The Band Of Heathens, 21.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

BOH Haupt

Ich habe die Band Of Heathens zuvor bisher dreimal live gesehen, das ist allerdings jetzt doch schon eine ordentliche Weile her. Es war zu Zeiten, als die Truppe aus Austin, Texas, noch mit ihrem ‚Drei-Gestirn‘, also mit Colin Brooks als drittem Fronter agierte. Dieser weilt ja bekanntlich schon seit längerem auf eigenen Pfaden, auch die Rhythmus-Sektion wurde im gleichen Zuge erneuert.

Mittlerweile haben die beiden verbliebenen Hauptakteure Ed Jurdi und Gordy Quist mit Trevor Nealon, Richard Millsap und Scott Davis ein festes Bandgefüge um sich versammelt, das sich jetzt wieder in Europa eingefunden hat, um ihre aktuelle CD „Duende“ (was laut Gordy Quists Ansage vor „Last Minute Man“ als Synonym für Passion, Herzblut, etc. , das in diese Scheibe investiert wurde, stehen soll) dem geneigten Publikum vorzustellen.

Selbiges war an diesem Sonntag Abend leider nicht allzu zahlreich im schönen Dortmunder Musiktheater Piano anwesend, nur geschätzt knapp unter 100 Leute hatten sich auf den Weg gemacht, um sich am texanisch-rootsigem Country Rock des aktuellen BOH-Line-ups zu erfreuen. Das Quintett ließ sich von der recht überschaubaren Audienz aber nicht negativ beeinflussen und lieferte einen richtig starken Gig ab.

Und so startete der Fünfer mit dem leicht stonesk angehauchten, von Ed Jurdi gesungenem „Miss My Life“ in den ersten, 45-minütigen Set. „Sugar Queen“, „DC9″ und eine tolle Version von „Keys To The Kingdom“ folgten. Bei “Over My Head” hatte Bassist Scott Davis die Gelegenheit, seine Gesangskünste am Frontmikro zu präsentieren. Herrlich dann ihr altbekanntes, Little Feat-umwobenes „Jackson Station“. Das atmosphärische „Hurricane“ und das knackig, im Stile der Stones rockende “Trouble Came Early“ (wer braucht die alten Männer angesichts solcher Stücke eigentlich noch, fragte man sich da mal ganz spontan – klasse HT-Piano hier von Nealon) schlossen den Kreis des ersten Abschnitts.

Nach einer viertel Stunde Pause hatten Jurdi, Quist & Co. mit dem „LA County Blues“ die Leute sofort wieder im Griff. Das an die Beatles erinnernde „All I’m Asking“ und auch „Deep Is Love“ kamen recht ‚retro-poppig‘ daher. „Green Grass Of California“ hatte eine leichte Countrynote (Gordy mit Akustikgitarre), das fulminant groovende “Daddy Longlegs” bestach durch eine rauschende Psychedelic-Instrumental-Passage.

Mein Lieblingsstück des Abends war die wunderbare Ballade „King Of Colorado“, bei der Ed Jurdi eine fantastische Vokalperformance ablieferte. Mit dem swampigen „I Got A Feeling“ (polternde Drums von Millsap) und dem gegen Ende grandios anziehenden „Medicine Man“ wurde es dann richtig Southern-rockig und die Spielzeit des 2. Sets war ebenfalls wie im Fluge vorüber.

Bei der satt rockenden Zugabe „Medicated Goo“ brachten die Burschen ihre Sympathien für die großen Grateful Dead zum Ausdruck und verabschiedeten, ein zufriedene, sehr gut mitgehende Hörerschaft. Zwei Tage zuvor hatte The Band Of Heathens noch vor restlos ausverkauftem Haus in der Bluesgarage gespielt (allerdings auch zu einem günstigeren Termin, übrigens für eine Stunde mit Colin Brooks-Unterstützung!), an diesem Sonntag-Abend im Piano leider, wie bereits oben erwähnt, vor nur spärlicher Kulisse. Aber so ist das Rock And Roll–Leben/Geschäft halt phasenweise. Hat trotzdem richtig Spaß gemacht, die Texaner mal wieder live vor Ort zu erleben!

Line-up:
Ed Jurdi (lead vocals, electric and acoustic guitars, vocals)
Gordy Quist (lead vocals, electric and acoustic guitars, vocals, percussion)
Scott Davis (lead vocals, bass, vocals)
Richard Millsap (drums)
Trevor Nealon (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

The Band Of Heathens
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Musiktheater Piano
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Luke Gasser – Mercy On Me – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Seit längerem dürfte inzwischen bekannt sein, dass die Eidgenossen nicht nur langsam, sondern musikalisch auch richtig rockig und poppig können. Anfang der 80’er Jahre des letzten Jahrhunderts hat es die schweizerische Hardrock Band Krokus mit ihren Anleihen bei AC/DC vorgemacht und 10 Jahre später ein Breakdancer und Musiker namens Peter René Baumann, besser bekannt als DJ BoBo.

Auch dieser Luke Gasser aus Kägiswil im Kanton Obwalden ist ein echtes Multitalent. Er ist nicht nur Rockmusiker, sondern auch gelernter Bildhauer, Autor und Filmemacher, dessen Filme bereits an über 30 internationalen Festivals zu sehen waren. Als Musiker ist er gemeinsam mit der deutschen Rockröhre Doro Pesch aufgetreten und war schon mit Bob Geldof, Status Quo, The Spencer Davis Group und Nazareth, die er selbst, wahrscheinlich um die Seelenverwandtschaft mit der Band zum Ausdruck zu bringen, als Waffenbrüder bezeichnet, unterwegs. Seit 2013 hat Gasser nahezu regelmäßig ein neues (englischsprachiges) Album pro Jahr veröffentlicht. Jetzt Ende Mai 2017 kommt also seine vierte CD „Mercy On Me“ auf den Markt, welche laut seinem Label LuckyBob Records sein bisher kraftvollstes Werk sein soll.

