The Allman Betts Band – Down To The River – CD-Review

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Was letztes Jahr noch unter der Firmierung Devon Allman Project mit Duane Betts als Gast lief, ist jetzt folgerichtig in eine gleichberechtigte Partnerschaft umgemünzt worden. Dass dazu der Bandname in The Allman Betts Band umgewandelt wurde, bot sich an, zumal auch die Initialen der berühmten Allman Brothers Band, die ja quasi den Nährboden des Ganzen abgibt, kompatibel bleiben.

Nach ihren tollen Konzerten in Dortmund und Köln, denen wir ja mit Begeisterung beiwohnten, wurde bereits gemutmaßt, dass sich was in Hinsicht der namentlichen Neuformierung tun würde und auch ein Album bereits in Planung sei. Et voilà, die Herren Allman- und Betts-Junior haben Wort gehalten und bringen jetzt ihr Debüt „Down To The River“, direkt unter BMG-Major-Fahne, unter die Leute.

944320Zwei interessante Personalien sind allerdings noch zu vermelden, mit Bassist Berry Duane Oakley ist ein weiterer Sprössling aus dem väterlichen Allman-Dunstkreis involviert und auch John Ginty, der in Sachen Tastenarbeit schon häufiger bei Reviews in unserem Magazin aufgetaucht ist, dürfte sich demnächst als Tour-Verstärkung erweisen (auf dem Album ist Chuck Leavell tätig). Der Vollständigkeit halber sind noch Johnny Stachela als dritter Gitarrist, sowie die beiden etatmäßigen Drummer/Perkussionisten R. Scott Bryan und Jon Lum zu erwähnen.

Was die Anzahl der Stücke betrifft, geben sich Allman und Betts ein wenig geizig, insgesamt nur neun Tracks, wobei mit dem, mir in letzter Zeit etwas überstrapaziert erscheinenden Petty-Song „Southern Accents“, auch noch ein eher unspektakulär verlaufendes Cover (Devon Gesang, Piano-Untermalung, dazu ein wenig dezentes Slide-Geschwurbel im Hintergrund) integriert ist.

Dafür machen die acht Eigenkompositionen umso mehr Spaß. Aufgenommen wurde das Album übrigens im November 2018 in den Muscle Shoals Sound Studios in Muscle Shoals, Alabama, produziert vom Grammy-Gewinner Matt Ross-Spang (Jason Isbell, Margo Price, John Prine und Elvis Presley).

Der Opener, zugleich erste Single „All Night„, rockt unter Devons Gesangsregie richtig gut los. Garniert natürlich mit dem typischen Allman Brothers Gitarren- und Orgel-Sound.

Auch „Shinin'“, jetzt mit Duane Betts am Mikro, groovt und swampt in der guten Tradition von Daddy Richard Betts. Hätte auch locker auf die damalige „Seven Turns“-Platte gepasst. Herrlich lässig schunkelt „Try“ (Orgel gurgelt und hallt, Twin-Gitarren, Harmoniegesänge) und melodisch vor sich hin, bis Devon mit dem Statement „I got something to say“, den Song abrupt beendet.

Ein klares Highlight und somit auch zurecht der Titeltrack ist „Down To The River“, das herrlich relaxt mit ein wenig bluesigem Peter Green-Esprit groovt. Ein Ohrenschmaus wieder die gurrende Orgel- und E-Gitarrenarbeit.

Die „Autumn Breeze“ wehte uns letztes Jahr schon bei den Konzerten im August um die Ohren, ein von Duane gesungenes Jam-Stück, nach (Dickey) Bettsschem Songwriting-Grundmuster, samt der typischen Les Paul-Spielereien und der unverkennbaren Doppeldrum-Dynamik. „Good Ol‘ Days“ ist wieder ein Slideträchtiger Ohrwurm (Stachelas Künste übrigens auf der ganzen CD sehr präsent) zum Reinlegen. Klasse dazu passend, Devons markante Stimme.

Duane führt nochmals den Countryrock-Schunkler „Melodies Are Memories“ an, der unterschwellig mit ein wenig Little Feat-Flair daherkommt. Nach besagtem Petty-Cover, beenden die zwei Protagonisten das Album brüderlich (beide mit Lead-Gesang-Parts). Das im Fahrwind von alten ABB-Klassikern wie „Melissa“ und „Sven Turns“ dahinwehende „Long Gone“ lässt den Hörer besinnlich die Augen schließen und in alten, lang vergangenen Southern Rock-Musikzeiten schwelgen.

Und wenn sich am Ende diese wieder öffnen, ist man froh, dass die Söhne ihren Vätern in Nichts nachstehen und scheinbar fest gewillt sind, das ihnen anvertraute Erbe, nachhaltig in die kommende Zeit weiter zu tragen. Somit erscheint wichtige Southern Rock-DNA vorerst gesichert. Wunderbar! Umso größer ist die Freude, dass man die Stücke von „Down To The River“ und sicher auch den einen oder anderen Allman Brothers-Klassiker in Kürze bei uns in Deutschland live erleben kann.

Diese Tage sollte sich der Southern Rock-Liebhaber demnach rot im Kalender ankreuzen:

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16.07. 2019 München – Backstage
22.07. 2019 Isernhagen – Blues Garage
23.07. 2019 Köln – Kantine
28.07. 2019 Breitenbach – Burg Herzberg Festival
29.07. 2019 Hamburg – Markthalle
30.07. 2019 Berlin – Lido
31.07. 2019 Nürnberg – Hirsch

BMG Rights Management (2019)
Stil: Southern Rock

01. All Night
02. Shinin‘
03. Try
04. Down To The River
05. Autumn Breeze
06. Good Ol‘ Days
07. Melodies Are Memories
08. Southern Accents
09. Long Gone

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Robert Jon & The Wreck, 26.06.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Nach einem heißen Southern Rock-Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes, vor einigen Tagen, wo zunächst Robert Jon & The Wreck und am Folgetag Hogjaw dem Krefelder Publikum in der Kulturrampe aufzeigten, wo zur Zeit der Hammer des Genres hängt, machten die Kalifornier noch einmal Stop im Kölner Yard Club.

