Mark McKinney – Middle America – CD-Review

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‚Mark McWho?‘ werden vielleicht viele Leser dieses Magazins im ersten Moment denken. Denn Mark McKinney ist wieder einer dieser typischen amerikanischen Interpreten, die eher mit Insiderstatus behaftet sind, von denen man aber, falls man sie irgendwann einmal gehört und „Blut geleckt“ hat, einfach nicht mehr genug bekommt. Zwei Jahre nach seinem hervorragenden Debüt „Get It On“ legt der aus Big Spring stammende Texaner mit „Middle America“ den längst fälligen Nachfolger hin. McKinney, bekannt für die energiegeladenen Live-Shows mit seiner Begleitband „The Cosmic Cowboys“, was ihm in der Szene den Spitznamen „The Entertainer“ einbrachte, hält dabei an seinem bewährten Konzept vom „foot-stompin’, sing-a-long, feel-good Country with a strong melody“ fest und hat sogar noch mal eine ordentliche Schüppe oben drauf gelegt.

Klasse Songmaterial, wunderbare Melodien, ein sattes, Gitarren-orientiertes Gewand, viel Energie, toller Sound – das ist allerfeinster „kicking and driving“ New Country (Rock) voller radiotauglichem Top 40-Potenzial, das runter geht wie Öl und einen Mordsspass macht. Sein bester Freund, Ron Dennis (Cross Canadian Ragweed, Lynyrd Skynyrd), hat das Werk, wie auch schon den Vorgänger, unter Marks eigens gegründeter Labelfahne „Super Loud Music“ in Nashville produziert. Der Opener „On The Run“ startet dann auch in dieser typischen, energiegeladenen McKinney-Manier, die sich wie ein roter Faden durch seine Alben zieht: Fetter knackiger Gitarrenrhythmus (aus Akustik- und E-Gitarren), straighte Drums, pumpender Bass, engagierter, powervoller Gesang, Gitarrensolo, Tempobreak, immer irgendwo zwischen Roots-, Country-, Southern- oder purem American Rock pendelnd, dazu manchmal noch mit einer leichten Heartland-Brise versehen.

Bei „Middle America“, dem Titelsong, mit seiner markanten Fiddlenote, klingt McKinney wie ein moderner Mellencamp und hat sowohl die Aufmerksamkeit der Radiostationen als auch das Interesse der NASCAR-Fangemeinde gewinnen können. Herrlich das stoneske Honky Tonk Women-Gedächtnis-E-Gitarren-Intro (hier in der Southern-Variante) bei „Highly Recommend“, einem Song, der richtig in die Beine geht und viel Southern-Feeling hat (Twin-Gitarreneinlage, weibliche Hamonies). Dan Baird und seine Georgia Satellites lassen gar grüßen. Entspannen darf man dann kurz beim mit schöner Mandoline, Fiddle und Steel verzierten „Long Night Coming On“ (schön rauchiger Gesang), bevor bei „As Good As It Gets“ die Schlagzahl wieder deutlich erhöht wird (hier bedient Marks Bruder Eric die E-Gitarre). Eine klasse, rockige New Country-Nummer!

Dezent bluesig, mit feinen Harp-Einlagen, kommt „Wasting Time“. Wunderschön hier das filigrane Akustikgitarren-Solo. Ein weiterer Stimmungshöhepunkt ist das dampfende, mächtig abgehende „Trouble“, das mit knackigen Drums, heulender Fiddle, satten E-Gitarrenpassagen (von Georgia Satellites fast bis zu AC/DC) und McKinneys Powergesang (Titelzeile in gut Gas gebender „Stottermanier“) ordentlich Staub aufwirbelt. Das kurze Tom Bukovac-Southern E-Gitarren-Solo am Ende reißt einen regelrecht vom Hocker. Das ruhige „Sleeping Alone Tonight“ (aber zünftiges E-Gitarren-Solo) und das Dobro-lastige (starkes Spiel von Russ Pahl) „Safe Place“ sind weitere Höhepunkte.

„When You Get A Chance“ ist dann wieder ein Beweis, dass McKinney immer wieder gerne die Nähe zum Southern Rock sucht. Das Stück ginge auch als Van Zant-Song durch, hier weist Marks Gesang in Stil und Art seiner Performance deutliche Bezüge zu Johnny Van Zant auf, ohne aber bewusst imitierend zu wirken. Am Ende regiert dann nochmals Gute Laune pur. „County Line“ ist ein stimmungsträchtiger Country-Saloonfeger, wobei die quäkende Harp von Gastakteur Kevin Fowler (guter Freund von Mark, teilweise auch beim Songwriting mit involviert) und surrende Slide-Gitarren den Ton angeben. „I’m headin’ to the county line and I’m gonna grab me a bottle of good time“ singt er hier und diese Zeilen sprechen für die herrlich rübergebrachte Partyatmosphäre dieser Nummer. Am Ende klirren zuprostend die Gläser und ein launiges Stimmenwirrwarr beendet die CD.

Mark McKinney hat mit „Middle America“ ein klares Ausrufezeichen gesetzt. Tolle Scheibe! Seine Stärken liegen vor allem darin, dass er sich in allen benannten Genren scheinbar spielend leicht zurecht findet und diese immer wieder auch glänzend zu kombinieren weiß. Dazu kommt seine Fähigkeit, egal in welcher Tempoart, sehr melodische und radiokompatible Stücke zu kreieren. Ihm dürften die Tore im Business, ähnlich wie z.B. bei Jack Ingram oder Pat Green, für eine überregionale Präsenz weit offen stehen. Von daher lautet unsere glasklare Empfehlung: „Play it loud and have a good time with Mark McKinneys ‚Middle America‘!“

Super Loud Music (2009)
Stil: Country Rock

01. On The Run
02. Middle America
03. Highly Recommend
04. Long Night Coming On
05. As Good As It Gets
06. Wasting Time
07. Trouble
08. Sleeping Alone Tonight
09. Safe Place To Be Me
10. When You Get A Chance
11. County Line

Mark McKinney
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Badwater – Straight From The Tap – CD-Review

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Viele werden sich sicher noch angenehmst an das 2003er-Werk „Southern Purified“ der aus Oklahoma stammenden Band Badwater erinnern, das mit seinem fetten, glühenden Gitarrensound in der „Red Dirt“-Rootsrock- und Southern Rock-Szene einschlug, wie eine Bombe! Trotz der großen Aufmerksamkeit und dieses prächtigen Albums verschwand die Band danach wieder in der Versenkung. Zumindest schien das so, doch nun, 5 Jahre später, sind sie wie aus dem Nichts mit einem neuen Album wieder da! Und was für einem! Badwater bieten mit „Straight From The Tap“ dreizehn prächtige Songs, ohne eine einzige Schwäche, die genau da anknüpfen, wo sie mit ihrem Debüt aufgehört haben. Eine blendend harmonierende Mischung aus, wie bereits oben erwähnt, herrlich frechem „Red Dirt“- und fulminantem, etwas retro-angehauchtem Southern Rock.

