Wishbone Ash – 14.01.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Wisbone Haupt

Das fängt ja richtig gut an! Zu unserem ersten, im SoS beleuchteten Konzert im Jahr 2017 machten Gernot und ich uns in das von uns beiden sehr geschätzte, wunderschöne, Jugendstil-verzierte Dortmunder Musiktheater Piano auf und erlebten zu dieser frühen Zeit, direkt einen potentiellen Anwärter auf den Gig des Jahres. Um es also vorwegzunehmen, es war ein klasse Abend!

Mit Wishbone Ash verbindet sich bei mir ein sehr hoher Sentimentalitätsfaktor, die Band war 1980 mein allererstes, richtiges großes Konzert-Event im noch zarten Alter von 17 Jahren, als sie damals mit einer Support-Truppe namens Headboys im Rahmen ihrer aktuellen „Just Testing“-LP in der Düsseldorfer Philipshalle (heute ja in Mitsubishi Electric Halle umfirmiert) gastierten.

In der Zwischenzeit hatte ich sie nochmals in Hamburg in der Großen Freiheit Nr. 36 und in der Stadthalle meiner Heimatstadt Rheinberg gesehen, was aber auch schon wieder fast eine Ewigkeit her ist, somit war unser gestriger Besuch in Dortmund, der insgesamt vierte Gig.

Von der damaligen Besetzung ist heute nur noch Andy Powell, dementsprechend auch als unbestrittener Leader, übrig geblieben, der mittlerweile mit Bob Skeat, Muddy Manninen und Joe Crabtree eine gut harmonierende Mischung aus Erfahren und Jung  für die britische Kultband gefunden hat.

Ach ja, im Vorprogramm spielte diesmal ein gewisser Steve Hill. Der hochtalentierte Kanadier war der  lebende Beweis, dass Männer durchaus Multitasking-fähig sein können. Ok, zugegebener Maßen reicht es bei den meisten Exemplaren unserer Gattung höchstens dazu, zwei bis maximal drei hübschen Frauen gleichzeitig hinterherzupfeifen, aber der Bursche war schon ein Muster an praktizierender Vielfältigkeit.

Der bluesrockte für eine gute halbe Stunde im Alleingang mit Gesang, Gitarre, Fußtrommel, und noch einem lustigen Aufsatz aus einem Gummiball mit darin befindlichem Stöckchen (sah fast aus wie eine Pinnocchio-Nase) am Kopf seiner Gitarre, den er parallel zur Saitenarbeit, auch noch auf die seitlich von ihm höher positionierten Drumbecken schlug.  Eine Mundharmonika kam sporadisch auch noch mit dazu. Also der Mann hat aus einer, in ihm wogen zu scheinenden Hyperaktivität, eine Tugend gemacht und therapiert sich mit einer multiplen Art, solo zu performen und  bekam dafür auch zum Teil staunenden und anerkennenden Beifall des Publikums. Ein echter musikalischer Zappelphilipp also.

Apropos Publikum. Das Piano war an diesem Abend rappelvoll, die Stimmung angesichts der starken Leistungen der Akteure demnach auch prächtig. Wishbone Ash stiegen um 20:30 Uhr mit dem Southern-angehauchten Instrumentalstück „Bona Fide“, ein um sich direkt im Twin-Bereich, dem großen Markenzeichen des Quartetts, warmzuspielen.

Es folgte das satt rockende „Eyes Wide Open“, bei dem sich Muddy Manninen mit starken Wah-Wah-Einlagen auf seiner Les Paul bereits als belebendes Element erwies. Er brachte insgesamt auch viel Blues- und Southern Rock-Flair in das Programm und erwies sich bei den Double Lead-Passagen als kongenialer Partner zu Chef Powell (natürlich hauptsächlich wieder auf seiner Flying V Gibsons spielend). Der wiederum führte seine Mannen bestimmend, aber auch sympathisch durch die Vorstellung, ein echter Charismatiker.

Und so ging’s über Tracks wie „You See Red“, „Front Page News“, einem weiteren Instrumental „The Spirit Flies Free“, zu einem ersten Zwischen-Highlight, als der Vierer mit „The King Will Come“ und „Throw Down The Sword“ in seine epische und religiöse Hochphase von einst eintauchte und dann noch das texanisch eingefärbte, southern rockige Stück „Rock’N’Roll Widow“ nachlegte.

Über „Take It Back“, dem wieder südstaatlich anmutenden Ohrwurm „Way Down South“ (natürlich wieder mit Double Leads, mit eines meiner Lieblingssstücke dieses Gigs), bei dem Powells E-Gitarre am Ende förmlich mitzusingen schien, „In Crisis“, das megastark gespielte „Open Road“ (was für ein E-Gitarrenfeuer!) und dem ZZ Top-ähnelnden, satt rockenden „Deep Blues“ (Manninen mit surrendem Slide auf einer Epiphone-E-Gitarre), mündete es in die Zielgerade.

Auf dieser wurde es mit dem vom 71er Album „Pilgrimage“ stammenden „Jail Bait“ und „Blowin‘ Free“ aus ihrem mit Kultstatus bedachtem Werk „Argus“, zum Ende des frenetisch bejubelten Hauptteils, nochmal richtig historisch.

Da konnte die fällige Zugabe dann nur noch „Phoenix“ lauten und die gab es auch in einer gewohnt furios und filigran, mit Tempo- und Atmosphärenwechseln verschachtelten, tollen Version dargeboten. Andy widmete übrigens dieses knapp 15 Minuten währende WA-Paradelied, den vom Krieg gebeutelten Menschen im syrischen Aleppo.

Insgesamt eine tolle Mischung aus altbekannten und mir auch neuen Nummern, die einen richtig in den Bann zogen. Der heute mittlerweile 66-jährige Andy Powell hat im Gegensatz zu vielen, sich nur noch mehr schlecht als recht selbst covernden Traditionsacts (z. B. Stones, ZZ Top, Molly Hatchet, Skynyrd), einen richtig guten guten Weg gefunden, diese seit über 40 Jahren agierende Band in Würde altern zu lassen. Im Klartext, der Vierer hat noch genug Feuer unterm Hintern und musikalische Klasse, um noch durchaus ein paar Jährchen weiter zu machen. Ein großartiger Abend, Wishbone Ash! Danke, wie immer, an Jenny Dore, für die unkomplizierte Akkreditierung.

Line-up:
Andy Powell (lead vocals, lead guitar)
Muddy Manninen (lead guitars, vocals)
Bob Skeat (bass, vocals)
Joe Crabtree (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Molly Hatchet – 15.12.2016, Kubana, Siegburg – Konzertbericht

Molly Hatchet

Molly Hatchet zählen in der Southern Rock-Retrospektive zweifellos mit zu den ganz großen und prägenden Acts des Genres. Gerade nach Skynyrds Flugzeugabsturz war die Band um Danny Joe Brown, Dave Hlubek, Duane Roland & Co. eine der neuen und vielversprechenden Hoffnungsträger der damaligen Zeit, die im Großen und Ganzen dann mit einigen starken Alben, zum Teil richtigen Klassikern, sich zu Recht einen Legenden-Status erarbeiteten.

