Robert Jon & The Wreck – Same – CD-Review

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Robert Jon & The Wreck sind mittlerweile sowas  wie Lieblinge unseres Magazins. Dies beruht allerdings nicht (nur) auf persönlichen Sympathien, diesen Status hat sich die Band in jeder Hinsicht auf ehrliche Weise und kontinuierlich erarbeitet.

Die fünf Burschen aus Orange County, Süd-Kalifornien, schauen unter der Fahne von Teenage Head Musich seit Jahren regelmäßig in Deutschland vorbei und haben sich auf der Bühne zu einer Parade-Southern Rock Band gesteigert, die heute mit keinem noch so berühmten Vertreter des Genres, einen Vergleich zu scheuen braucht. Bestes Beispiel war wieder einmal ihr grandioses Konzert in der Krefelder Kulturrampe vor einigen Tagen.

Aber auch auf kreativer Ebene lassen die Jungs um ihren Fronter Robert Jon Burrison nicht locker. Ihr neues, nach sich selbst benanntes, acht Stücke umfassendes  Werk, begeistert von vorne bis hinten.

Dabei zeigen sie, wie auch schon live in Krefeld, wo sie bereits einen Großteil der Tracks vorgestellt hatten, ein dezent neues Gesicht. Es geht nämlich sehr soulig und funkig zu, auch an weibliche Backgroundgesänge, kann ich mich jetzt zu früheren Zeiten, spontan nicht erinnern. Das an die Allman Brothers angelehnte Grundambiente, bleibt aber natürlich, nicht nur aufgrund Kristopher Butchers Slide-Spiel, omnipräsent.

Launige Stücke wie „Old Friend“, „Let It Go“, „I Know It’s Wrong“ und die fantastisch groovenden „High Time“ (klasse Backgroundvocals von Anesha Rose, plustriges Saxofon von Adrian Olmos) sowie „I Got My Eyes On You“ animieren in den Refrains zum Mitsingen und gehen auch größtenteils direkt ins Tanzbein. Da ging selbst der sonst auf der Bühne etwas introvertiert wirkende Robert Jon Burrison bei der Performance in Krefeld richtig aus sich heraus.

Das achteinhalb Minuten währende, jammige  Instrumental „Witchcraft“ ist zwar letztendlich kein Hexenwerk, allerdings eine würdevolle und stark gespielte Verneigung vor ABB-Stücken wie „High Falls“, „Jessica“, „Pegasus“ & Co., wobei Burrison, Butcher, Magiorra, Pelusi und Espantman ihr filigranes Können ausgiebig darlegen.

Den ruhigen Part auf dieser CD haben die Southern Soul Ballade „Shine On“ und das Veranda-mäßige „Forever Isn’t Long Enough“ inne. Bei letztgenanntem, recht melancholischem Lied (mit schöner Akustikgitarre und entspanntem Slide untermalt) sieht man die Burschen vorm geistigen Auge irgendwo vor einer Südstaaten-Villa relaxt musizieren, wobei Jon zwischenzeitlich genüsslich an seinen obligatorischen Whiskeyglas nippt.

Fazit: Eine erneute, durchgehend gelungene Scheibe von Robert Jon & The Wreck, die zumindest Hoffnung macht, dass die Lücke,  die in Sachen Allman Brothers durch den Tod von Gregg Allman wohl für immer entstanden ist, auch in Zukunft sehr stilvoll mit musikalischem Leben gefüllt wird.

Wer sich von dem famosen Live-Können des Quintetts überzeugen möchte, sollte z. B. die Gelegenheit am 09.09. im Dortmunder Blue Notez unbedingt nutzen!

Eigenproduktion (2017)
Stil: Southern Rock

01. Old Friend
02. Let It Go
03. I Know It’s Wrong
04. Shine On
05. High Time
06. I Got My Eyes On You
07. Witchcraft
08. Forever Isn’t Long Enough

Robert Jon & The Wreck
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Teenage Head Music

Ein Gedanke zu „Robert Jon & The Wreck – Same – CD-Review“

  1. Habe die Scheibe anlässlich ihres Gigs im Meisenfrei, HB erworben und würde noch eins drauflegen. Ihr bisher bestes Album mit groovenden und eingängigen Songs. Live sind sie sowieso eine Bank. Leider war die „Meise“ nicht so gut besucht wie die Kulturrampe, schätze so um die 70 Fans. Aber tolle Stimmung und ordentlich Betrieb beim „Merch“ führen hoffentlich dazu, dass sie wiederkommen.
    Hier noch ein Link von Olli, der einen Kurzbericht vom Bremer Gig verfasst hat:
    http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browseT&forum_id=217&thread=263&postID=19928#19928
    Rockige Grüße ans SoS-Team, Thomas

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