Stilistisch passt das Album an sich gar nicht in die vom Sounds-of-South-Magazin bevorzugte Musikrichtung des Southern Rock. Die Tracks des Albums erinnern teilweise eher an vergangene Punk-Zeiten, sie klingen überwiegend laut und anarchisch, nicht zuletzt wegen Gassers einprägsamer, rauer Stimme. In diese Richtung passen auch die wortgewaltigen Songtexte, die Ereignisse aus Gesellschaft, Politik und persönlichen Lebensbereichen kritisch, aber nicht moralisierend aufgreifen.

Dazu rocken und grooven Lukas Gasser und seine Mitstreiter Zach Prather (Bass) und Rudolf ‚Relli‘ Halter (Drums) was das Zeug hält. Bei fast allen Tracks des Albums handelt es sich um geradlinige und schnörkellose, und wie gesagt teilweise auch punkige, gitarrengetriebene Rocksongs, die unmittelbar ins Blut bzw. die Beine gehen. Ob der geballten Energie, die die Stücke ausstrahlen, dürfte sich aber auch der eine oder andere Southern Rock Fan, zumindest teilweise, von der Scheibe angesprochen fühlen.

Gleich der erste Song des Albums, das wilde „Stellar Queen“, bei dem sich Gasser als Verstärkung Frontmann Mark Fox von Shakra ins Boot geholt hatte, geht mit einem schönen Gitarrenintro so richtig ab und besitzt einen hohen Mitgrölfaktor. Rotzig und durch Background vocals unterstützt geht’s auch mit den nächsten beiden Stücken „Mercy On Me“ und „Cross My Heart“ weiter, immer getrieben von Gassers vorherrschender Leadgitarre. Erst das etwas gemäßigtere „Twinge Of Sadness“ lässt den Hörer etwas zur Ruhe kommen und verschnaufen.

Mit „Ruby MD nimmt die CD dann wieder gehörig an Fahrt auf, um von dem ruhigen und balladesken „Rooster On A Prowl“, einem Stück über die diffusen Ängste und die Unzufriedenheit in der heutigen Gesellschaft, abgelöst zu werden. Schön an diesem Song ist u. a., dass Gassers raue Stimme hier besser zur Geltung kommt und nicht durch laute Gitarrenriffs überlagert wird. Stilistisch ähnlich geht’s anschließend nahezu übergangslos mit „Winter Rest“ weiter.

„Hey Hey Hey“ überzeugt durch ein leicht southernmässig angehauchtes Slide-Intro, um letztendlich in einem zornigen Song über die Schleimer dieser Welt zu enden. Zwei Love-Songs in der Gasser-typischen Art, also etwas ruppig und rau und gar nicht romantisch, sondern eher verzweifelt, sind „Strive“ und „Throw A Light“, wobei letzterer Song im Gitarrenspiel durchaus bluesig rüberkommt. Punkiger und wütender wird’s dann zum Abschluss wieder mit „Smash To Smithers“ und dem letzten Song des Albums „Modesty“.

Für Fans harter, treibender Gitarrenriffs mit punkigen Einflüssen ist „Mercy On Me“ auf jeden Fall ein Kauftipp, die Liebhaber anderer Stilrichtungen werden sich sicherlich auch an einzelnen Songs erfreuen können, wahrscheinlich aber nicht am Komplettgenuss des Albums. Die Tracks sind eben recht ähnlich angelegt oder positiv ausgedrückt, jeder der Songs besitzt stellvertretend für das gesamte Album einen hohen Wiedererkennungswert.

Lucky Bob Records (2017)
Stil: Rock

01. Stellar Queen
02. Cross My Heart (And Hope To Die)
03. Mercy On Me
04. Twinge Of Sadness
05. Ruby, MD
06. Rooster On a Prowl
07. Winter Rest
08. Hey Hey Hey (Pussyfooter)
09. Strive (I225)
10. Throw A Light
11. Smash To Smither
12. Modesty

Luke Gasser
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Them Dirty Roses – Same / Trouble (Deluxe Edition) – CD-Review

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Die Newcomerband Them Dirty Roses, das sind die Brüder James und Frank Ford sowie deren Freunde Andrew Davis und Ben Crain. Sie alle stammen aus Gadsden, Alabama und leben inzwischen in Nashville, dem Mekka des Country und in letzter Zeit vermehrt auch des Südstaaten Rocks, gemeinsam unter einem Dach, was entweder für hohe Toleranzschwellen der vier Jungs oder für gemeinsame Vorlieben wie Musik, Bier und Whiskey spricht. Immerhin kommen Bier, Whiskey und Kokain in einigen ihrer Songtitel vor… Wobei wir bei ihrem neuen Album angekommen sind.

Es enthält 14 reinrassige Southern Rock-Stücke, die fast ausschließlich von der 2014’er EP und dem 2016’er Album „Trouble“ stammen plus zwei weitere Songs. Es ist also kaum neues Material drauf, was aus hiesiger Sicht nicht weiter tragisch ist, da hierzulande bisher wohl kaum jemand von Band gehört haben dürfte. Aufgrund des einfachen Pappcovers und des fehlenden Booklets drängt sich zunächst auch der Verdacht auf, dass es sich bei dem Album um eine Low-Budget Produktion handelt, es sei denn die zur Rezension vorgelegte Scheibe dient lediglich zu Marketingzwecken und ist so für den Handel nicht vorgesehen.

