Stoney LaRue – Double Live 25 – Digital CD-Review

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Stoney LaRue zählt ohne Zweifel zu einer der prägenden Größen der Red Dirt-Szene, deren Glanzzeit, als die vielversprechenden Acts und Newcomer im gefühlten Monatstakt zu Tage traten, mittlerweile allerdings deutlich verblasst ist.

Der einstige Bewohner des berühmten Yellow House in Stillwater, Oklahoma, das damals von vielen Musikern wie u. a. auch Mike McClure und Brandon Jenkins zum Jammen genutzt wurde, ist damit neben den Kollegen wie Randy Rogers, Wade Bowen, Jason Boland, Cody Canada, der Eli Young Band und vielleicht noch Casey Donahew einer der letzten verbliebenen Etablierten des Genres, die uns konstant weiter mit guter Musik versorgen.

Nach seinem überaus starken letzten Studioalbum „Onward“ in 2019 und der, durch die Corona-Pandemie abrupt unterbrochenen Tour 2020, entschloss er sich zusammen mit seinem Gitarristen Jesse Duke und Tontechniker Roy Shelton, das bei vielen Konzerten aufgenommene Tonmaterial mal zu ’sichten‘ und einer Bewertung für ein weiteres Live-Album zu unterziehen, zumal der letzte Output dieser Art bei ihm ja auch schon eine Weile her ist.

Um es vorweg zu nehmen, das Ganze hat sich absolut gelohnt! Herausgekommen ist ein überragendes, abwechslungsreiches Livewerk mit gut 2 1/4 Stunden Spielzeit, das vom lässig-southern groovenden Opener „Hill Country Boogaloo“ bis zum furiosen, über 12 Minuten dauernden Rausschmeißer „Oklahoma Breakdown“ mit angehängtem Freddie King-„Going Down“-Blues Rock-Intermezzo“, auf ganzer Linie überzeugt.

Dass LaRue eine klasse Stimme besitzt und einen guten Akustikgitarrenspieler abgibt, ist kein Geheimnis, aber gerade sein packendes Zusammenwirken mit Leadgitarrist Jesse Duke an den E-Gitarren, macht diesen Tonträger besonders reizvoll für Southern Rock-Anhänger (man höre sich da allein die Twin-Parts bei „Down In Flames“ an). Aber auch Freunde des Jam-Rocks werden von Stücken (neben dem bereits genannten „Oklahoma Breakdown“) wie „Bluebird Wine“ (über acht Minuten) oder dem furiosen „One Chord Song“ (über 15 Minuten) begeistert sein.

Für viel satten Drive als perfekte Ergänzung sorgt auch immer wieder die Rhythmusfraktion mit dem Bassisten namens Kiko (plus Harmoniegesang) sowie den beiden pulsierenden Drummern Brian Furgeson (Tracks 2, 6 ,12 ,14 ,15) und Adrian Myers (Rest).

Für ein Maximum an Abwechslung garantieren dann der geliebte, etat-mäßige Red Dirt-Stoff, Westcoast-angelehnte Sachen in Eagles-Manier (u. a. „Blending Colors“, „Dresses“, „Empty Glass“) und auch viele spacige Instrumental-Intros und Bridges (u. a. bei „Sharescropper“, „Sirens“, „One Chord Song“).

“Double Live 25” wird es zunächst nur in digitaler Form geben, physische Varianten sind dann für später in diesem Jahr geplant (Zeitpunkt noch offen). Das hier seit dem 28. April publizierte grandiose Material von Stoney LaRue und seiner Band ist wie geschaffen für unsere Klientel. Es macht sowohl wehmütig, aber auch ein wenig Hoffnung und Vorfreude, endlich irgendwann wieder tolle Live-Musik in den vielen, ans Herz gewachsenen Locations vor Ort zu erleben. Absolute Kaufempfehlung! Über zwei Stunden authentisch-rauer Genuss ohne Overdubs.

One Chord Song, LLC. (2021)
Stil: Red Dirt & More

01. Hill Country Boogaloo
02. Bluebird Wine
03. Golden Shackles
04. Fallin‘ And Flyin‘
05. Us Time
06. Blending Colors
07. Velvet
08. Sharescropper
09. Dresses
10. Steel Heart, Crystal Eyes
11. Travellin Kind
12. Idabel Blues
13. Too Soon
14. Sirens
16. Wiregrass
17. Easy She Comes
16. Forever Young
18. You Oughta Know Me By Now
19. Empty Glass
20. Message In a Bottle
21. Down In Flames
22. One Chord Song
23. Feet Don’t Touch The Ground
24. Look At Me Fly
25. Oklahoma Breakdown

Stoney LaRue
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RPR Media

Neil Young – Young Shakespeare – CD-Review

cover Neil Young - Young Shakespeare

Review: Gernot Mangold

Neil Young hat mal wieder in seinem Archiv gekramt und den Mitschnitt eines Solo-Akustik-Konzertes gefunden. Historisch ist der Livemitschnitt aus dem Shakespeare Theater in Stratfort, Connecticut, etwas besonderes. Er entstand wenige Monate nach der Veröffentlichung des wegweisenden Erfolgsalbums „After The Goldrush“, das Young zur Folkikone machte. Young spielte neben Stücken des aktuellen Albums und Frühwerken einige Songs, die erst knapp ein Jahr später auf dem Megaseller „Harvest“ veröffentlicht werden sollten.