Im Prinzip haben sie sogar noch zugelegt. Sicher auch ein Verdienst der Hinzunahme des Co-Produzenten Eric Dellegard, der den Sound recht ursprünglich gelassen, gleichzeitig aber spürbar modernisiert hat. Kreativer Kopf dieses hochtalentierten Quartetts ist Bobby Wayne Hogshooter, der, wie schon beim Erstling, auch diesmal sämtliche Songs komponiert hat (die heuer noch eine Spur ausgereifter wirken), der Band eine Stimme gibt und sich auch für die Les Paul-trächtigen Lead-Gitarren-Parts verantwortlich zeigt. Mit dem Opener „Never Know“ wird direkt einmal dem musikalischen Aushängeschild des „Red Dirt“-Rocks schlechthin, Cross Canadian Ragweed, die Stirn geboten. Hogshooter gibt dem Song genau dieses unbekümmerte, leicht rebellisch wirkende Flair, wie es CCR-Frontmann Cody Canada vokal und gitarrentechnisch in soch unwiderstehlicher Perfektion rüberbringt.

Das folgende „Cheap Whiskey“ bietet dann, recht überraschend, gut gelaunten, lässigen Countryrock, der ein wenig an Sachen der Randy Rogers Band erinnert. Der legendäre Randy Crouch drückt als Gastmusiker mit unnachahmlichem Fiddle-Spiel dem Song seinen Stempel auf. „Rockin’ Into The Night“ ist kein Cover des einstigen 38 Special-Stückes, weist aber vom Gitarrenrhythmus durchaus dezente Ähnlichkeiten auf. Retro-rockig geht es bei „Rolling Stoned“ weiter, als kleines Schmankerl wurde eine ziemlich an Lynyrd Skynyrds „Gimme Three Steps“ erinnernde Gitarrenpassage eingeflochten. Southern Rock ist dann klar das Motto beim furiosen „Whiskey Train“. Ein buntes, swampiges Potpourri aus Skynyrd-, Molly Hatchet– und Allman Brothers-Elementen wurde hier mit Bravour zu einem neuen Song verarbeitet.

Den ersten Durchatmer gewährt „Beautiful Sad Song“, ein luftig dahin groovender Sommer-Rocksong, mit schöner Twin-Passage. Das Zischen eines Kronkorkens beim Öffnen einer Bierflasche (auch die komplette Covergestaltung ist dem Thema Bier gewidmet) und ein bekennendes „Wohlfühl-Aaah“ nach dem Runterspülen von Hogshooter läutet mit „Down At The River“, einen süffigen Gute-Laune-Kracher ein, der von polternden Drums und fetten Gitarren in Kombination mit quäkiger Harp dominiert wird. Dreimal recht ruhig geht es bei „Bring On The Blues“ (starke Dickey Betts & Great Southern Reminiszenzen – wie eine Mischung aus „Bougainvilea“/“Mr. Blues Man“), „Oklahoma Son“ (melodisches Cross Canadian Ragweed-Flair, klasse Les Paul Spiel) und „Living A Lie“ (mit Ähnlichkeiten zu Skynyrds „Tuesday’s Gone“) zu, wobei „County Line“ zwischendrin wieder ordentlich mit „Hell Yeahs“ und ZZ Top-verdächtigem, blues-rockigem E-Gitarren-Rhythmus dazwischen haut.

„She’s All Mine“ besticht wieder mit glühenden und surrenden E-Gitarren, plus Twin Passage, wie einst zu besten Molly Hatchet Anfangstagen. Am Ende hat dann Randy Crouch nochmal einen zweiten Auftritt, bei dem ein Mix aus Country und Southern-Rock a là Charlie Daniels das Werk recht fröhlich ausklingen lässt.

Fazit: Das knapp einstündige Zweitwerk von Badwater ist erneut ein prima Teil voller satter Gitarren geworden, das sich genüsslich auf einem Terrain zwischen Lynyrd Skynyrd, 38 Special, auch mal einem Hauch von Molly Hatchet, den Outlaws, Cross Canadian Ragweed oder der Randy Rogers Band tummelt. „Straight From The Tap“ geht runter wie ein frisch gezapftes, kühles Bierchen und dürfte den Musikdurst sowohl von Red Dirt- als auch von Southern Rock-Fans bestens stillen. Einfach klasse diese Burschen aus Oklahoma!

Eigenproduktion (2008)
Stil: Red Dirt / Southern Rock

01. Never Know
02. Cheap Whiskey
03. Rockin‘ Into The Night
04. Rolling Stoned
05. Whiskey Train
06. Beautiful Sad Song
07. Down At The River
08. Bring On The Blues
09. Oklahoma Son
10. Country Line
11. Living A Lie
12. She’s All Mine
13. Aimy’s Getting Better

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Kellie Pickler – 100 Proof – CD-Review

Welch eine positive Überraschung! Kellie Pickler vollzieht mit ihrem 3. Album „100 Proof“ eine Wende um 180 Grad, d.h. vom charttauglichen Countrypop zum ernsthaften Traditional Country im Stile der großen Diven – und sie meistert das tatsächlich mit Bravour (sie hat ja nie verhehlt, ein großer Dolly Parton-Fan zu sein)! Sie folgt sie ihrem Herzen und legt damit nun ihre endgültige Reifeprüfung als „genuine recording artist“ ab.

Die aus North Carolina stammende Pickler, teilweise durch ziemlich peinliche Patzer in Interviews zum naiven Blondchen abgestempelt, hat fast vier Jahre ins Land ziehen lassen, um sich dem aktuellen Album zu widmen. In dieser Zeit lernte sie den Musiker, Singer/Songwriter Kyle Jacobs kennen und lieben und ist auch mit ihm seit einem knappen Jahr verheiratet. Und der scheint einen ziemlich positiven Einfluss auf die mittlerweile 25-jährige, zudem noch aus schwierigen Familienverhältnissen stammende Ex-American Idol-Finalistin (sie belegte seiner Zeit Platz 6), auszuüben. Er assistierte ihr auf diesem Werk als Co-Writer bei „Mothers Day“, eine autobiografisch anmutende, nur mit Akustikgitarre und trauriger Steel begleitete Countryballade, die vermutlich ihr problematisches Verhältnis zu ihrer Mutter aufarbeitet.

Gleiches gilt für das abschließende „The Letter (to Daddy)“ (diesmal allerdings, wie es der Titel schon andeutet, an die Adresse des Vaters gerichtet), das ebenfalls recht sparsam, nur mit Akustikgitarre untermalt, daherkommt, aber voller glaubwürdiger Emotion vorgetragen wird. Hut ab, Kellie Pickler! Große Unterstützung erhält sie auf „100 Proof“ durch die erfolgreiche Songwriterin Leslie Satcher, die sich zum Teil mit Kellie (die ist immerhin auch in sechs Stücke schreibtechnisch involviert), aber auch mit anderen Co-Autoren für den Löwenanteil der Stücke verantwortlich zeichnet. Schon der Titel des Openers „Where’s Tammy Wynette“ gibt die Richtung des gesamten Albums vor.

Kellie, immer noch mit einer recht juvenilen, zierlichen Stimme (teilweise im Stile der Parton) ausgestattet, darf sich zu dem meist traditionell gehaltenen instrumentalen Rahmen, geschaffen von durch die Bank exklusiven Nashville-Musikern wie Chad Cromwell, Greg Morrow, Richard Bennett, Glen Duncan, Rob McNelley, Randy Scruggs, Ilya Toshinsky, Paul Franklin etc., nach dem Muster ihrer Vorbilder gesangstechnisch austoben und das passt richtig gut. Die klar gespielte Akustikgitarre und die Steel in allen ihren Facetten geben in guter alter Country-Tradition neben der E-Gitarre, und Tupfern von Mandoline („Unlock That Honky Tonk“), Banjo („Little House On The Highway“) oder Piano („Long As I Never See You Again“) meist unangefochten den Ton an.

