The Georgia Thunderbolts – Southern Rock From Rome – CD-Review

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Schön, wenn man Musik-kompetente Freunde hat! Die Scheibe „Southern Rock From Rome“ der Georgia Thunderbolts rührt her von einem Tipp meines Bekannten Harald Birkner.

Schon nach dem Hören eines Tracks war für mich klar, dass dieses Werk in Sounds Of South besprochen werden musste. Ich kontaktierte das GTB-Management auf dem Fuße und wurde sofort mit der CD samt aller interessanten Infos versorgt. Vorbildlich!

Die Band rekrutiert sich aus den im 7-Hügel-Tal an den Flüssen Coosa, Oostanaula und Etowah  gelegenen Städten Rome und Taylorsville, was letztendlich im Line-up mit T.J. Lyle (lead vocals), Riley Couzzourt (lead and rhythm guitars), Logan Tolbort (lead and rhythm guitars), Zach Everett (bass, keys, vocals) und Bristol Perry (drums, percussion) uferte.

Als Gäste sind noch Bianca Byrd und Sandra Dye (tolle Backing vocals beim delta-bluesigen „It Ain’t Easy“, hätten gerne noch präsenter sein können) und Paul Hatchett (mit hallender Orgel bei „Dancing Withe The Devil“) vertreten, produziert haben in einen sehr schön erdigen, aber klaren Sound, Richard O. Young und Dave Barrick.

Direkt schon der Opener „Be Good To Yourself“ rockt und stampft rhythmisch zu klimperndem Piano und kratzigen E-Gitarren in bester Manier Black Crowes-/Georgia Satellites-Manier, allerdings deutlich southern-rockiger.

Auffällig sofort die tolle Stimme von Fronter T.J. Lyle mit frappierender Ähnlichkeit zu Johnny Van Zants Anfangstagen, beziehungsweise -alben, also noch nicht vereinnahmt vom späteren Lynyrd Skynyrd-Management. Überhaupt fühlt man sich durchgehend an die Zeit von „No More Dirty Deals“ des damaligen Van Zant-Benjamins zurückerinnert.

Die Donnerkeile aus Georgia bevorzugen insgesamt die riffig-rockige Gangart des Genres („Lend A Hand“, „Can I Get A Witness“, das herrliche „It’s Alright“, „Better Run From The Beast“, „Life I’m Livin'“), natürlich garniert mit vielen typischen E-Gitarren-Soli. Ruhiger und atmosphärischer wird es nur partiell bei Stücken wie „Dancin‘ With The Devil“ und „Looking For An Old Friend“, beide mit einem wunderbaren Skynyrd-Feeling.

Und am Ende wird dann noch ein genial progressiv-ummanteltes „Set Me Free“ rausgehauen (erinnert an „The Whippoorwill“), das noch mal bleibenden Eindruck hinterlässt. Gleichzeitig der wohl stärkste Track des Longplayers. Was für ein toller Gesang und großartige E-Gitarren samt toller Soli, sowie die Pink Floyd-angelehnten Bridges. Alles richtig gemacht Jungs!

Große Southern Rock-Karrieren werden vielleicht nicht an einem Tag oder mit einer CD geschaffen, auch nicht in Rome! Den Georgia Thunderbolts ist mit ihrem Erstling „Southern Rock From Rome“ allerdings ein brillanter Einstieg ins Genre gelungen, der in Zukunft so einiges erhoffen lässt. Eine sich anbahnende echte Konkurrenz für die Bundesstaats-Kollegen von Blackberry Smoke.

Und ein ganz heißer Kandidat für das Album des Jahres, bitte unbedingt zulegen liebe Southern Rock-Gemeinde!

Eigenproduktion (2019)
Stil: Southern Rock

01. Be Good To Yourself
02. Lend A Hand
03. It Ain’t Easy
04. Can I Get A Witness
05. It’s Alright
06. Dancin‘ With The Devil
07. Looking For An Old Friend
08. Better Run From The Beast
09. Life I’m Livin‘
10. Set Me Free

The Georgia Thunderbolts
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Marc Broussard – Home (The Dockside Sessions) – CD-Review

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Review: Michael Segets

Marc Broussard sorgt dafür, dass er im Gespräch bleibt. Vor einem Jahr brachte er „Easy To Love“ heraus, hatte einen ARD-Fernsehauftritt, tourte durch Deutschland – SoS besuchte seinen Gig in Düsseldorf – und schob das Weihnachtsalbum „Magnolias & Mistletoe“ nach. Möglich wäre sicherlich gewesen, einen Live-Mitschnitt oder eine Best-Of-CD herauszubringen. Stattdessen hat er sich für eine besondere Kombination dieser Alternativen entschieden.

„Home“ versammelt Neueinspielungen bereits veröffentlichter Songs, die größtenteils live in den Dogside Studios aufgenommen wurden. Eigentlich waren die Aufnahmen lediglich für Youtube-Videos gedacht. Nach 30 Millionen Klicks war der Schritt zur Produktion eines Albums naheliegend.

Marc Broussard verfügt über eine ausdrucksstarke Stimme, die im Vordergrund der ruhigen Songs steht. Die instrumentale Begleitung beschränkt sich zumeist auf akustische Gitarre und/oder Klavier. Ted Broussard und Andy Bourgeois übernehmen diese. Lediglich beim Klassiker von Otis Redding „These Arms Of Mine“ – zuvor mit Huey Lewis eingespielt – kommen noch Keys und beim abschließenden „Home Anthology“ Drums zum Einsatz.

Das letztgenannte Stück hebt sich durch die höhere Dynamik, zu der die elektrische Gitarre von Roddie Romero und der Backgroundchor beitragen, deutlich von den vorangegangenen Titeln ab.

Bei der überwiegenden Anzahl der Songs zelebriert Broussard den Soul. So legt er fünf Titel neu auf, die sich auf seinem Album „S.O.S.“ finden. Auf diesem Werk widmet sich Broussard der Soul-Musik der 1950er und 1960er Jahre. Ein Highlight stellt die akustische Version von „Cry To Me“ dar.

Bekannt wurde der Song von Burt Berns durch den Film „Dirty Dancing“. Ebenfalls sehr stark ist „I Love You More Than You’ll Ever Know” – ein Blues aus der Feder von Al Kooper.