Die intime Atmosphäre des Konzertes wird auch dadurch deutlich, dass im Mitschnitt nicht die Ansagen zwischen den Songs weggeschnitten wurden, sondern einen recht redeseligen Neil Young zeigen, was nicht immer der Fall war.

Die instrumental bis auf ein Minimum reduzierten Stücke zeigen die Fähigkeiten Youngs im Songwriting und die Soundqualität lässt wenig zu wünschen übrig, da die analogen Bänder, die digital aufgearbeitet worden sind, auch für einen geplanten Musikfilm gemacht worden sind.

Die Songauswahl zeigt den damaligen musikalischen Stand Neil Youngs, wo Material von CSN&Y und mit Crazy Horse im Mittelpunkt steht. Dass mit „Dance Dance Dance“ sogar ein von Crazy Horse herausgebrachtes Stück gespielt wurde, zeigt seine schon damals bestehende Verbundenheit mit seiner Begleitband, die ihn fast seine ganze Karriere begleitete.

Das Livewerk lebt neben der Atmosphäre, die zuweilen zum besinnlichen Träumen einlädt, von den Emotionen der Stücke, in denen Young auch zur Protestikone der damaligen Zeit aufstieg, den er im Prinzip bis heute nicht verlassen sollte.

Das eindringliche klagende „Ohio“ nimmt den Zuhörer in seinen Bann und kann auch textlich heute noch als aktuell gesehen werden, es müssten nur einige Namen ausgetauscht werden (was ich dann selbst bei einem späteren Neil Young- Konzert mal erleben durfte).

Das emotionalste Stück ist das ein Jahr später auf „Harvest“ veröffentlichte „The Needle And The Demaged Done“, in dem er den Weg von Künstlern beschreibt, die ein Opfer der Heroinsucht wurden. Namentlich wurde Danny Whitten, der Gitarrist von Crazy Horse nicht benannt, aber etwa ein Jahr später musste dieser wegen seiner Sucht die Band verlassen und starb wenig später an einem Mix aus Drogen und Medikamenten. So wie Young den Song spielte, kann der Zuhörer das Gefühl bekommen, dass sich Young, in der Ahnung was passieren würde, schon zu dem Zeitpunkt von seinem damaligen Freund verabschiedet hätte.

Gelungen ist auch, wie Neil Young die erst später veröffentlichten Tracks „A Man Needs A Maid“ und „Heart Of Gold“ träumerisch miteinander thematisch verschmelzen lässt und zeigt, dass sich Letztgenanntes auch gut auf dem Piano begleiten lässt.

Das Album ist für Neil Young-Fans fast schon als Pflicht anzusehen, da es einen guten Überblick über eine frühe Phase des Künstlers gibt und es schöne akustische Versionen von Stücken wie „Down By The River“ oder „Cowgirl In The Sand“ beinhaltet, die auf diesen schon eine gewisse Härte aufweisen, und erahnen ließen, in welche Richtung sich Neil Young später insbesondere mit Crazy Horse entwickeln sollte.

Für Freunde der akustischen Musik oder des Folkrocks ist das Album ebenfalls lohnend, da es auch eine Art „Greatest Hits“, live eingespielt darstellt und das durch seine Zeitlosigkeit immer noch aktuell ist.

Band:
Neil Young: Vocals & Guitar, Piano

Reprise Records/Warner Music (2021)
Stil: Folk

Tracks:
01. Tell Me Why
02. Old Man
03. The Needle And The Demage Done
04. Ohio
05. Dance Dance Dance
06. Cowgirl In The Sand
07. A Man Needs A Maid / Heart Of Gold
08. Journey Through The Past
09. Don’t Let It Bring Down
10. Helpless
11. Down By The River
12. Sugar Mountain

Oktober Promotion

Travis Meadows – Killin‘ Uncle Buzzy – CD-Review

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Jeder, der eine gut sortierte Sammlung physikalischer oder digitaler Tonträger aus dem Bereich Southern Rock, New Country & Co. sein Eigen nennt, dürfte der Name Travis Meadows, ob bewusst oder unbewusst, schon öfter über den Weg gelaufen sein, auch wenn sich die eigenen bisherigen musikalischen Veröffentlichungen des Protagonisten eher im kleineren Rahmen bewegen.

