Blues Night – Leverkusener Jazztage – 07.11.2018, Leverkusen, Forum – Festivalbericht

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Kaum zu glauben, aber die Leverkusener Jazztage feiern dieses Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum. Eine Veranstaltungsreihe, die sich über die Zeit einen großen Nahmen gemacht hat und aus dem Musikkalender auch für den WDR-Rockpalast nicht mehr wegzudenken ist. Großartige Jazzmusiker haben hier in den Jahren ein Gastspiel abgeliefert, aber auch andere Musiksparten wurden in die Jazztage integriert. So stellt auch die Blues Night einen festen Bestandteil dar, die auch wieder vom Rockpalast aufgezeichnet wurde und am 25.11.2019 von 00:45 – 4:15 Uhr ausgestrahlt wird. Das Programm hatte es in sich und es verdient in dieser Form festgehalten zu werden.

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Pünktlich, wie im Programm angekündigt, wurde die erste Band vorgestellt und Eamonn McCormack betrat mit seinen beiden jungen Bandmitgliedern Edgar Karg am Bass und Max Jung-Poppe an den Drums die Bühne des gut gefüllten Forums. Der mittlerweile 57-jährige Gitarrist aus Dublin mag für viele ein unbeschriebenes Blatt sein. Dass es sich aber um einen großartigen Blueskünstler handelt, bewies er schon in der Vergangenheit, als er mit Größen wie Rory Gallagher, Nils Lofgren, aber auch unter dem Pseudonym Samuel-Eddy für ZZ Top und Robert Plant, Konzerte eröffnete.

Seine „Liebe“ zur Musik von Rory Gallagher, war während der ganzen Show erkennbar, was auch an den gemeinsamen irischen Wurzeln liegen mag. In den 30 Minuten, die ihm zur Verfügung standen, lieferte er mit seinen Jungs einen starken Blues Rock-Auftritt, der auch beim Publikum entsprechend ankam. Den Beginn bestritt er mit „From Town To Town“ vom aktuellen Album „Like There’s No Tomorrow“, in dem er seine eigene Reise als Musiker von Dublin bis nach Memphis beschreibt. Die folgenden Lieder, „Down And Out“, „Funkytown“ und „Heal My Faith“, alle mit treibender Rhythmussektion und hart gespielten Soli im Stile Gallaghers, mündeten schließlich in „Falsely Accused“, in dem auch Rory mal als Gastmusiker seinen Anteil hatte, aber alle aus der Feder McCormacks stammten.

Fast logische Konsequenz war, dass zum Abschluss des Auftritts mit „Shadow Play“ ein Song von gecovert wurde, der scheinbar wie ein Schatten über die Bühne geschwebt war. In einem Gespräch mit McCormack und Jung-Puppe nach dem Konzert, schilderten diese noch einmal die besondere Atmosphäre der gut besuchten Show und die daraus resultierende Spielfreude, die ihnen aber auch zu jedem Moment des Konzertes anzumerken war. Nach der Show nahm sich McCormack ausgiebig Zeit, um am gut besuchten Merchandising-Stand den Fans, von denen er an diesem Abend mit Sicherheit einige hinzugewonnen hatte, zur Verfügung zu stehen.

Line-up Eammon McCormack:
Eamonn McCormack (lead vocals, electric guitars)
Eddy Karg (bass)
Max Jung Poppe (drums)

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Nach einer kurzen Umbauphase, an dieser Stelle kann schon einmal die gut geplante Organisation hervorgehoben werden (die Sets begannen fast minutengenau wie geplant), wurde dann die Kris Barras Band angekündigt. Die Briten legten gleich, mit „Ignite (Light It Up)“ und „Counterfeit People“ los wie die Feuerwehr. Der Beginn war somit identisch mit einem Konzert, vor einigen Wochen in Dortmund, was aber auch nicht verwunderlich ist, da der Auftritt praktisch im Rahmen der eigenen Tour stattfand und der junge Brite auch erst sein zweites Album herausgebracht hat. Für den heutigen Abend hatte er danach aber dann einige Songs ausgetauscht.