Neben den Covern greift Broussard auch auf eigene Titel zurück, die ihm besonders am Herzen liegen. Sechs Songs von „Carencro“ aus dem Jahr 2004 präsentiert er in neuem, gereiften Gewand. Beispielsweise bei „Gavin’s Song“ sind deutliche Unterschiede im Arrangement zu hören.

Das Stück wurde bereits für das letztjährige Album „Easy To Love“ neu aufgenommen. Von dieser Version unterscheidet sich die aktuelle auf „Home“ allerdings nur in Nuancen. Mein Favorit des neuen Albums ist „Send Me A Sign“, das sich im Original ebenfalls auf „Easy To Love“ findet.

Marc Broussard hat Soul in der Stimme, der auf „Home“ hervorragend zur Geltung kommt. Mit dem Album zieht er eine persönliche Zwischenbilanz seines bisherigen Schaffens, wobei das Resultat des Überarbeitungsprozesses der Songs den Stand seiner musikalischen Entwicklung einfängt.

Zurücklehnen und diese Werkschau der anderen Art genießen, lautet daher die Empfehlung.

Big Lake Music / India Media Group (2019)
Stil: Southern Soul Rock

Tracks:
01. French Café (Live at Dockside Studio)
02. The Wanderer (Live at Dockside Studio)
03. I Love You More Than You’ll Ever Know (Live at Dockside Studio)
04. Lonely Night in Georgia (Live at Dockside Studio)
05. Do Right Woman, Do Right Man (Live at Dockside Studio)
06. The Beauty of Who You Are (Live at Dockside Studio)
07. Gavin’s Song (Live at Dockside Studio)
08. Let Me Leave (Live at Dockside Studio)
09. Send Me a Sign (Live at Dockside Studio)
10. Don’t Be Afraid to Call Me (Live at Dockside Studio)
11. Come in from the Cold (Live at Dockside Studio)
12. Lucky (Live at Dockside Studio)
13. Cry to Me (Acoustic)
14. These Arms of Mine (Live Acoustic)
15. Home Anthology

Marc Broussard
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Music Matters

Ronnie Van Zant – Rollin‘ Stoned – CD-Review

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Hätte sich der tragische Flugzeugabsturz von Lynyrd Skynyrd am 20. Oktober 1977 nicht ereignet, müssten die Geschichtsbücher der Rockmusikgeschichte vermutlich umgeschrieben werden.

Aus uns nicht ersichtlichen Gründen hat ein Hacker (Southern Rock-Fan?), u. a. unserem Magazin, diverses Material (Dokumente, Protokolle, Vertragsentwürfe, Dateien, Bilder, Cover-Artwork, Soundschnipsel) des damaligen Rolling Stones-Managements zugespielt, mit teils unglaublichen (man könnte fast einen April-Scherz dahinter vermuten…), bis dato nicht bekannten, voller Brisanz steckender Inhalte.

So kriselte es 1977 zur vermeintlichen Hoch-Zeit Skynyrds (mit „Street Survivors“ schien ja ein erster Zenit erreicht zu sein), als auch bei den Stones, ganz kräftig hinter den Kulissen (beide Bands waren ja ein Jahr zuvor auf dem legendären Knebworth-Festival vor 120.000 Zuschauern aufgetreten).

Das Stones-Managemanent war stinkesauer auf Mick Jagger und selbst der gerade von einer Drogen-Entzugskur halbwegs regenerierte Halodri Keith Richards, hatte von den ständigen Eskapaden und Affären des Bandleaders die Faxen dicke. Das Tischtuch war so gut wie zerschnitten und für die Verantwortlichen war der potentielle Jagger-Nachfolger bereits ausgeguckt – Ronnie Van Zant!

Van Zant wusste um die einmalige Chance, und brachte Bruder Donnie, als nächstälterer Bruder, bei Skynyrd ins Spiel, der Benjamin Johnny sollte dafür die bei 38 Special entstandende Lücke füllen. Gary Rossington und Allen Collins favorisierten allerdings eine Lösung in eigener Sache mit einer gewissen Dale Krantz am Mikro, Steve Gaines lag bei der etwas jazz-lastigeren Marshall Tucker Band, als dritter Gitarrist, ein bereits unterschriftsreifer Vertrag vor.

Um Jagger zur Vernunft zu bringen, als auch unter Druck zu setzen, wollte man Van Zant zunächst als Solo-Künstler aufbauen. In gerade mal drei Wochen wurde in Austin, Texas, ein komplettes Studio-Album mit dem plakativen Titel „Rollin‘ Stoned“ kreiert und eingespielt, wobei Ronnie und Keith Richards (auf dem Werk unter dem Synonym Richard Keys aufgeführt), die Tracks gemeinsam geschrieben hatten.

Mit dem auch als Nachfolger für Mick Taylor gehandelten Jeff Beck (als 2. Gitarrero), der Rhythmus-Fraktion Chris Layton und Tommy Shannon, sowie Keyboarder Reese Wynans (mit ein paar herrlichen Piano- und Orgel-Einlagen), alle drei aus dem Stevie Ray Vaughan-Umfeld, zudem den Backgroundsängerinnen Bekka Bramlett und Marcy Levy (Eric Clapton), wurden die Tracks dann in ein musikalisches Gewand umgesetzt. Produziert hatte das Ganze James Miller, der sich ja auch zuvor für die markantesten Stones-Alben verantwortlich zeigte (u. a. „Let It Bleed“, „Sticky Fingers“, „Exile On Main St.“).

Für Van Zant war es eine komfortable Situation. Er konnte quasi dreigleisig fahren. Zum einen die mögliche, auf seine Vorstellungen alleinig fixierte Solo-Karriere, die medial wie finanziell, einmalige lukrative Stones-Option oder zur Not, sollten alle Stricke reißen, eine Rückbesinnung zu Skynyrd. Das Album (das können wir schon jetzt konstatieren) bietet übrigens, wie nicht anders zu erwarten, einen herrlichen Southern Rock stonesker Prägung.

Aber wie allseits bekannt, kam alles anders. Das Stones-Management reagierte sofort auf die Hiobsbotschaft des tragischen Ereignisses in Gillsburg, Mississippi, und legte das fertige Album wieder auf Eis. Mit dem Van Zant-Clan wurde eine vierzig-jährige Verschwiegenheitsklausel vertraglich festgelegt.