Bei erneut hochsommerlichen Temperaturen hielten sich die überschaubaren Besucher, aber auch einige Bandmitglieder und Tourmanager Manny Montana zunächst im schönen Außenbereich der Kantine auf. Unter den Besuchern war auch Pille Peerlings, Chef der Kulturrampe in Krefeld, der sagte, dass er nach dem frenetisch gefeierten Konzert in Krefeld, von dem er arbeitsbedingt nur wenig mitbekam, einmal ohne jeden Stress der Musik der des Quintetts beiwohnen wollte. Es kann vorweggenommen werden, dass er nicht enttäuscht werden sollte.

Kurz nach 20 Uhr begaben sich die Fans dann in die Sauna des Yardclubs und die Jungs um Robert Jon sorgten mit „Going Down“ direkt für einen Aufguss. Trotz des geringen Zuschauerzuspruchs, ließen sich Burrison & Co. nicht beeindrucken und legten eine zweiteilige Show hin, in der ein Klassesong den nächsten jagte und die Besucher sogar zum Mittanzen anregte, was bei diesen Temperaturen schon eine Leistung war.

Im ersten Set folgten dann „Hey Hey Mama“,das phantastische „High Time“, in dem Robert Jon Burrison und Henry James ein regelrechtes Gitarrenfeuerwerk entfachten. Der Chef ließ dabei den wild-gelockten Henry immer wieder von der Leine, sodass dieser, wie entfesselt, ein Solo nach dem anderen hinlegte, was zum Teil beim Publikum für ungläubiges Staunen sorgte; war es real, was sich hier abspielte, oder war es nur ein Traum? Man kann sagen, es war träumerische Realität, die eindrucksvoll offerierte, dass hier eine Band auf dem Weg ist, die in die Jahre gekommenen Southern-Dinos abzulösen.

„Makes Me Wanna Yell“, „Take Me Higher“ und „Death Of Me“ standen, wie auch schon die anderen Tracks, für die Qualität ihres Songwritings. Warren Murrel legte nicht nur einen gekonnten Basshintergrund hin, sondern überzeugte auch mit kurzen Soli und eine starke Bühnenpräsenz. Der schmächtige Irrwisch an den Drums, Andrew Espantman bewies, dass er nicht nur Highspeed kann, wo man kaum noch den Drumsticks folgen kann, sondern dass er sich, wenn nötig auch entsprechend zurückhalten kann, um in eher ruhigeren Passagen nicht den Sound zu zertrümmern.

Last but not least Steve Maggiora, der einige Intros zum Teil in psychedelischer in Pink Floydscher Manier hinlegte, sorgte ansonsten für einen vollen kompakten Sound und brachte einige furiose Soli, die zusammen mit dem Gitarrenspiel stark in Richtung der Allman Brothers zu deren Glanzzeiten tendierten.

Mit den jammenden, hammerstarken „Cannonball“ und „Blame It On The Whiskey“ – Robert Jon hatte seinen auf der Bühne stehenden Whiskeybecher mittlerweile geleert – ging es dann in die wohl verdiente Pause für Band als auch die Zuschauer, die alles gegeben hatten und so Zeit hatten, ihre Flüssigkeitstanks, die durch Transpiration geleert waren, wieder aufzufüllen oder kurz mal vor der Kantine frische Luft zu schnappen.

Nach einer etwa 20 minütigen Pause kam zunächst Henry James alleine auf die Bühne und feuerte zunächst ein Solo zu „Witchcraft“ hin, in das sich dann der Rest der Band einklinkte, um jammend in „Something To Remember Me“ hinüberzugleiten. Bei den folgenden „Old Friend“, „Hit Me Like You Mean It“ und den ruhigen „Coming Home“, änderte sich an der Grundausrichtung der Stücke nicht.

Wechselweise Gitarren-Soli von Robert Jon und Henry, brachten die Zuschauer immer wieder zum frenetischen Applaudieren. Im zunächst letzten Song der Show, „Cold Night“, wurde auch rein visuell Extraklasse geboten, als James an der Gitarre und Maggiora an den Keyboards sich Auge in Auge gegenüber stehend duellierten, was damit endete, dass James seine Gitarre mit der Zunge bespielte aber auch Steve das Objekt der Begierde ableckte. Nach dem tosenden Applaus der Fans legten Robert Jon & The Wreck noch ein rockendes „On The Run“ oben drauf. Danach war nach knapp 120 Minuten fulminanten Southern Rocks endgültig, zumindest musikalisch, Feierabend.

Die Musiker ließen es sich allerdings nicht nehmen, mit den wohl gestimmten Fans, noch den einen oder anderen Plausch zu halten, um danach wohlverdient bei Macus Neu im ‚Band und Breakfast‘ den Abend ausklingen zu lassen und Kraft für die noch folgenden Shows zu tanken.

Ein Dank wieder an Marcus für die Akkreditierung, dass sein Mut, auch hierzulande noch nicht so populären Bands, eine Bühne zu geben, in der Hoffnung, dass beim nächsten Mal der Club voller wird, besser noch, die Kantine benötigt wird. Robert Jon & The Wreck hätten es verdient. Vielleicht wird ein Baustein dazu sein, dass die Band im August bei der Mittelmeer Blues Cruise an Bord sein wird und so auch im hiesigen Blätterwald die Aufmerksamkeit bekommt, die sie eigentlich verdient hätte.

Mir hat es wie immer Spaß gemacht, dieser offensichtlich von Show zu Show besser werdenden Band zuzuschauen und zuzuhören und auch vor und nach dem Konzert, den einen oder anderen Smalltalk mit dem gewachsenen Bekanntenkreis zu halten.

