Savoy Brown – 01.04.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Kein April-Scherz, Savoy Brown um ihren Mastermind und Blues Rock-Urgestein Kim Simmonds, traten gestern Abend am 01.04.2018 wahrhaftig im Dortmunder Musiktheater Piano auf. Dort sind sie schon diverse Male im Laufe der Zeit präsent gewesen, von daher durften sich die Geschäftsführer der Location, Jenny Dore und Thomas Falke, über einen sehr guten Besuch freuen.

Via Ruf Records war mir letztes Jahr ihr aktuelles Album „Witchy Feelin‘‚“ zugesandt worden. Es zählte für mich zu einer der großen positiven Überraschungen in 2017, da ich – Asche auf mein Haupt – die Band zwar kannte, aber nie mal intensive Berührungspunkte mit ihr hatte. Von daher war ich gespannt, wie die Studiosongs live auf der Bühne rüberkommen würden.

Der nach wie vor agile, mittlerweile 70-jährige Bandleader (manchmal ein bisschen sympathisch schusselig wirkend) spielte sich an der Seite seiner starken Mitwirker Pat DeSalvo am Bass und dem Kraftpaket Garnet Grimm am Schlagzeug, zum Einstieg erstmal mit dem Uralt-Instrumental „Getting To The Point“ seine, noch im weiteren Verlaufe, stark beanspruchten Finger ein wenig warm.

Kims Haupt-Arbeitsgerät bei diesem Gig war eine dunkelgrüne DBZ-Gitarre, die einen herrlichen schweren, knarzenden Sound bei seinen unzähligen, filigranen und quirligen Soli hervor brachte.

Mit „Why Did You Hoodoo Me“ und dem swampigen „Livin‘ On The Bayou“ gab es dann die ersten Tracks aus „Witchy Feelin‘, die live ebenfalls ein Genuss waren. Erinnerten mich in ihrer Art an den guten alten Tony Joe White. Mit dem grandiosen „Poor Girl“ (im Instrumentalteil dezent an „Jessica“ von den Allmans erinnernd) vom „Looking In“-Album (1970) ging es weit zurück in die Vergangenheit.

Das Instrumental „Cobra“ von der 2014er Ruf-Scheibe „Goin‘ Down To The Delta“ diente als Vorbote für „A Hard Way To Go“ und „Needle And Spoon“, zwei weitere Klassiker, die Simmonds dem damaligen Ursprungssänger der Stücke, Chris Youlden, widmete.

Leider war der anschließende „Memphis Blues“, bei dem der Protagonist, erstmals seine Slide-Künste offerierte, das einzige weitere neue Lied vom aktuellen Longpayer, der spielstarken Vorstellung des Trios tat es aber keinen Abbruch.

Der claptoneske wunderbare Slowblues „Where Has Your Heart Gone“ würdigte den ebenfalls anwesenden Thomas Ruf und seine  Verdienste um den zeitgenössischen Blues Rock,  bevor der atmosphärisch ratternde „Hellbound Train“ (Kim mit Harp-Einlage), „Wag Dang Doodle“ (launiger Boogie) und der herrliche Countryrock-Schunkler „Tell Mama“ (Simmonds zum einzigen Male eine Gibson Les Paul ‚beslidend‘) den wie im Fluge vergehenden Hauptteil ausklingen ließen.

Im Zugabenteil konnten zunächst vornehmlich DeSalvo und Grimm mit beeindruckenden Soli beim „Louisiana Blues“ (Simmonds guckte sich das Ganze genüsslich auf einem Hocker sitzend an) erneut ihr Können präsentieren, um beim finalen tempogeladenen „Boogie“ nochmals im Kollektiv zu glänzen.

Eine bärenstarke Vorstellung von Savoy Brown im Musiktheater Piano zu Dortmund. Ein krönender Abschluss einer intensiven und erlebnisreichen Woche für uns mit gleich vier Konzerten innerhalb von sechs Tagen!

Line-up:
Kim Simmonds (lead vocals, electric guitar, harp)
Pat DeSalvo (bass, vocals)
Garnet Grimm (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Savoy Brown
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment
Ruf Records

Joe Bonamassa – 28.03.2018, Lanxess Arena, Köln – Konzertbericht

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Was ist wohl in den Köpfen der beeindruckten Besucher beim Verlassen der nicht ganz ausverkauften, aber überaus gut gefüllten Kölner Lanxess-Arena nach dem großartigen Joe Bonamassa-Konzert umhergeschwirrt, fragte ich mich ganz spontan? Mein erster Gedanke war, was der Typ, sofern er noch lebt, der es Mitte der Sechziger Jahre, mit dem Spruch ‚Clapton Is God‘ in einer U-Bahn-Station im Londoner Stadtteil Islington, zu stiller Berühmtheit schaffte, wohl nach diesem Erlebnis für die Sinnesorgane, auf den Gemäuern der Domstadt zurückgelassen hätte.

