Rhino Bucket, 05.01.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Kaum sind die ersten Tage von 2018 ins Land gezogen, startet auch die Konzertsaison am ersten Wochenende des Jahres direkt mit einem Paukenschlag. Die sich mittlerweile unter der Teenage Head Music-Familie befindlichen kalifornischen Kult Hard Rocker Rhino Bucket, bestritten den Deutschland-Auftakt ihrer Europa-Tournee, in Krefelds Konzert-Puppenstübchen, der Kulturrampe.

Klar, dass auch wir uns das Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Gastgeber Markus ‚Pille‘ Peerlings und sein Team hatten angesichts des Ansturms auf die Karten, die Fläche von sämtlichem sonstigen Mobilar (Stehtische) freigeräumt, die Rampe war picke-packe voll. Neu waren zwei aufgehangene Bildschirme, sodass man sowohl in den hinteren Rängen, als auch vorne im Foyer, jeder Zeit ein Blick auf das Geschehen der Bühne werfen konnte.

Das Quartett um die beiden Gründungsmitglieder Georg Dolivo und Reeve Downes, sowie den später, aber auch schon vor längerer Zeit, dazu gestoßenen Brian ‚Damage‘ Forsythe (Kix) und Dave DuCey (Warrior) stiegen pünktlich um 21:00 Uhr mit dem standesgemäßen Opener „One Night Stand“ in den Gig ein.

In den nächsten gut 90 Minuten war dann kompromisslos Vollgas der klassischen Hard Rock-Schule angesagt. Allein schon der Bon Scott-ähnlichen Stimmlage des Fronters Georg Dolivo wegen und dem rhythmisch-riffigen E-Gitarrensound fast aller Tracks, war die Nähe zum australischen Aushängeschild der Sparte natürlich unverkennbar.

Rhino Bucket repräsentierte die amerikanische Variante vor allem durch das E-Gitarrenspiel von Brian Forsythe, der mit einer doch eher im Country Rock verwurzelten Fender Telecaster, sein quirliges Spiel mit vielen integrierten filigranen Soli, zum Besten gab. Dieser war zudem noch mit einem Sweatshirt der berühmten Fame-Studios in Muscle Shoals, Alabama, bekleidet, eine der Wiegen, des von uns normaler Weise bevorzugten Southern Rocks.

Der Vierer spielte im Großen und Ganzen das gleiche Programm wie Abends zuvor im belgischen Verviers mit Stücken wie dem dezent ZZ Top-umwehten „Beat To Death Like a Dog“, „Who’s Got Mine“, „She Rides“, „She’s A Screamer“ bis zum launigen Schlussspurt mit u. a.  „I Was Told“.

Im Prinzip ein schöner Querschnitt durch ihre sieben bisherigen Studio-Alben. Eine dezente Tempo-/Lautstärken-Drosselung gab es – wenn überhaupt –  nur bei „Word“. Dolivo scherzte bei der Ansage, dass es jetzt vielleicht ‚die‘ Gelegenheit wäre, ein wichtiges Telefongespräch zu führen. Das aktuelle Album „The Last Real Rock N’Roll“ wurde durch Songs wie „Hello Citizens“, „Forgivness“ und „So Long“ gestreift.

Nach dem Gig gab es noch das mittlerweile obligatorische Bild der Band mit unserem Logo in den Katakomben der Rampe für unsere VIP-Galerie und das übliche Treiben am dicht belagerten Merchandise-Stand, an dem die vier Kultrocker gut gelaunt und lebensnah für Small-Talk, Unterschriften und Bilder, ihren Fans zur Verfügung standen.

Insgesamt ein toller, stimmungsvoller Konzertauftakt des Jahres 2018 mit Rhino Bucket in Krefelds kultiger proppevoller Kulturrampe. Direkt die richtige Band, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort – das müsste doch ein wahrlich gutes Omen für die laufende Saison sein!

Line-up:
Georg Dolivo (lead vocals, electric guitar)
Brian Forsythe (electric guitar, vocals)
Reeve Downes (bass, vocals)
Dave DuCey (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Rhino Bucket
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Kulturrampe Krefeld

The Electric Alley, 08.12.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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The Electric Alley bildeten gestern Abend für Gernot und mich, den Abschluss (sofern wir uns nicht noch für irgendetwas Ungeplantes spontan entscheiden sollten) eines intensiven Konzertjahres 2017, in dem wir alleine aus unserer lieb gewonnenen Kulturrampe satte 19 mal berichtet haben.

Nachdem ich am Montag bei Chantel McGregor aufgrund der ungeheuren Fülle an Aufgaben und dementsprechenden Belastungen in meinem richtigen Job, mal gepasst hatte, war die Präsenz beim Deutschland-Debüt, des sich im Portfolio von Teenage Head Music befindlichen Quartetts aus dem spanischen Cadiz, natürlich Pflicht, zumal es noch mal die Gelegenheit gab, sich von den vielen bekannten, ebenso Musikverrückten wie u. a. Manny Montana samt Ehefrau, KR-Ikone Mario Scholten (hatte angesichts des herrlichen Wetters großzügig den Vorzug im gemütlichen Outdoor-Bereich an der Kasse bekommen), Techniker Malte, SoS-Mitarbeiter Michael Segets und natürlich ‚Mr. Kulturrampe‘ Pille aus dem alten, noch bestehenden Jahr zu verabschieden (und bereits die ersten Pläne für 2018 zu schmieden).

Um die 60 Zuschauer sorgten für einen Erstaufritt der jetzt gerade nicht mega-mäßig bekannten Iberer für einen ordentlichen Rahmen, die auch für mich Neuland waren, da Gernot den Review zu ihrem immer noch aktuellen Album „Get Electrified!“ von 2015  geschrieben hatte.

Der unterhaltsame engagierte Gig, der sich stilistisch überwiegend im Bereich des melodischen Hard Rocks einordnen lässt, untermauerte im Prinzip Gernots verfasste Thesen, die Band samt ihres eigenständig kreierten Materials, in die Nähe der bekannten Interpreten des Genres wie Alice Cooper, Aerosmith, Bon Jovi oder Guns’n Roses zu rücken. Aus meiner Sicht könnte man durchaus auch noch Acts wie AC/DC, Black Crowes, House Of Lords, Little Caesar, etc. in den erweiterten Dunstkreis aufnehmen.