Farbe ins Spiel kommt immer dann, wenn Pickler kleine Abstecher unternimmt (die aber immer in Einklang mit dem traditionellen Grundgerüst des Werkes bleiben), wie beim swampigen, in teilweise schon fast grassiger Manier dahinstampfenden „Unlock That Honky Tonk“, rotzig frech daherkeift, sich wunderbar einfühlsam beim melodischen „Rockaway (The Rockin’ Chair Song)“ (atmosphärisch – herrlich mit Fiddle, Mandoline und Banjo locker instrumentiert, dezentes Seventies-Flair) gibt oder beim wohl überragenden Track des Albums, dem Titelstück „100 Proof“ (so ein wenig mit „The Thunder Rolls“-Anstrich) eine emotionale Gesangsmeisterleistung zum Besten gibt. Klasse!

Mit „100 Proof“ hat Kellie Pickler einen Wandel in ihrer Karriere eingeläutet, den man sicherlich so nicht vermutet hätte. Sie wirkt gereift und erscheint auf diesem Werk auch absolut glaubwürdig und könnte glatt zu eine der Überraschungen des noch jungen Jahres 2012 avancieren. Eine fantastische Vorstellung.

19 Recordings / BNA Records (2011)
Stil: New Country

01. Where’s Tammy Wynette
02. Unlock That Honky Tonk
03. Stop Cheatin‘ On Me
04. Long As I Never See You Again
05. Tough
06. Turn On The Radio And Dance
07. Mother’s Day
08. Rockaway (The Rockin‘ Chair Song)
09. Little House On The Highway
10. 100 Proof
11. The Letter (To Daddy)

Kellie Pickler
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Terri Clark – The Long Way Home – CD-Review

Clar

Rückkehr von Terri Clark mit dem bislang vielleicht besten Album ihrer Karriere! Nachdem sich Terri Clark über ein Jahrzehnt als Major-Act bei Mercury Records erfolgreich behauptet hatte, liefen die letzten Jahre der sympathischen Kanadierin alles andere als rund. Es gab Eheprobleme, ihre Mutter erkrankte an Krebs und dazu kam, dass ein geplantes, neues Album bei ihrer neuen Plattenfirma BNA Records trotz zweier im Vorfeld recht erfolgreicher Singles nicht veröffentlicht wurde. Mittlerweile hat Terri ihr eigenes Label ins Leben gerufen, „Bare Track Records“, das über die Capitol-Gruppe vertrieben wird und präsentiert mit „The Long Way Home“, das wohl bahnbrechendste und für sie wichtigste Album ihrer bisherigen Karriere.

Dabei hat kommerzieller Erfolg für sie eine eher sekundäre Bedeutung, wie sie betont. Vielmehr steht ihr künstlerischer Anspruch im Vordergrund, sich so zu verwirklichen, wie sie wirklich ist. Das aus Montreal, Quebec stammende „Cowgirl“ hat, wie es das Cover gut dokumentiert, den Cowboyhut abgelegt, und sich zu einer ernsthaften und gereiften Singer/Songwriterin und Produzentin (alle Lieder sind selbst von ihr produziert) weiterentwickelt, wobei das New Country-Herz weiterhin an der richtigen Stelle schlägt und auch omnipräsent erhalten bleibt. Dennoch gibt sie sich abwechslungsreicher als je zuvor.

Eingerahmt sind die neuen Stücke des Albums von dem Leading-Track „Gypys Booots“ (komponiert von Terri, Leslie Satcher und Jon Randall), der am Anfang und Ende der CD in zwei unterschiedlichen Versionen vorhanden ist: Die Finalversion als rootsiges Acoustic Demo, bei dem Terri in Allroundmanier das komplette Stück allein abwickelt (Gesang, Resonator Guitar, Acoustic Guitar, Percussion), der Opener dafür in einer fulminanten „Full Band-Version. Ein heisser, sexy, southern-fueled, stomping Country-Blues-Rocker, wobei es ein wahrer Ohrenschmaus ist, den involvierten Klassemusikern (u.a. Brent Mason, Shannon Forrest, Kenny Greenberg, B. James Lowry, Paul Franklin, John Hobbs, Jim Horn) während dieses audiophilen Genusswa beiwohnen zu dürfen (herrlich angerauter Gesang Terris, ein satter, swampiger Groove, schwere Gitarren, fette Bläser-Fills). Absolut stark!

Mit „Poor Girls Dream“ folgt dann im Mittelteil noch ein weiterer rockiger Kracher dieses Kalibers. Den Rest der Tracks bestreitet Terri Clark dann im Stile allerbester Nashville New Country-Kultur, und zwar in einer Qualität, die ihresgleichen sucht. Rein tempotechnisch wird meist im Midtempo agiert, sporadische Ausflüge in flottere Bereiche (das flockige, mit einem klasse E-Gitarren-Rhythmus unterlegte „If You Want Fire“ und das etwas poppige „Tough With Me“ – das Intro/Zwischenakustikgitarrenriff erinnert an Bad Companys „Shootig Star“, die Melodie kommt aber eher als eine Art Mixtur aus Wynonnas „What The World Needs‘ und Shania Twains „That Don’t Impress Me Much“), als auch in balladeske Sphären (beispielsweise das grandiose, mit einer gehörigen Portion „raw soul“ versehene „A Million Ways To Run“ – mit wunderschönem, dezentem Zusammenspiel von Akustikgitarre, Mandoline, Dobro und E-Piano oder das sehr melodische „If I Could Be You“ mit E-Piano, Orgel, Steelguitar, und ganz starkem Gesang Terris) mit inbegriffen.

Dazu gibt es noch zwei markante Gastauftritte, zum einen von Vince Gill (steuert wieder seine typischen, wunderbaren Harmonies bei) bei einer instrumentaltechnisch zurückgenommenen Version von „The One You Love“ (das „Original“ ist auf dem „Pain To Kill„-Album zu finden), zum anderen bei „You Tell Me“ (erinnert ein wenig an Eric Claptons „Change The World“) im Duett mit dem in hiesigen Gefilden noch recht unbekannten Musiker Johnny Reid (in Kanada mittlerweile ein absoluter Superstar), der mit seinem rauchigen Organ einen wunderschönen Kontrast zu Terri bildet. Man könnte den beiden stundenlang zuhören!

Fazit: Mit „The Long Way Home“ ist Terri Clark vielleicht so etws wie der musikalische Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere geglückt. Die Kanadierin hat den Sprung zur vielseitigen, ernsthaften und gereiften Künstlerin in beeindruckender Manier bewältigt und macht bessere Musik als je zuvor. Eines der ganz starken Country-Alben des Jahres 2009! Eine wahre Meisterleistung!