Nach dem Durchsickern einiger Details vor ein paar Monaten und dem Ablauf der Stillschweige-Zeit, ist dieses Werk jetzt wohl wieder aus den Archiven ‚gekramt‘ worden und steht demnächst zur Veröffentlichung in den Startlöchern.

Um uns abzusichern, kontaktierten wir spontan Carol Chase, zu der wir ja, dank eines Interviews, immer noch gute Beziehungen pflegen. Die nickte auf Nachfrage zum Wahrheitsgehalt quasi imaginär ab und stellte uns drei Exemplare in Aussicht, wovon wir zwei gerne an unsere Sounds Of South-Leser weitergeben möchten.

Schreibt uns von daher ins Kommentarfeld, wie ihr einer Solo-Karriere Ronnie Van Zants, beziehungsweise seiner Rolle als Jagger-Nachfolger bei den Rolling Stones gegenüber gestanden hättet. Die interessantesten beiden Beiträge werden dann nach Veröffentlichung mit der Scheibe belohnt!

Atlantik Records (1977)
Stil: Southern Rock

01. Paint It Red
02. White Sugar
03. Honky Tonk Chicks
04. It’s Only Southern Rock
05. Ruby Thursday
06. You Can’t Always Drink What You Want
07. Slow Horses
08. Let’s Spend The Holidays Together
09. Waiting On A Saint
10. Tumbling Twice
11. Sweet Young Angel
12. Dance Little Brother

Ronnie Van Zant
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Rot-Weiss Essen und Sounds Of South kooperieren – Top-News

Mit der Bekanntgabe von Sascha Peljhan, Gründer des bekannten Essener Modelabels Naketano, als strategischer Partner, scheint eine Lawine losgetreten worden zu sein. Jetzt ist auch eine weitere Katze aus dem Sack! Der nächste große Investor bei Rot-Weiss Essen wird ‚Sounds Of South‘ (mit der ‚Essen Rocks Inc.‘ im Rücken) heißen!

Nachdem der Fußball-Traditionsverein seit Jahren, ohne Aussicht auf ein Weiterkommen in der vierten Liga, auf der Stelle tritt, musste endlich ein bahnbrechender Schritt in die Zukunft getätigt werden.

Für die viele Jahre zaudernde und zögernde, eigentlich sehr potente Essener Wirtschaft, mit ihren vielen zahlungskräftigen Unternehmen wie die RWE AG, die ThyssenKrupp AG, ALDI Nord, der HOCHTIEF AG, Deichmann  oder der Schenker AG, scheint der Revierclub momentan einfach immer noch zuviel verbrannte Erde hinterlassen zu haben.

Bei einem zufälligen Treffen von den beiden Rheinbergern Marcus Uhlig, amtierender Geschäftsführer von RWE und Daniel Daus, Chef des Rockmusikmagazins Sounds Of South, beim Konzert von VDELLI im Schwarzen Adler, gab es einen der denkwürdigen Momente, bei dem vermutlich endgültig die Weichen für eine rosige Zukunft des Vereins gestellt wurden.

Marcus Uhlig: „Daniel Daus und ich kennen uns seit zig Jahren vom Rheinberger Amplonius-Gymnasium und der Rheinberger Tischtennishalle. Daniel oder ‚Dangerous Dan‘, wie er in RWE-Kreisen genannt wird, und ich waren schon damals zu Schulzeiten in unseren Jahrgangsstufen die gefürchteten Top-Fans des Clubs. Klar, dass wir im Adler sofort über die alten Glanzzeiten mit Willi ‚Ente‘ Lippens, Horst Hrubesch, Frank Mill, Manni Burgsmüller, Jürgen ‚Cobra‘ Wegmann & Co. an der Festung Hafenstraße ins Schwärmen gerieten.“

Daniel Daus: „Nachdem Marcus mir berichtete, wie schwer es in Essen ist, trotz des Peljhan-Asses im Ärmel, solvente Sponsoren zu finden, begann ein spontanes Brainstorming. Ich offerierte ihm einfach mal, meine Kontakte aus früheren Tischtennis-Bundesliga-Zeiten und in der Rockmusik spielen zu lassen, zumal ich wusste, dass die beiden fußball-verrückten Rod Stewart, Elton John und, man höre und staune,  Joe Bonamassa, schon lange ein Auge auf einen deutschen, investitionswürdigen Club geworfen haben.“ Auch Timo Boll und Daus‘ damaliger TT-Weggefährte Jörg Roßkopf sind passionierte RWE-Liebhaber.

Adler-Chef Ernst Barten, der aufmerksam unsere Konversation mitverfolgte, stellte sofort den Kontakt zu ‚Smokin‘ Joe‘ her. Bonamassa, der den Rheinberger Kult-Blues-Club heute noch als sein musikalisches Wohnzimmer bezeichnet, war nach einem Treffen absolut Feuer und Flamme. Sein begeisterter Kommentar nach unserem Gespräch: „Dan, Sounds Of South and Rot-Weiss Essen, that’s it!“

Im Nu hatte der Blues Rock-Superstar mit den bereits erwähnten Stewart, John, den Rolling Stones-Masterminds Mick Jagger und Keith Richards („Red White Essen, best damn shit ever!“), Gary Rossington, Reese Wynans, Scott Borchetta (Big Machine Records), Angus Young, Garth Brooks und einigen weiteren Stars der Szene, eine Sponsorengemeinschaft unter dem Namen ‚Essen Rocks Inc.‘ ins Leben gerufen, die gegenüber dem vergleichsweise geringen Engagement von Peljhan, einen dreistelligen Millionenbetrag in den Traditionsclub aus dem Essener Norden investieren wird.

Während Peljhan die Vermarktung im Stadionbereich und der wirtschaftlichen Beratung obliegt, sind Sounds Of South und die Essen Rocks Inc. vornehmlich auf die sportliche Wahrnehmung und den damit geplanten Erfolg fokussiert.

april_03Das Konsortium bestand somit auf zwei Dinge: Sounds Of South muss in den nächsten fünf Jahren auf dem von Peljhan entworfenen Trikot als Werbeträger vertreten sein und José Mourinho soll neuer Trainer werden. Der exzentrische Portugiese zeigte sich für das überraschende Angebot offen. „Wenn ich eine neue Mannschaft um Kevin Grund (siehe schon im neuen Trikot) und Benjamin Baier als neue Führungspersönlichkeiten bauen kann, bin ich dabei!“ So sein O-Ton.

