Fran Drew And The Lucky Strikes – Trial By Fire – CD-Review

Ich bin neulich von einer Dame namens Francis Drew angeschrieben worden, die mich um ein Review bezüglich ihrer aktuellen CD bat. Ich checke in einem solchen Fall natürlich immer erstmal die Musik (hier geht es um retrobehafteten Blues) in Sachen Kompatibilität und Gefallen. Angesichts der Tatsache, dass uns der langjährige Blues-Experte Jörg Schneider aus privaten Gründen leider verlassen hat und dieses Vakuum bis dato noch nicht gefüllt werden konnte, bleiben solche Sachen derzeitig überwiegend bei mir ‚hängen‘.

Meine dezenten Abwehrversuche in der Antwortmail wurden dabei ignoriert und wenige Tage später hatte ich besagtes Werk von Fran Drew And The Lucky Strikes „Trial By Fire“ mit dem Zusatz ‚All Killer – No Filler‘ in meinem Briefkasten. Nun ja, Beharrlichkeit und eine ordentliche Portion Selbstbewusstsein, haben im Leben – besonders bei Künstlern – noch nie geschadet, dachte ich spontan.

Die Covergestaltung in Anlehnung an die legendäre Zigarettenmarke weiß schonmal zu Gefallen, da bin ich auch als Nichtraucher recht tolerant, es gibt hier also keinen zeittypisch entsetzten Aufschrei meinerseits.

Kommen wir zur Musik. Es scheint sich hierbei um ein Song-Konvolut mit ausschließlich Fremdkompositionen zu handeln, wobei die einzelnen Tracks schon ordentlich Jahre auf dem Buckel zu haben scheinen. Zumindest sind es Blues-Songs, die man nicht alle Nase lang in Cover-Versionen serviert bekommt.

Recht knackig produziert hat das Ganze Dennis Cotton (bedient dazu die Drums), neben der Protagonistin am Mikro, zeichnen sich Musiker wie u. a. Max Samson, Steve Isherwood, Gene Donaldson, Sax Gordon, Jeff Bousfield und Matt Parker für die gekonnte instrumentelle Umsetzung verantwortlich.

Im Prinzip hört sich das bis dato Beschriebene für den geneigten Blues-Fan erstmal recht vielversprechend an, käme jetzt nicht der subjektive Faktor ins Spiel, der so ein Review natürlich immer begleitet.

Ich bin persönlich keine Fan von retrobehaftetem bläserlastigen Blues und mit der kehligen, sehr auftragenden Alt-Stimme (Marke Cher) der Fronterin, kann ich mich auch nicht anfreunden. Das ganze über zwölf Lieder hinweg, artet dann leider in Anstrengung aus, besonders wenn in der Endphase (Tracks 10,11,12) auch noch eine nöhlige Harp (gespielt von Rich Badowski) in Erscheinung tritt.

Richtig gut gefallen mit eigentlich nur die E-Gitarren umwobenen „Breaking Up Somebody’s Home“ und das Texas-bluesige „The Hunter“, das auch auf ein ZZ Top-Album gepasst hätte. Ansonsten weht hier stetig der bluesige Wind der 60er Jahre.

Am Ende steht somit in Sachen Fran Drew And The Lucky Strikes und „Trial By Fire“ bei mir eine gekonnte musikalische Umsetzung und gute Produktion, zwei richtig gute Songs und spürbares Engagement für die Sache, mangelnder Kreativität, einer mir eher nicht besonders gefallenden Musikart und einer, für meine Gehörgänge nicht wohltuenden Stimme gegenüber.

Aus meiner Sicht empfehlenswert daher lediglich für die Retro-Bluesfraktion der 50+-Generation.

Shakey Buddha Records (2025)
Stil: Blues (Rock)

Tracklist:
01. Neighbor Neighbor
02. Breaking Up Somebody’s Home
03. Flaimin‘ Maimie
04. Roll With Me Henry
05. Something You Got
06. Fujiyama Mama
07. I Look Good In Bad
08. Pretty Good Love
09. The Hunter
10. Rock Me Baby
11. You Can Have My Husband
12. Chauffer Blues

Fran Drew And The Lucky Strikes
Fran Drew And The Lucky Strikes bei Facebook

Dudley Taft – The Speed Of Life – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Während kurzer Tournee Pausen hat Dudley Taft bereits die Songs für das aktuelle Studioalbum eingespielt. Der US-Gitarrist und Sänger meisterte das Kunststück, sein damals aktuelles Album “Guitar Kingdom” zu promoten und gleichzeitig 2023 im Svarov Studio in Prag die neuen Titel für “The Speed Of Life” aufzunehmen – auch ein kleines Sinnbild für die rasante Entwicklung und Schnelllebigkeit der Musikbranche.

Für seinen insgesamt 9. Longplayer zeigt Taft ein vielseitiges Spektrum. Die 12 eigenhändig produzierten Titel (auf der Vinylausgabe leider nur 10) starten mit “Wanted Man”, einer erfrischend funkigen Blues Rock-Nummer. Typisch für Dudley Taft, der immer schon den Wert guter Songs erkannte und seine Soli-Elemente zweckdienlich einsetzt.