Diverse Todesfälle, Geschacher um die Namensrechte, diverse Bandumbesetzungen (bis zum Spielen ohne ein einziges Originalmitglied), nachlassende Kreativität und das natürliche biologische Altern, wie bei allen unter uns, ließen mittlerweile aber peu à peu den einstigen Glanz der Band aus Jacksonville, Florida verblassen.

Ich hatte die Truppe damals noch zu ihren Paradezeiten zusammen mit den Outlaws, damals in der Essener Grugahalle, in der Ursprungsbesetzung erlebt, bei ihrem grandiosen Comeback auf der Lorelei unter Ingram-Regie, später nochmal in Dortmund (ist aber auch schon knapp 15 Jahre her), als es mit dem Zauber schon nachzulassen drohte. Alle Auftritte habe ich in absolut guter Erinnerung.

Mit ein bisschen Sentimentalität im Gepäck, die ja in uns Southern Rockern irgendwo verankert ist, entschloss ich mich mit unserem Fotografen Jörg Schneider (für ihn waren MH Premiere), zur Abrundung des Sounds Of South-Jahres,  die Gelegenheit, nach so langer Zeit, noch mal am Schopf zu packen und in Sachen Molly Hatchet, den weiten Weg in das schöne Sieburger Kubana anzutreten, das uns vom Preacher Stone-Auftritt vor gut einem Monat ja in bester Erinnerung geblieben war.

Der südlich von Köln gelegene Ort, nicht unbedingt als die pulsierende Metropole  bekannt (vor allem unter der Woche), war mit knapp 250 Zuschauern diesmal für einen Donnerstag durchaus gut besucht und gefüllt, der Name Molly Hatchet scheint bei den Gleichgesinnten, immer noch einigermaßen zu ziehen.

Was folgte, war leider eine einzige Enttäuschung. Es fing damit an, als nach 20:00 Uhr, dem Zeitpunkt des planmäßigen Beginns, die Mikrofone noch nicht richtig eingestellt waren (und im weiteren Verlauf auch meist nicht). Mir ist völlig schleierhaft, wie man bei dem technischen Know-How und seinen Möglichkeiten von heute, es immer wieder verbockt, einen ausgewogenen und transparenten Klang hinzubekommen, aber vielleicht war das ja auch nicht unbedingt gewollt.

Dann vermisste man Dave Hlubek, der auf allen Terminankündigungen bildlich mitgeführt wurde, dessen mittlerweile korpulente Erscheinung ich gerne mal wieder gesehen hätte. Demnach fehlte ein zweiter Gitarrenspieler, der im weiteren Verlauf selbst von einem starken Gitarristen wie Ingram, allein nicht zu kompensieren war.

Sänger Phil McCormack stellt vom körperlichen Erscheinungsbild und auch vom Gesang her, der größtenteils im überlauten Soundbrei unterging, eine fast bemitleidenswerte Person dar, außer ein paar ‚Hell Yeahs‘ und einem gelungenen Harp-Solo ist da nicht mehr viel an alter Stärke zu vermelden. Auch beim Rest hat das Musikerleben deutliche Spuren hinterlassen, die Rhythmusfraktion, bestehend aus Beamer (übrigens, eine der wenigen Unterhaltsamkeiten war die Windmaschine, die Shawns Haare ständig wehen ließ) und Lindsey, ist aber auch noch ganz gut bei Kräften.

Ingram bewies immerhin, dass er noch ein toller Gitarrist ist, dem aber das Zepter in Sachen würdevollem Fortbestehens/Abtretens dieser Truppe, massiv zu entgleiten droht. Dazu rannte ständig ihr ebenfalls vom Leben gezeichneter Roadie auf der Bühne herum, McCormack verschwand oft im Backstage-Bereich, Ingram musste mehrfach Instruktionen dorthin erteilen. Ach ja und einige Spiel- und Gesangseinsatzpatzer kamen auch noch dazu.

Das Quintett beschränkte sich im Großen und Ganzen auf die beiden ersten Alben der Originalband mit allen typischen Klassikern (u. a. „Whiskey Man“ als Opener, „Bounty Hunter“, „Gator Country“, „One Man’s Pleasure“, „The Creeper“, „Jukin‘ City“, „Dreams I’ll Never See“), huldigte Danny Joe Brown mit einer „Edge Of Sundown“/“Fall Of The Peacemakers“-Kombination (einer der Höhepunkte, zumal John Galvin und McCormack auch mal ganz gut zu hören waren) und Ronnie Dio mit „I’m Gonna Live ‚Til I Die“, dazwischen gab es noch „Beatin‘ The Odds“, vom 3. Album und „Devil’s Canyon“, vom einstigen Klasse-Comeback-Werk unter Bobby Ingrams neuer ‚Federführung‘.

Die einzige Zugabe nach vorheriger Vorstellung der Band wurde mit „Flirtin‘ With Disaster“ in einer grauenvoll gespielten und gesungenen Version abgewickelt, nicht einmal Ingrams Paradestück „The Journey“ wurde zum Besten gegeben. Ich war zutiefst enttäuscht, deprimiert und geknickt, das hatte teilweise was von einer Selbstdemontage. So habe ich mir ein Wiedersehen wahrlich nicht vorgestellt. Man kann eigentlich nur hoffen, dass die Band einfach nur einen schlechten Abend erwischt hatte, was ich allerdings nicht glaube.

Es steht mir sicher nicht zu, irgendwelche Ratschläge zu erteilen, zumal ja hier auch ganz sicher Existenzen dahinter stehen und zu berücksichtigen sind. Trotzdem halte ich ein Fortführen dieses Projekts in dieser Form für nicht mehr lange tragfähig. Vielleicht sollten sich alle Beteiligten neu orientieren oder Molly Hatchet drastisch verändern, ruhen lassen oder evtl. ganz ad acta legen. Gerade der immer noch agile Bobby Ingram könnte sich evtl. mal mit jungen talentierten, kreativen und hungrigen Musikern (ich denke, da gibt es im Süden der USA ja wohl genug) als Bobby Ingram Band oder, wie auch immer, ganz neu ausrichten.

Das traurige Fazit des Abends lautet jedenfalls: Es war die Enttäuschung im Sounds Of South-Konzertjahr schlechthin! Bei Weiterführung in dieser Konstellation flirtet Molly Hatchet zur Zeit ganz kräftig mit einem gewaltig großen Desaster in eigener Sache!

Vielen Dank trotzdem wieder an Jürgen Hoffmann vom tollen Kubana für die Akkreditierung. Der Club hat wirklich bessere Auftritte verdient.

Line-up:
Bobby Ingram (electric guitar, vocals)
Phil McCormack (lead vocals, harp)
John Galvin (keys, vocals)
Shawn Beamer (drums)
Tim Lindsey (bass, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Palace Of The King – 03.12.2016, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Wie bereits berichtet, hatte es der November arbeitstechnisch, in allen Belangen, ordentlich in sich. Zum Glück hält sich der bereits laufende Folgemonat, was Konzerttermine betrifft, bisher in eher überschaubaren Grenzen. Auf dem Programm stand aber in jedem Fall in unserer geliebten Krefelder Kulturrampe noch ein weiterer Act aus dem Teenage Head Music-Portfolio, und zwar die talentierten Jung-Aussie-Hard Rocker von Palace Of The King.

