The Georgia Shine Band – Same – CD-Review

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‚Smokin‘ hot original Southern Rock‘! Eine absolut treffende Umschreibung der seit 2013, aus Atlanta, Georgia, bestehenden, recht neuen Southern Rock- Formation Georgia Shine Band, die  mit ihrem gleichnamigem Debüt (alles Eigenkompositionen) sofort famos auftrumpft. Hier sind allerdings keine Jungspunde zu Werke geschritten, sondern gestandene und erfahrene Musiker aus der Atlanta-Musik-Szene, die schon für und mit arrivierten Bands des Genres zusammengespielt haben.

Bei einem klangvollen Namen wie dem von Doug Southern, dem Leader, Sänger, Songwriter/Texter und Gitarrist der Truppe, war der einzuschlagene Musikpfad ja quasi schon determiniert. Er bildet mit den weiteren Gitarristen Kevin Taylor und Dustin McElroy (beide haben früher mit dem einstigen, mittlerweile ja leider verstorbenen Skynyrd-Drummer Bob Burns in einer Band gespielt, Taylor auch sporadisch mal für Molly Hatchet) das klassische 3-Gitarren-Line-Up.

Drummer Mark Smith (früher Southbound Band und Three Leg Dog) und Bassist Brian Watson bilden die routinierte Rhythmus-Fraktion. Als zusätzliche Gast-Musiker hat der Georgia-Fünfer noch Southerns Tochter Layla Rae (die ist schon bei den berühmten ‚Simple Man Cruises‘ aufgetreten) im Background, David Smith (bass), Dave Lamar James (klasse Keys) und Rick Willaford (percussion) mit an Bord genommen, Letztgenannter hat das Werk sehr schön rau, ungeschliffen und erdig, ja fast im Live-Ambiente mit Doug in Assistenz produziert.

Vierzehn durchgehend großartige, packende, sich an der großen Southern Rock-Zeit der Siebziger Jahre orientierende Stücke mit einer Spielzeit von fast genau einer Stunde, sind der treffliche Beweis, dass diese Musikrichtung sich einfach nicht tot kriegen lässt und immer wieder für neue Überraschungen gut ist.

Die Opener „Redneck“ und „Ink Under My Skin“ lassen es sofort standesgemäß in einstmaliger Skynyrd-/Molly Hatchet-Tradition voller typischer E-Gitarreneinlagen krachen und knarzen. Southern, dessen kauzige und durchaus charismatische Stimme insgesamt entfernt an die von John Hiatt erinnert (dazu kommen leichte Tendenzen in Richtung Ronnie Keel, Gary Jeffries, Jimmy Van Zant), hat hier dieses schön ‚grimmige‘ Flair eines damaligen Danny Joe Browns.

Mit den herrlichen Balladen „Shame“ (klingt wie eine Modifikation von „Lonesme Guitar“) und „Love Is Alive“ (Piano-bestückter Schwofer), dem Tucker-mäßigen „I’m Gone“,  dem Bandnamen getreuen „Georgia Shine“ (hier blinzelt ein wenig Daniels „Long-Haired Country Boy“ durch) und dem starken „Johnny Rebb“ (erinnert vom Aufbau an Doc Hollidays „Southern Man“, zwei starke verschachtelte mehrstimmige E-Gitarren-Kurz-Passagen in der Mitte und am Ende) hat die Band gleich fünf Hymnen-taugliche Tracks am Start (!), an die man spielend, ein typisches langezogenes Gitarrenfinish hätte anbauen können.

Zur Anhebung des biergelaunten Stimmungsbarometers eignen sich vortrefflich Songs wie das furiose „Junkie Dumb“, bei dem die höllisch gespielten Lead Gitarren regelrecht Funken sprühen lassen (Wahnsinn!), die rhythmisch-shuffligen Boogie-Nummern wie „Hot Mess“ (klingt wie eine Reinkarnation von Skynyrds „What’s Your Name“) und der inkludierte zünftige Hidden-Track „You Know What I Mean“ (folgt dem abschließenden überwiegend akustisch gehaltenen „64“).

Die Georgia Shine Band bedient mit einem starken Debüt, in erster Linie, die Fraktion der Southern Rock-Nostalgiker, die es wehmütig nach Musik aus der Hochzeit von Bands wie Skynyrd, Molly Hatchet, Doc Holliday, Allman Brothers (einige Duane Allman-mäßige Slides sind hier auch vertreten), MTB oder der CDB dürstet. Dies in Verbindung mit viel kreativer musikalischer Neuenergie, ähnlich wie es zeitgenössische Interpreten der Marke Rebel Pride, Rambler, Blackberry Smoke, Gary Jeffries, Holman Autry Band & Co. auch immer wieder praktizieren und umzusetzen versuchen.

Ein echter neuer Stern am Southern Rock-Firmament dieses Quintett aus Atlanta, Georgia, und eine weitere bärenstarke Veröffentlichung in einem Reigen von recht vielen guten Neuveröffentlichungen der letzten Zeit! So darf es gerne weitergehen. ‚Shine On‘ Georgia Shine Band!

Dog South Records (2015)
Stil: Southern Rock

01. Redneck
02. Ink Under My Skin
03. Shame
04. Born To Do
05. I’m Gone
06. Junkie Dumb
07. Georgia Shine
08. Love Is Alive
09. Hot Mess
10. Crazy Daisy
11. Johnny Rebb
12. Under Cover
13. 64 (inkl. Hidden Track)

Georgia Shine Band bei Facebook
Bärchen Records

Ein Gedanke zu „The Georgia Shine Band – Same – CD-Review“

  1. Super CD! Great band. Nice songs. Very good musicianship. Like Hogjaw. Very good review. Thankzz for the bonustrack tip. Also a great song.
    Grtzz from Holland.
    Larzz.

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