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Steve Maggiora (keys, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music
Yard Club Köln

Hogjaw, 22.06.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Nachdem Robert Jon & The Wreck am Vorabend mit feiner Leistung, weitere Standards im heutigen New Southern Rock-Bereich gesetzt hatten, war es einen Tag später den Elefanten im Genre-Porzellan-Laden, Hogjaw, vorbehalten, die frisch renovierte Kulturrampe, in Scherben zu zerlegen.

Chef Markus ‚Pille‘ Peerlings hatte die vier Amis aus Phoenix, Arizona, um ihren wuchtigen Fronter Jonboat Jones, als Dampfwalze angekündigt und die kamen dann dieser im Verlauf des Gigs auch mit der gebührenden Vehemenz nach.

Direkt mit dem wüsten Opener „Rollin‘ Thunder“, gab es schon ordentlich Zunder. Gas und nochmals Gas, schien das Motto zu sein, das Jonboat Jones für die nächsten Tracks unter seiner Regie wie „Beast Of Burden (Roll On)“, „Where Have You Gone“ und „Brown Water“ ausgegeben zu haben schien. Drummer J. ‚Kwall‘ Kowalski wirbelte schon hier wie das ‚Animal‘ von der Muppets-Show auf seiner Anlage herum.

Bei „North Carolina Way“ übernahm Lead-Gitarrsit Jimmy Rose das Front-Mikro, eines meiner Highlights des Konzerts (leider nur einmalig – könnte gerne öfter singen). Das atmosphärische „I Will Remain“ bot das erste Mal, wenn man das bei Hogjaw überhaupt so formulieren kann, dezenten Spielraum zum Durchatmen.

„Hells Half Way Of Mine“ erinnerte, wie so manch anderes auch, an Molly Hatchet zu „Flirtin‘ With Disaster“-Glanz-Zeiten. Beim Ted Nugent-umwehten „Am I Wrong“ konnte sich nun auch Kwall leadgesangstechnisch einbringen (später nochmal bei „Road Of Fools“), er zog danach auch immer mehr die Ansagen vor den Stücken an sich. Das überragende „County Line“, mit einer schier nicht enden wollenden Jam-Schlacht (mit Twins und allem Southern-Drum und Dran), trieb allen Anwesenden die Schweißtropfen auf die Stirn, sodass selbst ich kurzzeitig, zwecks Biernachschub, meinen angestammten Platz verlassen musste.

Das Titellied vom letzten Studioalbum „Way Down Yonder“ (mit launiger Publikums-Mitschrei-Interaktion), das tolle „Redemption“, das fulminant abgehende „Never Surrender“, „Road Of Fools“ und der Stampfer „El Camino“ schmetterten in Richtung Schlussgerade.

Zum letzten Track des Hauptteils fiel mir spontan folgende fiktive Geschichte ein, die, frei übersetzt, in etwa so verlaufen hätte sein können: Elvis Hogjaw nach dem Konzert mit einem Fairtrade-Sakko-bekleideten Zottelhaar- und Bartträger am Stehtisch. Der hat ein Glas Bio-Leitungswasser in der Hand und sagt mit noch leicht gerötetem Kopf: „Herr Elvis, I bin der Toni Holzleitner von den Grünen.“

Jetzt schon hoch erregt: „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass meine Partei in Deutschland, das Verherrlichen von Waffen, aufs Schärfste verurteilt!“ Dann völlig außer sich: „Hier hat die Bundesregierung inklusiv des Innenministers, auf ganzer Linie, grenzenlos versagt!“ Elvis Hogjaw (kopfschüttelnd einen saftigen Schluck aus der Bierpulle nehmend): „Toni, Gi tsum Teufel…!“

Der verlässt den Tisch echauffiert, kehrt zu seiner Begleiterin Kathrin Boring-Eckzahn zurück an die Theke und bestellt völlig konsterniert zwei ‚Berliner Weiße mit Schuss‘. Die (Nase rümpfend) in ihrer berühmt arrogant-herablassenden Art: „Mensch Anton, dich kann man wirklich nur vom Hof jagen!“

„Gitsum“, immer wieder schön zu hören, nicht nur am Ostermontag, sondern auch an diesem Abend, der Klassiker der Band (wer ihn noch nicht kennt und in der Lage ist, manches nicht ganz so bierernst zu nehmen, siehe nebenstehenden Link).

Als das Quartett mit „This Whiskey“ noch einen weiteren hymnischen Song mit langem Gitarrenfinish als Zugabe losließ, wusste man, das die Männer um Jonboat Jones alles gegeben hatten und sich den Gang in den Theken-/Merch-Bereich mit kühlen Drinks mehr als wohl verdient hatten. Die Rampe hatte, bildlich gesehen, dem ‚Up In Flames‘-Tour-Motto getreu, buchstäblich in Flammen gestanden.

Aus meiner Sicht der bisher mit Abstand stärkste Gig, den ich von Hogjaw gesehen hab. Ein weiterer unvergessener Southern Hard Rock-Abend in Krefelds Kultclub!

Line-up:
Jonboat Jones (lead vocals, electric guitar)
Jimmy Rose (electric guitar, vocals, lead vocals)
Elvis DD (bass)
J. ‚Kwall‘ Kowalski (drums, vocals, lead vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Hogjaw
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Robert Jon & The Wreck, 21.06.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Gerade in den Tagen, wo Lynyrd Skynyrd, nochmal einen mustergültigen Versuch gestartet haben, den letzten verklärten Southern Rock-Fans in Deutschland mit ihrem unsäglichen Coverprogramm von sich selbst, noch einige Euronen aus der Tasche zu ziehen (Ronnie Van Zant wird sich angesichts des lieblosen Treibens wohl vermutlich ständig im Grabe rumdrehen…), tut es gut zu wissen, dass es auch noch diverse hungrige und kreative Acts im Genre gibt, bei denen monetäre Aspekte, zunächst mal, hinten angestellt werden.