Und so spielten sich die vier Musiker, angeführt von Sänger und Gitarrist Jaime Moreno (dessen in Düsseldorf lebende Schwester zum Gig angereist war) mit viel Dampf (eröffnet wurde mit dem fetzigen „Up In Flames“) durch ausgewählte Tracks ihrer beiden Alben „Backward States Of Society“ und „Get Electrified!“. Lead Gitarrist Nando Perfumo glänzte mit vielen quirligen Soli auf seiner schwarzen Les Paul, der athletische Sergio Reyes Gamaza am Bass (einmal mit toller Gesangskurzeinlage) und Drummer Rafa Gonzales bildeten eine überaus kraftvolle Rhythmusfraktion.

Der Bezug zu unserem Magazin wurde durch das, mit einem integrierten „Can’t You See“-Intermezzo verzierte, southern rockige „Live While You’re Alive“ gewahrt, das aus meiner Sicht neben Stücken wie „Go Go Go“ (vielleicht der Song mit dem höchsten Wiedererkennugswert), den atmosphärischen Midtempotracks „Free My Soul“ (sehr emotional gesungen) und „Eagles Fly Solo“ (teils soulig, teils hymnisch), auch zu den Highlights des Hauptteils zählte.

Die stürmischen „Alley, Alley“-Rufe der begeisterten anwesenden Rampen-Besucher wurden mit zwei Zugaben, u. a. mit dem Titelstück des 2015er-Werkes „Get Electrified!“ angemessen zufriedengestellt. Insgesamt ein knackiger Abend mit The Electric Alley, der zum vorgezogenen Wochenausklang mal so richtig die Ohren durchgepustet hat.

Unser Dank nochmals an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass in solchen, mit viel Herzblut bedachten Locations wie der Kulturrampe, noch unzählige weitere niveauvolle musikalische Auflagen dieser Art folgen mögen. Man sieht sich im neuen Jahr bei Rhino Bucket!

Line Up:
Nando Perfumo – Lead Guitar, Background Vocals
Jaime Moreno – Lead Vocals, Electric Guitar
Sergio Reyes Gamaza – Bass, Background Vocals
Rafa Gonzales – Drums

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

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Kulturrampe Krefeld

Sass Jordan – Support: Chris Caddell And The Wreckage – 15.09.2017, Arnheim, Luxor Live – Konzertbericht

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Ein Gig, auf den ich mich dieses Jahr schon seit längerem gefreut habe, war der von Sass Jordan, die anlässlich des 25-jährigen Jubileums ihres Paradealbums „Racine“  (jetzt zeitgleich neu eingespielt, wieder aufgelegt als „Revisted“-Ausgabe, siehe unsere Besprechung), in Europa tourt.

Die Kinnlade ging natürlich immens runter, als das geplante Konzert im Kölner Jungle Club wegen zu geringem Kartenabsatzes kurzfristig abgesagt wurde. Der deutsche Michel besucht in der Domsadt scheinbar lieber anonyme Kommerz-orientierte Massenveranstaltungen zu horrenden Preisen – Metallica lassen grüßen.

Sounds Of South, das Magazin, das immer auf Zack und flexibel ist, reagierte sofort, und organisierte  in Verbindung mit Brooke-Lynn Promotion noch spontan eine Akkreditierung für den Gig im niederländischen Arnheim, übrigens Gernots und mein erster Auslandseinsatz in Sachen Live-Berichterstattung seit Bestehen dieses Magazins.

An dieser Stelle muss ich mal eine Lanze für unser Nachbarland brechen. Als Hundebesitzer und demnach passionierter langjähriger Zeeland-Urlauber bewundere ich immer wieder den Sinn für deren Gemeinschaftsleben, die recht entspannt und gebildet wirkenden Menschen, u. a. auch besonders die Pflege der dortigen Infrastruktur.

Das Land scheint nicht von einer, durch eine kleine elitäre geldgeile Klicke, infiltrierten selbstsüchtigen und entrückten Politikerschaft sowie einer weitestgehend unfähigen und nicht belastbaren Beamtenschaft delegiert zu werden. Und so auch in Arnheim: Eine einladende Stadtstruktur, perfekte Straßen, gepflegte Sauberkeit, wohin das Auge blickte, ein durch Elektrobusse befahrener Stadtkern, bezahlbare Parkhäuser (2 Euro für den Abend), dazu eine wunderbar hergerichtete Konzert-Location, eine straffe, freundliche Top-Organisation des Events eingeschlossen.  Der gerechte Lohn: Ein volles Haus (geschätzt etwas mehr als 500 Leute)!

Beim Jordan-Abend wurden direkt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Kanadierin wurde von Chris Caddell begleitet, der als Vorband mit den beiden anderen involvierten Musikern Cassius Pereira und Derrick Brady, die Gelegenheit erhielt, für sein Solo-Projekt Werbung zu machen.

Das Trio (blues-) und (southern-) rockte mit einer wuchtigen Intensität, wobei sich Caddell  als angenehmer Sänger und starker E-Gitarrist (auch als Slide-Spieler) profilieren konnte. Stücke wie „From The Wreckage“, „Workin'“, „The Rescue“, „Through My Hands“ und die abschließenden „Ohio“ (fette rockige Version zur Freude des Neil Young-Liebhabers Gernot) und „Killing Me“ füllten eine toll performte erste halbe Stunde. Ich habe selten eine so gute Vorgruppe erlebt.

Nach einer halben Stunde Pause in dem eindrucksvoll gestalteten Konzertsaal, den die drei Burschen auch zum Kleidungswechsel nutzten, ging es mit der Protagonistin der Veranstaltung im Quartett weiter.

Schon der Auftakt mit den vier „Racine“-Stücken „If You Gonna Love Me“, „Who Do You Think You Are“, „Where There’s A Will“ und der herrlichen Ballade „Remind Me“ ließ einem wohlige Schauer, den Rücken runter laufen. Das Publikum, wie auch wir beiden, waren absolut begeistert und sofort auf Betriebstemperatur!