Auch wenn die Burschen vom Profil her, eher weniger in unser Magazin passen, hatten ihre beiden EPs und CDs, für die sie zurecht hohe Vorschuss-Lorbeeren erhalten hatten, doch unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Da gilt es für den Rezensenten halt, die Bezüge herauszuarbeiten, die sich dann auch zumindest in sporadischen Ansätzen, dank ihres Les Paul-Gitarristen und Harp-Spielers Leigh Maden, im Verlauf des Gigs herauskristallisierten.

Im Prinzip gab es aber, im Stile der Siebziger, ordentlich laut was auf die Ohren, eine unverkennbare Liebe zu Bands wie Led Zeppelin, Deep Purple & Co. zog sich wie ein roter Faden durch die Setlise, was letztendlich z. B. bei der umjubelten Cover-Zugabe „Bring It On Home“ nochmals deutlich unterstrichen wurde.

Es dominierten aber Stücke aus dem eigenen Fundus (im Mittelpunkt stand, wie so oft bei einer Tour, ihr aktueller Longplayer „Valles Marineris“), für mich immer ein besonders lobenswertes Kriterium. Auffällig, dass die Band um ihren blonden Frontmann Tim Henwood (vokal in Robert Plant-Gefilden angesiedelt), es vor allem dem weiblichen Geschlecht im Publikum angetan hatte. Die meisten Damen zappelten nämlich ziemlich intensiv und ausdauernd zu den riffigen Hard Rock-Rhythmen, die besonders durch das kraftvolle Drumming von Rauschebart-Träger Travis Dragani und dem Bassisten Anthony Licciardi Garcia gepaced wurden.

So gaben POTK vom Opener „Let The Blood Run Free“, über Sachen wie u. a.  „No Chance In Hell“, „Empire Of The Sun“, „Beyond The Valley“, „Ain’t Got Nobody To Blame By Myself“, „I Swear On My Life“ (Black Crowes-Flair, E-Solo dezent in Richtung ZZ-Top), das krawallige „We Are The Vampires“ bis zum finalen Track des Hauptteils „Take Your Medicine“ (starke Drum-/Bass-Passage, knarziges Les Paul Solo) einen umfassenden Überblick bezüglich ihres Schaffensspektrums.

Als Rausschmeißer und zugleich letzte Zugabe wurde King Elvis mit einer sehr schön shufflig dargebotenen Version von „Jailhouse Rock“ noch die Ehre erwiesen, wobei hier Sean Johnston an der Orgel und unser ‚Mann des Abends‘, Leigh Maden (der im Hauptteil bei einem Blues auch einen Lead Gesangs-Einsatz hatte) an der Harp (mit ordentlich Speed gegen Ende seines Solos), nochmals markante Akzente setzten.

Palace Of The King erspielten sich mit jugendlich forschem und knackigem, 70er-inspirierten Hard Rock (z. T. auch mit psychedelischem Touch) viele Sympathien in der Kulturrampe. Ein Sextett (es war demnach übrigens auch ganz schön eng auf der kleinen KR-Bühne), dem sicherlich dank seines kreativen Potentials in diesem Bereich noch eine erlebnisreiche Zukunft bevorsteht. Well done, boys!

Mein Dank für ein insgesamt tolles Konzertjahr 2016 in der Rampe an Pille und alle weiteren Beteiligten, sowie, was diesen Abend betrifft, an Fotograf Jörg Schneider, der für den kurzfristig erkrankten Gernot Mangold spontan eingesprungen ist.

Line-up:
Tim Henwood (lead vocals, percussion)
Matt Harrison (electric guitar, vocals)
Leigh Maden (electric guitar, harp, vocals, lead vocals)
Sean Johnston (keyboards, vocals)
Anthony Licciardi Garcia (bass, vocals)
Travis Dragani (drums)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Modern Earl – 26.11.2016, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

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Eigentlich hatte ich den aus Sounds Of South-Sicht ziemlich anstrengenden November in Sachen Konzerte schon gedanklich abgehakt und am Ende, nach diversen Terminen/Erledigungen am Tag, einen gemütlichen Fernseh-Abend auf der Couch geplant, zumal auch noch mein Kopf von der schönen Betriebsfeier der Firma, in der ich meine Penunzen verdiene, im ansehnlichen Lokschuppen in Bottrop, vom am Abend vorher, noch ein wenig brummte.

In Zeiten sozialer Netzwerke wird man ja mit Informationen regelrecht überflutet. Das meiste kann man schnell ad acta legen, sie haben aber auch zum Teil den Vorteil, dass man mit der Nase auf Dinge gestoßen wird, die einem vorher nicht bekannt waren oder die man vielleicht aus irgendwelchen Gründen ignoriert hätte.

Unser freier Mitarbeiter Peter Schepers hatte mich auf seinen Besuch eines Gigs von Modern Earl im Dortmunder Blue Notez aufmerksam gemacht und spätestens nach dem Ansehen ihres Clips zu „Hillbilly Band“ (der launige Song war natürlich auch mit im Programm), sagte mir mein Instinkt, dass man sich den Vierer aus Nashville nicht entgehen lassen sollte. Also hieß es, nochmals die Kräfte zu bündeln und ab nach Dortmund, wo das nette umd hilfssbereite Blue Notez-Team noch schnell die Akkreditierung klar machte.

Fotograf Peter war ja vor Ort und so kam es dann auch zu unserer ersten gemeinsamen Zusammenarbeit. Der klotze im Stile eines früheren Dortmunder Mittelstürmers natürlich richtig rein, und knipste unter vollstem Körpereinsatz, aus und in allen erdenklichen Lagen. Vorbildlicher Einsatz! Herzlichen Dank!

Der Vierer aus Nashville mit dem bulligen Fronter Christopher Earl Hudson (ein echter raubeiniger Redneck-Typ, aber unheimlich nett, typische Genre-Stimme), Ethan Schaffner, Ben Hunt und Dan Telander, stiegen nach dem Motto, das sie vermutlich auf ihre eigene Fahne geschrieben haben, ‚Paid To Party‘, in das in zwei Sets angelegte Konzert ein. Im Mittelpunkt stand natürlich das aktuelle Modern Earl-Live-Werk, das im Rahmen des anstehenden Weihnachtsfestes als Geschenk u. a. auch gesanglich angepriesen wurde („… I’ll wish you a happy Christmas, if you buy our CD…“, eingebunden in eine starke ruppige Cover-Version von „T For Texas“).

Thema Cover-Stücke: Die Band hatte neben besagtem „T For Texas“ (Schaffner slidet mit Bierpulle) einige Nummern im Programm, die man eigentlich schon zu Genüge vorgeduddelt bekommen hat („I Know You Rider“, „Angel From Montgomery“ und „Sweet Home Alabama“), präsentierte die aber in solch fulminanten und teilweise ungewöhnlichen Versionen, dass man durchaus mehr als angetan war. Gerade das inflationäre  Skynyrdsche „SHA“ wurde in einer derart punkigen Speedversion abgerockt, dass einem wirklich die Spucke weg blieb. Da können sich die Original-Wiederkäuer mal eine Scheibe von abschneiden.