Der im Jahr 1965 geborene, in Jackson, Mississippi, aufgewachsene Künstler, dem von frühster Jugend an, eine lange Alkohol- und Drogensucht im Weg stand, ist nämlich ein in Nashville hochgefragter und angesehener Songwriter, der sich für viele bekannte Tracks namhafter Interpreten und Acts wie z. B. „God & Guns“ (Lynyrd Skynyrd), „Pretty Little Lies“, „Medicate My Mind“, „Old Enough To Know“ (Blackberry Smoke – letztgenannter Song von deren bald kommendem neuen Longplayer „You Hear Georgia“), „Chasing Shadws“ (Jimmie Van Zant), „Dark Side“, „Knives Of New Orleans“, „Look Good And You Know It“ vom aktuellen „Heart & Soul„-Album (Eric Church), „Things That I Lean On“ (Wynonna), „Riser“ (Dierks Bentley) oder „Better Boat“ von Kenny Chesney (mit) verantwortlich zeigt.

Sein zweites Album „Killin‘ Uncle Buzzy“ wird jetzt zum 10-jährigen Bestehen von Earache Records/Edel nochmals neu aufgelegt. Es entstand  2010-2011, nachdem Meadows im Rahmen eines vierten Alkoholentzugs, zunächst das Führen eines Tagebuchs therapeutisch angeraten wurde, er sich dann aber einer Verarbeitung mittels eines intensiven Songwritings entschied.

Sein daraus resultierendes Fazit ergab, sich nicht ständig mit dem „was, wenn, hätte, aber“ auseinanderzusetzen, sondern sich am Ende als Individuum so zu akzeptieren, wie man ist, sprich, mit seinem eigenen Leben weitestgehend einverstanden zu sein. Travis gilt seither als geheilt, beziehungsweise nüchtern.

Auch sein Werk „“Killin‘ Uncle Buzzy“ glänzt, wie so oft bei Veröffentlichungen von Songwritern seines Typus, durch relativ reduzierte, raue Nüchternheit, bei der das Potential der Tracks allerdings sofort erkennbar ist.

Im Vordergrund stehen die Akustikgitarre und der kauzig-introvertierte Gesang des Protagonisten (mich sehr an den Kollegen Bobby Pinson erinnernd), zur atmosphärischen Verdichtung gesellen sich dezente Harmoniegesänge (meist weibliche), schroffe E-Parts (oft geslidet), Bass, Pianotupfer, Streicher (Fiddle/Cello) und mehr Percussion-artige Claps als konventionelles Drumming.

Und so braucht man am Anfang auch zunächst ein paar Lieder, um mit Meadows ‚warm‘ zu werden, je mehr und je öfter man sie dann anhört, desto intensiver wird man von ihnen eingenommen und begeistert. Am Ende weiß man genau, warum Jake Owen später das erkenntnisreiche „What We Ain’t Got“ (zuvor heißt es „We all want“) für sein erfolgreiches Top-5-Album „Days Of Gold“ ausgewählt hat und immerhin auch als Single in die Top-20 brachte.

Und so kann man als Ergebnisit für das durchgehend hörenswerte Songmaterial von Travis Meadows auf „Killin‘ Uncle Buzzy“ festhalten: Für den ungeschliffenen Rohdiamanten sorgt der Künstler in eigener Person, für das Ausstaffieren und die kommerziell erfolgreiche Weiterverarbeitung sind dann aber eher andere zuständig…

Earache Records/Edel (2021)
Stil: Country

Tracks:
01. Minefield
02. Grown Up Clothes
03. It Ain’t Fun No More
04. Good Intentions
05. Let It Go
06. God Speaks
07. It Gets Better
08. Davidson County Police
09. What We Ain’t Got
10. Learning How to Live Alone

Travis Meadows
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Oktober Promotion

Gary Moore – How Blue Can You Get – CD-Review

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Der nordirische und leider viel zu früh verstorbene Gary Moore, hatte zu Lebzeiten, so behaupte ich es einfach mal, auch in unseren präferierten Musikgeschmackskreisen, eine gewisse Relevanz.

Bei mir persönlich trat er mit seinem Einstieg für Brian Robertson bei Thin Lizzy auf dem auch heute noch gerne gehörten Werk „Black Rose“ erstmals in Erscheinung. Nach seinem kurzen Intermezzo dort, landeten dann diverse Alben aus seiner Hard Rock-Ära in meiner Sammlung und naja, sein wohl mit erfolgreichstes Album samt der Hinwendung wieder zum Blues mit „Still Got The Blues“ war damals 1990 quasi ein Pflichtkauf.

Live habe ich ihn einmal zwölf Jahre später gesehen, als er ziemlich aufgedunsen, den Support für ZZ Top in der ausverkauften Grugahalle in Essen gab. In 2011 erlitt Moore dann ja bekanntlich im Schlaf  einen für ihn tödlichen Herzinfarkt.

Zum 10-jährigen Gedenken hat man jetzt nochmal in seinen Archiven gekramt und einige bisher ungehörte und unveröffentlichte Deep Cuts und Alternative Versionen gefunden. Insgesamt sind dann acht Stücke unter dem Albumtitel „How Blue Can You Get“ zusammengekommen.