Sass Jordan ist einfach eine einnehmende Frontfrau. Für Ihr Alter immer noch toll aussehend, körperlich absolut erstklassig in Form, sympathisch, kommunikativ, dazu diese extravagante Stimme, sowohl zahm wie ein Lamm, aber auch überwiegend kräftig und aggressiv wie ein beute-hungriges Raubtier.

Sass, wie sich ihren Ansagen entnehmen ließ, wohl nicht zum ersten Mal an dieser Stelle auftretend, zeigte sich gut gelaunt, redefreudig, tanzte, gestikulierte, schlängelte mit den Armen, ließ die blonde Mähne wehen und zog mit einem gut ausgewähltem Programm ihres Schaffensspektrums, die Leute über die gesamte Dauer in ihren Bann. Auch hier bewiesen die drei Mitstreiter wieder ihre instrumentelle Klasse (Caddell mit toller Rhythmus-, Fill- und auf den Punkt gebrachter Solo-Arbeit an der E-Gitarre, der ungemein agile Brady mit seinem pumpenden Bass – beide auch mit guten Harmoniegesängen – sowie der heftig polternde Pereira).

Und so schloss sich in einem erstklassigen Wechselbad der musikalischen Gefühle, mit Songs wie „Mobile Again“, „Shuffle“ (herrliches Slide-Solo von Caddell, Schatten-Box-Einlage von Sass am Ende), dem fulminanten „Pissin‘ Down“ (Jordan knurrt regelrecht zum Abschluss des Liedes), dem grandiosen „The Feeling’s Gone“ (Sass mit schrillem Cockerschem Urschrei), dem stampfenden „Ugly“, „Damaged“ und „High Road Easy“, der „Racine“-Kreis des Hauptteils mit dem allseits beliebten „Make You A Believer“, das den Saal in euphorische Sphären bewegte.

Die nicht lange auf sich warten lassenden Zugaben wurden mit einer unter die Haut gehenden Cover-Version vom einstigen Stevie Nicks-Debütwerk „Bella Donna“, „Stop Dragging My Heart Around“ (damals im Duett mit Tom Petty), bei dem Sass und Chris diesmal duettierten, und dem knackigen „So Hard“ zelebriert.

Ein Wahnsinns-Abend, der in allen Belangen überzeugte. Selbst Kollege Gernot, bei dem meine anfängliche Überzeugungsarbeit gefruchtet hatte, war richtig ‚von den Socken‘. Ich bin mir relativ sicher, gestern mit Sass Jordan & Band, das vermutliche Konzert-Highlight des Jahres 2017 erlebt zu haben. Einfach wunderbar!

Danke an Birgit Bräckle von Brooke-Lynn Promotion und SJ-Tour-Manager Wouter Bakker für die verlässliche und spontane Unterstützung.

Line-up Chris Caddell And The Wreckage:
Chris Caddell (lead vocals, electric guitar)
Derrick Brady (bass, vocals)
Cassius Pereira (drums)

Line-up Sass Jordan:
Sass Jordan (lead vocals)
Chris Caddell (electric guitar, vocals)
Derrick Brady (bass, vocals)
Cassius Pereira (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Brooke Lynn Promotion
Luxor Live, Arnheim

Black Country Communion – BCCIV – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Hardrock Fans, Headbanger und Liebhaber des gepflegten 70’ger Jahre Bombastrocks aufgepasst: Black Country Communion is back! Seit ihrer Gründung in 2009 hatten die Hardrocker um Glenn Hughes (Deep Purple, Trapeze) bis zu ihrer Trennung in 2013 drei Alben veröffentlicht. Und nun 4 Jahre später sind Sie wieder auf Betreiben von Joe Bonamassa in Originalbesetzung ins Studio gegangen, um ihre neue Scheibe „BCCIV“ einzuspielen. Produziert wurde das Teil wieder von Kevin Shirley, der auch die drei Vorgängeralben der Band auf den Weg gebracht hatte und schon für Hits von Led Zeppelin, Iron Maiden, Aerosmith und Journey verantwortlich war.

Seit der Ankündigung in 2016 über eine geplante Reunion der Band warten die Fans gespannt auf ein neues Album der vier Hardrocker. Und jetzt im September 2017 ist es endlich soweit. Das, was die Mannen um Glenn Hughes (Blueser Joe Bonamassa; Jason Bonham, Sohn des legendären Led Zeppelin-Drummers John Bonham; Keyboarder Derek Sherinian) nun abliefern, ist purer Hardrock allerfeinster Qualität.

Das Album ist der lebende Beweis dafür, dass der 70’ger Classic-Rock noch lange nicht tot ist und auch im 21. Jahrhundert seine Daseinsberechtigung hat. Die Tracks auf dem Album sind daher gewohnt hart, teils auch melodiös oder einfach nur bombastisch. Hinzu kommt Glenn Hughes charakteristische Stimme, die mitunter an Stimmlage und Intonation von Robert Plant erinnert. So zu hören auf „Collide“ dessen Mittelteil bezeichnenderweise auch Anleihen von Led Zeps Song „Black Dog“ aufweist.

Andere Songs mit härterer Gangart sind „Sway‘“, ein waschechtes, bombastisches 70’ger Jahre Hardrockstück oder auch das etwas hektische, an den Titelsong „Black Country“ von BCC’s Debütalbum erinnernde „The Crow“ mit treibenden Riffs und einer wilden Synthezisereinlage im Mittelteil.

Einen schönen Kontrapunkt zu den härteren Stücken bildet „The Last Song For My Resting Place“, ein zu Beginn und Ende ruhiger Song mit dramatischem Mittelteil, zu dem Glenn Hughes von Wallace Hartley (dem bis zum bitteren Ende spielenden Geiger und Bandleader der Titanic-Kapelle) inspiriert wurde, mit Gesang und einem feinen von einer Geige begleiteten Mandolinenintro gespielt von Joe Bonamassa.

Auch das groovige „Over My Head“ kommt mit seinen kurzen choralen Einlagen recht melodiös daher und ist von allen Songs dieses Albums am ehesten radiotauglich.

