Wille & The Bandits – Paths – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Im Südwesten Englands entwickelt sich eine Band zum Exportschlager, die man mit ihrem rauen Blues- und Roots-Rock rein musikalisch eher den USA zuordnen würde. Wille & The Bandits sind aber ein Rock-Trio aus Plymouth, UK, dem es gelingt, verschiedene Musik-Genres zu verschmelzen, einen einzigartigen Sound zu kreieren und diesen hoffentlich auch fernab von GB weiter zu verbreiten.

Seit dem Jahr 2010 haben sie bereits vier Studioalben veröffentlicht und konnten durch Auftritte im Rockpalast oder bei den legendären Isle of Wight und Glastonbury Festivals auf sich aufmerksam machen und dort auch ihre außerordentliche Qualität als Live-Band unter Beweis stellen. Kein Wunder also, dass sie für Deep Purple die beste Support-Band sind und Blues-Größe Joe Bonamassa die Musik der Engländer in den höchsten Tönen lobt und Wille Edward als fantastischen Slide-Spieler bezeichnet.

Der Opener „One Way“ des neuen Albums „Paths“, startet wie ein altes Chicago-Blues-Stück und geht dann über in erdigen Roots-Rock, der durch die fesselnden Gitarrenriffs an Rory Gallagher erinnert. „Make Love“ ist rhythmisch ein wenig abgehackt und geht Richtung schwerem Blues begleitet von Funk-Elementen. Mit „Victim of the Night“ und „Four Million Days“ folgen zwei melodische Rock-Pop Songs.

Der erste, in seichte Gitarren-Passage gekleidet und der zweite, balladenartig mit Akustik-Intro und Streicher-Verstärkung. „Keep it on the Down-Low“ ist der ungewöhnlichste Song des Longplayers. Hier werden in den Strophen teils starke Hip-Hop und Funk Akzente gesetzt. Die zusätzliche Pedal Steel Guitar von Wille Edward lässt den Song beinahe experimentell wirken.

Der swingende Ohrwurm-Refrain von „Judgement Day“ ist CCR-Rock vom feinsten. „Find My Way“ ist hingegen purer Hard-Rock in Black Stone Cherry Manier. Das lange Intro zu „Watch You Grow“ ist psychedelisch aufgebaut, setzt sich wechselhaft fort und mündet in einem Dire-Straits-artigen, gitarren-forcierten, Midtempo-Stück. Der abwechslungsreiche Weg dieses Albums endet bei der ausgefeilten Southern-Rock-Nummer „Retribution“, die im schweißtreibenden Retro-Sound ein musikalisches Südstaaten-Feeling aufkommen lässt.

Die Vielseitigkeit der Band ist auch an der technischen Versiertheit bei der Produktion des neuen Werkes zu erkennen: Wille Edwards an fünf verschiedenen Gitarrentypen, inklusive Dobro und Lap-Steel-Gitarre. Matt Brooks am Six- und Five-String-Bass und Cello. Drummer Andrew Naumann trommelt dabei auf allen Percussion-Werkzeugen, mit denen man Töne erzeugen kann. Neben seinem Schlagzeug bringt er typische Weltmusik-Instrumente, wie z.B. Djembes, Congas, Tongue Drums oder Udu ein.

Ab April wird das Rock-Trio auch in Deutschland live zu sehen sein und ihr neues Werk „Paths“ im Gepäck haben – dann können sie auch ihrem vorauseilenden Ruf als Power-Jam-Band gerecht werden. Aktuell geht es aber erst einmal nur in eine Richtung für Wille & The Bandits: Mit „Paths“ befinden sie sich auf dem direkten Weg zum Album des Jahres!

Farm Hand Records/Rough Trade (2019)
Stil: Roots-Rock, Blues-Rock

Tracklist:
01. One Way
02. Make Love
03. Victim of the Night
04. Four Million Days
05. Chakra
06. Keep it on the Down-low
07. Judgement Day
08. How Long
09. Find My Way
10. Watch You Grow
11. Retribution

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