Aber nach der Reihe: Pünktlich um 20:00 Uhr gingen die Lichter in der Arena kurz komplett aus und mit der Einspielung eines B.B. King-Stückes (die Alt-Blues-Experten mögen mich teeren und federn, falls es nicht so war),  wurden die Weichen für zwei außerordentlich starke Stunden der hohen zeitgenössischen Blues Rock-Schule gestellt.

Der Protagonist und seine hochkarätigen Begleitmusiker (laut O-Ton Bonamassas bei der Vorstellung vor „Slow Train“ mit die besten dieses Planeten), Michael Rhodes, Reese Wynans, Anton Fig, die Bläser-Sektion mit Lee Thornburg und Paulie Cerra, sowie die beiden agilen Backgroundsängerinnen Jade MacRae und Juanita Tippins, setzten mit „King Bee Shaketown“ als Opener, „Evil Mama“ und dem starken „Just Cause You Can“ zunächst auf neueren Stoff.

Hier muss ich direkt den wunderbar transparenten Sound (jeder der Beteiligten war perfekt zu hören) und die tolle Lighttshow in der Halle loben, die eigentlich nur durch ein paar Scheinwerfereffekte und einen, sich im Farbenspiel stetig verändernden Vorhang hinter der Bühne, stilvolle Eleganz verbreitete.

Joe, mittlerweile auch zu einem richtig starken Sänger herangereift, konzentrierte sein fulminantes Spiel auf insgesamt vier verschiedene Gitarrenmodelle, wobei die Gibson Les Paul den Schwerpunkt des Abends bildete. Nashville-Urgestein Reese Wynans, vor kurzem noch für seine Beteiligung bei Stevie Ray Vaughan in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen, präsentierte sprichwörtlich die gesamte Klaviatur seines Tastenkönnens.

Michael Rhodes wechselte auch oft das Arbeitsgerät und pumpte routiniert seinen Tieftöner-Part, während Anton Fig  in bewährt guter Manier trommelte. In der Bläser-Gilde hatte diesmal Paulie Cerra gegenüber Lee Thornburg etwas Übergewicht. Er hatte deutlich mehr Solo-Pluster-Parts und durfte beim bärenstarken „Slow Train“, ebenso wie zuvor die beiden Background-Röhren Mac Rae und Tippins, mal die Lead vocals übernehmen.

Als meine Favoriten des Abends entpuppten sich das balladeske „How Deep This River Runs“, das melodische „Mainline Florida“ (mit schönem Southern Rock-E-Solo) und die komplette Schlussphase mit den Tracks „Driving Toward The Daylight“, dem furiosen „Boogie With Stu“ (Wynans mit HT-Geklimper), das poltrig shuffelnde „Last Kiss“ und das zur reinen Männersache erklärte, fett rockende „How Many More Times“ (Joe, Michael, Reese und Anton im Quartett, die Sängerinnen und Bläser hatten die Bühne verlassen) zum Abschluss des Hauptteils.

Das krönende Finale gab es mit der atmosphärischen, unter die Haut gehenden Killerballade „Sloe Gin“, bei der Joe nochmals ein majestätisches E-Gitarren-Solo auf seiner Paula abließ. Einfach herrlich! Nach exakt zwei Stunden war dann Schicht.

Um aber nochmal zum Anfang zurückzukehren. Da Gernot keine Sprühdose im Auto hatte, das nass-kalte Sauwetter und die wenig aufmerksamkeitsträchtige Gegend, in der wir geparkt hatten, nicht dazu animierte, sich ebenfalls in irgendeiner Form zu verewigen, nutze ich für mein Statement lieber bequemer Weise dieses Magazin, da ja vermutlich auch ein paar Leutchen den Artikel lesen und gegebenenfalls, verbreiten werden.

Als jemand, der als bekennender Atheist, es nicht so mit dem Allmächtigen hat und auch mit Superlativen in Bezug zu Menschen eher sorgsam agiert, halte ich nach dieser starken Leistung ein ‚Bonamassa Is Good‘ für eine, im Sinne der Sache, vielleicht nicht ganz so dick auftragende, aber dafür umso ‚weltlichere‘ Würdigung…

Vielen Dank an Mark Dehler von Netinfect Promotion, der uns dieses tolle Ereignis ermöglicht hat!

Line-up:
Joe Bonamassa (lead vocals, electric guitar)
Michael Rhodes (bass)
Reese Wynans (keys)
Anton Fig (drums)
Juanita Tippins (vocals)
Jade MacRae (vocals)
Lee Thornburg (trumpet)
Paulie Cerra (sax, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Joe Bonamassa
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Netinfect Promotion

Ana Popovic – 27.03.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Ana Haupt

Es ist 20:10 Uhr, als Ana Popovic nach kurzem Intro ihrer drei Mitstreiter Michele Papadia, Cory Burns und Cedric Goodman, frei nach dem Motto ‚Da mach ich mir ’nen Schlitz ins Kleid und die Bluesfreunde finden’s wunderbar‘, in luftigem schwarzen Minifummel, samt gold-umschlungener High-Heels, die Bühne des Schwarzen Adlers betritt.