Mich persönlich interessierten natürlich die eigenständig kreierten Stücke des Quartetts am meisten. Auch die wussten allesamt zu überzeugen. „Whiskey On The Table“ (klassischer Southern Country Rock) , „Catfish & Titties“ (fetter Stampfer, Slide-Solo), mein Highlight des Abends „Blame The Bottle“ (wunderbar fluffiger melodischer (New) Country Rock, mit kurzem „Can’t You See“-Intermezzo) oder das wuchtige „Devil’s Playhouse“ (ein swampiger Southern Blues Rocker) hießen die Kostproben des ersten Sets, klasse hier zudem der alte, seiner Zeit durch die Osborne Brothers bekannte Blue Grass-Heuler „Rocky Top“, bei dem der starke Gitarrist Ethan Schaffner (eine Art Keith Urban-Typ, bis dato zunächst eine Telecaster bedienend) auch seine variable Spielfreudigkeit am Banjo (dazu auch mit Einsätzen an der Lap Steel) offerierte.

„Hot Dam“ (sehr schön shaky) , das bereits angeführte „Hillbilly Band“ (Schaffner mittlerweile mit einer Flying V-Gitarre zu Gange, starkes E-Solo), „Road Trippin'“ (lässig groovend), „Whiskey Sister“ (hymnisch, Twin-Part, Highlight!), „Backwoods Betty“ (flockiges Uptempo), „That Girl Can Drink“ (aus der Feder von Ethan, swampiger SR)  und „Bloody Mary Morning“ (grassiger Countryfeger mit Banjoführung, energiegeladenes Drum Solo am Ende von Dan Telander) bewiesen, dass die Jungs aus Tennessee, immenses Kreativ-Potential in sich stecken haben. Zu erwähnen sind sicher auch die gut sitzenden Harmoniegesänge der drei Musiker in vorderster Front, teilweise auch im Accapella-Stil.

Das brandneue „Gone To The Country“ wurde als erste Zugabe performt, bevor dann das furiose „Sweet Home Alabama“ mit eingestreutem „Walk On The Wild Side“-Zwischenpart einen höchst unterhaltsamen Gig beendete.

Fazit: Gut, dass man verlässliche Freunde in sozialen Netzwerken hat und auch schön, dass man sich auf seine Intuitionen noch verlassen kann, sowie keine spontanen Aktionen scheut. Ansonsten wäre diese starke und sympathische Band vermutlich an mir vorbeigerauscht. Modern Earl stehen ab jetzt in jedem Fall immer auf der To-Do-Liste, sollte irgendetwas im Rahmen dieses Magazins anstehen. Eine tolle energiegeladene und mitreißende Southern-Truppe!

Line-up:
Christopher Earl Hudson (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Ethan Schaffner (electric guitar, banjo, lap steel, vocals)
Ben Hunt (bass, vocals)
Dan Telander (drums)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

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Hundred Seventy Split – 17.11.2016, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Hatten wir tags zuvor bei The Cadillac Three im Kölner Luxor noch den ungestümen Musiknachwuchs in Form knallharten Southern Rocks begutachtet, stand schon am nächsten Abend der nächste Gig an, allerdings wieder eher im Zeichen unserer Altersklasse… Hundred Seventy Split traten im heimischen Schwarzen Adler auf. Und so hatten sich im, für einen Wochentag ziemlich gut gefüllten Rheinberger Blues Club auch viele Leute eingefunden, die ähnlich wie wir, bereits die Jugend des Alters beschritten haben.

Das Trio mit Bass-Legende Leo Lyons, Gitarren-Hexer Joe Gooch und Drummer Damon Sawyer, ist ja quasi in einem Atemzug mit der Kultband Ten Years After zu nennen, die parallel auch immer noch aktiv ist. Lyons war ja TYA-Originalmitglied, Gooch hatte bereits früher über einen langen Zeitraum Alvin Lee ersetzt. Demnach wurden natürlich einige Klassiker aus guten alten Zeiten zum Besten gegeben.

Joe hatte an diesem Abend mit Halsschmerzen zu kämpfen und war von Adler-Inhaber Ernst Barten noch medizinisch versorgt worden. Er ließ sich aber so gut wie nichts anmerken und zog, mit leicht heiserer Stimme, die Show professionell durch. Vor allem seine filigranen Gitarrenkünste waren schon alleine den Besuch wert. Ein echter Wizard.

Leo Lyons, mittlerweile weit in den Siebzig angelangt, führte mit charmanter und humorvoller Art im Stile eines britischen Gentlemans die Song-Ansagen durch und bewies, dass man auch im gesetzten Alter immer noch flink und energiegeladen, die Finger über ein Saiteninstrument fliegen lassen kann. Gegen Ende griff er für zwei Tracks dann auch am großen Contrabass in die Strings. Drummer Damon Sayer blieb nur die Rolle im Hintergrund über, die er aber mit kraftvollem und effektivem Drumming angenehm ausfüllte.

Die Eröffnung des in zwei Sets unterteilten Konzerts stand mit „The Game“ (mit psychedelischen Kurzphasen) und dem swampigen, mit dezentem Southern Rock umwehten „I Grew Up In The Muddy Waters“ im Zeichen des neuen Werkes „Tracks“. Erstes Futter für die Nostalgiker im Raume gab es mit „Fifty Thousand Miles Beneath My Brain“ (stoneske Note). Weitere Exemplare von Anno dazumal wurden in Form von „Good Morning Little School Girl“ und „Love Like A Man“ zum Abschluss der ersten Hälfte dargereicht. Klasse in diesem Set auch noch der Slow Blues “Going Home” (von „The World Won’t Stop“), bei dem Gooch für mich das beste seiner vielen quirilgen Soli einbrachte. Er braucht sich, was seine spielerische Qualität angeht, hinter Größen wie Joe Bonamassa & Co. wirklich nicht zu verstecken.

Der zweite Part stand dem ersten in Nichts nach. Den Auftakt hier machte das orientalisch verpackte „Looking For A Sign“, für das Joe eine spezielle E-Gitarre verwendete, griff dann aber für das End-Solo wieder auf seine stark malträtierte türkis-weiß-farbende Stratocaster zurück. Das swampige „Pork Pie Hat“, der Footstomper „Coming Back Around“ und das Blues-Traditional „Devil To Pay“ ( für beide greift Leo zum Contrabass), das starke „Gonna Dance On Your Tombstone“, sowie der countryeske Schunkler „Tennessee Plates“ (auf Zuschauerwunsch hin), wieder mit herrlich quirligen Gooch-Soli, waren die nächsten Meilensteine.

Der lässig groovende Rocker„The Smoke“ (Leo lässt seinen Bass schwer pumpen) bildete den launigen Abschluss des Hauptteils. Das begeisterte Publikum forderte vehement Nachschlag und wurde mit „King Of The Blues“ (erinnerte phasenweise an ZZ Tops „La Grange“) und, last but not least, mit dem TYA-Parade –Stück „I’m Going Home“ mit Medley-haft integirierten, weiteren Klassikern wie u. a. „Baby Please Don‘t Go“, „Blue Suede Shoes“, „Whole Lotta Shakin‘ Goin‘ On“, etc. gebührend belohnt.

