Die Memphis Royal Brothers sind ein Zusammenschluss der talentiertesten Musiker aus Memphis, einige von ihnen sind Grammy-Gewinner und Grammy-Nominierte. Und sogar ein Oscar-Preisträger gehört der illustren Gesellschaft an. Die Truppe besteht nicht nur aus Gitarristen, Keyboarden, einem Drummer und Sängerinnen und Sängern, sondern wird auch durch eine Vielzahl von Bläsern (Saxophon, Trompete, Posaune), Stringsplayern (Geige, Cello und Bratsche) verstärkt. Ende Juli haben sie nun ihr erstes, selbstbetiteltes Album veröffentlicht.
Der Gitarrist Gary Bolen und sein Bruder Richard Bolen, der an dem Werk als Co-Produzent beteiligt ist, ließen sich zu diesem Longplayer durch den 2014’er Dokumentarfilm „Take Me To The River“ von Martin Shore inspirieren. Ein Film über amerikanische Soulmusik und das legendäre Label „Stax Records“. Und so ist es nicht erstaunlich, dass die Songs der „Memphis Royal Brothers“ stark vom Memphis-Soul, Blues und Americana beeinflusst sind und natürlich in den historischen Royal Studios in Memphis eingespielt wurden. Alle Stücke auf der CD sind Neukompositionen, an denen der Gitarrist Gary Bolan vielfach beteiligt war.
Herausragend ist für mich „Goin‘ South“. Hier glänzt Charlie Musslewhite an der Bluesharp und mit total relaxtem Gesang; ein Track, der die schwüle Hitze des Südens zu vermitteln vermag. Und dann sind da noch die Tracks mit Wendy Moten als Sängerin bzw. auch Solistin. In „Brand New Heart“, einem Song mit Country- / Americana Einschlag, liefert sie zusammen mit Jim Lauderdale die gesangliche Grundlage und in dem Slowblues „Ready To Use“ brilliert sie als einfühlsame Solistin.
Aber auch die übrigen Songs machen einfach nur Spaß. Die Bläsersektion spielt mit ihrem Groove kraftvoll und auf den Punkt genau, während sie u. a. von den Stax-Legenden Steve Potts am Schlagzeug, Michael Toles (Rhythmusgitarre), Charles Hodges und Lester Snell (Keyboards) unterstützt wird. Allen voran ist hier der flotte Schwofer „Good God I Got The Blues“ zu nennen. Darüber hinaus enthält „Gimmie Back The Keys To My Cadillac“ eine nette musikalische Überraschung in Form eines Zwiegespräches zwischen Sänger und Sängerin. Schließlich endet die Scheibe mit dem Slowblues „I Fall To Pieces“, eingeleitet von einem zarten Pianointro.
Die Memphis Royal Brothers haben mit ihrem Album dem Grunde nach ein musikalisch traditionelles Werk abgeliefert, das aber die Atmosphäre des Memphis-Souls verfeinert mit Blues- und Americana-Klängen auf melodische Art und Weise in die Gegenwart zu transportieren weiß. Für jeden der acht Tracks gibt‘s aus meiner Sicht klare 5 Sterne!
Royal Records / Mother West (2024) Stil: Blues
Tracks: 01. Good God I Got The Blues 02. Goin‘ South 03. Brand New Heart 04. Ready To Rise 05. Gimmie Back The Keys To My Cadillac 06. Hot Night In June 07. What Mothers Do 08. I Fall To Pieces
Die junge Spanierin Lys Morke eröffnet als Support den Abend mit psychedelischer elektronischer Musik. Untermalt wird ihre zuweilen sphärische Musik mit einer dramaturgischen Beleuchtung, die sie zumeist nur im Schattenriss erkennen lässt.
Gegen 21:15 Uhr erklingt als Intro der „Ritt der Walküre“ aus „Apocalypse Now“ bei spärlich beleuchteter Bühne, und die Musiker von The Cult betreten kaum erkennbar die Bühne und es folgen etwa 80 Minuten mit Songs von allen Alben der mittlerweile 40-jährigen Bandgeschichte.
Fast über die gesamte Spieldauer steht die Band stark von hinten beleuchtet auf der nebelumwaberten Bühne, dass durch das spärliche Frontallicht die Gesichter nur selten erkennbar sind, Aber nicht nur das Licht fliegt den Fans ins Gesicht, auch die Musik fliegt ihnen um die Ohren. So entsteht von Beginn eine euphorische Stimmung im ausverkauften Carlswerk.
The Cult zeigen sich dabei energiegeladen, Billy Duffy mit starken Gitarren-Soli und Ian Astbury hat von seinem Charisma über die Jahre nichts eingebüßt und zeigt sich auch stimmlich von seiner besten Seite. Der heiße Ritt wird nur einmal von „Edie (Chiao Baby)“, das Astbury und Duffy akustisch vortragen, unterbrochen, ansonsten geht es rockend und schweißtreibend mit leichten heavy gothic-Einschlag weiter. Den Fans bleibt bei den, nur durch kurze Ansagen unterbrochenen Songs kaum Luft zum durchatmen.