Bereits seit Jahren engagiert sich Glenn Hughes in einem Projekt zum Schutz und zur Rettung von Delfinen. In dem Song „The Cove“ thematisiert er das sinnlose Abschlachten dieser großartigen Tiere durch japanische Fischer. Entsprechend bedächtig und düster ist dieses basslastige Stück.

„Wanderlust“ startet sehr harmonisch mit einem eingängigen Rhythmus und steigert sich dann im weiteren Verlauf mit Bonamassas flirrendem Gitarrenspiel und dem von Sherinian eindringlich gespielten Piano zu einem epischen Rocksong mit harten Riffs gegen Ende. Auch der Song „Love Remains“, ein Stück das Hughes seinen Eltern gewidmet hat, ist ähnlich angelegt, wenn auch mit härterem Einstieg und sanfterem Ende. Den Abschluss des Werks bildet dann das für BCC-Verhältnisse ruhige und während der Gesangspassagen zum Träumen anregende „When The Morning Comes“.

Insgesamt entspricht das Album stilistisch, wie nicht anders zu erwarten, den ersten drei Vorgängern von BCC. Dennoch ist es bei weitem kein Aufguss bewährter Riffs. Es ist stärker, reifer und kraftvoller, die musikalischen Feinheiten wollen aber entdeckt werden. Dafür gefällt es beim wiederholten Hören von mal zu mal besser. Für alle Fans von BCC und Liebhaber des gepflegten Bombast-Hardrocks ist die Scheibe sicherlich ein Must-Have. Und vielleicht finden sogar auch die Ohren des einen oder anderen ‚Normalhörers‘ Gefallen an dem Werk.

Line-Up:
Glenn Hughes – Vocals, Bass
Joe Bonamassa – Gitarre, Vocals
Jason Bonham – Drums
Derek Sherinian – Keyboards

Provogue – Mascot Label Group – (2017)
Stil: Hard Rock

01. Collide
02. Over My Head
03. The Last Song For My Resting Place
04. Sway
05. The Cove
06. The Crow
07. Wanderlust
08. Love Remains
09. Awake
10. When The Morning Comes

Walter Trout
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Sass Jordan – Racine Revisited – CD-Review

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Review: Michael Segets

Als mir Daniel einen Review zu der Wiederveröffentlichung von Sass Jordans „Racine“ mit den Worten anbot: „Das könnte genau dein Ding sein!“, war ich zunächst skeptisch. Ein 25 Jahre altes Album von einer Künstlerin, deren Name mir völlig unbekannt war, soll meine bevorzugte Musik, also Rock mit Ecken und Kanten, der dennoch melodisch bleibt, über gute Refrains verfügt und ausdrucksstark gesungen wird, bieten? Genau das tut jedoch Sass Jordans Scheibe „Racine Revisited“.

Die Kanadierin ist jenseits des Atlantik kein unbeschriebenes Blatt. Nach ihrem Debütalbum „Tell Somebody“ aus dem Jahr 1988 feierte sie in den 1990ern einige Erfolge. Vor allem „Racine“ sticht dabei heraus. Das Album stieg in den USA bis auf den zweiten Platz der Billboard Charts. Sass Jordan tourte mit Aerosmith und der Jeff Healey Band, steuerte mit Joe Cocker einen Song zum Soundtrack von „Bodyguard“ bei und schrieb Songs für Mariah Carey. Bislang veröffentlichte sie sieben Longplayer.

Bereits bei dem Auftakt „Make You A Believer“ wird deutlich, dass Sass Jordans gewaltige Stimme den Vergleich mit anderen weiblichen Rockgrößen nicht zu scheuen braucht. Hier werden Assoziationen zu Janis Joplin wach, während sich beim folgenden „If You’re Gonna Love Me“ welche zu Melissa Etheridge aufdrängen.

Nach dem fetzigen Einstieg überzeugt Sass Jordan auch bei dem langsameren Stück „You Don’t Have To Remind Me“ mit ihrer kraftvollen Stimme, die vor allem im Refrain eine hohe Intensität entwickelt. „Who Do You Think You Are“ rockt locker mit einem eingängigen Refrain drauflos. Diesen weist auch das Midtempo-Stück “Windin´ Me Up” auf. Dereck Sharp und Chris Caddell setzen bei dem Song – wie auch bei mehreren anderen – mit ihrer Gitarrenarbeit gelungene Akzente. Rudy Sarzo am Bass und Brent Fitz am Schlagzeug vervollständigen die Band, mit der Sass Jordan das Album jetzt neu einspielte.

Bei „I Want To Believe“ gönnt Sass Jordan der Band eine Verschnaufpause. Ihr gefühlvoller Gesang und das filigrane Gitarrenspiel prägen die akustisch gehaltene Ballade. Mit „Cry Baby“ findet sich eine weitere Rockballade auf der CD, bei der aber, anders als bei der vorherigen, eine kreischende E-Gitarre zum Einsatz kommt und dabei einen Spannungsbogen rund um den herausgeschrienen Refrain aufbaut.

„Goin‘ Back Again“, „Do What Ya Want“, bei dem sich auch Southern-Elemente finden, und „Where There’s A Will“ sind tolle Nummern, die alles haben, was meiner Ansicht nach gute Rocksongs ausmacht. Im letzten Stück „Time Flies“ wird das Tempo noch weiter erhöht und steuert nach einem kurzen Break auf ein fulminantes Finale zu.

Gelungene Rockmusik ist zeitlos, wie „Racine“ schon immer bewies. Die modifizierte Wiederveröffentlichung dieses hierzulande weniger bekannten Werks als Update ist daher eine gute Idee. Das „Revisited“ im Titel bezieht sich somit auf eine doch recht nah am Original gehaltene Neueinspielung mit von Sass dafür eigens dafür auserwählten Musikern.

Diejenigen, die Sass Jordan früher als ich entdeckt und bereits „Racine“ im Regal haben, werden damit zu tun haben, die Unterschiede herauszuarbeiten, allen anderen sei dieses Album – in welcher Fassung auch immer – eh ans Herz gelegt.