Das etwas ruhigere “Lebenstempo” wird in “Miles And Miles To Go”, einem eleganten Highway-Reise-Track, avanciert. Übrigens ein Titel der den Raum für Ausdehnung und Entfernung öffnet, aber auch dem danach heftig auftretenden “Work It Out” und dem feurigen Texas Blues “Burn It Down” ausreichend Zeit gibt für die Darstellung ihrer “Speed Of Life”-Anteile.

Die Bewegungsfreiheit für klassische Komponenten nehmen vor allem “Topas Blue” – in einer schweren, bluesrockenden Ausgestaltung und die rasante Hymne “Same Mistakes” für sich in Anspruch und bilden weitere Kernkomponenten der Scheibe.

Dudley Taft, der seit gut 35 Jahren auf der Bühne steht und das Berklee College of Music absolvierte, war durch eine Studio-Begegnung mit Robert Plant zum Blues-Rock ‚konvertiert‘. Eine gute Entscheidung, die mit zahlreichen unterschiedlichen Einflüssen, u.a. von SRV über Joe Bonamassa bis ZZ Top, auch auf dem aktuellen Album den Ton angibt.

Gleichzeitig ist dem bald 60-jährigen Guitar-Individualisten durchaus bewusst, dass ein natürliches Tempo des Lebens ebenso durch gemächliche Geschwindigkeiten getragen wird und bringt mit dem halb-akustischen “The Traveller” eine melodisch schöne Ballade in die Tracklist. Der relaxt rockende Sound treibt bei “Into The Blue” weitere, luftige Westcoast-Blüten, bevor beim letzten Song “No Time Left” noch einmal die beschleunigte Vergänglichkeit des Lebens Fingerfertigkeit beweist.

Das Album “The Speed Of Life” von Dudley Taft ist ein sehr durchgängig groovendes Kraftpaket, das mit zunehmender Lautstärke an Klasse dazu gewinnt. Es lenkt den musikalischen Rhythmus der Lebensfreude gekonnt durch abwechslungsreiche Gefilde. Auf der kommenden Tournee ist Dudley Taft mit Band in unserer Region u.a. in Krefeld und Oberhausen hautnah zu erleben.

Big Woody (2025)
Stil: Blues, Blues Rock

Tracks:
01. Wanted Man
02. Miles And Miles To Go
03. Work It Out
04. Burn It Down
05. Set Me On Fire
06. Pretty Little Thing
07. Topaz Blue
08. Same Mistakes
09. No Yesterday
10. The Traveler
11. Into The Blue
12. No Time Left (Long Live The King)

Dudley Taft
Dudley Taft bei Facebook
m2-music

Popa Chubby & Friends – I Love Freddie King – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Trotz einer seltenen Wirbelsäulenerkrankung meldet sich Popa Chubby mit einer Schar der besten Bluesgittaristen zurück, um gemeinsam mit Ihnen den großen Freddie King zu ehren und zu feiern.

Mit Beiträgen von Joe Bonamassa, Mike Zito, Christone ‘Kingfish’ Ingram, Eric Gales, Albert Castiglia, Arthur Neilson and V.D. King spielte er mit seiner Band (Mike Merrit – Bass, Andrei Koribanics III – Schlagzeug, Mike DiMeo – Keyboards, Harold Horowitz – Trompete, Curbs Hotgrefe – Tenor- und Baritonsaxophone und der Sängerin Eliza Neals) innerhalb von drei Tagen elf der großartigsten Stücke des 1976 viel zu früh verstorbenen Freddie King ein.

Mit dabei sind frühe Werke wie z. B. „Love Her With A Feeling“ von Kings aller erstem Album „Freddie King Sings“ oder mehrere Instrumentals von seinem 1961‘er Album „Let‘s Hide Away And Dance Away With Freddie King“.

Aber auch spätere Titel aus den Jahren 1971 bis 1974 („I‘m Going Down“, „My Credit Didn‘t Go Through“, „Big Legged Woman“, „She’s A Burglar“, „Pack It Up“ und „Same Old Blues“ haben Popa Chubby und seine All-Star-Gastgitarristen zu neuen Ehren verholfen.

Für Popa Chubby ist Freddie King laut eigenem Bekunden seine lebenslange Muse, deren Musik ihn für immer in seinen Bann gezogen hat. Diese Leidenschaft, gepaart mit dem außergewöhnlichen Talent seiner Gastmusiker, ließ so eine großartige Hommage an Freddie King entstehen.

„I Love Freddie King“ ist also ein Muss für alle Blues-Fans und Gitarrenliebhaber oder wie Popa Chubby es zusammenfasst: “I love Freddie King! We all love Freddie King“.