Klar, dass seitdem bei Marcus Uhlig das Telefon nicht mehr still steht. Selbst der Agent des bei Juve nicht glücklichen Cristiano Ronaldo hat sich bei ihm gemeldet. „Finanziell sind wir uns weitestgehend einig. Im Moment, hakt es noch an der Stammplatzgarantie, für die Mourinho seinem extrovertierten Landsmann bei RWE partout keinen Blanko-Scheck ausstellen möchte.“

Eine weitere unkonventionelle Maßnahme des Neu-Trainers: Ex-Tischtennis-Bundesliga-Spieler Daniel Daus wird neben seiner SoS-Tätigkeit für den bisher glücklosen Jürgen Lucas (geht zurück in den Jugendbereich) zukünftig als Sportlicher Leiter auf der Tribüne Platz nehmen. Der amtierende Coach ‚Kalle‘ Neitzel hat eine lukrative Offerte als Co-Trainer auf dem Tisch liegen. Das ebenfalls lang gehandelte RWE-Mitglied Andreas Rettig wird sich im engen Austausch mit Pele (wie bekannt, auch RWE-Mitglied) um den Bereich Auslands-Scouting mit dem Fokus auf Südamerika kümmern.

Daus‘ derzeitiger Arbeitgeber, die Essener A. Sutter Fair Business GmbH, hat den 56-jährigen ab dem 01.06.2019 schweren Herzens bis auf Weiters für seine neuen Aufgaben freigestellt. Geschäftsführer und Bonamassa-Fan Martin Sutter: „Wir werden aber im Rahmen unserer eigenen Innovationsstrategien, voraussichtlich zusammen mit der Messe Essen – allerdings erst nur mit einem kleineren siebenstelligen Betrag – ebenfalls auf den Zug aufspringen.“

Der lange für seine Verschwiegenheit kritisierte Marcus Uhlig: „Nach der nun mehr kläglich gescheiterten Hoch-3-Aktion, gilt es es jetzt, die Synergieeffekte zwischen Essener Wirtschaft, Sport und (Rock) Musik, optimal zu nutzen. So haben sich die beteiligten Musiker verpflichtet, einmal pro Saison, ein Heimspiel mit einem einstündigen Unplugged-Konzert anzuheizen. Die erste Partie der neuen Spielzeit 19/20 wird somit der Initiator Joe Bonamassa eröffnen, danach sind die Stones und AC/DC dran!“

Aufgrund des zu erwartenden Andrangs wird das im Modulbaukasten-System angelegte Stadion Essen schon ab Mitte April sukzessive auf eine Kapazität von 40.000 Zuschauern erweitert. Die bisher offenen, zugigen Ecken werden damit geschlossen.

Verzweifelter und desillusionierter Kommentar des SoS-Kollegen und Meisterknipsers Gernot Mangold , seines Zeichens leidenschaftlicher FC Köln-Anhänger: „Da kann man ja gleich einpacken…“

Wie dem auch sei. Die Namen Rödinhausen, Rheda-Wiedenbrück, Straelen, Kaan-Marienborn oder Herkenrath gehören demnächst der Vergangenheit an. Rot-Weiss Essen, Peljhan, Sounds Of South und die Essen Rocks Inc. haben den Blick fest in Richtung Champions-League-Titel gerichtet.

Daniel Daus: „Mit dem Gewinn des DFB-Pokals im nächsten Jahr als erster Meilenstein, soll der Weg dorthin allerdings schon erheblich verkürzt werden. Unter mir wird bei den Spielern ein striktes Leistungsprinzip eingeführt. Wer Siege bringt, wird exorbitant gut verdienen, wer kein Gras frisst, wird rigoros aussortiert. Das sind wir dem jahrzehntelang gebeutelten treuen RWE-Publikum schuldig und dafür stehe ich mit meinem Namen!“

In den bisherigen deutschen Fußballhochburgen München, Dortmund, Leipzig, Berlin, Gelsenkirchen und beim Deutschen Fußball Bund in Frankfurt wird schon fieberhaft gegrübelt, wie man der drohenden Übermacht von der Ruhr, weitere Steine in den Weg legen kann.

Sie können sich aber drehen und wenden, wie sie wollen: Eines ist sicher – die Musik im deutschen Profi-Fußball spielt demnächst bei RWE!

Don Felder – American Rock ’n‘ Roll – CD-Review

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Review: Michael Segets

„Hotel California” – Wer kennt diesen Mega-Hit nicht? Don Felder hat nicht nur diesen Titel mitgeschrieben, sondern als Eagle weltweit mehr als 150 Millionen Alben verkauft. Er arbeitete als Sessiongitarrist mit unglaublich vielen Weltklassemusikern zusammen oder begleitete sie auf Tourneen. 1998 wurde Don Felder in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. „American Rock ‘N’ Roll” ist allerdings erst das dritte Solo-Album des Einundsiebzigjährigen.

Der Longplayer vereint eine ausgewogene Mischung von melodiösem Gitarrenrock, harmonischen Midtemponummern und gefühlvollen Balladen, wobei die langjährige Bandmitgliedschaft bei den Eagles ihre Spuren hörbar hinterlassen hat.

Felder steigt mit dem Titeltrack rockig ein. Mick Fleetwood sitzt am Schlagzeug und Slash liefert ein kräftiges Gitarrensolo ab. Bei dem ebenso rockenden „Charmed“ begleitet Alex Lifeson mit akustischen und elektrischen Gitarren den Altmeister. Der packt für „Falling in Love“ seine Double-Neck-Gitarre aus, die seit ihrem Einsatz auf „Hotel California” Kultstatus genießt und auch das Frontcover des Albums ziert. Der Sound der Ballade ähnelt dem Klassiker dann auch entsprechend. Steve Porcaro untermalt am Keyboard das Stück, das so einen vollen Klang entwickelt.