„Sweet Soul Sister“, „Lucifer“ und „Fire Woman“ bilden dabei den Auftakt zu einem finale furioso, wo man den Eindruck hat, dass die Band die Stimmung regelrecht aufsaugt und mit „Rain“, „Spiritwalker“ und dem krachenden „Love Removal Machine“ das Set ausklingen lässt, um mit „Brother Wolf, Sister Moon“ und „She Sells Sanctuary“ zwei gefeierte Zugaben nachzulegen. Bejubelt wird auch, als Astbury ankündigt, dass für the Cult eine neue Epoche beginnt und die Band nächstes Jahr wiederkommen will.
Normalerweise ist der Ort im Bereich der Lichtmischer zum Fotografieren, insbesondere bei starken Gegenlicht nicht unbedingt optimal, aber so kann die gesamte Beleuchtung der Bühne besser widergegeben werden, die im Einklang mit der Musik ist, die Musiker meist aber nur als Silhouetten erkennen lässt.
Was aber aus der Position auffällt, ich habe mich bewusst dagegen entschieden von möglichen erhöhten Standorten zu fotografieren, was den Fans hinter mir aber die Sicht auf die Bühne genommen hätte. Viele Leute dagegen filmten allerdings über weite Strecken des Konzerts mit weit über dem Kopf gehaltenen Handy mit und nahme allen dahinter die Sicht.
Leider eine Unsitte, die bei vielen Konzerten zu beobachten und insbesondere bei Stehplätzen auch kaum zu unterbinden ist. Ich habe mir in dem Moment gedacht, genießt doch einfach mit allen anderen die Musik, statt Filmchen aufzunehmen, die meist nie wieder angeschaut werden und niemals die Stimmung wiedergeben, die man erlebt hat.
Ein Dank auch an Sparkassenpark Mönchengladbach für die Akkreditierung und die freundliche Begleitung während des Konzerts.
Line-up: Ian Astbury – vocals Billy Duffy – guitar John Tempesta – drums Charlie Jones – bass
Setlist The Cult: Apocalypse Now Soundtrack Ritt der Walküre (Intro) In the Clouds Rise Wild Flower Star Mirror The Witch The Phoenix Resurrection Joe Edie (Ciao Baby) Sweet Soul Sister Lucifer Fire Woman Rain Spiritwalker Love Removal Machine Encore: Brother Wolf, Sister Moon She Sells Sanctuary
Ihre britische Kollegin Adele tritt dieser Tage zehn Mal in einem für 80.000 Zuschauer ausgelegten, eigens konstruierten Stadion in München auf, vermutlich alle samt ausverkauft. Was für einen Wahnsinn lässt sich die Menschheit zur Bespaßung der Leute eigentlich noch alles einfallen? Aber so funktioniert unser System nun mal, wo eine Nachfrage existiert, wird diese auch in der Regel gewinnbringend bedient.
In Falle unserer Protagonistin Elles Bailey frage ich mich allerdings schon seit geraumer Zeit, was besagte Adele in Wirklichkeit dieser eigentlich so viel voraus hat, außer dass sie schon ein paar Jährchen länger im Geschäft ist und scheinbar bessere Verbindungen besitzt.
Womit wir dann beim neuen Werk „Beneath The Neon Glow“ wären, ihr nunmehr viertes Studioalbum, in dem sie sich mit den Tiefen des Herzschmerzes, der Widerstandsfähigkeit der Freundschaft und der anhaltenden Kraft der Liebe, die ein ganzes Leben währt, thematisch auseinandersetzt.
Musikalisch umspannt die Engländerin mit ihrer variablen rauchigen Stimme im Stile einer Bonnie Raitt den Bogen wieder von Rock, Pop, Soul, Country bis hin zu Southern Rock-Elementen. Schon beim flotten, souligen Countryrocker als Opener „Enjoy The Ride“ gibt sie die Marschrichtung vor.
Mit den beiden folgenden Ohrwürmern „Ballad Of A Broken Dream“ und „Leave The Light On“ offeriert sie ihr fantastisches Songwriting-Potential, Das southern-trächtige E-Gitarren-Solo von Joe Wilkins bei letztgenanntem Track, ist das krönende Tüpfelchen meines persönlichen Favoriten dieses Longplayers.
Besonders gut gelungen ist diesmal auch der schöne Wechsel zwischen flockigen Nummern wie das herrlich groovende „1972“, das treibende „Truth Ain’t Gonna Save Us“, „If This Is Love“ (da kommt auch ihr britischer Humor bestens durch: „If This Is Love, I don’t wanna love anymore!“) oder das von coolen E-Piano-Klängen, Akustik-Gitarren und gospeligen Background Vocals getragene, soulig groovende „Love Yourself“ und dem gegenüberstehend die sehr atmosphärisch, zum Teil Gänsehaut erzeugenden Lieder wie „Silhouette In A Sunset“ (ganz großartig!), „Let It Burn“ sowie das abschließende, mit molligen Piano-Tönen untermalte, dezent düstere „Turn Off The News“ als beeindruckender Abschluss des von Dan Weller (Enter Shikari) produzierten Silberlings.