Gulf Coast Records (2025)
Stil: Blues Rock

Tracks:
1. I‘m Going Down feat. Joe Bonamassa
2. Love Her With A feeling feat. Albert Castiglia
3. My Credit Didn‘t Go Through feat. Eric Gales
4. Big legged Woman feat Christone ‚Kingfish‘ Ingram
5. She’s A Burglar feat. Mike Zito
6. Hideaway feat. Arthur Neilson
7. The Stumble feat. Albert Castaglia
8. San Ho Zay feat. Arthur Neilson
9. Pack It Up mit Popa Chubby und The East Band
10. Heads up feat. Arthur Neilson
11. Same Old Blues feat. V.D. King

Popa Chubby
Popa Chubby bei Facebook

The Kenneth Brian Band – 22.03.2025 – Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

Toller Abend in der Krefelder Kulturrampe mit der Kenneth Brian Band, die sich unter der Teenage Head Music-Fahne zum ersten Mal die Ehre in unseren Breitengraden gab.

Wie sooft bei Southern Acts, die ihre Premiere in der Rampe feiern, hielt sich das Zuschauerinteresse, trotz Wochenendes, in Grenzen, die Location war nur zu gut der Hälfte gefüllt. Da gings es Robert Jon & The Wreck damals aber auch nicht anders.

Die Leute, die gekommen waren, bekamen ein äußerst gut aufgelegtes Trio zu sehen und zu hören, das neben dem Protagonisten Kenneth Brian, durch Bassist Wes Davis (Rockabilly-Frisur, Elfenohren und ZZ Top-Bart – ein herrlicher aussehender und dazu noch sehr sympathischer Typ!) und Drummer PJ Lowe komplettiert wurde.

Nach einem kurzen Instrumental zum Aufwärmen hatten die Drei mit dem herrlichen, schön melodischen Midtempotrack „Rain Down“ schon direkt bei mir gewonnen, Brian entlockte seiner beigen Les Paul diese typisch knarzig-grummelnden Töne, die jedem Southern-Fan sofort das Herz erwärmen.

Das wunderbar wechselhafte „Shakedown“ mit fulminant rockigen und atmosphärischen Parts, begeisterte sofort hinterher und spätestens mit den grandiosen Red Dirt-Song „Texas By Tonight“ hatten die Burschen die komplette Rampe hinter sich gebracht.

Auch wenn Stürme in der Regel wenig Wunderbares an sich haben, der „Beautiful Storm“ der Kenneth Brian Band machte seinem Titel alle Ehre. Tom Petty-Liebhaber durften sich an „Falling Again“ erfreuen, Brian ist ja bestens mit Gitarrist Mike Campbell befreundet.

Dem slow-bluesigen „Hard Heart“, sowie dem verschachtelten „Something Better“ (mit integriertem Country-Speed-Intermezzo) folgte das einfühlsam gesungene „Prayer For Love“. Spätestens jetzt gingen mir so einige Leute, die scheinbar nur gekommen waren, um sich zu unterhalten, so richtig auf den ‚Senkel‘.

Ich empfinde das immer wieder als eine einzige Respektlosigkeit den auftretenden Künstlern, als auch den anderen Besuchern gegenüber. Die Rampe bietet dafür ein schönes Thekenareal im unteren Bereich, das für Konversation bestens geeignet ist. Sowas ärgert mich immer wieder maßlos.

Beim folgenden „Hidaway‘ demonstrierte Kenneth eindrucksvoll, wie es sich anhört, wenn mal versierte Southern Rock-Gitarristen bei Blues-Standards Hand anlegen. „Keys To The Kingdom“, „Tonight We Ride“ (mit Neil Young-Flair), „Fly Away“, das countryeske „Last Call“ waren dann die Stationen zu Brians persönlichen „Sweet Home Alabama“, das bei ihm „Wellcome To Alabama“ heißt und in einer grandios improvisierten Version (mit ABB- und MTB-Note) performt wurde und den krönenden Abschluss des Hauptteils  bildete.

Der ‚We want more“-Bitte wurde dann noch mit dem pettyesken „You Are Not Mine“ Genüge geleistet, dann war ein hervorragendes, klassisches Southern Rock-Konzert beendet. Am Ende stand das sympathische Trio noch für unser obligatorisches VIP-Bild parat. Wieder mal toller Abend in der Rampe!

Line-up:
Kenneth Brian (lead vocals, electric guitar)
Wes Davis (bass)
PJ Lowe (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

The Kenneth Brian Band
The Kenneth Brian Band bei Facebook
Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Thorbjørn Risager & The Black Tornado – 07.03.2025, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Mit einem neuen Album im Gepäck fegt Thorbjørn Risager mit seinem Black Tornado regelrecht durch das bestens gefüllte Musiktheater Piano. Die neuen Songs (er spielt fast das gesamte Album „House Of Sticks“) kommen bei den von Beginn an mitgehenden Fans bestens an, wobei er in den Ansagen seinen Gitarristen mehrfach für sein Songwriting bei einigen der Stücke hervorhebt.

