Paul Cauthen – 30.08.2019, Platzhirsch Festival, Dellplatz, Duisburg – Konzertbericht

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Das Platzhirsch Festival in Duisburg bietet über drei Tage ein vielseitiges Kultur- und Musikprogramm. Dieses Jahr hielt es mit Paul Cauthen einen hochkarätigen Act der Alternative-Country-Szene bereit. Die ihm zugestandene Dreiviertelstunde von 18.45 Uhr bis 19.30 Uhr nutzte Cauthen vor allem, um Titel seines nächste Woche erscheinenden Albums „Room 41“ zu präsentieren.

Zum Einstieg holte er mit „Holy Ghost Fire“ die Besucher des Festivals vor der großen Bühne des Dellplatzes zusammen. Das mitreißende Stück, zu dem es ein tolles Video gibt, war ein gelungener Auftakt des Konzerts. Im Laufe der nächsten Minuten füllte sich dann auch der Platz in Duisburgs Zentrum zusehends.

Mit „Big Velvet“ und „Freak“ spielte Cauthen zwei weitere countrybasierte Songs von seinem aktuellen Longplayer, die mit einem modernen, tanzbaren Beat unterlegt sind. Diese setzten die Menge konsequent in Bewegung. Darüber hinaus heizten die beiden Knaller „Still Drivin‘“ und „Saddle“ von seinem Solo-Debüt „My Gospel“ (2016) den Zuhörern gehörig ein.

Auf der Setlist standen weiterhin „My Cadillac“ und „Everybody Walkin‘ This Land“ seiner EP „Have Mercy“ (2017), sodass Cauthen einen kurzen Überblick über seine Solo-Karriere bot.

Etwas ruhiger angelegt waren „Prayed For Rain“ und „Give ‘em Peace“ – Cauthens persönlichem Favoriten von seiner Scheibe „Room 41“. Die Stücke waren aber dennoch mit einem kräftigen Rhythmus unterlegt, den Matt Pence am Schlagzeug und Ben Barauas am Bass erzeugten.

Die Stimmvarianz in Cauthens Bariton ist beeindruckend. Manchmal hört er sich wie Johnny Cash an, manchmal unternimmt er Ausflüge in ungeahnte Höhen. Gernot kamen gelegentlich Parallelen mit Elvis Presley in den Sinn – ein Vergleich, den Cauthen sehr freute.

Youngster Parker Twomey am Keyboard und Charley Wiles an der Gitarre steuerten vor allem gegen Ende des Konzerts einige kurze, aber gelungene Einlagen bei. Mit „Cocaine Country Dancing“ verabschiedete sich die Band. Der Frontmann verließ die Bühne, während seine Mitstreiter den Song zu ende jammten.

Der lang anhaltende, tosende Applaus holte Cauthen erneut zurück, obwohl das Hauptset bereits das Zeitbudget um einige Minuten überzogen hatte. Bei der Zugabe „Have Mercy“ begleitete er sich selbst mit seiner akustischen Gitarre und brachte so seine Show stimmungsvoll zum Abschluss.

Cauthens Auftritt überzeugte dermaßen, dass etliche Hörer den Merchandise-Stand umlagerten und sich zu Spontankäufen seiner Tonträger und T-Shirts hinreißen ließen. Mit seinem Konzert machte er auf alle Fälle Werbung in eigener Sache.

Ein Kompliment muss ebenfalls an die Veranstalter des Platzhirsch Festivals gehen. Sie bieten Künstlern die Möglichkeit, einem Publikum zu begegnen, dass sonst wenig Kontakt mit hierzulande nicht so populären Musikrichtungen hat.

Für Cauthen geht es nach seiner Stippvisite in Deutschland zurück in die Vereinigten Staaten. Er plant aber, im Herbst des kommenden Jahres wieder durch Europa zu touren.

Nach dem Konzert ergab sich die Gelegenheit, ein Interview mit Paul Cauthen zu führen. Dieses folgt ebenso wie die Besprechung seines neuen Albums in den nächsten Tagen bei SoS.

Bilder: Gernot Mangold
Text: Michael Segets

Line-Up:
Paul Cauthen (lead vocals, guitar)
Charley Wiles (guitar, vocals)
Parker Twomey (keys, vocals)
Ben Barauas (bass, vocals)
Matt Pence (drums)

Paul Cauthen
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Platzhirsch Festival

Honey Island Swamp Band – Tres Avispas – EP-Review

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Für eines meiner Konzert-Jahres-Highlights sorgte vor kurzem zweifelsohne die Honey Island Swamp Band mit ihrem herrlichem Auftritt im urigen Leverkusener topos.