Ist aber auch egal, denn beim Hören begeistert das Teil sofort und die Songs klingen ganz und gar nicht nach Billigproduktion. Sie haben es allesamt in sich, es sind klassisch schöne Südstaaten-Rock Stücke, wie ihn Redaktion und sicherlich auch die Leser dieses Magazins lieben. Aufgenommen und abgemischt wurde das Album im hauptsächlich analoge Technik bevorzugende ‚Welcome To 1979′-Studio in Nashville.

Mal kommen die Songs hart und rockig daher, wie zum Beispiel das von der Rhythmusgitarre beherrschte und mit Background Vocals zum Mitsingen einladende „What Your Daddy Doesn’t Know“, oder „A Bad Hand“ (eingängig und mit Rock’n‘ Roll Elementen behaftet) oder das kraftvolle „Shake It“ (welches gleich zweimal in leicht unterschiedlichen Versionen auf der Scheibe vertreten ist), ein anderes Mal sind die Stücke zwar auch southernmässig rhythmisch, aber dabei doch wesentlich melodiöser.

So ist der Opener des Albums „Cocaine And Whiskey“ ein mit einer eingängigen Grundmelodie, die sich immer wiederkehrend durch den Song zieht, versehener, recht melodiöser Track, ebenso wie der an Lynyrd Skynyrds „Sweet Home Alabama“ erinnernde Song „Beer Cans And Tire Swings“. Diese Stücke und die etwas ruhiger angelegten Songs wie z. B. „Back Home“ und „Fix You“ dürften sicherlich auch vor den Ohren unserer Herzensdamen Gnade finden. Ein weiteres starkes Highlight dieses Albums ist der Track „Head On“ mit der Country-Sängerin Kirstie Lovelady am Mikrofon und teilweise im Duett mit James Ford.

Alle Songs dieses Them Dirty Roses-Albums sind southern-typisch ehrliche, straighte Stücke, die ohne überflüssigen musikalischen Firlefanz auskommen und trotz ihrer Eigenständigkeit eine gewisse Nähe zu den großartigen Lynyrd Skynyrd erkennen lassen. Teils rockig-melodiös, teils wunderbar relaxt, laden sie förmlich dazu ein, sich mit einem Glas ‚Southern Comfort‘ oder einem ‚Jackie‘ in der Hand, an einem heißen Sommertag, ein schattiges Plätzchen zu suchen, den Alltag zu vergessen und gedankenverloren abzuspannen.

Eine tolle Scheibe von einer klasse Band von der wir hoffentlich in Zukunft noch viel hören werden!

Line-up:
James Ford – guitar, vocals
Andrew Davis – guitar
Ben Crain – bass
Frank Ford – drums

Teenage Head Music (2017)
Stil: Southern Rock

01. Cocaine And Whiskey
02. What Your Daddy Doesn’t Know
03. Whiskey In My Cup
04. Shake It
05. Beer Cans And Tire Swings
06. Songs About You
07. Molly
08. Back Home
09. Trouble
10. Grew Up In The Country
11. Fix You
12. Head On (feat. Kirstie Lovelady)
13. A Bad Hand (live)
14. Shake It (live)

Review: Jörg Schneider

Them Dirty Roses
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Teenage Head Music

Marc Ford & The Neptune Blues Club – 18.05.2017, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Ein Hauch von ‚Stardom‘ gestern in der Kulturrampe! Der ehemalige Gitarrist der berühmten Black Crowes, Marc Ford, hatte sich mit seinem Projekt The Neptune Blues Club in dem beliebten Krefelder Club unter der Federführung von Teenage Head Music erstmalig vorgestellt.

Kulturrampen-Chef Markus ‚Pille‘ Peerlings hatte mal wieder das Pech, mit einem grippalen Infekt passen zu müssen. So war es einem anderen Kulturrampen-Original, Mario Scholten, vorbehalten, Ford und seine Mitstreiter Mike Malone sowie die aus dem englischen Bristol engagierte Rhythmus-Sektion, bestehend aus Tom Gilkes und Chris Jones, anzusagen.

Auf Songs aus der ‚Krähen-Ära‘ wurde von Marc komplett verzichtet (vermutlich auch aus rechtlichen Gründen), im Fokus standen ausschließlich Tracks aus dem Fundus seiner eigenen Alben, besonders natürlich dem aktuellen Longplayer „The Vulture“.

Nach etwas holprigen Beginn mit sporadischen Unstimmigkeiten über die Setlist, kleineren technischen Malheuren (z. B. das über dem Keyboard angebrachte Mikro flutschte bei Malone mal plötzlich nach unten weg, später riss der Gitarrengurt an einem von Fords Arbeitsgeräten während des Spielens) nahm der der erste Set mit dem von Malone gesungenen „Ghetto Is Everywhere“ richtig Fahrt auf. Stark die schöne Ballade „All We Need To Do Is Love“ mit sanft gurgelnder Orgel und atmophärischem E-Gitarren-Solo von Ford. Das launige „Arkansas Gas Card“ und das bluesig, dezent gospelige „Deep Water“ verabschiedeten in die Pause.

Im zweiten Set legte das Quartett nochmals eine Schüppe drauf und auch die Stimmung wurde von Stück zu Stück immer besser. Nach dem Beginn mit „Old Lady Sunrise“, dem Stampfer „I’m Free“, dem bluesigen „Don‘t Get Me Killed“ (Malone mit zwei aneinandergehaltenen Mikros beim Gesang und toller Harp), dem rhythmisch, mit HT-Piano und grandioser Slide-Vorstellung von Ford abgehenden „Shame On Me“, dem herrlich swampigen „I Pay For My Mistakes“ ging es bei „Shalimar Dreams“ zum ersten Mal in den Improvisations-Modus, der seinen Höhepunkt im grandiosen „Devil In The Details“ mit angehängtem furiosen jammigen „Greazy Chicken“, mit Soli aller Beteiligten, fand, bei dem vor allem dann natürlich Ford sein extravagantes Können zur Schau stellte.