Ganz zur Freude zweier, vor mir stehender, angereister (männlicher) Besucher aus Viersen, die unumwunden zugaben, dass der reine Musikgenuss nicht der einzige Anlass ihres Kommens gewesen war. „Das Auge hört schließlich mit“, hieß es stichhaltig, auf Nachfrage meinerseits, in der knapp formulierten Begründung.

Die aus Belgrad stammende Musikerin, die gegen Ende des letzten Jahrtausends gen Westen zog, um sich professionell ihrer Blues-Passsion widmen zu können, stieg mit ihrem quirligen E-Gitarrenspiel fließend in den begonnenen Jam ein, um dann einen, von viel spielerischer Leidenschaft geprägten Gig folgen zu lassen.

„Can You Stand The Heat“ hieß es, als sich die ersten Schweißperlen auf der Stirn so manchen Besuchers zu bilden begonnen hatten, um in die soulig ummantelten „Object Of Obsession“ und „Love You Tonight“ (dezentes Motown-Flair) hinüberzugleiten.

Mit dem balladesken „Train“ gab es ein Highlight des ersten Sets, dem mit dem von Wah-Wah-E-Gitarren getriebenen Stampfer „She Was A Doorman“, dem slow-bluesigen „Johnnie Ray“ (Ana mit rot-weißer Stratocaster und tollem Solo, für das sie Szenenapplaus einheimste) und dem rhythmisch stampfenden „Long Road Down“ (starkes Orgelspiel von Papadia) weitere unterhaltsame Tracks folgen sollten.

Nach der Pause ging der launige Gig mit dem Tom Waits-Cover „New Coat Of Pain“ weiter, bei der die Band dessen typisches Barroom Blues-Flair perfekt inszenierte. Überhaupt trug die stilistische Bandbreite des Quartetts aus bluesigen, rockigen, souligen, funkigen und auch dezent jazzigen Ingredienzien zum Gelingen der Gesamt-Performance erheblich bei.

Explizit erwähnenswert neben der unentwegt temporeich agierenden serbischen Protagonistin (glänzte zudem auch mit ein paar Slide-Einlagen), sind sicherlich auch die restlichen Bandmitglieder. Michele Papadia konzentrierte sich ziemlich konzentriert auf seine E-Piano-Klimpereien und Orgel-Schwurbeleien, während die Detroiter Rhythmus-Sektion mit Cedric Goodman (was für ein Kraftbündel am Schlagzeug)) und Cory ‚Buthel‘ Burns (mit herrlich pumpendem und knarzendem Bass, auch mit guten Harmoniegesängen), teilweise einen mordsmäßigen Groove abließ.

Und so ließen die Vier auch bei Stücken wie u. a.  „If Tomorrow Was Today“, „Woman In Love“, den Covern „Can’t You See What You’re Doing To Me“ (Albert King) und „Can You See Me“ (Hendrix) sowie dem fulminanten „Show You How Strong You Are“ (wieder mit mehrfachen Zwischenapplaus) ihrem spielerischen Treiben freien Lauf, bis Ana die Gitarre ablegte, die Bühne verließ und ihren Mitstreitern, wie zu Beginn, nochmals das Parkett für einen jammigen Ausklang des Hauptteils überließ.

Als Zugabe gab es nochmals ein ausgedehntes intensives Instrumental, für das Ana erneut von ihrer abgewetzten Strat zur, zuvor schon erwähnten, noch relativ unverbraucht erscheinenden, rot-weiß glänzenden Gitarre gleicher Bauart wechselte. Letztendlich hatte sich das Konzept aus Blues Rock-Power, kombiniert mit erotischer Ausstrahlung wieder mal absolut bewährt.  Die Bluesfreunde in der Vierbaumer Kult-Location fanden es tatsächlich wunderbar…

Vielen Dank an Ernst Barten und sein engagiertes Adler-Team für die gewohnt gute Kooperation, was die Akkreditierung betrifft.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Cedric Goodman (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ana Popovic
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Schwarzer Adler

Soul Return – Same – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

„Soul Return“ ist das erste Album der gleichnamigen kalifornischen Band, bestehend aus der Sängerin und Mundharmonikaspielerin Kellie Rucker, dem Slide-Gitarristen JJ Holiday und dem Drummer Michael Barsimanto. Alle drei haben in der Vergangenheit, jeder für sich, bereits mit zahlreichen Größen aus dem Musikbusiness, wie zum Beispiel Bruce Springsteen, Bob Dylan, Keith Richards oder Andy Taylor zusammengearbeitet. Ergänzt werden die drei auf der CD durch den Bassisten Keith Karman.

Herausgekommen ist ein Album ganz in der musikalischen Tradition von Grateful Dead, Janis Joplin und Curtis Mayfield oder Howlin’ Wolf. Es ist die Rückkehr des California Soul, funky, groovy und teilweise auch ein wenig psychedelisch. Beherrscht wird das Werk von Kellie Ruckers prägnanter, rauer Stimme, die irgendwie an die Sangeskünste von Janis Joplin, mit Einflüssen von Macy Gray, erinnert, sowie dem einzigartigen rhythmischen Gitarrenspiel von JJ Holiday.