Bare Track Records (Capitol Records) (2009)
Stil: New Country

01. Gypsy Boots
02. If You Want Fire
03. A Million Ways To Run
04. What Happens In Vegas (Follows You Home)
05. Merry Go Round
06. The One You Love (feat. Vince Gill)
07. Poor Girls Dream
08. If I Could Be You
09. Tough With Me
10. You Tell Me (Duet with Johnny Reid)
11. Gypsy Boots (Bonus: Acoustic Demo Version)

Terri Clark
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The Django Walker Band – Six Trips Around The World – CD-Review

Djan

Knapp vier Jahre sind mittlerweile seit dem glänzenden Einstieg Django Walkers in die Texas Country/Alternate Country/Countryrock/Americana-Szene vergangen. Der Sohn der Country-Legende Jerry Jeff Walker hatte die Messlatte beim Debüt schon ziemlich hoch aufgelegt, so durfte man wirklich gespannt sein, ob das durchgehend hohe Niveau von 2002 auch nur annähernd erreicht werden, geschweige denn sogar getoppt werden könnte. Um es gleich vorweg zu nehmen: Diese jungen texanischen Burschen scheren sich offenbar einen Dreck um irgendwelchen Erfolgsdruck (gerade in solch vorbelasteten Fällen) und Einflüsse von außen. Sie gehen konsequent ihren Weg, und es scheint wunderbar zu funktionieren.

Auch „Six Trips Around The World“, insgesamt vielleicht ein wenig poppiger (was der Musik bestens bekommt), ist ein phantastisches Album geworden. Neben den typischen „Red Dirt“-Feeling von Leuten wie der Randy Rogers Band, Wade Bowen, Great Divide & Co, spürt man auch das Feeling solcher Kollegen wie Honeybrowne, der Eli Young Band oder entfernt auch Sister Hazel. Passt alles prima zusammen! Im Falle Django Walker erwähnenswert ist neben des in die Wiege gelegten Talents sicher auch seine hervorragende musikalische Grundausbildung (Django graduierte an Sir Paul McCartneys Liverpooler „Insitute For Performing Arts“), sowie die dazu gewonnenen Erfahrungen als Supporter namhafter Interpreten wie ZZ Top, Dixie Chicks, Cross Canadian Ragweed und vielen anderen.

Ein paar Dinge haben sich seit dem Debüt aber doch verändert: Aus Django Walker ist „The Django Walker Band“ geworden, Drummer Noah Watson und Keyboarder Riley Osbourn wurden durch Rob Schilz und Steve Littleton ersetzt und der damals stark involvierte Lloyd Maines wurde durch den ebenfalls instrumentell involvoerten Produzenten Mark Bryan ausgewechselt. Beim aktuellen Album wurde zudem diesmal auf einen namhaften Gastauftritt, wie der mit Pat Green verzichtet. Aber das war es dann auch schon! Ansonsten blieb man dem Bewährten treu: Zwölf Songs wie aus einem Guss, kein Aussetzer, sehr abwechslungsreich, von prächtigen Melodien durchzogen! Achtung, das letzte Stück kommt nach einer ca. einminütigen Pause als „hidden track“.

Schon beim Opener „All I Need“ bleibt einem direkt „die Spucke weg“. Da „fliegen“ einem southernmäßige E-Gitarren der Marke Outlaws in besten Tagen entgegen, und der rhythmische Songverlauf erinnert stark an temperamentvolle „Geschichten“ im Stile von Bands wie Cross Canadian Ragweed & Co.! Klasse! Von solchen Liedern brauchen wir mehr! Und man bekommt sie wie an einer Schnur aufgefädelt hinterhergereicht. „Wake Up“, „Her (She’s Gone)“, „Lighter Shade Of Blue“, „Unwind“ oder das wunderbare „Hope Street“ (erscheint einem fast wie eine Kreuzung aus ABBs „Melissa“ und Bob Segers „Main Street“) liegen im balladesken Bereich, dem Parkett auf dem sich Django mit seiner stoisch ruhigen Gesangstechnik ebenso wohl fühlt wie bei dynamischen Uptempo-Countryrockern! Sämtliche langsameren Nummern sind gespickt mit wohl dosierten Einlagen der exzellenten Instrumentalisten.

Das coole „Shook You Up“ fällt aufgrund seines dezent funkigen und tanzbaren Flairs ein wenig aus dem Rahmen, ist aber ebenfalls ein ganz hervorragender Song. Nun zu den herrlich abgehenden Uptempo-Nummern:. „Life’s Great Mysteries“ beispielsweise erinnert an den Malocher-Roots/Country-Rock von Walker-Kumpel Pat Green, „Things I Can’t Change“ und „One Lane Road“ lassen dann in rockiger Weise dem wieder überragend agierenden Lead-Gitarristen Greg Comes, der schon auf dem Debüt brillierte, den freien Gestaltungsspielraum für seine Gitarrensturmläufe, den er auch braucht. Letztgenannter Song erinnert wieder stark an Cross Canadian Ragweed! Am Ende begeistert Comes gar mit einem feurigen Retro-E-Solo in bester Clapton/Hendrix-Manier! Auch der humorvolle „hidden track“, „Ex Rock And Roller“ (Georgia-Satellites-Stil) hebt zum Schluss den Gute-Laune-Pegel noch kräftig an und beendet einen erneut immens starken Auftritt des texansichen Songwriters und seiner Band!

Kleiner Gag am Rande: Die CD wurde in einer, an die gute alte Schaltplattenzeit erinnernden, schwarzen Vinyloptik hergestellt. Ein netter Einfall! Und wie hieß es doch schon damals so treffend am Ende des Bärchen-Reviews zum Debut „Down The Road“? „Eine begeisternde Country/Alternate Country/Countryrock/Americana-Demonstration ohne Fehl und Tadel“! Dies behält auch vier Jahre später für „Six Trips Around The World“
noch immer seine Gültigkeit! Exzellente Arbeit der Django Walker Band!

Lazy Kid Music (2006)
Stil: Red Dirt

01. All I Need
02. Wake Up
03. Life’s Great Mysteries
04. Better Piece Of Mind
05. Her (She’s Gone)
06. Shook You Up
07. Lighter Shade Of Blue
08. Things I Can’t Change
09. Unwind
10. One Lane Road
11. Hope Street
12. Ex Rock N Roller (Hidden Track)

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Craig Morgan – Little Bit Of Life – CD-Review

Morgan

Mit meiner damaligen Prognose, dass Craig Morgans 2005er-Album „My Kind Of Livin’“ ein Renner werden könnte, lagen ich goldrichtig. Die CD hielt sich über ein Jahr lang in den Album-Charts und mit „That’s What I Love About Sunday“ und Redneck Yacht Club“ beinhaltete es zwei absolute Mega-Hits. Mittlerweile liegt sein neues Werk „Little Bit Of Life“ vor, wieder beim feinen Independant-Label Broken Bow Records erschienen. Eine überaus gelungene CD mit der er nahtlos an die hohe Qualität seines Vorgängers anknüpft, ja sie vielleicht sogar noch steigert. Klasse! Wie ist der Erfolg des vordergründig gar nicht so country-typisch wirkenden Künstlers zu erklären, der nach wie vor ohne den obligatorischen Cowboyhut auskommt?

Zum einen sicherlich in seiner glasklaren, sehr angenehmen Charakterstimme und seines Musikstils, die sich perfekt in Riege der ganz großen Traditionalisten der Marke Garth Brooks, George Strait, Alan Jackson, Mark Chesnutt und Co. einfügen, zum anderen aber auch durch sein ländliches, Werte-konformes, familiär intaktes Leben (vier Kinder, früherer Armee-Dienstleistender, Natur-/ Tier-Liebhaber), was auch in einem Großteil der Texte seiner Songs sehr authentisch reflektiert wird. Craig Morgan scheint frei von jeglichen Starallüren, was ihm gerade im immer noch konservativ geprägtem Süden des Landes sicherlich viele Freunde beschert.