Die frenetisch eingeforderte Zugabe der völlig begeisterten Audienz wurde dann mit dem Titelstück des aktuellen Werkes „The Vulture“ zu bereits später Stunde belohnt. Knapp 60 Zuschauer (für eine Premiere in der Rampe während der Woche durchaus ok) konnten sich einen guten Eindruck verschaffen, warum der leicht kauzig wirkende Marc Ford schon eine Hausnummer in der Riege der renommierten Gitarristenszene darstellt.

Insgesamt ein Abend mit dezent Southern umwobenen Blues Rock, der auch ohne BC-Songs als durchaus gelungen und wertvoll bezeichnet werden darf. Marc Ford & The Neptune Blues Club sollte man als Konzertbesucher unserer Tage in jeden Fall auf der Habenseite verbucht wissen.

Line-up:
Marc Ford (lead vocals, electric guitar, slide guitar, vocals)
Mike Malone (lead vocals, harp, keys, vocals)
Chris Jones (bass)
Tom Gilkes (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Marc Ford
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Blues Alive Festival, 13.05.2017, Bürgerhaus Stollwerck, Köln – Festivalbericht

Auch wenn unser Fokus ja bekanntlich in anderen Genres angesiedelt ist, mache ich keinen Hehl daraus, dass ich, besonders live, gut gemachten und gespielten Blues Rock, ebenfalls ganz gerne höre. Die Premiere des Blues Alive Festivals im Kölner Bürgerhaus Stollwerck bot sich mit dem hochwertigen Line-up, bestehend aus Layla Zoe (die ich allerdings in letzter Zeit schon fast inflationär gesehen habe) sowie den Herren Danny Bryant und Blues Rock-Legende Walter Trout, besonders an, zumal ich die beiden letztgenannten Musiker bisher noch nicht auf der Bühne erlebt habe.

Der ganz schön korpulente Danny Bryant betrat pünktlich um 20:00 Uhr mit seinen beiden Mitmusikern Alex Phillips und Dave Raeburn die für ihn vorbereitete Bühne. Er stieg mit einem Instrumental in den Gig ein und sorgte für exakt 45 Minuten mit seinen diversen verzerrten und knarzenden E-Gitarren für einen unterhaltsamen Auftakt des Abends.

Haften geblieben sind dabei das atmosphärische „Slow Suicide“, das mit einer Les Paul performte (tolles Solo), dezent southern-umgarnte „Take Me Higher“ sowie die furios gecoverte Version von „All Along The Watchtower“ als Schlusspunkt.

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Alex Phillips (bass)
Dave Raeburn (drums)

Layla Zoe glich, von der Besetzung und Setlist her, ihrem Auftritt vor geraumer Zeit im Schwarzen Adler, im Rahmen der Double Trouble-Geschichte, zusammen mit Jane Lee Hooker. Die rothaarige kanadische Blues-Röhre beeindruckte wie gewohnt mit toller Charakter-Stimme und ihrer, aufs Publikum eingehenden und emotionalen Art (kommunizierte viel, tanzte mit den Leuten, strich einem Fotografen mit der  Hand durch den wohl gepflegten Drei-Tage-Bart).

Höhepunkte hier waren die emotional berührenden Songs „Sweet Angel“ (gewidmet ihrer, an einem  Aneurysma verstorbenen Freundin Marsha) und „Highway Of Tears“ (über getötete, vermisste und verschleppte kanadische Ureinwohnerinnen), sowie das starke „Workinghorse“ (mit Talkbox-Einlage des furios aufspielenden und scheinbar immer besser werdenden Gitarristen Jan Laacks). Eine kurzweilige, ebenfalls wie im Fluge vergangene  Stunde, mit ansprechendem Diven-Blues Rock dieser Zeit.

Line-up:
Layla Zoe (lead vocals)
Jan Laacks (electric guitar, vocals)
Christoph Hübner (bass, vocals)
Claus Schulte (drums)

Walter Trout, dem die verbundenen Qualen und Erlebnisse  im Zuge seiner Lebertransplantation 2014 deutlich im Gesicht eingemeißelt waren, brachte zunächst seine Finger mit einem quirligen Intro zum Opener „Help Me“ auf Betriebstemperatur. In der Folgezeit wurde er bei seinem etwas über zwei Stunden währenden, hochdynamischen Auftritt, seinem Status als Headliner des Abends, voll und ganz gerecht.

Angesichts des Erlebten (60 Kilo abgenommen, 8 Monate ans Bett gefesselt, musste Laufen und Sprechen wieder lernen, geschweige, sich das Gitarrenspiel wieder beizubringen), glich es schon einem Geschenk (für alle Beteiligten), ihn hier wieder mitreißend singen zu hören, als auch seine unzähligen filigranen E-Gitarren-Soli bestaunen zu können.

Selbstredend, dass während seines Gigs, das aus seiner Sicht düstere, depresssive und z. T. morbide Werk „Battle Scars“ mit Tracks wie u. a. „Almost Gone“, „Haunted By The Night“, „Playin‘ Hideawy“ und „Please Take Me Home“ (seiner Frau gewidmet, die ihm durch diese schwere Zeit geholfen hat), in dem all diese wenig erfreulichen Umstände reflektiert werden, im Blickpunkt des Geschehens stand.