Gleich zu Beginn groovt es kraftvoll und mächtig mit „You’re Leavin‘ Me“. der Opener besticht direkt durch einen satten Bass, gepaart mit einem flotten Funk-Rhythmus und einem eingängigen Gitarrenriff im Refrain. Treibend geht es auch dann beim tranceartigen, zum Tanzen einladenden, „In The Meantime“ weiter. Der nächste Song „Life Of Crime“ ist ein fröhliches, eingängiges Soulstück mit schönen Einlagen von JJ Holiday an der Slidegitarre und Kellie Rucker an der Mundharmonika, die auch in „FYL“ einmal mehr ihre Qualitäten als Shouterin unter Beweis stellt.

Ihre an Janis Joplin erinnernde Stimme beherrscht ebenfalls das nachfolgende Stück „Only Love Can Save Us Now‘, ein schöner Country-angehauchter Blues, bei dem JJ Holiday erneut zeigt, was er an der Slidegitarre drauf hat. „Va Va Voom“ wiederum rockt so richtig, auch hier legt sich Kellie Rucker stimmlich wieder mächtig ins Zeug und lässt zwischendurch immer wieder Ihre Harp aufblitzen. Das fröhlich swingende „In America“ erinnert stilistisch stark an Songs von Lou Reed.

Die erste Verschnaufpause gibt es dann mit „Kiss Me“, ein Leidenschaft versprühendes, sinnliches Stück mit psychedelischem Mittelteil, in dem Kellies Stimme so verführerisch wie sonst nirgends auf der CD klingt. Das folgende „Throwin‘ And Fumblin’“ ist eine gelungene Interpretation des ähnlich lautenden Traditional „Rollin‘ And Tumblin’“ von Hambone Willie Newbern. In ruhigere Gewässer steuert die CD dann mit dem bluesig-melodiösen Stück „Had We Not“, das mit seinen Southern-Anleihen zum Träumen und Relaxen einlädt.

Auf das rhythmisch funkige „Talk To Me“ folgt dann als Abschluss der CD die einfühlsame Bluesballade „If These Walls Could Talk“, die Janis Joplin nicht besser hätte intonieren können und ihren Abschluss in einem vor Verzweifelung schreienden Gitarrenjam findet.

Insgesamt ist das Debüt von Soul Return eine wohltuend aus der Masse der Neuerscheinungen herausragende Scheibe, die von Anfang bis Ende einfach nur Spaß macht und die auch nach dem x-ten mal Hören nicht langweilig wird. Also, eine absolute Kaufempfehlung mit 5 Sternen.

Dixiefrog Records/H’art (2018)
Stil: Blues (Rock)

01. You’re Leavin‘ Me
02. In The Meantime
03. Life Of Crime
04. FYI
05. Only Love Can Save Us Now
06. Va Va Voom
07. In America
08. Kiss Me
09. Throwin‘ And Fumblin‘
10. Had We Not
11. Talk To Me
12. If These Walls Could Talk

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H’ART Musik-Vertrieb GmbH

The Kris Barras Band – The Divine and Dirty – CD-Review

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Mit Kris Barras vereint mich eine ähnliche Vita. Wir beide haben lange Zeit auf relativ hohem Niveau Sport getrieben, bis wir für uns die Musik als tiefergründigere Beschäftigung entdeckten.

Während meine Wenigkeit fast 30 Jahre einen kleinen weißen Zellouloidball, oftmals gegen die Größen der europäischen und asiatischen Spitzenklasse, über die Platte jagte und sich danach der inhaltlichen und schriftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Rock-Musik widmete, verdiente Kris zunächst seine Brötchen auf eher schmerzhafte Weise als Mixed-Material-Arts-Profi (da traktieren sich, zur Freude einer gaffenden Meute, Leute im Ring, mit Schlägen und Tritten, bis zum Teil der Arzt kommt…), bevor er sich ab 2014 schwerpunktmäßig seinen weiteren Passionen, dem Gitarre spielen, Singen und Komponieren zuwendete.

Nach zunächst einer EP und CD in Eigenregie hat Kris jetzt für sein Album „The Devine And Dirty“ mit der Mascot Label Group einen potenten Partner gefunden und befindet sich jetzt plötzlich in bester Gesellschaft mit Größen wie Walter Trout, Joe Bonamassa, Kenny Wayne Sheperd & Co.

Der mit heroischen ‚Ohohoh‘-Gesängen durchzogene straight rockende Opener „Kick Me Down“ würde perfekt zum Einmarsch in den Kampf-Ring passen, wie man es von größeren medialen Events, wie z. B. beim Boxen, her kennt. Beim, mit Acapella-artigen Gesängen bestückten „Hail Mary„, wie auch u. a.  bei „Lovers Or Losers“ („Dead Or Alive“-Flair“) sowie „Hold On For Tomorrow“, kommen, aufgrund ähnlicher Stimmlage, Assoziationen zu Bon Jovi in den Sinn (allerdings zu deren richtig guten Zeiten).