Nach dem ruhigeren Intermezzo legt sich Felder mit „Hearts On Fire“ wieder ins Zeug. Er gibt dem Titel einen funkigen Einschlag, wobei seine rauchige Stimme sehr gut zur Geltung kommt. Das folgende „Limelight“ rockt gradlinig in einem gemäßigten Tempo, bei dem das Gitarrenduett von Richie Sambora und Orianthi hervorsticht.

Die Mitte des Albums markiert „Little Latin Lover“. Wie der Titel schon nahelegt, hat das Stück eine spanische Flamenco-Prägung und erzeugt ein sommerliches Westcoast-Feeling. Die zweite Hälfte des Albums wird durch das hymnische „Rock You“ eingeleitet. Sammy Hagar und Bob Weir unterstützen Felder am Mikro. Der härtere Track, dessen Höhepunkt in einem kreischenden Gitarrensolo gipfelt, wurde bereits wie das Titelstück vorab ausgekoppelt.

Nach dem eingängigen „She Doesn’t Get It“ mit schöner choraler Bridge wird die Scheibe ruhiger. Drei sanfte Balladen bilden den Abschluss. Ein durchgängig mehrstimmiger Gesang prägt „Sun“. Viel Gefühl legt Felder bei „The Way Things Have To Be“ in seine Stimme. Peter Frampton an seiner Fender Telecaster begleitet ihn dabei. Die sonnige Westcoast scheint bei „You’re My World“ nochmals deutlich durch.

Ein Titel der Güte von „Hotel California“ findet sich nicht auf dem Longplayer, aber das kann auch nicht wirklich erwartet werden. Don Felders „American Rock ‘N’ Roll” ist ein rundum gelungenes Album des Ex-Eagles. Es vereint temperamentvolle Rockstücke und melancholische Titel zum Träumen, die das Lebensgefühl widerspiegeln, das man mit Kalifornien verbindet. Dass der Sound Erinnerungen an früher weckt, ist ja kein Manko, wenn diese gut sind. Frischen Wind bringen zudem die vielen prominenten Gastmusiker.

Die Gelegenheit, den Gitarrenheroen und die neuen Songs live zu erleben, sollte man sich nicht entgehen lassen, denn Don Felder nimmt die Veröffentlichung seiner CD zum Anlass, auf Welttournee zu gehen.

BMG (2019)
Stil: Rock/Westcoast

Tracks:
01. American Rock ’n‘ Roll
02. Charmed
03. Falling In Love
04. Hearts On Fire
05. Limelight
06. Little Latin Lover
07. Rock You
08. She Doesn’t Get It
09. Sun
10. The Way Things Have To Be
11. You’re My World

Don Felder
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Netinfect Promotion

Jane Lee Hooker – 29.03.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Jane Lee Hooker zum zweiten Male im Schwarzen Adler! Nachdem sie vor gut zwei Jahren von Ruf Records, zwecks Pushen ihres Namens, noch im Schlepptau von Layla Joe unter dem Slogan ‚Double Trouble‘ durch die hiesigen Lande reisten, gab es jetzt in Rheinbergs Kult-Blues-Club, das erste Stelldichein unter komplett eigener Regie.

Ein paar Monate später hatte das Quintett mit „Spiritus„, aufgrund des nicht unerheblichen Southern Rock-Anteils, eines der für mich überraschendsten Alben des Jahres 2017 als Nachfolger ihres Debüts „No B!“ hingelegt.

Die fünf Mädels erschienen am gestrigen Abend in unveränderter Besetzung. Auch diesmal präsentierten sich die New Yorkerinnen Dana ‚Danger‘ Athens, Tracy ‚High Top‘, Tina ‚TBone‘ Gorin, ‚Hail Mary‘ Zadroga und Melissa ‚Cool Whip‘ Houston als verschworene Gemeinschaft, für die es nur einen Plan zu geben scheint, ihr ganzes Glück auf die musikalische Karte zu setzen.

Und das taten Jane Lee Hooker von Beginn an voller Leidenschaft, Energie und unbändiger Spielfreude. Mein Gott, was ging da schon für ein Rambazamba bei den furiosen, punk-bluesigen „How About That“ (neuer Song?) und „How Ya Doin‘?“ als Opener auf der Bühne ab.

Die wibbelige, sich fast immer in Action befindliche Fronterin Dana Athens sang und schrie sich bei den weitestgehend uprockenden Tracks wie u. a. „Wade In The Water“, „Gimme That“, „Ends Meet“, „Be My Baby“, „Shake For Me“ oder „Mama Said“, die Seele aus dem Leib, zeigte aber bei etwas gemäßigteren Tracks wie „The Breeze“ oder „How Bright The Moon“ stimmlich und am Keyboard, weitere Facetten ihres Könnens.

Die Rhythumsfraktion mit der schlaksigen ‚Hail Mary‘ Zadroga und der sehr fokussierten Melissa ‚Cool Whip‘ Houston, gab mit kraftvoll pumpendem Tieftöner und polternden Drums heftig die Pace an (beide mit Soli bei „Shake For Me“), von der die beiden quirligen Gitarristinnen, zu vielen Riffs, Fills und Soli, getrieben wurden.

Nicht selten ließen sich, besonders zu unserer Freude, Tina ‚TBone‘ Gorin und Tracy ‚High Top‘ zu längeren, im Southern Rock verwurzelten Einlagen (sogar partiellen Twin-Intermezzi) hinreißen. Letztgenannte trug nicht umsonst ein Lynyrd Skynyrd-T-Shirt unter ihrem bordeaux-farbenden Sakko.

Als eine atemberaubende Version des „Mean Town Blues“ den launigen Hauptteil beendet hatte, wurden die fünf Musikerinnen vom begeisterten Adler-Publikum regelrecht auf die Bühne zurück geschrien. Dem in Sachen Energie, Dynamik und Spielfreude nicht zu toppenden „Didn’t It Rain“ folgte dann vor dem endgültigen Gang zum Merchandising-Stand, noch eine krachende Version von „Mannish Boy“, bei der der gute Muddy vermutlich in seinem geruhsamen Grabe richtig durchgerüttelt wurde.