„Ich mag für einige Leute neu sein, aber ich bin schon eine ganze Weile dabei. Ich bin nicht hier, um ein kurzes Strohfeuer zu entfachen. Ich will eine langfristige Karriere in der Musik. Ich liebe, was ich tue. Ich liebe es, dass ich es in die ganze Welt tragen kann. Wenn ich also damit weitermachen kann und einfach vor einem größeren Publikum spielen und weiter wachsen kann, dann ist es genau das, was ich tun werde“, so die sympathische Britin über sich selbst.“
Auch wenn es sicher nicht zu den anfangs erwähnten Dimensionen für Elles Bailey reichen wird, mit dem bis dato stärksten Album ihrer Karriere „Beneath The Neon Glow“ hat sie wieder mal unseren Geschmack eindrucksvoll getroffen und sich die nächste Lobeshymne in unserem Magazin gesichert. Und in diesem wichtigen Punkt ist sie Adele dann auf jeden Fall um Längen voraus…
Cooking Vinyl Records (2024) Stil: Rock/Country/Roots/Southern (Pop)
01. Enjoy The Ride 02. Ballad Of A Broken Dream 03. Leave The Light On 04. 1972 05. Silhouette In A Sunset 06. Truth Ain’t Gonna Save Us 07. If This Is Love 08. Let It Burn 09. Love Yourself 10. Turn Off The News
Die Mystic Chiefs, das sind die Musiker von Johnny Ray Jones‘ Allstar Band und gleichzeitig auch die Namensgeber für das erste Studioalbum dieser Truppe. Und die Liste der Bandmitglieder liest sich wie ein „Who is Who“ der Blues- und Rootsmusiker: der Gitarrist Junior Watson (u. a. Canned Heat und William Clarke), der Harpspieler Tex Nakamura (War) und der Perkussionist Stephen Hodges (Tom Waits), um nur drei herauszugreifen.
Auf „Mystic Chiefs“, welches auch das dritte Album des südkalifornischen Bluesers J. R. Jones ist, präsentiert er elf mitreißende Blues- und Rootsongs, Einige davon sind gekonnte Neuinterpretationen von Klassikern der Blueslegenden Sonny Boy Williamson („Trying To Get Back On My Feet“, „My Younger Days“), Willie Dixon („Don‘t Go No Further“, hier wunderbar relaxed und layed back dargeboten sowie „I‘m Ready“), James Moore („Shake Your Hips“) und anderen. Weitere Songs stammen aus dem Repertoire der L. A. Blueser The Red Devils, die Jones zeitweilig begleitete (u. a. „Automatic“, „Devil Woman“, „No Fighting“).
Das Album führt vom traditionellen Chicago Blues der 60’er Jahre à la Paul Butterfield, Mike Bloomfield oder Charlie Musselwhite hin zum L.A. Roots Rock der 80‘er und 90‘er Jahre, wie ihn z. B. die „Blasters“ und „The Red Devils“ gespielt haben. Alle Songs klingen sehr authentisch, nicht zuletzt auch wegen Jones‘ Stimme, die immer ganz leicht aus dem Off zu kommen scheint und irgendwie ein Analogfeeling hervor zu zaubern vermag. Die Scheibe dürfte also bei den Älteren unter unserer Leserschaft unweigerlich Erinnerungen an die “gute, alte Zeit“ aufkommen lassen. Und „I Wish You Would“ ist sogar von „Break On Through“ der Doors durchdrungen.
Carl Sonny Leyland liefert am Piano einen unglaublich guten Job ab, sei es bei „Automatic“ einem flotten Boogie-Woogie oder bei „Shake Your Hips“, einem Boogie im Stile von Canned Heat, aber auch dem Slowblues „My Younger Days“ weiß er Leben einzuhauchen. Nicht unerwähnt bleiben sollten auch Tex Nakamura‘s Leistungen mit der Mundharmonika, viele der Songs werden maßgeblich von seiner mitreißenden Spielkunst getragen.
Mit „Mystic Chiefs“ liefert Jones, der u. a. schon mit John Mayall, Walter Trout und Big Joe Turner auf der Bühne gestanden hat, ein straightes und zündendes Bluesalbum mit Clubfeeling ab. Der Umstand, dass es keine Liveaufnahmen sind,, schmälert dieses Gefühl absolut nicht. Ich kann ruhigen Gewissens sagen, dass diese 5-Sterne-Scheibe schon jetzt zu meinen All-Time-Favorites gehören wird.
Moondogg Records (2024) Stil: Blues
Tracks: 01. Automatic 02. Trying To Get Back On My Feet 03. Devil Woman 04. Don‘t Go No Farther 05. Shake Your Hips 06. I Wish You Would 07. I‘m Ready 08. No Fightin‘ 09. Sugar Sweet 10. My Younger Days 11. I‘ll Be Around
Das Bospop wartete auch 2024 wieder mit einem abwechslungsreichen Programm auf, bei dem es jeden Tag mehrere absolute Highlights gab. Auf dem Konzertgelände befanden sich nicht nur die Main Stage und zwei Zeltbühnen, es gab auch genügend Foodtrucks und Bierbuden, die für das leibliche Wohl der Besucher sorgten, als auch verschiedene Merchandising-Stände.
Tag 1:
Der Auftakt befand sich zunächst im Zeichen der Wetterlage. Nachdem am Donnerstag bei besten Wetter die letzten Vorbereitungen getroffen worden waren, ergossen sich am Freitag-Morgen sintflutartige Regengüsse über Weert und verwandelten das Gelände in eine Schlammlandschaft, in die man teilweise mehr als knöcheltief einsank.