Freude bereitet immer wieder Kris‘ Hang zu Southern Rock-artigen E-Gitarren-Hooks,-Riffs und -Soli (der Bursche kann wirklich toll in die Saiten greifen), unterstützt von Josiah J. Manning mit seinem überragenden Piano- und Orgelspiel (viel herrliches Geklimper und Gegurgel), in dessen Studio in Plymouth, die Platte auch aufgenommen wurde.  Elliott Blackler (bass) und Will Beavis (drums) als Rhythmusfraktion vervollständigen das agile Quartett. Auch Freunde von weiblichen Backgroundgesängen (wie ich)  kommen auf diesem Werk bei so manchen Tracks voll auf ihre Kosten.

Beste Beispiele sind hier das knarzig mit Slide stampfende „I Don’t Owe Nobody Nothing“ als auch die Black Crowes-umwehten „She’s More Than Enough“ und „Stitch Me Up“ (klasse HT-Piano von Manning). Eines meiner absoluten Lieblingsstücke ist das cool und doch recht explosiv groovende „Propane“ (inkl. schönem E-Gitarren-Solo), das in Richtung britischer Blues Rock-Kollegen wie Ben Poole oder King King eingestuft werden kann.

Das Melodic Rock-artige, im Survivor-/Toto-Gewand stampfende „Blood On Your Hands“ passt erneut gut zu Barras‘ martialischem Kämpfernaturell, gefolgt vom grandiosen, in progressiver Pink Floyd-Manier gebrachten, grandiosen „Watching Over Me“ (hier ziehen alle Beteiligten nochmal sämtliche Register), bilden den Abschluss eines durchgehend kurzweiligen und abwechslungsreichen starken Longplayers.

Klasse finde ich auch das Coverfoto, wo der rauschebärtige Protagonist zur einen Hälfte skelettiert und zur anderen in seinem drahtig tätowierten realen Erscheinungsbild abgelichtet ist.

In Anbetracht dieses tollen Albums „The Divine and Dirty“ der Kris Barras Band, das sicherlich am Ende mit zu den absoluten Highlights des Jahres zählen wird, kann man den Protagonisten nur zu seinem Entschluss beglückwünschen, den musikalischen Weg eingeschlagen zu haben.

Hier ist viel kreatives und starkes spielerisches Potential vorhanden, das nach intensiver Fortführung nahezu schreit. Und irgendwo sind auf Dauer ein paar verhornte Fingerkuppen und strapazierte Stimmbänder doch sicherlich etwas angenehmer als sich ständig ’ne blutende Nase abzuholen, oder? Ok Kris, der Schlauberger der schreibenden Zunft hält jetzt besser seine Klappe. Ich weiß, noch so’n Spruch – Kieferbruch…!

Mascot Label Group/Provogue (2018)
Stil: (Southern) Rock

01. Kick Me Down
02. Hail Mary
03. I Don’t Owe Nobody Nothing
04. Propane
05. Wrong Place, Wrong Time
06. Lovers Or Losers
07. She’s More Than Enough
08. Stitch Me Up
09. Hold On For Tomorrow
10. Blood On Your Hands
11. Watching Over Me

The Kris Barras Band
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Band Of Friends – 17.03.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Wenn sich die Band Of Friends im Schwarzen Adler zu Vierbaum angesagt hat, ist für sämtliche Beteiligte eigentlich schon vorab klar, dass ein schweißtreibender Abend garantiert ist. Und dass Schwitzen gesund ist und bei den fast meisten Dingen auch Spaß macht, ist ja allseits bekannt, die Musik um das Energiebündel Gerry McAvoy, der nimmer müde zu sein scheint, dass Erbe seines verstorbenen Kumpels Rory Gallagher aufrecht zu erhalten, gehört zweifelsfrei dazu.

Im Vergleich zum Konzert an gleicher Stelle vor gut zehn Monaten ersetzte diesmal Brendan O’Neill, den sich zur Zeit mit Michael Schenker auf seiner USA-Tournee befindlichen Ted McKenna. Dem aus Belfast stammenden Nordiren, der ja ebenfalls lange bei Gallagher getrommelt hat und auch für seine Mitwirkung bei namhaften Interpreten wie Nine Below Zero, Alvin Lee, Allanah Myles, Sting, ZZ Top oder Joe Cocker bekannt ist, fiel die Integration demnach nicht schwer. Er erledigte seinen Job naturgemäß wie aus einem Guss.