So brachte er mit „I Got Time“ ein Stück mit einem gehörigen Southern-Flair auf die Bretter. Mit „What You Get“ und „Vegas Son“ folgten noch einmal zwei krachend vorgetragene Tracks des aktuellen Werks, bei denen der am Bass wild posende Elliott Blackler und Billy Hammett an den Drums, wie ein Derwisch spielend, eine Basis legten, die Josiah J. Manning mit zum Teil virtuosen Keyboardspiel füllte. Einer der Höhepunkte eines starken Konzertes folgte dann mit „Watching Over Me“, einer Hommage an seinen Vater, bei der Barras sich in Soli sprichwörtlich die Seele aus dem Leib spielte, um in einem Moment scheinbar in sich gekehrt in Richtung Himmel zu zeigen, von wo aus sein Vater, dem Titel des Liedes nach, ein Auge auf ihn wirft.

Bluesig bis hart rockend ging es dann mit „Not Fading“ weiter, um mit „Devil’s Done Right“, Blues und Boogie im Stile von ZZ Top zu performen.
„Lovers Or Loosers“ leitete Manning mit einem psychedelischen Keyboard-Intro ein, in das Barras dann südstaaten-ähnlich seine Gitarre einspielte um kurz vor dem Finale etwas Dampf aus dem Kessel zu nehmen. Ähnlich, mit starken Slide Einlagen, folgte als erste Zugabe mit „Hail Mary“ ein Song, der auch Südstaatenrockern gut zu Gesicht gestanden hätte.

Das Finale Furioso war dann eine scheinbar nicht endende Version von „Going Down“, mit furiosen Gitarrensoli, Bassläufen, krachenden Drums und zünftigen Keyboardeinlagen. Nach etwa einer Stunde verabschiedete sich dann eine bestens aufgelegte Kris Barras Band von begeisterten Publikum. Es ist erstaunlich, mit welcher Bühnenpräsenz der junge Brite, der erst wenige Jahre im Musikgeschäft ist, einen Draht zum Publikum herstellt und auch jedem seiner Mitstreiter die Räume gibt, sich zu präsentieren, sodass der Name ‚Band‘ in diesem Fall absolut zutreffend ist. Wie McCormack nahm sich auch Barras nach dem Konzert ausgiebig Zeit für die Fans, die zahlreich am Merchandising-Stand warteten.

Line-up Kris Barras Band:
Kris Barras (lead vocals, electric guitar)
Elliott Blackler (bass, vocals)
Josiah J. Manning (keys, vocals)
Billy Hammett (drums)

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Um 21:45 betrat dann der Main-Act, Kenny Wayne Shepherd, diesmal im Vergleich zum Konzert im Sommer mit Beth Hart, mit „Bigband“ die Bühne. Zur bekannten Besetzung mit Noah Hunt (guitar, vocals), Scott Nelson (bass), Joe Krown (keyboards) und Chris Layton (drums) gesellten sich an diesem Abend noch Joe Sublett (saxophone) und Mark Pender (trumpet) hinzu. Diesmal ergänzte Shepherd die Setlist um einige Songs, da ihm als Headliner ein größerer Spielraum gegönnt wurde.

Nach einem dramaturgischen Intro vom Band mit Bandvorstellung ließ Shepherd in dieses tiefe Töne seiner Gitarre klingen, sodass man diese scheinbar am Körper spüren konnte, um dann mit „Woman Like You“ die Show zu eröffnen. Durch die Bläsersektion wurde der Sound noch voluminöser als er ohnehin schon war. Nachdem ein sichtlich gut gelaunter Protagonist das Leverkusener Publikum begrüßt hatte, legte er den von Neil Young geschriebenen Buffalo Springfield-Klassiker „Mr. Soul“ in einer harten bluesrockigen Version nach.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt hatte die Band die Fans hinter sich gebracht. Neben dem wie gewohnt starken Gitarrenspiel Shepherds, konnte auch Noah Hunt gesanglich voll überzeugen. Im weiteren Verlauf unterstützte er Shepherd, der dann auch in vielen Songs den Leadgesang übernahm, sowohl an der elektrischen als auch der akustischen Gitarre. Über die spielerische Klasse Laytons an den Drums Worte zu verlieren erübrigt sich. Diese bewies er schon an der Seite von Stevie Ray Vaughan in Band sowie Storyville oder Arc Angels, etc. und bot Shepherd zusammen mit Scott Nelson, der den Bass auf den Punkt brachte, die Grundlage, sich in vielen der Songs an der Gitarre auszutoben, was er beim knüppelhart performten „Long Time Running“ auch entsprechend tat.