Zudem waren viele Parkflächen nicht nutzbar, sodass sich die Anfahrt insbesondere für die Besucher verzögerte, die nicht schon weit vor Einlass anreisen konnten. Deshalb beginnt der Bericht erst mit dem Auftritt von Patti Smith, allerdings ohne Bildmaterial, da die obligatorische Fotografierzeit bei Erledigung der Formalitäten schon beendet war.
Patti Smith gelang es mit ihrer charismatischen Art und einer enormen Vitalität schnell, dass der Funke auf die Fans übersprang und das widrige Wetter schnell vergessen war. Sie war weit mehr als ein Lückenbüßer für Heart, die ihren Auftritt schon vor einigen Wochen absagen mussten.
Patti Smith hatte gerade den letzten Song auf der Mainstage beendet, da wird auf der rappelvollen Zeltbühne schon die kalifornische Southern Rock-Band Robert Jon & The Wreck angekündigt. Den 60-minütigen furiosen Auftritt nutzt die Band eindrucksvoll, um ihr brandaktuelles Album „Red Moon Rising“ zu präsentieren.
Es bleibt kaum Zeit zum Luft holen. Die Mainstage ist durch einen schwarzen Vorhang verhängt und zwei diabolisch anmutende Wesen gehen Glocken-läutend über die Bühne. Zu den ersten Klängen der Musik fällt der Vorhang und die Szenerie gleicht einem Gebäude, das für mystische Szenarien prädestiniert ist.
Nach einem Kurzen Intro betritt Alice Cooper dann die Bühne und es folgt ein regelrechtes Schauspiel, in dem er je nach Song in verschiedene Rollen schlüpft. Ein Kracher jagt den nächsten. Alice Cooper ließ in grandioser Weise das Visuelle als auch das Auditive miteinander verschmelzen und setzte so ein absoluten Ausrufezeichen.
In der Zeltbühne ging es dann wieder ohne Pause weiter mit Lotti Goes Metal. Der belgische Popsänger, der in den letzten Jahrzehnten verschiedene Genre von Klassik bis zu Weltmusik für sich entdeckte, ging auf Reise in die Geschichte des Hard und Heavy Metal Rock.
Danach konnte John Fogerty zum Abschluss des Abends noch die Fans mit seinen Solostücken und CCR-Klassikern beglücken. Er zeigte sich dabei agil und spielfreudig. Schön wäre nur gewesen, wenn das Management nicht nur vier der vom Veranstalter zum Festival akkreditierten Fotografen die Erlaubnis gegeben hätte, Aufnahmen zu machen…
Auf dem Weg zum Parkplatz zeigte sich dann noch einmal die ganze Weitsicht des Veranstalters, der wirklich alles dafür tat, der widrigen Wetterumstände zu trotzen. Scheinbar wurden alle Landwirte aus der Region kontaktiert, sodass eine Armada von Traktoren bereit stand, um Autos, die sich im Schlamm festgefahren hatten, aus dem Sumpf zu befreien.
Tag 2:
Nachdem die Festivalbesucher am ersten Tag sprichwörtlich im Schlamm versunken waren, nutzte der Veranstalter die Nacht, um tonnenweise grob geraspeltes Holz über das Gelände zu verteilen, was sich als effektives Mittel gegen die Schlammlöcher erwies.
Am frühen Nachmittag sorgte das holländische Trio Mell VF mit eingängigen souligen Rhythm’n’Blues auf der Main Stage schon für gute Stimmung. Danach bildete ein Totempfahl in der Zeltbühne die Kulisse für Nevenproject, die erdigen bluesigen Rock von ihrem aktuellen Album „Totempoal“ vor einer großen Kulisse präsentierten.
Gogol Bordello aus New York brachten dann mit einem explosiven punkigen Auftritt richtig Stimmung in die Menge, sodass nicht nur auf der Bühne der Schweiß floss. Mit ihrem Bühnenbild zeigen sie auch ihre Unterstützung für die Ukraine. Die in den Niederlanden populäre Band Metejoor holte mit ihren eingängigen, eher poppigen Songs wieder etwas runter.
James Blunt offerierte, dass er nicht nur ein hervorragender Musiker, sondern auch ein guter Entertainer auf der Bühne ist. Er und seine Begleitband legten mit all seinen Hits die Latte für dir restlichen Bands sehr hoch. Geschickt war es vom Veranstalter mit The Legend Of Springsteen, Racoon und Lex Uiting drei holländische Bands danach auftreten zu lassen, die mit der Welle des Heimvorteils im Rücken, die Stimmung aufrecht halten konnten.
Gegen 23:30 ist es dann soweit und der italienische Bluesbarde Zucchero beschließt den zweiten Festival-Tag, während hinter der Bühne malerisch der Vollmond zu sehen ist.
Atemberaubend ist schon wie die Background-Sängerin Oma Jali fast mystisch „Oh De Jesus“ als Opener des Konzertes vortrug, in das Zuchhero fast nahtlos mit „Spirito Nel Buio“ einsteigt und direkt zeigte, dass er von seiner Stimmgewalt nichts eingebüßt hat. „Soul Mama“, „La Canzone Che Se Ne Va“, das balladeske „Facile“ und natürlich auch „Senza Una Donna“ durften nicht auf der Speisekarte des Italieners fehlen.