Der wieder aus zwei Sets bestehende Gig brachte gegenüber 2017 wenig neues, hier gilt es vornehmlich den Moment zu leben und zu genießen. „The Man I Am“, „The Last Of The Independance“, „Shin Kicker“ (Marcel mit kurz angedeuteter Chuck Berry-Einlage), „Follow Me“ (dezente ABB-Note in Scherpezeels Solo), das erneut sensationell gespielte „Do You Read Me“ wieder mit ‚Leisespiel‘-Bridge (diesmal mit kleinen Scharmützeln zwischen beiden Frontern), das straight rockende „Moonchild‘, „Key Train“ (laut Gerry erst zum 3. Mal live performt) und das melodische „Homeland“ (McAvoy diesmal am Frontmikro, Marcel mit starken Harmoniegesängen) sorgten schon für einen kurzweiligen und gewohnt temperamentvollen Part 1.

Nach gut zwanzig-minütiger Pause ging es mit „Double Vision“ in der ‚Best Of Rory Gallagher‘-Show weiter. „Bought And Sold“, das von Gerry den weiteren verstorbenen Blues Rock-Größen wie Gary Moore, Alvin Lee & Co. gewidmete „A Million Miles Away“, „Philby“ (mit den begleiteten obligatorischen ‚Yeah, Yeah, Yeah‘- Gesängen), das feurige „Tattoo’d Lady“, „Bad Penny“ (mit Tanzeinlage samt Dame aus dem Publikum) und das famose „Shadow Play“ komplettierten die mittlerweile ins Kochen geratene, stimmungsvolle Band Of Friends-Party (natürlich von McAvoy wieder bis zum Anschlag gepusht).

Mit den, von der Audienz weitergeführten ‚Oohohoh‘-Gesängen vom „Shadow Play“-Ende, wurden die Akteure für zwei Slide-trächtige Zugaben (Scherpenzeel spielte jetzt eine Telecaster) aus den Katakomben des Adlers wieder hervorgelockt, wobei der wie immer zelebrierte „Bullfrog Blues“ den krönenden Abschluss bildete. Nicht nur Marcels und Gerrys Hemden (selbst nach Wechsel in der Pause) waren zu diesem Zeitpunkt klatsch nass gepowert.

Wie schon anfangs erwähnt, es ist halt so ’ne schweißtreibende Angelegenheit,  mit dieser Band Of Friends…

Line-up:
Marcel Scherpenzeel (lead vocals, electric guitar)
Gerry McAvoy (bass, lead vocals)
Brendan O’Neill (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Band Of Friends
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Schwarzer Adler

Fred Chapellier & The Gents featuring Dale Blade – Set Me Free – CD-Review

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Puh, nach dem ersten Song „Ain’t No Fool“ dieses oben abgebildeten Werkes hatte ich zunächst die Befürchtung, mir so eine richtige Altherren-Blues-Scheibe eingefangen zu haben. Aber spätestens mit dem nachfolgenden würzig soulig rockenden Titelstück „Set Me Free“ und dem weiteren Verlauf der CD lösten sich diese wieder schnell in Wohlgefallen auf.

Das Projekt des französischen Gitarrsiten Fred Chapellier und des aus New Orleans stammenden Blues-Veteranen Dale Blade (genannt auch ‚die Stimme Louisianas‘), zusammen mit den weiteren Musikern Christophe Garreau (bass), Guillaume Destarac (drums), Philippe Biloir (keys) und Pascal Mikaelian (im Kollektiv als The Gents firmierend), birgt seinen Ursprung im Jahr 2014, als Chapellier und Blade beim Cahors Blues Festival den, auch auf diesem Werk vertretenen Song „The Clock“ (souliger Blues) vorführten und fortan, den Drang nach einer intensivierten Zusammenarbeit verspürten.

Dieser mündet jetzt in ein insgesamt sehr ansprechendes Blues Rock-Werk, das, vermutlich dank Blades Integration, immer wieder auch dezent von südstaatlichem Flair durchzogen wird. Er hat eine wirklich gutes Gesangsorgan, das sich irgendwo in Sphären zwischen einem Malford Milligan (Storyville) und auch Steve Winwood bewegt.

Der Bandleader zeigt sich als starker songdienlicher E-Gitarrist, der alle klassischen Blues Rock-Spielarten und -Soli in petto hat (klasse z. B. sein claptoneskes Wirken bei „Old School Blues“), aber auch durch aus mal in südstaatliche Gefilde a la Dickey Betts, bzw. der Allmans abdriftet (beim Instrumental „The Gents“, „Crying With The Blues“ oder dem Atlanta Rhythm Section nahestehenden „I’m Back“).

Dass es eine richtige Entscheidung war, Blade den Part am Mikro zu überlassen, offeriert übrigens ganz gut der finale Track des Albums „Thank You Lord“, der sich gesangstechnisch als keine Offenbarung Chapelliers erweist (das einzig von ihm besungene Lied).

Ein weiterer, viele Akzente setzender Musiker auf dieser Scheibe ist Pascal Mikaelian. Bei seinem variantenreichen Harpspiel werden z. T. Erinnerungen an Topper Price oder auch an Magic Dick von der J. Geils Band geweckt.