Laune machte neben der Standard-Formation mit Sammy Avila (ließ seine Hammond ordentlich gurgeln), dem tierisch Gas gebenden Drummer Michael Leasure und dem Benjamin, Adam Ditt am Bass (wirkte, vermutlich aufgrund der Schwergewichte um sich herum, etwas schüchtern, zupfte aber sehr solide) vor allem auch die Einbindung der Gäste wie Sohnemann Jon, der auch bewies, dass er die musikalischen Gene des Vaters intus hat (wirbelte ebenfalls schon gehörig auf seiner hellblau-weißen Strat, dazu mit gutem Kurz-Lead Vocals-Einsatz), Sänger Andrew Elt (überwiegend Harmoniegesänge, einmal kurz als Fronter) und dem beim furiosen „The Blues Came Callin'“-Jam dazu stoßenden und erneut glanzvoll aufgelegten Danny Bryant.

Das grandios dargebotene „Going Down“ mit munterem ‚Bäumchen- Wechsel-Dich‘-Intermezzo am Frontmikro (stark hier auch Sammy Avila) zum Abschluss des Hauptteils, plus zwei Zugaben (eine Ballade, ein launiger Boogie) sorgten für ein maximales Maß an finaler Freude im sehr gut besuchten Stollwerck. Verdienter Applaus für Stehauf-Männchen Walter Trout und seine starke Begleittruppe!

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, electric guitar)
Adam Ditt (bass)
Michael Leasure (drums, vocals)
Jon Trout (electric guitar, vocals)
Sammy Avila (keys, vocals)
Andrew Elt (vocals, acoustic guitar)
Danny Bryant (electric guitar – jam)

Fazit: Dieses Blues Alive Festival im Kölner Bürgerhaus Stollwerck war ein toller und kurzweiliger Abend. Hervorragend durchorganisiert von der ersten bis zur letzten Minute mit drei vorzüglichen Bands, die sich allesamt in ihren ansprechenden Leistungen nichts schenkten. Schön dabei zu erleben, dass Walter Trout nach überstandener Lebertransplantation in seinem ‚2. Leben‘, musikalisch wie mental, wieder voll auf dem Damm zu sein scheint. Insgesamt eine Veranstaltung auf absolut hohem Niveau, die gerne in dieser Form im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden darf.

P.S. Vielen Dank an Fotokünstler Albrecht Schmidt, der für den am Knie verletzten Jörg Schneider spontan eingesprungen ist und somit Premiere in diesem Magazin feiert.

Bilder: Albrecht Schmidt
Bericht: Daniel Daus

Danny Bryant
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Layla Zoe
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Walter Trout
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Rock-Times Production
Ruf Records
Bürgerhaus Stollwerck Köln

Joanne Shaw Taylor, 14.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

JST_Haupt

Noch ganz unter dem Eindruck des kurz nach Mitternacht zu Ende gegangenen Blues Alive Festivals mit Diva Layla Zoe, Schwergewicht Danny Bryant und dem, nach seiner Lebertransplantation schwer gezeichneten, aber gewaltig aufgetretenen Walter Trout, stand zum Abschluss der Woche mit Joanne Shaw Taylor nochmal die unverbrauchte, nahezu jugendlich wirkende Variante des Blues Rocks im schönen Dortmunder Musiktheater auf dem Programm.

Dabei hat die noch so mädchenhaft wirkende 31-jährige britische, von Dave Stewart entdeckte Dame, seit 2009, bereits sechs Alben eingespielt und wurde von keinem geringeren als Joe Bonamassa  schon als ‚a superstar in waiting‘ bezeichnet. Die hatte mit ihren Mitstreitern Luigi Casanova (mit kunstvoll aufgedrehter Rastazopfmähne), Kraftpaket Oliver Perry und dem vielseitigen Drew Wynen ihr aktuelles, in Nashville aufgenommenes Studiowerk „Wild“ im Schlepptau, das, wie sie stolz verkündete, zum ersten Mal mit Top-20-Charterfolgen bedacht worden ist.

Genau wie auf dem Album, begann sie ihre Show mit „Dyin‘ To Know“, das mit seinem swampigen Intro und dem treibenden Boogiegroove, schon eine ganz unterschwellige ’südstaatliche Amerikanisierung‘ ihres Sounds andeutete (sie benutzte zudem ausschließlich Telecaster- und Les Paul-E-Gitarren für ihr Spiel), was unserem Magazin ja durchaus nicht unangenehm ist. Diese blitzte immer mal wieder im weiteren Verlauf sporadisch auf (z. B. wenn Wynen slidete und Joanne in kurz Twins verwickelte), war aber insgesamt nicht omnipräsent.

Überwiegend blieb sie, bis auf einige Stevie Ray Vaughan-Reminiszenzen („Time Has Come“), dem Stil ihrer Heimat treu. Das rockig powernde „Nothing To Lose“, das melodische „Reason To Stay“ (dezent southern) und das, mit zwei starken E-Soli bestückte „Jump That Train“ waren die nächsten Stationen. „Diamonds In The Dirt“ endete mit einer ziemlich lang gezogenen, am Ende recht aggressiv gespielten E-Gitarren-Solo-Passage, bei der sie ihre erstaunliche Fingerfertigkeit demonstrierte.

Klasse ihr rauchiger und auch insgesamt sehr schön ins Ohr gehende Gesang zu hallenden Orgelklängen von Wynen, beim  relaxten „Tired, Trusted & True“  und natürlich wieder ihre Soli (eines davon fast in der Tradition eines Dickey Betts). „Watch Em Burn“ stampfte traditionell und entwickelte sich zum lautesten und längsten Track des Abends.