Mit dem rockigen „Diavolo In Me“ schickte Zucchero die Fans dann auf den Heimweg oder zu den direkt am Gelände liegenden Campingmöglichkeiten, um mit mediterranen Gefühlen einen abwechslungsreichen Konzerttag ausklingen zu lassen. Nass geworden war an diesem Tag im Vergleich zum Freitag niemand, es sei denn, man zählt das eine oder andere melancholische Tränchen, das durch die zuckersüße Musik des Italieners versprüht wurde.
Tag 3:
Auf der Zeltstage stand am dritten Tag der Blues Rock im Vordergrund. The Damn Truth sorgten schon um 12 Uhr Mittags mit einer Mischung aus Garage- und Blues Rock für prächtige Stimmung im nach allen Seiten offenen riesigen Zelt. Mit energiegeladenen Powerrock brachten The Scratch das Zelt regelrecht zum Beben. Die Iren vermischten dabei Elemente aus Folk, Metal und progressiven Rock bei ihren schweißtreibenden Auftritt.
Die Schotten King King waren wie erwartet ein Brett und füllen die Bandbreite vom Blues- bis zum Southern Rock. Dabei zeigte es sich wieder einmal, dass es eine gute Idee von Alan Nimmo gewesen ist, seinen Bruder Stevie als zweiten Gitarristen, aber auch für Harmoniegesänge mit in die Band zu holen.
The Rival Sons nahmen die Stimmung, die King King ins Zelt gebracht haben, mit und bewiesen, dass sie nicht umsonst als Headliner auch schon größere Hallen füllten. Dabei standen natürlich die beiden Fronter, der charismatische Sänger Jay Buchanan und Gitarrist Scott Holiday, im Mittelpunkt.
Die Holländer von DeWolff treten mittlerweile nicht mehr als Trio auf, sondern haben einen Bassisten und zwei Background Sängerinnen in die Band geholt. Das Trio um Fronter Luka van Poel mit starken Gitarrensoli, dessen Bruder Pablo an den Drums und Orgelspieler und Keyboarder Robin Piso blieben aber eindeutig im Zentrum der Show, wobei die zusätzlichen Musiker für einen noch fetteren Sound sorgten.
Den Abschluss im Zelt machte dann der gerade 25 jährige Christone ´Kingfish´ Ingram. Er erhielt nicht umsonst 2020 fünf Blues Music Awards. Mit seiner ausdrucksstarken Stimme und filigranem Gitarrenspiel, unterstützt von einer klasse Band, sorgte er für viele verzückte Gesichter.
Auf der Mainstage sind The Waterboys und Toto die beiden Topacts. Dazu gesellen sich die Leif de Leeuw Band, die ihrer, den Allman Brothers nahestehenden Musik und Southside Johnny & The Asbury Jukes,, die auch im weitesten Sinne dem Classic Rock zuzuordnen waren. Beide letztgenannten Acts sorgten schon am frühen Nachmittag für gute Stimmung auf dem sich füllenden Festivalgelände.
Die beiden holländischen Bands Son Mieux und Di-Rect flankieren The Waterboys mit rockiger Musik mit leicht poppigen Einflüssen.
Am frühen Abend betreten dann die Mannen um Mike Scott die Bühne, hinter der ein Baumwesen auf einem Transparent das Treiben zu beobachten scheint. The Waterboys zeigten sich dabei von ihrer besten Seite und überzeugten mit ihren Hits wie „A Girl Called Johnny“, The Whole Of The Moon“ und dem umjubelten „Fisherman´s Blues“ als Zugabe.
Der Abschluss des Festivals bleibt der amerikanischen Top-Band Toto vorbehalten. Über 75 Minuten ziehen sie die Besucher in ihren Bann und kaum jemand verlässt vor dem Ende weit nach Mitternacht das Gelände. Schon mit dem zweiten Stück, „Hold The Line“ entsteht eine tolle Stimmung, die nicht mehr abreißen soll. Mit „Little Wing“ von Jimi Hendrix und „With A Little Help From My Friends“ von den Beatles bauen sie auch zwei hammerstarke Coverversionen in ihre eigenen Hits ein.
Mit den beiden kommerziell erfolgreichsten Tracks „Rosanna“ und „Africa“ werden die Fans dann nach drei langen Festivaltagen regelrecht beseelt auf den Heimweg geschickt.
Fazit:
Wer weiß, vielleicht sind manche Besucher gedanklich schon im nächsten Jahr, wenn es heißt Bospop 2025 (11.07. – 13.07.2025). Ein Festival, das zum Glück nicht so überdimensioniert daher kommt, wie mach anderes, wo die Bühne für viele nur am Horizont erkennbar ist.
Ein besonderer Dank geht an das Team vom Bospop, das trotz der insbesondere am ersten Tag herausfordernden Wetterverhältnisse, alles getan hat, einen tollen Rahmen zu geben. Namentlich sei Jos Routheut für die netten Mails zur problemlosen Akkreditierung und den netten Austausch während der Tage, genannt. Tot Ziens, hoffentlich bis zum nächsten Jahr.
Der vielfach Award-dekorierte Musiker und Songwriter Dallas Moore genießt weit über die Outlaw Country-Szene hinaus – bei uns hier ist eher für seine Nähe zum Southern Rock bekannt – einen exzellenten Ruf.