Wahnsinn, was hatte das Quintett, bestehend Aaron Wilkinson (lead vocals, electric and acoustic guitar, harmonica, mandolin, hier: banjo), Lee Yankie (electric and slide guitar, vocals), Sam Price (bass, vocals), Garland Paul (drums, vocals) und Chris Spies (keyboards) für einen mitreißenden und spielfreudigen Southern Groove entfacht. Spitzenklasse!

Nach dem Gig drückte mir Bandleader Aaron Wilkinson noch ihre neue EP „Tres Avispas“ in die Hand, aus der sie Teile an diesem Abend vorgestellt hatten. Die Frage, die sich nach solch fantastischen Live-Aufführungen sofort stellt, ist, ob Stücke im Studio die gleiche Wirkung entfalten können. Die kann im Falle dieser EP, mit einem eindeutigen ‚Ja‘ beantwortet werden.

Mir persönlich bietet sie sogar abseits der Kurzweiligkeit und Anspannung des Live-Geschehens sogar eine schöne, weitaus relaxtere Retrospektive des Erlebten. Der Opener „Head High Rag“ ruft sofort den swampigen und spielfreudigen Groove aus der Erinnerung ins Jetzt zurück, Spies‘ Orgel und Lees Slide-Gitarre in ABB-Manier lassen den Körper sofort wieder vibrieren.

In die gleiche Kerbe schlagen weitere Tracks wie „Sugar For Sugar“ (hier begeistern mich die ergänzenden weiblichen Backgroudgesänge von Kassie Netherlands und Shira Elias) und „Bone Shaker“. Chris Spies‘ Tastenvariationen und Yankie Lees Slidekünste können sich herrlich auf dem dynamischen Rhythmusteppich von Price und Paul entfalten.

Aus dem Rahmen fällt der Song „I Don’t Want To Lose“ mit seinem dezent spirituellen Touch (ein wenig im weitesten Sinne an Sachen von Bad Company oder Free ähnelnd). Ob die Männer den Refrain in yogatypischer Sitzhaltung eingesungen haben, verbleibt im Reich der Spekulationen.

Dass der Fünfer, beziehungsweise hier Aaron Wilkinson alleine, ein Händchen für kompositorische Ohrwurmqualitäten besitzt, offerieren die beiden herrlich melodischen Stücke „Gone“ (mit Young-mäßiger Mundharmonika und Bruce Hornsby-mäßigem Piano-Solo) und das abschließende „Wildfire“, bei denen Wilkinsons schöne Akustikgitarre, deutlich mehr Spielraum einnimmt.

„Tres Avispas“ von der Honey Island Swamp Band kommt ähnlich intensiv wie ein Wespenstich daher, allerdings nicht schmerzhaft, sondern mit deutlich angenehmeren Folgen!

Underwateraudio (2019)
Stil: Southern Rock

01. Head High Rag
02. Gone
03. Sugar For Sugar
04. I Don’t Want To Lose
05. Bone Shaker
06. Wildfire

Honey Island Swamp Band
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Charley Crockett – 27.08.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Zum Abschluss der Sommerferien öffnete die Kulturrampe ihre Pforte für Charley Crockett. Mit der letztjährigen Top-Ten-Platzierung seines Albums „Lil G.I.‘s Blue Bonanza“ in den Blues-Charts ist Crockett in Amerika schon kein Geheimtipp mehr. Hierzulande hält sich sein Bekanntheitsgrad noch eher in Grenzen. So füllte sich nach einem schwülen Tag die Krefelder Kult-Location auch nur zur Hälfte.

Allerdings nahm ein Fan-Trupp aus Schwelm die 80-km-Anreise auf sich, um den Texaner und seine Band live zu erleben. Auffällig war zudem die relativ hohe Frauenquote unter den Besuchern. Der markante, metallische Gesang Crocketts und sein stylischer Retro-Look mögen dafür verantwortlich sein.

Pünktlich um 21.00 Uhr startete Crockett mit der aktuellen Auskopplung „5 More Miles“ aus seinem im September erscheinenden Album „The Valley“. Bei dem flotten Einstieg mit dem bluesinfiltrierten Stück sorgte Alexis Sanchez an der E-Gitarre für den besonderen Drive.

Zwar wurde mit „The Race Is On“ und „Lots Of Luck“ sein Chart-Erfolg berücksichtigt, den ersten Abschnitt des Konzerts dominierten aber die Titel des neu angekündigten Longplayers. Neben der starken ersten Single „Borrowed Time“ blieb vor allem „Big Gold Mine“ im Gedächtnis. „Maybelle“ – mit Pfeifeinlage – und „River Of Sorrow“ gab Crockett ebenso zum Besten wie die von „In The Night“ (2016) stammenden „Baby 1-2-3“ und „I Am Not Afraid“.