Knackig und rhythmisch ging es bei „Wanna Be Your Lover“ zur Sache, das David Bowie gewidmete „Wild Is The Wind“ (Casanova und Wynen mit Harmoniegesängen) bestach atmosphärisch, während es mit „Going Home“, meinem Favoriten des Gigs und gleichzeitig Endstück des Hauptteils, nochmals southern-swampig zur Sache ging. Drew Wynen bot der Protagonistin hier mit tollem Slide-Solo die Stirn.

Als Zugabe gab es noch das flockige „Mud Honey“. Insgesamt ein angenehmer Blues Rock-Abend. Wenn es der so lieb und brav wirkenden Joanne Shaw Taylor noch gelingt, in Sachen Aura und Charisma zuzulegen, und somit ein Publikum mehr mitzureißen und für sich einzunehmen, wird Joe Bonamassa vermutlich Recht behalten. Und die junge Britin hat ja auch durchaus noch ein paar Jährchen vor sich…

Line-up:
Joanne Shaw Taylor (lead vocals, electric guitar)
Luigi Casanova (bass, vocals)
Oliver Perry (drums)
Drew Wynen (keys, acoustic, electric & slide guitar, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

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Sari Schorr & The Engine Room, 11.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Manchmal hat man als erfahrener Konzertbesucher ja schon gewisse Vorahnungen, was den Verlauf des bevorstehenden Gigs anbelangt. Bei der New Yorker Sängerin Sari Schorr und ihrer Begleitband The Engine Room, bestehend aus Gitarrenhexer Ines Sibun, Kevin Jefferies, Kevin O’Rourke und Anders Olinder habe ich mich absolut zuversichtlich auf den Weg ins immer wieder gerne besuchte Dortmunder Musiktheater Piano gemacht.

Das  lag nicht zuletzt an der tollen CD „A Force Of Nature„, die ich ja vor geraumer Zeit bereits beleuchtet hatte, wo die langmähnige Protagonistin mit fantastischer Stimme, als auch wirklich starken Songs, überzeugen konnte. Hier bei uns ist sie in Sachen Popularität aber gerade erst in der Anfangsphase und so besuchten an diesem Donnerstag vielleicht knapp über 100 Leute den Ort des Geschehens. Die verteilten sich aber recht gut, sodass es trotzdem ganz gut gefüllt aussah.

Sie brauchten vor allem ihr Kommen nicht zu bereuen, denn es war eine hervorragende, mitreißende Show, die das Quintett da zum Besten gab. Zuerst musste ich über den Keyboarder Anders Olinder schmunzeln. Der saß mit seiner Schlumpfmütze so in sich gekehrt an seinen Tasten, dass man zunächst den Eindruck eines Wachkomas hatte. Trotz seines ‚unbändigen‘ Temperaments setzte er mit seinen vielen Orgel- und Piano-Eingaben richtig tolle Akzente.

Die Rhythmusfraktion mit den beiden Kevins gab im Sinne des Blues Rocks eine routinierte Vorstellung, wobei Drummer O’Rourke, als Geburtstagskind des Abends, mit einem Ständchen von Band und Publikum beglückwünscht wurde und Basser Jefferies mit offenen Stiefeln, Hosenträgern und Pepita-Hut auch in modischer Hinsicht zu gefallen wusste.

Getragen wurde der Abend allerdings natürlich durch Fronterin Sari Schorr, die sich die Seele aus dem Leib sang, posierte und mächtig antrieb, sowie  Ex-Robert Plant-Gitarrist Ines Sibun, der einfach furios aufspielte, schwitzte, headbangte, ekstatisch hüpfte und ebenfalls mächtig Alarm machte. Seine quirligen, aber präzise gespielten Soli an diversen E-Gitarren waren mit das Salz in dieser Blues Rock-Delikatessen-Suppe.

Sari & Co. spielten sich nach absolut pünktlichem Beginn mit „Ain’t Got No Money“ eine gute einunddreiviertel Stunde durch ihre „A Force Of Nature“-CD, wobei mir hier die Pianoballade „Ordinary Life“ (nur Sari und Olinder), „Oklahoma“ (mit grandioser Orgel- und E-Gitarrenpassage) und das Whitesnake-umgarnte „Damn The Reason“ besonders zusagten.

Es gab natürlich auch Covernummern: Led Zeppelins „Rock & Roll“ wurde klasse interpretiert, das durch die Allman Brothers mir vordergründig bekannte „Stormy Monday Blues“ gefiel ebenso, das viel gespielte Freddie King Blues-Traditional „The Stumble“ bis zum finalen „Black Betty“ als Zugabe (sehr schön, wie auf ihrem Silberling, modifiziert von Sari) boten ansprechenden Unterhaltungswert.

Mein Lieblingsstück des Gigs war die wunderbare Ballade „I’ll Be There“, bei der Ines ein herrliches Südstaaten Rock-Solo auf seiner Gibson Les Paul abließ.

Am Ende stellte sich Sari Schorr am Merchandising-Stand noch als sehr sympathische, kommunikative, als auch umgängliche Persönlichkeit heraus und unterzeichnete mir noch das Booklet ihrer CD mit einer kleinen Widmung.

Ingesamt ein hoch erfreulicher Abend mit einer stark auftrumpfenden Künstlerin und ihrer tollen Begleitband. Und ich persönlich habe wieder mal festgestellt, dass meine musikalischen Instinkte immer noch ganz gut funktionieren…

Danke auch an die andere nette Dame, Jenny Dore, für die, wie immer, herzliche Aufnahme in ihrem, von uns so gerne aufgesuchten Piano.