Sein umtriebiges Auftreten mit bis zu 300 Gigs im Jahr, (er teilte schon die Bühne mit unzähligen Größen wie u. a. Willie Nelson, The Allman Brothers Band, Waylon Jennings, Merle Haggard, George Jones, David Allan Coe, Lynyrd Skynyrd, Billy Joe Shaver, Ray Wylie Hubbard, Marshall Tucker Band, Charlie Daniels, Moe Bandy, Kinky Friedman oder Dale Watson) seine tolle, Whiskey-getränkte Stimme, seinen fingerfertiges Gitarrenspiel und seine scharfzüngigen, oft auch von feinsinnigem Humor gekennzeichneten Texte, zählen zu den Skills, die man seinem Lebenslauf unzweifelhaft attestieren kann. Und das seit gut 25 Jahren.
Mit „Gems & Jams“ stellt er nun sein 18. Werk Werk vor. Diesmal gibt es Dallas Moore pur. Nur sein kratziges Vokalorgan begleitet von seinem filigranen und teils quirligen Akustikgitarrenspiel. 15 Tracks, einige neu kreiert, dazu diverse aus seinem langen Katalog im Veranda- oder Wohnzimmerstil, das darf sich jeder aussuchen, wie er will. Storytelling der Marke Cash, Jennings, Haggard & Co. in authentischer und lebensnaher Manier.
Jeder Song, einzeln für sich genommen, hat sicherlich das gewohnte Potential und seinen Reiz, ich persönlich bin allerdings kein Freund von dieser Art Musik über eine gewisse Länge hinaus., Denn spätestens nach einer Viertelstunde stellt sich, zumindest bei mir, eine gewisse Monotonie ein, die dann, je länger die Scheibe dauert, in Anstrengung ausartet, da es auch nur selten Tempovariationen zu verzeichnen gibt. Man möge mich als oberflächlichen, ungeduldigen Kunstbanausen betiteln, es ist aber so.
Somit kann ich trotz großer Sympathie, die ich für den Protagonisten hege, nur bedingt eine Kaufempfehlung für „Gems & Jams“ aussprechen. Ich würde Dallas Moore lieber wieder in vollformatigen Gewand (mit Rhytmussektion, E-Gitarren und Piano, etc.) auf seinen Tonträgern hören, wie er es z. B. so glänzend 2019 auf „Tryin’g To Be A Blessing“ demonstriert hatte. Aber bitte urteilt gerne selbst!
Sol Records (2024) Stil: Country Rock
Tracks: 01. Shade Tree 02. Sing My Song 03. Last Night 04. On And On Again 05. Best Thing I Ever Did Was You 06. Lyin Next To You 07. Condemned Behind The Wall 08. Blame It On The Weed 09. Reelin Em In 10. Out The Door 11. Glad To See Me Gone 12. Tequila Song 13. Wastin Good Whiskey 14 Bottle And Bible 15. Up On That Mountain
Sierra Green wurde seit ihrer Kindheit, sie hat bereits im Alter von acht Jahren in einem Kirchenchor gesungen, musikalisch in New Orleans sozialisiert. Inzwischen wird sie als „Queen of Frenchmen Street“, dem legendären Künstlerstadtviertel der Stadt, verehrt.
Hier hat Sierra Green auch ihre erstklassige Begleitband „The Giants“ rekrutiert und zusammen in Nashville mit dem renommierten Gitarristen und Produzenten JD Simo ihr Debütalbum „Here We Are“ aufgenommen und produziert. Das Album enthält zehn legendäre, neu interpretierte Songs bekannter Soulmusiker, von denen James Browns „This Is A Man‘s World“ sicherlich der bekannteste sein dürfte. Und mit „Same Old Blues“ ist sogar ein Stück mit Anleihen des Chicagoblues dabei.
In allen Tracks besticht Sierra Green durch ihre unverwechselbare Alt-Stimme, unterstützt von einer starken Bläsersektion und mitreißenden Basslinien. Eine Reminiszenz an die Soulmusik aus Detroit und Memphis. Unter dem Strich ist „Here We Are“, nicht nur für Freunde der klassischen Soulmusik, ein gelungenes und inspirierendes Album voller gefühlvoller Melodien und emotionaler Tiefe.
Allerdings fordert es nicht unbedingt zum Tanzen auf, viele der Songs bewegen sich eher im Midtempobereich. Aber es in Ruhe genießen und dabei in Erinnerungen an vergangene Zeiten schwelgen, das geht mit dem Album hervorragend. Auf weitere Werke von Sierra Green und ihren Giants dürfen wir also gespannt sein.
Big Radio Records (2024) Stil: Soul
Tracks: 01. Can You Get To That 02. Come To Mama Bläser Soul 03. Girls Can‘t Do What Guys Do 04. Break In The Road 05. Dreams 06. This Is A Mans World 07. He Called Me Baby 08. Get Low Down 09. Promised Land 10. Same Old Blues
Mein erster Berührungspunkt mit der Musik von Joe Ely war „Letter To Laredo“ (1995). Entstanden ist mein damaliges Interesse dadurch, dass Bruce Springsteen auf der Scheibe mitwirkte. Danach nahm ich Ely noch als Mitglied von The Flatlanders und Los Super Seven wahr. Insgesamt habe ich also nur einen punktuellen Eindruck von seiner musikalischen Karriere, die in den siebziger Jahren startete. Die Stücke auf seiner aktuellen Veröffentlichung „Driven To Drive“ sind während dieser langer Zeit entstanden. Ely schrieb sie auf seinen Konzertreisen, ohne dass sie den Weg auf ein Album gefunden hätten. Nun fasst er die Songs, die thematisch um das Unterwegssein kreisen, zusammen.