Bei „I Want You“ hatte dann Keyboarder Joe Krown seinen ersten ganz großen Auftritt mit einem überzeugenden Honkytonk-Solo. Ganz stark das folgende „Diamonds & Gold“ mit treibenden Rhythmus, einer fast singenden Gitarre Shepherds und starken Rhythmusspiel von Hunt, der sich dazu die Gitarre umgeschnallt hatte. Hervorzuheben auch der wechselweise Gesang der beiden Genannten. Beim Elmore James-Cover „Talk To Me Baby“ wurde es dann richtig bluesig und Joe Sublett am Saxofon und Mark Fender an der Trompete sorgten für regelrechtes Bigband-Feeling, was das Publikum sichtlich begeisterte.

Mit „Heat Of The Sun“ und „Down For Love“ wurde es etwas ruhiger und leichtes Southern-Luft erfüllte das Forum, welches sich bei „Turn To Stone“ fortsetzte und nur durch den Slowblues „Shame, Shame, Shame“ (natürlich mit brachialem Gitarrensolo endend) kurz unterbrochen wurde. Darauf verließ die Band die Bühne, um nach frenetischem Applaus, für insgesamt drei Zugaben noch einmal zurückzukommen.

Das Southern-lastigen „Blue On Black“, wieder mit starken Soloeinlagen Shepherds, sowie das treibende „I’m A King Bee“ (toller Gesang von Noah Hunt) leitete dann ein furioses Finale ein. In einer ausgedehnten Version des Jimi Hendrix-Klassikers „Voodoo Child (Slight Return)“ entfachte Shepherd brachiale Soli, die er bildlich in Richtung Publikum abfeuerte. Seine furiose Bläsersektion, Krown mit Soloeinlagen am Keyboard und die stampfende Rhythmussektion um Layton und Nelson, erstürmten die Halle regelrecht. Das danach nichts mehr kommen konnte, war eigentlich jedem klar.

Line-up Kenny Wayne Shepherd:
Kenny Wayne Shepherd (electric guitar, vocals, lead vocals)
Noah Hunt (lead vocals, electric and acoustic guitar, percussion)
Joe Krown (keys)
Scott Nelson (bass)
Chris Layton (drums)
Joe Sublett (saxophone)
Mark Pender (trumpet)

Fazit: Dem Team um Fabian Stiens ist es gelungen, hochkarätige Künstler für diesen Abend zu gewinnen, die, auch wenn der Blues verschieden interpretiert wurde, gut zusammen passten. So kam es nicht zu Brüchen im Festival. Auffallend war ein sehr präsentes, immer zuvorkommendes Team, was einen fast familiären Charakter entstehen ließ. Einen großen Anteil an der gelungenen Veranstaltung hatten natürlich auch die bestens aufgelegten Künstler und ein Publikum, das sich durchaus anspornend auf die Musiker auswirkte. Ein Lob auch an die Soundtechniker, die einen gut differenzierten Sound in die Halle brachten und die Lichttechniker, die mit abwechslungsreichen Effekten, auch optisch unterstützten.

Ein Dank an Shooter Promotions und Fabian Stiens für die Akkreditierung und die Möglichkeit sich zum Fotografieren recht uneingeschränkt bewegen zu können, dass es gar nicht nötig war, aus dem abgesperrten Bereich vor der Bühne zu agieren, wo man dann eher die Kamaeraleute des Rockpalast gestört hätte, da das Forum mit seiner terassenförmigen Architektur auch so viele Möglichkeiten bietet.

Bilder und Bericht: Gernot Mangold

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The Kris Barras Band
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Kenny Wayne Shepherd
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Shooter Promotions
Leverkusener Jazztage

Kris Barras Band – 25.09.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Kris Barras wird seit einigen Jahren vom, in Blues Rock-Kreisen namhaften Mascot/Provogue-Label, bei dem ja auch so prominente Interpreten wie Joe Bonamassa, Beth Hart, Walter Trout, etc. unter Vertrag stehen, behutsam aufgebaut.

Als Leadsänger der ebenfalls schillernd besetzten Supersonic Blues Machine (u.a. mit Fabrizio Grossi, Kenny Aronoff, Billy Gibbons), wurde er bei uns der breiteren Masse vorgestellt.

Beim Rockin The Blues Festival ist er als Anheizer für Walter Trout und Jonny Lang eindesetzt worden. In dieser Zeit hat er sich ohne Murren in den Dienst der Sache gestellt und sich mit den beiden starken Alben „The Divine And Dirty“ und dem brandaktuellen „Light It Up“ sukzessive weiterentwickelt.