True North Records (2017)
Stil: Rock

01. Make You A Believer
02. If You’re Gonna Love Me
03. You Don’t Have To Remind Me
04. Who Do You Think You Are
05. Windin‘ Me Up
06. I Want To Believe
07. Goin‘ Back Again
08. Do What You Want
09. Cry Baby
10. Where There’s a Will
11. Time Flies

Sass Jordan
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Brooke Lynn Promotion

UFO, 07.09.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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UFO ist eine Band, die Gernot und mich durch unsere Jugend und auf so mancher Fete begleitet hat, demnach war klar, dass wir auch im SoS über ein Konzert berichten würden, sofern sich die Gelegenheit dazu bieten würde. Und am 07.09. war es, im von uns immer überaus gerne besuchten Musiktheater Piano in Dortmund, soweit.

Besitzerin Jenny Dore durfte sich am Abend zuvor schon über ein ausverkauftes Haus bei Mothers Finest freuen, auch bei der legendären britischen Truppe um Phil Mogg war die Hütte wieder rappelvoll. Ich hatte die Band schon an gleicher Stelle drei Jahre zuvor gesehen, als sie noch ihre damalige CD „Seven Deadly“ im Gepäck hatte, die mir, wie auch der Vorgänger „The Visitor“, ziemlich gut gefallen hatten.

Die Briten starteten, aus nicht ersichtlichen Gründen, mit 20 Minuten Verspätung und ließen vermutlich deswegen auch mit „Baby Blue“ und „Making Moves“ zwei geplante Stücke unter den Teppich fallen, der vielleicht einzige kleine Kritikpunkt dieses Abends.

Aber als das Quintett mit Phil Moog, Vinnie Moore, Rob de Luca, Paul Raymond und Andy Parker zu „Faith Healer“-Klängen auf die Bühne marschierte und mit dem Opener „We Belong To The Night“ direkt in die Vollen ging, war sofort prächtige Stimmung in der Bude, die auch bis zur letzten Sekunde des Konzerts anhielt.
Nach „Run Boy Run“ vom letzten Studioalbum aus eigener Hand „A Conspiracy Of Stars“ (später gab es mit „Messiah Of Love“ noch einen weiteren Track daraus), und „Ain’t No Baby“ folgten mit „Lights Out“ und „Only You Can Rock Me“ die ersten Highlights aus ihrer großen Zeit (damals ja noch mit Michael Schenker), was natürlich sofort mit frenetischen „U-F-O, U-F-O“- Rufe gefeiert wurde.

Bereits zu dieser Zeit hatte Vinnie Moore mit seinen vielen quirligen E-Gitarrensoli neben dem wieder mit britischem Charme singenden und moderierenden Fronter Phil Mogg die Co-Hauptrolle eingenommen. Andy Parker überzeugte mit einer überaus fetten Drum-Performance, dem agilen Basser de Luca wurden einige Harmoniegesänge gegönnt, während sich Paul Raymond mit Piano- und Orgel- sowie Rhythmus-E-Gitarren und Backgroundvocals-Einsätzen als der variabelste zeigte.

„Burn Your House Down“ (sehr schön knackig) von „Seven Deadly“ und das vom Tempo her abwechslungsreiche „Cherry“ läuteten die heiße Schlussphase des Hauptteils ein. Das teil-balladeske „Love To Love“ mit Piano- und Akustikgitarrenklängen (Moore wechselte auch zur E-Gitarre), das dreckig rockende „Too Hot To Handle“ (mein persönlicher Favorit des Abends) und eines ihrer Paradesongs „Rock Bottom“ (Mitgrölrefrain, saustarke mehrphasige E-Gitarrepassage von Moore) brachten den, auch mit vielen jüngeren Besuchern durchzogenen Saal, endgültig in Rage.

Mit den beiden allseits bekannten und launig performten Hit-Rausschmeißern „Doctor Doctor“ und „Shoot Shoot“ gab es am Ende kein Halten mehr. UFO hatten ihre treue Fan-Gemeinde wieder voll (na ja, wie oben erwähnt, fast voll…) auf ihre Kosten kommen lassen. Ein gelungener Abend im Piano mit Hard Rock der guten alten Schule und Zeit, der viele schöne Erinnerungen wach rief.

Vielen Dank wie immer an Jenny Dore für die unkomplizierte und nette Kooperation.

Line-up:
Phil Mogg (lead vocals)
Vinnie Moore (electric and acoustic guitars)
Rob de Luca (bass, vocals)
Andy Parker (drums)
Paul Raymond (keys, guitar, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

UFO
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Carousel Vertigo – Revenge Of Rock And Roll – CD-Review

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Ich muss gestehen, dass ich ab und zu, neben der traditionell hier meistens zum Zuge kommenden Musik wie Southern Rock, New Country oder Red Dirt und Blues Rock, manchmal zur Abwechslung auch ganz gerne Melodic- und Hard Rock-Sachen höre, die hier ja aufgrund des Nischen-Charakters unseres Magazins, nur in Ausnahme-Fällen besprochen werden.

Das französisch-amerikanisch basierte Quartett Carousel Vertigo mit Vincent Martinez (lead vocals, guitars), Jansen Press (guitars, vocals), Olivier Brossard (bass, vocals) und Jimmy Montout (drums, vocals), das sich eindeutig dem Hard Rock der klassischen guten alten Bands dieses Genres verschrieben hat, macht einem die Sache dabei sogar recht leicht.

Mit Einbindung von stilistischen Elementen wie Twin-E-Gitarren, Harp und Honkytonk-Piano oder Bläsern, wenn auch nur sporadisch, kann man ihr zweites Werk „Revenge Of Rock And Roll“ guten Gewissens in unserem südstaatlich geprägten Medium vorstellen.

Die ‚dreckige‘ Stimme von Vincent Martinez erweckt nicht  nur beim stampfenden Opener „No More Hesitatin'“ sowie bei Tracks der Marke „Jackie Run Run“ oder „Get It On“ unweigerliche Assoziationen zu einem gewissen Bon Scott und seinen immer noch verbleibenden, ebenfalls wie bei den Stones, den würdevollen Absprung zu verpassen drohenden, Mitstreitern.