Der Opener stellt zugleich das absolute Highlight der CD dar. „Drivin‘ Man“ erzeugt mit spärlichen Mitteln eine unglaubliche Wirkung. Vor allem Joel Guzman am Akkordeon gibt dem Stück ein besonders Feeling. Bei dem anschließenden „Odds Of The Blues“ ist Springsteen erneut mit von der Partie. Die ruhige Single ist zwar kein Ausfall, aber sie plätschert eher ohne Höhen und Tiefen dahin. Mit dem solo performten „San Antone Brawl“ und „Gulf Coast Blues“, bei dem Guzman wiederum die Begleitung übernimmt, widmet sich Ely später nochmals einer langsamen Spielart des Blues.
Ely nutzt souverän die Palette der Roots Musik. Zwischen Folk und Country bewegt sich „Watchin‘ Them Semis Roll“, „Slave To The Western Wind“ hat einen deutlichen Tex-Mex-Einschlag und „Ride A Motorcycle“ vertritt den Country Rock. Stark sind das titelgebende „Driven To Drive“ – das einzige Stück mit richtigen Drums – sowie „For Your Love“, mit denen Ely Liebhaber des Roots beziehungsweise Folk Rocks bedient.
Darüber hinaus findet sich ein Rock’n Roll der klassischen Machart auf der Scheibe („Didn’t We Robby“). Hier erweist sich Bill Guinn am Piano als Derwisch. Ely selbst untermalt das etwas experimentellere „Jackhammer Rock“ mit Synthesizer, der dort eine dunkle Atmosphäre verströmen. Die Stücke sind in kleiner, wechselnder Besetzung eingespielt. Ely wird auf dem Longplayer von Jeff Plankenhorn (Gitarre), Pat Manske (Schlagzeug), Richard Bowden (Geige), Eddie Beethoven (Gesang), Mitch Watkins (Gitarre, Synthesizer) sowie den beiden bereits erwähnten Joel Guzman und Bill Guinn begleitet.
Über mehr als fünf Dekaden erstreckt sich die musikalische Karriere von Ely. Er kann bislang auf dreiundzwanzig Longplayer sowie einen Grammy zurückblicken. Obwohl die Songs auf „Driven To Drive“ über mehrere Epochen seines Musikerlebens hinweg entstanden sind und in ihnen vielfältige Richtungen der Roots Musik einfließen, gibt es keine Brüche auf dem Album. Neben dem herausragenden Opener „Drivin‘ Man“ überzeugen vor allem die Uptempo-Tracks.
Rack ’Em Records – Thirty Tigers/Membran (2024) Stil: Roots Rock and more
Tracks:
01. Drivin’ Man
02. Odds Of The Blues
03. For You Love
04. Watch’ Them Semis Roll
05. Didn’t We Robby
06. Nashville Is A Catfish
07. Ride A Motorcycle
08. San Antone Brawl
09. Slave To The Western Wind
10. Gulf Coast Blues
11. Driven To Drive
12. Jackhammer Rock
Das große musikalische Potential von 49 Winchester hatte Stephan Skolarski ja bereits in seinem Review zum hochgelobten Vorgängerwerk “Fortune Favors The Bold” erkannt. Der Longplayer erbrachte ihnen sogar eine Nominierung in der Kategorie „Best Duo or Group“ bei den Americana Music Awards des letzten Jahres ein. In der Zwischenzeit hatten auch der Kollege Mangold und meine Wenigkeit das Vergnügen, sich davon bei ihrem bärenstarken Gig am 21.05.24 in der Kölner Kantine zu überzeugen.
Dort hatten sie bereits einige der Tracks („Yearnin’ For You“, „Leavin’ This Holler“, „Make It Count“, „Tulsa“, „Hillbilly Happy“ als Zugabe) ihres jetzt, am 02.08.2024 erscheinenden neuen, von Stewart Myers produzierten Nachfolgewerks „Leavin‘ This Holler“ mit ‚breiter Brust‘ vorgestellt.
Mein Herz haben sie dann auch schon direkt mit dem herrlichen, Mandolinen-unterlegten, fluffig ins Ohr gehenden Opener „Favor“ gewonnen, der sich auch direkt als einer der ganz großen Favoriten des Werks entpuppt. Die auf dem Fuße folgende, erfrischende Uptemponummer „Hillbilly Happy“ mit Charlie Daniels-typischem Refrain, wird jeden Southern Rock-Liebhaber glücklich machen. Das countrylastige, schwungvolle „Yearnin’ For You“ beweist, dass sich 49 Winchester in Sachen Songwriting längst auf Augenhöhe mit den Platzhirschen der Szene wie Luke Combs, Eric Church oder Morgan Wallen befinden.
Ein Schelm ist, wer da denkt, dass mit „Make It Count“ ein Nachfolger für Tracks wie „Sweet Home Alabama“ oder „All Summer Long“ kreiert werden sollte. Überhaupt findet sich bei einigen der nachfolgenden Lieder immer wieder diese rotzige Kid Rock-Attitüde von Fronter und Gitarrist Isaac Gibson wieder.