Die Gesamtspielzeit ist aufgrund der Tatsache, dass sich fünf Tracks im nahen 6-Minuten-Bereich und darüber hinaus befinden, trotzdem recht ordentlich. Den Einstieg bestreiten mit „I’m Tore Down“ und „Steppin‘ Out“ zwei Stücke, die im Prinzip für reflexartiges Losagieren von Blues Rock-Gitarrenfricklern der Marke King, Collins, Clapton, Bonamassa & Co. prädestiniert sind.

Ganz schön finde ich, wie hier der Unterschied, und das gleich an vier Beispielen, zwischen einer anmutenden Schmuse-Blues-Ballade und einem Slow Blues aufgezeigt wird.

Während sich „In My Dreams“ und „Love Can Make A Fool Of You“ mit ihren pathetisch-hymnischen E-Hooks und -Soli im klaren Fahrwasser des Megahits „Still Got The Blues“ bewegen, und eher auf die Emotionen des Hörers fokussiert sind, stehen beim Titelstück sowie dem abschließenden starken „Living With The Blues“ eher die Emotionen des Künstlers selbst im Vordergrund, die sich mittels besonders schmerzlichem Gesang und tiefgreifendem E-Gitarrenspiel ausdrücken.

Nicht zu vergessen noch die zwei Tracks, die für unsere Klientel besonders interessant erscheinen: zum einen das texas-bluesige „Looking At Your Picture“, bei dem dezente Reminiszenzen Richtung SRV, Arc Angels oder Storyville geweckt werden, zum anderen das in bester ABB-/Gregg Allman-Manier southern-bluesige „Done Somebody Wrong“, bei dem Moore auch seine Slide-Qualitäten auspackt.

Somit erweist sich „How Blue Can You Get“ ebenso als schöne Zugabe für Gary Moore-Fans und -Sammler wie auch für Liebhaber der klassischen Ikonen des Blues, beziehungsweise des Blues Rocks. Insgesamt eine wirklich schöne Erinnerung an den Nordiren.

Label: Mascot Label Group (2021)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. I’m Tore Down
02. Steppin‘ Out
03. In My Dreams
04. How Blue Can You Get
05. Looking At Your Picture
06. Love Can Make A Fool Of You
07. Done Somebody Wrong
08. Living With The Blues

Mascot Label Group
Another Dimension

Ashley Monroe – Rosegold – CD-Review

cover Ashley Monroe - Rosegold 300

Review: Stephan Skolarski

Schon als Teenager war die US-amerikanische Singer-/Songwriterin Ashley Monroe nach Nashville gekommen und hatte in kurzer Zeit und mit ausgereiften Eigenkompositionen das Interesse namhafter Künstler geweckt. Sogar Carrie Underwood, Guy Clark und Miranda Lambert nahmen ihre Songs auf und begründeten Monroes hervorragenden Ruf und eigene musikalische Handschrift. Inzwischen zählt sie zu den angesehensten, „most powerfull female“ Top-Acts in Music-City.

Zusammen mit Lambert und Angaleena Presley ist Ashley Monroe seit 2011 Teil des Country-Trios Pistol Annies und konnte mit ihnen seitdem zwei Nr. 1 Longplayer auf die Billboard-Liste bringen. Eine Reihe weiterer Kooperationen, z. B. ein Gastauftritt bei Jack Whites (Ex-White Stripes) Third Man Band („Old Enough“) waren sehr erfolgreich, sodass sich Monroe ein originelles Hit-Geschenk („Bruises“) an die hierzulande auch mit Chart-Erfolgen („Hey, Soul Sister“ oder „Drive By“) bekannte, kalifornische Gruppe Train leisten konnte.

Die eigenen Solo-Ambitionen hat die 34-jährige trotzdem nicht vernachlässigt. Nach „Sparrow“ (2018) erscheint nun ihr neues Album „Rosegold“ (am 30. April). Sie verarbeitet darin ihre Eindrücke und meint damit, die Welt durch eine rosarote Brille zu betrachten, also eine optimistische Sicht auf die Dinge zu nehmen, die uns begegnen.

Die aktuelle Scheibe spiegelt jedoch auch Ashley Monroes Leidenschaft, in ihren Songs bittersüße Melodien und romantische Themen auszudrücken, die wie im ersten Titel „Siren“ oder dem zärtlichen „Til It Breaks“ eigenwillig und zugleich charmant berühren können. Zerbrechliche Klangfarben bilden durchgängig den Rahmen für die akustischen Arrangements und vielschichtigen Kompositionen, von denen die Stücke „Drive“ und „Gold“ charakteristische Eigenheiten des Albums vorzeigen.

Die von Monroe mit verschiedenen Co-Writern und Tyler Cain produzierten zehn Lieder bilden individuelle („Groove“) und experimentelle („I Mean It“) Songs, die von der charismatischen Interpretin als Zeichen ihrer persönlichen „Transformation“ zum Abschluss („The New Me“) in ein neues „Ich“, in einen neuen Anfang übertragen werden.

