Skynyrd, den Allmans & Co., verneigen sich mal kurz  wie bei „Better Get Your Boots On“, fahren aber insgesamt doch ihre ganz eigene Linie. Allein schon der herrlich shufflig stampfende Opener „When The Whiskey Whispers Her Name“ mit seinen rauschenden E-Riffs und fiependen Slides (dazu tolles Solo), tollen Tempowechseln und klasse Harmoniegesängen, das knarzige „Julianne“ und das rotzig polternde „Get Back Up“  (wieder unglaubliches Slide-Gesurre) bilden ein bärenstarkes Start-Trio, das den vermutlich zunächst freudig überrascht reagierenden Southern Rocker regelrecht überfährt.

Der darf dann, um das Ganze zunächst mal zu verarbeiten, seine belegte Kehle beim grassigen, von einer wunderbar klirrenden Mandolinen-Hook geführten und grandiosen Dobroklängen begleiteten, melancholisch eingefärbten „Who’s Keeping You Warm“, in Ruhe befeuchten, bevor es im weiteren Verlauf doch meist wieder ordentlich zur Sache geht.

Ein blecherndes Banjo untermalt das swampige „Boogie Man“, das von klasse angelegten Stimmungswechseln (ruhiger Strophengesang, fetter Powerrefrain) gezeichnet ist, ähnliches gilt für das dezent psychedelisch angehauchte „Cleanse„, auch eine tolle Nummer.

Die zweite Halbzeit wird mit  dem atmosphärischpackenden „Death Row“ (auch toller Text) eingeläutet, bei dem sich im späteren Verlauf Slide- und E-Gitarren in einen wahren Rausch hinein duellieren, einfach nur geil. Das Titelstück entpuppt sich als kompakter rhythmischer Siebziger Rocker,  Rednecks genießen den Hüftschwung ihrer Mädels auf der Tanzfläche bei „Raise A Little Hell“ (mit schön holprigem Banjo-Rhythmus).

Auch „Be Who We Wanna Be“ lebt wieder von diesen messerscharfen Slides und turbulenten Duellen mit den herkömmlichen E-Gitarren, großartiger Stoff für Skynyrd-Fans. Klasse hier auch wieder mal die Harmoniegesänge der Burschen. Der melodische Power-Lovesong „Love You More“ zeigt am Ende, dass DWR es auch einfühlsam können, ohne dabei ins Kitschige abzudriften.

Insgesamt gelingt DarkWater Redemption mit „Long Way Down“ ein sensationell gutes Debüt-Album, ohne einen einzigen Füller, das selbst eingefleischten Southern Rockern wie mir, den Atem regelrecht stocken lässt. Was für ein Potential diese Jungs haben! Liebe Leute, holt euch dieses Teil. Absolute Suchtgefahr! Selbstredend werden natürlich immense Wünsche geweckt, das Quintett mal bei uns live sehen zu können. Auf geht’s Boys, get your boots on…!

Eigenproduktion (2016)
Stil: Southern Rock

01. When The Whiskey Whispers Her Name
02. Julianne
03. Get Back Up
04. Who’s Keeping You Warm
05. Boogie Man
06. Cleanse
07. Death Row
08. Long Way Down
09. Raise A Little Hell
10. Be Who We Wanna Be
11. Better Get Your Boots On
12. Love You More

Darkwater Redemption
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