Ein Glücksfall hierbei sind Robert Jon & The Wreck, deren wirklich famose Entwicklung ich von Anfang an mitverfolgt habe. Mit begonnen hat ihre Geschichte zweifellos an dem Ort, wohin sie jetzt zum wiederholten Male zurückgekehrt sind, unserer geliebten Kulturrampe. Auch nicht zu vergessen der lange Atem und der Glaube an die Kalifornier seitens Teenage Head Music, der sich mittlerweile immer mehr zu rentieren scheint.

Zunächst wurde aber zu Konzertbeginn, Rampenchef Markus ‚Pille‘ Peerlings in seiner frisch renovierten Location, mit einem Ständchen zum 50-jährigen Geburtstag, lauthals beglückwünscht. Nach seiner Ansage gab das Quintett um seinen charismatischen Leader Jon Burrison mit „Going Down“ vom neuen Werk „Take Me Higher“ sofort Vollgas.

Das schöne an den Jungs: Trotz kontinuierlicher Präsenz bei uns, schaffen es die Kalifornier bisher immer wieder, neue Akzente zu setzen. Letztes Mal war es die brillante Einführung der Neumitglieder Warren Murrel und des Leadgitarristen Harry James, jetzt halt wieder mit einer neuen Scheibe mit Eigenkreationen, die dann mit Tracks wie u. a. „Makes Me Wanna Yell“, „Take Me Higher“, „Something To Remember Me by“ und „Coming Home“ gebührend vorgestellt wurde. Und auch spielerisch scheint die Truppe erneut eine kleine Schippe oben drauf gelegt zu haben.

Whiskey-Liebhaber Robert Jon (superbe vokale Präsenz, tolle Gitarrenzuarbeit) und Keyboarder Steve Maggiora (mit gewohnt variablen Keys-Einsätzen) bilden das erfahrene Grundgerüst, die beiden ‚Hungerhaken‘ Henry James, diesmal mit etwas gestutzter Afro-Mähne, wieder in hippiesker Montur (mit unzähligen konventionellen als auch Slide-Soli) und Drummer Andrew Espantman (was für  ein Trommelwirbler) sorgen mit der treibenden Bedienung ihrer Instrumente, für den immensen Drive, der das Kollektiv letztendlich so auszeichnet, und der fleißig zupfende Bassist Warren Murrell tummelt sich vergnügt irgendwo mitten drin.

Die Stücke „Cannonball“ und „Whipping Post“ zum Ende des ersten, beziehungsweise Beginn des zweiten Sets, boten rein instrumentelle Finesse und Spielfreude pur im allmanesken Ambiente. Das herrliche „Old Friend“, das fantastische „Cold Night“ (der wie entfesselt spielende James nicht mehr zu bremsen) gegen Ende und die beiden Zugaben „Mary Anne“ sowie „On The Run“ hatten die Rampenbesucher längst zu frenetischen Begeisterungsstürmen hingerissen.

Ganz großes Southern Rock-Kino in der aufgehübschten Kulturrampe. Lynyrd Skynyrd war gestern, die Zukunft des Genres müsste, wenn es so etwas wie Gerechtigkeit gibt, eigentlich Robert Jon & The Wreck vorbehalten sein!

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Steve Maggiora (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Lynyrd Skynyrd – Support: Blackberry Smoke – 18.06.2019 – Max-Schmeling-Halle, Berlin – Konzertbilder

LS haupt

Die Urgesteine des Southern Rokcs machten im Rahmen ihrer in Deutschland drei Gigs umfassenden Last of the Street Survivors Farewell Tour Halt in Berlin. Support waren Blackberry Smoke. Anbei ein paar Impressionen.

Bilder: spreewilder

Lynyrd Skynyrd
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Blackberry Smoke
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Max-Schmeling-Halle Berlin

Robert Jon & The Wreck – Live From Hawaii – CD-Review

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Review: Michael Segets

Robert Jon And The Wreck gehören nach einhelliger Meinung der SoS-Redaktion zu den derzeitigen Top-Acts des Southern Rocks. Seit 2015 macht die Band auf ihren Europatouren regelmäßig Station in der Krefelder Kulturrampe sowie im Dortmunder Blue Notez. Zu jeder Tour hatte sie eine neue Veröffentlichung im Gepäck. Im letzten Oktober brachten Robert Jon And The Wreck ihre erste Live-CD „Live From Hawaii“ mit.

Die Kalifornier kommen am Wochenende erneut nach Krefeld und Dortmund, was für mich Anlass war, die Live-Aufnahme in letzter Zeit öfter aufzulegen. Dabei ist mir aufgefallen, dass eine Besprechung der Scheibe – eigentlich Chefsache – (Aufruhr gegen den Vorgesetzten, Herr Segets? – Anmerkung, der Red.) auf SoS bislang ausstand. Diese soll nun nachgeholt werden.

Die Aufnahme aus Hawaii fängt die Atmosphäre, die Robert Jon And The Weck live versprühen, sehr gut ein und bietet acht bereits von den Studioalben bekannte Stücke. Auf der Bühne nehmen sich die Bandmitglieder mehr Zeit, um sich an ihren Instrumenten auszutoben. Das ist für Bands aus dem Genre nicht ungewöhnlich und reißt die Fans im Publikum häufig zu Begeisterungsstürmen hin.

Robert Jon And The Wreck zelebrieren über siebzehn Minuten hinweg „Tightrope“. Bei dem reinen Instrumentalstück zeigen die Neuzugänge Henry James, der für Kristopher Butcher die Lead Gitarre übernimmt, und Bassist Warren Murrel, der Dave Pelosi ersetzt, dass sie sich perfekt in das Bandgefüge einpassen. Auch Band-Urgestein Andrew Espantman erhält hier Gelegenheit zu einem ausgiebigen Solo an seinem Schlagzeug.