„Honey Do“ kommt als launiger Boogie à la Status Quo (mit denen CV viel getourt sind) mit einem klimpernden Piano während der Titelsong ohne weiteres auch in das Repertoire von Southern Bands wie Lynyrd Skynyrd oder Molly Hatchet modifiziert werden könnte.

Carosel Vertigo können auch Balladen: „Hideaway“ (sogar ein wenig southern-soulig, teilweise mit herrlich hallender Orgel) und „Don’t Take It To Heart“ sind zwei vorzügliche Beispiele, die zwischenzeitliche Verschnaufspausen gewähren.

Das mit einer quäkenden Harp (auch als Solo) bestückte „Well, Alright“ würde sicher einem Dan Baird Spaß bereiten und wenn beim finalen „I May, I Might“ die Orgel in bester Who-Manier aufheult, ist das Seelenleben des klassischen Rock-Hörers, der besonders die Siebziger Jahre präferiert, in Verzückung.

Insgesamt sehr schön erdiger Rock-Stoff für Freunde von Bands wie AC/DC, Great White, Snakecharmer, Pat Travers, Quireboys, Status Quo und wie sie alle heißen.

Ein gebräuchliches Sprichwort, das auf die Bibel zurückgeht, lautet ‚Rache ist süß‘, was soviel wie den genüsslichen Charakter einer Vergeltungstat umschreiben soll. In Sachen Carousel Vertigo lassen sich die Motive und Adressaten für Ihr Ansinnen nur spekulativ lokalisieren.

Gemeint ist mit „Revenge Of Rock And Roll“ aber vermutlich das kompromisslose Zurückschlagen des guten handgemachten Hard Rocks alter Schule in unserer, vom schnellen und kommerziellen Erfolg geprägten Zeit, in der Qualität oftmals zur Nebensache gerät. Allerdings hat man musikalische Rache auf diese Weise noch nie so gerne über sich ergehen lassen, wie in diesem Falle.

Eigenproduktion (2017)
Stil: Hard Rock

01. No More Hesitatin‘
02. Honey Do
03. Revenge Of Rock And Roll
04. Jackie Run Run
05. Hideaway
06. Hard Luck Lover
07. Get It On
08. Well, Alright
09. Don’t Take It To Heart
10. I May, I Might

Carousel Vertigo
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Sari Schorr & The Engine Room, 11.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Manchmal hat man als erfahrener Konzertbesucher ja schon gewisse Vorahnungen, was den Verlauf des bevorstehenden Gigs anbelangt. Bei der New Yorker Sängerin Sari Schorr und ihrer Begleitband The Engine Room, bestehend aus Gitarrenhexer Ines Sibun, Kevin Jefferies, Kevin O’Rourke und Anders Olinder habe ich mich absolut zuversichtlich auf den Weg ins immer wieder gerne besuchte Dortmunder Musiktheater Piano gemacht.

Das  lag nicht zuletzt an der tollen CD „A Force Of Nature„, die ich ja vor geraumer Zeit bereits beleuchtet hatte, wo die langmähnige Protagonistin mit fantastischer Stimme, als auch wirklich starken Songs, überzeugen konnte. Hier bei uns ist sie in Sachen Popularität aber gerade erst in der Anfangsphase und so besuchten an diesem Donnerstag vielleicht knapp über 100 Leute den Ort des Geschehens. Die verteilten sich aber recht gut, sodass es trotzdem ganz gut gefüllt aussah.

Sie brauchten vor allem ihr Kommen nicht zu bereuen, denn es war eine hervorragende, mitreißende Show, die das Quintett da zum Besten gab. Zuerst musste ich über den Keyboarder Anders Olinder schmunzeln. Der saß mit seiner Schlumpfmütze so in sich gekehrt an seinen Tasten, dass man zunächst den Eindruck eines Wachkomas hatte. Trotz seines ‚unbändigen‘ Temperaments setzte er mit seinen vielen Orgel- und Piano-Eingaben richtig tolle Akzente.

Die Rhythmusfraktion mit den beiden Kevins gab im Sinne des Blues Rocks eine routinierte Vorstellung, wobei Drummer O’Rourke, als Geburtstagskind des Abends, mit einem Ständchen von Band und Publikum beglückwünscht wurde und Basser Jefferies mit offenen Stiefeln, Hosenträgern und Pepita-Hut auch in modischer Hinsicht zu gefallen wusste.

Getragen wurde der Abend allerdings natürlich durch Fronterin Sari Schorr, die sich die Seele aus dem Leib sang, posierte und mächtig antrieb, sowie  Ex-Robert Plant-Gitarrist Ines Sibun, der einfach furios aufspielte, schwitzte, headbangte, ekstatisch hüpfte und ebenfalls mächtig Alarm machte. Seine quirligen, aber präzise gespielten Soli an diversen E-Gitarren waren mit das Salz in dieser Blues Rock-Delikatessen-Suppe.

Sari & Co. spielten sich nach absolut pünktlichem Beginn mit „Ain’t Got No Money“ eine gute einunddreiviertel Stunde durch ihre „A Force Of Nature“-CD, wobei mir hier die Pianoballade „Ordinary Life“ (nur Sari und Olinder), „Oklahoma“ (mit grandioser Orgel- und E-Gitarrenpassage) und das Whitesnake-umgarnte „Damn The Reason“ besonders zusagten.

Es gab natürlich auch Covernummern: Led Zeppelins „Rock & Roll“ wurde klasse interpretiert, das durch die Allman Brothers mir vordergründig bekannte „Stormy Monday Blues“ gefiel ebenso, das viel gespielte Freddie King Blues-Traditional „The Stumble“ bis zum finalen „Black Betty“ als Zugabe (sehr schön, wie auf ihrem Silberling, modifiziert von Sari) boten ansprechenden Unterhaltungswert.

Mein Lieblingsstück des Gigs war die wunderbare Ballade „I’ll Be There“, bei der Ines ein herrliches Südstaaten Rock-Solo auf seiner Gibson Les Paul abließ.