Fazit: Ein starker Abend mit Hundred Seventy Split, der einen gelungenen Spagat aus alt-ehrwürdigem und modernem Blues Rock-Material offerierte. Leo Lyons charismatische, wie auch sympathische Ausstrahlung, sein immer noch lebhaftes Treiben im Tieftöner-Segment in Kombination mit Goochs Gitarrenkünsten sind absolut einen Besuch wert. Selbst unser spezielles Southern Rock-Nischen-Magazin konnte sogar sporadische Bezugspunkte ausmachen. Der Sound war klasse. Insgesamt also eine kurzweilige Sache! Danke erneut ans Adler-Team für die problemlose Akkreditierung.

Line-up:
Joe Gooch (lead vocals, guitar)
Leo Lyons (bass)
Damon Sawyer (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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The Cadillac Three – Support Tyler Bryant & The Shakedown – 16.11.2016, Köln, Luxor – Konzertbericht

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Das langsam auf’s Ende zu gehende Jahr hatte noch mal ein heiß ersehntes Highlight für uns parat. In Zusammenarbeit mit Oktober Promotion (danke hier an Olli Bergmann & Co. für die perfekte Organisation) wurde uns ein Interview mit Jaren Johnston und seinen Jungs im Kölner Luxor ermöglicht, dem dann natürlich im Anschluss auch noch das Konzert folgte. Aufgrund der großen Nachfrage war der Gig recht kurzfristig vom MTC dorthin verlegt worden.

Zunächst peitschten jedoch Tyler Bryant & The Shakedown (Tyler Bryant, Caleb Crosby, Graham Whitford, Noah Denney) aus Nashville ziemlich hart und heftig ein. Eine typische Anheizerband der besseren Sorte, die auch vom Publikum sehr gut angenommen wurde. Mir fehlte ein wenig der Wiedererkennungswert bei den meisten Songs, trotzdem waren viel Talent und einige gute Ansätze bei den Burschen unverkennbar. Die stärkste Phase begann, als Fronter Tyler Bryant eine Dobro zum Einsatz brachte. Hängen blieben Songs wie „Mojo Workin‘“, das fetzige „House That Jack Built“ und die Abschlusstracks wie das Delta-bluesige „Last One Leaving“ und „Lipstick Wonder Woman“ (mit wilder Drum-Attacke von Caleb Crosby) mit einer abgekoppelten Trommel direkt am Bühnenrand. Das Quartett erntete am Ende zu Recht tosenden Applaus.

Kurz nach 22:00 Uhr betraten The Cadillac Three die Bühne und ließen mit dem Opener „Back It Up“ und „Tennessee Mojo“ von ihrem Debüt den Laden sofort brodeln. Auch das Trio um Leader Jaren Johnston wählte an diesem Abend eine ziemlich barsche und kraftstrotzende Gangart, dass man, vom Stil her, eigentlich schon von Southern Hard Rock sprechen kann. Trotzdem merkte man sofort, dass hier eben ein Songwriter wirkt, der Stücken, eine Aura verleihen kann.

Nicht umsonst zählt Jaren (übrigens eine Whiskey Myers-Mütze tragend) seit geraumer Zeit zu den hippesten Leuten in Music City auf diesem Gebiet, bekannter Weise zählen absolute Größen wie Steven Tyler, Keith Urban, Tim McGraw, Jake Owen u. v. m., auf der Liste der dankbaren Abnehmer seiner Ideen.

„Party Like You“ hieß die erste Nummer aus ihrem aktuellen Werk „Bury Me In My Boots“ gefolgt vom stampfenden „I’m Southern“ und „I’m Rockin‘“, bei dem der Titel Bände sprach. Das Titelstück des neuen Albums „Bury Me In My Boots“ ließ aufgrund des markanten und mitgrölbaren Refrains den Laune-Pegel erstmals richtig in die Höhe schießen. Knackig und rhythmisch ging es mit „Slide“ weiter. „Drunk Like You“ mit schönem Slide-Solo von Kelby Ray auf einer seiner diversen Lap Steel-Teile und das wunderbare „Running Red Lights“ gewährten eine kurze Phase der inneren Einkehr.

Über „Whiskey Soaked Redemption“, „Peace Love & Dixie“, dem swampigen „Down To The River” ging es schon zügig Richtung Ende des Haupteils, der mit “Days Of Gold” nach knapp 70 Minuten sein kurzweiliges Ende fand.

Die erste Zugabe „Honey Bee“ erwies sich als schöne Geste der Wertschätzung in Richtung Tyler Bryant & The Shakedown. Der Tom Petty-Klassiker wurde von beiden kompletten Bands im Kollektiv performt, was natürlich ein riesen Tohuwabohu auf der Bühne implizierte. Das vom Publikum vehement eingeforderte „White Lightning“ trieb den Stimmungspegel in weitere Höhen, am Ende sogar noch getoppt vom herrlichen Rausschmeißer „The South“, bei dem es dann natürlich kein Halten mehr gab.

Nach ihrem begeisternden Auftakt in Berlin, haben The Cadillac Three auch die Herzen ihrer Kölner Zuhörerschaft im Sturm erobert. Man merkte, dass die Jungs von der überschwappenden Begeisterung und auch der Textsicherheit ihrer Audienz in unserem Lande sichtlich angetan waren. So verließen final beide Seiten diesen unterhaltsamen Event mit glücklichen und zufriedenen Gesichtern. Eine typische Win-Win- Situation – was will man am Ende  von so einem November-Abend, mitten in der Woche, mehr? Also, ganz klar: Alles im Lack bei The Cadillac Three!

Line-up: The Cadillac Three
Jaren Johnston (lead vocals, guitars)
Neil Mason (drums, vocals)
Kelby Ray (lap steel, vocals)

Line-up: Tyler Bryant & The Shakedown
Tyler Bryant (lead vocals, eletric guitar, dobro)
Caleb Crosby (drums, vocals)
Graham Whitford (eletric guitar, vocals)
Noah Denney (bass, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Oktober Promotion
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Craving Hands – 12.11.2016, Ledigenheim, Dinslaken-Lohberg – Konzertbericht

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Die Craving Hands hatten in den mittlerweile berühmt-berüchtigten Dinslakener Stadtteil Lohberg geladen! Wer jetzt als Außenstehender mutmaßt, dass die Band etwa ihre Konvertierung in eine andere Religionsgemeinschaft groß feiern würde, dem sei gesagt, dass er völlig auf dem Holzweg sei, das beliebte Quintett wollte es mit speziellen Gästen schlichtweg zum 20-jährigen Bühnenjubileum unter dem Motto ‚Still Moving On‘ ordentlich krachen lassen.

Kurzer Review: Meine persönliche Beziehung zur Band reicht bis an die Jahrtausendwende zurück. Da hatte ich das Vergnügen, ihr, in jeder Hinsicht stark gemachtes Werk „Working Overtime“ für das damalige Online-Musik-Magazin Home Of Rock, dessen Mitbegründer ich war, zu besprechen. Kurze Zeit später hatte ich die Gelegenheit, die Jungs bei ersten Konzerten kennenzulernen. Frank Ipach zeigte sich schon zu dieser Zeit nicht nur als charismatischer Sänger, sondern offerierte auch sein Talent, Musikkritiken in Form geflügelter Worte, in kompetente Berichte umzumünzen.