Er wirkt halt wie ein fleißiger, sympathischer, junger Mann von nebenan. So bietet „Little Bit Of Life“ durchweg auf einem beachtlich hohen Niveau angesiedelten, ehrlichen, abwechslungsreichen, reinen Country (mit den gleichen Klasse-Musikern des Voralbums), der vollkommen traditionell ausgerichtet ist, dabei aber absolut zeitgemäß und modern klingt. Zudem hat man Morgan nie knackiger gehört.

Vereinzelt öffnet man sich ganz dezent sogar mal etwas „poppigeren“ Klängen, wie bei „I am“ oder auch „The song“. Vielleicht ein Verdienst des Einholens einer „dritten Meinung“ durch den neben ihm selbst und Songwriter-Kollege Phil O’Donnell am Produzententisch werkenlnden „Star-Producer“ Keith Stegall (Alan Jackson, Terri Clark, Billy Ray Cyrus etc.), der auf traditioneller Basis schon immer ein gutes Gespür für den „Zahn der Zeit“ entwickelte. Auch der Sound ist insgesamt noch ein wenig satter und kräftiger ausgefallen.

Highlights des Albums sind sicher das mit einem schönen Southern-Flair behafteten „Little Bit Of Life“ (stampfender Dancehall-Country mit viel Banjo, Dobro, Mandoline und leichtem Redneck-Touch), „International Harvester“ (schön „angerockt“, mit erstklassigen, kraftvollen Orgeleinlagen, erneut einem starken Banjo-Drive und klasse E-Gitarren-Riffs), das gar etwas an Montgomery Gentry erinnernde „Nothin’ Goin’ Wrong Around Here“ (mit bluesigem Swamp-Flair), das sehr flotte „I Guess You Had To Be There“ (klasse Fiddle-Solo mit starkem Honkytonk-Piano-„Konter“) oder das flockig dahin groovende „My Kind Of Woman“ (schöne Orgel-Fills, E-Gitarren-Solo, prächtige Harmoniegesänge). Dazwischen hören wir ab und zu ein paar, mit sehr emotionalen Texten versehene, sehr schöne, entspannt vorgetragene, nie zu bombastisch wirkende, reine Country-Balladen („Tough“, „The Ballad Of Mr. Jenkins“, „Sweet Old Fashion Goddness“), die ein ideales Pendant zu den flotteres Stücken bilden.

„Look At ‚Em Fly“ lässt Craig Morgans viertes Studio-Album schließlich mit einem sehr ländlich anmutendem Countrysong mit dezenten Bluegrass-Tendenzen wohlig ausklingen. „Little Bit Of Life“ steht „voll im Leben“ des aktuellen Geschehens in Nashville und dürfte Craig Morgans Position in den oberen Regionen des Genres eindeutig stabilisieren. Bester Traditional Country, auf dessen Klasse man sich mittlerweile bei Morgan zu hundert Prozent verlassen kann.

Broken Bow Records (2008)
Stil: New Country

01. Little Bit Of Life
02. International Harvester
03. Tough
04. I Am
05. The Ballad Of Mr. Jenkins
06. Nothin‘ Goin‘ Wrong Around Here
07. Sweet Old Fashion Goodness
08. I Guess You Had To Be There
09. The Song
10. My Kind Of Woman
11. Look At ‚Em Fly

Craig Morgan
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Matt Kennon – Same – CD-Review

Kenn

Starkes, ordentlich Southern-infiziertes New Country-Debüt von Matt Kennon. Wir beobachten in letzter Zeit mit Freude, dass gerade aus dem Staat Georgia einige hervorrgagende Acts wie beispielsweise Brantley Gilbert, Gary Ray & The Heartwells  und jetzt auch Matt Kennon Anstalten machen, sehr viel frischen Wind in die Nashville-Szene hereinzutragen. Die Jungs haben viel Southern Rock-Feeling im Blut und scheuen sich nicht, ihre Musik teilweise mit unkonventioneller Note fernab aller Chartzwänge zu präsentieren (was allerdings nicht bedeutet, dass hier wenig Hitpotential vorhanden wäre, ganz im Gegenteil sogar).

So auch Matt Kennon, der den Vorteil genießt, auf einem Indie-Label (BamaJam, ein Unter Label von Ronnie Gilleys und James Strouds „Stroudavarious Records“) sich so richtig kreativ austoben zu dürfen und dabei noch von einem absoluten „Who-Is-Who“ an Nashville-Vorzeigemusikern (u.a. Shannon Forrest, Brent Mason, Troy Lancaster, Kenny Greenberg, Chip Martin, Tony Harrell, Paul Franklin, Steve Nathan, Chad Cromwell, Eddie Bayers, Aubrey Haynie, Ilya Toshinsky und viele mehr), Co-Songwritern (Noah Gordon, Ben Hayslip, Shenandoah-Sänger Jimmy Yeary, Rob Crosby) und von Produzenten-Legende James Stroud (Tim McGraw, Trace Adkins) unterstützt wird.

Dazu kommen mit Jimi Jamison, dem Ex-Lead Sänger der AOR-/Classic Rock-Legende Survivor und Mark Slaughter, Bandleader der amerikanischen Hard Rock-Combo Slaughter noch zwei recht New Country-untypische Musiker hinzu, die Matt seit seiner Jugend verehrt (Survivor war eines seiner ersten Konzerte, auf die ihn sein Vater mitgenommen hatte). Durch die Beisteuerung von einigen Background Vocals (Slaughter dazu auf einem Track E-Gitarre) der beiden erfüllt sich ein persönlicher Traum Kennons. Das Markenzeichen des jungen Mannes ist zweifellos seine recht außergewöhnliche Stimme, die mit ihrer rauchig heiseren bis raspeligen Art irgendwo zwischen Eddie Montgomery, Bobby Pinson und Jeffrey Steele anzusiedeln ist.

Das eröffnende „Drive It Like You Stole It“ legt gleich los wie die Feuerwehr: Ein treibender, aggressiver und gitarrenlastiger Southern Country-Rocker mit jeder Menge Outlaw-Redneck-Esprit. Große Klasse! Ebenfalls mit viel Drive, aber eine Spur mehr auf Melodie getrimmt, schließt sich „The Man I Used To Be“ an (mit tollem Brent Mason-E-Gitarren-Solo). „The Call“, der wohl vom Text her bewegendste Track (es geht um einen Anruf, der quasi einen Mann in letzter Sekunde vom Selbstmord abhält), wurde als Single vorab ausgekoppelt. Der balladeske und vor Emotionaltät strotzende Song mit seinem Powerrefrain erreichte die Top-Forty der Charts. „Mama Raised The Hell Outta Me“ geht danach wieder in die Vollen. Gute Laune-Country mit Honkytonk-Note, wobei alle typischen Instrumente, wie Fiddle, Dodro, Steel, Piano, E-Gitarre zum Zuge kommen. Trace Adkins meets The Pirates Of The Mississippi könnte hier das Motto lauten.