Das Piano gibt mit einer gut beleuchteten Bühne und einem transparenten Sound den Rahmen für einen gelungenen Konzertabend mit einer gewohnt spielfreudigen Band und einem enthusiastisch mitgehenden Publikum.

Ein bestens aufgelegter Risager nimmt mit seinen humorvollen, oft auf deutsch angesagten Stücken die Fans von Beginn an mit, präsentiert sich gewohnt stimmgewaltig und wechselt sich an der Leadguitar mit Joachim Svensmark ab. Besonders hervorzuheben ist, dass er ihm große Spielräume gibt, sich auszutoben. Dies gilt aber auch für die restlichen Bandmitglieder, die sich mehrfach in den Vordergrund spielen können, während Risager das Treiben aus der hinteren Reihe genussvoll verfolgt.

Ein besonderer Moment ist, als Joachim Svensmark die Gitarre in einem Intro mit einem Geigenbogen bespielt und dabei einen Sound erzeugt, der den Putz sprichwörtlich aus den Wänden rieseln lässt.

Die beiden Bläser Hans Nybo und Peter W. Kehl setzen nicht nur gekonnt voluminöse Akzente in die Songs, sondern sorgen mit Tanzeinlagen und Percussion Sequenzen für Stimmung im Musiktheater.

Keyboarder Emil Balsgaart glänzt in einigen starken Soli oder in der Begleitung balladesker Songs.

Grundlage für den druckvollen Sound ist die Rhythmussektion um Bassist Soren Bojgaard, der einige Male über einen Synth Basslinien beisteuert und Drummer Martin Seidelin, der auf die Ferne mit seinem oft schelmischen Lächeln und stoischen Ruhe mit seinem roten Hut ein bisschen an Terence Hill erinnert, die Drums dabei aber je nach Notwendigkeit wie ein Berserker bearbeitet.

In dem knapp zweistündigen Konzert in zwei Sets ist es Thorbjørn Risager mit seiner Band gelungen, das Musiktheater Piano in einen scheißtreibenden Rockschuppen zu verwandeln, den, wenn man die Gesichter der Fans, auch am umlagerten Merchandising.Stand nach der Show, sieht, alle bestens gelaunt verlassen. Auf das der Tornado auch im nächsten Jahr wieder in das Piano hineinfegt.

Line-up:
Thorbjørn Risager (lead vocals, electric guitar)
Joachim Svensmark (electric guitars, percussion, vocals)
Emil Balsgaard (keys)
Søren Bøjgaard (bass, synthie)
Martin Seidelin (drums, percussion, vocals)
Hans Nybo (saxophone, percussion, vocals)
Peter W Kehl (trumpet, percussion, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Thorbjørn Risager & The Black Tornado
Thorbjørn Risager & The Black Tornado bei Facebook
Musiktheater Piano Dortmund

Janiva Magness – Back For Me – CD-Review

Oh, eine neue Scheibe von Kim Carnes dachte ich scherzhaft, als ich auf das CD-Cover mit der hellmähnigen Dame blickte, die uns unsere amerikanischen Freunde von Devious Planet mal wieder zum Besprechen gesendet hatte. Aber Scherz beiseite, hier handelte es sich natürlich nicht um die Künstlerin, die mit der Adaption von „Bette Davis Eyes“ einen One-Hit Wonder‘ schaffte, sondern um die mir bis dato, Asche auf mein Haupt, nicht bekannte Blues -Sängerin Janiva Magness, die ihr aber durchaus etwas ähnlich sieht und auch dezente stimmliche Parallelen aufweist.

„Back For Me“ heißt das neue Werk, das ausschließlich mit viel Feingefühl ausgesuchte Fremdkompositionen enthält (u. a. von Doyle Bramhall II und Bill Withers). Produziert hat es ihr Langzeitweggefährte Dave Darling, der hier auch Gitarre spielt und sporadisch mit Backing Vocals agiert.

Um sich haben die beiden mit Ian Walker (bass), W.F. Quinn Smith (drums) und Sascha Smith (keys) eine tolle Stammformation versammelt, die mit diversen zum Teil namhaften Gastmusikern veredelt wird.

Die vielfach Award-gekrönte Künstlerin wird direkt schon mit dem von Darling geschriebenen Opener „Masterpiece“ von keinem Geringeren als Joe Bonamassa und seiner Stempel-aufsetzenden E-Gitarren-Arbeit begleitet. „Ich habe schon eine Menge Fehler in meinem Leben gemacht, aber du bist mein Meisterstück“ singt sie hier mit von Selbsterkenntnis umwehter, wütender Stimme im Refrain.

Der direkt folgende Titelsong (mit einem Hauch von  „Purple Rain“-Spirit) ist eine großartige bluesige Ballade, bei der stimmlich Ähnlichkeiten zu Dale Krantz aufkommen, Toll hier die klirrenden E-Fills und das Southern Rock-trächtige Solo.  Gleiches gilt auch für die tolle Version von Doyle Bramhalls II „November“.