Charley Crockett ist schon in jungen Jahren durch die Staaten getrampt und lebte zeitweise in Frankreich, Spanien und Nordafrika. Seinen Freiheitsdrang sowie das Bedürfnis unterwegs zu sein, thematisiert er in „The Valley“ und „The Way I’m Livin‘ (Santa Rosa)“. Leider hat er weder zu diesen, noch zu anderen Songs, Erläuterungen gegeben.

Ich hätte mir ein paar Ansprachen oder eine stärkere Interaktion mit dem Publikum gewünscht. Angesichts der hohen Temperatur in der Rampe schien es die meisten Anwesenden allerdings nicht gestört zu haben, dass Crockett die Setlist straight durchspielte. Textsicher unterstützten sie ihn bei einigen Titeln und waren froh, dass sich Crockett nach dem Auftritt Zeit für Gespräche und Fotosessions in dem kühleren Vorraum der Rampe nahm.

Im zweiten Abschnitt der Show versammelte sich die Band, mit Ausnahme des Drummers Mayo Valdez, im Kreis um ein Mikro. Zum „Banjo-Pickin‘“ tauschte Crocket seine akustische Gitarre gegen ein Banjo aus und Multiinstrumentalist Kullen Fox griff zur Mandoline. Die Aufstellungsform ermöglichte es den Musikern abwechselnd – je nachdem, wie nah sie sich zum Mirko positionierten – in den Vordergrund zu treten. Eine schöne Idee, die ich so noch nicht auf der Bühne gesehen hatte.

Crockett bewegt sich auf seinen Longplayern zwischen Country und Blues. Während im ersten Teil des Konzerts der Schwerpunkt auf Country-Nummern lag, wurde die stilistische Bandbreite nach dem Banjo-Intermezzo größer. Mit Rock ’n Roll, R&B und Blues präsentierte Crockett und seine Männer eine gelungene Mischung.

Schwerpunktmäßig wurden in dieser Phase Tracks von der Scheibe „Lonesome As A Shadow“ (2018) gespielt. „How Long Will I Last“, „Lil‘ Girl’s Name“, „Oh So Shaky” und ich meine auch „The Sky’d Become Teardorps” sowie „Ain’t Gotta Worry Child”. Zuvor performte die Band „I Wanna Cry“ und „Goin’ Back To Texas” von diesem Album.

Colin Colby wechselte vom Upright- zum E-Bass und Crockett packte die E-Gitarre aus. Der Frontmann lebte dann auch auf der Bühne auf und präsentierte einzelne Tanzeinlagen. Während des gesamten Konzerts setzte Kullen Fox mit Keybord, Akkordeon und Trompete immer wieder schöne Akzente.
Natürlich durfte der Schunkler „Jamestown Ferry“ nicht fehlen, den es zu Beginn der Zugabe gab. Nach 75 Minuten verließen die Texaner, die ihre standesgemäßen Hüte trotz der Hitze nicht ablegten, die Bühne.

Charley Crockett hat einige hervorragende Songs im Programm. Er und seine Band lieferten insgesamt eine abwechslungsreiche Show, die im ersten Teil vielleicht ein etwas zu gleichförmiges Tempo hatte. Wie dem auch sei, die angereisten Fans waren hoch zufrieden und sogar Markus Peerlings ließ es sich nicht nehmen, der Band im Saal seiner Kulturrampe zu lauschen.

Crockett setzt nach seinem letzten Gig in Deutschland seine Europa-Tour in den Niederlanden, Belgien, England, Frankreich und Spanien bis Mitte September fort. Zur Veröffentlichung seines neuen Albums „The Valley“ kehrt Crockett nach Amerika zurück, wo sich weitere Shows anschließen.

Line-up:
Charley Crockett (lead vocals, guitar, banjo)
Alexis Sanchez (guitar)
Kullen Fox (accordion, keys, trumpet, mandolin, vocals)
Colin Colby (bass, vocals)
Mayo Valdez (drums)

Text und Bilder: Michael Segets

Charley Crockett
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Kulturrampe Krefeld

J.P. Soars – Let Go Of The Reins – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Mit „Let Go Of The Reins“ löst sich Soars, der auch Mitglied bei Southern Hospitaly (mit Damon Fowler, Victor Wainwright, Chris Peet und Terrance Grayson) war, von seiner Stammbegleitband Red Hoots. Die Inspiration zum neuen Album kam, als Soars auf einer Blues Cruise jammte.