Ashley Monroe hat mit ihrem couragierten 5. Album „Rosegold“ ein musikalisches Ausrufezeichen im Modern-Country-Style gesetzt: filigrane, traurig-schöne Harmonien mit poetischen Texten, die ihre melodiöse Botschaft als Gesamtkunstwerk bittersweet und rosarot beschreiben. Ein Longplayer, der seine Ausstrahlung Track by Track intensiv und vielfältig erschließt – aber eben durch diese rosaroten Gläser einer Sonnenbrille.

Mountainrose Sparrow (2021)
Stil: Country

Tracks:
01. Siren
02. Silk
03. Gold
04. See
05. Drive
06. Flying
07. Groove
08. Til It Breaks
09. I Mean It
10. The New Me

Ashley Monroe
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Oktober Promotion

Brett Kissel – What Is Life? – CD-Review

0 - What Is Life - CoverArt

Der in seinem Heimatland Kanada enorm erfolgreiche Brett Kissel (mittlerweile allerdings in Nashville lebend), ist nicht nur ein guter Musiker und Songwriter, an ihm scheint wohl auch ein tiefgründiger Philosoph verloren gegangen zu sein. Auf seinem neuen Album befasst er sich mit einer der zentralen Menschheitsfragen „What Is Life?“, oder besser gesagt, wohl damit, was ein solches lebenswert macht.

Antworten dazu finden sich bereits in seinem gesprochenen Prolog zu Beginn, aber auch in manchen Songs. Klar zum Ausdruck kommt, dass für Brett seine Familie die wesentliche Rolle spielt, nicht ohne Stolz gewährt er hier seinen drei Kindern und der Ehefrau mittels kleiner Sprech-Intermezzi zwischen den Liedern, so etwas wie eine kleine Teilhabe an seinem Schaffen.

Rein musikalisch betrachtet, bleiben dann zehn Stücke über, die deutlich offerieren, warum Kissel, der in Kanada in letzter Zeit fast alles an Preisen (u. a. JUNO-Award, CCMA Awards) abgeräumt hat und seitens der Presse als ‚The New King of Canadian Country‘ betitelt wird, schon US-Mega-Größen wie Brad Paisley oder Garth Brooks supportet hat.

Als Bezugsgrößen fallen mir im US-Bereich aber eher moderne Interpreten wie Keith Urban (vor allem der Opener „Make A Life, Not A Living“), Sam Hunt & Co. ein, auf kanadischer Seite sehe ich ihn in ähnlichen Regionen wie z. B. die dortigen Kollegen Tebey oder Doc Walker.

Press (5)Mir gefallen besonders die relativ gitarrenlastigen Tracks wie „Night In The Life“ (da gibt es sogar ein kurze Twin-E-Passage, die an die guten alten Thin Lizzy erinnert) oder „Slidin’ Your Way“, wo dann dem Titel entsprechend, mittels Dobro geslidet wird. Toll auch das vorwiegend zurückgenommene, von Moll-Piano-Klängen und dezenten Streichern begleitete „From This Day Forward“, bei dem sich Kissels gute Stimme besonders herauskristallisieren kann.

Am Ende stellt er beim Abschlusstrack und quasi Abschlussfazit zugleich, „Kindness“ (nur Gesang, begleitet von einer Akustikgitarre), mit den Worten „if kindness is contagious“ die Hypothese in den Raum, dass bei einer herzlichen Erziehung oder Verhaltensweise, auf dieser Welt kein Platz für Hass und die daraus dementsprechend negativen Folgen resultieren würden.

Damit hat er unbestritten recht, ich gehe da persönlich sogar noch etwas weiter, wenn die reichen und mächtigen Bestimmer dieser Erde, sich nicht so egoistisch, beziehungsweise asozial verhalten würden, wäre ein noch größerer Schritt in die richtige Richtung vollzogen. Aber in diesen Sphären sind Begriffe wie ‚Teilen‘ oder ‚Verzichten‘ ja bekanntlich von vorne herein Fremdworte, da führt man lieber Krieg und gibt keine Ruhe, bis man auch den letzten potentiellen Widersacher aus dem Weg geräumt hat.

Aber das Abschlussfazit soll natürlich musikalischer Natur und dem Protagonisten vorbehalten sein. Der in unseren Breitengraden vermutlich noch nicht so bekannte Brett Kissel liefert auf seinem aktuellen Longplayer „What Is Life?“ zehn schön ins Ohr gehende, melodische, knackig und lebhaft produzierte New Country-Stücke, die sein erfolgreiches Standing von Kanada bis nach Nashville hin festigen, gegebenenfalls sogar ausbauen werden. Somit also auch ein heißer Tipp für die New Country-Fan-Gemeinde in unserem Land!