Da passte es zum Anlass meines 40-jährigen Geburtstags, bei dem die Craving Hands dann auch, immer noch dankenswerter Weise, für die musikalische Unterhaltung sorgten, ihn ins HOR aufzunehmen. Unsere gemeinsame Zeit war allerdings nur von kurzer Dauer, nach unüberbrückbaren Querelen in der Gruppe, verließ ich samt einiger anderer Kollegen das Magazin, um für einen Nischen-CD-Mailorder tätig zu werden und parallel die neue Plattform Rocktimes ins weltweite Netz zu bringen. Frank verblieb noch eine Weile und gründete dann aber aus vermutlich den gleichen Motiven Hooked On Music, wo er bis zum heutigen Tage im Großen und Ganzen, auch das Ruder in der Hand hält. Meine Wenigkeit führt jetzt seit gut einem Jahr diese Webseite. Alle genannten Magazine existieren erstaunlicher Weise auch heute immer noch parallel nebeneinander.

Genug in der Vergangenheit gekramt! In den sozialen Netzwerken war die Werbetrommel intensiv gerührt worden, demnach war das schöne Ledigenheim, gelegen in einer typischen früheren Zechensiedlung, ziemlich gut gefüllt. Während Kollege Gernot sich schonmal zwecks guter Fotos in der Nähe der Bühne positioniert hatte, war mir in der ersten halben Stunde des Gigs, das Vergnügen zu Teil, für die Kompensation des zu erwartenden Flüssigkeitsverlustes zu sorgen.

Drei sich im Rentenalter befindliche Personen (eine Dame, zwei Herren), zapften dort noch nach guten altem Brauchtum, das Pils in 0,2 l-Gläsern im Sieben-Minuten-Turnus und wickelten jede Bestellung in stoischer Ruhe einzeln ab. Somit wurde hier so manch durstiger Mensch auf eine harte Geduldsprobe gestellt und zur Entwicklung von optimierten Trinkstrategien, im Rahmen der bestehenden Situation, gezwungen.

Kommen wir zum musikalischen Teil. Ihr alter Weggefährte und Songschreiber Hans, damals unter J. W. Zaksek firmierend, führte durch das, in mehrere Segmente aufgeteilte Programm. Bis zu ersten Pause wurden dabei u. a. Tracks aus ihrer Tom Petty-Cover-Phase („Won’t Back Down“), dem Erstwerk „Dancing Through Aisles“ („Modern England“, „My Destiny“), dem Nachfolger „Working Overtime“ (inkl. dem Hit „Light Ahead“, „Julia“ und dem folkigen „Take Me Away“ mit Olaf Behrends an der Mandoline), sowie „Download Believers“ vom, unter ominösen Umständen, vernichteten geplanten Drittwerk, das demnach nie zustande kam, zum Besten gegeben.

Die zweite Hälfte stand dann ganz im Zeichen von Covermusik, der sich die Band dann bis zum heutigen Tage zugewandt hat. Über Sachen von Paul Weller („Wild Wood“, dem groovigen „Wishing On A Star“), Clapton-Stücken wie „Blues Power“, „Lay Down Sally“, „White Room“ (Cream), schloß sich der Kreis des Hauptteils mit Tom Petty-Klassikern, wie schon zu Anfang des Events. Großartig hier besonders das melancholische Südstaaten-Kleinod „Southern Accent“. Die bekannten Hits „Into The Great Wide Open“ und „Free Falling“ dienten als zum Finale perfekt gewählte Stimmungshöhepunkte.

Der mittlerweile ganz schön ins Schwitzen geratene Leader Frankie und seine Kumpel Olaf, Atti, Lutz und Joachim wurden vom begeisterten Publikum für die fälligen Zugaben auf die Bühne zurückapplaudiert. Doors‘ „Riders On The Storm“ und Bowies „Heroes“, sowie eine fulminante Version des Marley-Stücks „I Shot The Sheriff“, bei dem die Ex-Weggefährten Ute Wilczewski, Jochen Lehmann und Olaf Barnscheidt, die zuvor auch schon sporadisch in Aktion getreten waren, nochmal im Kollektiv zum Einsatz kamen, huldigten verstorbene Musikgrößen als krönendem Abschluss und ließen auch den Puls meines Classic Rock-affinen Kollegen Gernot höher schlagen.

Fazit: Ein angenehmer, runder und gelungener Abend mit den Craving Hands, der das Schaffen der Band in einem passsenden Rahmen, samt der vielen Bekannten des Fünfers, sehr schön reflektiert hat. Wir wünschen den Burschen weiter von ganzem Herzen ein spaßiges und erfolgreiches musikalisches Bestehen. Zum 50-jährigen Jubileum der Truppe werden ganz sicher alle, inkl. uns, wieder kommen, auch wenn die/der eine oder andere, dann vermutlich schon einen Rollator vor sich her schieben wird. In diesem Sinne: ‚Rock on‘ Craving Hands!

Line-up:
Frank Ipach (vocals, electric guitar)
Olaf Behrends (electric guitar, mandolin, vocals)
Lutz Weigang (keys, acoustic guitar, vocals)
Atti Stoppek (drums)
Joachim Burger (bass)

Gäste:
Olaf Barnscheidt (electric guitar)
Ute Wilczewski (Vocals)
Jochen Lehmann (saxophone, flute)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Craving Hands bei Facebook

Preacher Stone – 09.11.2016, Kubana, Siegburg – Konzertbericht

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Asche auf mein Haupt. Preacher Stone hatte ich, ehrlich gesagt, gar nicht auf dem Schirm. Ich wusste zwar, dass das Sextett, samt seiner Mannen Ronnie Riddle, Marty Hill, Ben Robinson, Jim Bolt, Johnny Webb und Josh Wyatt mit „Remedy“ eine neue CD am Start hat, aber, dass die Burschen hier in Deutschland auftauchen würden, war mir erst vor einigen Tagen mittels der sozialen Netzwerke bekannt geworden.

Einer meiner FB-Bekannten hatte ihren Gig im Real Music Club in Lauchhammer besucht und mich derart angespitzt, deren nächstes Konzert in Siegburg zu begutachten, dass ich die vermutlich beschissene Fahrerei (über Düsseldorf/Köln) zum Feierabend hin, erstmal geistig ausgeblendet habe. Nach einigem Hin und Her, wollte mich Fotograf Jörg Schneider, trotz beruflichen Stresses, dann doch nicht alleine losdüsen lassen, fuhr mit und erwies sich gerade durch das herrliche abendliche Köln um diese Zeit, als kompetenter Lotse.

So kamen wir auch 19:50 Uhr in Siegburg pünktlich an, wo uns dann der Regen nochmal vom Parkplatz bis zum Eingang des schönen Kubana-Clubs eine feuchte Brise ins Gesicht schickte. Der sehr toll und großzügig gestaltete, geschätzt durchaus 300 Zuschauer fassende Club, begrüsste uns dann mit der nächsten Ernüchterung: Inklusiv uns, wollten gerade mal 30 hartgesottene Leute, den Jungs aus Charlotte, North Carolina beiwohnen.

Die steckten das aber profihaft weg (Keyboarder Jonny Webb meinte nach dem Gig zu uns, dass es ihre Einstellung nicht beeinflusst, ob 10 oder 10.000 Besucher da sind – wir meinen, das ist überaus vorbildlich!), und begannen pünktlich um 20.00 Uhr mit dem satt stampfenden „Tractor Pull“.