Herrlich dann wieder das hochmelodische, von etlichen Tempo- und Atmosphärenwechseln durchzogene „If I Was Any Kind Of Man“, wobei die Twin Gitarrenkombination mit parallel spielender Fiddle starke Akzente setzt. „Ride With Me“ (rhythmisch, Twin Gitarren, Dobro, klasse E-Gitarren-Solo), das mit direkter, harscher Titelzeile versehene „Some People Piss Me Off“ und „Too Loud“ (aggressiv, poltrige Drums, Orgel, southern rockig) forcieren dann wieder das Tempo. Immer wieder toll, wie einerseits die E-Gitarren eine dominierende Rolle spielen, dabei aber ständig einen ordentlichen Gegenwind der stets präsenten, countrytypischen Instrumente (Fiddle, Dobro, Steel, Piano) zu spüren bekommen.

Die Musiker leisten hier großartige Arbeit. Das letzte Drittel des Albums steht dann im Zeichen von mit großer Emotionalität umwobener Balladen und Midtempo-Tracks, die aber dank der bereits erwähnten, großartigen und variablen musikalischen Umsetzung klasse rüberkommen. Einfach toll beispielsweise das bluesig-soulige „Cry Like Memphis“, das musikalisches Gefühlskino der Extraklasse bietet. Und wenn Kennon im pianounterlegten Refrain „They cried like Memphis when they heard the King was gone“ herausintoniert, ist die beühmte Gänsehaut vorprogrammiert. Er erinnert hier, wie auch bei „Some people piss me off“, sogar ein wenig an den großen „Bär von Detroit“, Bob Seger.

Matt Kennon hat auf seinem sehr starken Southern-lastigem New Country-Debüt bewiesen, dass es nicht immer ein Major sein muss, um auf sich aufmerksam zu machen. Das ist eine beeindruckende Vorstellung, die er hier abliefert. Bei James Stroud scheint er in den richtigen Händen zu sein, der mit ihm, wie einst mit Tim McGraw, einen behutsamen Aufbau zu planen scheint. Die Messlatte für ein nachfolgendes Album ist allerdings schon in eine enorme Höhe gelegt worden. Matt Kennon, ein Name, den man sich unbedingt merken sollte! Prächtiger Stoff für Freunde von Interpreten wie Trace Adkins, Eric Church, Montgomery Gentry, Bobby Pinson, The Road Hammers, Clay Davidson oder Jeffrey Steele!

BamaJam Records (2010)
Stil: New Country

01. Drive It Like You Stole It
02. The Man I Used To Be
03. The Call
04. Mama Raised The Hell Outta Me
05. If I Was Any Kind Of Man
06. Ride With Me
07. Some People Piss Me Off
08. Too Loud
09. Then There Was You
10. You Can Still Wear White
11. Cry Like Memphis
12. That’s Love

Matt Kennon
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Bärchen Records

Cole Deggs & The Lonesome – Same – CD-Review

Cole

Starkes Debüt eines überaus talentierten New Country-Quintetts, das sich aus zwei Brüderpaaren und einem gemeinsamen Freund zusammensetzt! Bandleader Cole Deggs (beim Blick auf das Coverbild bitte Ruhe bewahren, es ist nicht Keith Urban…!), der übrigens in Nashville schon als gefragter Songwriter für etablierte Leute wie Tracy Byrd und Kenny Chesney (dessen großer Hit „Live those songs again stammt beispielsweise aus Coles Feder) in Erscheinung trat, und sein Bruder Shade (Insidern vielleicht als früherer Bassist von Honeybrowne bekannt) aus dem Osten von Texas, genauer gesagt Lake Jackson, stammend, sowie Jimmy (Keyboards) und David Wallace (Lead guitar), aus Shreveport/Louisiana stellten bei einem Treffen in Nashville die Weichen für eine gemeinsame musikalische Zukunft und ergatterten auch recht schnell einen Major-Kontrakt bei Sony/BMG.

Mit an Bord nahmen sie noch ihren langjährigen gemeinsamen Bekannten Brian Hayes (Drums). Produziert wurde das Werk von den beiden erfahrenen Nashville-Haudegen Mark Wright und Rivers Rutherford, die natürlich nichts dem Zufall überließen und den Eigenkreationen der Newcomer auch noch Stücke aus den Federn der angesagtesten Songschreiber Nashvilles (u.a. Rutherford selbst, Dave Berg, Hillary Lindsey Aimee Mayo, Chris Lindsey, Tom Shapiro) anboten. Dazu ergänzten sie die ohnehin schon vorhandene musikalische Kompetenz von Deggs und seinen Jungs durch ein exzellentes Spektrum an Studiomusikern (Kenny Greenberg, Russ Pahl, Chuck Leavell, Eric Darken, John Willis, etc.! Cole Deggs & The Lonesome glänzen vor allen Dingen durch ihre Vielseitigkeit. Zum einen hat Frontmann Cole eine unglaublich variable Stimme, die sich wunderbar dem gegebenen Flair der einzelnen Stücke anzupassen vermag, zum anderen umfassen die Einflüsse der Band die gesamte stilistische Bandbreite die das Country-Genre bietet. Knackige Countryrocker und wunderbar melodische Balladen stehen in einem guten Verhältnis zueinander.

So startet das Album zunächst mit dem flotten, sowohl ein dezentes Red Dirt-Flair, als auch ein feines Southern-Feeling aufweisenden, knackig würzigen Countryrocker „Girl Next Door“, inklusive eines exzellenten, erdigen E-Gitarren-Solos, klasse Organ-Ergänzungen und wunderbaren Harmonies. Der starke Gesang von Deggs und ein amüsanter Text vollenden diesen prächtigen Opener, der sicher auch Bands wie Montgomery Gentry, Alabama, Brooks & Dunn oder Little Big Town gut zu Gesicht gestanden hätte. Die folgende Single „I Got More“ (bereits auf dem Weg in höhere Regionen der Billboard Country Singles-Charts) glänzt mit entspannten Gitarren, wunderschönem E-Piano und einem äußerst melodischen Refrain. Das tolle „Out Of Alabama“ rockt dann wieder richtig fett im Stile von Kollegen wie Brian McComas oder Jeffrey Steele. Hier darf man sich zudem über großartige integrierte Harp-Passagen freuen.

Nach dem traditionell und auch ein wenig bluesig angehauchten „Twelve Ounces Deep“ (Steel-betont) folgt dann quasi als Gegenpart ein flotter New Country-Song mit auch mal etwas poppigeren Tendenzen der Marke Rascal Flatts. Passt aber alles prima ins Gesamtbild und wirkt auch niemals zu glatt! Danach gibt es eine längere Passage von fünf Stücken, die sich allesamt im entspannten, relaxten Midtempo-/Balladen-Bereich bewegen, allerdings der unterschiedlichsten Couleur. Es gibt sogar dezente Eagles-/Lee Roy Parnell- (bei „Everybody’s Beautiful To Someone“) und im weitesten Sinn auch Roy Orbinson-/Conway Twitty-Reminiszenzen (bei „Girl Like Me“), viel Platz für Cole Deggs’ hervorragende, variable Gesangsperformance und auch viel Spielraum für die countrytypischen Instrumente wie Steelegitarre, E-Piano, Akustik- und E-Gitarre, überraschend sogar mal eine kurze Sax-Einlage.

Am Ende wird man dann mit „I Haven’t Stopped Hurtin’“ noch mal so richtig „aus dem Sessel gerissen“. Wie schon zu Beginn gibt es erneut einen swampigen, rhythmischen ungemein southern-inspirierten Countryrocker (viel The Marshall Tucker Band-Feeling) mit starkem Banjo-Spiel von John Willis, heulender Orgel, Honkytonk-Piano und kreischendem E-Gitarren-Solo! Fans dieser Zunft dürften von diesem Stück begeistert sein.