Der Klassiker „Cold Night“ knackt die zwölf Minutenmarke. Ich bekenne mich dazu, dass ich kein Liebhaber ausgedehnter Instrumentalpassagen bin. Bei Konzerten sind sie meist noch im Toleranzbereich – wenn man den Musikern bei der Arbeit zusieht, hat man ja auch noch ein visuelles Erlebnis. Auf ein Live-Album der Band gehören die langen Stücke, die in gewohnt souveräner Art performt werden, aber selbstverständlich drauf.

Ansonsten trifft die Songauslese vollständig meinen Geschmack. Von ihrem stärksten Album „Glory Bound“ (2015) wählen Robert Jon And The Wreck die besten Songs: „Blame It On The Whiskey“, „The Devil Is Your Only Friend“ und „When I Die“. Vor allem das letztgenannte Stück unterscheidet sich deutlich von der Studioversion. Der Sound wird hier von Steve Maggioras Keyboards hervorragend getragen.

Von ihrem damals aktuellen, selbstbetitelten Studioalbum aus dem Jahr 2017 nimmt die Band lediglich das lockere „I Know It’s Wrong“ auf, trifft damit allerdings eine weitere gute Entscheidung. „Hey Hey Mama“ und „Rollin‘“ – bei dem Sänger Robert Jon Burrison seine Mitstreiter vorstellt – stammen von „Good Life Pie“ (2016) und gehören mittlerweile zu dem klassischen Live-Repertoire der Band. Einzig die Ballade „Mary Anne“, bei der sich die Band auf Konzerten von einer anderen Seite zeigt, kann bei der Auswahl vermisst werden.

Die Versionen auf „Live From Hawaii“ sind sehr nah an denen, die ich auf den letzten beiden Touren in der Kulturrampe gehört habe. Die CD ist nicht nur für die Besucher der Konzerte ein Erinnerungsstück, sondern bietet hervorragenden Southern Rock. Bei den erfrischenden, alternativen Interpretationen zu den Studioaufnahmen kommen Liebhaber ausgedehnter Instrumentalpassagen ebenso auf ihre Kosten wie die, die es etwas straighter mögen. Der Mitschnitt bietet zudem eine gelungene Einstimmung auf die kommenden Auftritte, für die Robert Jon And The Wreck bereits neues Material am Start haben.

Eigenproduktion (2018)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Blame It On The Wiskey
02. Hey Hey Mama
03. The Devil Is Your Only Friend
04. Cold Night
05. When I Die
06. I Know It’s Wrong
07. Tightrope
08. Rollin’

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The Sheepdogs – 10.06.2019, Yuca Club, Köln – Konzertbericht

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Nach einem starken Auftritt als Support der Rival Sons im Frühjahr kamen die Sheepdogs im Rahmen der eigenen Tour wieder in die Domstadt. Als Location wurde der Yuca Club in Köln-Ehrenfeld gewählt, was sich in mehrerlei Hinsicht als gute Entscheidung erwies.

Der mit etwa 180-200 Besuchern gut gefüllte Club in einem Bogen unter dem Ehrenfelder Bahnhof, hatte genau die richtige Größe und auch das Ambiente, mit dem erst in diesem Jahr fertiggestellten Außengelände samt mediterranen Flair, zeigte sich als Kleinod in der vielfältigen Kölner Clubszene.

Nach einem etwa 30-minütigen Auftritt der Londoner Band Creatures, deren eigenwilliger Beatmusik-Sound, z.T. mit psychedelischen Doors-ähnlichen Einschlägen, vom Publikum, wohlwollend aufgenommen wurde, betraten die Sheepdogs nach einer relativ kurzen Umbaupause die Bühne, die recht spartanisch ausgeleuchtet war.

Dafür zauberten die Kanadier aber einen vollen klaren Sound in die Halle unter den Bahngleisen. Die Band machte auch visuell deutlich, woher sie kommt. Über den Keyboards hing eine große Flagge des kanadischen Prairie-staats Sascatchewan.

Schon mit dem ersten Song „Who“ zeigte die Band in welche Richtung sich der Abend gestalten sollte. Mit zwei Gitarren, Keyboards, Drums und Bass wurde ein klasse Southern-Song auf die Bretter gelegt und die Halle war im Sturm erobert.

Im Mittelpunkt standen dabei Ewan Currie, der zu den meisten Tracks den Leadgesang beisteuerte, sowie mit starken Rhythmus- und Solo-Gitarrenspiel glänzte und Jimmy Bowskill, der in nahezu jedem Lied furiose Gitarrensoli einstreute.

Interessant waren dabei die verschiedenen Charaktere der beiden. Während Currie, passend mit Jeans und „Holzfällerhemd“ gekleidet, mit scheinbar stoischer Ruhe und Gelassenheit als Sänger glänzte und zum einen oder anderen Song eine kurze Anekdote beitrug, schien Bowskill insbesondere bei den Soli auf der Bühne zu explodieren und dabei seine goldfarbene Gibson wie ein Derwisch zu bearbeiten.

Ein Highlight war dabei gegen Ende des Sets, als er offenbarte, dass man zum Sliden keinen Bottleneck benötigt. Eine Flasche Bier tut es im Notfall auch, wobei Bowskill vermutlich die schäumende Wirkung der fast vollen Bierflasche zu unterschätzen schien. Sei es Drum, kurz nach dem Konzert schnappte sich Jimmy ein Tuch und säuberte den Gitarrenhals gründlich.

Aber auch die anderen Bandmitglieder sollten nicht außer Acht gelassen werden. Ryan Gullen am Bass, der wild hin und her wippend sein Instrument gekonnt bearbeitete, sorgte mit Sam Corbett an den Drums für eine starke Rhythmussektion. Beide unterstützten zudem mit passenden harmonischen Backgroundgesang.