Nun ist aber die Zeit gekommen, den Briten mit diesem aktuellen Werk, eigenständig durch Europa zu schicken. Für einen Debüt-Gig mitten in der Woche, war das Musiktheater Piano mit ca. 120 Leuten akzeptabel besucht. Dem Barras- Quartett, mit dem wieder breitwandig posierenden Bassisten Elliott Blackler(seinen Tieftöner meist mit Plektron bearbeitend), Keyboarder Josiah J. Manning und neu-Drummer Billy Hammett, wurde ein warmherziger Empfang beschert.

Zu pünktlichem Beginn um 20:00 Uhr legten Barras & Co. mit dem Titelstück „Ignite“ (Light It Up“) und „Counterfeit People“ direkt wie Rock-Feuerwehr los.

„Dass der mit seinen Tattoos archaisch anmutende Fronter Rock ’n‘ Roll im Blut hat, untermauerte dann der nächste Track „Rock ’n‘ Roll Is Running Through My Veins“ glaubwürdig. Aber auch dezente Southern Rock-Gene, wie es sein schönes E-Gitarren-Solo bei „What A Way To Go“ an den Tag legte.

Eines meiner Lieblingsstücke, das danach eigentlich geplant war, „Propnane“, klemmte sich die Band und legte mit der aktuellen Single „What You Get“ und „Vegas Son“ noch zwei Stücke vom neuen Silberling nach.

Der neue Drummer Billy Hammett durfte dann mit Klatsch-Unterstützung des Publikums kurz seine Trommel-Koordinationsfähigkeiten zur Schau stellen. Nach dem mit dezentem Texas-Flair rüberkommenden „I’m Gone“ wurde es dann persönlich.

Bei „Broken Teeth“ reflektierte Kris seine Zeit als Martial-Arts Kampfsportler, wo er sich vermutlich die eine oder andere Schramme zugezogen hatte, und mit „Watching Over Me“ wurde seinem, an Krebs viel zu früh gestorbenen Vater und Mentor im musikalischen Bereich gehuldigt, was besonders im emotional performten Gitarrensolo zum Ausdruck kam.

Nach dem krawalligen „Not Fading“ und dem dem leicht ZZ Top –angehauchten „Devil’s Done Alright“ war mit dem wohl bekanntesten Lied „Hail Mary“ in einer fulminanten Version (Mitwirkung Publikum, fulminantes E-Gitarrensolo, teilweise im Auditorium zwischen den Leuten) auch schon das Ende des Haupteils erreicht.

Am Ende wurde Barras und Band dann statt dem vorgesehenen „Lovers Or Losers“ noch der Freddie King-Klassiker „Going Down“ abgerungen. Starke Szenen hatte hier auch Keyboarder Josiah J. Manning, der mir insgesamt aber zu sehr in den Hintergrund gedrängt wurde.

So war nach knapp 80 Minuten zur arbeitnehmerfreundlichen Zeit von 21:20 Uhr bereits Schluss., da hätte ich persönlich als Debütant im Hinblick auf die gute Stimmung an diesem Abend und in Sachen potentieller Folgeauftritte/Zuschauerakquise im Piano vielleicht noch zwei Stücke nachgelegt…

Line-up:
Kris Barras (lead vocals, electric guitar)
Elliott Blackler (bass, vocals)
Josiah J. Manning (keys, vocals)
Billy Hammett (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Kris Barras Band – Light It Up – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Nachdem Dudley Taft letzten Freitag (06.09.) bereits den Startschuss für eine tonangebende Blues-Rock-Woche meinerseits geliefert hat, übernimmt jetzt Kris Barras aus Devon, UK, sprichwörtlich den Staffelstab, um diese ausgelassen abzurunden. Seit einiger Zeit steht der 32-jährige Gitarrist und Sänger bei der großen Mascot Label Group unter Vertrag, bei der auch Genre-Kollegen wie Joe Bonamassa, Beth Hart, Black Stone Cherry und Kenny Wayne Shepherd sind und legt mit „Light It Up“ nun sein drittes Studioalbum vor.