Zusammen mit seinem Red Hots-Wegbegleiter Chris Peet am Bass , sonst eigentlich dessen Drummer und Tab Benoit am Schlagzeug, der das Album auch produzierte, spielten Soars und Mitmusiker das Album in 5 Tagen im Whiskey Bayou Studio ein.

Schon der erste Song, „Been Down So Long“, an Stevie Ray Vaughan reminiszierend, allerdings nicht so brachial wie dieser, kann schon mit harmonischen Instrumenten, toller Interaktion von Gitarre und Hammond Orgel, sowie gesanglich überzeugen. „If You Wanna Get To Heaven“, einer meiner Favoriten des Albums, erinnert vom Rhythmus, aber auch von der Stimme her, an die guten alten BTO.

Das „Freddie King Thing“ führt den Hörer wieder zurück zum musikalischen Thema des ersten Songs. Das härter gespielte „Let Go On The Reins“, mit einem fast durchgängig konstanten Rhythmusspiel, ohne dabei langweilig zu wirken, geht schon eher Richtung Rock mit psychedelischen Einschlägen. „Crow’s Nest“, ein fast schon funkig beginnender Song, der dann aber schnell einen jammenden Charakter entwickelt, stellt als Instrumental, das spielerische Können der Protagonisten in den Vordergrund.

“Lonely Fire“, bei dem etwas Fahrt aus dem Werk genommen wird, entpuppt sich  als eine starke, fast schon träumerisch daher kommende Nummer, mit ganz starken Gitarrenspiel Soars.

Nach der Ruhe des einsamen Feuers, wird es mit „Have Mercy On My Soal“ wieder sehr rockig mit einigen Countryeinschlägen. Schön, wie Soars, je nach Thema der Songs, seine Stimme sehr variabel einsetzt. Mit „Let It Ride“ bleibt Soars auf der Countryschiene, der Besucher von Clubs dieses Einschlags mit Sicherheit begeistern wird.

Im Instrumental „Minor Blues“ zeigt die Band weiter ihre Variabilität. Blues, Swing und Jazz verschmelzen ineinander und es wird eine Barroom-Atmosphäre suggeriert.

„Time To Be Done“ bringt Soars und Band wieder zum ursprünglichen Blues-Thema zurück. Auch hier glänzt Soars mit zum Teil fast schon southern-ähnlichem Gitarrenspiel. Durch den Einsatz der Hammond Orgel erhält der Song eine fulminante Voluminösität.

Zum Abschluss entführt der Protagonist den Zuhörer noch einmal mit dem countryesken „Old Silver Bridge“ in die Weiten der Prärie.

J.P. Soars ist mit „Let Go Of The Reins“ ein hörenswertes, und durch die viele Einflüsse geprägtes, sehr abwechslungsreiches Album gelungen, was unter den Fans der beschriebenen Genres mit Sicherheit seinen Anklang finden wird.

Line Up:
J.P. Soars – Vocals, Electric & Acoustic Guitars, Dobro, Merlin Dulcimer
Chris Peet – Bass Guitar
Tab Benoit – Drums, Pedal Steel Guitar (Track 8), Acoustic Guitar (Track 1), Background Vocals (Track 2)
Tillis Verdin – Hammond Orgel (Tracks 1, 2, 3, 5, 6, 10)

Whiskey Bayou (H’Art) (2019)
Stil: (Southern Soul) Blues Rock

01. Been Down So Long
02. If You Wanna Get To Heaven
03. Freddie King Thing
04. Let Go Of The Reins
05. Crow’s Nest
06. Lonely Fire
07. Have Mercy On My Soal
08. Let It Ride
09. Minor Blues
10. Time To Be Done
11. Old Silver Bridge

J.P. Soars
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Foghat – 23.08.2019 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbilder

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Die britischen Heavy Rock-Urgesteine im Musiktheater Piano zu Dortmund. Unser Knipser Adam Zegarmistrz Glagla hat den Gig bildtechnisch festgehalten.

Line-up:
Charlie Huhn – lead vocals, guitar
Brian Bassett – guitar
Roger Earl – drums
Rodney O’Quinn – bass, vocals

Bilder: Adam Zegarmistrz Glagla

Foghat
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Vince Gill – Okie – CD-Review

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Der in Norman, Oklahoma, geborene Vince Gill, ist weit über Nashville hinaus, eine musikalische Institution. Er hat so ungefähr alles an Auszeichnungen eingeheimst, was möglich ist und mit mit allem, was Rang und Namen hat, schon das Studio oder die Bühne geteilt.