Line-up:
Sari Schorr (lead vocals, percussion)
Kevin Jefferies (bass, vocals)
Kevin O’Rourke (drums)
Ines Sibun (electric guitar, vocals)
Anders Olinder (keys)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

Sari Schorr
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Jive Mother Mary – Home Is Where The Heart Is – EP-Review

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Jive Mother Mary können bereits seit 2005 mit Banderfahrung aufwarten. Das von Mason Keck (guitars, vocals) und Seth Aldridge (drums) in Alamance, North Carolina gegründete Projekt, wurde später durch Tyler Schulz (guitars, vocals) und William Sanders (bass, vocals) vervollständigt.

Nach einer EP und zwei Alben, vielen Wohnungswechseln, immensem Touren (u. a. mit The Black Crowes, Jackyl, Blackfoot), steht jetzt seit Ende 2016 mit „Home Is Where The Heart Is“ eine weitere EP auf ihrer Habenseite.

Der Stil der Band wird zwar auf ihrer Webseite mit „Soul ’n Roll from the heart of North Carolina…“ beschrieben, ich würde aber doch eher einen vordergründigen Bezug zum Southern Rock attestieren, gemischt, vermutlich, dank ihrer Aufenthaltszeit in Los Angeles, mit einer angenehmen Brise Westcoast.

Diese kommt vor allem in zwei der insgesamt fünf Stücke zum Tragen. Zum einen beim herrlichen „Great Decline“ mit seinem unterschwellig mitlaufenden „Hotel Cailfornia“-Flair als auch beim folgenden „Planes, Trains, and Automobiles“ mit der Eagles-typischen Melodie und den wunderbaren Harmoniegesängen.

Der Opener „Feelin‘ Fine“ ist typischer junger, frecher Southern Rock à la Whiskey Myers & Co., wie man es am beigefügten unterhaltsamen Videoclip vorgeführt bekommt. Das atmosphärische „The Ride“ ist eine wunderschöne Southern-Ballade und besticht mit schönen schwurbeligen, übereinander gelegten E-Gitarren sowie den Piano- und Orgel-Tupfern von Gastmusiker Rhett Huffman, der sich als absoluter Gewinn erweist.

Am Ende hauen die Burschen mit „The Climb“, dem längsten Track, noch einen echten Kracher mit Southern Rock-typischem Twin-E-Gitarrenfinale heraus. Eine tolle Nummer! Wenn schon ein Musiker wie Josh Smithey (sich nach einem grandiosen Album als Sänger von Darkwater Redemption im musikalischen Ruhestand befindlich) Jive Mother Mary fast schon euphorisch mit „These guys are one of the best bands I’ve heard in a long time!“ lobt, kann das doch wohl nur ein ganz heißer Tipp sein, oder?

Teenage Head Music (2016)
Stil: Southern Rock

01. Feelin‘ Fine
02. The Ride
03. Great Decline
04. Planes, Trains, and Automobiles
05. The Climb

Jive Mother Mary
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Teenage Head Music

Rascal Flatts – Back To Us (Deluxe Edition) – CD-Review

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Über die Rascal Flatts braucht man eigentlich nicht mehr viel schreiben. Das Trio um Gary LeVox, Joe Don Rooney und Jay DeMarcus hat in der Popsparte des New Country ihren festen Platz gefunden und daraus, seit ihrem Debüt 2000, eine grandiose Erfolgsgeschichte entwickelt. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen bei den genre-typischen Awards und achtmal Nr. 1 bei neuen Alben sprechen eine überdeutliche Sprache.

Mit ihrem neuen Jubileumswerk „Back To Us“, dem 10. Studioalbum ihrer Karriere, proklamieren sie zwar eine nostalgische Besinnung auf die Anfangszeiten ihres Wirkens, aber wenn man ehrlich ist, kennt man sie eigentlich nicht anders, man muss schon absoluter RF-Experte sein, um hier eventuelle marginale Bezüge zu den Alben im Frühstadium oder Unterschiede attestieren zu können.

Für mich klingt „Back To Us“ wie alle ihre anderen Veröffentlichungen. Konstanz und Verlässlichkeit bei hoher Qualität und zu ihnen passendes Songmaterial, sind für mich die entscheidenden Faktoren ihres Erfolgsrezeptes, und die sind auch hier wieder omnipräsent.

Gleich dreizehn Stücke in Deluxe-Ausgabe lassen vermutlich die Qual der Wahl, welcher Song wohl der richtige für die Single-Charts ist. Entschieden hat man sich zunächst für den energiegeladenen Opener „Yours If You Want It“, aus der Feder des verstorbenen Songwriters Andrew Dorff, mit schön dazu produziertem Video (Gary LeVox als singender Burger-Bräter in einem Diners).

Weitere flockige Tracks wie „Hopin‘ You Were Lookin'“, „Dance“, „Kiss You While I Can“, das R&B-trächtige „Vandalized“ (Chris Stapleton Co-Writer!), “ sowie das treibende „Thieves“ machen ebenfalls Laune auf die demnächst anstehende Cabrio-Saison.

Bei „Hands Talk“ schwebt von der Melodie her, immer der einstige Rhythm-&-Blues/Soul-Klassiker „Stand By Me“ mit, während das knackige „Roller Rink“ mit swampiger Note überzeugt. Die Herz-Schmerz-Balladen-Freunde werden mit „I Know You Won’t“, dem Blockbuster-tauglichen „Are You Happy Now“ (emotionales Duett von Gary mit der toll singenden Lauren Alaina) und am Ende „Our Night To Shine“ bedient, wobei letztgenanntes Lied mit Synthies, Streichern und bombastischen choralen Gesängen  zum Ausklang einen enormen Schmalz-Faktor aufweist.