Zu Beginn seiner Musikkarriere hatte er mit Schwierigkeiten zu kämpfen und somit schaffte er den eigentlichen Durchbruch erst vor drei Jahren. Aber dann ging alles ganz schnell: „Lucky 13“ (2016), „The Divine And Dirty“ (2018) heißen die Longplayer, die ihn in den Mittelpunkt der neuen britischen Blues-Szene gebracht haben. Auf der neuen Scheibe lässt er sich vom Erfolg der Vorgänger nicht blenden, sondern startet wild mit dem knackigen Opener „What You Get“ auf dem er zusätzlich von markanten Background-Sängerinnen im Refrain begleitet wird.

Bei „Vegas Son“ kann Barras nach eigener Aussage zu seinem Lieblings-Riff abrocken und auf dem folgenden „Ignite (Light It Up)“ glänzt er durch seine Gitarrenarbeit. Zu den Songs „Ignite (Light It Up)“, „What You Get“ und „Vegas Son“ wurden zusätzlich bildgewaltige Musikvideos aufgenommen, die auf YouTube zu sehen sind. Das Riff von „6AM“ geht unter die Haut und wechselt zu dem langsameren „Rain“ und das Barras angeblich in nur 20 Minuten geschrieben hat. Josiah J Manning, der Keyboard-Player und gleichzeitig auch Produzent des Albums, führt gefühlvoll durch den Song.

„Let The River Run Through You“ beweist die ganze Klasse der Kris Barras Band – begleitet von Barras Finger-picking-Style und der immer wieder als Duett aufgehenden Performance der einsetzenden Background-Sängerin. Die Dynamik verändert sich hingegen schlagartig mit der ausgefeilten und eingängigen Hook-Line von „Bullet“. Ein Stück härter geht es dann sogar noch mit dem hard-rockigen „Wound Up“ und Riff im Deep Purple-Sound.

Der Party-Rock-Song „What A Way To Go“ setzt neue Akzente für ein Blues-Album und auf „Not Fading“ besinnt er sich auf den englischen Electric-Blues-Roots der 1960er Jahre. Das hymnenartige „Pride Is Forever“ beendet das Werk. Aber auch Fans des Hard-Rock werden auf ihre Kosten kommen. Seit 2018 ist Barras auch als Frontmann der Supersonic Blues Machine aktiv und hat im Zuge dieser Formation u. a. auch zusammen mit Billy Gibbons ein Konzert in Essen absolviert (siehe in diesem Rahmen auch unser Interview mit Kris).

Kris Barras ist Teil einer jungen englischen Blues-Generation, an der wir uns in Sound-of-South immer wieder erfreuen. „Light It Up“ ist ein modernes Blues-Rock-Album, das neue Maßstäbe, insbesondere in der europäischen Blues-Szene, setzen wird. Kris Barras tourt mit seiner Band im September auf unserem Kontinent und wird seinen temperamentvollen Blues auch in Deutschland performen.

Mascot Label Group/Provogue (2019)
Stil: (Southern) Rock

01. What You Get
02. Broken Teeth
03. Vegas Son
04. Ignite (Light It Up)
05. 6AM
06. Rain
07. Counterfeit People
08. Let The River Run
09. Bullet
10. Wound Up
11. What A Way To Go
12. Not Fading
13. Pride Is Forever

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Another Dimension

Kris Barras (Supersonic Blues Machine / Kris Barras Band) – Interview

-Inti-Haupt

Mit etwa einstündiger Verspätung startete das Interview mit Kris Barras im Backstagebereich der Halle 9 auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen. 15 Minuten vor Beginn des vereinbarten Termins hatte es begonnen, wie aus Kübeln auf Essen runter zu regnen. So wurde das im Biergarten vorgesehene und vorbereitete ‚Meet & Greet‘, kurzfristig in das Restaurant des Casinos verschoben, welches auch von ‚Nichtkonzertbesuchern‘ schon gut frequentiert war. Der ganze Zeitplan war auf den Kopf gestellt. Zudem lief das ‚Meet & Greet‘ auch nicht ganz problemlos ab. Billy Gibbons ärgerte sich darüber, dass manch einer vermutlich nur deswegen erschien, um Gitarren, LPs oder anderes von ihm signieren zu lassen, diese dann zeitnah auf irgendeiner Internetplattform meistbietend zu verkaufen, sodass er Autogrammwünschen dieser Art nicht nachkam.  Die Wartezeit verkürzten wir, indem wir mit dem Eventmanger nach einem kurzen Smalltalk unsere Presseausweise abholten und dieser uns auch bat, nicht nur vom Topact, sondern auch über Chris Kramer, zu berichten. Überhaupt kann gesagt werden, dass alle Mitarbeiter vom Manager bis hin zu den Security-Leuten, aber auch den Beschäftigten der Zeche Zollverein, sehr zuvorkommend und freundlich waren und man sich als Gast fühlte. Auch die oft praktizierte 3 Stücke-Regel beim Fotografieren war kein Thema. „Du kannst mit dem Pass während des ganzen Konzertes fotografieren und dich überall frei bewegen!“ –  so die Antwort des Organisators. Auch Chris, der eigentlich schon wieder zum Hotel musste, blieb locker und zeigte sich dabei humorvoll und bodenständig. So brachte uns das, dem Zeitdruck geschuldete, eher knappe, kurze Gespräch trotzdem viel Freude. Ein Dank auch an Netinfect Promotion, die uns das Interview ermöglichten.