Dort zeigten sich die Mädels absolut sympathisch und kommunikativ, unterzeichneten Plakate, Bilder sowie CDs und standen für das eine oder andere Foto (unter anderem auch für unsere VIP-Galerie) als auch Smalltalk zur Verfügung. Solche Bands bereiten einfach Spaß! Sollte es so etwas wie Gerechtigkeit im Leben geben, müsste der Plan A von Jane Lee Hooker bei soviel Engagement und Hingabe normalerweise aufgehen…

Ruf Records und dem Adler-Team um Ernst Barten übrigens ein Kompliment für den Mut, auch etwas unkonventioneller agierenden, aufstrebenden Bands, seitens des klassischen Blues Rocks, eine Plattform für ihr Können in seiner namhaften Location zu bieten.

Line-up:
Dana ‚Danger‘ Athens (lead vocals, keys)
Tracy ‚High Top‘ (electric guitar)
Tina ‚TBone‘ Gorin (electric guitar)
‚Hail Mary‘ Zadroga (bass)
Melissa ‚Cool Whip‘ Houston (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Schwarzer Adler

Henrik Freischlader – 27.03.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Nach einer UK-Tour war Dortmund die erste Station von Henrik Freischlader und seiner Band im Rahmen der Deutschland Auftritte, nachdem er vorab im Januar schon einmal in Bocholt präsent war.

Das Dortmunder Musiktheater Piano, in gewissem Sinne eine Art zweites Wohnzimmer der Band, die von Wuppertal kommend, nur etwa 30 Minuten über die A 43 benötigt, war zu diesem Anlass ein würdiger Ort. Schon kurz nach 19 Uhr begann sich das Piano rasant zu füllen. Freischlader und Band, begannen dann pünktlich wie die Maurer um 20:00 Uhr vor einer ausverkauften Hütte.

Wie man es bei ihm gewohnt ist, eröffnete er den Gig mit einem charmanten, humorvollen Smalltalk mit dem Publikum, in den er direkt Werbung für sein aktuelles Werk „Hands On The Puzzle“ einbrachte. Diese Ansage gab auch die Richtung des Abends vor, der in zwei etwa 50-minütige Sets unterteilt war.

Es wurden an dem Abend fast alle Songs des aktuellen Albums gespielt, aber auch immer wieder ältere Sachen eingestreut, die entsprechend der Besetzung eine größere Kompaktheit besaßen und weniger rau daherkamen, als mit einer damaligen Dreierbesetzung.

Interessant war dabei der Bühnenaufbau, wo auf der linken Hälfte das „Trio“ (Henrik Freischlader an der Gitarre und den Vocals, Moritz Meinschäfer an den Drums und Armin Alic am Bass) stand und in der rechten Hälfte Roman Babik an den Keyboards und Marco Zügner am Saxofon ihre Instrumente bearbeiteten. Dass es sich dabei aber um eine kompakte Bandarbeit handelt wurde dem Publikum auch dadurch signalisiert, dass nur der untere Teil der Bühne genutzt wurde und die fünf Musiker entsprechend eng zusammengerückt spielten.

Die Tracklist entsprach in weiten Zügen der des Bochlter Auftritts von Anfang Januar. Es gab keine Songs, die abfielen oder den Status als Lückenfüller gehabt hätten. Einige ragten aus verschiedenen Gründen heraus.

Die ältere Nummer „Masterplan“ nutze Henrik, um das Publikum zum Mitsingen zu animieren, was auch gut gelang. Eine besondere Pointe hatte der Song an diesem Abend dadurch, dass eine nette Mitarbeiterin des Piano – an dieser Stelle schon ein besonderer Dank – am Bühnenrand erschien und Sichtkontakt mit Freischlader aufnahm, der zunächst scheinbar dachte, dass ein schönes Foto geschossen werden sollte. Nach kurzer Rücksprache gab er das Mikro an diese weiter.

Doch statt eines überraschenden weiblichen Gesangparts kam die Ansage, dass ein Auto, wenn es nicht weggesetzt wird, abgeschleppt wird. Freischlader beruhigte den Fahrer, dass er mit der Fortsetzung des Konzertes warten werde und wiederholte in einer Art Endlosschleife die zuletzt gespielte Sequenz , bis das Fahrzeug dann umgeparkt war. Dies kam beim Publikum sehr gut an.

Musikalisch waren mit Sicherheit die beiden letzten Tracks der Show die absoluten Höhepunkte. Das Johnny Guitar Watson-Cover „Life Is A Bitch“, wieder mit Einbeziehung des Publikums in einer ‚Extendend Version‘, gab allen Musikern die Möglichkeit, ihr spielerischen Fähigkeiten zu zeigen.

Ein Kracher war die etwa 20-minütige Zugabe von „I Love You More Than You`ll Ever Know“, die einen würdigen Abschluss bildete, nach dem auch nichts mehr folgen konnte. Der Protagonist bearbeitete seine Gitarre wie entfesselt und steigerte sich fast ekstatisch in die nicht enden wollenden Soli. Babik unterlegte den Sound zum Teil mit fast Pink Floyd-umwehten-Klangwolken währendMarco Zügner das Saxofon zum Teil als Leadinstrument nutzte. Alic bediente den Bass mit einer Sicherheit und erzeugte mit Meinschäfer an den Drums eine Rhythmusgrundlage, die den drei Erstgenannten überhaupt erst die Möglichkeit gab, sich dermaßen auszutoben.

Ein insgesamt begeisterndes Konzert einer in sich gereiften Band, in der sich aber auch jeder Einzelne nochmals weiterentwickelt hat.
Ein besonderer Dank an das Piano und Florence Miller (Entertainment) sowie 3 Dog Entertainment für die wie immer problemlose Akkreditierung und Wertschätzung unserer Arbeit. Ein besonderes Lob, neben dem netten Personal auch an die Licht und Tontechnik, wo die neue Beleuchtungsanlage, durchaus als Zugewinn gesehen werden kann.

Freischlader und Band befinden sich noch einige Zeit auf Deutschlandtour und der Besuch eines Konzertes wird mit Sicherheit eine gute Entscheidung sein.

Aber auch das Piano bietet in diesem Frühling und Sommer noch einige Kracher verschiedenster Genres an, die eine Reise wert sind, ebenso wie Veranstaltungen in anderen Hallen durch 3 Dog Entertainment, wie z.B. die Tedeschi Trucks Band, mit einer neuen begeisternden Platte im Gepäck, schon Mitte April im Ruhrkongress in Bochum.