Das mit psychedelischer 70er-Note umwitterte „Holes“ enthält mit Sue Foley eine weitere Gitarren-Präsenz. „Southern-Fans dürften Spaß an „I Was Good To You Baby“ haben. Ein tolles HT-Piano Bridge mit Slide Solo und der rotzige wiederum Krantz-ähnliche Gesang lassen Erinnerungen an „One Good Man“ der Rosssington Collins Band aufkommen.

Von weiteren Zitaten und Reminszenzen an frühere Klassiker sind dann noch Tracks wie „Do I Need You“ (I Can’t Stand The Rain“) und das finale „Hittin‘ On Nothin'“ („Hit The Road Jack“) geprägt, letzteres mit Jesse Dayton als weiterem namhaften Gast an der E-Gitarre.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit wieviel unbekannter Musik man trotz eines vermeintlich großen Backgrounds, immer wieder konfrontiert wird und positiv überrascht wird. Janiva Magness, die jetzt mit „Back For Me“ ihr bereits 17. Album herausbringt, zählt zweifellos dazu. 

Sollte sich der immense Backkatalog der Protagonistin auf ähnlich hervorragendem Niveau befinden, hat der geneigte Blues Rock-Fan, dem es so wie mir geht, noch ordentlich Recherche-Arbeit vor sich! Für „Back For Me“ gilt jedenfalls schonmal ‚magnessificent music‘!

bluélan Records (2025)
Stil: Blues Rock

Tracklist:
01. Masterpiece
02. Back For Me
03. The Same Love That Make Me Love
04. November
05. Holes
06. I Was Good To You Baby
07. You Can Bring Me Flowers
08. Down So Low
09. Do I Need You
10. Hittin‘ On Nothin‘

Janiva Magness
Janiva Magness bei Facebook

Chase Matthew – Chase – CD-Review

Wenn man, wie ich, seit über zwanzig Jahren Reviews über New Country-Scheiben verfasst hat, geht das wahrscheinlich, was die Anzahl betrifft, schon  in den vierstelligen Bereich hinein.

Da hat man so gut wie jede Künstlerart, ob weiblich, männlich oder im Verbund als Gruppe und ihre unterschiedlichen Ansätze, sich im Genre zu profilieren, schon mehrfach im CD-Player liegen gehabt.

Viele sind so schnell, wie sie aufgetaucht sind, genau so rapide wieder in der Versenkung verschwunden, manche haben eine zeit lang Erfolg und pendeln sich dann in der Masse ein, ein gewisser Anteil schafft es dauerhaft im oberen Segment der Sparte zu verweilen.

Mit Chase Matthew versucht zur Zeit ein weiterer junger Musiker im Genre längerfristig Akzente zu setzen, die Sterne stehen für ihn jedenfalls momentan recht günstig. Er ist unter der Warner-Major-Flagge unterwegs und veröffentlicht mit „Chase“ sein drittes Album.

Matthew ist einer, der das Basecap dem Cowboyhut vorzieht, vermutlich seinen Rapper-Attitüden. ganz zu Anfang, noch vor seiner eigentlichen Country-Karriere, geschuldet. Seit seinem Major-Debüt ist die Entwicklung mehr als rasant. Mit mehr als 1,4 MILLIARDEN Streams weltweit (mit mehr als 400 MILLIONEN Streams für seinen ersten RIAA PLATINUM-zertifizierten Hit „County Line“) hat Matthew über 1,5 MILLIONEN Follower in den sozialen Medien, wurde von HITS als „One to Watch“ bezeichnet, ist Mitglied der „Class of 2024“ für „Opry NextStage“ und „MusicRow’s Next Big Thing“ und wurde für die People’s Choice Country Awards 2024 nominiert.

Das neue Werk, auf dem der Protagonist an neun Stücken (von insgesamt 13) in kreativer Hinsicht mit diversen Co-Writern (eher Namen, die man bis dato noch nicht so häufig gehört hat) beteiligt ist, wurde zu großen Teilen von Austin Shawn produziert.

Die CD beginnt mit einem stampfenden Country Rocker der Marke Trace Adkins, wobei man wohl zum LKW-Fahrer geboren sein muss, um die Sinnhaftigkeit des Textes („My Baby Drives me crazy when she drives my truck“) nachvollziehen zu können.

Danach geht es dann direkt deutlich ruhiger zu, wobei das Duett mit Lauren Alaina auf „Heart Half Empty“ mit Hit-Avancen aufwartet. Mir gefällt Matthew am besten, wenn er aus dem Tebey– oder Kane Brown-Milieu der Marke „I Don’t Wanna Know“ in die Sphären von Jason Aldean und Brantley Gilbert switcht, zu hören bei weiteren Tracks wie „No Name Roads“, „Fire In Her Eyes“, „You Turn“, „Waiting On You To Call“, „Backroads Of My Mind“ oder das finale „No Way Around It“, die hier am Ende deutlich überwiegen und damit den bleibenden Eindruck hinterlassen.