Rascal Flatts‘ „Back To Us“ ist ein, der Band, gebührendes Jubileumsalbum geworden. Kurzweiliges gutes Songmaterial von 1A-Songwritern (wobei die drei auch zum Teil mitwirken), knackige Produktion, starke Musiker, tolle mitreißende Vokal-Performance von LeVox, typische Hamoniegesänge, Powerrefrains en masse, schickes bebildertes Coverartwork  mit allen Texten, lassen keine Wünsche offen. Müsste eigentlich, wenn das neue Chris Stapleton-Album nicht gerade ausgerechnet dazwischenfunken sollte, erneut eine klare Nr. 1 werden. Zum zehnten Mal, wie gewohnt, ganz feiner Countrypop!

Big Machine Records (2017)
Stil: New Country (Pop)

01. Yours If You Want It
02. Hopin‘ You Were Lookin‘
03. I Know You Won’t
04. Dance
05. Back To Us
06. Kiss You While I Can
07. Vandalized
08. Are You Happy Now
09. Hands Talk
10. Thieves
11. Love What You’ve Done With The Place
12. Roller Rink
13. Our Night To Shine

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Universal Music

Doyle Bramhall II, 07.05.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Doyle_Haupt

Dank meiner im Job angehäuften Überstunden, und des daraus resultierenden zweiwöchigen Urlaubs, hatte ich mal die Gelegenheit, die Arbeit für Sounds Of South zu intensivieren. So startete ich in die erste Woche mit drei gleich Konzerten in sechs Tagen! Und das jeweils mit ziemlich, vom Charakter her, unterschiedlichen Protagonisten und irgendwie auch recht anders gestrickter Musik.

Der dritte Kandidat im Bunde war Doyle Bramhall II im beliebten Musiktheater Piano in Dortmund. Der für seine Mitwirkung bei vielen großen Acts wie u. a. den Arc Angels, Eric Clapton, Fabulous Thunderbirds, Roger Waters, Tedeschi Trucks Band und Sheryl Crow bekannte Sänger, Gitarrist, Songwriter und Produzent, als auch Piano-Chefin Jenny Dore durften sich, über eine, für einen Sonntag erstaunlich, nahezu restlos gefüllte Location freuen (im Publikum übrigens auch Henrik Freischlader und Band, die sich das Konzert als Abschluss ihrer gerade beendeten Tour gönnten).

Der Halstuch-tragende Texaner entpuppte sich als recht in sich gekehrt und wortkarg (kaum Ansagen, außer ein paar der üblichen Standardfloskeln) und lenkte den Fokus, fast ausschließlich, auf seine Songs und das Treiben seiner Mitspieler, für die er ab und zu dann ein Lächeln erübrigte. Die Stimmung des Publikums war trotzdem ganz gut, aber eher eine Mischung aus Bewunderung und Anerkennung der musikalischen Klasse des Quartetts.

Doyle & Co. starteten mit dem schön groovenden „Keep You Dreamin'“ in das, für den Abend, festgelegte Programm, ein Stück aus dem aktuellen Album „Rich Man“, das wie so oft, dann auch im Mittelpunkt des Geschehens stand (mit weiteren Tracks wie „My People“, „Cries of Ages“, dem melodischen „November“ mit seinem R&B-Flair, „The Veil“, „Mama, Can’t Help You“, „Rich Man“, „New Faith“). Schon hier zeigte sich, dass Bramhall II nicht so großen Wert auf Darstellung seiner eigenen Person legte, sondern vordergründig, wie bereits oben erwähnt, eher eine recht gewichtige Einbindung seiner Mitstreiter favorisierte.

Die mussten dann auch ihre Multitasking-Fähigkeiten unter Beweis stellen: Basser Ted Pecchio, hatte neben seiner quirligen Fingerfertigkeit am Viersaiter, einige sporadische Vokaleinsätze, Ex JJ Grey-Schlagzeuger Anthony ‚AC‘ Cole, bediente neben seinem Parade-Instrument auch beim orientalisch anmutenden Instrumental „Saharan Crossing“ das Saxofon und hatte kurze Lead- und diverse Backgroundvocal-Einsätze.

Am schwersten musste der wild-gelockte Adam Minkoff schuften. Der wechselte ständig zwischen E-Gitarre und Keyboard, zeichnete sich für Harmoniegesänge verantwortlich, wurde als Cole-Ersatz beim o. a. „Saharan Crossing“ beim Drumming hart rangenommen und bewies bei der ersten Zugabe, dem The Impressions-Cover  „Choice Of Colors“, seine Frontgesangsqualitäten. Ein echtes Multitalent!

Höhepunkt war sicherlich das zum Finale des Hauptteils dargebotene, längste Stück,  „The Samanas“, das gegen Ende in einer nahezu psychedelischen Sound-Schlacht endete, bei der Doyle mit am Verstärker wedelnden Gitarrenbewegungen, haarsträubende, bis hin zu Tinnitus-fördernden Tönen erzeugte. Ein einziges infernalisches Klanggewitter! Da war der folgende Zugabenteil trotz des satt groovenden „Work To Do“ und der starken Uptemponummer „Green Light Girl“, bei dem Doyle nochmal auf der E-Gitarre solierte und brillierte, der reinste Erholungstrip.

Insgesamt ein gelungener Abend mit einem recht introvertierten Künstler Doyle Bramhall II, den man als Liebhaber von guter Rockmusik und Konzertbesucher einfach mal gesehen und gehört haben muss!

Line-up:
Doyle Bramhall II (Lead vocals, electric guitar, vocals)
Ted Pecchio (Bass, vocals)
Anthony ‚AC‘ Cole (Drums, saxophone, vocals)
Adam Minkoff (Electric guitar, keys, drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Doyle Bramhall II
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