Last but not least erzeugte Shamus Currie an den Keyboards in vielen Songs ein Southern-Flair der besonderen Klasse, wobei er zum Teil klanglich untermalte, aber auch tolle Soli in die Halle zauberte.

In einem Konzert, in der alle Schaffensphasen der letzten 8 Jahre gebührend in der Setlist berücksichtigt waren, jagte ein Highlight das nächste, und mehrfach wurde vom Sound her deutlich, dass die Allman Brothers unter anderen zu den Vorbildern der Band gehörten.

Es fällt schwer, einige Stücke aus diesem starken Gig hervorzuheben. Besondere Momente waren aber, als Shamus Currie die Keyboards an seinen Bruder übergab und bei „I Ain`t Cool“ und „Help Us All“ offerierte, dass auch eine Posaune geeignet ist musikalische Leadparts im Southernrock beizusteuern.

Ganz stark auch das im Allman-Stil fast schon beschwingt gespielte „Southern Dreams“ und die in ein Countrygewand gekleidete Hommage an Ihr Heimatland „Up In Canada“ mit tollen Harmoniegesängen, wechselweisen Soloparts der beiden Gitarristen und des Keyboarders. .Mit „Feeling Good“ legten die Sheepdogs einen fulminant stampfenden Rocksong hin, der auch in jedes BTO Konzert gepasst hätte.

Als man dachte, besser geht es nicht mehr, setzten die Kanadier mit „Nobody“ zum Ende des Sets noch einen oben drauf. Ewan Currie und Jim Bowskill brachten zunächst einen fast tänzelnden Sound auf die Bühne, den Shamus Currie an den Keyboards untermalte, um nach einiger Zeit als dritter Gitarrist mitzuwirken, wobei sich die Drei über mehrere Minuten mit einem Solo nach dem anderen duellierten.

Der Song hat auf jedem Fall das Zeug zu einer Art Hymne der Band zu werden. Danach verließ das Quintett unter tosendem Applaus die Bühne, um nach kurzer Zeit für zwei Zugaben zurückzukehren.

Den Anfang machte “The Way It Is“, gefolgt von der einzigen Covernummer des Abends, „Ramblin`Man“ von den Allman Brothers. Hier glänzte zunächst Bowskill als Leadsänger und zeigte, dass er im Gitarrenspiel auf einer Ebene mit den Größen der Southernrock Szene einzuordnen ist.

In den knapp 100 Minuten bewiesen die Sheepdogs, dass sie sich weder hinter den Veteranen des Southern Rocks, wie Lynyrd Skynyrd & Co., noch hinter den zur Zeit angesagten Acts wie z. B. Blackberry Smoke zu verstecken brauchen.

Wenn es der Band gelingt, insbesondere in dieser Besetzung die Spielfreude und ihr Charisma zu konservieren, braucht man um die Zukunft des Southern Rock keine Angst zu haben und es wird noch einige magische Liveabende geben, dann vermutlich aber in größeren Locations.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal herzlich bei Jimmy Bowskill bedanken, den ich beim Rival Sons-Gig, kennengelernt hatte, und mich dort schon zur heutigen Veranstaltung einlud und mich auf die Gästeliste setzte.

Nach dem Konzert nahm er sich nicht nur Zeit für das Erfüllen zahlreicher Autogrammwünsche, sondern hatte noch genügend Zeit mit Marcus Neu, den er schon mehrere Jahre kennt und mir über das vorausgegangene Konzert zu fachsimpeln. Es ist immer wieder schön, solch gut gelaunte bodenständige Musiker zu erleben, die sich auch nach dem Konzert noch auf die Fans einlassen.

Lobenswert war auch der gut ausgesteuerte differenzierte Sound, sowie das sehr sympathische Personal des Yuca Clubs. Das Einzige was etwas fehlte, war ein bisschen mehr Licht, sodass man das quirlige Gitarrenspiel und die Fingerfertigkeit der Musiker visuell noch besser hätte beobachten können. Dies ist nicht falsch zu verstehen und Jammern auf hohen Niveau, es war ein klasse Konzertabend und der würdige Abschluss eines schönen Pfingstwochenendes.

Ewan Currie – Guitar and lead vocals
Ryan Gullen – Bass and backing vocals
Sam Corbett – Drums and backing vocals
Shamus Currie – backing Vocals and keys
Jim Bowskill – Guitar and backing vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

The Sheepdogs
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Yuca Club Köln

Dede Priest & Johnny Clark’s Outlaws – Crocuses From Ashes – EP-Review

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Zu den Bereicherungen meines ja nicht gerade kleinen musikalischen Horizonts, zählte im letzten Jahr zweifelsohne die texanisch-niederländische Formation Dede Priest & Johnny Clark’s Outlaws.

Das Vorgängeralbum „Flowers Under The Bridges“ hatte ich nur in Form der positiven Rezension des Kollegen Skolarski vernommen, konnte mich dann aber vom Können der Band anhand ihres starken Konzerts in der Krefelder Kulturrampe leibhaftig überzeugen.

Ihre vermutliche Passion für Blumen (wen wundert es – drei Holländer in der Band…) neben dem Blues Rock, wird mit dem Titel ihrer neuen EP „Crocuses From Ashes“ nun genauer spezifiziert.

Die fünf neuen Stücke stammen allesamt aus der Feder von Dede Priest und Johnny Clark, letztgenannter ist im bürgerlichen Leben unter dem Namen Hans Klerken anzutreffen. Für den transparenten Sound zeichnet sich Erik Spanjers verantwortlich.

Schon der Opener „You Are Gonna Rise“ gibt die Marschrichtung für den weiteren Verlauf des Werkes vor: tolles, in den Siebziger Jahren verankertes E-Gitarrenspiel (Interpreten wie Hendrix oder Clapton & Co. zu damaligen Zeiten lassen grüßen), die markante volumige ’schwarze‘ Stimme der Priest, Clarks überwiegend tolles Rhythmus- und Fillspiel, zusammengeführt in einem texanischen Blues Rock-Ambiente.