Chase Matthew hat in den vergangenen Tagen neben einigen Gigs in Großbritannien am Country2Country in Berlin und Rotterdam teilgenommen, bevor er sich im Sommer der Keith Urban-Tour anschließen wird. Das wird seiner Popularität  auch bei uns höchstwahrscheinlich zu Gute kommen, sodass ich mir sicher bin, den Burschen in nicht all zu langer Zukunft mal in unseren Sphären als Headliner auftauchen zu sehen.

Sein drittes Album „Chase“, das viel Persönliches suggeriert und auch liefert, kann man in den beschriebenen Kreisen ohne Gewissensbisse empfehlen, ob es mal in Luke Combs– oder Morgen Wallen-Regionen reichen wird, bleibt abzuwarten. Bahnbrechend Neues kann auch er letztendlich nicht liefern, aber Chase Matthew ist aber auf jeden Fall ein Künstler, der in 2025 ein ‚Wörtchen‘ mitsprechen wird.

Warner Music Nashville (2025)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Drives My Truck
02. Missing Me Missing You
03. Heart Half Empty
04. No Name Roads
05. I Don’t Wanna Know
06. Fire In Her Eyes
07. Driving Through My Hometown
08. If I Had Wings
09. You Turn
10. Waiting On You To Call
11. Backroads Of My Mind
12. Sunday Clothes
13. No Way Around It

Chase Matthew
Chase Matthew bei Facebook
Lime Tree Music

Pete Mancini– American Equator – CD-Review

Review: Michael Segets

Obwohl „American Equator“ mein erster Kontakt mit der Musik von Pete Mancini ist, kann er kaum als Neuling in der Branche bezeichnet werden. Nach zwei Platten mit der Band Butchers Blind startete er 2017 mit „Foothill Freeway“ seine Solo-Karriere. Für seinen dritten Longplayer „Killing The Old Ways“ (2022) holte sich Mancini Matt Patton (Drive By Truckers) als Produzenten ins Boot. Nach eigener Aussage ein Quantensprung für seine musikalische Entwicklung. Die fruchtbare Zusammenarbeit wird auf dem nun vorliegenden Album Nummer vier fortgesetzt. Patton nahm für „American Equator“ also wieder auf dem Produzentenstuhl Platz, schrieb an einem Track mit („Spy Rock Road“) und steuerte Bass, Gitarre und Background Vocals bei.

Die ersten beiden Titel „Calamity People“ und „American Equator“ – mein Anspieltipp – rufen Erinnerungen an Tom Petty wach und ich scheue mich auch nicht, mit Steve Earle einen weiteren großen Namen ins Spiel zu bringen. Der Country-Rock „Skid Row Skyline“ weist Parallelen zu Songs aus der Frühphase des Hardcore Troubadours auf. Stimmlich liegt Mancini aber deutlich näher an der von Petty. Eigentlich ist es egal, wo man Verbindungslinien zieht, es ändert nichts an der Tatsache, dass Mancini richtig guten Roots Rock macht.

Mancini hütet sich vor überflüssigen Experimenten, was meinen Vorlieben sehr entgegenkommt. Die klar strukturierten Stücke bewegen sich in der Regel zwischen dreieinhalb und viereinhalb Minuten, oftmals mit kurzen Gitarrensoli gewürzt. Dabei sind die Titel klar unterscheidbar, zumal Mancini einige Variationen in Instrumentalisierung und Stimmung einbaut. „Stomping Ground“ steigt beispielsweise nur mit dem Bass ein. Als Intro von „Spy Rock Road“ gibt es hingegen kräftige Gitarrenriffs. Mancini holt sich für den Song Ken Kellum mit seiner Pedal Steel hinzu. Tim Lee zaubert auf seiner 12-String bei „Technicolor Days“ eine wunderbare Westcoast-Atmosphäre.

Bei „Leaving For Raleigh“ favorisiert Mancini die akustische Gitarre als leitendendes Instrument. Für die langsameren Beiträge wie „The Paris Hotel“ oder „Sun Came Up“ setzt er sich auch mal ans Klavier. Die Scheibe bietet klanglich also ein gewisses Spektrum, ohne ihren Faden zu verlieren.

Ein Fazit lautet: Schnörkelloser, aber dennoch abwechslungsreicher Roots Rock mit Songs, die den Vergleich mit Genreklassikern nicht zu scheuen brauchen. Die Hardcopies des Backkataloges von Pete Mancini sind vergriffen und hierzulande kaum zu bekommen. Wenn man sich eine LP oder eine CD vom aktuellen „American Equator“ sichern kann, macht man nichts verkehrt.