Zuletzt ist der Mann mit der warmen Tenorstimme und dem vornehmlich so fein klingenden Telecasterspiel als Glenn Frey-Ersatz, von niemand Geringeren als den Eagles, als Neu-Mitglied angeheuert worden.

Mit seinem neuen Album „Okie“ bekennt er sich jetzt seiner geographischen Wurzeln, würdigt aber, schon von einigen Songtiteln her deutlich erkennbar, auch wichtige musikalische Bezugsgrößen, wie seine Ehefrau Amy Grant („When My Amy Prays“) oder die beiden, 2016 verstorbenen Country-Ikonen Guy Clark („Nothin‘ Like A Guy Clark Song“) und Merle Haggard („A World Without Haggard“).

Das mit Co-Writern wie u. a. Jason Isbell, Charlie Worsham oder Hayes+Carll verfassten Liedern bespickte Album, bewegt sich überwiegend im ruhigeren Modus, und wird oft von einer gesanglichen Melancholie Gills getragen.

Schönes, meist klares Akustikgitarrenspiel, dezente E-Gitarren- und Pianotupfer, sowie eher sanfte Drums, mit eher perkussionshaftem Charakter (zum Teil mit Pinselsticks), runden diese eher intim anmutende Atmosphäre entsprechend ab.

Ich weiß nicht, wie es dem Leser geht, aber bei dem Wort ‚Okie‘ kommt mir zu allererst immer die Assoziation mit J.J. Cale in den Sinn. Und der hinterlässt dann auch beim vorletzten Track in kauziger Manier, „The Old Man Of Mine“, bei Vince Gill, ganz offensichtlich seine Spuren.

Im bereits erwähnten, letzten Song offenbart Gill schließlich, im Haggardschen Liedgut, den Antrieb und seine musikalische Motivation gefunden zu haben. Das tut er mit den, voller Pathos, zu weinender Steelgitarrenbegleitung, gesungenen Abschlussworten : „It was my greatest inspiration, that’s the reason why I sing the Blues“.

Insgesamt eine Scheibe, die ich vermutlich öfter bei verregneten Herbst- oder Wintertagen im heimatlichen Wohnzimmer auf der Couch zum Relaxen in den CD-Player legen werde.

MCA Nashville (2019)
Stil: Country Rock

01. I Don’t Wanna Ride The Rails No More
02. The Price Of Regret
03. Forever Changed
04. An Honest Man
05. What Choice Will You Make
06. Black And White
07. The Red Words
08. When My Amy Prays
09. A Letter To My Mama
10. Nothin‘ Like A Guy Clark Song
11. The Old Man Of Mine
12. A World Without Haggard

Vince Gill
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Oktober Promotion

Billy Price – Dog Eat Dog – CD-Review

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Review: Michael Segets

Billy Price startete in den siebziger Jahren seine Karriere an der Seite des Blues-Gitarristen Roy Buchanan, in den Achtzigern war er mit der Keystone Rhythm Band unterwegs. Anschließend veröffentlichte er unter seinem Künstlernamen in regelmäßigen Abständen CDs. Der große Durchbruch blieb dem fast siebzigjährigen allerdings lange Zeit verwehrt.

Erst 2016 erhielt er Anerkennung in Form von Preisen, so unter anderem einen Blues-Music-Award für seinen Longplayer „This Time For Real“, den er zusammen mit Otis Clay veröffentliche. Auch das nachfolgende „Reckoning“ (2018) erhielt eine Nominierung als bestes Soul Blues Album.

Mit „Dog Eat Dog“ legt Billy Price nun nach. Auch auf seinem neuen Werk bewegt er sich zwischen Soul und Blues. Er bleibt dabei seinem Sound treu, der vor allem durch Saxophon und Trompete geprägt wird.

Stärkstes Stück ist das soulige „Walk Back In“, aber auch das von Bobby Byrd stammende und mit viel Swing versehene „We’re In Love“ überzeugt. Die meisten Titel sind im Midtempo angesiedelt, wie das ausgekoppelte „Working On Your Chain Gang“ oder „Lose My Number“.

In Richtung R&B gehen „Same Old Heartache“ und „More Than I Needed“. Nicht zuletzt durch das Keyboard von Jim Pugh erhalten „Toxicity” sowie das langsamere „Remnants“ einen Funk-Einschlag. Ein Anflug von Raeggae mischt sich bei „All Night Long Cafe‘“ hinzu. Mike Zito veredelt den Track mit einem Gitarrensolo.

