The Steel Woods – Straw In The Wind – CD-Review

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So langsam beginnt das Jahr in Sachen neuer Southern Rock-Musik, Fahrt aufzunehmen. Bisher waren die richtig starken Momente da eher rar gesät, vor allem was Newcomer angeht, wurde man bisher weitestgehend auf die Folter gespannt.

Mit den in Nashville ansässigen The Steel Woods, bestehend aus Wes Bayliss (vocals, electric/acoustic/baritone guitars, piano, dobro, keys, harmonica),
Jason “Rowdy” Cope (electric and acoustic guitars, bass guitar, piano, percussion),  Jay Tooke (drums and percussion) und  Johnny Stanton (bass) darf unsere Fangemeinde sich jetzt über ein famoses Debüt mit dem Titel „Straw In The Wind“ freuen. Klasse, was die Burschen da musikalisch auf den Weg gebracht haben.

Markenzeichen es Quartetts ist die Vermischung ihres Southern Country Rocks (Marke Skynyrd, Molly Hatchet, Outlaws, Blackberry Smoke, Whiskey Myers) mit ganz dezenten metallisch/episch/gothischen Tinkturen a la Metallica, Pearl Jam, Soundgarden, Nickelback & Co. (fallen mir da spontan ein), aber so wunderbar fein dosiert integriert, dass es nie nervt.

Eine knarzige Dobro leitet das wie einen düsteren Marsch zum Schaffot wirkende und dahinstampfende „Axe“ ein, dem auf dem Fuße das grandiose „Better In The Fall“ folgt, das ein ähnliches episches Flair wie „Devil’s Canyon“ oder „The Journey“ von Molly Hatchet versprüht.

Das recht reduzierte „The Well“ wirkt schon fast kammermusikartig und nimmt trotzdem atmosphärisch gefangen, besonders wenn die Instrumente einsetzen. Beim countryrockenden „Della Jane’s Heart“ kommt einem sofort der Klassiker „Ghost Riders In The Sky“ in den Sinn, wirkt wie ein modernes Update. Grandios hier das quirlige E-Gitarren-Solo.

Auch der Titelsong geht in Richtung Magengrube. Dumpfes Glockenläuten und beklemmer Erzählgesang  von Wes Bayliss lassen unweigerlich Assoziationen zu Tracks wie „Cold Harbour“ von den Outlaws oder  „The Last Rebel“ von Skynyrd aufkommen. Dafür bietet „Uncle Lloyd“ dann mal klassischen trinkfreudigen Southern Rock mit den typischen E-Gitarren-Soli.

Das eigenwillig mit Streichern konstruierte, wieder fast kammermusikartig angelegte „The Secret“ bildet die Mittellinie des Werkes, hier kommt auch erstmals Lindi Ortega mit Harmoniegesägen zum Einsatz, die dann erneut beim überragenden Rausschmeißer „Let The Rain Come Down“ ‚Uhuhuhs‘ und ‚Mhmhmhs‘ (am Ende) dazuhaucht.

Das beschwingt verliebt klingende „I’m Gonna Love You“ war von Bayliss mal als „Long Road“ konzipiert, wurde aber nach einer Idee von Jason Cope umgeschrieben (die beiden haben den Silberling übrigens auch produziert). Das countryeske, mit weinender Steel und klarer Akustikgitarre gespickte „If We Never Go“ überzeut sowohl durch Melodie als auch Melancholie.

„Wild And Blue“ mit leicht nachsingbarem Refrain und schön quäkender Harp (inkl. zweier Soli) hebt die Stimmung, während das brillante „Whatever It Means To You“ wieder Skynyrd-Ambiente Marke „Voodoo Lake“ (fulminantes Slide-E-Solo) verbreitet. Passend zu den gothischen Ingredenzien wurde Black Sabbath „Hole In The Sky“ in einen zünftigen Southern Blues Rocker umfunktioniert (mit psychedelischem Zwischenpart sowie starkem E-Solo von Cope). Toll gemacht, bevor das bereits erwähnte, wie das flehende Gebet eines südstaatlichen Farmers im Angesicht einer drohenden Dürre, wirkende „Let The Rain Come Down“ einen überragenden Abschluss bildet. Mit einem typischen E-Gitarrenfinish hätte man das Stück sogar hymnenhaft gestalten können.

Fazit: Mit „Straw In The Wind“ setzen The Steel Woods“ ein ganz fettes Ausrufezeichen in der Southern Rock-Saison 2017! Eine eigenwillige Kombination vieler bekannter Country- und Southern Rock-Strukturen mit ganz dezenten Gothic-Melodic-Metal-Einflüssen bilden fast ein Alleinstellungsmerkmal in der Szene. 13 tolle Songs ohne jeden Hänger oder Füller, dazu das beste Lied am Ende als bleibendes gedankliches Haftetikett! Alles richtig gemacht, Kompliment an The Steel Woods!

Woods Music (2017)
Stil: Southern Rock

01. Axe
02. Better In The Fall
03. The Well
04. Della Jane’s Heart
05. Straw In The Wind
06. Uncle Lloyd
07. The Secret
08. I’m Gonna Love You
09. If We Never Go
10. Wild And Blue
11. Whatever It Means To You
12. Hole In The Sky
13. Let The Rain Come Down

The Steel Woods
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Bärchen Records

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