In der Summe präsentieren sich Cole Deggs und seine Mannen auf ihrem Erstling als eine äußerst talentierte Band mit erstaunlich hohem musikalischen/kompositorischem Potenzial. Annerkennung aber auch, dass ein doch sonst so Chart-orientiertes Majorlabel hier ungewöhnlich viel Entfaltungsspielraum gewährt hat. Das tut Nashville richtig gut! Ein neuer Trend? Es wäre wünschenswert, denn in diesem Fall hätten alle, bis hin zum Konsumenten gewonnen. Wie dem auch sei: Cole Deggs & The Lonesome gelingt in jedem Fall ein beachtliches New Country-Album, bei dem es an nichts fehlt.

Sony / BMG (2007)
Stil: New Country

01. Girl Next Door
02. I Got More
03. Out Of Alabama
04. Twelve Ounces Deep
05. The One That Got Away
06. Huggin‘ This Blacktop
07. Makin‘ Nothing Out Of Something
08. Do You Ever Think About Me
09. Everybody’s Beautiful To Someone
10. Girl Like You
11. I Haven’t Stopped Hurtin‘

Bärchen Records

David Fenley – Pocket Full Of Dirt – CD-Review

Fenl

Wunderbarer, größtenteils entspannter, aber durchaus knackig in Szene gesetzter, manchmal unterschwellig ein wenig souliger Roots-/Americana-/Countryrock-Pop, dargeboten von einer echten Charakterstimme. Dem aus Lufkin/Texas stammenden David Fenley wurde sein musikalisches Talent, wie so es oft bei texanischen Künstlern der Fall ist, bereits durch das Elternhaus in die Wiege gelegt. Sein Vater ist Sänger in einem Gospel-Quartett und auch die Mutter animierte ihn bereits in frühester Kindheit, die ersten Songs zu singen. Mit 16 Jahren hatte David seine ersten Stücke geschrieben und auch seine erste Band in der High School formiert.

Fenleys Vorbilder waren Percy Sledge, Ronnie Milsap, Otis Redding und auch Travis Tritt. Besonders Soul-Sänger hatten es ihm angetan, was man angesichts seines voluminösen Stimmorgans und seiner Art zu Singen auch bestens nachvollziehen kann. Für sein Debüt, „Pocket Full Of Dirt“, das ohne Label-Background jetzt veröffentlicht wurde, konnte Fenley ein äußerst hochkarätiges Team um sich scharen, nicht alltäglich für eine Eigenproduktion und sicher ein Indiz für sein außerordentliches Potential.

Der vielfach Grammy-nominierte Produzent, Musiker und Photograph Mack Damon übernahm die Produktion und in Zusammenarbeit mit Anthony Diaz De Leon den technischen Part (Damon spielt dazu auch ein wenig Piano und arrangierte die dezenten Strings bei „Again“), einer der besten texanischen Gitarristen, Keith Davis, bediente sein Paradegerät in gewohnt meisterlicher Manier (herrlich flüssiges E-Gitarrenspiel mit der nötigen Portion „grit“), Multiinstrumentalist Bobby Flores beweist sein großes Können an der Violine und der Pedal Steel, Full Throttle-Drummer und aktueller Tour-Schlagzeuger der Bleu Edmondson Band, Joe Cortez IV, sorgte für die sehr einfühlsame, technisch versierte Rhythmusarbeit.

Aber im Mittelpunkt steht natürlich David Fenleys exzellente Stimme, die einen in beeindruckender Weise in seinen Bann zieht. Wunderschön beispielsweise der entspannte Opener „It’ll Be Alright“, ein traumhaft melodisches Liebeslied, das sehr locker und unaufdruinglich, aber sehr markant und transparent instrumentiert ist (herrliche, klare Akustik-Gitarren-Untermalung, tolle, „flowing“ E-Gitarrenlinien, die wie ein warmer Sommerwind durch den Song „wehen“, dabei aber durchaus den texanischen Staub suggerieren, sporadische Piano- und Orgel-Tupfer) und Fenley die Basis für eine zunächst ruhige, dann aber immer emotionaler (rockiger) werdende Gesangsperformance bietet.

David erinnert hier ein wenig an den Sänger Mac Powell von der Christian Southern Rock Band Third Day. Das folgende „This Day“ groovt richtig sommerlich und ist mit einem Mix aus leicht angejazztem, poppigen Westcoastflair durchzogen. Erinnert ein wenig an einen melodischen, lockeren Dave Mattews, allerdings auch hier mit dem nötigen texanischen Flair. Fenley zeigt direkt, dass er auch bei flotteren Sachen problemlos vokal zurecht kommt. Das Titelstück „Pocket Full Of Dirt“ bietet herrlich trockene, wieder sehr entspannt und hoch melodische Roots-/Americana-Musik (sehr schöne Gitarrenbegleitung von Keith Davis) und wird mit ein paar gezielten Desert Rock-Riffs und Fenleys rauchigem Gesang sehr authentisch in Szene gesetzt.
Man könnte fast meinen, hier trifft Travis Tritt auf No Justice und einen entspannten Rich Hopkins. Klasse auch das federleichte „East Texas Lullaby“, bei dem lockeres Sister Hazel-Flair mit Marshall Tucker-typischem E-Gitarren-Spiel gekreuzt worden zu sein scheint. Herrlich! Das knackige „Music Whore“ unterstreicht in Storytelling-Manier Fenleys Heimatverbundenheit, „Again“ bietet wieder atmosphärischen Balladenstoff mit wohl dosierter Streicherbegleitung. „Good Boy“ entpuppt sich als rhythmisch-groovig wippender Waltz, der auch aus dem Programm von Hootie & The Blowfish stammen könnte. Ebenso gut abgehend, der im Bakersfield-Stil flott instrumentierte, traditionelle und honky-tonkige Country-Stomper „If The Beer Stores Closed At Noon“, der auch noch mit einem amüsanten Text aufzuwarten weiß.

Beim rockigen „You Can Come Over“ sind dann Parallelen zur Red Dirt-Szene ala Eli Young Band, Wade Bowen, Britt Lloyd Band, Cody Gill Band & Co. spürbar. Das Ende des Silberlings steht dann noch einmal ganz im Zeichen von Fenleys außergewöhnlichem Stimmorgan. Beim balladesken „The Way You Look Tonight“ (Akustikgitarre, Piano, ein Marshall Tucker-typische E-Gitarren-Solo) legt David einmal mehr seine ganze, geballte Emotionalität in den Song. Die einzige Fremdkomposition (alle anderen Lieder stammen aus Fenleys Feder), das abschließende „Satisfied Mind“, ein alter Song aus dem Jahr 1955, wird vom Protagonisten nur mit Akustikgitarrenbegleitung in bester Singr/Songwriter-Manier vorgetragen. Nach ruhigem Beginn singt Fenley sich förmlich in einen Rausch und „röhrt“ sich schließlich regelrecht die Seele aus dem Leib. Gänsehaut pur ist garantiert. Ein tolles Finale einer durchgängig sich auf hohem Niveau bewegenden CD.