Ein unbedingt zu erwähnendes Highlight in diesem grandiosen Gesamtwerk ist natürlich auch noch der emotional packende, aus Americana-, Country- und Southern Rock-Versatzstücken zusammengestellte Titelsong „Leavin’ This Holler“, der mit sensationellen Harmoniegesängen von Maggie Antone verziert wurde, und einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Ähnliches Esprit verströmen weitere Nummern wie „Fast Asleep“ oder das finale „Anchor“. „Tulsa“ und „Travelling Band“ demonstrieren dann nochmals nachhaltig die Massenkompatibilität des Sextetts aus Virginia.
„It takes not much to make a hillbilly happy“ singt Fronter Isaac Gibson in seiner typischen Art, der Rezensent erfreut sich an dieser brillanten Mischung aus melodischem New Country, emotionalem Americana und zünftigem Southern Rock, die absolut den Nerv der Zeit trifft. 49 Winchester etablieren sich somit in Szene und empfehlen sich ganz stark für die anstehenden SoS-Titel des Jahres 2024.
New West Records (2024) Stil: Southern Rock, New Country
Tracks: 01. Favor 02. Hillbilly Happy 03. Yearnin’ For You 04. Make It Count 05. Leavin’ This Holler 06. Fast Asleep 07. Tulsa 08. Rest Of My Days 09. Traveling Band 10. Anchor
„$10 Cowboy” wurde von Kritik und Publikum sehr positiv aufgenommen. Nach gerade mal drei Monaten schiebt Charley Crockett nun „$10 Cowboy Chapter II: Visions Of Dallas” hinterher. Ungeachtet üblicher Veröffentlichungsrhythmen gibt Crockett dann seine Musik heraus, wenn er es für richtig erachtet. Nun war anscheinend der optimale Zeitpunkt für ihn gekommen und seine Fans werden ihm das neue Album sicherlich nicht verübeln. Die Produktion der Hard-Copies dauert dann aber doch noch eine gewisse Zeit. LP und CD erscheinen am 29.11.2024.
Die selbst für Crockett ungewöhnlich schnelle Herausgabe neuen Materials hat seinen Grund darin, dass die Tracks auf „$10 Cowboy Chapter II: Visions Of Dallas” bereits bei den Sessions für „$10 Cowboy” aufgenommen wurden. Die Überlegung stand seinerzeit im Raum, ein Doppelalbum fertigzustellen, aber Crockett entschied sich für zwei getrennte Longplayer. Das von Taylor Grace geschriebene „Visions Of Dallas“ inspirierte ihn dazu, den Songs, die um thematisch um Dallas und Texas kreisen, ein gesondertes Werk zu widmen. So erklärt sich dann auch der etwas sperrige Albumtitel.
Crocketts neues Werk umfasst zwölf Tracks, von denen er die Hälfte selbst verfasst oder zumindest mitgeschrieben hat. Er covert Songs von Ringo Starr beziehungsweise Bobby Pierce („Loser’s Lounge“), den Osborne Brothers („Lonesome Feeling“), Hoyt Axon („Trouble And Misery“) sowie von Johnny Cash („Crystal Chandeliers And Burgundy”). Bei Bob Dylans „Goodbye Holly” nimmt Crockett Veränderungen am Text vor. Eigenkompositionen und Coverstücke wechseln sich ab und fügen sich nahtlos ineinander. Das Konzeptalbum hinterlässt somit einen homogenen Eindruck. Stilistisch weist es eine geringere Bandbreite auf als das vorherige, aber es gibt keine Lückenfüller.
Crockett liefert erneut New Traditional Country auf gewohnt hohem Niveau. Insidern wird das soulige „How Low Can You Go“ bekannt sein, das er bereits 2019 veröffentlichte. Ebenfalls typisch ist die Kürze der Songs. Deren Länge liegt meist unter drei Minuten und selbst der längste Track „20/20 Vision“ erreicht keine vier Minuten. „$10 Cowboy Chapter II: Visions Of Dallas” bleibt daher ein kurzes Vergnügen – aber ein Vergnügen.
Vor allem „Killers Of The Flower Moon“ ist dabei hervorzuheben. Thematisch greift der Song die Geschichte des gleichnamigen Films (2023) von Martin Scorsese auf, zu dem der im letzten Jahr verstorbene Robbie Robertson (The Band) den Soundtrack schrieb. Besonders bemerkenswert ist ebenso das sanfte „Loretta“. Dort lässt Crockett seine Stimme an manchen Stellen abfallen, was an den Gesang von Chuck Prophet erinnert.
Mit „$10 Cowboy Chapter II: Visions Of Dallas” lässt Charley Crockett keine Zweifel daran, wer der King of New Traditional Country ist. Den Mix aus Eigenkompositionen und Covern fügt Crockett in gewohnt souveräner Art zu einem stimmigen Album zusammen, mit dem er seinen Heimatstaat Texas würdigt.
Son Of Davy – Thirty Tigers/Membran (2024)
Stil: New Traditional Country
Tracks:
01. Visions Of Dallas
02. Avoiding Mirrors
03. Trouble And Misery
04. Killers Of The Flower Moon
05. Crystal Chandeliers And Burgundy
06. How Low Can You Go
07. Lonesome Feeling
08. Charlene
09. Losers Lounge
10. 20/20 Vision
11. Loretta
12. Goodbye Holly
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