Nicht zu vergessen die von Dede bei den Stücken „Vermillion Allure“ und „Crocuses“ eingeflochtene knarzige Violine, die der Band noch ein weiteres markantes Markenzeichen verabreicht. Ray Oostenrijk am Bass und Drummer Leon Toonen erledigen routiniert und gekonnt die erforderliche, taktgebende Hintergrundarbeit.

Highlight für mich ist das frech und angriffslustig gesungene, mit surrenden Slide- und Rhythmusgitarren veredelte und shuffelnde „Texas Hurricane“ (klasse auch die Hendrix-mäßigen Zwischen E-Hooks und das quirlige Solo), das auch von der Melodik ein zu Begeisterungsstürmen bewegender Hinhörer ist.

Johhny Clark hat seinen Auftritt in der Mitte des Kurzsilberlings, wo er beim Creedence Clearwater Revival-umwobenen „Superlovely“, in Sachen Lead Gitarre und -Gesang die Zügel inne hat und diese Aufgaben mit Bravour meistert.

Dede Priest & Johnny Clark’s Outlaws haben mit dem neuen Kurzwerk „Crocuses From Ashes“ einen schönen kleinen musikalischen Zierblumenstrauß gebunden. Der hier verkörperte niederländische Rock-Musik-Calvinismus in Kombination mit der südstaatlichen Wucht eines texanischen Wirbelsturms, ergibt eine kurzweilige Mischung aus ehrlicher, detail-verliebter Instrumental-Arbeit und immer wieder aufbrausender Stimm-Urgewalt.

Creeping Fig Records (2019)
Stil: (Texas) Blues Rock

01. You Are Gonna Rise
02. Vermillion Allure
03. Superlovely
04. Texas Hurricane
05. Crocuses

Dede Priest
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Elles Bailey – Road I Call Home – CD-Review

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Der Wust der Musikveröffentlichungen heutzutage birgt natürlich auch die Gefahr, dass so manches Gute untergeht. Man kann die Augen und Ohren einfach nicht überall haben.

Wurde der Vorgänger „Wildfire“ von Elles Bailey uns noch über den Promotion-Weg quasi direkt serviert, wäre ihr Nachfolger doch glatt ‚durchgeflutscht‘. Aber Gottseidank benennt die junge Britin ja die Straße als ihre Heimat und die führt sie und ihre Band auch immer wieder ins Leverkusner topos, wo sie vor kurzem erneut ein begeisterndes Konzert ablieferte.

Bei dieser Gelegenheit reichte mir die sympathische Musikerin dann den aktuellen Silberling „Road I Call Home“ persönlich und handsigniert natürlich. So hatte ich schon vor dem Hören im Player das Vergnügen, fast sämtliche Tracks, vorab auch in ihrer Live-Wirkung begutachten zu können.

Das Album bestätigt dann im Nachhinein auch die damit verbundene Erwartungshaltung nahezu 100-prozentig. Es ist Musik, die wie für mich persönlich geschaffen ist: Herrliche Stimme, authentisches Songwriting, tolle Instrumentierung, schöne Melodien, abwechslungsreiche Darbietung und saubere Produktion, dazu eine gehörige Portion Blues- und Southern Rock-Flair.

Was sie vermutlich zudem mit mir teilt, ist die Vorliebe für Nashville-inspiriertes Liedgut. Wie schon bei „Wildfire“ hat sich Elles wieder in die dortige Musikmetropole samt ihrer prominenten Aufnahme-Locations begeben und mit namhaften Co-Schreibern wie u.a. Ashton Tucker, Daryl Burgess, Bobby Wood oder Jeff Cohen ihre neuen Kreationen entwickelt.

Die Musik wurde in dortigen Studios neben ihren etatmäßigen Bandmates wie Joe Wilkins & Co. von den Stars der dortigen Studioszene wie Chris Leuzinger, Pat Buchanan, Mike Brignardello, Steve Mackey, Wes Little, Jimmy Nichols, Jony Henderson, Kim Keys und Chris Rodriguez veredelt. Das Ganze perfekt soundtechnisch eingefangen und abgemischt haben Brad Nowell und Steve Blackmon.

Schon der swampige Opener „Hell Or High Water“ mit seinem reißenden Slide ist nahezu perfekter Stoff für dieses Magazin. Southern Rock pur. Im weiteren Verlauf der Stücke glänzt Bailey mit schönen Tempo- und Stimmungsvariationen, die sie in ihrer vokalen Performance (wen wundert es bei dieser Stimme) blendend meistert.

Im southern-souligen „Deeper“ (mit plusternden Bläsereinsätzen) sehnt sie sich nach Liebe, die nicht nur an der Oberfläche kratzt, während sie sich beim emotionalen Slowblues in Beth Hart-Manier (famoser Gesang), über die Wandlung des Partners sinniert.

Der „Medicine Man“ bedient erneut mit starker E-Gitarrenarbeit die Southern Rock-Klientel. „Road I Call Home“, der Titelsong, befindet sich genau in der Mitte, ein schöner kompromissloser Uptemporocker.

Die Piano-trächtigen „Foolish Hearts“ (dezent bluesig) und „Light In The Distance“ (emotionale reduzierte Abschlussballade) könnten, wenn es nicht anders wäre, fast aus der Songschmiede von Elton John und Bernie Taupin stammen, ein Beweis für die Qualität ihres eigentlich für Höheres bestimmten Songwritings.

Meine beiden Lieblingsstücke „Help Somebody“ und „Miss Me When I’m Gone“ treffen mit ihrer flockig-launig melodischen Art, samt starker (Slide-) E-Gitarren wieder ordentlich ins Southern-Herz.