Insgesamt ist „Set Me Free“ von Fred Chapellier & The Gents featuring Dale Blade trotz kleinerer, aber verschmerzbarer Schwächen zu Beginn und Ende, ein überzeugendes Album, mit guten gestandenen Musikern und einer gelungenen Mischung aus traditionellem und modernem Blues Rock, das sicher zum Teil auch bei Südstaaten Rock-Fans Anklang finden wird (Storyville oder Savoy Brown sind vielleicht so ähnlich gepolte Vergleichskandidaten).

Erwähnenswert zudem das ansprechend edel gestaltete Coverartwork des DigPaks mit eingeklebtem Hochglanzbooklet samt der Songtexte und schönen Portraitfotos aller Bandmitglieder.

Dixiefrog Records/H’art (2018)
Stil: Blues Rock

01. Ain’t No Fool
02. Set Me Free
03. My Reason To Live
04. Love Holiday
05. Crying With The Blues
06. The Gents
07. I’m Back
08. I Don’t Wanna Know
09. The Clock
10. Old School Blues
11. Bet On The Blues
12. 3’45 AM
13. Thank You Lord

Fred Chapellier & The Gents featuring Dale Blade
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H’ART Musik-Vertrieb GmbH

Black River Delta – Vol. II – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Mit der Musikindustrie in Schweden verbindet man seit den 1970er Jahren im Allgemeinen Disco-Pop lastige Sounds mit Vertretern wie ABBA oder Roxette. Anfang der 2000er wurde dann eine euphorische Indie Rock-Welle los getreten, die mit Bands wie Mando Diao oder The Hives Schweden auch international wieder ins Rampenlicht beförderte.

Black River Delta vertreten mit ihrem schwerem Blues-, Stoner- und Garage Rock-Sound mal so gar nicht diese erfolgreiche Musikszene, sind aber ein weiterer Exportschlager, der besonders in den USA für Aufsehen sorgen könnte.

„Gun For You“, die Vorab-Single, hat sich als Opener nicht nur die erste Position auf dieser Scheibe verdient, sondern ist auch mit Abstand der beste Song des Albums. Der Song verkörpert alles, was die drei jungen Schweden auszeichnet: rauer Blues Rock verbunden mit überzeugend leidenschaftlicher Ausgelassenheit.

„Better Man“ ist ein blues-rockiger Titel im Rolling Stones-„Midnight Rambler“-Style mit strammer Mundharmonika Begleitung. „Keeps Me Bleeding“ ist das verhältnismäßig ruhigste Stück und bewegt sich im langsamen Slow-Blues Tempo. Das Lärmspektakel geht aber auf dem Garage Rock typischen „Bye Bye Birde“ sofort weiter, das an die Vorreiter des Genres „The Sonics“ erinnert. „Traveling“ zeigt unverkennbar, dass die Songwriting-Wurzeln im tiefsten US-amerikanischen Süden liegen.

Alle Lieder sind kurz und knapp, eingängig und bieten abwechslungsreiche und interessante Gitarrenriffs. Dabei treibt das Schlagzeug die Songs vorwärts und scheppert mit den Gitarren um die Wette. Auch wenn teilweise der recht simple Aufbau der Songs: Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, agile Gitarrenparts, kritisiert werden kann, spiegelt er doch den wesentlichen Bestandteil der Platte wieder und wird von der überschäumenden und ansteckenden Spielfreude der zwei Gitarristen und des Schlagzeugers überdeckt.

Eine persönliche Hymne, darf auch nicht fehlen und „Black River“ kommt so rasant an, wie sich die Gitarristen ihre Riffs aus den flinken Fingern „zaubern“. „Bound To Stay“ erscheint wie ein nachträglicher Beitrag zum Soundtrack der Mississippi-Odyssee „O Brother, Where Art Thou?“, mit monotonem Arbeiter-Gesang: „Oh please Lord, won’t you help me now“.

Auf dem abschließenden „The Lost One“ müssen die Rezeptoren nochmal so einiges aushalten und der Sänger weicht in den Strophen teilweise in einen inbrünstigen Sprechgesang ab. Das Durchhalten lohnt sich aber, auch wenn man am Ende des Albums eine leichte Überdosis Gitarrenrock intus hat (zum Weiterhören sind die „Black Keys“ und „BRMR“ empfohlen).

Black River Delta kommen zum Glück ohne überfrachtete, patriotische Südstaaten-Rock-‚Homegrown‘-Parolen aus und konzentrieren sich auf ihre ausschweifenden Noiserock-Eskapaden. Für alle Gitarrenfreaks lohnt sich auf jeden Fall ein Besuch der Band-Website, auf der sie ihre Gitarrenmodelle ausführlich vorstellen. Das starke Debutalbum „Devil On The Loose“ (2016) war schon hervorragend und ganz bestimmt nicht leicht zu toppen, aber mit „Vol. II“ legen sie die Messlatte nochmal ein ganzes Stück höher.