Billy Price ist also kein musikalischer Purist, sondern schöpft aus unterschiedlichen musikalischen Stilen und baut diese so in sein Album ein, dass kein Bruch entsteht. Für die meisten Sound-Of-South-Leser sind aber wahrscheinlich die Blues-orientierten Songs interessanter. Bei dem getragenen, von Otis Rush geschriebenen „My Love Will Never Die“ kommt eine genregerechte Gitarre – gespielt vom Produzenten Kid Andersen – zum Einsatz.

Etwas flotter ist „You Gotta Leave“. Hier hat Price ebenso wie bei „Dog Eat Dog“, auf dem er von Alabama Mike am Mikro unterstützt wird, den Blues in der Stimme. Das Titelstück stammt aus der Feder von Rick Estrin, der sich mit der Mundharmonika an der Neueinspielung beteiligt.

Locker und routiniert präsentiert Billy Price auf dem Album seinen Soul mit einer Prise Blues. Konstant liefert er eingängige und facettenreiche Eigenkompositionen und Cover, von denen allerdings keine so herausragend sind, dass sie sich längerfristig in den Gehörgängen festsetzen würden. Ob diese Beständigkeit ausreicht, um mit „Dog Eat Dog“ an die Erfolge seiner vorherigen Scheiben anzuknüpfen, bleibt daher abzuwarten.

Gulf Coast Records (2019)
Stil: Soul/Blues

Tracks:
01. Working On Your Chain Gang
02. Lose My Number
03. We’re In Love
04. Dog Eat Dog
05. My Love Will Never Die
06. All Night Long Cafe‘
07. Walk Back In
08. Toxicity
09. Remnants
10. Same Old Heartaches
11. More Than I Needed
12. You Gotta Leave

Billy Price
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Gulf Coast Records

Charlie Wooton Project – Blue Basso – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Charlie Wooton mag vielen als Mitglied von Royal Southern Brotherhood bekannt sein. Allerdings ist der musikalische Horizont des Bassisten um einiges weiter, was auf dem Album, benannt nach seinem Lieblingsbass, schnell erkennbar ist.

Schon im Instrumental „Jaceaux“, dem Opener der Scheibe, ist die spielerische Bandbreite von Jazz über Rock bis Funk zu erkennen. In diesem Song spielen Wooten und Dough Wimbish von Living Colour eine Art Twin Bass, als Tribut des schon vor über 30 Jahren verstorbenen Superbassers Jaco Pastorious.

Soulig bis swingend geht es dann mit „Reflections“ weiter, wo die talentierte Sängerin Arsene Delay, wie in den meisten folgenden Tracks, den Gesang beisteuert, der zuweilen an die junge Sade erinnert. Stilistisch ähnlich folgt das sehr harmonische „I Dont Know“, in dem neben dem exzellenten Bassspiel Wootons, auch die Mitstreiter, Daniel Groover an der Gitarre, Jermal Watson an den Drums und Kefko Komat an den Keyboards, ihre Klasse zeigen. Unterstützt werden sie dabei vom uns bestens bekannten Gastmusiker Damon Fowler an der Lap Steel Guitar.

Bei „Come On Over“ wird in die bisherigen Zutaten noch eine Prise Blues gestreut, um mit „Dime“ eine tolle instrumentale Jazznummer nachzulegen. Bei  „One Night“, ein eher wieder ruhigerer bluesiger Song mit einer Prise Soul, steht die Stimme Delays im Vordergrund.

Stark ist das funkige Bass- und Keyboard-Intro zu „Fulton Alley“, was zum groovigen Ende hin, psychedelische Züge annimmt. In „Tell Me A Story“ kommt Wootons Arbeit bei Royal Southern Brotherhoon am meisten zum Vorschein. Ein bluesiges Southernflair durchhaucht diesen starken Song in dem Sonny Landreth die Slideguitar, wie im folgenden „Front Porch, mit leichtem Countryeinschlag, einbringt.

Den Abschluss macht eine funkige Version des Rolling Stones-Klassikers „Miss You“, bei dem Delay das Lied stimmlich in ein ganz anderes viel souligeres Ambiente hüllt, als von den Stones bekannt.

Mit „Blue Basso“ ist Wooton ein starkes Album gelungen, welches aber durch seine Komplexität, Zeit, Ruhe und auch Konzentration beim Zuhören verlangt, um die ganzen Feinheiten und technischen Fähigkeiten der Musiker entsprechend wahrnehmen zu können. Besonders live gäbe es viel Potential,  die Songs in jammenden Gewändern zu präsentieren.