Warner Music Canada (2021)
Stil: New Country

01. What Is Life? – A Perspective
02. Make A Life, Not A Living
03. Die To Go Home
04. From Aria (Interlude)
05. Down To Earth
06. Better Bad Idea
07. Night In The Life
08. From Leo (Interlude)
09. Everything In The Rearview
10. Slidin’ Your Way
11. Without
12. From This Day Forward
13. From Mila (Interlude)
14. Kindness

Brett Kissel
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Aristo Media Group

Eric Church – CD-Gewinnspiel

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Das Eric Church-Gewinnspiel ist beendet. Die Lösung lautet ‚Church Choir‘.

Sounds Of South, Oktober Promotion und Universal Music gratulieren folgendem Gewinner:

Michael Ludwig

Lieber Michael, du bekommst das Werk zeitnah zugeschickt!

Wir wünschen viel Spaß damit!

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Der amtierende CMA Entertainer des Jahres, Eric Church, hat nicht locker gelassen und präsentiert mit „Heart & Soul“ ein opulentes Werk, das satte 24 Tracks aufweist.

In Zusammenarbeit mit Oktober Promotion und Universal Music verlosen wir jeweils ein CD-Exemplar von der „Heart“- und der „Soul“-Variante in Kombination (die „&“-Version ist ja nur als Vinyl für den Fanclub vorbehalten).

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie wird die spezielle Fan-Gemeinde von Eric Church betitelt?

a) Church Bells
b) Church Choir
c) Church Circuit

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 28.04.2021 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine(n) Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der Doppel-CD beliefert wird.

Eric Church
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Oktober Promotion
Universal Music Group

Steve Cropper – Fire It Up – CD-Review

Steve Cropper Fire It Up Albumcover

Review: Jörg Schneider

Steve Cropper dürfte wahrscheinlich nur einem sehr kleinen Kreis interessierter Leute als Musiker bekannt sein. Gleichwohl hat er sich in den mehr als letzten 60 Jahren als Soulgitarrist und auch als Produzent und Songschreiber einen Namen gemacht. Bei Booker T. & The MG’s spielte er in deren Evergreen „Green Onions“ die Gitarre und war später auch Gründungsmitglied der Blues Brothers. Auch die Hits „Midnight Hour“ (Wilson Pickett), „Sitting On The Dock Of The Bay“ (Otis Redding) oder „Soul Man“ (Sam and Dave) und andere Soul Hits gehen auf sein Mitwirken als Komponist zurück und vom Rolling Stone Magazin wurde er in die Top 40 der größten Gitarristen aller Zeiten aufgenommen.

Mit „Fire It Up“ bringt Steve Cropper nun tatsächlich sein erstes Soloalbum seit 1967 auf den Markt. Und natürlich enthält es lauter Soul-Titel, insgesamt dreizehn Stück. Das 2011 erschienene Album „Dedicated: A Salute To The 5 Royales Songs“ war eher ein gemeinsames Werk mit BB King, Steve Winwood, Brian May u. v. a.

Es startet und endet mit „Bush Hog“, ein soulig-funkiges Instrumentalstück, genau so frisch und ganz im Stil der MG’s, wie er auch – für die Älteren unter uns – auf seinem erstem Soloalbum „With A Little Help From My Friends“ aus dem Jahr 1967 zu hören ist. Der Titelsong „Fire It Up“ mit seinem typischen R&B-Rhythmus, zündenden Bläsersätzen und dem, ein wenig an den bereits erwähnten Kulthit „Soul Man“ erinnernden Intro, ist ein Energielieferant ersten Grades mit einem grandiosen Robert C. Reale als Sänger.

Beruhigend hingegen ist „One Good Turn“, der Song fließt mit einer 60’er Jahre- Attitude gemächlich von Note zu Note dahin mit einem warmen Gitarrensolo in der Songmitte, gefolgt von „I’m Not Havin’ It“, einem kraftvollen Midtempostück. Auch „Out Of Love“ kommt ganz im Stil des Soul der 60’er Jahre daher. Mit dem am klassischen R&B orientierten, aber etwas ungeschliffener klingenden “Far Away“ hatte Cropper die Veröffentlichung seines neuen Albums angekündigt. Es wird getragen von souligen Bläser-Riffs und schwingenden Keyboardeinlagen.

Auch die nachfolgenden Songs „Say You Don’t Know Me“, “She’s So Fine“ (etwas flotter und treibender), „Two Wrongs“ (bluesiger) und „Heartbreak Street“ bleiben dem bekannten Soulstil treu. Gleiches gilt für „The Go-Getter Is Gone“, es klingt aber durch die stakkatohaften Pianoeinlagen etwas mehr nach Rock ’n’ Roll.

Schließlich endet das Album mit einem Doule-Feature des bereits eingangs gespielten „Bush Hog“. Unwillkürlich fragt man sich nun, ob Cropper hier nach elf durchaus schwungvollen, groovenden und tanzbaren Nummern das Material oder die Ideen ausgegangen sind. Schade an sich. Da hätte mehr kommen können.