David Fenleys Stimme, die wie eine extravagante Mischung aus Leuten wie Travis Tritt, Mac Powell, Dave Matthews, Ken Block, Darius Rucker und Otis Redding anmutet, nimmt den Zuhörer einfach gefangen. Der ein wenig korpulente, vollbärtige Bursche (sehr schön von Damon auch fotografiert) hat einfach ein großartiges Organ. Damons Produktion ist glasklar und knackig gelungen. „Pocket Full Of Dirt“ könnte den Auftakt einer vielversprechenden Karriere bedeuten. Könnte gut sein, dass dieser talentierte Künstler, der sich momentan noch völlig im Geheimtippstatus bewegt, schon bald einen Major Deal an Land zieht, und den „Dreck“ in seiner Tasche in ein paar Dollars umwandeln kann, die dann u. a. in ein paar weitere solch starke Alben dieser Art investiert werden. Ein beeindruckendes Debüt! Klasse!

Eigenproduktion (2009)
Stil: New Country

01. It’ll Be Alright
02. This Day
03. Pocket Full Of Dirt
04. East Texas Lullabye
05. Beautiful World
06. Music Whore
07. Again
08. Good Boy
09. You Can Come Over
10. If The Beer Stores Closed At Noon
11. The Way You Look Tonight
12. Satisfied Mind

David Fenley
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Bärchen Records

Bo Cox – Rich Man’s Gold – CD-Review

Cox

Wer sich intensiv mit der texanischen Red Dirt Musik beschäftigt, wird bereits nach kurzer Zeit auf die dortige „Smith Music Group“ stoßen. Deren Label „Smith Entertainment“ bildete bereits das Sprungbrett für viele überregionale und finanziell attraktive Major-Kontrakte für mittlerweile arrivierte Interpreten wie beispielsweise die Randy Rogers Band, Cross Canadian Ragweed, Wade Bowen oder Pat Green. Aktuell beherbergt es noch immer solch phantastische Acts wie No Justice, Micky & The Motorcars, Honeybrowne, Stoney LaRue, Bleu Edmondson, Brandon Jenkins, Rich O’Toole, u.s.w., die allesamt das Zeug dazu haben, ganz groß rauszukommen.

So gilt die „Smith-Group“ nach wie vor als wahre Talentschmiede, die mit viel Fingerspitzengefühl Künstler und ihr Potential aufspürt und diesen kontinuierlich tolle Voraussetzungen für eine musikalische Weiterentwicklung bietet. Der aus Houston stammende, wieder einmal, wie so oft, musikalisch „vorbelastete“ Bo Cox (seine Eltern besaßen ein Opernhaus und musizierten auch selber) ist ein weiteres hervorragendes Beispiel. Dem jungen Burschen hat man für sein Debüt „Rich Man’s Gold“ (beackert herzhaft und würzig das Red Dirt-Rootsrock-Terrain mit einer klasse Balance zwischen Country-, Blues-, und Southern Rock-Faktoren) direkt ein regelrechtes Paradeteam zur Verfügung gestellt.

Mit dem umtriebigen Mike McClure (sicherlich eine der Schlüsselfiguren der Red Dirt-Szene) als Produzent und Mitmusiker, dem großartig agierenden Gitarristen Travis Linville, der sich auch fürs Mixen und Engineering verantwortlich zeigte und dem berühmten ZZ Top-Produzenten Joe Hardy, der diesmal die digitale Nachbearbeitung übernahm, sind von vorn herein Leute involviert, die fast schon für eine Blankoqualitätsgarantie bürgen. Cox hat bis auf eine Ausnahme („Make Me New“ – ein am Ende befindlicher Hiddentrack) sämtliche Songs selbst komponiert, singt mit angenehmer Stimme und bedient zudem noch die akustische Gitarre.

Die Songs befinden sich überwiegend im Midtempo- und balladesken Bereich, stecken aber voller Würze und „rotem Texas-/Southern-Dreck“, gespickt mit satten E-Gitarren. Die CD beginnt mit einem knapp einminütigem Instrumentalintro, „Trav’s Intro“, bei dem Travis Linville in beeindruckender Weise den Bottleneck über seine E-Gitarre sausen lässt. Es dient als „Aufwärmphase“ für das sich anschließende „Between The Lines“, dass in grandioser Form an den Stil des Southern Rocks der späten siebziger Jahre anknüpft (erinnert etwas an guta alte 38 Special-Anfangstage) und von Linvilles starken E-Slide-Attacken dominiert wird. Das folgende, melodische „Carousel“ umkreist den Zuhörer mit Fiddle-intoniertem Countryflair (starkes Spiel von Jeremy Watkins).

Wunderbar hier auch die im folgenden Verlauf des Werkes immer wieder punktuell eingestreuten, weiblichen Harmonies von Camille Harp. Dem introvertiert anmutenden, wieder sehr melodischen „Send Me An Angel“ (mit schöner Baritone-Gitarre) folgt mit „Talkin’ With The Devil“ der wohl markanteste Song des Albums. Geführt von einer Gibson ES-Gitarre, tippelnden Drums und einem knochentrockenen Bass-Gezupfe, entsteht letztendlich ein ganz dezent angejazzt und bluesig swingender Retro-Club-Sound, der zum unweigerlichen Fußwippen anregt. Klasse. Anschließende zaubert der junge Bursche mit „Gone“ einen schweren, aber sehr cool gespielten Blues Rock-Track aus dem Hut, der mit seinen zwei höllisch fetten Solopassagen ein mächtig loderndes Feuer entzündet.

Ein weiteres Sahnehäubchen ist das auf dem Fuß folgende „Coming Down“, bei dem das fulminante Gitarrenzusammenspiel der beteiligten Travis Linville, Mike McClure und Shawn Camfield regelrechte Gänsehaut auszulösen vermag. Einfach wunderbar gespielt! Die Midtempostücke „Winter“ und das atmosphärische „Burning You“ (der Song hat es übrigens sogar auf einen Red Dirt-Allstar-Sampler geschafft!) enthalten mit Dobro, Mandoline und Fiddle einige schöne Zusatzfarbtupfer. Das Titelstück „Rich Man’s Gold“ kommt dann wieder als rotzig, rauer, voller Southern Rock-Flair steckender Red Dirt-Rock in der Tradition von Cross Canadian Ragweed daher und macht richtig Laune. Den Ausklang des Albums bestreitet Bo Cox mit „Everybody“ und dem bereits o.a. Hidden-Track fast ausschließlich akustisch in gepflegter Singer/Songwriter-Manier eines John Mellencamp.

Die große Stärke dieses jungen Künstlers ist sein bereits jetzt schon ausgefeiltes Songwriting, seine für sein Alter bereits erstaunliche musikalische Reife und vor allem die Gabe, eine recht weitgefächerte Bandbreite von Musikstilen harmonisch und Red Dirt-kompatibel zu vereinen. „Rich Man’s Gold“ dürfte zwar materiell noch nicht zum Wohlstand eines Bo Cox führen, beinhaltet aber schon jetzt großen imaginären musikalischen Reichtum! Smith Entertainment hat einmal mehr einen echten Rohdiamanten unter seinen Fittichen.

Smith Entertainment (2009)
Stil: Red Dirt

01. Trav’s Intro
02. Between The Lines
03. Carousel
04. Send Me An Angel
05. Talkin‘ Withe The Devil
06. Gone
07. Coming Down
08. Winter
09. Burning You
10. Rich Man’s Gold
11. Everyday

Bo Cox
Bo Cox bei Facebook
Bärchen Records