Nun aber zum Interview, das mit Barras etwa 90 Minuten vor Konzertbeginn stattfand.

Sounds Of South: Es ist ein aufregendes Jahr für ich, nicht wahr?

Kris Barras: Ja, es ist bisher toll verlaufen, Mein Album kam im März bei Mascot Records/Provogue heraus, es war fantastisch, ein bisschen wie ein Wirbelsturm.

Sounds Of South: Wie kam es zu deiner Verpflichtung für Supersonic Blues Machine? Auf der aktuellen CD warst du ja nicht präsent.

Kris Barras: Meine Band wurde als Support für eine ihrer Shows in London gebucht. Zu der Zeit wussten wir noch nicht, dass Lance Lopez zugunsten seiner Solo-Karriere aussteigen würde. Die Jungs schauten sich daraufhin noch ein paar Videos von mir an, wir hatten ein paar gute Gespräche, und so hatte ich den Job.

Sounds Of South: Wie sind die ersten Gigs verlaufen?

Kris Barras: Sehr gut, beim ersten Gig im Shepherd’s Bush Empire, waren viele meiner eigenen Fans zugegen, so war es natürlich eine tolle Nacht.

Sounds Of South: Warst du nervös mit solchen musikalischen Schwergewichten zusammenzuspielen oder bist du so eine ‚coole Socke‘ der sich einfach den Aufgaben stellt, so wie sie anfallen?

Kris Barras: Ja, auf jeden Fall. Vor allem als ich sie zum ersten Mal in Los Angeles traf. Ich hatte einen Jetleg, wir mussten sofort zu den Proben, aber sie sind so tolle Typen und Musiker, was es mir letztendlich ziemlich leicht machte.

Sounds Of South: Wie ist die allgemeine ‚Chemie‘ in der Band?

Kris Barras: Alle sind echt gut drauf, wir haben viel Spaß miteinander. Es ist klasse.

Sounds Of South: Kommen wir zu deiner eigenen Band. Mit „The Devine And Dirty“ hast im Frühjahr ein überragendes Album herausgebracht. Dient die SSBM-Geschichte hier in Essen auch ein wenig, um dich für kommende Auftritte in Deutschland in Stellung zu bringen? Ist schon was in Planung?

Kris Barras: Ich hoffe mal. Dieses Jahr haben wir uns hauptsächlich auf Großbritannien konzentriert, aber nächstes Jahr werden wir uns mehr außerhalb bewegen. Dann haben wir schon mal was in Deutschland vorzuweisen. Es wäre toll wieder bei euch zu spielen.

Sounds Of South: Bist du mit der Resonanz zu deiner Scheibe zufrieden? Gibt es schon Ideen für neue Songs?

Kris Barras: Die Resonanz war bis jetzt großartig, viel besser, als ich vermutet hätte. Mittlerweile schreibe ich für das nächste Album und habe schon so ungefähr zehn Stücke zusammen, die in Frage kämen. Wir werden sie im Dezember über Weihnachten aufnehmen, übrigens die einzige Zeit, wo wir nicht touren. Hoffentlich wird sie dann im nächsten Frühjahr herauskommen.

Sounds Of South: Wofür schlägt dein Herz am meisten, dem Blues-, und Southern Rock-Genre oder eher dem Melodic Rock der britischen Spielart? ich meine alle drei Stile auf deiner neuen Platte geortet zu haben.

Kris Barras: Blues- und Southernrock sind die Stile, wo ich mich persönlich einordnen würde. Ich nenne mich selber ein Kind des Blues‘. Ich bin aber auch ein großer Freund der Musik von den Allman Brothers und Lynyrd Skynyrd. Somit diese beiden Sparten im hauptsächlichen.