Fazit: Elles Bailey hält mit „Road I Call Home“ ganz locker das hohe Niveau, dass der starke Vorgänger „Wildfire“ als Messlatte aufgelegt hatte. Hier greift von der Stimme bis zur Umsetzung wieder (auch Nashville sei Dank) ein musikalisches Rädchen perfekt ins andere.

Wer die Britin aus unseren Kreisen noch nicht kennt, sollte sich sputen, ihre Tonträger mal anzutesten und natürlich die potentiell kommenden Konzerte bei uns im Auge zu behalten.

Es wäre wirklich schade, diese talentierte Künstlerin, unbemerkt an sich vorbei ziehen zu lassen. Elles Bailey hat ganz viel Southern Rock im Blut. Sie ist eine von uns! Dafür lege ich meine Hand ins Feuer!

Outlaw Music – (2019)
Stil: Blues/Rock/Country

01. Hell Or High Water
02. Wild Wild West
03. Deeper
04. What’s The Matter With You
05. Medicine Man
06. Road I Call Home
07. Foolish Hearts
08. Help Somebody
09. Little Piece Of Heaven
10. Miss Me When I’m Gone
11. Light In The Distance

Elles Bailey
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Paul Thorn – Best Of – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Elvis Presley hat die Karrieren vieler bekannter Musiker nachhaltig beeinflusst und ihnen teilweise sogar buchstäblich die „Tanzschritte“ der Rockmusik beigebracht. Zu ihnen gehören die US-Rockstars Bruce Springsteen, Tom Petty und Billy Joel, die alle drei stolz betonen, wie Elvis sie förmlich zum Rock’n’Roll verleitet hat und seine Bühnenauftritte zu einem Paradigmenwechsel in ihrem Leben führten.

Der 54-jährige Paul Thorn war zu Beginn von Elvis legendären Shows noch zu jung, um die gleiche Begeisterung zu entwickeln. Aber seine Verbindung zum „King“ entsteht, als er mit seiner Familie nach Tupelo, Mississippi, zieht – dem Geburtsort von Elvis Presley. Zum Songwriting wurde er jedoch nicht unbedingt musikalisch von Elvis motiviert, sondern eher durch dessen Fähigkeiten als Entertainer.

Als Sohn eines Geistlichen entdeckte Thorn früh den Gospelgesang. Bis zu seinen ersten Musikveröffentlichungen dauerte es aber noch einige Zeit und erst als Mitt-dreißiger konnte Thorn seinen Erstling „Hammer and Nail“ (1997) herausbringen.

Auf der vorliegenden Best-of-Scheibe hat Paul Thorn wesentliche Tracks der vergangenen 20 Jahre zusammengefasst, dazu Hits und Fan-Wünsche. Angefangen mit „I Don’t Like Half The Folks I Love“ vom „Pimps and Preachers“-Album (2010) wird eine bunte Mischung von Americana bis Gospel präsentiert, die zu seinem zweiten Studioalbum „Ain’t Love Strange“ von 1999 zurückreicht („Burn Down The Trailer Park“ und „I Have A Good Day Every Now & Then“). Von seinem Debüt Album „Hammer and Nail“ (1997) ist leider kein Song vertreten, was diese Best-of-Fassung etwas schmälert.

Zu jeder Compilation gehört mittlerweile fast standardmäßig auch ein bislang unveröffentlichter Track. In diesem Fall schließt die Scheibe mit dem schönen „Rose City“ ab, das im rockigen Country-Sound entfernt an Stones-Klassiker erinnert. Ein nettes Beiwerk ist der Download-Code zu einem Konzert mit Band aus dem Jahre 2016, als er im Ryman Auditorium in Nashville, TN eine Acoustic-Show ablieferte.

Paul Thorn wird in der Musikszene sehr geschätzt und konnte zum Beispiel schon mit Sting, Mark Knopfler, John Hiatt und John Prine zusammenarbeiten. Im Vergleich zu vielen anderen Berufsmusikern kann Thorn die in langen, harten Jahren gewonnene Lebenserfahrung, u.a. als Fabrikarbeiter, Soldat oder Profi-Boxer, in die natürliche Glaubwürdigkeit seiner Songs einbringen. Er weiß worüber er singt, wenn er sogenannte „working-man-songs“ spielt. Bruce Springsteen musste kürzlich z.B. sehr ironisch – in seiner umjubelten Broadway Show – zugeben, er habe die Fabriken, über die er in seinen Songs schreibt, nie von innen gesehen.

Die Best-of-LP von Paul Thorn ist eine meisterliche Zusammenstellung aus einem abwechslungsreichen und authentischen Repertoire und zwei Jahrzehnten Americana, Country, Blues, Gospel und Southern Rock. Die Gelegenheit, diesen bodenständigen und vielseitigen Singer/Songwriter live zu erleben, sollte man bei seinen ersten Deutschland-Terminen im Herbst unbedingt wahrnehmen.

Perpetual Obscurity Records (2016)
Stil: Americana, Country, Blues

Tracklist:
01. I Don’t Like Half The Folks I Love
02. Mission Temple Fireworks Stand
03. Snake Farm
04. Pimps And Preachers
05. Long Way From Tupelo
06. Burn Down The Trailer Park
07. Bull MT. Bridge
08. What The Hell Is Goin‘ On?
09. What Have You DoneTo Lift Somebody Up?
10. Old Stray Dog & Jesus
11. I Have A Good Day Every Now & Then
12. Rose City

Bonus Download: The Acoustic Show
01. A Lot Of Good Reasons
02. I Backslide On Friday
03. I Hope I’m Doin‘ This Right
04. Hammer & Nail
05. That’s Life
06. Turnip Greens
07. Don’t Let Nobody Rob You Of Your Joy
08. She Won’t Cheat On Us
09. Everything’s Gonna Be Alright

Paul Thorn
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