Line-up:
Henrik Freischlader (lead vocals, electric guitar)
Roman Babik (keys)
Armin Alic (bass)
Moritz Meinschäfer (drums)
Marco Zügner (saxophone)

Text+Bilder: Gernot Mangold

Henrik Freischlader
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Son Volt – Union – CD-Review

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Review: Michael Segets

Mit ihrem Debüt „Trace” (1995) erntete Son Volt viel Kritikerlob. Der kommerzielle Erfolg blieb jedoch aus und so endete nach zwei weiteren Alben und einem Werkschau-Sampler die Zusammenarbeit mit Warner. Bandleader Jay Farrar, der seine ersten Sporen bei Uncle Tupelo verdiente, widmete sich anschließend seiner Solo-Karriere, bevor er Mitte der 2000er nach einem totalen Umbruch der Besetzung Son Volt wiederbelebte. Zurzeit sind neben Farrar der Multiinstrumentalist Mark Spencer (Blood Oranges), Gitarrist Chris Frame, Bassist Andrew DuPlantis und Schlagzeuger Mark Patterson mit an Bord.

Stilistisch ist Son Volt, die mehrmals mit Wilco verglichen wurden, dem Americana beziehungsweise dem alternativen Rock oder Country zuzuordnen. Auf „Union“ sind explizite Country-Einflüsse kaum zu hören, am ehesten scheinen sie noch auf „The Reason“ durch. Die dunkle Gitarre auf „Broadsides“ lässt beispielsweise eine Affinität zum Rock erkennen, aber insgesamt trifft die Bezeichnung Americana wohl am besten die Richtung der CD. Obwohl das Album in unterschiedlichen Studios eingespielt wurde, wirkt es wie aus einem Guss. Die Titel bewegen sich im unteren – wie das Titelstück – bis mittleren Tempobereich – wie der Opener „While Rome Burns“.

Sein Vorhaben, ein Album mit politischer Aussage zu machen, setzt Farrar mit „Union“ in die Tat um. Die Texte sind dabei oftmals sehr poetisch. Bei „Lady Liberty“ lässt Farrar die personifizierte Freiheit Tränen vergießen, während sie die Situation in der Welt und vor allem in den USA betrachtet. Mit „The Symbol“ portraitiert Farrar einen mexikanischen Immigranten, der half, nach dem Sturm Katrina New Orleans wieder aufzubauen, und der sich nun mit Fremdenfeindlichkeit und Repressalien aufgrund seiner Herkunft konfrontiert sieht.

Der Song entwickelt trotz seiner ruhigen Gangart eine hohe Intensität. Bei ihm hat sich Farrar an einem Text von Woody Guthrie orientiert. Der legendäre Folkbarde dient für die nachfolgenden Generationen an Songwritern immer noch als Inspirationsquelle, so auch kürzlich für Todd Snider. Manchmal bedarf es aber keiner ausgefeilten Lyrics, um ein Statement abzugeben, sondern der Titel reicht aus wie bei dem kurzen Instrumentalstück „Truth To Power Blues“.

Zu den politischen Stücken wollte Farrar einen Ausgleich mit weniger sozialkritischem Habitus für das Album schaffen. „Holding Your Own“ und „Slow Burn“ gehören in diese Kategorie. Beide Songs werden ebenso wie „Reality Winner“ von Mark Spencer am Klavier begleitet. Bei den meisten Titeln steht die akustische Gitarre von Farrer im Zentrum, aber die unaufdringliche Unterstützung der Band gibt den Stücken nochmal eine besondere Würze. Sie leben daher auch von den Zwischentönen, die Son Volt anschlagen. So unterlegt beispielsweise Spencer „Rebel Girl“ sehr schön mit dezentem Slide. Die musikalischen Highlights von „Union“ sind für mich das mit eingängigem Refrain versehene „Devil May Care“ und das durch eine hervorragende elektrische Gitarre geprägte „The 99“.

Son Volts „Union“ ist ein ruhiges, aber durchweg gelungenes Album geworden. Jay Farrars Kompositionen und seine bemerkenswerten Texte werden von seinen Mitstreitern – allen voran Mark Spencer – kongenial umgesetzt. Die Songs kommen ohne Effekthascherei aus, aber sie wirken.

Transmit Sound/Thirty Tigers (2019)
Stil: Americana

Tracks:
01. While Rome Burns
02. The 99
03. Devil May Care
04. Broadsides
05. Reality Winner
06. Union
07. The Reason
08. Lady Liberty
09. Holding Your Own
10. Truth To Power Blues
11. Rebel Girl
12. Slow Burn
13. The Symbol

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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Ben Poole – 24.03.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

P-haupt

Finale der Europa-Tournee von Ben Poole bei uns im heimischen Schwarzen Adler. Bei dieser günstigen Gelegenheit wollte Sounds Of South zum Wochenausklang natürlich auch noch mal zugegen sein.

Der Brite hatte vor knapp zwei Wochen in Köln auch im Dreier Line-up eine grandiose Leistung abgeliefert, somit waren die Voraussetzungen für einen schönen Ausklang gegeben. In der Domstadt hatte noch Martin Deering am Schlagzeug gesessen. Er wurde in Rheinberg durch Chris Harvey ersetzt, der sich insgesamt mit sehr einfühlsamem wie auch kräftigem Spiel, je nach Lage, als Belebung herauskristallisierte.

Nach etwas ruckligem Beginn beim Opener „Take It No More“ (Sound und Stimme von Ben waren noch nicht gut ausgesteuert), kam das Trio ab „Start A Car“ sprichwörtlich in Fahrt und spätestens beim fantastischen Freddie King-Cover „Have You Ever Loved A Woman“ (tolles Les Paul-Intro, Gesang ohne Mikro, Leisespiel-Passage ohne Verstärker) hatte der Protagonist den Hebel umgelegt, um von da ab ein Feuerwerk an Gitarren-Spielkunst abzulassen.

Die Setliste mit Stücken wie „The Question Why“, „Further On Down The Line“ und dem atmosphärischen Schwofer „Don’t Cry For Me“ entsprach der Kölner Performance und zollte bis zur Pause natürlich Pooles aktuellem Album „Anytime You Need Me“ Tribut.