Paradiddle Records (2025)
Stil: Roots Rock

Tracks:
01. Calamity People
02. American Equator
03. Technicolor Days
04. Skid Row Skyline
05. Spy Rock Road
06. The Paris Hotel
07. Leaving For Raleigh
08. Stomping Ground
09. The Signal
10. Sun Came Up

Pette Mancini
Pete Mancini bei Facebook
Paradiddke Records

JJ Grey & Mofro – 02.03.2025, Kantine, Köln – Konzertbericht

Abschluss-Konzert der Europa-Tournee von JJ Grey & Mofro in der Kölner Kantine. Während der Karnevalszeit und an einem Sonntag Abend, dazu das sich Rar-Machen in den letzten Jahren bei uns. waren vermutlich die Gründe dafür, warum dieser tolle Gig des JJ Grey-Ensembles, der sicherlich ein ausverkauftes Haus verdient gehabt hätte, nur mittelmäßig besucht wurde.

Als Support spielte ein durchaus sympathischer junger Bursche aus Ulm namens Paul Holland, solo, nur mit Akustikgitarre behangen, in einer halben Stunde ein paar Stücke aus seiner EP „Everything“, in seichter Singer/Songwriter-Manier. Leider ohne jeden Widererkennungswert. Songs, mit denen man vielleicht bei ein paar Sozialwissenschafts- und Philosophiestudent*innen Eindruck schinden kann.

Wobei sich dann bei mir, der jeden Morgen um 4:30 Uhr aufsteht und in der Regel so gegen 20:00 Uhr schon von den ersten Müdigkeitsattacken geplagt wird, innerlich sofort die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines solchen Acts bei einem Gig stellt, wo die Leute doch eigentlich wegen brodelndem Southern Soul Rock angereist sind.

Das ist ungefähr so, wie wenn man vor einem Rot-Weiss Essen-Spiel, der Meute zur Einstimmung auf die Partie, statt kühlem Stauder Pils, irgendeine lauwarme Mate-Tee-Plörre an der berühmt-berüchtigten Hafenstraße ausschenken würde…

Das unterhaltsamste in den 30 Minuten waren eigentlich Pauls selbstironische Ansagen, als er beispielsweise treffender Weise anmerkte, dass bei JJ Grey jeder einzelne involvierte Musiker wohl dreimal mehr Energie auf die Bühne bringen würde. als er selbst. Er hielt zwischendurch und am Ende den typischen Höflichkeitsapplaus, bei dem sofort die Gedankenwelt der Besucher ablesen konnte. Ich würde sagen, ein falscher Musiker zur falschen Zeit am falschen Ort. Da doch bitte lieber direkt mit dem Headliner anfangen.

JJ Grey und seine umfangreiche Begleitcombo entschädigten nach recht kurzer Umbaupause sofort mit einer Mörderversion des Titelstücks der aktuellen und namensgebenden Tour-CD „Olustee“. Was da direkt für eine Southern Rock-Wucht von den zehn involvierten Personen (inklusive Traum-E-Gitarren-Solo von Pete Winders) auf die Bühne projiziert wurde, war allein schon das Eintrittsgeld wert. Ein fulminanter Auftakt!

Aus diesem Werk wurden dann im weiteren Verlauf einige Tracks wie u. a. „Top Of The World“, das herrliche Jon Anderson-Cover „Seminole Wind“ oder das heftig funkende „Rooster“ präsentiert.

Der Leader versprühte natürlich seine Charismatische Aura, glänzte mit seinem starken Gesang, plusterte in seine Harp und schnappte sich sporadisch auch die E-Gitarre (u. a. beim melancholischen „The River“).

Sein langjähriger ‚Adjudant‘, Dauergrinser Todd Smallie, gewann, wie sooft, mit seiner ansteckenden Freundlichkeit, den Sympathie-Preis, ließ seinen Bass immer gut hörbar grummeln und gab zusammen mit Schwergewicht Craig Barnette an den Drums den Takt vor. Zusätzliche Unterstützung gewährte Eric Martin mit seinen diversen Percussion-Instrumenten.

Ein tollen Beitrag zum brodelnden Southern Soul-Sound lieferten natürlich auch die beiden Bläser Marcus Parsley an der Trompete und Kenny Hamilton am Saxofon, ob zusammen oder einzeln mit diversen Soli plusternd. Manchmal gesellte sich dann auch noch der flexible Eric Brigmond dazu, der teilweise dann mit Posaune zusätzlich verstärkte und sogar gleichzeitig die Keys in diversen Varianten (organ, piano, e-piano) bediente.

Lead-Gitarrist Pete Winders tauchte nach seinem grandiosen Solo beim Opener ein wenig ab, lieferte aber ein klasse Rhythmusarbeit und natürlich auch das eine oder andere gekonnte Kurzsolo.

Nicht zu vergessen die beiden hübschen Backgroundsängerinnen Katie Dutton und Linzy Lauren, die neben ihren Harmoniegesängen auch ihre Leadvocal-Talente offerieren durften. Und wenn wir beim Gesang sind, darf auch nicht das textsichere Kölner Publikum unter den Teppich gekehrt werden, das sich bei diversen Tracks lautstark einbrachte und den Fronter schwer beeindruckte.