„Day Late“ im Anschluss, vom bei uns auch reviewten „PayDirt„, stand im Zeichen eines starken Les Paul-Solos von Ben Robinson. Das Slide-betonte „Lazarus“ (Marty Hill auch im weiteren Verlauf mit vielen starken Bottleneck-Szenen auf sich aufmerksam) war das erste Stück vom neuen o. a. Werk , das mit weiteren Sachen wie u. a.  „Living The Dream“, „Lucky“, „Silence Is Golden“ und dem Titelstück „Remedy“ natürlich im Mittelpunkt stand.

Die anderen drei Alben der Band wurden natürlich mit Tracks wie „Old Fashioned Ass Whoopin‘ Sum Bitch“ (vor dem Song wurden erstmal ein ein paar Bierhumpen eingenommen), „That’s Just The Whiskey Talkin'“, dem launigen „Homegrown Hoedown“ (Ronnie Riddle u. a. mit Harp-Solo), „Come On In“, „Early Mornin‘ Rise“, „Not Today“ (Ronnie zitiert während des Songs die anwesenden Besucher zur Bühne und schüttelt allen die Hände) oder „Me And Mine“ ebenfalls nicht unberührt gelassen.

Als Coverstücke gab es Skynyrds „I Know A Little“ in Kombination mit Charlie Daniels‚ „The South Gonna Do It Again“ (Ronnie wedelte hier den solierenden Musikern mit einem roten Handtuch frische Luft zu, Drummer Josh Wyatt dann mit diesem auf dem Kopf mit Blind-Drum-Solo) und Led Zeppelins „Kashmir“. Mit dem, der der gerade frisch im US-Präsidentwahlkampf unterlegenen Hillary Clinton, gewidmeten „Blue Collar Song“ als Zugabe, veraschiedete sich Preacher Stone nach 1 3/4 Stunde Spielzeit (die verflog wie im Nichts) als eine sympatische,  und immens Gas gebende Southern Rock-Truppe der zünftigeren Art.

Der insgesamt starke Auftritt von Preacher Stone hätte ein volles und brodelndes Haus mit biertrinkenden Rednecks (Jörg und ich mit gerade mal zwei jämmerlichen Becks) sowie hüftschwingenden und kreischenden Southern-Mädels ganz klar verdient gehabt. Hoffentlich haben die Jungs  um Ronnie Riddle & Co. bei den noch folgenden Konzerten ihrer ersten Europa-Tournee in Dänemark und Schweden erheblich mehr Resonanz. Wir gönnen es diesen netten Typen von ganzem Herzen.

Jörg und ich hatten einen vermutlich denkwürdigen und seltenen Insider-Abend mit vielen fetten E-Soli (diversen herrlichen Twin-Einlagen), gurgelnder Orgel, HT-Piano, satt pumpenden Bässen, heftig polternden und scheppernden Drums als auch einem temperamtvollen kommunikationsfreudigen Shouter erlebt. War echt klasse. Die Rückfahrt bescherte uns als kleines Zusatzgeschenk noch die Teilsperrung der A3 wegen nächtlicher Brückenbauarbeiten, sowie eine nette Mischung aus Schneefall und Dauerregen, aber da lachen echte Souther Rocker doch am Ende drüber, oder?

Vielen Dank in jedem Fall auch an Jürgen Hoffmann vom Kubana für die spontane Akkreditierung.

Line-up:
Ronnie Riddle (lead vocals, harp)
Marty Hill (electric guitar, slide)
Ben Robinson (electric guitar)
Johnny Webb (keys)
Josh Wyatt (drums, percussion)
Jim Bolt (bass, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Preacher Stone
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Kubana Siegburg
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Ten Years After – 03.11.2016, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Bericht und Bilder: Jörg Schneider

Endlich! Die Helden meiner Jugend treten fast 50 Jahre nach ihrer Gründung mal wieder in meiner alten Heimatstadt Dortmund auf. Diesmal im Musiktheater Piano, einer Location, die immer ein Garant für gute live Acts ist! Zuletzt hatte ich Alvin Lee mit seiner Truppe irgendwann Anfang der 80’er Jahre in der Dortmunder Westfalenhalle gesehen. Da mir das Konzert noch in bester Erinnerung war, hab ich mir natürlich sofort voller Neugier auf die neu formierte Band, eine der letzten Karten für den Gig am 3.11. im Piano besorgt. Die Fahrerei nach Dortmund war natürlich wieder eine Katastrophe, dennoch war ich eine Stunde vor Konzertbeginn da und konnte mir noch einen guten Platz direkt vor der Bühne sichern, dem Konzertgenuss und -shooting stand also nichts mehr im Wege.

Das aktuelle Line-up der Band besteht aus den beiden Gründungsmitgliedern Ric Lee (Schlagzeug), der nicht, wie vielfach fälschlicherweise angenommen, ein Bruder des 2013 viel zu früh verstorbenen Alvin Lee ist, und Chick Churchill (Keyboard). Den Bass bedient seit 2014 Colin Hodgkinson und Alvin Lee ersetzt nun Markus Bonfanti (Gitarre, Gesang und Harp). Auch bei den beiden Letztgenannten handelt es sich um musikalische Schwergewichte: Colin „Bomber“ Hodgkinson hat schon für Alexis Korner, Emerson, Lake & Palmer, Whitesnake, Chris Farlowe, Konstantin Wecker und sogar für Peter Maffay in die Saiten gegriffen. Auch Markus Bonfanti, zu dessen Vorbildern u. a. Jimmy Page zählt, kann auf eine lange Referenzliste mit z. B. Robert Cray, Jack Bruce, Beth Hart, John Mayall, Ginger Baker un, Eric Burdon verweisen. Genug Gründe also, das Konzert der Bluesrock-Urgesteine mit Spannung zu erwarten.

Pünktlich um 20 Uhr betraten die alten Herren dann unter lautem Beifall des Publikums, zu dem erstaunlicherweise auch zahlreiche junge Fans gehörten, die Bühne des wohl ausverkauften Musiktheater Piano und legten sofort mit dem seltener gespielten Klassiker „Sugar The Road“ von ihrem 1970’er Album „Cricklewood Green“ los. Was dann in den nächsten 90 Minuten folgte, war ein Feuerwerk vieler bekannter TYA-Hits aus den Jahren 1969 bis 1973, darunter u. a. auch die Songs „One Of These Days“, „Hear Me Calling“, „50000 Miles Beneath My Brain“, „Love Like A Man“, „I Say Yeah“ und „Good Morning Litte School Girl“. Ohne nennenswerte Pause und ohne Ermüdungserscheinungen rockten die alten Recken die insgesamt 15 Stücke ihrer Setliste mit beachtlicher Spielfreude.