Musiker:
Charlie Wooton – Bass
Daniel Groover – Guitar
Jermal Watson – Drums
Kefko Komakt – Keyboards

Featuring:
Arsene Delay – Vocals

Special Guests:
Sonny Landreth – SlideGuitar („Front Porch“, „Tell Me A Story“)
Anders Osborne – Guitar („One Night“)
Dough Wimbish – Bass („Jaceaux“)
Eric McFadden – Guitar („Miss You“)
Damon Fowler – Lap Steel („I Don’t Know“)

Endless Blues Records (2019)
Stil: Blues Rock

Tracklist:
01. Jaceaux
02. Reflections
03. I Don’t Know
04. Come On Over
05. Dime Note
06. One Night
07. Fulton Alley
08. Tell Me A Story
09. Front Porch
10. Miss You

Charlie Wooton
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Midland – Let It Roll – CD-Review

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Wer so einen Hammereinstieg (Album „On The Rocks“ auf Platz 2, ACM Award als beste neue Vokalband des Jahres, dazu der Superhit „Drinkin‘ Problem“) in die Countryszene feiert wie das Trio Midland, für den hängen die Trauben, was die Erwartungshaltung bezüglich des Nachfolgewerks betrifft, naturgemäß schon in erheblicher Höhe.

Wir hatten uns nach ihrem Debüt bereits auf weitere Kostproben gefreut. Und das texanische Trio mit Mark Wystrach, Jess Carson und Cameron Duddy liefert jetzt. Um es vorwegzunehmen, in erneut beeindruckender Form! „Let It Roll“ – da braucht man kein Prophet sein – wird wieder ordentlich abräumen, hier wird nur die spannende Frage sein, ob es diesmal zur absoluten Pole-Position in den US Country Billboard-Alben-Charts reichen wird.

Satte 14 Tracks, wieder produziert vom bewährten Trio Dann Huff, Shane McAnally und Josh Osborne, rollen auf „Let It Roll“ konsequent im ‚Flow‘ des Vorgängers weiter. Mir persönlich gefallen diesmal vor allem die etwas southern-rockigeren Ingredienzien. Die spiegeln sich in den, das Werk umrahmenden Tracks „Let It Roll“ (herrliches Slide) und „Roll Away“ (allmaneske Note, Songs wie „Jessica“ und „Melissa“ schimmern im tollen Instrumentalausklang durch), sowie dem, die zweite Hälfte einläutenden „21st Century Honky Tonk American Band“ (begeisternder Stampfrocker mit furiosen E-Gitarren) wider, und hinterlassen nachhaltige Wirkung.

Ansonsten lassen die Eagles, Bellemy Brothers und countryumwehte Bands, die ihren Fokus auf markanten Gesang und starke Vokalharmonien zu wunderbar eingängigen Melodien legen, an allen Stellen des Longplayers grüßen. Der perfekte Begleiter für die sommerliche Cabriofahrt oder auch zum träumerischen Entspannen auf der heimatlichen Couch.

Eine wahre Freude ist es auch den involvierten Studiomusikern – ich gehe davon aus, dass da überwiegend auch wieder die des Debüts mitwirkten – zuzuhören. Bei ihnen spürt man förmlich, die Motivation, der großen anstehenden Aufgabe, im Anspruch gerecht zu werden. Freunde  filigraner E-Gitarrenkunst (in allen Versionen, vor allem wieder klasse Bariton-Spiel), klarer Akustikgitarren und herrlichem Steelgeleier, toller Tastenarbeit (u. a. grandios Piano und Akkordeon bei „Cheatin‘ The Rules“) sowie routinierter Rhythmusarbeit, können sich hier satt hören.

Die erste Single mit dem Bakersfield-umwehten Heuler „Mr. Lonley“ (Dennis Quaid spielt ihn im lustig gemachten Video) überrascht etwas, ich hätte da eher auf die im Fahrwasser von „Drinkin‘ Problem“ schwimmenden Liedern wie „Cheatin‘ Songs“, „Fast Hearts And Slow Towns“ oder „Cheatin‘ By The Rules“ getippt.

Midlands These „Every song’s a drinkin‘ song when you are drinking“ beim kauzigen 7. Track (mit knarziger Dobro) scheint unwiderlegbar und wenn die drei Jungs bei „Mr. Lonely“ zum Ausklang „Long live the Blues!“ intonieren, bleibt mir am Ende des Reviews angesichts dieser erneut famosen Scheibe, nichts anderes übrig, als mit ehrfürchtiger Verbeugung zu konstatieren: „Long live Midland“! Dicke Kaufempfehlung!