Nach einem 20-minütigen Break hatten Ben und Beau Bernard ihre vorher getragenen Jacken abgelegt, was auf einen heißen zweiten Part hinzudeuten schien, der mit dem knackigen „Let’s Go Upstairs“ eingeläutet wurde.

Beim groovigen „Better Off Dead“ löste man sich schon ein wenig von der bis dato relativ strikt eingehaltenen Struktur der Stücke. Hier wurde in Bens furiosem, psychedelisch umwehten Soloteil bereits kräftig improvisiert. Schön zu sehen, wie Drummer Chris Harvey hochkonzentriert Pooles quirligem Wirken immer wieder Paroli bot.

Der Protagonist, dem zu diesem Zeitpunkt, die Last, die so eine intensive Tour mit sich bringt, spürbar abgefallen war, gönnte sich dann einfach mal einen Song, auf den er einfach Bock hatte. Mit dem von Eric Clapton und Robert Cray komponierten „Old Love“ versuchte er sich mit der famosen Version der schottischen Kollegen von King King zu messen, was am Ende ungefähr auf Augenhöhe gelang. Toll hier natürlich wieder seine intensiven langen Soli als Intro und im Mittelteil.

Die furiose, fast in Southern Rock-Gefilden endende Version des Don Henley-Klassikers „Dirty Laundry“ zum Finale des Hauptteils, riss das gut aufgelegte Adler-Publikum zu Begeisterungsstürmen hin, so dass dem Trio ein geruhsames Ende natürlich verwehrt blieb.

Die drei jungen Burschen zögerten auch nicht lange. Sie spielten und jammten sich, inklusive Soli aller Beteiligten (jeweils mit Szeneapplaus gewürdigt), beim Titelstück des Albums, „Anytime You Need Me“, regelrecht in einen Rausch, dass einem fast die Spucke wegblieb. Nach einem psychedelischen Wirbelsturm gegen Ende des Liedes, war eigentlich dann auch jedem klar, dass die Messe gelesen war und nichts Besseres mehr kommen konnte.

Fazit: Wie schon vor zwei Jahren, wenn auch in etwas unterschiedlicher Form (ohne Keyboarder, ohne Akustikset), hatte Ben Poole wieder eine insgesamt atemberaubende Leistung in Vierbaum abgeliefert, die bei konstanter Weiterentwicklung und dem unweigerlichen Reifeprozess, auf einen zukünftigen Weg in Richtung Blues Rock-Olymp mutmaßen lässt. Tolles Tour-Abschluss-Konzert im Schwarzen Adler! Gute Heimfahrt, Ben Poole!

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, electric guitar)
Beau Barnard (bass, bgv)
Chris Harvey (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Schwarzer Adler

George Strait – Honky Tonk Time Machine – CD-Review

Strait_300

Um die großen Country-Neo-Traditionalisten der Marke Alan Jackson & Co., habe ich bisher, bis auf ganz wenige Ausnahmen, immer einen großen Bogen gemacht. Mit dieser oft ein wenig altbacken klingenden und pathos-getränkten Sparte dieser Musik kann ich mich irgendwie nicht anfreunden.

Jetzt wollte mich Universal Music scheinbar zu meinem, mir selbst verwehrten Glück zwingen und hat mir die neue CD „Honky Tonk Time Machine“ des Altmeisters George Strait geschickt. Die geneigte Kundschaft bekommt natürlich genau das, was man bei einem Major-Künstler seines Rangs und Namens erwartet.

Fängt bei der umfangreichen Covergestaltung (Booklet mit allen Texten und Infos, dazu ein bisschen Heimatverbundenheit/Patriotismus auf dem Titelbild in Form einer altehrwürdigen texanischen Location mit texanischer Fahne oben drauf) an, geht über Straits väterlichen Gesang weiter und hört bei der dazu routiniert eingespielten Musik auf.

Die geht gefällig countryesk ins Ohr und ist immer wieder leicht swingend, zum Teil melancholisch, serviert vom Who-Is-Who der Nashville Studiomusiker-Riege wie Greg Morrow, Glenn Worf, Mike Rojas, Ilya Toshinsky, Eric Darken, Mac McAnally, E-Bariton-Spezialist Brent Mason, Stuart Duncan, Paul Franklin & Co.

Aber abgesehen von drei vier Stücken, die immer wieder solche retro-umwobene Fiddle-, Steel- und Pianosequenzen enthalten, mit denen meine Gehörgänge einfach nicht klar kommen und die wohl eher für den Seniorentanz oder -tee in den Altersheimen von Austin und Nashville prädestiniert sind, lässt Strait auch einige gefällige Stücke wie den flockigen Opener „Every Little Honky Tonk Bar“, die Tex-Mex-umwehten „Two More Wishes“ und „Código“, den schönen Schwofer „Old Violin“, den Schunkler „Take Me Away“ oder den knackigen Countryrocker „Honky Tonk Time Machine“ vom Stapel.

Neben der Einbindung von Enkel Harvey beim schmalzigen „God And Country Music“ gibt es am Ende noch als Farbtupfer die Gastpräsenz von Willie Nelson beim es schon erahnen lassenden Titel „Sing One With Willie“, wo sich beide Recken gegenseitig Ehre und Respekt erweisen.

Über die Leistungen und Verdienste des ‚King Of Country‘ braucht man nicht zu diskutieren – absolut beeindruckend! Man bekommt auf dieser Scheibe auf jeden Fall einen guten Einblick in das Erfolgsrezept des Texaners. Zielgerichte, qualitativ hochwertige Klientelmusik, die keinen Millimeter vom Standard des Bewährten abweicht.

In Sachen meiner Person ist es dem guten George mit seiner „Honky Tonk Time Machine“ allerdings auch weiterhin nicht gelungen, mich in seine neo-traditionellen Fänge hineinzubeamen.

MCA Nashville (2019)
Stil: Neo-traditional Country

01. Every Little Honky Tonk Bar
02. Two More Wishes
03. Some Nights
04. God And Country Music
05. Blue Water
06. Sometimes Love
07. Código
08. Old Violin
09. Take Me Away
10. The Weight Of The Badge
11. Honky Tonk Time Machine
12. What Goes Up
13. Sing One With Willie

George Strait
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Universal Music