Allen voran natürlich der im Vergleich zu den übrigen Bandmitgliedern noch vergleichsweise jugendliche neue Frontmann Markus Bonfanti. In der Mitte des Sets gab es dann den Titel „Colin’s Thing“, ein neuer Track offenbar extra von Colin Hodgkinson geschrieben. Mit einem minutenlangen Bass-Solo, an dessen Ende es tosenden Applaus gab, spielte er sich in die Herzen der Zuhörer. Auch Ric Lee kam zu seinem Recht und performte in „The Hobbit“ ein schier endlos scheinendes Schlagzeugsolo. Ric Lee hat’s trotz seiner 71 Jahre immer noch drauf und gehört noch lange nicht zum alten Eisen! Das Abschlussstück bildete dann, wie kann es anders sein, das legendäre „I’m Going Home“.

Das Publikum war aus dem Häuschen und feierte frenetisch mit, was Frontmann Markus Bonfanti zu sagen veranlasste, dass sie am liebsten nur noch in Dortmund spielen würden. Klar, dass die Band natürlich nicht ohne lautstarke „Zugabe-Rufe“ von der Bühne gehen konnte. So dauerte es dann auch nicht lang und die vier standen für zwei weitere Stücke auf der Bühne. Als Bonus gab es dann noch „I Woke Up This Morning“ und das rockige „Choo Choo Mama“.

Insgesamt klangen die neuen alten TYA natürlich nicht mehr ganz so wie vor 45 Jahren, aber immer noch TYA-typisch, was sicherlich auch dem exzellenten Bassspiel von Colin Hodgkinson und der Fingerfertigkeit von Markus Bonfanti an der Gitarre geschuldet ist. Den größten Unterschied macht aber eindeutig die Stimme des neuen Frontmanns Bonfanti. Seine Stimme ist rauer und live von der Tonlage eher eine Bassstimme, als eine Tenorstimme, wie sie Alvin Lee hatte.

Auch fehlten die teilweise Jazz-angehauchten und spacigen Einflüsse, die es früher bei TYA gab. Die Stücke klingen heute alle etwas rotziger und frecher, was durchaus nicht schlecht ist, aber eben ein wenig anders. Eingefleischten TYA-Fans fällt das natürlich sofort auf. Nichtsdestotrotz war es ein geiles Konzert mit junggebliebenen Bluesrock-Veteranen. So endete der Gig nach zwei vergnüglichen Stunden und entließ ein durchweg begeistertes Publikum in die Dortmunder Nacht. Herz, was willst Du mehr!

Line-up:
Markus Bonfanti (lead vocals, guitar, harp)
Chick Churchill (keys)
Colin Hodgkinson (bass)
Ric Lee (drums)

Ten Years After
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Musiktheater Piano
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The Broadcast – 04.11.2016, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Es wird ein arbeitsintensiver Monat für Sounds Of South, dieser November, vor allem, was wir uns in Sachen Konzerte vorgenommen haben. Den Anfang machte die US-Band The Broadcast aus dem Teenage Head Music-Portfolio. Fotograf Gernot hat, was sein Arbeitsgebiet angeht, nochmal kräftig aufgerüstet und war mit einer ganzen Armada an Objektiven angereist (u. a. jetzt mit Fish-Eye), schraubte und knipste, was seine Kamera betraf, fast wie im Rausch.

Ort des Geschehens war erneut unsere geliebte Krefelder Kulturrampe, die zu diesem Event auch wieder sehr gut besucht war. KR-Chef Pille Peerlings stellte sich 21:15 Uhr vors Mikro und gab die Bühne für das, aus Caitlin Krisko,
Aaron Austin, E’Lon Jordan-Dunlap, Jaze Uries und Tyler Housholder  bestehende Quintett frei.

Der Fünfer um die energiegeladene Fronterin Caitlin Krisko, die in ihrer temperamentvollen Art und auch, was Stimme und ihr Äußeres betrifft, fast als eine Tochter von Wynonna Judd, durchgehen könnte (natürlich nur rein metaphorisch gesehen), ließ es mit „Rock Steady“, zünftig und rhythmisch losrocken.

Das Stück diente auch schon fast als Blaupause für den weiteren Verlauf des Abends und stellte bereits die Trademarks der Band bestens heraus: Charismatischer Gesang der Lead Sängerin (dabei immerwild gestikulierend), dazu variables und filigranes Agieren von Gitarrist Austin (mit vielen Wah-Wah-Einlagen auf seiner Fender-Telecaster). Drummer Jaze Uries und Bassist E’Lon Jordan-Dunlap (immer knochig pumpend auf seinem Fünf-Saiter) haben ja schon, ihrer dunklen Hautfarbe-bedingt, von Natur her ein immenses Rhythmus-Gefühl in ihren Körpern. Stark intensiviert noch durch die Ergänzungen des mit allerlei Klanginstrumenten hantierenden Perkussionisten Tyler Housholder.

Auf dem, aus zwei Sets bestehenden Programm, stand im Anschluss natürlich maßgeblich ihr neues Werk „From The Horizon“, das im ersten Teil mit Songs wie „Every Step“ (schöne Stimmungs- u. Tempowechsel), „Eyes Of A Woman“ (progressives E-Gitarren Solo),  dem melodischen Schwofer „Electric Light“, „Sign It Off“ (Akustkgitarren-Slide-Solo)  und „From The Horizon“ (in reduziertem Ambiente – nur Aaron an der Akustikgitarre und Caitlin singend) vertreten war und auch in der zweiten Hälfte eine starke Rolle spielte.

Beide Halbzeiten wurden jeweils auch von einem Instrumental-Stück durchzogen, wo die Instrumentalisten ihr Solier-Können ausgiebig unter Beweis stellen konnten und ihrer Protagonistin eine vokale Verschnaufspause gönnten.

Part 2 startete mit einer satt groovenden Cover-Version des JJ Cale-Klassikers „After Midnight“. Auch hier gab dann der neue Silberling mit dem stonesken „Steamroller“, „Double Down“(Caitlin explizit für Fotograf Gernot posierend), dem hervorragenden Battle Cry“ (starker Gesang),  dem emotional gestrickten, New York, gewidmeten „Sirens“ und dem furiosen Abschluss-Kracher „Bring It On Home“ den Ton an. Zwischendurch performten die Amerikaner noch das funkige „Loving You“ von ihrem Erstling „Dodge The Arrow“.

Als Zugabe war das, durch Joe Cocker zur Berühmtheit gelangte Beatles-Stück „With A Little Help From My Friends“ mit weiblichem Gesang, mal eine interessante Variante (Caitlin stand Joe im berühmten ‚Schrei-Teil‘ in Nichts nach). Den Rausschmeißer machte zur weiteren Freude des 70er-affinen Kollegen Gernot „Rock And Roll“ von Led Zeppelin.

Fazit: The Broadcast sorgten mit einem sympathischen, sowie ordentlich durch Mark und Bein gehenden Rockmusik-Streifzug für ein begeisternd mitgehendes, mitsingendes und zum Teil tanzendes Krefelder Publikum, das am Ende, wie immer, noch in der gemütlichen Lounge, genug Zeit für Merchandise-Aktivitäten, Autogramme und Smalltalk mit den Beteiligten Musikern verbringen konnte. Wie sooft in der Rampe – ein absolut lohnenswerter Abend!

Line-up:
Caitlin Krisko (lead vocals, percussion)
Aaron Austin (guitar, vocals)
E’Lon Jordan-Dunlap (bass)
Jaze Uries (drums)
Tyler Housholder (percussion)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

The Broadcast
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Kulturrampe Krefeld