Am Ende stellte sich Sari Schorr am Merchandising-Stand noch als sehr sympathische, kommunikative, als auch umgängliche Persönlichkeit heraus und unterzeichnete mir noch das Booklet ihrer CD mit einer kleinen Widmung.

Ingesamt ein hoch erfreulicher Abend mit einer stark auftrumpfenden Künstlerin und ihrer tollen Begleitband. Und ich persönlich habe wieder mal festgestellt, dass meine musikalischen Instinkte immer noch ganz gut funktionieren…

Danke auch an die andere nette Dame, Jenny Dore, für die, wie immer, herzliche Aufnahme in ihrem, von uns so gerne aufgesuchten Piano.

Line-up:
Sari Schorr (lead vocals, percussion)
Kevin Jefferies (bass, vocals)
Kevin O’Rourke (drums)
Ines Sibun (electric guitar, vocals)
Anders Olinder (keys)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

Sari Schorr
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Led Zeppelin – Gimme Three Zepps – CD-Review

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Die Stones haben es getan, jetzt melden sich auch Led Zeppelin wieder zurück. Sie haben allerdings keine alten Blues-Stücke ins Visier genommen, sondern sich an den großen Southern Rock-Klassikern versucht und dies durchaus mit akzeptablem Ergebnis. Hm, Led Zeppelin und Southern Rock, passt das denn zusammen, werden sich vermutlich viele unserer Leser fragen, aber selbst Ronnie Van Zant war seiner Zeit ein großer LZ-Fan und hatte ja auch manchmal dezenten Spirit der Briten mit in den Skynyrd-Sound einfließen lassen.

Die drei Originalmitglieder Robert Plant, Jimmy Page und John Paul Jones haben sich wieder den Sprösssling ihres 1983 verstorbenen Kompagnons, John Bonham, also Jason als Drummer geschnappt und haben unter der Regie von Tom Hambridge die berühmten Muscle Shoals-Studios in Alabama aufgesucht, um den großen Stücken des Genres wie „Green Grass & High Tides Forever“, „Can’t You See“ oder „Free Bird“ & Co. ihren typischen, psychedelisch umwehten Band-Charme aufzuerlegen.

Hambridge hat dazu natürlich auch viele Stars der SR-Szene wie u. a. Gregg Allman, Gary Rossington, Charlie Daniels, Dave Hlubek, Ed King, Artimus Pyle (spielt das 2. Schlagzeug bei „Whipping Post“), Don Barnes, Dickey Betts, Bruce Brookshire, Jerry Eubanks, Warren Haynes, Dean Daughtry, Billy Gibbons, Henry Paul und Jimmy Hall, etc. mit ins Studio zitiert. Als Kuriosum, bzw. gewolltes Stilelement hat Hambridge keinen Musiker in seinen ‚eigenen‘ Stücken walten lassen, vermutlich aber auch deswegen, damit sich das typische Led Zeppelin-Flair ungehindert entfalten kann. Viele Tracks sind quasi in Live-Atmosphäre performt worden.

Es ist zwar zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, Plants kreischig krakeelende Stimme, in dem, für ihn doch eher fremden Song-Umfeld, zu akzeptieren, aber spätestens nach drei Stücken geht sie in Fleisch und Blut über. „Stillwaters „I Reserved The Right“ war ein guter Einstieg für mich“, gibt Plant zu verstehen. „Die Country-lastigen Sachen waren eine enorme Umstellung, auch wenn ich ja mit Alison Krauss auf diesem Terrain bereits Erfahrung gesammelt habe“. Jimmy Page zeigte sich von der spielerischen Klasse der südstaatlichen Kollegen angetan. „Die vielen Double Leads mit Leuten wie u. a. Warren Haynes, Dickey Betts und Ed King haben richtig Spaß gemacht, allerdings auch viel Konzentration erfordert“, so der vom Rolling Stone-Magazin, als einer der drei besten Gitarristen aller Zeiten, gelistete, aus Heston stammende Musiker.

In ihrem Element sind die vier Engländer natürlich immer dann, wenn Stücke wie „Green Grass & High Tides Forever“, „Grey Ghost“ , oder Whipping Post“ Spielräume für wüstes Improvisieren boten. Hier ließ Tom Hambridge dann auch die Zügel bewusst locker. Da fühlt man sich wieder wie in einstige Siebziger-Zeiten zurückgesetzt, nur mit besserem Klang angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten.

Besonders das überragende „Free Bird“ zum krönenden Abschluss mit Page, Bruce Brookshire und Dave Hlubek in ungewöhnlicher Konstellation als Gitarren-Trio, entwickelt gerade im berühmten E-Gitarren-Finish seinen ganz besonderen Reiz. Plant und Gregg Allman bewältigten  den Gesangspart der Südstaaten-Hymne dazu im Duett. Nach fast 80 Minuten währenden psychedelischem Southern Rock-Gewitter lässt man sich schließlich selbst als Hörer erschöpft zurück in den Sessel fallen und spült, falls ein Joint nicht gerade zur Hand ist, am besten mit einem kräftigen Schluck Jackie D. nochmal ordentlich nach. Led Zeppelin wie man sie noch nie erlebt hat. Klasse!

Zum Schluss möchten wir noch den ‚Dirigenten‘ des Werkes, Tom Hambridge, zitieren. „Dieses Projekt war eine der anspruchsvollsten musikalischen Herausforderungen, aber auch zugleich mit die größte Ehre, die ich in meinem bisherigen Leben erfahren durfte. Mein Gott, was war hier im Studio los…!“ Sounds Of South meint dazu, dass er diese Bürde hervorragend gestemmt hat. Sicherlich ist Led Zeppelins „Gimme Three Zepps“ eine der eigenwilligsten und hochkarätigsten Scheiben, die dieses Genre je zu bieten hatte. Das VÖ-Datum des streng limitierten Werkes (Coverartwork: Hypgnosys!!!) steht noch unter absoluter Geheimhaltung, Vorbestellungen können aber gerne exklusiv an unsere Redaktion herangetragen werden.