Das starke “Ol‘ Glory“ mit JJ an der Lead-Gitarre beendete den tollen Hauptteil, dem dann im Zugabenbereich mit den Klassikern „Brighter Days“ und „The Sweetest Thing“ noch zwei tolle Tracks folgten und den würdigen Abschluss der Tournee bildeten, bevor sich die Domstädter dann wieder in den üblichen Karnevalstrubel stürzen konnte.

Insgesamt eine grandiose Show von JJ Grey & Mofro, die sicherlich bei meinen Konzerthighlights dieses Jahres eine gewichtige Rolle spielen wird!

Line-up:
JJ Grey (lead vocals, harp, electric guitar, percusssion)
Eric Brigmond (keyboards, trombone)
Craig Barnette (drums)
Todd Smallie (bass)
Pete Winders (electric guitar)
Eric Martin (percussion)
Marcus Parsley (trumpet)
Kenny Hamilton (saxophone)
Katie Dutton (backing vocals)
Linzy Lauren (backing vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

JJ Grey & Mofro
JJ Grey & Mofro bei Facebook
Paul Holland
Paul Holland bei Facebook
Oktober Promotion
Kantine Köln

Jason Isbell – Foxes In The Snow – CD-Review

Review: Michael Segets

Anfang Februar gab Jason Isbell zwei Solo-Gigs in Berlin und Köln. Die Ankündigungen liefen an mir vorbei, obwohl Isbell auf meiner Liste der zu sehenden Live-Acts ganz weit oben stand. Dem Einsatz Oliver Bergmanns von Oktober Promotion und der Kulanz der Veranstalter verdanke ich es, dass ich in der Kulturkirche Köln doch noch Einlass gefunden habe und so einen Konzertabend erleben durfte, der noch immer nachhallt.

Neben einigen seiner Klassikern, stellte Isbell eine Reihe neuer Stücke vor. In Köln standen „Bury Me“, „Foxes“, „Gravelweed“, „Eileen“ und „True Believer“ auf der Setlist. Diese Song umjubelte das Publikum frenetisch. Ein Konzert rund um nicht veröffentlichte Titel zu konzipieren oder sogar mit diesen einzusteigen, ist ja nicht ohne Risiko. Im vorliegenden Fall ist der Plan aufgegangen, was für die präsentierten Stücke spricht. Isbell reflektierte sogar scherzhaft über den Livevorteil der nicht geläufigen Beiträge, dass den Konzertbesuchern schiefe Töne kaum auffallen, da die ja gewollt sein könnten.

Der Solo-Auftritt, bei dem die Songs pur vorgestellt und nicht von Arrangements verschiedener Instrumente verdeckt wurden, belegte, warum Isbell als einer der besten Songwriter seiner Generation gilt. Einen weiteren Beweis liefert Isbell mit seiner neuen CD „Foxes In The Snow“, die er gleichsam im Alleingang, nur mit akustischer Gitarre und seinem ausdrucksstarken Gesang einspielte. Vielleicht kommen auch Songwriter, die bisher eine Band in der Hinterhand hatten, irgendwann an den Punkt, an dem sie sich und die Kraft ihrer Songs in einer unverstellten Klarheit erproben wollen. Dieser Markstein, der beispielsweise „Nebraska“ für Bruce Springsteen darstellt, ist „Foxes In The Snow“ für Jason Isbell.

Mit der Auswahl der in Köln präsentierten Tracks hat Isbell alles richtig gemacht. Die fünf Songs gehören zu den ganz starken des Longplayers. Gewünscht hätte ich mir noch das in Berlin gespielte „Ride To Roberts“ oder die beiden „Good While It Lasted“ und „Wind Behind The Rain“, bei denen Isbell ebenfalls zu Hochform aufläuft. Acht Volltreffer von elf sind ein hervorragender Schnitt, wobei „Don’t Be Tough“, „Open And Close“ und „Crimson And Clay“ alles andere als Fehlschüsse sind. Sie packen mich zurzeit nicht so wie die anderen Songs und sie schmälern auch nicht den Gesamteindruck des Werks.

Nachdem Jason Isbell begleitet von seiner Band The 400 Unit mit „Weathervanes“ ein fast schon monumentales Album vorlegte, schiebt er jetzt mit „Foxes In The Snow“ eine mindestens ebenbürtige Solo-Scheibe nach. Die Songs – gepaart mit dem charakteristischen Gesang von Isbell – entwickeln eine Intensität, wie man sie selten auf minimalistisch gehaltenen One-Man-CDs erlebt.

Southeastern Records – Thirty Tigers/Membran (2025)
Stil: Singer/Songwriter

Tracks:
01. Bury Me
02. Ride To Roberts
03. Eileen
04. Gravelweed
05. Don’t Be Tough
06. Open And Close
07. Foxes
08. Crimson And Clay
09. Good While It Lasted
10. True Believers
11. Wind Behind The Rain

Jason Isbell
Jason Isbell bei Facebook
Thirty Tigers
Oktober Promotion
Kulturkirche Köln