Steve Cropper war und ist ein Meister des Soul und sein Album ist insgesamt eine tolle Reminiszenz an diese Zeit. Von daher dürfte die Scheibe aber eher für die Junggebliebenen unter uns interessant sein, deren musikalische Prägephase in den 60’ger Jahren des letzten Jahrhunderts stattgefunden hat. Freunde des Southern Rock oder reinen Blues werden hier also nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen.

An alle Soulfreaks: Das Album ist ab heute, den 23. April 2021, im Handel erhältlich.

Label: Mascot Label Group (2021)
Stil: Soul

Tracks:
01. Bush Hog Part 1
02. Fire It Up
03. One Good Turn
04. I’m Not Havin’ It
05. Out Of Love
06. Far Away
07. Say You Don’t Know Me
08. She’s So Fine
09. Two Wrongs
10. Heartbreak Street
11. The Go-Getter Is Gone
12. Bush Hog Part 2
13. Bush Hog

Steve Cropper
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Mascot Label Group
Another Dimension

Todd Snider – First Agnostic Church Of Hope And Wonder – CD-Review

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Review: Michael Segets

Von der Kritik wird häufig gelobt, wenn Musiker sich in neue Gefilde vorwagen und so ihre musikalische Bandbreite erweitern. Für den Künstler ist es sicherlich auch wichtig, mit neuen Einflüssen zu experimentieren und die Ausdruckformen zu variieren. Für mich als Rezipienten frage ich mich manchmal, warum etwas, das gut ist, verändert werden soll. Aber vielleicht gehöre ich ja auch zu einer Minderheit, wenn ich denke, dass drei Akkorde für einen guten Song prinzipiell ausreichen, solange er eine Stimmung und Message transportiert.

Todd Snider behält die Qualität seiner Texte bei „First Agnostic Church Of Hope And Wonder“ bei, schlägt aber neue musikalische Wege ein. Snider experimentiert mit einer Spielart des Schlagzeugs, die dem Funk entliehen und auch im Reggea anzutreffen ist. Auf der Suche nach einem Drummer, der diesen als Fatback bezeichneten Stil beherrscht, stieß er auf Robbie Crowell. Das Spiel mit dem Rhythmus prägt dann auch die CD, was bereits beim Einstieg deutlich wird. „Turn Me Loose (I’ll Never Be the Same)“ kommt als bluesiger Jam mit Funk-Einschlag daher.

Bei den beiden folgenden Tracks „The Get Together“ und „Never Let A Day Go By“ frönt Snider dem Sprechgesang, wenn auch in zwei unterschiedlichen Varianten. Auf die Spitze treibt er ihn bei „Agnostic Preacher’s Lament“. Bereits auf seinem Album aus dem Jahr 2019 „Cash Cabin Sessions Vol. 3“ streute Snider eher gesprochene Songs ein, von denen ich kein Fan bin. Der Folkeinschlag dieser CD findet mit „Sail On, My Friend” seine Fortsetzung, wobei der entspannte Titel sehr schön mit einer Mundharmonika einsteigt. Die erste Single täuscht über die Grundausrichtung des neuen Werks allerdings etwas hinweg.

In die gleiche Kerbe wie die Anfangsstücke schlägt „That Great Pacific Garbage Patch“ sowie der Abschluss „The Resignation Vs. The Comeback Special” – beide angereichert durch experimentellere Instrumentalpassagen. Nahezu durchgängig fällt der Backgroundgesang auf, den Snider selbst beisteuert. Snider spielt ebenso die meisten Instrumente. Lediglich Robbie Crowell ist für das Schlagzeug und Percussion engagiert. Tchad Blake leistet zudem noch Feinarbeit, z. B. durch die Tuba bei „Handsome John“. Durch die Tuba erhält der Titel, der hauptsächlich durch das Klavier getragen wird, eine sakrale Atmosphäre, zumal Snider hier auf Schlagzeug oder Percussion verzichtet. Mit der Ballade erinnert Snider an John Prine, den er lange kannte und für den er einige Shows eröffnete. Der Track stellt den Höhepunkt des Albums dar.

Daneben ist noch „Battle Hymn Of The Album“ auf der Habenseite zu verbuchen. Den Song schrieb Snider mit John Carter Cash. Die der Marschmusik entliehenen Trommelwirbel, zusammen mit dem Call And Response zwischen Lead- und Backgroundgesang, heben den Track von den anderen ab. Unruhige Rhythmen, das abrupte Beenden sowie das Runter- und wieder Hochsteuern dominieren neben klangtechnischen Spielereien den Gesamteindruck von seinem neuen Werk.

Todd Snider hat herausragende Songs in seinem Repertoire, auch wenn die meisten Alben von ihm nicht durchgängig begeistern. „First Agnostic Church Of Hope And Wonder” bildet da keine Ausnahme. Dass er sich verstärkt Elementen aus dem Funk zu- und von der Roots Musik abwendet, mag progressiv sein, führt aber dazu, dass insgesamt die Anzahl seiner Treffer sinkt.