Sounds Of South: Was macht dir mehr Spaß: Leuten in die Visage zu hauen (Anspielung auf seine Karriere als Martial Arts-Profi), bzw. in selbige gehauen zu bekommen oder Singen und Gitarre spielen? 🙂

Kris Barras (lacht): Kommt drauf an, in welche Visage du reinschlägst… Aber Singen und Gitarre spielen natürlich.

Sounds Of South: Was gibt es über den Privat-Mensch Kris Barras zu erzählen? Bist du z. B.  in sozialen Projekten engagiert?

Kris Barras: Im Moment habe ich aufgehört, in meinem Studio verschiedene Leute und Kinder in Sachen Martial Arts zu trainieren. Wir sind so mit der Band beschäftigt – Touren, Touren, touren – da bleibt einfach keine Zeit für andere Sachen.

Sounds Of South: Wer wird Fußball-Weltmeister?

Kris Barras: Deutschland wohl nicht (lacht in Anspielung, dass Deutschland schon ausgeschieden ist), dann muss ich wohl England sagen!

Sounds Of South: Danke für das Interview!

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: It has been an exciting year for you up to now, hasn’t it?

Kris Barras: Yes, it’s been great. My album came out in March via Mascot Records/Provogue, it has been fantastic, it’s been a bit of a whirlwind.

Sounds Of South: What made you doing that Supersonic Blues Machine arrangement? As far as I know you weren’t involved on the current CD.

Kris Barras: My band  was put forward to support them for a London show, we didn’t know at the time that Lance Lopez decided to leave the band, so he left constraint on his own solo career, and the guys saw some videos from me, they liked it and we had a few fun conversations so I got for the job.

Sounds Of South: How did the first gigs run?

Kris Barras: Really good, the first one was in London at Sheperds Bush Empire, there were a lot of fans of mine, it was a great night.

Sounds Of South: Were you a bit nervous to play with such great musicians or were you a ‚cool guy‘ who accepted the challenges as they come?

Kris Barras: Yes defenitely a little bit nervous particually when I first met them in L.A., I was jetlegged, we had to jump straight into rehearsel, but they are great guys, great musicians, great people. so it made it nice and easy.

Sounds Of South: How is the ‚chemistry‘ inside the band?

Kris Barras: Everyone gets really well, we have a lot of fun. It’s great.

Sounds Of South: Let’s get to your own band. With „The Devine And Dirty“ you have published an outstanding album in spring. Does the Supersoncic Blues Machine thing in Essen provide to prepare you for your upcoming solo gigs in Germany, are there any plans?

Kris Barras: I hope so. This year was mainly about concentrating on the UK, but next year we’ll be more out there. Then we played in Germany before. It would be great to come back.

Sounds Of South: Are you satisfied with the response concerning „The Divine And Dirty“ so far? Are there already any ideas for new songs?

Kris Barras:  Yes, the response has been amazing so far, much better than I ever expected, moreover I’m writing in the next album, I’ve got ten songs at the moment, we gonna record the next one in December over Christmas, that’s the only time we got off touring, yeah hopefully it’s  be out toward the start of next year.

Sounds Of South: For what kind of music beats your heart the most: Blues- and Southern Rock-or rather for the British-influenced Melodic Rock? I think I was able to recognize all three styles on your record.

Kris Barras: For me it’s the blues and Southern Rock, a kind of crossover, that’s my main thing. I call myself a blues guy,  I got a lot of influences by the blues I like Southern Rock, especially The Alman Brothers and Lynyrd Skynyrd. I love that stuff, too. So let put these two things together.

Sounds Of South: What makes more fun: To hit someone’s face either to be hit in the face or to sing and play guitar? 🙂

Kris Barras (laughs): It depends on who’s face you’re hitting. But lets say ’sing and play guitar‘.

Sounds Of South: What could you actually tell us about the private person Kris Barras? For example, have you been committed in social projects?

Kris Barras: At the moment I stopped working in the gym to teach and train different people and children in martial arts, we’re so busy with the band, touring, touring, touring. So, I’ve got no time for anything else.

Sounds Of South: Who’s gonna win the football world championship?

Kris Barras: It’s not Germany, isn’t it (laughs)? So I have to say it is England, of course.

Sounds Of South: Thanks for the interview!

Bilder und Textintro: Gernot Mangold
Interview: Daniel Daus

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