Eigenproduktion (2018)
Stil: Blues Rock/Stoner Rock

01. Gun For You
02. Neon Truck Stop Sign
03. Better Man
04. Keeps Me Bleeding
05. Bye Bye Birde
06. Velvet Clouds
07. Rodeo
08. Traveling
09. Betty
10. Cigarettes
11. Black River
12. Bound to Stay

Black River Delta
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Laurence Jones – The Truth – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

An musikalischer Erfahrung dürfte es Laurence Jones ganz bestimmt nicht mangeln. Er durfte international schon als Support-Act für Blues Größen wie Joe Bonamassa, Kenny Wayne Shepherd und Van Morrison spielen und hat mit seinen erst 25 Jahren bereits sein fünftes Studioalbum veröffentlicht.

Auf diesem Werk „The Truth“ schlägt er neue Wege ein und entfernt sich vom Blues Rock eher in die Richtung eines massentauglichen Mainstream Pop-Rock-Sound, der seine Stärken im emotionalen Songwriting hat, aber leider weniger Raum für sein Gitarrenspiel lässt.

„Keep Me Up At Night“ ist einer der wenigen Tracks, die wirklich herausragen. Der Titelsong „The Truth“ besticht durch feine Keyboardakzente und verbreitet eine große Leichtigkeit. Auf „Take Me“ hört man mittlerweile auch Jones sehr gute stimmlichen Qualitäten. Diese hat er extra mit einem persönlichen Vocal Coach trainiert, um viele Tonlagen und Stimmungen in seinen Songs beeindruckend und facettenreich präsentieren zu können.

Thematisch befassen sich die Songs größtenteils mit Herzschmerz-zerreißenden Texten, wie z.B. „Hold Me Close“, Can’t Go On Without You“ oder „Give Me Your Time“. Alle Titel sind Eigenkompositionen von Jones, der besonders mit „Keep Me Up At Night“ Hitgespür beweist, und damit vielleicht auch Chart-Erfolge anpeilt.

Auf einigen Tracks kommt noch ein leichter Blues Rock Sound zum Ausdruck („Take Me“, „Gone Away“). In diesen Phasen erinnert Jones Stil u.a. an einen John Mayer oder Gary Clark Jr. Leider hat das Album nur eine Laufzeit von knapp 35 Minuten und die wenigen Gitarren-Soli lassen diese Kreativität der vorherigen Alben nicht offen erkennen.

Was Jones neues Album deutlich vermissen lässt, sind die ausgiebigen, gitarrenlastigen Tracks mit ausgefeilten Solobeiträgen, wie z.B. auf den vorherigen Longplayern „What‘s It Gonna Be“ und „Take Me High“ (hier mit Kult-Produzent Mike Vernon). Insgesamt ist das Album ein wenig zu glatt produziert und hat viel vom konturenreichen Sound der letzten Jahre verloren. Die Songs sind zwar angenehm zu hören, zeigen aber leider seine künstlerische Hinwendung in eine gängige Cross-Over-Blues Vorliebe.

Aufgrund der Vorgängeralben hatte ich andere Erwartungen an das neue Werk. Vom treibenden Blues-Rhythmus ist nicht mehr viel vorhanden. Dennoch ist dieser starke, konzeptionelle Stilbruch nicht schlecht zu bewerten, sondern stellt auch eine Imageänderung dar: Weg vom ungeschliffenen Blues Rock, hin zu seichten Ed Sheeran-artigen, wolkigen und leichten Pop-Rock Songs, eine bewusste Herausforderung für den traditionellen Bluesfreund.

Top Stop Music (2018)
Stil: Blues Rock

01. What Would You Do
02. Don’t You Let Me Go
03. Hold Me Close
04. Keep Me Up At Night
05. Give Me Your Time
06. The Truth
07. Take Me
08. Gone Away
09. Can’t Go On Without You
10. Never Good Enough

Laurence Jones
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Erja Lyytinen – 01.03.2018, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Erja Lyytinen, die Queen of Slide Guitar im blue notez club. Pünktlich um 20:15 Uhr betraten Erja und ihre Band die Bühne des, für einen Donnerstag Abend, sehr gut gefüllten Club. Mit dabei der Drummer Jaakko Pöyhönen, der mit vergangenen Jahr Ina Forsman begleitet hatte. Shuffle Blues, Elmore James-Songs, darauf war ich vorbereitet. Trotzdem konnte Erja noch überraschen.

Neben Tracks aus ihrem neuen Album „Stolen Hearts“, brachte sie eine gelungene Adaption von George Gershwins „Summertime“. Mein persönlicher Favorit war das Kinderlied „Old Mac Donald“, welches in eine feurige Version von Hendrix‘ „Crosstown Traffic“ mündete. Die Zwischenrufe: „Spiel mehr Hendrix“ zeugten davon, dass es dem Publikum gefallen hatte. Nach zwei Stunden ging das kurzweilige Konzert zu Ende. Klasse Vorstellung!

CD Tipps: „Stolen Hearts“ und „Live in London“

Line-up:
Erja Lyytinen (lead vocals, guitars)
Jaakko Pöyhönen (drums)
Kasperi Kallio (keys)
Tatu Back (bass)

Text und Bilder: Peter Schepers

Erja Lyytinen
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Blue Notez Dortmund