Big Machine Records (2019)
Stil: New Country

01. Let It Roll
02. Fourteen Gears
03. Mr. Lonely
04. Cheatin‘ Songs
05. Put The Hurt On Me
06. I Love You, Goodbye
07. Every Song’s A Drinkin‘ Song
08. 21st Century Honky Tonk American Band
09. Fast Hearts And Slow Towns
10. Cheatin‘ By The Rules
11. Playboys
12. Lost In The Night
13. Gettin‘ The Feel
14. Roll Away

Midland
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Universal Music

Leslie Stevens – Sinner – CD-Review

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Review: Michael Segets

Leslie Stevens wurde im letzten Jahr von der Presse ihres Wohnorts Los Angeles zur besten Country-Sängerin – zumindest der Stadt – erklärt. Mit Dolly Parton und Emmylou Harris gibt Stevens auch zwei Grandes Dames der Country-Szene als ihre musikalischen Vorbilder an. Ihre CDs lassen sich aber nicht so eindeutig diesem Genre zuordnen.

Während sich auf dem Album „Roomful Of Smoke“ (2010), bei dem sie noch von The Badgers begleitet wurde, und auf „The Donkey and the Rose“ (2016) einzelne Country-Titel finden, konzentriert sich Stevens bei „Sinner“ auf Balladen, die zwischen Country und Folk im Americana-Bereich zu verorten sind.

Das Titelstück und „Sylvie“, bei dem Jenny O. im Background zu hören ist, sind solche sanften Songs. Bei den ebenfalls getragen Balladen „You Don’t Have To Be So Tough“ und „The Long Goodbye“ steht bei der Begleitung die akustische Gitarre im Vordergrund, bei „Falling“ ein Klavier. Alle Titel sind gut hörbar und melodiös, wobei sie sich – vielleicht mit Ausnahme des letztgenannten – nicht unmittelbar in den Gehörgängen festsetzen.

Vor allem „Storybook“ erinnert mich von der Struktur an Kompositionen von Jess Klein. Stevens Stimme ist allerdings heller. In ihren mädchenhaften Sopran mischt sich ein nasaler Twang, der nachvollziehbar macht, warum sie manchmal in die Country-Ecke geschoben wird.

Mit ihrem Gesang kann Stevens allerdings unterschiedliche Stimmungen erzeugen. So lässt er auf „Teen Bride“ die fünfziger Jahre mit ihren schmachtenden Schulzen wieder aufleben. Aggressivere Töne schlägt Stevens auf „The Tillman Song“, dem kompositorisch und inhaltlich stärksten Track der Scheibe, an. Bei dem treibenden Stück, nimmt sie am Ende das Tempo gekonnt raus, ohne dass ein Bruch entsteht.

Produzent Jonathan Wilson (Roger Waters) greift hier zur E-Gitarre und gibt mit härteren Riffs dem Titel zusätzlichen Drive. Inhaltlich handelt es sich um einen Anti-Kriegs-Song, der seine Aussage an dem Schicksal des Footballspielers Pat Tillman verdeutlicht, der in Afghanistan gefallen ist.

Sehr gelungen sind auch das flotte „Depression, Descent“, auf dem Wilson als Duettpartner in Erscheinung tritt, sowie „12 Feet High“, das mit akzentuiertem Rhythmus und eingängigem Refrain einen rockigeren Ton anschlägt. Mit der Vorabauskopplung der beiden Stücke hat Stevens nichts falsch gemacht.

Leslie Stevens legt mit „Sinner“ ein balladenorientiertes Album vor, bei dem sich die Stücke zu einem schlüssigen und harmonischen Ganzen zusammenfügen. Im Gedächtnis bleiben jedoch die Titel, auf denen sie von der getragenen Grundstimmung abweicht.

Stevens arbeitete schon mit Joe Walsh, Jackson Browne und John Fogerty zusammen. Im September absolviert sie einige Auftritte mit Israel Nash in England. Zuvor tritt sie beim dänischen Tonder-Festival auf. Danach setzt sie ihre Tour in den Vereinigten Staaten fort, sodass vorerst ein Besuch in Deutschland nicht auf dem Terminplan steht.

Lyric Land/Thirty Tigers (2019)
Stil: Americana, Folk

Tracks:
01. Storybook
02. 12 Feet High
03. Falling
04. Depression, Descent
05. You Don’t Have To Be So Tough
06. Teen Bride
07. Sinner
08. The Tillman Song
09. Sylvie
10. The Long Goodbye

Leslie Stevens
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Thirty Tigers
Oktober Promotion