Southern Swan Records (2017)
Stil: Psychedelic Southern Rock

01. I Reserved The Right
02. Can’t You See
03. Green Grass & High Tides Forever
04. Long-Haired Country Boy
05. Grey Ghost
06. Gator Country
07. I Thank You
08. So Into You
09. Wild Eyed Southern Boys
10. Lonesome Guitar
11. Whipping Post
12. Free Bird

Led Zeppelin
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The Electric Alley – Get Electrified! – CD-Review

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Hard Rock aus Spanien ist hierzulande eher eine Randerscheinung. Die Heroes del Silencio hatten in den späten 80er und frühen 90er Jahren des letzten Jahrtausends einige beachtliche Rock-Disko-kompatible Songs herausgebracht, die aber eher eine Mischung aus (Hard) Rock und Independent darstellten.

Mit Electric Alley, 2012 im spanischen Cadiz gegründet, macht sich eine Band auf dem Weg, diese Lücke zu schließen. Stilistisch ist die Band eher den Hard Rock-Bands aus den 90er Jahren zuzuordnen, was sich auch an der Besetzung  mit Gesang, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug zeigt. Das bedeutet aber nicht, dass Electric Alley nicht ihren eigenen Charakter gefunden hat und nur ein Abklatsch alter erfolgreicher Bands aus dem Genre wären.

Der Titelsong „Get Electrified!“, eine Uptemponummer, erinnert insbesondere vom Gitarrensound her, an gute alte Guns’n’Roses-Stücke. Bei „Last Letter“ übernimmt Jaime Moreno, ähnlich wie Alice Cooper, zunächst den Part eines Erzählers, ehe der Track Fahrt aufnimmt. Das monumentale „Can We Have Some Love Between Us“ ist eine Ballade mit typischen Midtempo-Gitarrensolo. Der Gesang erinnert in manchen Passagen an Steven Tyler von Aerosmith oder auch Jon Bon Jovi. „Searchin For The Truth“ könnte auch auf mancher Southern Rock- Scheibe seinen Platz finden.

„Eagles Fly Solo“ wird Hörer erneut erfreuen, die auf Balladen à la Aerosmith stehen. Mit „Free My Soul“, „No Reservations“ und „Go“ nimmt die Platte wieder Fahrt auf und man befindet sich wieder in den Gefilden zwischen Guns’n’Roses und Acts wie Cinderella. „Live While You’re Alive“ und „A Lonely Sun Story“, zwei starke, eher dem Genre Southern Rock zuzuordnende Songs, beschließen das Album, wobei beim letztgenanntem Lied gesanglich wieder eine Nähe zu Steven Tyler/Jon Bon Jovi zu erkennen ist.

Insgesamt ist „Get Electrified!“ von Electric Alley eine abwechslungsreiche Platte, die aufgrund der verschiedenen stilistischen Einflüsse nie langweilig wird und mit Sicherheit auch die Basis für energiegeladene Konzerte abgibt.  Freunde des Hard- und Southern Rocks im Rahmen der bereits erwähnten Interpreten wie Aerosmith, Guns’n’Roses, Bon Jovi und Cinderella oder der neuen Generation von Bands wie Robert Jon And The Wreck oder Stolen Rhodes werden hier bestens angesprochen.

Line Up:
Nando Perfumo – Electric Guitars, Acoustic Guitars, Background Vocals
Jaime Moreno – Vocals, Electric Guitars, Acoustic Guitars
Sergio Reyes Gamaza – Bass, Background Vocals
Rafa Gonzales – Drums, Percussion

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El Hard Rock de Espańa es en este pais un fenōmeno secundario. Entre finales de los 80 y principios des los 90, Heroes del Silencio sacaron al mercado canciones compatibles con la Radiofōrmula y las discotecas, las cuales representabas nás bien una mezcla de (Hard)Rock y Rock independiente.

Con “The Electric Alley”, fundada en 2012 en la ciudad espańola de Cádiz, una banda se encamina a cerrar ese hueco. Estilisticamente se podria clasificar como una de aquellas bandas de los 90, que se presenta en las filas con voz, dos guitarras, un bajo y bacteria. Claramente eso no significa que “The Electric Alley” no hayan encontrado su propio carácter y sean solamente una copia de Viejas y exitosas bandas del género.

La cancion que da titolo al disco “Get Electrified!”, de ritmo rápido y energético, recverda con sus guitarras especialmente a antiguas y buenas piezas de Guns`N`Roses. En “Last Letter” adopta Jaime Moreno el papel de un narrador, con aires a lo Alice Cooper, antes de que la cancion se ponga en marcha. La monumental “Can We Have Some Love Between Us” es una balada a medio tiempo con solos de guitarra. El Cantante recuerda en varios pasajes a Steven Tyler de Aerosmith o también a Jon Bon Jovi. “Searching For The Truth” es bien una cancion que tendria su hueco en algunos discos de Rock sureno.

En “Eagles Fly Solo” disfrutarán todos aquellos oyentes de baladas a la Aerosmith. Con “Free My Soul”, “No Reservations” y “Go” coge el disco de nuevo ritmo y volvemos al terreno entre Guns`N`Roses y las actuaciones de Cinderella. “Live While You`re Alive” y “A Lonely Sun Story” son las dos canciones que cierran el disco, mas en el estilo del “Rock Sureno” que las antres mencionadas. En “Lonely Sun Story” podemos reconocer en la voz y en el estilo a Steven Tyler/Jon Bon Jovi.

En conjunto es el “Get Electrified!” de “The Electric Aley” un álbum muy variado, que gracias a sus diversas influencia no será aburrido de escuchar y con seguridad, es una base que traerá conciertas dinámicos. Los amigos del Hard Rock y el Rock sureńo, sobretodo de los ya mencianndos come Aerosmith, Guns`N`Roses, Bon Jovi y Cinderella o de la nueva generacion de bandas como Robert Jon And The Wreck o Stolen Rhodes se sentirán como en casa.

Review: Gernot Mangold

Teenage Head Music (2015)
Stil: Rock

01. Get Electrified!
02. Last Letter
03. Can We Have Some Love Between Us?
04. Searching for the Truth
05. Eagles Fly Solo
06. Free My Soul
07. No Reservations
08. Go
09. Live While You’re Alive
10. A Lonely Sun Story

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Teenage Head Music