Aimless Records – Thirty Tigers/Membran (2021)
Stil: Americana and more

Tracks:
01. Turn Me Loose (I’ll Never Be The Same)
02. The Get Together
03. Never Let A Day Go By
04. That Great Pacific Garbage Patch
05. Handsome John
06. Sail On, My Friend
07. Battle Hymn Of The Album
08. Stoner Yodel Number One
09. Agnostic Preacher’s Lament
10. The Resignation Vs. The Comeback Special

Todd Snider
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Thirty Tigers
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Buckskin Whiskey – Roll On – Digital EP-Review

Buckskin-EP-FINAL-ART

Mit Buckskin Whiskey haben wir es mit noch einem recht jungen Southern-Act zu tun. Gegründet 2019 in South of central Pennsylvania, nimmt das Sextett, bestehend aus Dan Almoney – drums, Zach Beers – guitars / vocals, Alex Cassel – keys / vocals, Koedee Gordon – guitars / steel guitar, Josh Saussaman – vocals / acoustic guitar und Bryan Sentz – bass, vocals, mit einer 5-Song-EP namens „Roll On“ jetzt erstmals Fahrt auf.

Den Bandname brachte Sänger Josh Saussaman auf Nachfrage so ins Spiel: „Buckskin Whiskey is a personal tribute to my friend that passed in ‘17. Before he passed we shot and skinned a buck together that was my favorite memory of him and we liked to drink whiskey… that’s how we got the name.“

Buckskin Whiskey StudioIm Anforderungsprofil des Sechsers scheint neben dem perfekten Beherrschen des klassischen großen Southern Rock-Einmaleins, auch ein üppiger Bartwuchs im seitlichen und unteren Bereich des Wangenknochens gestanden zu haben, sämtliche Herren können hier mit einer dementsprechend typischen Behaarung aufwarten.

Das von Logan Summey und der Band zusammen knackig und klar produzierte Werk bietet den geliebten E-Gitarren-orientierten Southern Rock, den man von (früheren) Stargruppen des Genres kennt und was ihnen schon jetzt Komplimente wie „like a modern Lynyrd Skynyrd“ oder „right there with Hogjaw and Whiskey Myers“ einbrachte. Ich denke, nicht schlecht für den Anfang.

Vielleicht nicht ganz ein Alleinstellungsmerkmal, aber doch eine gewisse Besonderheit, verleiht dem Stil die Stimme von Sänger Josh Saussaman, die eher im Outlaw Country verwurzelt erscheint und im Ergebnis eine sehr authentische Symbiose ergibt. Auch die wohl-dosierten Steel-Tupfer von Koedee Gordon und das variable Tastenwirken (von raunzenden Orgel- bis klimprigen Piano-Einlagen) von Alex Cassel haben ihren Reiz.

Ansonsten knarzen, klirren, fiepen, heulen und sliden die E-Gitarren bis zum Abwinken, da ist jeder Southern Rock-Freund, das kann ich jetzt schon versprechen, im absoluten Freudentaumel.

Leider nur beim starken Opener „Sleeping Around“ (dezentes „It’s All Over Now“-Flair) kommen durch die Damen Laura Mae, Corina Aucker und Amber Adams, auch klasse weibliche Background vocals zum Einsatz. Diese Zusatztrumpfkarte darf man in Zukunft auch gerne öfter ausspielen.

Neben dem, mit schönen Tempowechseln bestückten Southern-Schunkler „Simple Kinda Life“ und dem lebhaften Boogie „Outta Tennessee“ (da verschmelzen Songmuster von alt-bekannten Südstaaten-Tracks wie „Southbound“, „T For Texas“, „Swamp Music“, „Penthouse Pauper“, „Call Me The Breeze“, etc.), hat auch eine gewisse epische Note (wie zuletzt toll auch von den Steel Woods praktiziert) ihren Raum.

Zu erkennen beim inbrünstigen „Hell Hounds Of El Dorado“ (mit passend zum Titel eingeflochtenem Hundegejaule) oder dem, an Hatchets „The Journey“ angelehnten und überragendem Titelstück „Roll On“ am Ende. Jungs, bitte mehr davon.

Mit dem Debütwerk „Roll On“ von Buckskin Whiskey kommt was echt Spannendes ins Rollen. Eine typische Band, die alte Southern-Liedgut-Elemente mit neuen eigenen Ideen versetzt und mit sehr viel spürbarer Spielfreude verknüpft. Musik, die in unseren etablierten europäischen und deutschen Locations, falls mal wieder irgendwann ein normales Musikleben möglich ist, sicherlich sehr willkommen geheißen würde.

Übrigens, meiner Meinung nach, ähnlich wie Acts der Marke Hogjaw, Robert Jon & The Wreck & Co., auch prächtig für das Portfolio der Tour-Spezialisten von Teenage Head Music prädestiniert. CEO Manny Montana, bitte übernehmen!

Eigenproduktion (2021)
Stil: Southern Rock

01. Sleeping Around
02. Hell Hounds Of El Dorado
03. Simple Kinda Life
04. Outta Tennessee
05. Roll On

Buckskin Whiskey
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